Kultur

Guttenberg, Guttenplag-Wiki und Crowdsourcing

Die Berliner Zeitung hat mich zu #Guttenberg, #Guttenplag-Wiki, Crowdsourcing und den Mechanismen interviewt: Hat das Netz Guttenberg gestürzt?

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Was ist die Motivation?

Ganz vielfältig: Politische Motive, Gruppengefühl, Spiel und Spaß, Training, Zeigen, was man drauf hat. Spiel und Spaß halte ich für die Hauptmotivation.

Zeigt der Fall Guttenberg, dass die Internetaktivisten den klasssischen Journalisten ebenbürtig geworden sind?

Wenn wir die Netzöffentlichkeit als die fünfte Macht bezeichnen, dann hilft die fünfte Macht inzwischen der vierten Macht, den Staat, die Regierung, die Verwaltung zu kontrollieren. Das sehe ich aus demokratischer Sicht als einen großen Zugewinn.

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24 Kommentare
  1. Ceterum Censeo: schluß mit burying. Bevor Merkel sich nicht entschuldigt für ihre abschätzigen Bemerkungen richtung Wissenschaft und Universität braucht das Thema hier keinen Raum.

    Was ist mit Libyen? Was geht da an Traffic/Daten/Infos rein und raus?

    :-(

  2. 5. Macht finde ich einen schönen Begriff. Stellt uns nicht auf eine Ebene mit den Medien/Presse (was aus meiner Sicht auch vermessen wäre) und symbolisiert gleichzeitig einen neuen und merkbaren Einflussfaktor.

  3. „Spiel und Spaß halte ich für die Hauptmotivation.“
    Meiner Meinung nach waren die Meisten politisch motiviert. Ich will nicht das Ergebnis schlecht- bzw. die Doktor“arbeit“ schönreden, aber ich glaube nicht nicht dass eine LafonPlag, ÖzdemPlag oder SchavanPlag den selben Erfolg gehabt hätte. Eine WesterPlag hätte dagegen die fünffache User-Anzahl.

  4. „Spiel und Spaß“ als Motivation trivialisiert die ganze Aktion doch ein wenig.

    Wurde Guttenberg nur „aus Spaß“ abgesägt? Das wäre B*ld-Niveau.

  5. Jetzt werden wir einen CSU-Law&Order Innenminister bekommen, ich hoffe ihr seid stolz. Ich persönliche finde, dass die politische Lage gerade noch viel schlimmer geworden ist.
    Da doch lieber einen Betrüger und Lügner, der war unter den Berufsverbrechern im Bundestag wenigstens noch ein wenig fortschrittlich.

  6. @Kaktus:
    „Meiner Meinung nach waren die Meisten politisch motiviert…ich glaube nicht nicht dass eine LafonPlag, ÖzdemPlag oder SchavanPlag den selben Erfolg gehabt hätte.“

    Glaubst du die Leute, die da suchen sind nicht politisch motiviert? Es könnte natürlich implizieren, dass die Linke soo extrem ist, dass sie da sooviel findet, und deshalb bleibt bei den Anderen der Erfolg aus :,-( Allerdings könnte es auch darauf hinweisen, dass bei den von dir genannten Nichts zu finden gibt, da sie wissenschaftlich Redlich gearbeitet haben. Über die mutmaßliche Technik- und wissenschaftliche Kompetenz, der Bearbeiter, die ja schon so Überzeugt meinen, diese Art von wissenschaftlicher Praxis sei gängig und Überall zu finden, rede ich mal erst gar nicht.

  7. @127.0.0.1: wegen Eurem Spieltrieb sitzt jetzt bald ein Hardliner im Innenministerium. Auch ein großer Erfolg der Community? Wie wollt Ihr Euch das schönreden?

  8. Nicht unbedingt politisch motiviert im Sinne von „gegen CDU/CSU!“. Ich kann mir aber nicht vorstellen dass z.B. eine kopierte Dokotarbeit von Gabriel genauso hohe Wellen geschlagen hätte. Die Motivation kam also meiner Meinung nach eher daher dass man einen beliebten Politiker „abschießen“ konnte, egel welchem politischem Lager er angehört. Aber ich bin Soziologe o.ä., daher ist meine Meinung natürlich rein subjektiv.

    „Allerdings könnte es auch darauf hinweisen, dass bei den von dir genannten Nichts zu finden gibt“
    Ich sagte ja auch „hätte“. Ich unterstelle niemandem bei irgendwem abgeschrieben zu haben. Und KT hatte seinen Titel auch einige Zeit ohne dass es aufgefallen ist. Was nicht ist kann ja noch (gefunden) werden.

  9. Wenn jemand etwas kontrafaktisches sagt, dann motiviert das natürlich ungemein, den Beweis vorzulegen.

    Das geht doch alles auf die Kampagne der Union und ihrem Revolverblatt zurück mitsamt Lügenbaron. Nicht das Netz verbreitet Unwahrheiten sondern die Parteifreunde des schäbigen Wettertännchen.

    Es ist also ein Effekt, den wir von Loriots bekanntem Sketch Zimmerverwüstung kennen.
    http://www.youtube.com/watch?v=RExu7kE98R8

    Das Bild hängt schief! Das ist Motivation genug.

  10. @alle

    Fazit der Guttenberg-Geschichte (mit Joseph de Maistre, 1826):

    Der Wissenschaftspöbel kann zwar den Adel stürzen (siehe schon 1789), aber der Adel tut gut daran, sich nicht auf das zänkische (unterste) Niveau von Wissenschaftlern herabzulassen…

  11. Ich denke, es ist ein entstehendes System.
    Die Beteiligten testen aus, müssen neu mit Gegenöffentlichkeit umgehen. Noch ist unklar, wer manipulieren kann, wie ernsthaft die „eine Million in 6 Minuten“ Gruppen sind … Die Medien selbst nehmen den neuen Partner wahr,
    das Morgenmagazin bringt Twitter – es wird noch ein wenig brauchen, bis die 5. Macht etabliert ist. Diese Strukturen sind spannend, weit darüber hinaus, was Guttenberg mit oder ohne Dr. bedeutet.

  12. @9.Jan
    Friedrich hat als Bundesinnenminister eine ganz andere Umgebung. Auch medial.
    Er wäre nicht der erste, der sich als „kleiner Landespolitiker“, der NUR seiner Partei verpflichtet ist, versucht sein Profil zu schärfen, um dann in der „großen Politik“ in der Regierungslinie aufzugehen.

  13. @127.0.0.1: Moment, ich setze nur kurz meine rosarote Brille auf … Oh, Du hast recht – jetzt wird alles so, wie wir es uns immer gewünscht haben.

  14. Ich vermisse immer noch eine gewisse Sachlichkeit: Ohne es gutheißen zu wollen – was hat die Doktorarbeit KTs mit seinem Amt als Minister zu tun? Obendrein war er noch einer der halbwegs fähigen und halbwegs charismatischen Politiker der Gegenwart.
    Das ganze Gedöns lässt mich immer mehr zu einem gewissen Resumee kommen:
    Deutschland schafft sich ab! Der Mann hat recht Erst komplett lesen, dann mitreden).
    Wie ist es anders zu erklären, dass eine Doktorarbeit die deutsche Nation wochenlang in Atem hält? Als gäbe es nicht wichtigere Probleme in unserem Vaterland.

    Naja, wer genug Zeit dazu hat, abgeschriebene Stellen zu suchen, soll weiterhin seine Lebenszeit verplempern.

  15. @Jan
    Ich habe nicht behauptet, das man dem Tun eines Innenministers nicht mit gesteigerter Aufmerksamkeit begegnen sollte.
    Latente Paranoia ist IMHO weniger hilfreich.

  16. Gutenberg wurde aus einer Vielzahl von Gründen gestürzt. Die Aktivitäten und Nachforschungen über das Netz hatten einen großen Beitrag daran.
    Interessant ist vor allem wie sich Frau Merkel hinsichtlich Herrn Gutenberg positioniert hat.
    Das sagt viel über Sie selbst aus. Ich finde das bedenklich.
    Der Vertrauensverlust ist schon groß genung und der Schaden der mit diesen Enthüllungen angerichtet worden ist, ist kaum zu beziffern.
    Ich hoffe das Doktorarbeiten und auch Diplomarbeiten zukünftig stärker geprüft werden sollten.

  17. Ab und an beschleicht mich das Gefühl, dass Frau Frau Merkel und Horst Seehofer hinter dem Fall Gutenberg steckt. Besonders Horst drängt sich ja vor jeder laufenden Kamera und erklärt wie loyal er dem Guttenberg sei. Dabei war er einer der größten Verlierer durch Guttenberg in Bayern geworden. Komisch!?!?! ;)

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