Kultur

Creative Commons beim Bayrischen Rundfunk

Die TV-Sendung quer im Bayrischen Rundfunk hat jetzt auch ein Pilotprojekt gestartet und experimentiert mit Creative Commons – Lizenzen herum. Darüber berichtet die Redaktion in ihrem Blog:


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Wir starten unseren Test mit zwei Rubriken aus der wöchentlichen quer-Sendung (donnerstags, 20.15 im BR und Livestream), die Sie auf der quer-Homepage oder im quer-Blog herunterladen und Weiterverwenden können. Es handelt sich um den von uns sogenannten “quer-Schläger” in dem Christoph Süß sich mit sich selbst über ein aktuelles Konfliktthema unterhält und den Dialog mit dem quer-Ministerpräsidenten am Ende der Sendung. Beide Rubriken enthalten weder Musik noch Fremdwerke. Sie erkennen Sie durch dieses Symbol als Creative Commons-Inhalt:

Gleichzeitig wird drauf hingewiesen, dass „im Regelfall“ „schon alleine die Gesetzes- und Lizenzlage eine Freigabe zu cc-Bedingungen“ verhindere. Das ist dann der Fall, wenn Fremdmaterial verwendet wird, wie lizenzierte Videos und/oder Gema-Musik. Aber schön, dass man jetzt auch beim BR mal mit Creative Commons startet, wir brauchen mehr von diesen Pilotprojekten, um weitere Redaktionen davon zu überzeugen. Verwendet wird übrigens die restriktivste Lizenz, die CC-BY-NC-ND, diese erlaubt aber zumindest das legale einbinden von Inhalten zu nicht-kommerziellen Zwecken, ohne dass man sich Gedanken machen muss.

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18 Kommentare
  1. Viele CC Sendungen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk sind mehr als überfällig. Das Problem ist nur – zumindest in der ARD – gemeinsam mit allen Landesrundfunkanstalten eine Gesprächsrunde mit den Agenturen, Fotoagenturen und anderen Lizenzgebern zu organisieren. Die ARD hat Gremien für die Fernehchefredakteure, Fernsehdirektoren, Online Chefs etc., aber kein Gremium, wo sie sich regulär untereinander abstimmen könnten. Fernsehverwaltung eben. Rechtlich schwimmen sonst alle CC Versuche irgendwo in der Grauzone. Es bedarf eben einer großen Öffentlichkeit, damit die Zuschauer endlich mal ihr Programm im Internet einfordern. Denn mit CC Lizenz macht das Verweildauerkonzept auch keinen Sinn mehr. Und wir könnten ARD und ZDF Content wie eine Art Archiv im Netz abrufen.

  2. Was soll „Creative Commons – Lizenzen“ bedeuten? Meintest du vllt. „Creative Commons-Lizenzen“?

    Bitte im Sinne einer guten Lesbarkeit zumindest auf die Grundregeln achten und nicht in Deppenleerzeichen (in Verbindung mit der Verwechslung von Gedanken- und Bindestrich) verfallen, danke.

  3. Gähn! CC-BY-NC-ND. Als ob es eine Heldentat wäre, diese Lizenz auszuwählen. Es wäre eine Nachricht wert, wenn mal ein ÖR Sender CC-BY gewählt hätte. DANN könnte man schauen, was sich daraus entwickelt. Alles andere: Klares FAIL !

  4. Folgendes

    Gleichzeitig wird drauf hingewiesen, dass “im Regelfall” “schon alleine die Gesetzes- und Lizenzlage eine Freigabe zu cc-Bedingungen” verhindere.

    könnte so schön aussehen:

    Gleichzeitig wird drauf hingewiesen, dass „im Regelfall“ „schon alleine die Gesetzes- und Lizenzlage eine Freigabe zu cc-Bedingungen“ verhindere.

    Oder besser:

    Gleichzeitig wird drauf hingewiesen, dass „im Regelfall […] schon alleine die Gesetzes- und Lizenzlage eine Freigabe zu cc-Bedingungen“ verhindere.

  5. Ich glaube im TV ist das ein echtes Novum oder?
    Ich meine… im Ton-Rundfunk ist mir das durchaus schon häufiger über den Weg gelaufen.

    Gleichzeitig wird drauf hingewiesen, dass „im Regelfall […] schon alleine die Gesetzes- und Lizenzlage eine Freigabe zu cc-Bedingungen“ verhindere.

    (danke Slibulski)
    Also bei diversen Sendungen kenne ich es, dass man Fremdwerke wie Musik einfach herausschneidet, bevor man es CC-lizensiert. Bei Musik, die als Hintergrund läuft bedeutet das natürlich einen gewissen technischen Aufwand (Tonspuren trennen), aber auch das wäre sicher machbar ^^

    Ich bin mir nicht sicher, ob man Fremdinhalte, die ihre Zustimmung verweigert haben anprangern sollte, aber lustig wäre es schon, wenn in TV-Sendungen in Meditheken dann einfach 2 Sekunden eingeblendet wäre „Der Autor $Name war nicht mit der Veröffentlichung unter CC einverstanden, daher fehlt dieser Beitrag hier.“. Andererseits soll und muss man sich ja nicht unbedingt die eigenen Korrespondenten vergraulen :D
    Es ist schon länger her, aber als ich zuletzt den Tagesschau-Livestream guckte gab es immer mal wieder einen Hinweis „dieser Beitrag darf nicht im Internet gezeigt werden“ (oder so). Ich schätze da geht es dann meist um ungeklärte Netz-Rundfunk-Rechte, aber noch lange nicht um CC.

    Diese restriktive Lizenz scheint bei den ö/r (wie gesagt eher Radio) aber tatsächlich am Beliebtesten zu sein. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass es schwierig ist alle Urheber einer Sendungen unter einen Hut zu bekommen, dass sie noch freier lizensieren.

  6. „ohne dass man sich Gedanken machen muss“ – nein, die bescheuerte NC-Lizenz (die meines Erachtens nie hätte geschaffen werden dürfen und die freien Inhalten viel mehr schadet als nützt) führt dazu, dass man sich sehr viele Gedanken machen muss, denn die Frage, was „kommerziell“ ist und was nicht, ist nicht trivial und noch nicht einmal ansatzweise beantwortet.

    1. Full ack!

      Da ist ein ernst zu nehmendes Problem in dem Wort „kommerziell“ versteckt.

      Jemand der seinen Webauftritt (und nur diesen, also die laufenden Kosten von Hosting + Internetanbindung) per Werbung finanziert, kann durchaus unter die Kategorie „kommerziell“ fallen. Selbst wenn er nur genau das einnimmt, was er an Fixkosten hat.
      Ob sich das grundlegend ändert, wenn er beispielsweise die Verpflichtung eingeht jeden darüber hinausgehenden Cent offen zu legen und an gemeinnützige Organisationen zu spenden ist auch nicht klar. Selbst wenn, wäre das durchaus ein Mehraufwand.

  7. Nur mal so am Rande:

    http://freedomdefined.org/Licenses/NC

    Ich halte NC Lizenzen unterm Strich für wenig sinnvoll. Das Hauptproblem liegt darin, dass kommerziell völlig unklar definiert ist. Es gibt haufenweise fließende Übergänge. Ist es zum Beispiel schon kommerzielle Nutzung wenn man solche Inhalte auf Webseiten verwendet, die Google Adsense eingebunden haben?

    Außerdem sind NC Lizenzen inkompatibel zu allen anderen CC-Lizenzen und somit zu vielen freien Inhalten.

    Ein gutes Negativbeispiel ist die Openstreetmap basierte Reit- und Wanderkarte (http://wanderreitkarte.de). Dort kommen Höhendaten zum Einsatz die eine NC Lizenz haben. OSM hingegen verwendet CC-by-SA. Und schon gibt es das Problem, dass man OSM und diese Höhendaten nicht kombinieren darf und häßliche workarounds notwendig werden. In deisem Fall gibt es überlagerte NC und CC-by Kacheln. Das Ausdrucken der Karte ist dadurch illegal!

    1. @Sven Geggus: Ja, das ist die restriktivste und uncoolste CC-Lizenz. Ich bin trotzdem froh über jedes weitere Pilotprojekt im ÖR, was wenigstens eine CC-Lizenz nutzt, um mehr Akzeptanz innerhalb der Sender zu bekommen. Und für mehr Rechte müssen wir lauter werden und das auch gegenüber Politik und Sender artikulieren.

  8. Ich bin sehr gespannt, habe heute morgen im TV einen Bericht über euren neuen Ableger gelesen. Ich werde das Ganze mal im Auge behalten, bin da wirklich sehr gespannt ;-)

  9. Gibts schon ein Creative-Commons-Archiv? archive.org ist irgendwie unpraktisch/langsam.

    Ich hab die Trackback-Folgen bei Amazon-S3 gehostet, weil das am günstigsten war, aber wenn da noch mehr kommt könnte es sich lohnen Webspace/VServer für sowas (und anderes) zu mieten.

    Falls jemand interesse hat das (mit) zu machen darf er sich gerne melden :)

      1. Trackback ist ein Podcast und die quer-Sendung ist auch keine Musik, insofern hilft mir das FMA da nicht.
        Mea culpa – hätte das irgendwie in die Frage reinschreiben sollen…

        Für Musik gibts ja erstaunlich viele Sachen wie Bandcamp oder jamendo.com. Aber Podcasts/Video haben ja deutlich mehr Output. Machtdose bring 2h/Monat – für 2 Alben braucht manche Band Jahre…

        Mich stört dieser Zustand irgendwie, aber da ich da der einzige zu sein scheine wird das vermutlich so bleiben ^^

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