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Battlefield3: Electronic Arts ändert erstmal die EULA

Nachdem Electronic Arts in der vergangenen Woche in die Kritik geriet, weil das Computerspiel Battlefield 3 mit einer Schnüffelsoftware ausgeliefert wird, hat man zumindest jetzt mal die EULA abgeändert. Die ursprüngliche Version war wohl einfach aus dem englischen ins deutsch übersetzt und sonst nicht an unsere hiesigen Gesetze angepasst. In der ursprünglichen Version erlaubte man Electronic Arts u.a., dass der eigene Rechner untersucht und diverse Daten wie IP-Adresse, Rechnerkomponenten und installierte Software an EA überliefert werden und EA diese auch zu Marketingzwecken verwenden und weiterverkaufen darf.

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Die Überwachung von Kunden, wie hier am Beispiel von Electronic Arts gezeigt, ist leider ein zunehmender Trend unter vielen Spieleherstellern. Im Endeffekt wird man als Kunde verarscht. Man bezahlt Geld für ein Spiel und der Anbieter misstraut einem und installiert in diesem Fall eine Schnüffelsoftware, bei der es unklar ist, welche Daten diese heimlich im Hintergrund erhebt und nach Hause telefoniert.

Spieler selbst haben in der Regel nur zwei Alternativen: Entweder man kauft ein Spiel nicht oder man schaut sich in Tauschbörsen nach einer Kopie um. Diese sind oft gecrackt und die Kopierschutzsysteme mit Schnüffelsoftware sind schon entfernt. Das ist aber illegal. Aus Sicht der Vrebraucher wäre es wünschenswert, wenn Hersteller ihre Kunden nicht ausspionieren, ihre Privatsphäre respektieren und keine Schnüffelsoftware mit installieren.

Behörden sollten sich in Deutschland genauer die Software anschauen. Ich bin etwas verwundert, dass letzten Freitag die Software laut EULA noch Kundenrechner ausspionieren sollte, jetzt die EULA geändert wurde, aber die Software dieselbe ist. Das klingt danach als ob die Software immer noch die Kundenrechner ausspioniert und Daten nach Hause übermittelt. Welche genau muss jetzt überprüft werden.

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24 Kommentare
  1. Das Spiel hat jedenfalls den richtigen Namen. Wer es kauft, ist sich der AGB bewußt. Daher finde ich das völlig in Ordnung. Es besteht kein Kaufzwang, und eine Kehrtwende bei den Herstellern wird stets nur durch Kaufenthaltung erzwungen. Das gilt für alle Produkte und Angebote.

    Dani

    1. Das ist übrigens Blödsinn, weil eine EULA keine AGB ist und auch nicht während des Kaufs aushängt. Ist im Artikel aber auch mal wieder über einen Kamm geschert worden.

      He, Netzpolitik, wie soll es denn bitte EA jetzt geschafft haben, eine AGB eines abgeschlossenen Kaufvertrags nachträglich zu ändern?

      m(

    2. Die EULA ist nach deutschem Recht nicht einmal Vertragsbestandteil, da sie zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses dem Käufer nicht vorlag.

      Die Erpressungsmasche (klick hier auf einverstanden, sonst läuft das Spiel nicht) ist nach hiesigem Recht nicht geeignet, nachträglich was in den Vertrag reinzuschieben.

      Das mag in den VSA, wo der Stärkere seinen Postion ungebremst ausnutzen darf klappen, in DE juckt das keinen Richter.

  2. Man wird immer verarscht, wenn man legal handelt. Bei Filmen ist es genau so. Raubkopierer sind Verbrecher, das kommt bei illegalen Filmen nicht als Vorspann :D

    1. Wie hat es die Release-Group Reloaded im NFO-File schön geschrieben:
      As usual we recommend firewalling the main executable, not using Origin, and avoiding EA.
      ;o)

  3. BF3 bzw. Origin überträgt zumindest die Ordnerstruktur der Festplatte, auf der das Spiel installiert wurde, an EA. Ob es diese Daten weiter ausliest und wie sich das bei einer legalen Version umgehen lassen würde, weiß ich nicht. Auch nicht, ob andere Partitionen ausgelesen werden. Welche Hardware ich verbaut habe, wissen Microsoft und Blizzard aber auch.

    1. Wobei die verbaute Hardware relativ unspannend ist.

      Was das Auslesen der Festplatte angeht: Also wenn man „offline“ sein darf, wärend man so ein Spiel installiert oder laufen hat, dem Spanner-Tool von EA einfach keine Firewall-Rechte geben.

      1. Die verbaute Hardware lässt Rückschlüsse auf das EInkommen des Nutzers zu. Wer zwei Hochleistunggrafikkarten verbaut für 1000 EUR verbaut hat und mit NVIDIA 3D Vision Surround spielt, der ist garantiert kein Hartz IV Empfänger. Und darum geht es ja bei der Datensammelei: Auswertung zu Werbezwecken – um gezielt bestimmte Zielgruppen vermutlich mit In-Game Werbung anzusprechen. Wer Kohle hat kriegt dann eben bei FIFA 12 andere Bannerwerbung angezeigt als einer der ein System hat das aus dem letzen Loch pfeift.

      2. *Seufz* Zeig mir einen Gamer, der kein hochgezüchtetes System sein eigen nennt. Typische Diskussionen bei Gamern drehen sich um Prozessoren, Mainboards, RAM-Taktung, Kühlung (weil Übertaktung), Grafikkarten und welcher Anbieter besser ist, etc.pp. und wie man die meisten Frames hin bekommt.

        Sprich: Zeig mir, was für Spiele du kaufst, und es ist klar ob du Office-Hardware oder Game-Hardware (und in welcher Preisklasse) zu hause hast. Da reicht schon die Registrierung des Titels beim Hersteller (ohne irgendwelche Zusatzinformationen).
        Und die Daten über die Hardware bekommen die Hersteller meist schon über die Support-Anfragen mitgeschickt, ganz ohne Spyware (dxdiag lässt grüßen)

      3. Du vergisst das EA nicht nur Highend Games vertreibt sondern auch einfachere Spieltitel. Was nützt es z.B. wenn ein Nutzer ein System hat, auf dem er bestimmte Spiele gar nicht spielen kann. Lohnt es sich dann In-Game Werbung z.B. für Battlefield 3 einzublenden wenn das Spiel auf dem PC gar nicht läuft?
        Genau kann man diese Infos über Hardwareausstattung und Softwareausstattung nutzen.
        Im übrigen hat EA nur Informationen über die Spiele die bei Origin gekauft wurden. Ob du Photoshop installiert hast weis EA aber nicht. Wenn sie Werbung an Adobe verkaufen wollen, dann ist diese Info aber durchaus interessant.

  4. ich versteh das ja schon alleine nicht deswegen, dass man sich die beschissenen hersteller logos JEDES mal angucken muss. früher konnte man das sogar bei den gekauften versionen überspringen…

  5. Traurig aber leider intressiert das Thema kaum jemanden.

    Electronic Arts gibt bekannt, dass von dem Shooter Battlefield 3 (PS3, Xbox 360, PC) weltweit 5 Mio. Einheiten in der ersten Woche der Veröffentlichung durchverkauft wurden; die Zahlen basieren auf internen Schätzungen von Electronic Arts.

    1. Ich denke nicht, dass es zu wenige interessiert.
      Der Ehemann einer Bekannten z.B. regt sich auch wahnsinnig darüber auf, hat das Spiel aber trotzdem gekauft, weil er Clanleader ist und sein Clan BF3 spielen will.

      1. Wer sich aufregt und das Spiel dann trotzdem kauft ist sogar ein noch größerer Trottel als der, der das Spiel kauft weil ihm einfach alles egal ist. Wie beschränkt muss man denn sein, um auch noch sehenden Auges und wider besseres Wissen in sein Verderben zu rennen, Gruppendruck hin oder her ?

  6. Battlefield_3_Multiplayer_Without_Origin_Internal-Razor1911

    ist für die kaufversion, kein crack.
    soweit ist es schon, wie immer wird man als kunde nur bestraft. es gibt eine endlose liste an spielen wo man als nicht-käufer viele vorteile gegenüber käufern hat, die man eigentlich nicht haben sollte.

    1. tolle id mein freund.

      und du denkst wirklich das das anti cheat system, origin und bf3 selbst den veränderten hashwert nicht bemerkt …

      ich rate jedem davon das zu lassen, da man gefahr laufen kann bei entdeckung gebannt zu werden. danach kann man wenn man nicht gerade in den usa klagen will sein spiel gleich wegwerfen.

  7. „Das klingt danach als ob die Software immer noch die Kundenrechner ausspioniert und Daten nach Hause übermittelt. Welche genau muss jetzt überprüft werden.“

    Wieso nehmen wir nicht einfach Origin beim Wort und glauben denen das die ermitteln welche Drittanbietersoftware auf dem Rechner installiert ist und diese Daten übermitteln und personenbezogen speichern? Das steht doch so in den ursprünglichen EULA. Warum sollten die das da reinschreiben und das dann nicht machen? Und da die Software immer noch die gleich ist, kann man ja wohl davon ausgehen, daß das immer noch so ist.

    Vielleicht kann ja mal jemand auf die IN-Game Werbung z.B. bei FIFA achten. Ob da Bannerwerbung gezeigt wird die zur installierten Software passt. Wen jemand das Diabeteslog Sugarbook installiert hat und plötzlich Bannerwerbung für Blutzuckermessgeräte angezeigt wird oder für die neuste Photoshopversion geworben wird, dann ist die Sache ja klar.

    1. Hier mal ein paar Beispiele was ich meine:
      MC-Donalds Werbung in FIFA.
      http://bit.ly/tcIDBE

      Gezielter lässt sich eben werben wenn die Software und Hardwareausstattung bekannt ist. Sind Kinder im Haus (Kinderspielsoftware). Ist der Nutzer schwul (Gay Chat). Hat er ein hohes EInkommen (spielt mit Top Hardwareausstattung). Schon kann ich Zielgruppengenau werben und einen höheren Erfolg erzielen.

  8. Typisch EA…

    Ich hatte mir letztens aus irgend einer Value-Reihe C&C 3 gegönnt.

    Fing schon bei der Installation an.
    Ging ewig langsam und das Laufwerk machte einen Lärm – wahrschnl. Daten quer übder die DVD verteilt…

    Nach guten 20 Minuten und etwa 10% Installationsfortschritt abgebrochen, ein Image erstellt und via Deamon-Tools installiert, was beides zusammen keine 10min erforderte.

    So schlecht gemastert kann eigentlich nicht aus Versehen oder aus Inkompetenz passieren, da muss doch Vorsatz dahinter stecken…

    Dann wollte das Dingen einen Key haben. Getreulich habe ich den Key eingetippt – nix.
    Nochmal, dieses mal ganz genau – nix.

    Gibbet doch nicht…

    Internetsuche – siehe da, normal. Die liefern die DVDs mit falschem Key aus!
    Keygenerator besorgt und damit gings.

    Liebes EA, warum habe ich jetzt genau 20 Ocken hingelegt und mir das Image nicht einfach auch noch gezogen?
    Ich hätte weniger Arbeit gehabt, als mit eurer „legalen“ Version.

  9. Was ich eigentlich verdammt dreist finde, ist dass EA Spiele verkauft und die Spieler ZWINGT Origin zu benutzen. Man muss also auch Online sein usw. Und das ist definitiv am Ziel vorbeigeschossen.

    Ich kann verstehen, dass EA ihr eigenes Netzwerk pushen will und als Steam konkurrenz machen will. Aber so wird es EA niemals schaffen.

    Als ich mir damals Dragon Age 2 gekauft habe (im laden) gabs gratis dazu einen Mass Effect Key, der NUR in verbinndung mit Origin gilt. Also sollte ich mir das Teil herunterladen wegen einem Spiel.

    Es ist klar, dass sich EA damit ungemein schädigt. Eine Zusammenarbeit mit Steam wäre da um einiges Sinnvoller. Man braucht sich nur die Amazon Bewertung von BF3 anzuschauen.

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