Der jüngste Fall von Netzsperren in den USA, und wohl auch die anhaltende Akte Censilia in Europa hat einige Internet-Aktivisten gegen die „imperiale Kontrolle durch ICANN“ aufgebracht. Das klassische DNS zur Zuordnung von IP-Adressen zu Domian-Namen ist zwar ein breit verteiltes, aber ausreichend zentralisiertes System, so dass sich Sperren doch recht leicht implementieren lassen.
Letztliche Hoheit über DNS hat ICANN, und die Idee, sich mit einem alternativen DNS einfach mal von ICANN unabhängig zu machen, ist nicht neu: Bei OpenNIC wird sie schon seit einiger Zeit mit Top-Level-Domains wie .free, .indy, .gopher oder .oss angestrebt – etabliert hat man sich noch nicht.
Die Entwickler von p2p-DNS wollen nun mit OpenNIC kooperieren (ob OpenNIC auch will, wird sich zeigen) und ein „auf Millionen von Computern über die Welt verteiltes DNS“ schaffen, das durch sein „physikalisches uns logisches Design nicht die Schwächen von DNS hat, sondern mit Redundanz und Fehlertoleranz unautorisiertes Manipulieren des DNS verhindert.“
Wie der Name schon sagt, soll ein peer-to-peer-Domain-Name-System dezentral gleichberechtigt angelegt sein, und idealerweise wohl gänzlich ohne zentrale Kontrollinstanz auskommen. Mir kommen viele grundsätzliche Einwände und ich bin mir nicht so sicher, ob sich so etwas wirklich realisieren ließe, aber mit Peter Sunde ist immerhin jemand an Bord, der nicht zum ersten Mal das Internet revolutionieren würde.
Zu p2p-DNS gibt es ein Wiki und ein Blog, wo weitere Informationen für interessierte Entwickler gegeben werden.