Der Deutschlandfunk berichtete gestern in der Sendung „Kulturfragen“ über „Ende der schönen neuen Medienwelt – Gefährden die neuen Medien die Demokratie?“. Ich hab es noch nicht gehört, aber die Einleitung verspricht schon eine lustige Sendung: Doch besser als gedacht. Und die Einleitung hält nicht, was sie verspricht:
Als am Mittwochabend Apple-Chef Steve Jobs den neuen Tablett-Computer seines Unternehmens mit Namen iPad vorstellte, überschlugen sich die Kritiker vor Begeisterung. Dies sei ein neuer Quantensprung in Richtung digitale Welt, hieß es einhellig. Nun sei es möglich, in vernünftiger Qualität überall jede Information zu erhalten, E‑Mails zu schreiben, Filme zu sehen und am weltweiten Internet teilzuhaben. Diese Teilhabe sei durch das mobile Computer-Tablett so einfach und komfortabel möglich wie kaum jemals zuvor. Einige Medienjournalisten verstiegen sich gar zu der Behauptung, das neue 500-Dollar-Gerät werde die Demokratisierung der Welt vorantreiben. Darauf, dass die zunehmende Digitalisierung der Welt auch das Gegenteil – eine Gefahr für die Demokratie – bewirken kann, weist seit längerem die Filmregisseurin, Drehbuchautorin und Politikwissenschaftlerin Professor Jutta Brückner hin. Seit sieben Jahren leitet sie als Direktorin die Abteilung Film- und Medienkunst an der Akademie der Künste in Berlin.