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Nacktscanner: Die Vorratsdatenspeicherung für Internetausdrucker

Nein, bei den aktuell diskutierten Ganzkörperscannern, die unter die Kleidung sehen können, geht es nicht um eine Speicherung der Daten. Aber das Thema hat eine ähnlich mobilisierende Wirkung, und das ist das Interessante. Plötzlich verstehen nämlich auch die älteren Herrschaften, warum es nun wirklich mal reicht mit der Sicherheitshysterie: Denn anders als irgendwelche Kundenbewertungsrechnungen für…

  • Ralf Bendrath

Nein, bei den aktuell diskutierten Ganzkörperscannern, die unter die Kleidung sehen können, geht es nicht um eine Speicherung der Daten. Aber das Thema hat eine ähnlich mobilisierende Wirkung, und das ist das Interessante. Plötzlich verstehen nämlich auch die älteren Herrschaften, warum es nun wirklich mal reicht mit der Sicherheitshysterie:

Denn anders als irgendwelche Kundenbewertungsrechnungen für Kreditgeschäfte oder Personenprofile durch Verknüpfung unterschiedlicher Merkmale, kann sich jeder ziemlich schnell vorstellen, was ein Nackt-Scanner bewirkt. Oder, um Peter Schaars Einschätzung von gestern mal entsprechend zusammenzufassen: Die können dann meinen künstlichen Darmausgang sehen? Geht ja gar nicht.

Über die Autor:innen

  • Ralf Bendrath

    Ralf ist seit Jahren in Zusammenhängen wie DigiGes, EDRi, AK Vorrat, AK Zensur aktiv. 2011 wurde er in den Beirat von Privacy International berufen. Nach einer soliden Grundausbildung als Nerd am Commodore C-64 und dem Studium der Politikwissenschaft in Bremen und Berlin hat er zehn Jahre lang zu Datenschutz, Internet-Governance und Cyber-Sicherheit geforscht, u.a. in Berlin, Bremen, Washington und New York City. Von 2002 bis 2005 hat er für die Heinrich-Böll-Stiftung den Weltgipfel Informationsgesellschaft begleitet. Im Hauptberuf arbeitet er seit Sommer 2009 für den Abgeordneten Jan Philipp Albrecht im Europäischen Parlament, ebenfalls zu Themen der Internetfreiheit und der digitalen Bürgerrechte. Wenn er Zeit findet, bloggt er hier auf deutsch oder auf englisch auf http://bendrath.blogspot.com. Häufiger twittert er als @bendrath.


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10 Kommentare zu „Nacktscanner: Die Vorratsdatenspeicherung für Internetausdrucker“


  1. […] wird für die Sicherheitspolitiker, hat auch Peter Schaar sehr schön auf den Punkt gebracht. (via) Die können dann meinen künstlichen Darmausgang sehen? Geht ja gar […]


  2. Vielleicht sollte man das ganze Thema „Selbstverwaltung meiner Daten“ versuchen auf ein konkreteres Thema runterzubrechen und den Menschen zu zeigen, was es wirklich bedeutet, was da oben entschieden wird, damit mehr Menschen die Folgen ihres Nichtstuns verstehen…


  3. Wenn ich richtig verstanden habe, dann geht es hierbei sehr wohl auch um „Vorratsdatenspeicherung“. Leider weiß ich die Quelle nicht mehr, aber vermute, dass es Deutschland Radio war. Es hieß nämlich der einzige Diskussionspunkt seitens der Befürworter dieser Ganzkörperscanner (Nacktscanner, was für ein mal wieder absolut irreführender Begriff; ich sag nur Desinformation…) sei noch, wie lange die Scans gespeichert werden sollten. Wozu zum Geier soll soetwas überhaupt gespeichert werden? Um nach einer Flugzeugexplosion sagen zu können „Seht her, er hatte doch eine Bombe“?

    Scheinbar könnten wir hier ausnahmsweise doch mal einen Blick über den großen Teich wagen. In den USA sollen angeblich Gesicht und Genitalien unkenntlich gemacht werden und nicht gespeichert werden (Quelle leider unbekannt, dankbar für Quelleninfo). Unkenntlichmachen finde ich wichtig für den Fall des „über-die-Schulter-guckens“.

    Ansonsten sehe ich das moderater: Es ist ja nix anderes, als Röntgen oder MRT. Jedoch derzeit mit dem entscheidenden unterschied, das letzteres von verantwortlichem, geschultem Personal durchgeführt wird (werden sollte). Wenn das gewärleistet ist, sehe ich in diesem Punkt jedoch wirklich keinen Unterschied mehr. Oder übersehe ich was?

    Das paradoxe: Wenn man gleich nackt am Flughafen ankäme, würde man sicher sofort wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses inhaftiert…


  4. In meinen Augen geht es hier auch um mögliche Scans bei irgendwelchen Demos und anderen öffentlichen Veranstaltungen. Momentan scheint das Thema zwar erst mal abgehakt, allerdings haben wir es „erst einmal gehört“. Wir können uns langsam daran gewöhnen, es wird irgendwann kommen.


  5. […] Nein, meint Frank. Ralf Bendrath gewinnt dem Nacktscanner-Vorschlag positive Seiten ab: So “verstehen nämlich auch die älteren Herrschaften, warum es nun wirklich mal reicht mit der .…” Auf jeden Fall ist die Idee ein heißer Kandidat für die Verleihung des […]


  6. Errata: Vorratsdatenspeicherung für Internetausdrucker…

    Da habe ich doch glatt anderer Leute Fehler übernommen: zur tatsächlichen Vorratsdatenspeicherung für Internet-Ausdrucker geht’s hier.…


  7. Weitere verdächtige Inhalte…

    Importlehrer? Nix neues. Das haben schon die Römer gemacht. Bei schlechten Noten gab’s die Peitsche – für den Lehrer. Lateinunterricht rächt sich…das Bizarrste an dieser Analogie ist, dass man sie auf Anhieb versteht: Nacktscanner: Vorratsdatensp…


  8. […] Nacktscanner: Die Vorratsdatenspeicherung für Internetausdrucker. […]


  9. […] Nacktscanner: Die Vorratsdatenspeicherung fuer Internetausdrucker […]

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