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Lesetipp: „The Privacy Advocates“

„In Germany, there have been high levels of activism against new laws mandating the retention of communications data by telecommunications companies and Internet service providers, including a rally in Berlin in September 2007 in which fifteen thousand people participated.“ Das schreibt der Politikwissenschaftler Colin Bennett von der University of Victoria in Kanada in der Einleitung…

  • Ralf Bendrath

„In Germany, there have been high levels of activism against new laws mandating the retention of communications data by telecommunications companies and Internet service providers, including a rally in Berlin in September 2007 in which fifteen thousand people participated.“

Das schreibt der Politikwissenschaftler Colin Bennett von der University of Victoria in Kanada in der Einleitung zu seinem neuen Buch „The Privacy Advocates“, das gerade bei MIT Press erschienen ist.

Das Buch ist die erste Studie, die sich mit der entstehenden weltweiten vernetzten Datenschutz-Bewegung befasst. Colin hat dazu viele Interviews geführt (in Deutschland unter anderem mit mir und ein paar anderen von AK Vorrat, FIfF und CCC in Berlin sowie mit den Leuten vom FoeBuD in Bielefeld). Die ganzen Aktionen des AK Vorrat im letzten Jahr haben ihn auch ziemlich beeindruckt. Immer, wenn ich ihn in den letzten Monaten gesprochen habe, war seine scherzhafte Reaktion etwa so: „Can’t you guys just pause your activities in Germany for a moment? Every time you do another big action, I have to re-write this chapter of my book again!“ Nach seiner Einschätzung hat das internationale Netzwerk der Datenschutz-Aktivisten das Potenzial, zu einer breiten sozialen Bewegung zu werden, so wie es die Umweltbewegung vorgemacht hat. Dafür ist eine solche Studie sicherlich hilfreich, denn sie hält einem den Spiegel vor und regt zum nachdenken über die eigene Arbeit an.

Colin und ich haben im Februar bei der Privacy&Security-Konferenz in Victoria gemeinsam einen Vortrag gehalten unter dem Titel „Surveillance Societies and the emerging Anti-Surveillance Movement“. Die Folien gibt es hier, im zweiten Teil sind einige Ergebnisse des Buches zusammengefasst.

Über die Autor:innen

  • Ralf Bendrath

    Ralf ist seit Jahren in Zusammenhängen wie DigiGes, EDRi, AK Vorrat, AK Zensur aktiv. 2011 wurde er in den Beirat von Privacy International berufen. Nach einer soliden Grundausbildung als Nerd am Commodore C-64 und dem Studium der Politikwissenschaft in Bremen und Berlin hat er zehn Jahre lang zu Datenschutz, Internet-Governance und Cyber-Sicherheit geforscht, u.a. in Berlin, Bremen, Washington und New York City. Von 2002 bis 2005 hat er für die Heinrich-Böll-Stiftung den Weltgipfel Informationsgesellschaft begleitet. Im Hauptberuf arbeitet er seit Sommer 2009 für den Abgeordneten Jan Philipp Albrecht im Europäischen Parlament, ebenfalls zu Themen der Internetfreiheit und der digitalen Bürgerrechte. Wenn er Zeit findet, bloggt er hier auf deutsch oder auf englisch auf http://bendrath.blogspot.com. Häufiger twittert er als @bendrath.


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Ein Kommentar zu „Lesetipp: „The Privacy Advocates““


  1. Hier noch ein netter Link mit weiterführenden Informationen was bereits heute mit gespeicherten Daten machbar ist. Ein Artikel von CNet zu finden hier:
    http://news.cnet.com/8301–13739_3-10030134–46.html

    Diesen Link habe ich über Bruce Schneiers Security Blog gefunden (siehe hier: http://www.schneier.com/blog/archives/2008/09/nsa_snooping_on.html)

    Die in Schneiers Artikel erwähnten PDF Dateien (vom Mirror laden) enthalten Darstellungen wie heute Programme grafisch das Kommunikationsverhalten einer riesigen Menge von Leuten darstellt. Besonders erschütternd ist meines Erachtens, dass der Autor der Folien es nicht mal die Rufnummern zu anonymisieren – es ist ja immerhin ein öffentlicher Vortrag gewesen. Und der Vortrag kam von einem „Profi“ .

    Viele Grüsse,
    Werner

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