Kultur

Jill Sobule sucht Geld für neues Album

Die US-Sängerin Jill Sobule probiert gerade neue Wege zur Finanzierung ihres kommenden Albums aus. Sie plant eine Art Mäzen-Finanzierung, um auf mindestens 75.000$ zu kommen. Zu dem Zweck bietet sie auf ihrer Webseite verschiedene finanzielle Beteiligungsmöglichkeiten an:


netzpolitik.org - unabhängig & kritisch dank Euch.

* $25 – Polished Rock Level: An advance copy of the CD. Weeks before the masses.
* $50 – Pewter Level: An advance copy and a „Thank You“ on the CD.
* $100 – Copper Level: All the above, plus a T-shirt saying you’re a junior executive producer on the album.
* $200 – Bronze Level: Free admission to my shows for 2008.
* $250 – Silver Level: All the above, plus a membership to the „Secret Society Producer’s Club,“ which means you’ll get a secret password to a website where I’ll post some rough tracks, or… something worthwhile.
* $500 – Gold Level: This is where it gets good! At the end of my CD, I’ll do a fun instrumental track where I’ll mention your name and maybe rhyme with it. And if you don’t want your name used, you can give me a loved one’s instead. What a great gift!
* $750 – Gold Doubloons Level: Exactly like the gold level, but you give me more money.
* $1,000 – Platinum Level: How would you like to have a theme song written for you? I’ll have a song you can put on your answering machine and show off. Again, this could be a gift.
* $2,500 – Emerald Level: Mentioned as an executive producer of the album — whoop-di-doo!
* $5,000 — Diamond Level: I will come and do a house concert for you. Invite your friends, serve some drinks, bring me out and I sing. Actually, this level is a smart choice economically. I’ve played many house concerts where the host has charged his guests and made his money back. I’d go for this if I were you.
* $10,000 – Weapons-Grade Plutonium Level: You get to come and sing on my CD. Don’t worry if you can’t sing – we can fix that on our end. Also, you can always play the cowbell.

Bisher hat sie 18.000 $ zusammen. Dann wünsch ich mal viel Erfolg, die letzten Alben waren alle sehr nett und hörbar.

7 Kommentare
  1. Die britische Rock-Band Marillion hat bereits ihr 2001er Album Anoraknophobia über eine Pre-Order Kampagne. Bei 12500 Vorbestellungen und einem geschätzten Preis von 15 Euro pro Album kommt da auch ein ganz schöner Batzen Kohle zusammen.

    Was das in diesem Blog zu suchen hat, weiß ich allerdings nicht. Aber hey, ist ja deins. ;)

  2. Au ja, die Bild-Klatsche ist immer sehr vernichtend. Ich bin gerade am weinen. :)

    Nein, mal im Ernst. Ist ja sehr schön wenn die gute Frau das macht und damit Erfolg hat, den wir ihr ja auch alle wünschen. Das hat aber weder was mit „Netz“ noch mit „Politik“ zu tun, davon abgesehen, dass mich und (rein statistisch gesehen) viele andere ihre Musik nicht interessiert & es solch eine Aktion bereits (erfolgreich) gab.

    -> Wenn dieses Blog einen Anspruch an Sachlichkeit erheben möchte, was ich doch hoffe, gehört sowas meiner Meinung nach hier nicht rein. In ein privates Blog gerne. Und wenn man diese Kritik nicht äußern kann, ohne gleich angeflamed zu werden, umso trauriger. :)

  3. Wir haben hier schon immer auch über Themen geschrieben, die manchmal nichts mit Netz und/oder Politik zu tun haben. Abgesehen davon ist die Meldung für mich relevanter als andere davon, weil sie indirekt die Urheberrechts-Debatte betrifft. Und damit Fragestellungen: Wie können Künstler noch Kultur produzieren im Netz?

  4. … dem allgemeinen Un-Trend deutscher Blogs folgend, sachliches mit persönlichem zu mischen.

    Ich mag euer Blog, sonst würde ich es kaum lesen. Ein weniger allgemein-breitgefächerter Ansatz – auch wenn der Name kaum allgemeiner sein könnte – mit weniger, längeren und bewertenderen Posts würde meiner Meinung nach gut tun. Im Moment sieht es leider so aus, dass man zu Thema XY ein bis zwei Zeilen schreibt, einen Link und ein Zitat setzt, und fertig. Auch so ein Un-Trend, dieses micro-blogging.

    Ich möchte euere Arbeit keinesfalls schlechtreden. Sicher ist es viel Arbeit auf eure ~20 Einträge am Tag zu kommen. Die Anzahl auf eine Woche verteilt wäre aber sehr viel besser. Qualität über Quantität.

    Ich werde es mal dabei belassen, das war ja nun doch weit von meiner ursprünglichen These entfernt. Wie gesagt … nur nicht persönlich nehmen. :)

  5. Hi Günther, das Thema hat durchaus Relevanz und Zusammenhang mit dem Thema „Netzpolitik“. Um es kurz zusammenzufassen: Seit etwa 10 Jahren suchen Kreative und Verwertungsindustrie nach einem neuen Geschäftsmodell für den Vertrieb von Musik als Massenprodukt. Das alte Geschäftsmodell – der Verkauf von Musik-Kopien auf CD – funktioniert nämlich nicht mehr, weil alle Welt die Musik als mp3 über das Internet verteilt. Deswegen sucht im Moment alle Welt nach einer neuen Möglichkeit, wie kreative Arbeit wieder rentabel werden könnte. Ein Ansatz, der vor allem von der Musikindustrie verfolgt wird ist, das Filesharing im Internet möglichst unbequem und gefährlich zu machen. Dazu werden Gesetze verschäft und geändert. (Netzpolitik-Bezug Nr. 1)

    Ein anderer Ansatz ist, dass Musiker komplett auf die Unterstützung der Verwertungsindustrie verzichten. Einige Künstler sind der Meinung, dass sie sich selbst genausogut vermarkten können, wenn sie auf das Internet als Vertriebs- und Marketingkanal zurückgreifen. (Netzpolitik-Bezug Nr. 2) Z.B. haben kürzlich Radiohead, die Charlatans und Nine Inch Nails mit kostenlosen, freiwillig zu bezahlenden Downloads experimentiert – wie man hört, durchaus erfolgreich. Dieser Artikel stellt nun eine weitere Möglichkeit vor, wie Musiker die Major Labels als „Gatekeeper“ umgehen könnten.

    Ich hoffe, das war hilfreich. ;-)

  6. Ja, Simon, dein Kommentar war sogar sehr hilfreich.

    Die Relevanz der Meldung ist offensichtlich, schwieriger wird die Einordnung:

    Einerseits ist es natürlich ein Fortschritt, wenn Künstler Möglichkeiten erhalten, direkt ihr Publikum zu finden.

    Andererseits entspricht die Webseite von Jill Sobule dem Hut den Straßenmusiker (seit Jahrhunderten )herumgehen lassen.

    Internet hin oder her: Von einem gesellschaftlichen Fortschritt kann keine Rede sein, wenn Musiker um Unterstützung betteln müssen.

    Dazu Adorno:
    „Die Gesellschaft hat die Musik kontrolliert, indem sie ihre Komponisten kurz an der gar nicht so goldenen Kette hielt; der Stand des potentiellen Bittstellers ist niemals sozialer Opposition günstig. Deshalb gibt es so viel heitere Musik.“

    Radiohead: das Downloadangebot war „nur“ eine Marketingaktion für Box-Set und CD.

    Trent Raznor: war enttäuscht, weil nur 18,3 Prozent der 154.449 Downloader 5 Dollar für das Album von Saul Williams gezahlt hatten.

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