Eine diskussionswürdige These, die der Medienwissenschaftler und „Zukunftsforscher“ Bernd Flessner in einem Zeit-Interview vertritt: „Datenschutz ist antiquiert“
ZEIT online: Sind Datenschützer somit die Dinosaurier des technologischen Zeitalters?
Flessner: Sie sind hoffnungslos antiquiert. Sie bestätigen die These von Günther Anders von der Antiquiertheit des Menschen. Datenschutz ist ein aussterbendes Genre.
ZEIT online: Wir sollten also besser lernen, mit Überwachung zu leben?
Flessner: Ja. Denn sie findet auf jeden Fall statt. Wir sollten lernen, in einer Welt, in der die Observosphäre ein Teil der Technosphäre ist, zu leben und zu überleben. Einen Big Brother wird es auf keinen Fall geben, aber dafür sehr viele davon: Big Brothers are watching you, müsste es korrekt heißen. Und zu den Überwachern wird auch der Nachbar zählen. Wir alle werden uns in irgendeiner Form an dieser Observosphäre beteiligen, werden diese Technologie im Kleinen nutzen können.
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ZEIT online: Bedeutet das nicht das Ende der Demokratie?
Flessner: Es ist auf jeden Fall einer ihrer vielen Totengräber. Demokratie wird zu einem Auslaufmodell. Und diejenigen, die eine solche Obersvosphäre schaffen, arbeiten an ihrem Untergang mit. Egal, wie sie das begründen, ob durch die Jagd auf Terroristen oder damit, dass unser Leben dadurch so viel bequemer wird.
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