Raubkopierer waren vor 200 Jahren schon Verbrecher?

Bei Wiki-Source findet sich ein Text von 1818, wo Friedrich Arnold Brockhaus gegen Raubkopierer argumentierte: „Darf Macklot in Stuttgart mir, dem rechtmäßigen Verleger, und dem Privilegium seines eigenen Königs zum Hohn, das Conversations-Lexicon zum zweiten Mal nachdrucken?

Irgendwie gibt es seit 200 Jahren keinen Fortschritt in der Argumentation.

[Danke Mathias]

Du möchtest mehr kritische Berichterstattung?

Unsere Arbeit bei netzpolitik.org wird fast ausschließlich durch freiwillige Spenden unserer Leserinnen und Leser finanziert. Das ermöglicht uns mit einer Redaktion von derzeit 15 Menschen viele wichtige Themen und Debatten einer digitalen Gesellschaft journalistisch zu bearbeiten. Mit Deiner Unterstützung können wir noch mehr aufklären, viel öfter investigativ recherchieren, mehr Hintergründe liefern - und noch stärker digitale Grundrechte verteidigen!

Unterstütze auch Du unsere Arbeit jetzt mit deiner Spende.

Unterstütze auch Du unsere Arbeit jetzt mit deiner Spende.

4 Ergänzungen

  1. Kann man das wirklich vergleichen?

    Bei der heutigen Kampagne „Raubkopierer sind Verbrecher“ geht es doch darum, Nutzer von Privatkopien zu kriminalisieren, während es bei der von Brockhaus beklagten Verfahrensweise um gewerbsmäßigen Nachdruck geht.

  2. Wenn man ins kleingedruckte bei der HartaberGerecht – Kampagne schaut, sieht man, dass eigentlich auch nur gewerbsmässige Kopierer angesprochen werden. Sagen die Kampagnen-Macher zumindest.

  3. Ich empfehle hierzu Michael Gieseckes Buch „Der Buchdruck in der frühen Neuzeit“. Die erste harte Raubkopierklage, verbunden mit einem kaiserlichen Schutzbrief stammt von 1528 und wurde von Agnes Dürer durchgezogen, der Gattin von Albrecht Dürer.

  4. Wer unerlaubt Kopien erstellt um damit Geld zu verdienen der Gehört auch bestraft.
    Für den Privaten Gebrauch sollte es aber erlaubt sein, dafür wäre dann eine Art P2P Pauschale die Lösung.

Wir freuen uns auf Deine Anmerkungen, Fragen, Korrekturen und inhaltlichen Ergänzungen zum Artikel. Unsere Regeln zur Veröffentlichung von Ergänzungen findest Du unter netzpolitik.org/kommentare. Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.