Springer kauft ProSiebenSat1

Tolle News… Bedeutet noch weniger Wettbewerb auf dem deutschen Medienmarkt.


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Ein Interview von Tagesschau.de mit Horst Röper, dem Chef des Dortmunder Medienforschungsinstituts, bringt es auf den Punkt:

tagesschau.de: Was bedeutet das für uns Leser und Zuschauer konkret

Röper: Nun, in Zukunft kann man uns Lesern und Zuschauern aus einer Hand Meinungen präsentieren, die massiv von der Familie Springer dominiert werden. Der Einfluss auf die öffentliche Meinungsbildung wird dadurch riesig. Man kann die Kommentierung politischer Ereignisse sehr leicht auf eine Meinung trimmen. Zeitungen, Zeitschriften und nun auch noch Fernsehsender können sich darauf verständigen, Ereignisse alle unter einem Friede Springer genehmen Blickwinkel darzustellen. Die Vorliebe des Springer-Konzerns für die Union ist ja bekannt. Es ist leicht vorstellbar, wie beispielsweise die anstehenden Wahlen dadurch beeinflusst werden.

4 Kommentare
  1. Da fragt sich langsam doch wirklich wo da die RAF bleibt?Zu Ihrer Aktiven Zeit ging es eigentlich auch im Sympathiesantenkreis eigentlich zum grössten Teil von Horrorvorstellungen die in Zukunft eintreten könnten.
    Mittlerweile haben Wir alles das was vor 20 Jahren befürchtet wurde.
    Nicht nur Möglichkeiten eines Polizeistaates die die STASI mit Ihren Möglichkeiten geradezu lächerlich erscheinen lässt.
    Sondern jetzt auch noch die perfekteste Art von Psychologischer Kriegsführung (einer der Lieblingsausdrücke der RAF) die man sich denken kann.Bild meinung über die Glotze verbreiten.
    Da werden so kluge Bemmerkungen wie “ türke biss deutschen Schäferhund“ oder „

  2. ( sorry hier gehts weiter )

    „Fussfesseln für Arbeitslose“ fast schon seriös ,-)
    Kam ja schliesslich im Fernsehen.

  3. Ich habe die Hoffnung, dass es eben weitestgehend die gleichen Leute bleiben, die sich dann solch ein Fernsehen ansehen wie die, die jetzt schon/immer noch die BILD-Zeitung lesen. Die Vielfalt nimmt ab, das ist klar. Aber die intelligenteren Menschen werden sich dann halt nach Alternativen umschauen. Und die verbleibenden anderen TV-Sender müssen sich halt anstrengen, das Springer-Weltbild zu relativieren. Pure Senderzahl bedeutet noch nicht automatisch auch eine Potenzierung des Einflusses. Schließlich kann man immer nur einen Sender gleichzeitig gucken. Und wenn der Zuschauer überall auf die gleiche Sauce stößt und der BILD-Zeitungsleser abends im Fernsehen noch einmal die gleichen „Storys“ vorgesetzt bekommt, die er morgens schon in der BILD-Zeitung gelesen hat, vielleicht schaltet der dann sogar angeödet weg.

    Die größere Gefahr sehe ich im Versagen der anderen Medien. Und diese Sorge ist berechtigt, schreiben doch schon jetzt viele Nicht-Springer-Blätter geifernd und kritiklos bei der BILD-Zeitung ab. Eigene Recherche ist nicht. Eigenes Denken auch nicht. Angeblich weil kein Geld da ist. Das regt mich auf. Springer kann anscheinend nicht anders. Aber die anderen könnten anders. Und dieses Versagen der Nicht-Springer-Medien, dieser – bis auf wenige Artikel-Ausnahmen oberflächliche Journalismus, der anscheinend nur allzuoft in BILD sogar eine Art „Vorbild“ sieht, das ist die große Enttäuschung und Wut jedes aufgeklärten Leseers in Deutschland.

  4. Hi@all:

    Ich kann die Aufregung um die Fusion des Axel Springer Verlags mit ProSiebenSAT.1 Media nicht wirklich teilen. Wir haben seit Jahren in Deutschland ein „Duopol“ auf Seiten der „privaten Medien“.

    So gehören zum Imperium der ebenfalls konservativen Liz Mohn (Vorsitzende der familiengeführten Bertelsmann-Stiftung) das Zeitungs- und Zeitschriftenhaus Gruner+Jahr (u. a. FTD, Berliner Zeitung, Sächsische Zeitung, stern), über dessen Beteiligung auch der Spiegel-Verlag (u. a. DER SPIEGEL, manager-magazin), die europaweite RTL-Group mit RTL, RTL2, VOX, n-tv und zahlreichen Radiostationen (u. a. 104.6 RTL Berlin, Spreeradio 105.5, RTL Hitradio Sachsen, 89.0 RTL, Radio Brocken, R.HH, Antenne Bayern) und die Buch-Verlage RandomHouse und BertelsmannSpringer (Fachbücher).

    Als logische Konsequenz zieht nun Friede Springer ihr Imperium ebenfalls zu einer Konzern-Gruppe zusammen. Dazu gehören nicht nur der Axel Springer Verlag (Bild, BamS, Welt, WamS, Berliner Morgenpost, B.Z.) und die Buchgruppe Econ, Ullstein, List, sondern seit Langem die grösste Radio-Kette Deutschlands (u. a. R.SH, R.HH (zusammen mit G+J und Bauer), r.s.2, PSR, SAW, Antenne Bayern). Springer war seit Langem Grossgesellschafter bei ProSiebenSAT.1 (auch N24, K1) – schon zu Zeiten von Leo Kirch.

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