Ticker vom 30.01.2026

Paritätischer Wohlfahrtsverband
14 Verbraucher- und Sozialverbände fordern in einem gemeinsamen Appell, das Recht auf Barzahlung gesetzlich festzuschreiben. "Niemand soll ausgeschlossen werden, weil er oder sie bar zahlen möchte oder muss."
The Guardian
Der Guardian hat mehr als 150 Telegram-Kanäle gefunden, in denen Millionen Menschen aus aller Welt zum Teil gegen Geld Deepfake-Nacktbilder erstellen und teilen. Telegram geht nach eigenen Angaben gegen solche Inhalte vor.
Correctiv
CORRECTIV.Schweiz hat eine Webanwendung entwickelt, die erlebbar macht, vor welchen Barrieren Menschen mit Einschränkungen stehen. Sie bildet Erfahrungen von Menschen mit Autismus und Sehbehinderungen ab sowie von Senior*innen.
heise online
Weltweit und auch in Deutschland werden Gaskraftwerke gebaut, um Rechenzentren mit Strom zu versorgen. AlgorithmWatch fordert, den Ausbau von Serverfarmen an den grüner Energie zu koppeln.
heise online
Wenn Plattformarbeiter*innen etwa bei Fahrradkurierdiensten ohne feste Leitung arbeiten und ihre Einsätze von einem Algorithmus gesteuert werden, dürfen sie keine Betriebsräte gründen. Das entschied das Bundesarbeitsgericht.
PBS
Eine Jury in Los Angeles soll über einen potenziell wegweisenden Fall von Social-Media-Sucht entscheiden. Dabei geht es um die Frage, welche Rolle grundlegende Design-Elemente wie unendliches Scrollen haben.
Verfassungsblog
Ergriffen von der Angst, beim KI-Hype als Verlierer dazustehen ("AI FOMO") ändert die EU-Kommission ihre Strategie, analysiert ein Essay beim Verfassungsblog. Statt Vorbildfunktion beim Schutz von Grundrechten ("Brüssel-Effekt") stehen die Zeichen demnach auf Deregulierung.
beck-aktuell
Seit 2022 will das Bundesamt für Justiz von Telegram ein 5-Millionen-Euro-Bußgeld eintreiben. Die damalige Innenministerin Faeser (SPD) drohte persönlich. Nun ist das Bußgeldverfahren gescheitert, weil es an den falschen Adressaten ging.

Ticker vom 29.01.2026

Golem
Der Bundestag hat das Kritis-Dachgesetz beschlossen, das kritische Infrastrukturen schützen soll. Außerdem fordern die Abgeordneten die Regierung auf, „Informations-, Transparenz- und Veröffentlichungspflichten“ anzupassen und öffentliche Informationen zu depublizieren.
heise online
OpenStreetMap leidet unter den massiv erhöhten Zugriffen durch Scraper, die die offenen Daten vermutlich für Chatbots abgreifen. Die dadurch gestiegenen Server-Kosten gefährden das Vorzeigeprojekt des offenen Wissens.
Wikimedia
Der Verein hinter der Wikipedia hat eine Filmplattform gestartet. Auf WikiFlix gibt es tausende Filme, die frei lizenziert sind und kostenlos angeschaut werden können, darunter Klassiker wie "Metropolis" von Fritz Lang.
t3n
Der Chef der US-Cybersicherheitsbehörde hat vertrauliche Dokumente in die Gratis-Version von ChatGPT hochgeladen. Automatische Sicherheitssysteme seiner Behörde registrierten die Uploads.
Washington Post
Die Washington Post stellt das Überwachungsarsenal von ICE vor: Nummernschilder-Scanner, Handy-Ortung, Geräte zum Auslesen von Mobiltelefonen, Drohnen und mehr.
taz
In einem Gastkommentar fordert Lars Schneider eine neue linke Debattenkultur. Soziale Medien würden Schnelligkeit und klare Zuschreibungen belohnen. Er fordert Räume, "in denen man nicht sofort wissen muss, wo man steht, sondern es gemeinsam herausfinden kann".
LTO
Im Prozess zum sogenannten Budapest-Komplex kommen Gutachten auf der Grundlage von 3D-Skelettmodellen zum Einsatz. Sie sollen Tatverdächtige mit Personen in Videoaufnahmen vergleichen. Damit könne man ein- und ausschließen, "aber nicht identifizieren".
Handelsblatt
Ein britischer Software-Entwickler verklagt Apple und wirft dem Konzern Technologiediebstahl und Monopolmissbrauch vor. Es geht um eine App für Kamerafunktionen, Apple habe die Funktionen später in iOS eingebaut.
tagesschau.de
Die US-Demokraten fordern, dass ICE-Mitarbeitende Bodycams tragen sollen, nachdem Mitarbeiter der Abschiebebehörde Menschen erschossen hatten. Der Minderheitsführer der Demokraten spricht von "staatlich gebilligtem Gangstertum".
LTO
Der Bundesgerichtshof hat das Urteil gegen Arne Semsrott wegen der Veröffentlichung von Richterbeschlüssen bestätigt. Semsrott will nun vor das Bundesverfassungsgericht ziehen, weil er in dem entsprechenden Paragrafen eine Gefahr für die Pressefreiheit sieht.

Ticker vom 28.01.2026

taz
Mit spitzer Feder ordnet die taz Trumps Abschiebe-Kommandos ein als "männerbündische, paramilitärische und rechtsfreie Organisation zur öffentlichen, ja performativen Ausübung von Gewalt". Kommandant Gregory Bovino liebe es, "aufzutreten wie ein SS-Mann in einem Trashfilm".
ntv
Von Popstar Katy Perry bis hin zum Subreddit für Katzenfans: Der Online-Protest gegen Trumps gewalttätige, paramilitärische Abschiebe-Truppen weitet sich auf ansonsten unpolitische Räume aus.
Techdirt
Frisch unter US-amerikanischer Kontrolle erweitert TikTok das Tracking seiner Nutzenden um genaue GPS-Standortdaten. Währenddessen melden Menschen Probleme beim Upload von ICE-kritischen Inhalten.
heise online
Im EU-Parlament erntete die EU-Kommission über Fraktionen hinweg Kritik am Digitalen Omnibus. Die Abgeordneten warnten, "hart erkämpfte Schutzstandards zugunsten von 'Big Tech'-Unternehmen aufzuweichen", so heise online.
Der Standard
Neben Irland und Frankreich plant auch Österreich ein Social-Media-Verbot einzuführen, Altersgrenze in diesem Fall: 14 Jahre. Die Vereinbarkeit mit EU-Recht ist nach wie vor fraglich.
WhatsApp
WhatsApp führt "Strikte Kontoeinstellungen" ein. Nutzende können dann unter anderem keine Anhänge und Medien mehr von Fremden erhalten. Profilbild und Online-Status sind nicht länger für alle sichtbar. WhatsApp bezeichnet diese Einstellungen als "extrem".