USA
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: Empowering Women in a Knowledge Society
: Empowering Women in a Knowledge Society Bei AudioBerkman gibt es den Mitschnitt einer Luncheon-Session mit Nancy Hafkin zum Thema „Empowering Women in a Knowledge Society“
Nancy Hafkin is a leading scholar on gender and information technology, and she will speak about the possibilities for Cinderellas and Cyberellas in the 21st century. Cyberella is fluent in the uses of technology, comfortable using and designing computer technology, and working in virtual spaces. Cinderella works in the basement of the knowledge society with little opportunity to reap its benefits. How will we work to support and develop Cyberellas? Ms. Hafkin has compiled the tales of Cinderella or Cyberella in a new book.
Der Mitschnitt ist 1:20h lang und findet sich als MP3 hier.
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: Notebook-Kontrolle bei Einreise in die USA?
: Notebook-Kontrolle bei Einreise in die USA? Die Berliner Zeitung berichtet über „Notebook-Kontrolle bei Einreise in die USA“.
Die amerikanischen Zoll- und Einwanderungsbeamten dürfen Notebooks und andere elektronische Datenträger ohne Angabe von Gründen untersuchen und beschlagnahmen. Dies ergibt sich aus einem Report des Congressional Research Service (CRS) an den US-Kongress. Demnach sind Grenz- und Einreisekontrollen von den Grundrechten ausgenommen. Durchsuchungen und Beschlagnahmungen benötigen somit keines besonderen Verdachts oder einer Begründung. Dies bestätigt auch Lynn Hollinger vom Department of Homeland Security. Erst auf dem Treffen von Managern des Vereins Corporate Travel Executives (CTE) wurde dies erstmals publik. Die Geschäftsleute fürchten nicht nur den Verlust wichtiger Daten, sondern vor allem gezielte Wirtschaftsspionage.
In dem Artikel wird davor gewarnt, ohne Verschlüsselung der eigenen Daten in die USA einzureisen.
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: Stellungnahme der EU-Datenschützer zur SWIFT-Affäre
: Stellungnahme der EU-Datenschützer zur SWIFT-Affäre Heise: EU-Datenschützer fordern sofortiges Handeln in der SWIFT-Affäre
Der zentrale Dienstleister und die angeschlossenen Finanzinstitute müssen laut einer Stellungnahme der so genannten „Artikel 29“-Gruppe der EU-Datenschutzbeauftragten die gegenwärtige „unrechtmäßige Übermittlung personenbezogener Daten“ vollständig stoppen und damit ihre Verpflichtungen nach nationalen und europäischen Rechtsvorgaben einhalten. Andernfalls müssen die für die Datenverarbeitung verantwortlichen Stellen mit Sanktionen durch die zuständigen Aufsichtsbehörden rechnen.
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: Mash-Up Video zum Thema Netzneutralität
: Mash-Up Video zum Thema Netzneutralität Hier ist ein cooles zehn Minuten langes Mash-Up Video zum Thema Netzneutralität:
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: Protest the Microsoft-Novell Patent Agreement
: Protest the Microsoft-Novell Patent Agreement Es gibt einen Protestbrief an die Novell-Geschäftsführung zum Unterschreiben: Protest the Microsoft-Novell Patent Agreement.
Novell and Microsoft’s software patent agreement betrays the rest of the Free Software community, including the very people who wrote Novell’s own system, for Novell’s sole financial benefit. Join Bruce Perens in signing an open letter to Novell’s CEO Ron Hovsepian.
[Danke an Mathias]
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: Anti-DRM in der Newsweek
: Anti-DRM in der Newsweek Die Newsweek hat einen Artikel über die (us-amerikanische) Anti-DRM Bewegung: Down with DRM?
Now, an increasingly vocal grassroots resistance to DRM is cropping up. An anti-DRM campaign called “Defective by Design,” which is organized by the Free Software Foundation, has 15,000 registered members; the Electronic Frontier Foundation argues that DRM places limits on “your ability to make lawful use of the music you purchase.” Web sites like stopdrmnow.org and digitalfreedom.org have been launched “to protect individuals’ right to use new digital technologies” and urge boycotts on DRM-tagged content. David Berlind, executive editor of tech trade journal ZDNet, coined his own term for DRM: “Content Restriction, Annulment and Protection.” (Figure out the acronym).
[via]
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: Universal Music bedroht Bank of America
: Universal Music bedroht Bank of America Aus der „die Realität ist besser als die Parodie“-Abteilung:
Weil Angestellte der Bank of America aus Anlass der Übernahme von MBNA eine schräge Coverversion von U2s „One“ gesungen haben, hat Universal den Betreibern von Online-Plattformen, wo es das Video dazu gab, ihre Anwälte auf den Hals gehetzt. Angeblich haben sie auch der Bank of America mit Klage gedroht.
Neben der Absurdität dieser Sache: Was sagen wohl Bono und the Edge dazu, dass irgendwelche Wall-Street-Typen zu ihrem Lied jetzt Texte singen wie
„Integration has never had us feeling so good
and we’ll make lots of money“?Remix-Culture goes Mainstream, was?
Via Techdirt
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: Bericht von der Web 2.0 Konferenz
: Bericht von der Web 2.0 Konferenz Bei Technology Review gibt es einen längeren Bericht von der Web 2.0 Konferenz, die gerade in den USA stattfindet: Web2.0‑Konferenz: Im Info-„Dreck“ nach Gold graben.
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: Was bedeuten die neuen Mehrheitsverhältnisse für US-Netzpolitik?
: Was bedeuten die neuen Mehrheitsverhältnisse für US-Netzpolitik? Bei CNet gibt es einen Report über die neuen Mehrheitsverhältnisse im US-Senat und Repräsentantenhaus nach den Wahlen in dieser Woche und was dies für Technologie-relevante Debatten bedeutet: What the Democrats’ win means for tech.
But now that this week’s elections have switched control of the House back to the Democrats–and they appear to have seized the Senate as well–the outlook for technology-related legislation has changed dramatically overnight. On a wealth of topics–Net neutrality, digital copyright, merger approval, data retention, Internet censorship–a Capitol Hill controlled by Democrats should yield a shift in priorities on technology-related legislation.
[…]
Hollywood tends to be solidly Democratic: Employees of companies like Viacom, Walt Disney and Vivendi Universal consistently write checks to Democratic politicians over Republicans, by a 2‑to‑1 margin. But in practice, Republican politicians have been nearly as enthusiastic about helping Hollywood. It was Sen. Ted Stevens, an Alaska Republican, who endorsed the so-called broadcast flag for television in January. It was a New Jersey Republican, Rep. Mike Ferguson, who introduced the legislation for digital radio two months later, and another from North Carolina, Rep. Howard Coble, who co-sponsored a plan in mid-2002 to let copyright holders disable PCs used for illicit file trading. And Sen. Orrin Hatch, a Republican, once called for remotely destroying pirates’ computers.
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: Hacking Democracy
: Hacking Democracy Vor wenigen Tagen lief im US-Fernsehsender HBO eine Dokumentation zum Thema Wahlcomputer: Hacking Democracy. Diese findet sich jetzt bei Google-Video in gross und hier in klein:
Bei Google-Video kann man auch gleich die ganze Dokumentation herunterladen.
[Danke blogophob]
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: Daily Show thematisiert Wahlcomputer
: Daily Show thematisiert Wahlcomputer Wahlcomputer haben es im Rahmen der US-Wahlen in die Daily Show geschafft. Da die Daily Show Mitschnitte vom Rechteinhaber Comedy Central aus Youtube entfernt wurden, gibts hier eine MP4-Datei damit.
[via]
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: Google und CIA arbeiten angeblich zusammen
: Google und CIA arbeiten angeblich zusammen Das behauptet jedenfalls Robert D. Steele von Open Source Solutions (OSS), ein ehemaliger CIA-Mitarbeiter, der sich seit Jahren für die Auswertung offener Datenquellen statt aufwändiger Schnüffelprogramme einsetzt.
Dem Vernehmen nach erstreckt sich die Partnerschaft hauptsächlich auf die Erforschung und Entwicklung von Data Mining-Technologien. Ob auch Suchstatistiken oder Nutzerdaten weitergegeben werden, ist nicht bekannt.
Hmh. Die NSA hat ja mal eine super-sichere Version von Linux rausgebracht und diese natürlich auch wieder unter der GPL veröffentlicht. Heisst das, dass die Linux-Gemeinde mit der NSA zusammenarbeitet? Solange keine Weitergabe von Nutzerdaten durch Google bestätigt ist, verkauft die Firma offenbar nur Suchtechnologien. Wer Google privat nutzt, kann nicht ernsthaft dagegen sein, dass die Geheimdienste auch entsprechende Suchtechnologien einsetzen.
Eine ganz andere Sache ist natürlich der durch den PATRIOT ACT erlaubte Zugriff des FBI auf private Datenbanken ohne Richterbeschluss, und die folgende Weitergabe innerhalb der Regierung. Das ist aber nichts neues. Im Kern geht es doch darum:
1. Große Datenbanken mit personenbezogenen Daten stellen immer ein Risiko dar, dass Geheimdienste und andere Repressivorgane des Staates drauf zugreifen.
2. Wenn hochentwickelte Technologien (egal ob Suchmaschinen, Mustererkennung oder Raktentechnologien) zivil zur Verfügung stehen, werden sie auch von Militär und Geheimdiensten genutzt.
3. Wer das alles nicht will, muss entweder die Technologien verbieten oder Geheimdienste abschaffen.
Update: Habe gerade den lustigsten freudschen Vertipper meines bisherigen Bloggerdaseins korrigiert: „Gemeindienste“ statt „Geheimdienste“.
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: US: Technology Voter Guide 2006
: US: Technology Voter Guide 2006 Bei CNet gibt es den „Technology Voter Guide 2006″. Dort findet man eine Auflistung der vielen amtierenden Senats- und Kongressmitglieder, die sich zur Wiederwahl am 7.11. bewerben. CNet hat mal nachgeschaut, welche Gesetze aus dem Technologie-/Internetbereich die einzelnen Politiker wie gestimmt haben. Dazu gibt es eine animierte Karte.
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: Neue Transparenz: Atombomben-Baupläne von US-Regierung ins Netz gestellt
: Neue Transparenz: Atombomben-Baupläne von US-Regierung ins Netz gestellt Wenn das der Beckstein mitbekommt: US- Regierung veröffentlichte versehentlich Atombomben- Baupläne.
Tatsächlich fanden sich in den veröffentlichten Dokumenten einige Dutzend über das irakische Atomprogramm, berichtet heute die „New York Times“. Und die haben es in ihrer Eindeutigkeit in sich: Was dort zu sehen war, grenze an eine Bauanleitung. „Schockiert“ hätten in der letzten Woche Vertreter der internationalen Atomenergiebehörde bei Gregory L. Schulte, dem US-Vertreter bei der IAEA, Protest angemeldet. Schulte dementiert das. Erst eine Anfrage der „New York Times“ brachte den Stein ins Rollen: Wenige Stunden später zog die US-Regierung den Stecker und nahm die gesamte Webseite vom Netz.
Und zwar überaus gründlich. Weder beim Internet-Archiv, noch in den Caches der großen Suchmaschinen finden sich auch nur noch Spuren der Tausende von Dokumenten. Den Link zu veröffentlichen, erübrigt sich: Dort ist nichts mehr, die Adresse ist augenscheinlich sogar aus den DNS-Verzeichnissen der Internetprovider getilgt.
Die Informationen standen auf dem „Operation Iraqi Freedom Document Portal“, welches wohl dazu genutzt wurde, um eine Legitimität des Irak-Krieges in der öffentlichen Wahrnehmung durch die Publizierung von „Fakten“ zu erreichen. Pikant ist zudem, dass die USA viel mehr Informationen auf dem Portal veröffentlicht haben, als die Mitglieder des Uno-Sicherheitsrates zu sehen bekamen.
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: US-Zeitungen fürchten sich vorm Netz
: US-Zeitungen fürchten sich vorm Netz Lustige Sache: Die US-Verlage auf der verzweifelten Suche nach der Zeitung von morgen
„Künftig erhalten die Menschen ihr Weltbild von irgendwelchen irren Bloggern, die aus ihrer Unterwäsche schöpfen“, malte der US-Publizist Michael Kinsley im Time-Magazin die düstere Zukunft in den USA an die Wand. In der Washington Post sorgte sich der Kommentator, dass bald „die vorderste Front“ im Kampf gegen die Korruption im Staat zusammenzubrechen drohe. Und Kolumnist Tim Rutten beschwörte in der Los Angeles Times die „Gefahren für die Demokratie“. Die Journalisten sehen in der Krise der US-Zeitungen weit mehr als die Probleme einer Branche – sie fürchten um die politische Kultur im Land. Während Internet-Medien wie Slate sich über die „Selbstüberschätzung“ der Zeitungsleute lustig machen, befinden sich die Verlage selbst auf der fieberhaften Suche nach der „Zeitung von morgen“.
Ich will mich ja aus meiner privilegierten deutschen Sicht nicht wirklich beschweren, aber was ist an „irgendwelchen irren Bloggern, die aus ihrer Unterwäsche schöpfen“ schlimmer als Fox-News?
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: SAP würde republikanisch wählen
: SAP würde republikanisch wählen de.internet.com: SAP unterstützt Wahlkampf der Partei von George W. Bush.
Die Politspenden von US-Tochtergesellschaften großer deutscher Unternehmen gehen im aktuellen Kongresswahlkampf zu mehr als zwei Dritteln an republikanische Kandidaten und Parteiorganisationen. Nach den jüngsten verfügbaren offiziellen Zahlen haben zwölf Tochtergesellschaften zusammen gut 2,5 Millionen Dollar gespendet. Mehr als 1,7 Millionen Dollar davon, also rund 68 Prozent, flossen an Republikaner. Besonders hoch liegt der Anteil bei SAP mit je 78 Prozent, was nur noch von Bayer (79 Prozent) übertroffen wird. Dies geht aus einer Auswertung hervor, die das unabhängige Center for Responsive Politics in Washington exklusiv für die ‚Financial Times Deutschland’ (Freitagsausgabe) erstellt hat.
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: USA wollen Passdaten von Einreisenden 50 Jahre speichern
: USA wollen Passdaten von Einreisenden 50 Jahre speichern Jetzt, wo das EU-USA Passagierdatenabkommen vermutlich irgendwie rechtens ist, kann man ja mal weitermachen mit der Datensammelei: USA wollen Passdaten von Einreisenden bis zu 50 Jahre lang speichern. Zumal die Passdaten ja bei der Einreise in die USA eh ausgelesen werden.
Die US-amerikanische Zoll- und Grenzschutzbehörde kann mit dem Segen des Datenschutzbeauftragten des Department of Homeland Security (DHS) automatisch aus Pässen ausgelesene Daten ein halbes Jahrhundert vorhalten. Dies geht aus der jüngst vom DHS veröffentlichten datenschutzrechtlichen Einschätzung (PDF-Datei) des Einreiseprogramms der USA für die westliche Hemisphäre hervor. Zugleich können die persönlichen Informationen an Strafverfolgungsbehörden der USA sowie ausländischer Staaten mit „diplomatischen Beziehungen“ zu Washington weitergegeben werden. Einblicke in die entsprechenden Datenbanken sind den Betroffenen verwehrt. Reisende können sich aber um eine Korrektur der aufbewahrten Angaben beim Kundendienst der Grenzschutzbehörde bemühen.
Wenn das Realität wird, kann man davon ausgehen, dass die folgenden Daten für immer in irgendwelchen US-Datenbanken gespeichert werden: „Die Ausgabestelle und Nummer des Ausweisdokumentes, Name, Geburtsdatum und Nationalität des Passinhabers.“
Und was ist mit den biometrischen Daten in den Pässen?
Ob auch die auf RFID-Chips abgelegten biometrischen Merkmale gespeichert werden, lässt der Report offen. Die Grenzschutzbehörde sammelt biometrische Gesichtsbilder und Fingerabdrücke aber unabhängig davon im Rahmen ihres umstrittenen Programms US-VISIT.
Mit anderen Worten: Früher oder später werden dann auch alle biometrischen Daten mitgespeichert.
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: Neue Entwürfe für Creative Commons BY-NC-SA Lizenzen
: Neue Entwürfe für Creative Commons BY-NC-SA Lizenzen Creative Commons hat neue Entwürfe für neue CC-Lizenzen vorgelegt. Dabei handelt es sich um Updates der „CC Attribution NonCommercial ShareAlike Lizenz“ für die USA und die neue „generic/unported Attribution NonCommercial ShareAlike Lizenz“. Diese dient als Grundlage für die Portierung der Urheberrechtslizenzen in andere Länder, wie z.B. Deutschland.
Die jetzt vorgestellten Änderung- und Ergänzungsvorschläge sind das Ergebnis einer längeren Diskussion. Besonders umstritten war die Frage des digitalen Rechte-Managements (DRM). Der Vorschlag, die parallele Verbreitung DRM-geschützter Kopien von Werken unter einer CC-Lizenz ausdrücklich zuzulassen, wurde am Ende nicht angenommen. Wer also ein unter CC-Lizenz stehendes Werk, oder ein daraus abgeleitetes Werk, weiterverbreiten, veröffentlichen oder öffentlich aufführen will, darf auch in Zukunft keine technischen Schutzmaßnahmen einsetzen, um die Empfänger daran zu hindern, dasselbe zu tun.
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: USA: Untersuchung der Praktiken bei Online-Werbung gefrodert
: USA: Untersuchung der Praktiken bei Online-Werbung gefrodert Das Center for Digital Democracy und die Public Interest Research Group haben in den USA die Federal Trade Commission aufgefordert, die Online-Werbe Aktivitäten von Microsoft, Yahoo, Google & Co. zu untersuchen. In einer Mitteilung dazu heisst es:
“The emergence of this on-line tracking and profiling system has snuck up on both consumers and policymakers and is much more than a privacy issue,” said U.S. PIRG Consumer Program Director Ed Mierzwinski. “Its effect has been to put enormous amounts of consumer information into the hands of sellers, leaving buyer-consumers at risk of unfair pricing schemes and with fewer choices than the Internet is touted to provide.”
Aufmerksam geworden sind die Bürgerrechtler durch Aufforderungen des US-Justizministeriums an Google, Microsoft, Yahoo und AOL zur Herausgabe von Daten über die Nutzung von Suchmaschinen. Google weigerte sich, auch mit der Begründung, dadurch würden sensible Nutzerdaten preisgegeben.
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: Wahlcomputer – und kein Ende
: Wahlcomputer – und kein Ende Die Berichterstattung rund um die Wahlcomputer-Problematik scheint momentan stark zu steigen. In 35 Gemeinden, darunter Amsterdam, wurde jetzt beschlossen, bei der kommenden Wahl wieder auf transparentem Wege mittels Papier und Stift zu wählen. Zu stark waren die Vorbehalte wegen der Sicherheit. Kein Wunder – selbst Kommunalpolitiker dürften mittlerweile verstanden haben, dass Wahlcomputer mit Windows XP an Bord und über GPRS ans Internet angeschlossen nicht wirklich als sicher und vertrauenswürdig gelten dürften. Allerdings führt das wieder zu ganz neuen Problemen – wo bekommt man nur recht schnell genug Wahlurnen her?
Die Tageszeitung De Volkskrant startete unterdessen eine eigene Wahlurnen-Suchaktion. Bürger, die von den städtischen Behörden damals eine Urne gekauft hatten – und sie in der Zwischenzeit zum Beispiel zum Pflanzenkübel umfunktioniert haben –, wurden aufgefordert, sich zu melden. Die schönsten und originellsten Urnen-Umgestaltungen will De Volkskrant in einer Foto-Serie veröffentlichen.
Währenddessen stehen in den USA zuerst Wahlen an. Die USA sind schon etwas erfahrener im Umgang mit diesen neuen Technologien und die Bürger vertrauen Wahlcomputern spätestens seit der letzten Bush-Wahl nicht mehr. Etwas bizarr sind allerdings aktuelle Verschwörungstheorien, dass der Präsident von Venezuela, Hugo Chavez, irgendwas mit kommenden Manipulationen zu tun haben könnte. Telepolis berichtet darüber etwas ausführlicher: Hat sich Chavez in einen Hersteller von US-Wahlcomputern eingekauft?
Spiegel-Online geht näher auf die US-Erfahrungen mit den Maschinen ein, die für einen „reibungslosen Ablauf der Demokratie“ sorgen sollen: Defekt, unzuverlässig und manipulierbar.
Auch andere Komplikationen finden sich zuhauf. Im kalifornischen Bezirk Yolo wurden neue Wahlcomputer ausgeliefert, die extra für Sehbehinderte „sprechen“ können. Allerdings sprachen sie nur Vietnamesisch. Bei kürzlichen Vorwahlen in einem Bezirk im texanischen Fort Worth tabulierten die Automaten kürzlich 150.000 Stimmen – obwohl dort nur 50.000 Leute gewählt hatten. Und in Pottawattamie in Iowa zählten die Computer plötzlich rückwärts.
Richtig moderne Ideen hat man nun auch in den USA: Dort sollen Wahlcomputer zukünftig vom „National Institute of Standards and Technology“ zentral geprüft werden, das ist vergleichbar mit dem deutschen „Physikalisch-Technischen Bundesanstalt“.
Man kann einfach etwas gegen Wahlcomputer tun, z.B. diese Petition an den deutschen Bundestag unterstützen. Argumentationen gibt es mittlerweile über die freundliche URL : www.ccc.de/petition. Bei mehr als 50000 Unterstützern ist die Chance hoch, dass der Bundestag sich mindestens formal in einem Ausschuss mit der Fragestellung befassen muss. Dazu fehlen nur noch ca. 35000 Stimmen.
Beim Chaosradio Express gibt es jetzt auch mit der Nummer 039 einen Podcast nach dem „NEDAP-Hack“. Frank Rieger erzählt Tim Pritlove, wie der Wahlcomputer Hack abgelaufen ist und welche Erfahrungen die CCC-Wahlbeobachter-Truppe vor kurzem bei einer Wahl mit Wahlcomputern in Cottbus gemacht hat. Das Gespräch ist etwa slänger als eine Stunde und als MP3 verfügbar.
Update:
In den USA gibt es das sogenannte „Early Voting“. Dies ist unserer Briefwahl ähnlich, nur dass unsere Briefe in einem extra Umschlag eingesandt und erst am Wahlabend geöffnet werden. In den USA stehen beim Early Voting Wahlurnen oder halt Wahlcomputer irgendwo über einen längeren Zeitraum herum und im Moment scheint das den Maschinen nicht gut zu tun: Floridas Wahlcomputer führen erneut Eigenleben.
In Florida zeigt sich beim „Early Voting“ allerdings, dass die im Vorfeld der Wahlen befürchtete Unzuverlässigkeit von Wahlcomputern nackte Realität ist. Die Tageszeitung Miami Herald berichtet von teilweise haarsträubenden Verhältnissen bei der Stimmabgabe an eVoting-Maschinen im Sonnen-Staat. Auffallend häufig wollen die Geräte demnach Stimmen, die eigentlich für demokratische Kandidaten abgegeben wurden, den republikanischen Kontrahenten zuordnen. „Ich bin schockiert“, zitiert der Miami Herald einen Wähler, der erst unter Mithilfe eines Wahlhelfers und nach mehreren Versuchen seine Stimme für den von ihm präferierten Kandidaten abgeben konnte.
Hier gibts auch noch weitere Infos über Unregelmässigkeiten beim Early Voting: Jefferson County Voters Continue To Raise Concerns About Voting Machines.
Tagesschau.de berichtet jetzt auch über die Wahlcomputer-Petition und der allgemeinen Kritik: Experten misstrauen Technik – Wahlcomputer – unsicher und undemokratisch?
Die misstrauischen Computerexperten des CCC sehen die derzeitigen Wahlcomputer nicht nur als manipuliationsanfällig an, sondern unterstellen auch, dass es tatsächlich zu Missbräuchen kommen könnte. Vorteile habe die elektronische Stimmabgabe dagegen nicht, meint Holzhauer: „Denn je sicherer Sie die Wahlcomputer machen wollen, desto teurer wird es. Das lohnt sich nicht, um vielleicht ein oder zwei Stunden schneller als bei der normalen Wahl ein Ergebnis zu haben. Und bereits jetzt gibt es relativ schnell exakte Hochrechnungen.“
Die Electronic Frontier Foundation bietet den „Electronic Voting Machine Quick Reference Guides – 2006″
With our partners in the Election Protection Coalition, EFF will gather critical data during the November 2006 elections about technology performance and will provide assistance to voters and election officials who are confronted with machine-related problems. We hope to ensure that everything runs smoothly on election day – and if anything goes awry, we’re ready to file legal challenges or take other action to make sure every vote counts.
Nochmal Update:
Heise: E‑Voting: Hamburg führt den digitalen Wahlstift ein. Die Daten sollen anschliessend übers Internet versendet werden.