US-Zeitungen fürchten sich vorm Netz

Lustige Sache: Die US-Verlage auf der verzweifelten Suche nach der Zeitung von morgen


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„Künftig erhalten die Menschen ihr Weltbild von irgendwelchen irren Bloggern, die aus ihrer Unterwäsche schöpfen“, malte der US-Publizist Michael Kinsley im Time-Magazin die düstere Zukunft in den USA an die Wand. In der Washington Post sorgte sich der Kommentator, dass bald „die vorderste Front“ im Kampf gegen die Korruption im Staat zusammenzubrechen drohe. Und Kolumnist Tim Rutten beschwörte in der Los Angeles Times die „Gefahren für die Demokratie“. Die Journalisten sehen in der Krise der US-Zeitungen weit mehr als die Probleme einer Branche – sie fürchten um die politische Kultur im Land. Während Internet-Medien wie Slate sich über die „Selbstüberschätzung“ der Zeitungsleute lustig machen, befinden sich die Verlage selbst auf der fieberhaften Suche nach der „Zeitung von morgen“.

Ich will mich ja aus meiner privilegierten deutschen Sicht nicht wirklich beschweren, aber was ist an „irgendwelchen irren Bloggern, die aus ihrer Unterwäsche schöpfen“ schlimmer als Fox-News?

3 Kommentare
  1. irre Blogger ?, soso.
    Da können wir froh sein über die „neutrale“ Berichterstattung der amerikanischen Medien während des Irakkriegs. Vor lauter Angst als unpatriotisch zu gelten, haben die sich vor den Karren der Bush Administration spannen lassen.
    Soviel zum Thema „Gefahr für die Demokratie“

  2. sehr geil. das verdunsten der medienkontrolle bedroht also nicht nur die profitaussichten der musik- und filmindustrie, sondern aller verlage, die sich an geschäftsmodellen vergangener jahrhundert festklammern? glücklicherweise steuern nicht alle publisher richtung vergangenheit. der freie markt erledigt den rest. kein mitleid für die mehrheit. auch diesmal nicht.

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