Urheberrecht

  • : CC DE sucht Unterstützung für Übersetzungen
    CC DE sucht Unterstützung für Übersetzungen

    Bei Creative Commons gehen die praktischen Vorbereitungen für die anstehende Lizenzenversion 4.0 gerade in die heiße Phase. Ein wichtiger Teil der Vorbereitung ist die Übersetzung der Textbausteine, aus denen die „Commons Deed“ (die vereinfachte Darstellung der jeweiligen CC-Lizenz) auf dem Server von CC zusammengebaut wird. Es sollen so viele Sprachen wie möglich bereits übersetzt vorliegen, wenn die neue Lizenzenversion demnächst startet. Zum Einsatz kommen diese Textbausteine u.a. dann, wenn man bei der englischen Darstellung ganz unten auf „This page is available in the following languages: … Deutsch“ klickt, siehe http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/. Dafür, dass Nicht-Juristen die Lizenzen in ihrer eigenen Sprache erklärt bekommen können, ist diese Funktion sehr wichtig. Mit den eigentlichen Lizenztexten hat das alles nur indirekt zu tun.

    14. November 2013 2
  • : Koalitionsverhandlungen beschwören den Geist von ACTA in Deutschland
    Koalitionsverhandlungen beschwören den Geist von ACTA in Deutschland

    Uns ist ein Zwischenstand der Verhandlungen zur Großen Koalition zugeschickt worden, der ausverhandelt sein soll. Es geht um den Abschnitt zu Urheberrecht aus der Arbeitsgruppe Innen & Justiz. Das liest sich wie aus der Feder der Deutschen Content Allianz und ihrer Lobby-Verbände. Das traurige ist, da stammen die Zeilen sicher auch her, wahrscheinlich wurden sie noch etwas beschönigt. Was zunächst harmlos klingt, entpuppt sich zwischen den Zeilen als radikal in Richtung mehr Urhebererchtsdurchsetzung. Erinnerungen an ACTA werden wach, wo der Text auch harmlos klang, aber je nach politischem Willen anders interpretiert werden konnte. Zwischen den Zeilen wird aber Tacheles geredet. Die Interessen und Rechte von Verbraucher bzw. Nutzer in der Urheberrechtsdebatte kommen nur im Zusammenhang mit Hostproviderhaftung und mehr Aufklärung vor, sonst hat man sie offensichtlich vergessen.

    Und das steht drin:

    Wir wollen das Urheberrecht den Erfordernissen und Herausforderungen des digitalen Zeitalters anpassen. Zum effektiveren Schutz von Markeninhabern, Urhebern und anderen Kreativen vor Rechtsverletzungen im weltweiten digitalen Netz streben wir den Ausbau verbindlicher europäischer und internationaler Vereinbarungen an.

    Schon klar, einfach mehr ACTA, TTIP und IPRED machen. Die Privatisierung der Rechtsdurchsetzung hat sich ja bewährt. Über internationale Verträge kann man gut Sachen unterbringen, für die es momentan auf nationaler Ebene keine Mehrheit geben würde.

    Als wesentlichen Beitrag zum Schutz der Verbraucher und zur Eindämmung von massenhaften Rechtsverletzungen sehen wir die Diensteanbieter im Internet stärker in der Verantwortung.Wir wollen die Rechtsdurchsetzung insbesondere auch gegenüber Plattformen verbessern, deren Geschäftsmodell im Wesentlichen auf der Verletzung von Urheberrechten aufbaut. Wir werden dafür sorgen, dass sich solche Diensteanbieter nicht länger auf das Haftungsprivileg, das sie als sogenannte Hostprovider genießen, zurückziehen können und insbesondere keine Werbeeinnahmen mehr erhalten.

    Statt ein überfälliges Recht auf Remix einzuführen und damit vollkommen legitime Nutzungspraktiken aus der Illegalität zu holen, werden Plattformen mit nutzergenerierten Inhalten bekämpft. Vor allem stellt sich die Frage: Wen möchte man mit deutschem Recht erreichen? Es gibt eine aktuelle BGH-Rechtssprechung, die ist bereits ohne Verschärfung problematisch. Auch wenn bestimmte Plattformen wie 1‑Click-Hoster gemeint sind, so dürfte sich die Abgrenzung zu Plattformen wie Youtube, Startups und Wikipedia als juristisch sehr komplex erweisen. Und welche 1‑Click-Hoster gibt es denn in Deutschland, die ein Problem darstellen?

    Das Leistungsschutzrecht der kommenden Bundesregierung dürfte damit die Aufweichung des Haftungsprivileg für Hostprovider werden. Zu erwarten sind viel Rechtsunsicherheit und Kollateralschäden für einen digitalen Standort in Deutschland. Die Gefahr besteht vor allem, dass dadurch mehr Filter- und Prüfmechanismen etabliert werden (müssen) und dies Auswirkungen auf die Meinungsfreiheit und Meinungsvielfalt haben kann.

    Der Höhepunkt ist aber dieses:

    Um Rechtsverletzungen vorzubeugen, werden wir die Medienkompetenz der Internetnutzer stärken und sie besser in die Lage versetzen, zwischen legalen und illegalen Angeboten im Netz zu unterscheiden.

    Das klingt erstmal harmlos, kann aber auch als Versprechen eines X‑Strikes-Warnmodells gelesen werden. In anderen Ländern wie den USA mit ihrem 6‑Strikes-System bekommen p2p-Nutzer Warnhinweise angezeigt, damit sie zwischen den Angeboten unterscheiden können.

    Wir haben die SPD angefragt, die bisher vehement gegen Warnmodelle aufgetreten ist. Der Bundestagsabgeordnete Lars Klingbeil erklärte uns, dass die SPD dies natürlich anders interpretieren würde als man es lesen kann:

    „Die Union hat in den Koalitionsverhandlungen auf Warnhinweis-Modelle gedrängt. Das ist mit der SPD nicht zu machen. Warnhinweise sind rechtswidrig und zielen auf eine Privatisierung der Rechtsdurchsetzung ab. Die SPD lehnt eine flächendeckende Filterung der Inhalte des Datenstroms, eine Sperrung des Internetzugangs und ebenso die Einführung eines Warnhinweismodells ab, da diese Maßnahmen unverhältnismäßig sind. Gegen ein solches Warnhinweismodell sprechen massive rechtpolitische, praktische und technische, vor allem aber europa‑, verfassungs- und datenschutzrechtliche Bedenken.“

    Bleibt abzuwarten, wer sich in dieser Koalition mittelfristig in dieser Frage durchsetzen wird, ein klares Bekenntnis zur Etablierung von Warnmodellen kann aus diesem Satz herausgelesen werden.

    Der Rest des Abschnitts bezieht sich auf andere Themen:

    Wir wollen die kollektive Rechtewahrnehmung durch Verwertungsgesellschaften stärken. Wir wollen Verhandlungen und Streitigkeiten über die Höhe der Privatkopievergütung schneller, effizienter und einfacher gestalten und werden eine Hinterlegungspflicht für gesetzliche Vergütungsansprüche einführen. Um die Position des Urhebers zu verbessern und Kreativen eine angemessene Vergütung zu ermöglichen, bedarf es einer Überarbeitung des Urhebervertragsrechts. Dabei müssen wir feststellen, ob Verhandlungs- bzw. Konfliktlösungsmechanismen effizient genug ausgestaltet sind und ob das Verfahren insgesamt beschleunigt werden muss sowie die Verbindlichkeit des Schlichtungsverfahrens zu verbessern ist.

    Liebe nahende Große Koalition, das kann doch nicht Euer Ernst sein nach Jahren des Stillstandes und Reformbedarfs eines vollkommen veralterten Urheberrechts lediglich die Rechtsdurchsetzung zu verschärfen und dabei keine Interessen der Allgemeinheit vertreten zu wollen?!

    14. November 2013 7
  • : Google löschte in diesem Jahr 200 Millionen Suchergebnisse
    Google löschte in diesem Jahr 200 Millionen Suchergebnisse

    TorrentFreak berichtet, dass Google bereits 200 Millionen Suchergebnisse im Jahr 2013 entfernt hat, die angeblich Urheberrechte verletzen. Es gibt zwar wöchentliche Transparenzberichte, aber keine jährliche Zusammenfassung. Diese Arbeit hat sich TorrentFreak nun gemacht und vermutet, dass dieses Jahr alle Rekorde brechen und bei dem Tempo sogar die Viertel-Milliardenmarke überschreiten wird.

    Die Musikindustrie wird prominent von der britischen British Phonographic Industry (BPI) vertreten, die im letzten Jahr mit 43.795.962 gemeldeten URLs den ersten Platz belegt. Der Bundesverband Musikindustrie belegte lediglich Platz 45 mit 125.484 gemeldeten URLs.

    löschungen-google

    Die Musikindustrie verlässt sich generell gerne darauf, dass Google amerikanisches Recht weltweit anwendet – hierbei kann es dann auch schon einmal vorkommen, dass ein Link zu einem Artikel des Nachrichtenmagazins Heise gelöscht wird.

    12. November 2013 1
  • : Remixer #24 Stephen Colbert und sein Twitter-Bot „Real Human Praise“
    Remixer #24 Stephen Colbert und sein Twitter-Bot „Real Human Praise“

    In der Serie “Remixer/in” geht es um Menschen und ihre Erfahrungen und Einstellungen zum Thema Remix und Remix-Kultur. Dieses Mal: Stephen Colbert.

    Stephen Colbert, ursprünglich Fake-Korrespondent bei Jon Stewarts The Daily Show, dem Vorbild für die ZDF Heute Show, zählt als Host des The Colbert Report zu den bekanntesten US-Comedians. In seiner Show gibt er konsequent einen konservativen Talkshow-Host nach Vorbild des rechten US-Nachrichtensenders Fox News und führt dessen Argumentationsweise mit Hilfe von parodistischer Zuspitzung ad absurdum. Bis zu einem gewissen Grad, ist das gesamte Sendungskonzept ein parodistischer Remix von konservativen Talkshow-Formaten.

    Regelmäßig schafft es Colbert aber auch mit Remix im engeren Sinn zu überzeugen. So sorgte beispielsweise im August diesen Jahres eine – mittlerweile auf der Seite des Colbert Reports nicht mehr verfügbare – Parodie von Daft Punks „Get Lucky“ für Furore (siehe LiveLeak-Embed). Das Video war offensichtlich binnen 24 Stunden als Reaktion auf eine kurzfristige Absage eines Daft-Punk-Auftritts entstanden.

    Hier klicken, um den Inhalt von www.liveleak.com anzuzeigen.

    5. November 2013
  • : EU-Parlament: Streit um Abgaben zu Privatkopien und Anti-Pirateriekampagnen
    EU-Parlament: Streit um Abgaben zu Privatkopien und Anti-Pirateriekampagnen

    Das Europäische Parlament befasst sich mal wieder mit dem leidigen Thema Urheberrecht. Diesmal in Form eines Initiativberichts der französischen Sozialdemokratin Françoise Castex über „Abgaben zu Privatkopien“. Der Bericht (.pdf) wurde am 9. Oktober vorgestellt, heute wurden im Rechtsausschuss (JURI) erstmals die Änderungsanträge (.pdf) der Abgeordneten vorgestellt und diskutiert. Und es gibt einigen Änderungsbedarf.

    Ziel des Berichts von Castex ist es, eine einheitliche europäische Abgabe auf Privatkopien zu installieren. Das bisherige System sieht vor, dass die Abgabe durch die Mitgliedstaaten erhoben werden kann, aber nicht muss. Von den 28 EU-Staaten haben bisher 23 eine solche Abgabe eingeführt. Die Berichterstatterin Castex

    ist der Auffassung, dass das System der Privatkopien ein sinnvolles und ausgewogenes System ist und einen Mittelweg zwischen dem Recht auf Vervielfältigung zum privaten Gebrauch und einem gerechten Ausgleich für Rechteinhaber darstellt, der aufrecht erhalten werden sollte.

    Dass dieser Argumentation nicht alle Abgeordneten folgen, zeigt sich schon an der Menge von 190 Änderungsanträge zu dem vergleichsweise kurzen Bericht. Einige Abgeordnete versuchen den teilweise wirren Bericht von Castex im Sinne der Privatabgabe zu „verbessern“, andere Abgeordnete wiederum kritisieren das Konzept an sich.

    4. November 2013
  • : UK: 21 Filesharing-Seiten gesperrt
    UK: 21 Filesharing-Seiten gesperrt

    In Großbritannien müssen Internetanbieter weitere 21 Webseiten sperren, die angeblich das illegale Herunterladen von Musik anbieten oder ermöglichen. Dies erklärte in dieser Woche ein Urteil des obersten Zivilgerichts nach einer erfolgreichen Klage des Musikindustrieverbands British Phonography Industry (BPI). Die Liste der zu sperrenden Seiten wurde von The Pirate Bay nun auf 21 Seiten ausgeweitet, welche seit gestern in Kraft getreten ist.

    Vor ein paar Monaten schickte die BPI eine Liste freiwillig(!) zu sperrender Seiten an die größten Internetanbieter BT, Sky, Virgin Media, O2, EE und TalkTalk, die der des Gerichtsurteils sehr ähnelt. Dies ist nichts Neues: Die Musikindustrie versucht regelmäßig, ihre Interessen außerhalb des rechtlichen Rahmens durchzusetzen. In Großbritannien war sie gegen die großen Telekom-Anbieter erfolglos und musste vor Gericht gehen. Dies ist in der Vergangenheit aber auch schon anders ausgegangen – in Belgien wurden beispielsweise vor zwei Jahren kleinere Anbieter mit einfachen Anschreiben (pdf) zum Einsatz von Internetsperren erpresst.

    In England ist seit gestern keine der Top 10 Torrent-Seiten 2013 mehr direkt zu erreichen. Laut TorrentFreak, handelt es sich bei den gesperrten Torrentseiten um: 1337x, BitSnoop, ExtraTorrent, Monova, TorrentCrazy, TorrentDownloads, TorrentHound, Torrentreactor und Torrentz.
    Weitere gesperrte Seiten: Abmp3, BeeMP3, Bomb-MP3, FileCrop, FilesTube, MP3Juices, eMP3World, MP3Lemon, MP3Raid, MP3Skull, NewAlbumReleases und Rapidlibrary.

    Achso, für alle Leser_innen in Großbritannien empfehlen wir an dieser Stelle noch das Anti-Zensur-Browserbundle http://piratebrowser.com/ – completely unrelated, of course.

    31. Oktober 2013
  • : Remixer #23 Robin Skouteris: „Dinge zu kombinieren ist eine Kunst“
    Remixer #23 Robin Skouteris: „Dinge zu kombinieren ist eine Kunst“

    In der Serie “Remixer/in” erzählen Menschen über ihre Erfahrungen und Einstellungen zum Thema Remix und Remix-Kultur. Dieses Mal: Robin Skouteris.

    Robin Skouteris ist ein griechischer Video- und Musikproduzent sowie DJ. Er führt bisweilen auch Regie und arbeitet als Cutter, aber in der Regel nur wenn es musikalische Bezüge aufweist. Zahlreiche aktuelle Mashups finden sich in seinem YouTube-Kanal.

    Wie würdest Du selbst Deine künstlerische Arbeit beschreiben?

    Film oder Video und Musik waren schon immer meine zwei großen Leidenschaften. Als Kind wollte ich viele Jahre lang Filmregisseur werden, aber die Musik war mein bester Gefährte. Ich habe beim Fernsehen gearbeitet, bei ein paar Dokumentarfilmen Regie geführt und Musikvideos für griechische Independent-Künstler gedreht; ich habe das aber dann sein lassen, weil es mir sozial zu anstrengend wurde. Da ich mehr auf eigene Faust arbeiten wollte, habe ich damit begonnen, meine Lieblingstracks zu remixen, bis daraus meine hauptsächliche Tätigkeit geworden ist. Nachdem ich meine ersten Mixes ins Netz gestellt und großartige Rückmeldungen erhalten hatte, wurde ich eingeladen meine Arbeit in Clubs vorzustellen. Und das war die Zeit als ich ernsthafter über DJing nachzudenken begann. Davor mochte ich die Idee nicht besonders, weil ich nie die Musik anderer Leute spielen wollte, solange ich ich sie nicht mit meiner persönlichen Handschrift versehen hatte. Das hätte mich nicht von den meisten DJs dort draußen unterschieden und ich wollte meinen eigenen Sound kreieren. DJing und das Produzieren von Remixes und Mashups ist nun seit einigen Jahren meine hauptsächliche Beschäftigung – und damit ist ein Traum wahr geworden.

    Was macht für Dich einen guten Remix aus?

    Ich glaube ein toller Remix ist ein Remix, der für sich alleine stehen kann. Du musst ihn nicht mit dem Original vergleichen. Eigentlich solltest Du in der Lage sein, über dem Remix das Original zu vergessen. Mir war es dabei immer egal, ob es sehr der Unterschied zum Original sehr groß ist, weil, zum Beispiel, ein toller Remix auch einfach nur ein Extended Mix sein kann. Aber der Remixer sollte es schaffen herauszufinden, was das Original gut gemacht hat und das noch weiter auszubauen. Alles was zählt ist die Melodie. Ein großartiger Mix muss dabei nicht immer ein Dance-Mix sein; er kann auch langsamer sein als das Original, was selten ist, weil die Mehrheit von uns bei Remix an einen Club-Mix denken. Aber in meinem Kopf sollte der Remix für sich sehr für sich alleine stehen können, dass man beim ersten Mal hören glaubt, es würde sich um das Original handeln. Es muss sich authentisch und gut strukturiert anfühlen.

    Auf welche Weise verwendest Du selbst Werke Dritter?

    28. Oktober 2013
  • : „Solange er’s nicht weiß, haftet er nicht“ – Amazon nicht für Urheberrechtsverstöße verantwortlich
    „Solange er’s nicht weiß, haftet er nicht“ – Amazon nicht für Urheberrechtsverstöße verantwortlich

    Stell Dir vor, du gehst in die Buchhandlung deines Vertrauens. Nimmst ein zufälliges Buch aus dem Regal und findest darin einen Auszug aus dem Werk deines Großvaters, an dem du eigentlich die Rechte hast. Du sprichst den Buchhändler darauf an und er nimmt das Buch sofort aus dem Regal. Was tust du jetzt?

    1. Du mahnst den Buchverlag ab.
    2. Du mahnst den Buchhändler ab.
    3. Du mahnst den Buchhändler ab und verklagst ihn danach.
    24. Oktober 2013 10
  • : Remix hilft Originalen: Studie zu ökonomischen Folgen von Sampling
    Remix hilft Originalen: Studie zu ökonomischen Folgen von Sampling

    In der Serie “Remixer/in” erzählen Menschen über ihre Erfahrungen und Einstellungen zum Thema Remix und Remix-Kultur. Dieses Mal: Eine Studie zum ökonomischen Verhältnis von Remix und Original.

    Bislang gibt es kaum empirische Studien darüber, welche Folgen ein Remix für das Original hat – und zwar weder was die (möglicherweise: veränderte) Rezeption eines Werkes noch was die ökonomischen Auswirkungen betrifft. Nur anekdotisch lässt sich auf bekannte Beispiele verweisen, in denen erst der Remix eines Werkes auch dem Original und damit dessen Urheber zum Durchbruch verholfen hat. Eines der bekanntesten Beispiele dafür ist mit Sicherheit der Song „Thank You“ der britischen Sängern Dido. Nachdem „Thank You“ bereits 1998 erstmals veröffentlicht worden war, avancierte er erst 2000 zu Didos bislang größtem Hit, nachdem Eminem die erste Strophe in seinem Song „Stan“ gesampelt hatte.

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    Während in diesem Fall die Rechte geklärt waren und Dido teilweise sogar gemeinsam mit Eminem bei Konzerten auftrat, war das bei einem anderen prominenten Beispiel nicht der Fall. Wie DIE ZEIT im April diesen Jahres in einem ausführlichen Porträt berichtete, war Asaf Avidan ursprünglich überhaupt nicht von dem Wankelmut-Remix (siehe auch Embed-Video) seines Songs „One Day“ begeistert, der ihm letztlich zu weltweitem Erfolg verhelfen sollte:

    22. Oktober 2013 15
  • : Glyn Moody über TAFTA/TTIP: ISDS raus, Transparenz rein!
    Glyn Moody über TAFTA/TTIP: ISDS raus, Transparenz rein!

    Glyn Moody hat auf der Abschlussveranstaltung der Initiative „Globalisierung und Internet“ des Internet & Gesellschaft Collaboratory am 10. Oktober 2103 in der Heinrich Böll Stiftung Berlin einen Vortrag über das geplante US-EU-Freihandelsabkommen TAFTA/TTIP gehalten. Davon gibt es einen Audio- und Videomitschnitt, sowie die Folien:

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    21. Oktober 2013
  • : Lizenzen sind nicht genug: Creative Commons für Urheberrechtsreformen
    Lizenzen sind nicht genug: Creative Commons für Urheberrechtsreformen

    reform-graphicObwohl Creative Commons (CC) als eine Art Patch für ein unzeitgemäßes Urheberrecht gegründet wurde, konzentrierte sich die US-amerikanische Organisation und ihr weltweites Netzwerk aus Kooperationspartnern in den ersten 10 Jahren ihrer Existenz quasi ausschließlich auf die Entwicklung und Propagierung ihrer alternativen Urheberrechtslizenzen.

    In seiner Rede im Rahmen des CC Global Summit 2013 in Buenos Aires deutete CC-Gründer Lawrence Lessig jedoch schon an, dass hier ein Umdenken im Gange ist.Markus in seinem Bericht vom Summit dazu:

    Die Keynote wurde von Lawrence Lessig gehalten, der über “Laws that choke creativity” sprach. Im Gegensatz zu diversen anderen Vorträgen von ihm war dieser deutlich politischer und in weiten Strecken neu. Er spiegelte damit einerseits die Politisierung der Creative Commons Community wieder, andererseits konnte man auch sehen, dass ihm Ereignisse wie die Verfolgung und der Tod von Aaron Schwartz beschäftigen. John Weitzmann hat den Vortrag mit einer DV-Kamera aufgezeichnet und als Bootleg online gestellt. Der beste Part kommt ab Minute 20:15.

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    17. Oktober 2013 10
  • : Abmahnwahn bei Urheberrechtsverletzungen
    Abmahnwahn bei Urheberrechtsverletzungen

    Das Radiofeuilleton auf Deutschlandradio Kultur berichtete in der Sendung „Elektronische Welten“ über „Abmahnwahn bei Urheberrechtsverletzungen – Wie Anwälte mit Abmahnungen Profit machen“.

    Im Netz können urheberrechtlich geschützte Werke wie Musik und Filme rasend schnell und massenhaft verbreitet werden – zum Schaden der Urheber. Manchmal kommen aber auch Verbraucher zu Schaden: Es hat sich eine Abmahnindustrie etabliert, vor der niemand sicher ist. Nicht einmal diejenigen ohne Internetzugang.

    Hier ist die MP3.

    15. Oktober 2013 1
  • : Remixerin #22 Isosine: „Wir sind eine Multimedia-Generation“
    Remixerin #22 Isosine: „Wir sind eine Multimedia-Generation“

    In der Serie “Remixer/in” erzählen Menschen über ihre Erfahrungen und Einstellungen zum Thema Remix und Remix-Kultur. Dieses Mal: Isosine

    Isosine ist Remix-Produzentin und Mashup-Künstlerin. Die Mashups sind alle vollständig frei zugänglich und werden dauerhaft als kostenloser Download verfügbar sein. Die Arbeiten finden sich auf isosine.com und anderen Plattformen wie YouTube oder Soundcloud.

    Wie würdest Du selbst Deine künstlerische Arbeit beschreiben?

    Ich mache Mashups, die eine Kombination von zwei oder mehr eigenständigen (nicht immer) musikalischen Aufnahmen in einen nahtlosen Mix darstellen. Das gibt mir die Gelegenheit zur Rekontextualisierung oder dem Nebeneinanderstellen unterschiedlicher Elemente verschiedener Songs. Es ist wirklich interessant und ganz allgemein unterhaltsam, weil man Mashups so einfach genießen kann und ich glaube, jeder möchte von Zeit zu Zeit überrascht werden.

    Was macht für Dich einen guten Remix aus?

    Sich keine Gedanken darüber zu machen, was die Leute für einen guten Remix halten. Chancen zu nutzen macht einen guten Remix aus. Die „Regeln“ zu ignorieren macht einen guten Remix aus, weil es realistischerweise keine Regeln gibt. Ich denke sich bisweilen in neue Gebiete vorzuwagen ist eine gute Sache und hift der Musik, sich weiterzuentwickeln.

    14. Oktober 2013
  • : Diagnose Marktversagen: Fred Breinersdorfer will Zwangslizenzen für Filme
    Diagnose Marktversagen: Fred Breinersdorfer will Zwangslizenzen für Filme

    Was sich vor einigen Wochen in Form von unerwartet offenen Briefen angedeutet hatte, wird heute mit einem Gastbeitrag von Fred Breinersdorfer in der Süddeutschen Zeitung noch einmal dokumentiert: sie bewegen sich doch, die Fronten in der Urheberrechtsdebatte.

    Fred Breinersdorfer ist nicht nur ein bekannter Drehbuchautor und Filmproduzent („Sophie Scholl – Die letzten Tage“), sondern auch eine der lautesten Stimmen in der Auseinandersetzung um das Urheberrecht in Deutschland. Nicht nur ist er Mitunterzeichner des berühmt-berüchtigten Briefs der Tatort-AutorInnen, sondern auch Gründer der Krimiautorenvereinigung „Das Syndikat“, die wiederum für die Kampagne „Ja zum Urheberrecht“ verantwortlich zeichnet. Auch in der fragwürdigen Kampagne „Gib 8 aufs Wort“ der VG Wort trat er als Unterstützer mit dem Satz auf: „Ein Autor ohne seine Rechte ist wie ein Auto ohne seinen Motor.“

    In seinem Gastbeitrag „Verschenkt meine Filme!“ anerkennt aber auch Breinersdorfer jetzt die Notwendigkeit urheberrechtlicher Reformen. Ausgangspunkt ist die keineswegs neue Beobachtung, dass eine Google-Suche nach Filmen kaum legale, aber unzählige illegale Anbieter zu Tage fördert:

    Wo sind denn die massenhaften legalen Anbieter, die meine Google-Trefferseite füllen könnten? Wo sind denn die innovativen Webseiten, bei denen man mein Werk auf eine Weise herunterladen oder streamen kann, von der ich auch etwas habe? Die einfache Antwort ist: Es gibt sie nicht.

    Die wenigen großen Anbieter diktieren die Preise und Konditionen, gerade kleinere Filmstudios kommen nicht zum Zuge. Vor allem aber die hohen Transaktionskosten bei der Klärung der Internetechte verhindern Breinersdorfer zu Folge eine Vielfalt legaler Angebote:

    14. Oktober 2013 18
  • : Copyright Removal Requests: Google soll über 21 Millionen URLs je Monat aus den Suchergebnissen verschwinden lassen
    Copyright Removal Requests: Google soll über 21 Millionen URLs je Monat aus den Suchergebnissen verschwinden lassen

    Copyright Removal Requests werden anscheinend immer beliebter bei der Medienindustrie. So erhielt Google laut seines aktuellen Transparenz-Berichts allein letzten Monat über 21.5 Millionen URLs, die angeblich widerrechtlich urheberrechtlich geschütztes Material verlinken – das sind rund 8 URLs je Sekunde. Google erhält diese Listen mit URLs weil die Urheber oder deren Vertreter davon ausgehen, dass die URL von ihnen geschütztes Material enthält und dass dieses illegale Verteilen zu Umsatzverlusten führt – aufgrund dieser Annahmen sendet die British Recorded Music Industry z.B. jede Woche rund 150.000 URLs an Google. Beide Annahmen sind falsch. 

    7. Oktober 2013 2
  • : Remixer #21 Ilan Katin: „Ich weiß nicht, wie ein rechtliches Debakel überstehen“
    Remixer #21 Ilan Katin: „Ich weiß nicht, wie ein rechtliches Debakel überstehen“

    In der Serie “Remixer/in” erzählen Menschen über ihre Erfahrungen und Einstellungen zum Thema Remix und Remix-Kultur. Dieses Mal: Ilan Katin.

    Ilan Katin verfügt über einen Hintegrund im Bereich der bildenden Künste und arbeitet im Bereich Video und Live-Video-Produktion. In seinen eigenen Worten: „Im Grunde genommen arbeite ich mit Bildern.“

    Was macht für Dich einen guten Remix aus?

    Wenn die ursprüngliche Inhalt auf humorvolle oder poetische Weise re-kontextualisiert wird.

    Auf welche Weise verwendest Du selbst Werke Dritter?

    Ich verwende aus dem Internet heruntergeladene Bilder, die ich für spezielle Ideen suche, um etwas mitzuteilen. Im Falle eines erzählerischen Werks, das ich kürzlich gemacht habe, brauchte ich ein Bild das die Phrase „my car is my ego“ transportiert. Ich wollte das nicht einfach mit einem fantastisch aussehenden Auto machen. Das wäre zu einfach. Ein Auto in Form eines High Heels zu finden war perfekt. Ich kännte es umgestalten oder nachzeichnen, aber dann wäre das Bild nicht mehr überzeugend. Ich weiß nicht, wer das Bild gemacht hat. Aber ich habe das Bild weitgehend re-kontextualisiert.

    7. Oktober 2013
  • : Nachschau: Panel zu C3S, GEMA und ‚Recht auf Remix’
    Nachschau: Panel zu C3S, GEMA und ‚Recht auf Remix’

    Avatar_en_03 Beim diesjährigen Reeperbahn Festival Campus, dem Konferenzteil des Hamburger Musikfestivals, gab es unter anderem ein Panel mit dem Titel „Alles ist ein Remix? – Wird GEMA-freie Musik mit der C3S freier?“, bei dem neben Wolfgang Senges für die am Vortag gegründete C3S und GEMA-Justiziar Tobias Holzmüller auch ich für die Initiative „Recht auf Remix“ eingeladen waren. Dass die Themen Remix und Verwertungsgesellschaften eher quer zueinander liegen, hat sich zwar gezeigt, gleichzeitig hat die Diskussion dennoch auch neues zu Tage gefördert.

    Mittlerweile gibt es zwei Berichte, die die durchaus konstruktive und lösungsorientierte Stimmung der Veranstaltung ganz gut eingefangen haben. So schreibt das NDR-Online-Magazin N‑Joy:

    Ein Problem kann aber auch die C3S kaum aus der Welt schaffen: Den meisten Privatleuten, die einfach aus Spaß ein Video mit Musik bei Facebook oder einer Videoplattform hochladen, werden sich kaum mit den dafür notwendigen Rechten auseinanderzusetzen. „Das ist völlig lebensfremd“, sagt Leonard Dobusch vom Verein Digitale Gesellschaft. Die Nutzer können deshalb leicht urheberrechtliche Schwierigkeiten bekommen. Dobusch fordert, dass hier die Politik das Urheberrecht lockert, um Privatleuten ein „Recht auf Remix“ zu geben.

    Das Branchenportal Musikmarkt.de wiederum hat sich bemüht, auch widerstreitende Standpunkte möglichst akkurat wiederzugeben:

    1. Oktober 2013
  • : Remixer #20 Walter W. Wacht: „Habe mich weit aus dem Fenster gelehnt“
    Remixer #20 Walter W. Wacht: „Habe mich weit aus dem Fenster gelehnt“

    In der Serie “Remixer/in” erzählen Menschen über ihre Erfahrungen und Einstellungen zum Thema Remix und Remix-Kultur. Dieses Mal: Walter W. Wacht.

    Walter W. Wacht ist seit rund sieben Jahren als Musikjournalist, Online-Redakteur und Community Manager für verschiedene Popkultur-Medien tätig und entwickelt Digitalstrategien für Labels, Musiker und angeschlossene Häuser. Zuletzt hat er das Kunstprojekt »This Duck is Tocotronic« auf Tumblr initiiert, das Comic-Strips aus Entenhausen mit Textzeilen der Gruppe Tocotronic zusammendenkt.

    Was macht für Dich einen guten Remix aus?

    Ein guter Remix greift das Original auf, fügt eigene Gedanken hinzu, variiert und verfremdet, lässt aber das Ausgangsmaterial, die eigentlichen Künstler strahlen. Im besten Fall überrascht ein Remix. Im schlimmsten Fall besteht der Remix aus dem Hinzufügen einer Vierviertel-Bassdrum. Manchmal ist stumpf aber auch Trumpf, siehe unten.

    Auf welche Weise verwendest Du selbst Werke Dritter?

    Wenn sie im redaktionellen Alltag passen und einen Beitrag bereichern, verwende ich gemeinfreie oder CC BY-SA- bzw. CC BY-lizenzierte Bilder. Alle anderen Creative-Commons-Lizenzen verbitten sich eigentlich im redaktionellen Umfeld: ob eine nichtkommerzielle Webseite zu einem späteren Zeitpunkt monetarisiert wird, lässt sich nie vorhersagen. Und ein veränderter Bildzuschnitt stellt bereits eine Veränderung dar, was oft genug alleine schon durch Vorgaben des Content-Management-Systems umumgänglich ist. Im Zweifelsfall lizenziere ich lieber ein richtiges Bild, oder schicke Fotografen. Ich streame und kaufe digitale Musik, zum gelegentlichen Auflegen verwende ich aber nur Vinyl.

    Wurdest Du schon einmal abgemahnt oder hattest rechtliche Probleme wegen Deiner künstlerischen Tätigkeit?

    30. September 2013 1
  • Interviews with E-Book-Pirates: „The book publishing industry is repeating the same mistakes of the music industry“
    Buch und E-Book-Reader. Bild: <a href="http://ceslava.com/">Cristian Eslava</a>. Lizenz: Creative Commons <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/deed.en">BY-SA 2.0</a>.
    Interviews with E-Book-Pirates „The book publishing industry is repeating the same mistakes of the music industry“

    What MP3, Napster and portable audio players were for the music industry, EPUB and e‑book readers are for the book publishing world. Netzpolitik.org interviewed three operators of semi-legal websites for DRM-free e‑books.

    27. September 2013 4
  • : GEMA-Alternative: Die C3S ist gegründet
    GEMA-Alternative: Die C3S ist gegründet

    Logo der C3SGestern hat sich in Hamburg die cultural commons collecting society (c3s) als Genossenschaft mit 50 ersten Mitgliedern offiziell gegründet. Wir gratulieren herzlich und wünschen der Initiative und allen Beteiligten einen langen Atem und vor allem viel Erfolg!

    Noch vier Tage läuft die Crowdfinanzierungskampagne. Bisher sind über 96.000 Euro zusammen gekommen, es wäre doch schön, wenn die 100.000er Grenze überschritten werden könnte.

    Bereits zum Start der Crowdfinanzierungskampagne hatten wir ein Interview mit m.eik Michalke, einem der Initiatoren der c3s: “Über GEMA meckern reicht nicht, wir wollen, dass sich tatsächlich etwas verändert”.

    26. September 2013 11