Informationstechnologie
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: Zensursula-Anhörung: Es bleibt viel zu tun!
: Zensursula-Anhörung: Es bleibt viel zu tun! Genau zehn Monate nach Einreichung der Petition gegen Internet-Sperren hatte heute die Petentin Franziska Heine Gelegenheit, das Anliegen dem Petitionsausschuss zu erläutern. Mit 134.015 Online- und 1.391 Offline-Unterschriften sowie 96 weiteren Petitionen mit gleichem Anliegen ist die Petition die bisher größte in der Geschichte der Bundestagspetitionen. So hat man für den oft belächelten Ausschuss heute einen der größten Säle organisiert. Um allen Mitzeichner_innen einen Platz zu bieten, hätte jedoch auch das Olympia-Stadion nicht ausgereicht. Sebastian Jeuck von der Petition für Sperren mit 328 Mitzeichnern ist hingegen gar nicht erst erschienen.
Eine detaillierte Mitschrift sowie eine Videoaufzeichnung (Update: jetzt auch in offiziell) existieren bereits, Medien-Coverage wird es genug geben. Da somit der Bereich der reinen Information abgedeckt sein dürfte, beschränke ich mich auf eine (natürliche rein subjektive) Analyse und Kommentierung.
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: Fabbing: Ich drucke mir meine Welt
: Fabbing: Ich drucke mir meine Welt Der Elektrische Rpeorter berichtet heute über DIY /Makers Communities: Fabbing: Ich drucke mir meine Welt.
Der Makerbot ist die kleinste und billigste Fabrik der Welt. Mit einem Baukasten, der nur wenige hundert Dollar kostet, kann sich jeder diesen so genannten Digital Fabricator basteln und ohne große Vorkenntnisse beliebige Objekte herstellen. Plötzlich unterliegen reale Gegenstände den selben Gesetzen wie digitale Güter: Droht den Herstellern von Gebrauchsgegenständen und Ersatzteilen das gleiche Schicksal wie der Musikindustrie? Schon bald könnten massentaugliche 3D-Drucker analog zum Papierdrucker neben jedem Schreibtisch stehen. Die Do-it-youself-Fabriken sind angeschlossen an Online-Communities wie dem Thingiverse, in denen Baupläne getauscht, diskutiert und verbreitet werden.
Auf der kommenden re:publica´2010 haben wir auch einen kleinen Schwerpunkt auf das Thema mit einigen spannenden Workshops und Vorträgen zu dem Thema, u.a. ist Bre Pattis von Makerbot dabei und spricht über „The Open Source Personal Fabrication Revolution“.
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: In mehr oder weniger eigener Sache: JMStV – alles gut? (Update)
: In mehr oder weniger eigener Sache: JMStV – alles gut? (Update) Bevor Markus tatsächlich noch ein „Vorsicht, könnte Ironie enthalten!“-Badge an meine Beiträge pappt, heute mal was etwas Klartext.
Der ein oder andere wird sich über die gestern bei Golem.de veröffentlichte News mit Stimmen aus der Staatskanzlei zur Novellierung des Jugendmedienschutz-Staatsvertrags gewundert haben. Sollten sich die Befürchtungen der Netzgemeinde, Deutschland würde ein Kindernet drohen, doch nicht bewahrheiten?
Neben der Hoffnung, dass in den Staatskanzleien tatsächlich ein Umdenken stattgefunden hat, kamen bei Twitter, auf den Mailinglisten der üblichen Verdächtigen und auch hier in den Kommentaren bei Netzpolitik.org schnell erste Zweifel auf. Die Meldung bei Golem.de passte einfach nicht zur Nachrichtenlage der letzten Tage. Auffällig ruhig war es – seitens der Länder – rund um den JMStV geworden, wie nicht nur Neu-Pirat Jörg Tauss (der, soweit ich weiß, alles andere als ein guter Freund des federführend am JMStV beteiligten Kurt Beck ist) immer mal wieder zwittscherte.
Wie aktuell also waren die Stimmen in der Golem-News? Ich habe beim verantwortlichen Redakteur nachgefragt. Vorhin kam seine Antwort (Danke!):
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: Berkman Center Breitband-Report
: Berkman Center Breitband-Report Das Berkman Center hat einen Breitband-Report veröffentlicht: „Next Generation Connectivity – A review of broadband Internet transitions and policy from around the world“.
On July 14, 2009, the Federal Communications Commission (FCC) announced that the Berkman Center for Internet & Society at Harvard University would conduct an independent expert review of existing literature and studies about broadband deployment and usage throughout the world and that this project would help inform the FCC’s efforts in developing the National Broadband Plan. The Berkman Center’s Final Report was submitted to the FCC on February 16, 2010.
David Weinberger hat dazu Yochai Benkler interviewt:
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: Jugendmedienschutz: Internetfilter durch die Hintertür? (Update)
: Jugendmedienschutz: Internetfilter durch die Hintertür? (Update) Am 30. Januar schrieb ich hier in einem kurzen Blogkommentar, dass ich den Entwurf zur Novellierung des Jugendmedienstaatsvertrag für gefährlicher halte, als das inzwischen angeblich auf einem Abstellgleis geparkte Zugangserschwerungsgesetz zur Filterung kinderpornographischer Inhalte der großen Koalition:
Und ja, ich halte diesen Vorstoß inzwischen für bedrohlicher für das Netz, als es Zensursulas Filterpläne waren. Die sind hier ja quasi pauschal im Anhang versteckt.
Der ein oder andere mag damals gelächelt haben. Zu absurd schienen die Pläne von einer Sendezeitbegrenzung im Internet oder die Idee, Blogger pauschal in die Haftung für Inhalte Dritter zu nehmen.
Wer immer noch glaubt, dass es schon nicht so schlimm werden wird, sollte sich genau jetzt den „3. Bericht“ (PDF) der Kommission für Jugendmedienschutz“ (KJM) zum Jugendmedienschutz-Staatsvertrag ansehen, den Alvar Freude vom AK Zensur im Blog von odem.org kommentiert. Alvars Fazit deckt sich mit meiner Einschätzung von vor 2 Wochen:
Die Novellierung des Jugendmedienschutz-Staatsvertrages und die KJM sind viel gefährlicher, als es Zensursula je war. Der JMStV-Entwurf muss vom Tisch, wir brauchen insgesamt ein Umdenken beim Jugendmedienschutz.
Ursula von der Leyen wollte Wahlkampf betreiben. Sie machte eine öffentliche Show daraus. Wolf-Dieter Ring und die KJM handeln unter Zuarbeitung der jugendschutz.net GmbH still und leise. Schrittweise, unauffällig. Langsam und stückweise.
Nachtrag: RA Thomas Stadler legt ein paar juristische Argumente nach.
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: WLAN ist gut gegen Jugendgewalt
: WLAN ist gut gegen Jugendgewalt Die New York Times berichtet über eine sehr coole Idee aus Arizona, wie man hibbelige Teenager, die stundenlag in Schulbussen sitzen und sich dabei regelmäßig in die Wolle kriegen, ruhig bekommt und sogar dafür sorgt, dass sie mehr Hausaufgaben machen: Man installiert WLAN im Schulbus.
[S]chool officials mounted a mobile Internet router to bus No. 92’s sheet-metal frame, enabling students to surf the Web. The students call it the Internet Bus, and what began as a high-tech experiment has had an old-fashioned — and unexpected — result. Wi-Fi access has transformed what was often a boisterous bus ride into a rolling study hall, and behavioral problems have virtually disappeared.
“It’s made a big difference,” said J. J. Johnson, the bus’s driver. “Boys aren’t hitting each other, girls are busy, and there’s not so much jumping around.”
Die Idee wird wohl inzwischen auch in Floria, Washington DC und Missouri aufgegriffen.
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: Neue Bundes-CIO: Cornelia Rogall-Grothe
: Neue Bundes-CIO: Cornelia Rogall-Grothe Inoffiziell war es schon eine Woche bekannt, offiziell wurde es heute: Wir haben eine Bundes-CIO. Nachdem der bisherige Staatsekretär im Innenministerium und gleichzeitiger Bundes-CIO Hans Bernhard Beus ins Finanzministerium gewechselt ist, wurde heute Cornelia Rogall-Grothe vom Bundeskabinett zur Innenstaatssekretärin und Bundes-CIO ernannt. Cornelia Rogall-Grothe war vorher Abteilungsleiterin für Verfassungsrecht, Verwaltungsrecht sowie Völker- und Europarecht im Innenministerium und dort u.a. für Wahlcomputer und Datenschutz zuständig.
Eine Bundes-CIO koordiniert als Beauftragte der Bundesregierung für Informationstechnik u.a. die eGovernment-Aktivitäten der Bundesregierung und kümmert sich zukünftig hoffentlich auch viel stärker um OpenGovernment-Fragen.
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: Dorkbot.bln
: Dorkbot.bln Im Rahmen der Transmediale gibt es am morgigen Montag in der C‑Base das jährliche Dorkbot.bln – Event mit dem Untertiel „Doing strange things with electricity“.
Das sind die Themen:
TALKAOKE (The People Speak, London); C‑BASE 3D-PRINTER (c‑lab team); SCREAM_PONG (libavg-Team);C‑ROVE (Insp. Benone & Mars, c‑base Open Moon Project); OpenDorks
Beginn ist 20 Uhr. Eintritt ist 5 Euro, wenn man keinen Transmediale-Pass hat.
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: Six degrees of separation
: Six degrees of separation Wie data-epi-spacing groß data-epi-spacing ist data-epi-spacing die data-epi-spacing Welt data-epi-spacing und data-epi-spacing was data-epi-spacing haben data-epi-spacing der data-epi-spacing Schauspieler data-epi-spacing Kevin data-epi-spacing Bacon, data-epi-spacing Genforschung data-epi-spacing und data-epi-spacing das data-epi-spacing Web data-epi-spacing gemeinsam? data-epi-spacing In data-epi-spacing einer data-epi-spacing interessanten data-epi-spacing 47-minütigen data-epi-spacing Dokumentation data-epi-spacing zeigt data-epi-spacing BBC2 data-epi-spacing die data-epi-spacing revolutionären data-epi-spacing Erkenntnisse data-epi-spacing der data-epi-spacing Netzforschung data-epi-spacing rund data-epi-spacing um data-epi-spacing das data-epi-spacing „Kleine-Welt-Phänomen“:
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Siehe data-epi-spacing auch:
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: Kontraste: Sicherheitsrisiko an deutschen Flughäfen
: Kontraste: Sicherheitsrisiko an deutschen Flughäfen Die ARD-Sendung Kontraste hat heute über „Datenklau per Funk – Sicherheitsrisiko an deutschen Flughäfen“ berichtet.
Die Diskussion über die Sicherheit an deutschen Flughäfen geht weiter – Stichwort „Nacktscanner“. Doch nun gibt es ein ganz neues Problem: Hacker sind in der Lage, die Ausweise des Personals heimlich per Funk zu kopieren. Mit solchem Datenklau könnten sich Terroristen Zugang zu sicherheitsrelevanten Bereichen verschaffen.
Der Beitrag findet sich auch schon bei Youtube:
Schöner Hack von Karsten Nohl und Henryk Plötz vom Chaos Computer Club.
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: Deutschlandradio über Deep Packet Inspection
: Deutschlandradio über Deep Packet Inspection Das Deutschlandradio hat in der immer wieder hörenswerten Sendung „Breitband“ heute einen Beitrag zu Deep Packet Inspection gemacht. Dazu haben sie mich interviewt, aber auch einen schönen fiktiven Werbetext für einen Internet-Provider der Zukunft mit DPI-Neusprech vorangestellt.
Hier ist die MP3-Datei.
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: Eine „Schweiz für Bits“? Wikileaks-Vortrag zum Datenfreihafen Island (Video)
: Eine „Schweiz für Bits“? Wikileaks-Vortrag zum Datenfreihafen Island (Video) Auf dem 26. Chaos Communication Congress des Chaos Computer Clubs Ende 2009 in Berlin hatten Aktivisten von Wikileaks die Idee präsentiert, Island zu einem „Datenfreihafen“ auszubauen (wir berichteten). Die Videoaufzeichnung des gesamten Vortrags gibt es mittlerweile in sieben Teilen auch bei Youtube zu sehen. Hier der Part, in dem die Idee vorgestellt wird, eine „Schweiz für Bits“ zu schaffen:
Links:
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: Hardwareproblem: USB ist weg
: Hardwareproblem: USB ist weg Ich kämpfe gerade zuhause mit kaputter Hardware. Über Weihnachten ist bei einem meiner Desktop-Rechner das Netzteil durchgeschmorrt. Das habe ich gestern durch ein Neues ersetzt. Seitdem sind aber die USB-Anschlüsse verschwunden und tauchen auch bei verschiedenen Linux-Live-CDs nicht mehr auf. Befürchte, dass das Mainboard auch Schaden genommen hat, aber sonst scheint alles zu funktionieren. Hatte jemand schonmal das Problem?
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: Netzneutralität
: Netzneutralität Auf dem 26. Chaos Communication Congress habe ich zusammen mit Falk Lüke von der Verbraucherzentrale Bundesverband einen Vortrag zu „Wofür offenes Internet? Warum wir klare Regeln für Netzneutralität brauchen“ gehalten. Darin haben wir die deutsche Debatte rund um das Thema Netzneutralität mal ausführlich beschrieben und in das Themenfeld eingeführt. Die Folien haben wir so konzipiert, daß man auch als Außenstehender schnell den Komplex Netzneutralität erfaßt und demnächst ist sicher ein Audio- und Video-Mitschnitt veröffenlicht.
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: Botnets, Internetanbieter und Politik – auf sanften Sohlen zu neuen nationalen Strukturen der Internet-Regulierung?
: Botnets, Internetanbieter und Politik – auf sanften Sohlen zu neuen nationalen Strukturen der Internet-Regulierung? Dieser Gastbeitrag stammt von Andreas Schmidt, der an der Technischen Universität Delft zu institutionellen und organisatorischen Aspekten von Internet-Sicherheit forscht. Er bloggt seit kurzem auch dazu auf netdefences.com. (RB)
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und der Verband der Internetbetreiber (eco) haben vereinbart, im Rahmen einer Kooperation eine Art nationales Botnet-Zentrum zu errichten. Ist es nach der politischen Instrumentalisierung missbrauchter Kinder ein neuer Versuch, eine Organisation aufzubauen, die einen direkten staatlichen (oder privatwirtschaftlichen) Eingriff in die Kommunikation aller ermöglicht? Wo beim Sperrgesetz Schwarz und Weiß noch sehr einfach zu trennen waren, sind die Dinge hier verschlungener, nuancierter, vielschichtiger.
Es gibt eine Reihe von Gründen, die BSI und eco zu diesem Schritt bewegt haben dürften. Gestützt wird ihr Vorgehen von pragmatischen Erwägungen und einer Reihe plausibler wissenschaftlicher Argumente. Doch es könnte auch der Kern eines neuen nationalen Internet-Governance-Regimes werden, dessen gesamtes Gebilde und auch dessen Risiken und Nebenwirkungen sich erst im Laufe der Zeit offenbaren werden.
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: Hacker Filme – A hacker screening series
: Hacker Filme – A hacker screening series „FREE KEViN – A HACKER SCREEINING SERIES“ stellt als Kunstprojekt Filme mit Hacker-Bezug von 1982 bis 2006 zusammen. Auf der Webseite finden sich viele Schnipsel aus den Filmen als Youtube-Videos. Die Filme selbst findet man dann in der Regel bei Tauschbörsen.
FREE KEVIN is a screening series featuring 15.4 GB of downloaded films and documentaries depicting hackers and related computer culture from the 1980s-2000s. A range of material, representing divergent points of view and intended audiences, including blockbuster films, educational television programming for public broadcast, and documentaries produced within the hacking community itself will be shown side-by-side.
Wer sich für Filmkultur mit Hacker-Bezug interessiert, wird auch mit dieser ausführlichen Liste glücklich, die Caspar Clemens Mierau zusammen gestellt hat.
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: Wir brauchen einen Netzpolitik-Gipfel und keinen IT-Gipfel
: Wir brauchen einen Netzpolitik-Gipfel und keinen IT-Gipfel Heute findet zum vierten Mal der „nationale IT-Gipfel“ statt. Wie in den Vorjahren laden die Bundesregierung und der IT-Lobbyverband Bitkom ein. Und dann gibt es stundenlang Politiker- und Lobbyistenreden und eine „Leistungsshow“.
Es ist sinnvoll, einen Platz zu haben, an dem Politik und Gesellschaft über wichtige Fragen der digitalen Gesellschaft und über die nationale Netzpolitik diskutieren. Doch der IT-Gipfel krankt seit seiner Erfindung daran, dass er allein dazu dient, Großprojekte vorzustellen, die allein Industrie und Politik zusammen ausgeheckt haben. Dabei fällt mir im Rückblick auf Anhieb kein deutsches Projekt ein, das nicht zuerst groß angekündigt und dann gegen die Wand gefahren wurde.
Auch zeigt die Redeliste des IT-Gipfels den Stellenwert, den das Internet in Deutschland hat: Das Netz soll Arbeitsplätze in einer Zukunftsbranche schaffen. Nicht mehr und nicht weniger. Die Rahmenbedingungen einer digitalen Gesellschaft werden allein mit den großen Industrie-Lobbyverbänden diskutiert. Eine Maßnahme zeigt anschaulich, was das Problem ist: Während andere Staaten wie Finnland Breitbandinternet als Grundversorgung begreifen und dementsprechende Gesetze schaffen, will die Bundesregierung dies dem Markt überlassen. Das ist zu wenig in heutigen Zeiten. Internet muss als Grundversorgung bereitgestellt werden, um der digitale Spaltung endlich entgegen zu arbeiten, statt sie zu vergrößern.
Deutschland braucht Ereignisse, bei denen Politik und Gesellschaft gemeinsam die Herausforderungen des digitalen Zeitalters diskutieren. Der IT-Gipfel war und ist bisher nicht der Ort dazu. Es wird Zeit für einen Netzpolitik-Gipfel, auf dem es um mehr als nur um Arbeitsplätze geht.
Da der IT-Gipfel ein running Gag ist, gilt auch noch das, was ich im vergangenen Jahr in der Taz kommentiert habe: Die Angst vor dem User.
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: Immer noch kein freies WLAN für Berlin
: Immer noch kein freies WLAN für Berlin Die neverending Story rund um ein freies WLAN in Berlin geht mal wieder in die Verlängerung. Jetzt hat auch die CDU einen Antrag ins Abgeordnetenhaus eingebracht und in einer parlamentarischen Anfrage die Senatsverwaltung gefragt, was Stand der Dinge ist. Heise hat die Zusammenfassung. Demzufolge eignen sich die meisten Straßenlampen nicht für eine WLAN-Infrastruktur, weil die Antennen das Stadtbild verunschönen würden. In einem Großteil der Lampen im Ostteil soll es Probleme geben, die Stromversorgung zu gewährleisten. Klingt natürlich alles nach Ausreden. Warum sind zahlreiche andere Metropolen weltweit in der Lage, eine solche Infrastruktur aufzubauen?
Etwas entlarvend ist die Antwort der Staatssekretärin Almuth Nehring-Venus (Linke) von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, die Heise zitiert:
„Aus wirtschaftspolitsicher Sicht wäre ein privatbetriebenes WLAN unter Nutzung der öffentlichen Verkehrsanlagen des Landes Berlin zu begrüßen“, erklärte Nehring-Venus. Besonders für medienaffine junge Berliner und Touristen sei es wünschenswert, an jedem Ort der Innenstadt kostengünstig ins Internet zu kommen. Doch gerade an den touristisch interessanten Straßen und Plätzen dürften Betreiber die Lampen nicht nutzen, weil sie entweder stadtbildprägend oder gasbetrieben sein. Das Thema WLAN könne aber ohnehin bald überholt sein: Die Mobilfunkunternehmen bieten nach Angaben der Staatssekretärin mit Pauschaltarifen und Angeboten für Internetzugang für einen Tag „attraktive Alternativen für den mobilen Internetzugang“.
Freies WLAN wird nicht als kommunale Daseinsvorsorgen angesehen, sondern man möchte das gerne privatisieren. Was dann wieder kein freies WLAN wäre, sonderm im Extremfall eine monopolisierte Infrastruktur.
Mal schauen, ob es bis zur nächsten Berliner Landtagswahl in 2011 noch irgendwelche Schritte geben wird. Bis auf die FDP haben jetzt alle Parteien die Position entwickelt, dass Berlin ein freies WLAN braucht. Der Berliner Senat ist aber anscheinend nicht in der Lage, das dann auch umzusetzen. Und das ist schade.
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: Studie zur Rechtmäßigkeit von Deep Packet Inspection
: Studie zur Rechtmäßigkeit von Deep Packet Inspection Mark Bedner von der Projektgruppe verfassungsverträgliche Technikgestaltung (Provet) an der Uni Kassel hat eine Studie zur Rechtmäßigkeit von Deep Packet Inspection veröffentlicht. Das ist meines Wissens nach der erste fundierte Beitrag zu DPI aus juristischer Perspektive. Bedner prüft, inwieweit verschiedene Einsatzszenarien von DPI (Bandbreitenlimitierung, Inhalte-Filter, Re-Routing, Profiling und Ad-Injection, …) mit dem deutschen Recht vereinbar wären. Dabei geht er vor allem auf das Datenschutzrecht und das Strafrecht ein. Aus dem Fazit:
„Die Ergebnisse zeigen, dass die geltende Rechtslage kaum mit der technischen Entwicklung Schritt gehalten hat. So sind ungewollte Auswüchse in der Providerbranche nur bedingt rechtlich klar handhab- oder sanktionierbar. Das geltende Recht behandelt derzeit überwiegend die Manipulation von längerfristig aufbewahrten Daten. Dass Daten quasi „on-the-fly“ während einer Übertragung inhaltlich manipuliert werden können, war für den Gesetzgeber jedoch auch nicht unbedingt absehbar. (…)
Für den deutschen und europäischen Gesetzgeber besteht die Notwendigkeit die Regeln der Netzneutralität und des Verbraucher- und Datenschutzes zum einen überhaupt als geltendes Recht auszugestalten und zum anderen vorhandenes Recht, insbesondere den einfachgesetzlichen Schutz des Fernmeldegeheimnisses, zügig an die fortschreitende Technikentwicklung und insbesondere an die bereits vorhandenen höchst intransparenten Echtzeitmanipulationsmöglichkeiten anzupassen.“
Inspiriert wurde Bedner übrigens von einem Beitrag hier bei netzpolitik.org. Das freut uns natürlich ganz besonders, daher ein fettes „Danke“ an ihn an dieser Stelle.
Update: „Wer war erster?“ ist nicht immer ganz klar zu beantworten. Es gab schon 2008 einen umfangreichen Aufsatz in einer Jura-Fachzeitschrift von Paul Ohm, aber der hat eine andere, eher essayistische Herangehensweise und bezieht sich auf das US-Recht. Er ist daher nur bedingt vergleichbar mit der Studie von Bedner.