Kultur

Fabbing: Ich drucke mir meine Welt

Der Elektrische Rpeorter berichtet heute über DIY /Makers Communities: Fabbing: Ich drucke mir meine Welt.


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Der Makerbot ist die kleinste und billigste Fabrik der Welt. Mit einem Baukasten, der nur wenige hundert Dollar kostet, kann sich jeder diesen so genannten Digital Fabricator basteln und ohne große Vorkenntnisse beliebige Objekte herstellen. Plötzlich unterliegen reale Gegenstände den selben Gesetzen wie digitale Güter: Droht den Herstellern von Gebrauchsgegenständen und Ersatzteilen das gleiche Schicksal wie der Musikindustrie? Schon bald könnten massentaugliche 3D-Drucker analog zum Papierdrucker neben jedem Schreibtisch stehen. Die Do-it-youself-Fabriken sind angeschlossen an Online-Communities wie dem Thingiverse, in denen Baupläne getauscht, diskutiert und verbreitet werden.

Hier ist die MP4.

Auf der kommenden re:publica´2010 haben wir auch einen kleinen Schwerpunkt auf das Thema mit einigen spannenden Workshops und Vorträgen zu dem Thema, u.a. ist Bre Pattis von Makerbot dabei und spricht über „The Open Source Personal Fabrication Revolution“.

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15 Kommentare
  1. Viele in den entsprechende Communities sehen fabbing als eine Möglichkeit an den Kapitalismus zu überwinden.

    Denn so gehen die Produktionsmittel wieder in den Privatbesitz über und werden nicht mehr vom Kapitalisten kontrolliert der den Mehwert für sich einstreicht. Auf jeden fall eine interessante Technolgie die unsere Welt genauso verändern könnte wie das Internet.

    Stellt euch nur mal vor man könnte Metall und Keramikstrukturen drucken, dann wäre von einfacher mikroelektronik bis zum Dübel für die Wand alles ohne große Kentnisse daheim Produzierbar, schlecht für die großen Industrien.

  2. @Futurist: Für mich klingt das alles nach einen schönen Utopie (Analog zur virtuellen Realität in den 80ern). Es reicht ja nicht, wenn ein gefabbtes Teil die Form eines Originalbauteils hat. Es muss auch zuverlässig seine Funktion übernehmen können.

    Allein bei den hier vergleichsweise nahe liegenden Kunststoffen ist die Brandbreite der Materialeigenschaften schon riesig. Ich möchte mich im Zweifel da eher nicht auf ein selbstgefabbtes Teil verlassen müssen.

    Von Luftschlossprojekten wie komplett und in Eigenregie gefabbten Autos und Industrieanlagen noch ganz abgesehen.

    Aber gut, ich lasse mich gerne überzeugen ,)

  3. „Earl Grey, heiß.“

    Die Möglichkeit, einfach alles selber mit einer Maschine herstellen zu können, ist eine der Erfindungen, die ich gerne noch in meiner Zeit hier auf Erden sehen würde. Die anderen sind Beamen, kabellose Stromübertragung und sich selbst erhitzende Pizza… *träum*

  4. Prima! Dann stelle ich mir mal gleich meine eigene Gitarre her. Eine Alternative für diese höllisch teuren amerikanischen Akustikgitarren.

    Wie meine selbstgeprintete Gitarre wohl klingt? Vermutlich ziemlich beschissen. Davon abgesehen funktioniert die Geschichte wohl nur für Tupperware.

  5. Die Idee ansich ist bestechend und es gibt sicher viele sinnvolle Anwendungsmöglichkeiten, siehe Rapid Prototyping.
    Aber die Vorstellung, jeder noch so Unbegabte bastelt alles mögliche und unmögliche selbst, um die Umwelt noch mehr mit häßlichen Dingen zu verschandeln, als es die Industrie schon ohnehin tut – diese Vorstellung erinnert mich, ich muß mir unbedingt eine Pistole besorgen, um mir notfalls eine Kugel durch den Kopf schießen zu können.

  6. Klasse Idee, aber was wirklich geht, ist doch heute noch gar nicht abzusehen und ob dieses Ding auch nur ein bißchen funktioniert, ist meines Erachtens sehr fraglich.

  7. Das Ding funktioniert! Also ich würde mir als angehender Maschinenbauer/Produktentwickler sehr gern so einen Makerbot holen. Im Vergleich ist zu den richtigen Rapidprototyping-Apparaten sehr, sehr günstig aber mit 700$ immernoch für einen Studenten teuer. Für kleinere Sachen reicht er auch (100x100x120mm), also bissl über ein Liter.

    Ich finde wenn solche Apparate sich weiter entwickeln wird das eventuell einen Schwung neuer Bildung und Begeisterung nach sich ziehen. Nicht umsonst gibt es ein Maschinenbaustudium um gescheite Konstruktionen/Produkte zu konstruieren. Ich denke dass viele am Tüfteln sind und sich so vielleicht zusätzliches Wissen über Mechanik/ Konstruktion etc. aneignen damit ihr Vorhaben auch gelingt.
    Vielleicht reicht die Begeisterung auch für ein späteres Ingenieurstudium? Standort Deutschland könnte sowas gebrauchen, da wir ja eher entwickeln und nicht produzieren.

    Aber auch bei einfach Sachen, von wegen ich baue mir mal einfach ein passenden Handyhalter oder sonst was führen zum Nachdenken und wenn jeder nachdenkt kommt vielleicht sogar ein Innovationsschub.

    http://blog.makezine.com/archive/2010/01/printable_cross-link_ellipse_gears.html
    http://blog.makezine.com/archive/2010/01/modular_printable_boxes.html

  8. Ihr Bre Pettis auf der re:publica? Hmm, vielleicht schaue ich doch mal rein.

    Als Ergänzungen möchte ich mal darauf hinweisen, dass Bre Pettis eine Webseite zum freien Austausch von ‚Rezepten‘ für Dinge aufgebaut hat: http://www.thingiverse.com/ Dort kann man sehen, was Leute heute schon so zustande bringen.

    @Jörg-Olaf Schäfers: Natürlich ist es richtig, dass wir bisher keinen Replikator haben, der alles herstellt. Aber es gibt durchaus schon einige nette Dinge und dann sollte man nicht vergessen, dass es als Prototyping-Werkzeug auch Nützlichkeit hat, um eine ’normale‘ Produktion vorzubereiten. Auch sind es nicht nur 3D-Plastik-Drucker (wie MakerBot) mit denen man etwas basteln kann, sondern auch Lasercutter, CNC-Fräsen oder sogar automatische Webstühle. Jedes dieser Geräte bietet andere Möglichkeiten.

  9. @Mnementh: Meine Vorurteile basieren vor allem auf einem ebenso visionären wie (imo) weltfremden Podcast (vom 9to5-Festival?) und der grundsetzlichen Überlegung, dass Laien, die Prototypen herstellen, naturgemäß Probleme haben mit industrieller Produktion zu konkurrieren.

    Aber wie gesagt, ich lasse mich gerne überzeugen.

  10. @Jörg-Olaf Schäfers
    genauso wetfrem wie die Idee, dass Laien mit einer eigenen Homepage professionellen Journalisten Konkurrenz machen? :-)

    Aber im Ernst: Die Technik steckt noch in den Kinderschuhen und die Ergebnisse haben eher Demo-Charakter. Aber ich erinnere mich noch an meinen ersten Drucker: das war ein Epson 9-Nadeldrucker, der 3 Schriftarten in einem Schneckentempo mit Höllenlärm quälend langsam zu Papier brachte. heute steht auf meinem Schreibtisch ein Farblaserdrucker, der auch noch 1/3 billiger war…
    Und was die Qualität angeht, so wird das ähnlich ablaufen wie Opensource-Software oder bloggen. Jede Menge Schrott, aber wo sich Engagierte und Begabte treffen kommt etwas heraus, was sich mit industriellen Produkten messen kann (Und ganz sicher jede Menge Star Trek Modelle).

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