Events

  • : Advocacy 2.0 auf Barcamp Berlin
    Advocacy 2.0 auf Barcamp Berlin

    Dieses Wochenende findet wieder ein Barcamp in Berlin statt. Ich bin etwas übermüdet seit heute morgen hier und mittlerweile wieder fit. Eben hab ich eine Session zu „Advocacy 2.0“ gehalten, wo es um politische Kommunikation im Netz ging. Ich hab verschiedene Projekte von uns und „Best Practice“ Kampagnen aus aller Welt vorgestellt. Dabei ging es vor allem um die Frage, wie politische Kampagnen partizipatorische Elemente verwenden, welche Werkzeuge wofür sinnvoll sind und was für Erfahrungen damit gesammelt wurden. Peter Schink hat ein wenig mitgebloggt: Politik 2.0. Sonst ist das Barcamp nett. Viele interessante Menschen hier, wenngleich die Anzahl der Teilnehmer und die Anzahl der angebotene Sessions leider immer noch eher von einer Konsumentenmentalität zeugen. Aber das meiste läuft es p2p zwischen den Teilnehmern ausserhalb der Session statt. Und das ist eh meistens das interessanteste an Konferenzen und Veranstaltungen.

    Ein wenig nervt das beschränkte Internet. Nur zwei Ports sind frei. Weder kann ich auf Instant-Messaging zugreifen, noch funktioniert IMAP über SSL. Ausserdem muss man einen Proxy nutzen. Ich fühl mich etwas behindert.

    3. November 2007 4
  • : Dienstag: The Starfish and the Spider
    Dienstag: The Starfish and the Spider

    Am Dienstag ist der Autor Rod Beckström zu Gast im newthinking store, um über sein Buch „Der Seestern und die Spinne“ und darüber zu sprechen, wieso neue Netzwerk-Bewegungen über alte Hierarchien triumphieren.

    Warum sind Wikipedia, Craigslist und Skype so erfolgreich? Wieso versetzten Kazaa und Napster der Musikindustrie einen solchen Schlag? Weil sie das freche Seestern-Prinzip nutzen, das auf Dezentralisierung, Vertrauen und Kommunikation unter Gleichen aufbaut. Mit ihrer Wandlungsfähigkeit setzen die flinken Seesterne die hierarchischen Spinnenorganisationen immer wieder Schachmatt – und verändern damit die Welt. Der Unternehmer und Umweltaktivist Rod Beckström zeigt in seinem Buch „Der Seestern und die Spinne“ anhand vieler überraschender Beispiele, dass seesternartige Organisationen auf eine lange Erfolgsgeschichte verweisen können – von der Antisklaverei-Bewegung und dem Verteidigungskampf der Apachen-Indianer über die Anonymen Alkoholiker bis zu Internetfirmen und dem Autobauer Toyota. Rod wird uns eine anregende Einführung in die Gedankenwelt von Seestern- und Spinnenorganisationen geben und erklären, was dies für die Strategie und Wettbewerbssituation von Unternehmen im Internetzeitalter und sogar für den Weltfrieden bedeutet. Denn auch die Terror-Organisation al-Qaida verhält sich wie ein Seestern.

    Beginn ist 19 Uhr und der Eintritt ist frei.

    2. November 2007 4
  • : Ankündigung: re:publica’08 – Die kritische Masse
    Ankündigung: re:publica’08 – Die kritische Masse

    Vom 02. bis 04. April 2008 findet in Berlin die re:publica’08-Konferenz mit dem Untertitel „Die kritische Masse“ statt. Nach dem großen Erfolg der „re:publica – Leben im Netz“ mit über 700 Teilnehmern im April 2007 wird es erneut um die kulturellen und gesellschaftlichen Aspekte des Web 2.0 gehen.

    Die Konferenz wird zusammen von der newthinking communications GmbH und der Spreeblick KG organisiert und durchgeführt. Dahinter stehen die beiden bekannten Weblogs spreeblick.com und netzpolitik.org.

    „Wenn wir heute von «Kritischer Masse» reden, ist nicht mehr der nuklearphysische Begriff gemeint“, sagt Johnny Haeusler von spreeblick.com. „Es ist stattdessen die Teilnehmerzahl in einem Netzwerk, ab der die Nutzerzahl exponenziell zu wachsen beginnt, es also zu einem Selbstläufer wird.“ Mit derartigen Kettenreaktionen und den Auswirkungen sozialer Netzwerke auf das tägliche Leben, auf Wirtschaft und Politik werden sich drei Tage lang Besucher der re:publica’08 beschäftigen.

    Markus Beckedahl von netzpolitik.org ergänzt: „2008 wird die re:publica deutlich internationaler als 2007. Interessante Vortragende aus anderen Ländern werden eingeladen, um über die globalen Aspekte von sozialen Medien und der digitalen Gesellschaft zu diskutieren. Wir planen wieder bis zu 100 Vorträge, Workshops und Diskussionen.“

    Mit der Ankündigung wurde ein „Call for Participation“ für die re:publica’08 gestartet. Das Einsenden von Programmvorschlägen und potenziellen Workshops ist ausdrücklich erwünscht: Diese können wahlweise per Mail eingeschickt, im eigenen Weblog veröffentlicht oder ins re:publica-Wiki geschrieben werden.

    Die re:publica’08 wird gefördert vom Hauptstadtkulturfonds Berlin.

    Kurz zusammen gefasst:

    Was: „re:publica 2008 – Die kritische Masse“
    Wann: 02.–04. April 2008
    Wo: Kalkscheune in Berlin-Mitte
    Wer: Spreeblick und newthinking communications
    Netz: http://www.re-publica.de
    Twitter: http://www.twitter.com/republica

    1. November 2007 4
  • : INACH Jahreskonferenz 2007
    INACH Jahreskonferenz 2007

    Jugendschutz.net und das International Network Against Cyber Hate (INACH) veranstalten am 8. und 9. November im Centrum Judaicum in Berlin die Konferenz „INACH Jahreskonferenz 2007″ mit dem Titel “ Hate on the Net –Promoting tollerance by means of (media) education“.

    Anders als in Deutschland, wo ein Vorgehen gegen Rechtsextremismus im Internet relativ einfach ist, ist dies international schwieriger. So bleiben z.B. in den USA rechtsextreme Inhalte oft mit dem Verweis auf die dortige Meinungsfreiheit im Netz. Die Erfolge von jugendschutz.net und INACH zeigen, dass aber auch hier gehandelt werden kann. Auf der Konferenz geht es um die Fragen, welche rechtlichen und welche medien-pädagogischen Möglichkeiten es gibt, um gegen Hass-Seiten im Internet vorzugehen und was international nötig ist, um effektiver gegen solche Inhalte einschreiten zu können. Es soll auch eine Resolution verabschiedet werden, die von den internationalen Staatengemeinschaften ein koordiniertes Vorgehen gegen Hass-Verbrechen im Netz fordert.

    Ich hab da leider keine Zeit, aber vielleicht findet sich ja jemand, den das Thema interessiert und von dort berichtet?

    Das Bundesinnenministerium berichtet auf der Informationsseite zum „Gemeinsamen Internetzentrum (GIZ)“ von ähnlichen Problemstellungen:

    Die Zahl extremistischer und terroristischer Internetseiten mit islamistischem Hintergrund geht in die Tausende. Eine seriöse Quantifizierung islamistischen Materials im weltweiten Internet ist nicht möglich. Auch Islamisten nutzen immer häufiger interaktive, oft auch nicht dezidiert islamistische Internetdienste wie Weblogs, Diskussionsforen, Videoplattformen oder Freundschaftsnetzwerke zur Verbreitung ihrer Propaganda. Diese Internetdienste zeichnen sich dadurch aus, dass eine Unterscheidung zwischen Produzenten und Konsumenten kaum noch möglich ist: Die Nutzer der Dienste sorgen gleichzeitig für den auf den Seiten angebotenen Inhalt. Auf diesen Plattformen finden sich sowohl die immer wieder aufs Neue kopierten „offiziellen“ Veröffentlichungen islamistischer Gruppierungen und ihrer Führer, als auch immer größer werdende Mengen an selbstgefertigter Propaganda von Sympathisanten.

    Zur explosionsartigen Vermehrung islamistischer Propaganda im Internet trägt insbesondere das Phänomen der Weblogs bei. Es handelt sich dabei nämlich um Internetpräsenzen, die von jedermann kostenfrei, anonym und ohne besonderes technisches Wissen eingerichtet werden können, was auch von Islamisten umfänglich genutzt wird.

    Die massenhafte Verbreitung von Videomaterial wird durch das Angebot von kostenlosem und anonym nutzbarem Speicherplatz kommerzieller Anbieter begünstigt: Hier können Videodateien hochgeladen und zum Download für jedermann bereitgehalten werden. Um ein Löschen der Dateien zu verhindern, werden besonders wichtige Videos auf Hunderten unterschiedlicher Speicherplätze abgelegt.

    Vermutlich lassen sie bald das „Web 2.0“ aus Sicherheitsgründen abschalten…

    31. Oktober 2007 1
  • : Vorratsdatenspeicherung am Mittwoch im Rechtsausschuss
    Vorratsdatenspeicherung am Mittwoch im Rechtsausschuss

    Am kommenden Mittwoch behandelt der Rechtsausschuss des Deutschen Bundestages abschliessend die Vorratsdatenspeicherung. Das bedeutet, dass die zweite und dritte Lesung, wie vermutet, am Donnerstag oder Freitag im Plenum stattfindet. Damit ist dann die Vorratsdatenspeicherung durch den Bundestag durch. Sehr praktisch, dass die dezentralen Kundgebungen und Mahnwachen des AK-Vorratsdatenspeicheurng am kommenden Dienstag, den 6. November, überall in Deutschland stattfinden.

    31. Oktober 2007 2
  • : Freitag: Ubuntu 7.10 „Gutsy Gibbon“ Release Party in Berlin
    Freitag: Ubuntu 7.10 „Gutsy Gibbon“ Release Party in Berlin

    Am kommenden Freitag gibt es in der c‑base anlässlich des Release der neuen Ubuntu 7.10 Distribution eine Party. DOrt stellt auch Andreas Pohl vom newthinking store erste vorinstallierte Notebooks mit der neuen Ubuntu-Version vor. Die c‑base ist in der Rungestrase 20 nahe der Jannowitzbrücke. Beginn ist 19 Uhr und der Eintritt ist frei.

    Bei OpenStreetMap gibt es tolles Kartenmaterial zur Wegfindung.

    22. Oktober 2007 2
  • : Bundesweiter Demonstrationsaufruf zum Stopp der Vorratsdatenspeicherung
    Bundesweiter Demonstrationsaufruf zum Stopp der Vorratsdatenspeicherung

    Der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung ruft unter dem Motto „Freiheit statt Angst – Für die Grundrechte!“ zu bundesweiten Demonstrationen am 6. November 2007 auf, um die von der Koalition geplante Vorratsdatenspeicherung noch in letzter Minute zu stoppen.

    22. Oktober 2007 2
  • : Rückblick Sustainable IT – Nachhaltigkeit in der Informationsgesellschaft
    Rückblick Sustainable IT – Nachhaltigkeit in der Informationsgesellschaft

    Vergangenen Mittwoch und Donnerstag fand die vom newthinking store organisierte Sustainable IT-Konferenz in Berlin statt. Das Thema war „Nachhaltigkeit in der Informationsgesellschaft“. Und im Gegensatz zu den üblichen Nachhaltigkeits- und Grüne IT-Konferenzen haben wir den Bogen durch zusätzliche Themen wie Offene Standards, Freie Software, Nord-Süd und fair produzierte Computer weitergespannt. So wie wir halt Nachhaltigkeit in der digitalen Gesellschaft definieren würden.

    Ich hab leider nur den ersten Tag eher passiv verfolgen können und lag dann krank im Bett. Aber es gibt schon ausreichend Dokumentation im Netz. Der erste Tag ist schon komplett als Video im Netz und der zweite Tag folgt Anfang der Woche. Es gab noch einige Video-Interviews, die es teilweise sicher noch auf NetzpolitikTV gibt. Spiegel-Online hat einen Artikel zur Konferenz gemacht, geht da aber leider nur auf die Grüne IT-Thematik ein: Grünes Internet – Wieviel CO2 Avatare ausatmen.

    Die beste Berichterstattung hat Christian Heller bei futur:plom gebloggt. Den ersten Tag gibt es schon komplett online, der Rest folgt noch. Ich hab auf dem Panel zu „Nachhaltigkeitsdefizite im Web 2.0“ gesprochen. Davon gibt es einen Video-Mitschnitt und bei futur:plom die Mitschrift.

    Einer der Höhepunkte war sicherlich der Vortrag von Professor Sugata Mitra über Experimente und Erfahrungen in ländlichen Gebieten von Indien, Computer Kindern und Jugendlichen durch alternative Pädagogik nahe zu bringen: „Hole in the Wall“. Sehr spannend! Bei futur:plom gibts die Mitschrift.

    21. Oktober 2007 1
  • : Dienstag in Halle: Mit Videokamera und Weblog – die Zukunft politischer Kommunikation?
    Dienstag in Halle: Mit Videokamera und Weblog – die Zukunft politischer Kommunikation?

    Am kommenden Dienstag, den 23. Oktober 2007 bin ich bei einer Veranstaltung der Heinrich Böll Stiftung Sachsen-Anhalt in Halle eingeladen. Das Diskussionsthema ist spannend und dreht sich um „Mit Videokamera und Weblog – die Zukunft politischer Kommunikation?“. Beginn ist 19:30 Uhr und findet wohl im „Englischer Saal, Franckesche Stiftungen“ in der Franckeplatz 1 in Halle (Saale) statt.

    Hier ist die Ankündigung:

    Mit Videokamera und Weblog – die Zukunft politischer Kommunikation?

    Im Rahmen der Reihe “Zwischen Lobbyismus und Bürgermedien – Perspektiven politischer Kommunikation in Deutschland” im halleschen Themenjahr 2007.

    Das Internet leitet – wie zuletzt die Erfindung von Radio oder Fernsehen – eine Revolution in der Art und Weise ein, in der wir miteinander kommunizieren. Dies betrifft natürlich auch zunehmend die politische Sphäre. Klassische Medien verlieren so an Reichweite, die Zeitungen an Auflage. Gleichzeitig bietet sich mit dem Internet die Chance für PolitikerInnen und Parteien in ein direkte – an den bisher vermittelnden Medien vorbei – Kommunikation mit dem potentiellen Wähler zu treten. Doch dies gilt nun auch umgekehrt, die einfache Veröffentlichung von Videos und Weblogs bietet neue Formen von Kritik und Beobachtung von Politikern durch den Bürger. Führt diese Änderung der Kommunikationsmöglichkeiten zu einem substanziellen Wandel in der politischen Kommunikation? Oder gar zu einem Wandel in der Art, wie Politik gemacht wird?

    Für eine Diskussion und fachkundige Kommentierung dieser und weiterer Fragen sind eingeladen:

    * Markus Beckedahl (netzpolitik.org)
    * Robert Heinrich (Leiter Öffentlichkeitsarbeit BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
    * Prof. Dr. Manfred Kammer (Medien- und Kommunikationswissenschaftler, Universität Halle)
    * Martin Grimm (Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt, Moderation)

    19. Oktober 2007 2
  • : Vortrag: Software im Strafrecht von Gerrit Oldenburg
    Vortrag: Software im Strafrecht von Gerrit Oldenburg

    Am Montag den 22.10.2007 hält Gerrit Oldenburg, DV-Beauftragter der juristischen Fakultät der HU Berlin, einen Vortrag zur Stellung von „Software im Strafrecht“, mit anschließender Diskussion. Veranstaltungsort ist die Humboldt-Universität zu Berlin, Altes Palais/ Kommode, Unter den Linden 9, Raum 214. Aus dem Veranstaltungstext:

    Software ist zunehmend Gegenstand rechtlicher Regelungen, nicht nur im Urheber- und Patentrecht: In der strafrechtlichen Diskussion wird Software sowohl als Instrument von Straftätern, als auch als Mittel zu deren Verfolgung wahrgenommen.

    Aus technischer Sicht fällt auf, dass die Diskussion über strafrechtliche Regelungen von Aussagen dominiert wird, die ein völlig falsches Bild von den Funktionen und Möglichkeiten „nützlicher“ oder „schädlicher“ Software vermitteln.

    In dem Vortrag „Software im Strafrecht“ werden Diskrepanzen und Widersprüche zwischen den rechtspolitischen Argumenten und ihren technischen Grundlage anhand der aktuellen Beispiele „Hackertools“ und „Bundestrojaner“ aufgezeigt.

    Beginn ist um 19 Uhr, Ende wird gegen 21 Uhr sein. Der Eintritt ist frei. Die Veranstaltung ist Teil der monatlichen Vortragsreihe, die seit Herbst 2004 geführt wird. Den Ankündigungstext gibts auch als PDF zum herunterladen und plakatieren.

    Disclaimer: Ich bin Mitglied des Berliner Arbeitskreis Rechtswirklichkeit (BAR) und werde auch dort sein.

    18. Oktober 2007 1
  • : Erste deutschsprachige Ubuntu-Konferenz
    Erste deutschsprachige Ubuntu-Konferenz

    Am Wochenende des 20. und 21. Oktober wird die deutsche
    Ubuntu-Community, mit Unterstützung des Ubuntu Deutschland e.V., die erste Ubucon im deutschsprachigen Raum veranstalten. Der Gastgeber ist die Hochschule Niederrhein in Krefeld und das Programm steht bereits zur Verfügung. Die Veranstalter schreiben auf Ihrer Webseite:
    „Wir versuchen, allen Besuchern unabhängig vom jeweiligen Wissensstand ein ansprechendes Vortragsprogramm zu bieten.“ Sie beweisen dies mit einem differenzierten Programm, das von linux4afrika über Bug Reports schreiben für Dummies und Kernel Programmierung zu einer Diskussionsrunde zu Vermarktung von Ubuntu reicht.

    Beim Projekt linux4afrika werden vom Verein FreiOSS gebrauchte Geräte zentral gesammelt, getestet und nach Tansania gebracht. Die Projektteilnehmer berichten von ihren konkreten Erfahrungen. Ähnlich grenzüberschreitend ist „Wubi“, der „Windows-based Ubuntu Installer“: hier wird eine Möglichkeit vorgestellt, die es dem Windowsnutzer noch einfacher macht, ubuntu auszuprobieren. Nicht nur im Beitrag Fliegender Roboter geht es um die praktische Anwendung von Linux, weitere Vorträge gibt es zu Metadaten und zu konkreten Anwendungen wie Seminarix. Einige Diskussionen und Veranstaltungen zur Community runden das Programm ab.

    Der Eintritt ist kostenlos, aber wer die Ubucon finanziell oder als
    Helfer unterstützen möchte, ist herzlich dazu eingeladen.

    16. Oktober 2007 2
  • : Bundesweite Kundgebungen gegen die Vorratsdatenspeicherung
    Bundesweite Kundgebungen gegen die Vorratsdatenspeicherung

    Der AK-Vorratsdatenspeicherung hat jetzt einen „Aufruf zu bundesweiten, dezentralen Kundgebungen am 06. November“ veröffentlicht:

    Nach dem mit 15.000 Teilnehmern großen Erfolg der letzten Demonstration „Freiheit statt Angst“ am 22.09.07 in Berlin wollen, nein, müssen wir wieder tätig werden. Wie wir „aus gut unterrichteten Kreisen“ erfahren haben, wird die Verschärfung der TK-Überwachung und die Vorratsdatenspeicherung vermutlich am 8./9. November in 2./3. Lesung in den Bundestag kommen. Um noch in letzter Minute den Druck zu erhöhen und den Entscheidungsprozeß wenn möglich zu beeinflussen, haben wir kurzfristig beschlossen, am 6. November zu bundesweiten, dezentralen Protestkundgebungen aufzurufen:

    Am 6. November zwischen 17:00 und 19:00 (Kernzeit) bitten wir, Kundgebungen vor den Rathäusern und/oder Landesregierungen abzuhalten und mit Reden, künstlerischen Aktionen und einer abschließenden schweigenden Mahnwache an die Regierung zu appellieren. Bitte verbreiten Sie den diesen Aufruf möglichst breit und informieren Sie über Ihre eigenen Verteiler, befreundete Organisationen, deren Gliederungen und regionale Körperschaften. Informieren Sie Freunde und Bekannte. Bringen Sie bitte zur Kundgebung Grundgesetze, die Sie hier bestellen können, sowie Kerzen, Fackeln oder Grablichter mit.

    Wir hoffen wieder auf eine möglichst breite Unterstützung und verknüpfen die Bitte um (aktive) Teilnahme gleich mit der Bitte um Spenden: um Infomaterial zu drucken, benötigen wir viel Geld, ebenso für Lautsprecher, kleine Bühnen etc. Falls Sie spenden wollen, nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf.

    Die Koordination der Aktionen und Kundgebungen finden im Wiki des AK-Vorratsdatenspeicherung statt.

    * Ankündigung einer Pressekonferenz:*
    Am 02.11.07 laden wir im Vorfeld zu einer Pressekonferenz um 10:30 in den Robert-Havemann-Saal, Haus der Demokratie und Menschenrechte, Greifswalder Str. 4, 10405 Berlin, (Stadtplan und GPS-Koordinaten).

    15. Oktober 2007 4
  • : The Oil of the 21st Century – Perspectives on Intellectual Property
    The Oil of the 21st Century – Perspectives on Intellectual Property

    Vom Freitag, den 26. Oktober bis Sonntag, den 28. Oktober findet im Telegrafenamt in der Tucholskystrasse 6 in Berlin-Mitte die „The Oil of the 21st Century – Perspectives on Intellectual Property“ – Konferenz statt.

    Hier sind die Programminfos:

    Friday, October 26, 5pm – late
    Introductions: General Rights Management
    Panel: File-Sharing as Culture Industry
    Drinks & Discussion

    Saturday, October 27, 3pm – late
    Presentations: Keep Up Your Rights, Case by Case
    Conversation: The Poverty of the Small Author
    Screening and Debate: Steal This Film Part 2
    A Party in the Bureau at the Bay

    Sunday, October 28, 1pm – late
    Internal Workgroups: Agencies, Infrastructure, Protocols

    Conference Ticket (Friday and Saturday): EUR 5
    Single Day Ticket (Friday or Saturday): EUR 3
    Reservations: reservations@oil21.org

    Daniela Alba (SE), Christian von Borries (DE), Volker Grassmuck (DE), The League of Noble Peers (UK), Lawrence Liang (IN), Kobe Matthys (BE), Mininova (NL), Ariane Müller (DE), Piratbyran (SE), The Pirate Bay (SE), Cornelia Sollfrank (DE), Felix Stalder (CH), Torrentfreak (NL) and others

    15. Oktober 2007
  • : Gewinner der BigBrotherAwards 2007
    Gewinner der BigBrotherAwards 2007

    Die BigBrotherAwards 2007 verleihen gerade in Bielefeld die „Auszeichnungen für Datenkraken“. Mehr Informationen bietet die Webseite. Zwischen 18:00 – 20:00 Uhr gibt es auch einen Live-Stream der Veranstaltung direkt aus Bielefeld in die grosse weite Welt hinaus. Die Jury hatte es in diesem Jahr besonders schwer: Aus mehr als 500 Einsendungen mussten die Gewinner ausgesucht werden.

    Für die, die wie wir leider nicht vor Ort sein können, präsentieren wir hier ausführlich die verdienstvollen Gewinner mit Ausschnitten aus den Laudatios. Here we go:

    Arbeitswelt:

    Der BigBrotherAward 2007 in der Kategorie „Arbeitswelt“ geht an die Novartis Pharma GmbH für die Bespitzelung ihrer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und die damit verbundene Verletzung grundlegender Persönlichkeitsrechte.

    Ausschnitt aus der Laudatio:

    „Ein hoher Überwachungsbedarf lässt sich durch diese selbstverschuldete Situation allzu leicht begründen und so führt das Unternehmen seinen Kampf nicht mehr gegen die Konkurrenz, sondern gegen die eigenen Mitarbeiter. Bei der Wahl der Mittel ist man dabei nicht zimperlich. Neben der inoffiziellen Ermutigung von Kollegen zur Denunziation schickt man dem Mitarbeiter einfach ganztägig Detektive hinterher, die jeden Besuch und jede Tätigkeit minutiös aufschreiben. Frei nach dem Motto: Wer suchet, der findet – Und jeder Fund ermöglicht die schnelle Trennung vom Betroffenen.

    Eine derart lückenlose, die Persönlichkeitsrechte verletzende Überwachung scheint zu den Standardmaßnahmen zu gehören – fühlt sich doch sogar der Betriebsrat genötigt, in einer Veröffentlichung darauf hinzuweisen. Wobei man sich fragt, ob der Betriebsrat die Mitarbeiter nicht lieber vor solchen Maßnahmen schützen sollte, anstatt sie nur darüber zu informieren. Der sorglose Umgang mit den Persönlichkeitsrechten der Mitarbeiter hat, den Vorgaben der Selbstverpflichtungen zum Trotz, scheinbar Methode. Nur so ist zu erklären, dass die Mitarbeiter die Ergebnisse einer „Selbsteinschätzung“ genannten Online-Befragung trotz ausdrücklich zugesicherter Vertraulichkeit nach kurzer Zeit personalisiert und mit Bewertung und Verbesserungsvorschlägen versehen aus der Personalabteilung zurück geschickt bekamen.

    Da wundert es dann auch nicht mehr, wenn man von Behinderungen beim Besuch der Betriebsversammlungen, von datenschutzwidriger Veröffentlichung von so genannten „Rennlisten“ und Krankentagelisten und von der standardmäßigen Öffnung der Betriebsratspost durch die Poststelle erfährt.“

    Behörden und Verwaltung:

    Der BigBrotherAward 2007 in der Kategorie „Behörden und Verwaltung“ geht an die Generalbundesanwältin Monika Harms. Sie erhält den BigBrotherAward für ihre Antiterror-Maßnahmen gegen Gegner des G8-Gipfels im Mai dieses Jahres, insbesondere für die systematischen Briefkontrollen in Hamburg und die Anordnung, bei Gipfelgegnern Körpergeruchsproben aufzunehmen und zu konservieren.

    Ausschnitt aus der Laudatio:

    „Die Generalbundesanwältin – die als oberste Anklagebehörde sich immer noch „Der Generalbundesanwalt“ (GBA) nennt – erhält den BigBrotherAward für ihre Maßnahmen gegen Gegner des G‑8‑Gipfels in Heiligendamm im Mai dieses Jahres. Die Jury hält dabei zwei Aspekte für besonders frag- und damit preiswürdig:

    • Zum einen hat Frau Harms beim Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs (BGH) beantragt, auf der Suche nach Bekennerschreiben militanter G‑8‑Gegner systematische Briefkontrollen in Hamburg durchführen zu lassen. Daraufhin wurden sämtliche Briefe aus den betroffenen Hamburger Stadtteilen nach verdächtigen äußeren Merkmalen abgesucht.
    • Zweitens hat Frau Harms angeordnet, von G‑8‑Gipfelgegnern, die der Militanz verdächtigt wurden, Geruchsproben aufzunehmen und zu konservieren. Dabei haben die Ermittler stark in die Intimsphäre und die Persönlichkeitsrechte der Betroffenen eingriffen.

    Sowohl der Antrag auf Postkontrolle als auch die Anordnung von Geruchsproben standen im Zusammenhang mit §-129a-Razzien und Durchsuchungen von 40 Wohnungen, Büros, Kulturzentren und Internetservern. Damit sind linke Szenen und Globalisierungskritiker schon im Vorfeld des G‑8‑Gipfels unter Terrorismusverdacht gestellt worden. Diese Ermittlungen haben bislang zu keinen Anklagen geführt, dafür aber zu umfangreichen Vorfeld-Ausforschungen per Datenerfassung und –verarbeitung, die dazu geeignet sind, auch für künftige Ereignisse Soziogramme des G‑8‑Protest- und Widerstandspotentials zu erstellen.“

    Regional:

    Der BigBrotherAward 2007 in der Kategorie „Regional“ geht an die Behörde für Bildung und Sport der Freien und Hansestadt Hamburg, vertreten durch Alexandra Dinges-Dierig, Senatorin für Bildung und Sport, für die Einrichtung eines Schülerzentralregisters mit dem (Neben-) Zweck, ausländische Familien ohne Aufenthaltserlaubnis aufzuspüren.

    Ausschnitt aus der Laudatio:

    „Hamburg ist bundesweit für eine besonders rigide und menschenunwürdige Abschiebepraxis bekannt. Mal soll ein seit 21 Jahren in Deutschland lebender Palästinenser aus Nablus im Westjordanland abgeschoben werden, mal sollen minderjährige Schüler ohne ihre Eltern (die eine Aufenthaltsgenehmigung haben) in deren Heimat abgeschoben werden. Da ist es nicht verwunderlich, dass alle Mittel genutzt werden, um Familien für die nächste Abschiebung aufzuspüren. So nutzt die Ausländerbehörde auch das Zentrale Schülerregister, um Kinder und ihre Eltern ohne Aufenthaltsgenehmigung zu entdecken. “

    Politik:

    Der BigBrotherAward 2007 in der Kategorie „Politik“ geht an den Bundesminister der Finanzen, Herrn Peer Steinbrück, für die Einführung einer lebenslangen Steuer-Identifikationsnummer (Steuer-ID) für alle Einwohnerinnen und Einwohner der Bundesrepublik Deutschland.

    Ausschnitt aus der Laudatio:

    „Begründet wird die Einführung der Steuer-ID mit dem Erfordernis, “eine eindeutige Identifizierung des Steuerpflichtigen in Besteuerungsverfahren“ zu ermöglichen. Genau dies ist aber die Funktion eines verfassungswidrigen Personenkennzeichens (PKZ). Bereits 1969 erklärte das Bundesverfassungsgericht im Mikrozensusurteil: „Mit der Menschenwürde wäre es nicht zu vereinbaren, wenn der Staat das Recht für sich in Anspruch nehmen könnte, den Menschen zwangsweise in seiner ganzen Persönlichkeit zu registrieren und zu katalogisieren“ .

    Schon einmal war geplant, mit dem Bundesmeldegesetz eine einheitliche Personenkennziffer für alle Einwohnerinnen und Einwohner der Bundesrepublik Deutschland einzuführen, um Verwaltungsvorgänge zu rationalisieren. Damals – vor 31 Jahren – hat der Rechtsausschuss des Deutschen Bundestages – mit Blick auf das Mikrozensus-Urteil – festgestellt, dass „die Entwicklung, Einführung und Verwendung von Nummerierungssystemen, die eine einheitliche Nummerierung der Bevölkerung im Geltungsbereich dieses Gesetzes ermöglicht, unzulässig ist“, und das Vorhaben wurde verworfen.“

    Kommunikation:

    Bundesministerin Brigitte Zypries erhält den BigBrotherAward 2007 in der Kategorie „Kommunikation“ für den Gesetzentwurf zur Vorratsdatenspeicherung. Mit diesem Gesetzentwurf woll in Deutschland die Vorratsdatenspeicherung von Telekommunikations-Verbindungsdaten eingeführt werden. Die Bundesinnenministeriun ignoriert damit bewusst die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts, das bereits 1983 im Volkszählungsurteil festgelegt hatte, dass die Sammlung von nicht anonymisierten Daten zu unbestimmten oder noch nicht bestimmbaren Zwecken mit dem Grundgesetz unvereinbar ist.

    Ausschnitt aus der Laudatio:

    „Die Jury der BigBrotherAwards hat durchaus nicht verkannt, dass es sich bei der genannten Richtlinie um einen den deutschen Gesetzgeber verpflichtenden Rechtsakt der EU handelt. Im Falle der Weigerung einer Umsetzung würde dies ein Vertragsverletzungsverfahren gegen die Bundesrepublik Deutschland nach sich ziehen. Wir haben darüber hinaus berücksichtigt, dass bereits heute – allerdings zu Abrechnungszwecken – einzelne Verkehrsdaten von den TK-Anbietern gespeichert werden. Und schließlich ist uns wohl bekannt, dass Sie, Frau Zypries, die nach der Richtlinie mögliche Mindestspeicherdauer von sechs Monaten in Ihr Umsetzungsgesetz aufgenommen haben.

    Diese Erwägungen entlasten Sie, Frau Bundesministerin, als Preisträgerin aber nur sehr begrenzt. Denn: Die verdachtslose Speicherung von Verkehrsdaten ist mit der bereits angesprochenen Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts offensichtlich nicht in Einklang zu bringen. Nationale Judikatur und europäische Gesetzgebung sind hier offenbar im Widerstreit. Das hätte Sie veranlassen können, auf einen Beitritt Deutschlands zur irischen Klage hinzuwirken. Zumindest aber hätte dies Anlass sein sollen, das Gesetzgebungsverfahren jedenfalls bis zu einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs zurückzustellen. Denn wenn Irland mit seiner Klage gegen die EU-Richtlinie erfolgreich ist, muss sie natürlich auch in Deutschland nicht umgesetzt werden.

    Aus den folgenden Gründen hätten wir von Ihnen, Frau Zypries, erwartet, dass Sie die EU-Richtlinie nicht in einen deutschen Gesetzentwurf formulieren, selbst wenn Sie damit das Risiko eines Vertragsverletzungsverfahrens eingehen: Die Information, wer zu welcher Zeit mit wem wie lange und von wo aus kommuniziert hat, ist in einer freien Kommunikations-Gesellschaft viel zu wichtig, als dass man diese Daten anlassunabhängig über jedermann speichern dürfte. Schließlich ist damit unvermeidbar der über die gesamte Bevölkerung ausgesprochene Verdacht verbunden, dass die Daten zu einem späteren Zeitpunkt einmal für Zwecke der Strafverfolgung benötigt werden könnten. Immerhin könnte sich jede und jeder einzelne von uns irgendwann einmal zum Gesetzesbrecher entwickeln.“

    Technik:

    Der Big BrotherAward 2007 in der Kategorie „Technik“ geht an PTV Planung Transport Verkehr AG für ihr System zur individuellen Berechnung der Kfz-Versicherung mittels eines so genannten „Pay as you drive“-Systems, also einem Gerät, das Fahrtroute und Fahrverhalten aufzeichnet und an die Versicherung meldet.

    Ausschnitt aus der Laudatio:

    Das Hauptproblem liegt dabei in der zentralen Datenverarbeitung: Um stets mit aktuellen Kartenmaterial zu arbeiten und um die Komplexit ät der Pay-as-you-drive-Black-Box überschaubar zu halten, sollen die Fahrdaten per Mobilfunk (GSM) an die Versicherungszentrale übermittelt werden. Die Fahrdaten werden dann nicht in der Black-Box dezentral und sicher vor neugierigen Blicken gespeichert, sondern die Box übermittelt ihr Wissen über den Fahrer regelmäßig an die Versicherungszentrale. Dort werden diese Daten mit aktuellem Kartenmaterial verglichen und es wird kontrolliert, ob die in der Versicherungspolice vorgebenen „Selbstbeschränkungen“ und gesetzlich angeordnete Verbote eingehalten werden. Und gleichzeitig können sich Behörden und andere Bedürftige bei der Versicherungszentrale oder einem beaufragtem Dienstleister jederzeit an diesen Daten bedienen.

    Seit der Einführung der LKW-Maut wissen wir, welche Begehrlichkeiten seitens des Staates existieren, möglichst umfangreichen Zugriff auf die Daten des Kontrollsystems und der Erhebungsgeräte in den Fahrzeugen zu erhalten. Es ist also eine Illusion, dass die durch die Black-Box gewonnenen Daten in der Hand des Fahrzeughalters und der Versicherung bleiben. Das Autobahnmautgesetz, welches extra um Regelungen zum Schutz der Maut-Daten erweitert wurde, steht nach dem Regierungswechsel unter Beschuss. Bisher galt eine strikte Zweckbindung für die Daten: Die Verwendung beispielsweise zu Fahndungszwecken war verboten. Damit kann es bald vorbei sein, fordern Ermittler und Sicherheitspolitiker immer wieder. In Großbritannien werden Pay-as-you-drive-Systeme bereits erprobt. In Deutschland haben einige Versicherungsunternehmen bereits deutliches Interesse bekundet, diese Technologie auch einzusetzen. Die Firma PTV bietet mit ihrem Software-Baukasten „Roadrunner“ die Basis für eine individuelle Fahrdaten-Erfassung an, welche für streckenbasierte Kfz-Versicherungsmodelle benutzt werden kann.“

    Wirtschaft:

    Der BigBrotherAward 2007 geht an die Deutsche Bahn AG, da sie systematisch anonymes Reisen auf vielfältige Art und Weise unmöglich macht: Auflösen von Fahrkartenschaltern, Automaten ohne Bargeldannahme, personalisierter Kauf im Internet, Abfrage/Speicherung des Geburtsdatums und Zwangsabgabe eines Bildes bei Bahncards, flächendeckende Videoüberwachung und ein RFID-Chip in der Bahncard 100 ohne Kunden zu informieren.

    Ausschnitt aus der Laudatio:

    „Die Fahrkartenschalter im Bahnhof. Die Kapazitäten von Personal an Fahrkartenschaltern werden so knapp gehalten, dass man schon ordentlich viel Zeit mitbringen muß, um sich eine Fahrkarte zu kaufen. Bis zu 5 Euro teurer ist der Kauf am Schalter, 2 Euro teurer jede Platzreservierung. Wer also weder zuviel Geld noch zuviel Zeit hat, kauft seine Fahrkarte anders. Hier teilt sich die Strecke:

    Sie können zum Beispiel übers Internet reisen. Sie ahnen, was das bedeutet: Sie sind namentlich und mit voller Adresse und Ihrer Kontonummer dem ‚Unternehmen Zukunft’ bekannt. Also doch lieber die Umwegstrecke über den Fahrkartenautomaten nehmen? Kaum ein Automat nimmt Bargeld. Da müssen Sie dann schon Ihre EC-Karte einstecken. Haben Sie eine Bahncard, um Fahrkarten zu einem halbwegs vernünftigen Preis zu erstehen? Damit Sie den Rabatt bekommen, verlangt der Automat – unnötigerweise, da der Rabattanspruch sowieso erst bei der Fahrkartenkontrolle im Zug geprüft wird – dass Sie die Bahncard ins Gerät stecken: Privatsphäre Adé.

    Nur sehr gewiefte Menschen entdecken, dass man beim „Bahncard-gefordert-Fenster“ im Automaten einfach auf Abbrechen klicken kann, und trotzdem eine Karte bekommt. Wo wir schon mal einen Umweg machen, nehmen wir uns Zeit, uns die Bahncard mal genauer anzugucken! Haben Sie beim Bahncard-Antrag Ihr Geburtsdatum angegeben? Warum? Es gibt keinen Grund, dass die Bahn Ihr Geburtsdatum erfährt. Das Geburtsdatum ist nur für Datenkrakereien brauchbar und darf laut Bundesdatenschutzgesetz gar nicht als Pflichtfeld abgefragt werden. Schon vor ein paar Jahren schrieb uns der Berliner Datenschutzbeauftragte, dass er die Abfrage des Geburtsdatums bei der Deutschen Bahn AG moniert habe. Geändert hat sich allerdings nichts.
    […]

    Wir haben den Chip in der Bahncard 100 bereits im Jahr 2005 in einem kleinen Artikel auf der Website des FoeBuD e.V. beschrieben. Drei Tage nach Veröffentlichung rief der betriebliche Datenschutzbeauftragte an und fragte an, ob die Bahn jetzt den BigBrotherAward bekommen würde. „Bis repetita non placent“ beschieden wir als gebildete Asterix-Leser ihm. „Wiederholungen gefallen nicht“. RFID-Karten hatten ja schon soooo einen Bart. Er atmete hörbar auf. Er versprach, dass die Bahn zukünftig deutlich auf den Chip hinweisen wird.

    Einem Kunden gegenüber, der eine Bahncard 100 ohne Chip wollte, gab er nach unserem Telefonat die Auskunft, dass der Chip nicht aktiviert sei. Dennoch meldet sich der Chip an jedem Lesegerät, das nach dem gleichen Standard arbeitet. Wären die Lesegeräte bereits so flächendeckend verbreitet, wie sich das die Industrie noch 2003 vorgestellt hatte, wäre die Bahncard 100 letztendlich eine Art Wanze, die durch ihre eindeutige Nummer den Standort der Kartenbesitzerin mitteilt. Solche Daten gehören nicht freigelassen! Zumindest haben die Benutzer ein Recht darauf, zu wissen, was sie mit sich herum tragen. Ich habe extra noch einmal alle Newsletter der Deutschen Bahn AG seitdem durchgesehen. Bis heute kein Wort. Gar nichts.“

    Verbraucherschutz:

    Internationale Hotelketten in Deutschland z.B. Hyatt, Mariott, Intercontinental etc. für die Erfassung und zentrale Speicherung äußerst persönlicher Daten ihrer Gäste ohne deren Wissen. Dazu gehören Trink- und Essgewohnheiten, Pay-TV-Nutzung, Allergien, alle privaten und beruflichen Kontaktadressen, Kreditkartendaten, Sonderwünsche und Beschwerden – alles wird festgehalten.

    Ausschnitt aus der Laudatio:

    „Sie glauben, das Hotelpersonal liest Ihnen die Wünsche von den Augen ab? Falsch: Das Personal kennt all Ihre Details, Eigenheiten und Sonderwünsche zumeist nicht aus Intuition, sondern weil sie im Computersystem des Hotels gespeichert sind. Richtig staunen würden Sie, wenn Sie sähen, was da alles registriert wird.

    Gespeichert werden unter anderem private und berufliche Kontaktadressen, Telefonnummern, Kreditkartendaten, Geburtsdatum, Nationalität, Passnummer, komplette Rechnungen, Pay-TV-Benutzung und Telefonate. Das Hotelpersonal wird dazu angehalten, weitere Details über seine Gäste im System zu notieren wie Familienkonstellation, Trink- und Essgewohnheiten, Allergien, Hobbys, Sonderwünsche, Beschwerden, Vorlieben und so weiter. Einmal erfasst, bleiben all diese Informationen auch nach der Abreise des Gastes gespeichert – und zwar auf unbestimmte Zeit. Dieses Vorgehen newegt sich am Rande und zum Teil auch schon jenseits der Legalität.“

    Außer Konkurrenz:

    Kein BBA an Wolfgang Schäuble.

    Ausschnitt aus der Laudatio:

    „Viele werden sich die Frage stellen, warum denn ausgerechnet ein Traumkandidat für den BigBrotherAward diese Auszeichnung im Jahr 2007 nicht erhält. Manche werden von der Entscheidung der Jury enttäuscht sein, hätte er den Preis doch wie (k)ein anderer verdient – als fanatischer Triebtäter in Sachen „Sicherheit & Terror“, überqualifiziert wie seinerzeit nur sein Vorgänger im Amt, Otto Schily (SPD). Und in der Tat: Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU/CSU) versteht es wie kaum ein anderer, mit seiner Panikmache und Drohpolitik die Bevölkerung in Angst und Schrecken zu versetzen – womit er einen klassischen Wesenszug des Terrors erfüllt; mit dem Ziel, Bevölkerung und Parlamentarier so lange weich zu klopfen, bis sie seine umstrittenen Pläne geradezu herbeisehnen und absegnen. Als „Gegenterrorist“ ist er mit seinen grundrechtssprengenden Denkanschlägen, die er fast täglich verübt, längst zum Gefährder von Demokratie, Menschenrechten und Datenschutz geworden – und damit reif für seine eigene Antiterrordatei, die wir im vorigen Jahr mit dem BigBrother- Award ausgezeichnet haben.

    Und dennoch: Zum einen wäre es falsch, sich zu sehr auf Schäuble zu konzentrieren, ihn zu dämonisieren und die Terrordebatte auf diese Weise zu verengen. Denn „Schäuble“ ist nur eine Metapher für die verhängnisvolle Tendenz einer „Terrorismusbekämpfung“ auf Kosten der Bürgerrechte und für eine Systemveränderung zu Lasten des demokratischen und sozialen Rechtsstaats. Und zweitens haben wir die begründete Befürchtung, dass Schäuble die Verleihung des BigBrotherAwards als besonderen Ansporn verstehen könnte, seinen Sicherheitsextremismus noch zu verstärken, um seiner Vision vom präventiv-autoritären Sicherheits- und Überwachungsstaat näher zu kommen. Deshalb können wir eine Verleihung so lange nicht verantworten, bis Schäuble als „Verfassungsminister“ endlich über seine eigenen verfassungswidrigen Projekte stolpert und sich zum Rücktritt gezwungen sieht. Dann wäre womöglich an die Verleihung des BigBrother-Lifetime-Awards zu denken – wie ihn weiland Otto Schily im Jahr 2005 erhalten hat, nachdem er als Innenminister der rot-grünen Bundesregierung demissionieren musste.

    Auf der anderen Seite müssen wir jedoch dankbar konstatieren, dass der Innenminister sich durchaus beachtliche Verdienste um das Datenschutzbewusstsein der Bürgerinnen und Bürger erworben hat, die inzwischen zu Tausenden auf die Straße gehen, Internet-Demos organisieren und Massenbeschwerde vor dem Bundesverfassungsgericht ankündigen, um sich gegen seine Horrorpläne zur Wehr zu setzen. Wegen dieser verdienstvollen, wenn auch unfreiwilligen Mobilisierung oppositioneller Kräfte ist ihm gar die Ehrenmitgliedschaft in der Deutschen Vereinigung für Datenschutz (DVD) angetragen worden.

    Herzliches Beileid, Herr Bundesinnenminister, für die unterbliebene Auszeichnung.“

    Und wer ist Euer Gewinner?

    12. Oktober 2007 15
  • : Mittwoch: Bundesverfassungsgericht verhandelt die Online-Durchsuchung
    Mittwoch: Bundesverfassungsgericht verhandelt die Online-Durchsuchung

    Morgen verhandelt das Bundesverfassungsgericht die Verfassungsbeschwerden gegen die „Online-Durchsuchung“ im Verfassungsschutzgesetz NRW. Über die „heimliche Onlinedurchsuchung“ bzw. den „Bundestrojaner“ wurde ja hier schon einiges berichtet. Es geht um eine heimliche Durchsuchung von Computersystemen die an das Internet angeschlossen sind. Exakter kann man dies kaum definieren, denn es weiß keiner genau, wie so etwas in der Praxis durchführbar wäre. Dies zeigen auch die Dokumente, die netzpolitik.org vor einigen Wochen zugespielt wurden. Das Bundesjustizministerium hatte Fragen an das Bundesinnenministerium gestellt und diese haben darauf geantwortet. Markus hatte da ein paar Highlights zusammengestellt. Inzwischen hat die Bundesregierung ja schon eigene Erfahrungen gemacht, als Trojaner aus China auf den Rechnern verschiedener Ministerien gefunden wurden.

    bunt-ccc-ritt-auf-dem-bundestrojaner-foebudorg.jpg
    Bunt – CCC: Ritt auf dem Bundestrojaner (foebud.org)

    Auf Bundesebene wird ein Gesetz zu einer solchen Online-Durchsuchung fleißig diskutiert, eine Grundgesetzänderung wird angedacht. Im Dezember 2006 trat ein Änderungsgesetz zum nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzgesetz in Kraft, das dem Verfassungsschutz u.a. die Erlaubnis gibt, heimlich auf Computer zu zugreifen. Verfassungsbeschwerde haben eine Journalistin, ein Mitglied des Landesverbandes Nordrhein-Westfalen der Linkspartei.PDS und drei Rechtsanwälte eingelegt.
    Wer will kann hingehen, Infos in der Pressemitteilung des Verfassungsgerichts.

    Mehr Infos:

    Zusammenfassung von Markus zum Thema vom 29.08.
    Netzpolitik-Podcast mit Constanze Kurz zum Thema Online-Durchsuchung
    Die geleakten Dokumente des Bundesinnenministeriums zur Online-Durchsuchung

    9. Oktober 2007 1
  • : Freitag: Wie arbeitet ein Open-Source-Film-Netlabel?
    Freitag: Wie arbeitet ein Open-Source-Film-Netlabel?

    Am kommenden Freitag Abend ist Stefan Kluge vom Open-Source-Film-Netlabel VEBFilm Leipzig zu Besuch im newthinking store. Gerade laufen die letzten Feinarbeiten für den ersten High Definition Open-Source-Film „Die letzte Droge“. Wie das Erstlingswerk „Route 66″ wird der Film unter der liberalsten Creative Commons Lizenz im Internet veröffentlicht und zum Remixen freigegeben. Stefan Kluge wird einen Einblick in die Arbeit geben, über seine Erfahrungen erzählen und Ausschnitte des neuen Films vorstellen. Der Beginn ist 19:30h und der Eintritt ist wie immer frei.

    Letzte Woche war VEBFilm Leipzig auch bei 3Sat im Rahmen eines Beitrages zu Creative Commons zu sehen. Hier gibt es den Beitrag:

    In diesem Fenster soll ein YouTube-Video wiedergegeben werden. Hierbei fließen personenbezogene Daten von Dir an YouTube. Wir verhindern mit dem WordPress-Plugin „Embed Privacy“ einen Datenabfluss an YouTube solange, bis ein aktiver Klick auf diesen Hinweis erfolgt. Technisch gesehen wird das Video von YouTube erst nach dem Klick eingebunden. YouTube betrachtet Deinen Klick als Einwilligung, dass das Unternehmen auf dem von Dir verwendeten Endgerät Cookies setzt und andere Tracking-Technologien anwendet, die auch einer Analyse des Nutzungsverhaltens zu Marktforschungs- und Marketing-Zwecken dienen.

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    9. Oktober 2007
  • : „Das Ende der Privatsphäre“ mit Peter Schaar und Wolfgang Schäuble
    „Das Ende der Privatsphäre“ mit Peter Schaar und Wolfgang Schäuble

    Heute gibt es mal einen interessanten Datenschutz-Event im politischen Berlin, der für grosses Medieninteresse sorgt. Ich sitze gerade in der Bertelsmann-Hauptstadtrepräsentanz und unser Bundesdatenschutzbeauftragter Peter Schaar stellt gleich sein neues Buch „Das Ende der Privatsphäre – Der Weg in die Überwachungsgesellschaft“ vor. Und nicht nur er wird auf dem Podium sitzen, unser Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble wird das Buch mit vorstellen. Das ist übliche Praxis im politischen Berlin, also einen politischen Gegner bei einer Buch-Vorstellung mitwirken zu lassen. Dies sorgt für mehr mediale Aufmerksamkeit. Und so sind hier auch ziemlich viele Journalisten und Kameras versammelt. (Irgendwie bin ich auch mal wieder der einzige in einem vollen Raum, der einen Computer dabei hat und nutzt. Ob das am Altersdurchschnitt liegt?)

    schaarschaueble.jpg

    Mit nur fünf Minuten Verspätung sind alle auf dem Podium eingetroffen. Ich hatte schon mit mehr Verspätung gerechnet. Nun bringen sich die letzten Kameras in Stellung und es ist wie immer dabei etwas hektisch. Wenn alles gut geht, bleibt die erste Reihe vor mir frei und ich hab freie Bildbahn.

    9. Oktober 2007 13
  • : NetzpolitikTV 025: Vorratsdatenspeicherung und Menschenrechte
    NetzpolitikTV 025: Vorratsdatenspeicherung und Menschenrechte

    NetzpolitikTV Folge 025 ist ein Interview mit Rikke Frank Joergensen von Digital Rights Denmark und European Digital Rights über die Vorratsdatenspeicherung in Europa und die Auswirkung auf Menschenrechte. Das Interview hab ich auf dem letzten Chaos Communication Congress gemacht und es lag leider zulange auf meinem Rechner herum. Dafür ist es immer noch aktuell. Auch hatte ich zum ersten Mal zufällig mit Ann Harrison eine Ko-Moderatorin. Das Interview sollte eigentlich kurz sein, weil wir in einem hässlichen und lauten Treppenhaus standen, aber Ann hatte noch verschiedene interessante Fragen und wir haben die Kamera laufen lassen.

    Das Ergebnis gibt es in einer hohen Ogg-Theora Videoqualität und als kleiner komprimiertes MP4-Flash. Dazu auch als MP3 zum anhören.

    Hier klicken, um den Inhalt von video.google.com anzuzeigen.

    8. Oktober 2007 4
  • : BigBrotherAwards Verleihung am Freitag, 12.10.2007 in Bielefeld
    BigBrotherAwards Verleihung am Freitag, 12.10.2007 in Bielefeld

    Am kommenden Freitag gibt es in der Ravensberger Spinnerei in Bielefeld die 8. BigBrotherAwards-Verleihungsgala unter dem Leitmotto: „Wer ist die größte Datenkrake im Land?“. (18–20 Uhr)

    Die Big Brother Awards, „die Oscars für Überwachung“ (Le Monde), sind eine Ehrung, die bei den damit Ausgezeichneten nicht eben beliebt ist. Die BigBrotherAwards brandmarken nun schon im achten Jahr Firmen, Personen, Institutionen, die besonders böse aufgefallen sind durch Verletzung von Datenschutz und Bürgerrechten, durch Installation von Überwachungstechnik und uferloses Datensammeln.[…]

    2007 gibt es nicht nur 20 Jahre FoeBuD, sondern auch das 30-jährige Jubiläum des Bundesdatenschutzgesetzes zu feiern. Aus diesem Anlass haben DVD und FIfF ihre Fachtagungen auf den 12. und 13. Oktober 2007 ebenfalls nach Bielefeld verlegt und einige Prominenz geladen. So gibt es hier zwei Tage volles Programm zu Datenschutz und Bürgerrechten. Das Highlight am Freitag abend ist die große BigBrotherAwards-Gala mit Kabarett (Guido Meyer), Musik (Roth, Käppchen & Wolf), Moderation (Andreas Liebold), allen Jury-Mitgliedern und – vielleicht – den unglücklichen Gewinnern. Anschließend laden wir zum Sektempfang.

    Es wird auch einen Live-Stream geben. Den verlink ich dann mal später in der Woche.

    7. Oktober 2007 5
  • : Networked Journalism
    Networked Journalism

    In den USA fand vor wenigen Tagen der „Networked Journalism Summit“ statt. David Cohn hat 52 Interviews mit Teilnehmern und Referenten gemacht, die teilweise echt spannend sind: A Compendium of Knowledge: Interviews for the Networked Journalism Summit.

    7. Oktober 2007