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  • : 3Sat-Neues über die re:publica’08
    3Sat-Neues über die re:publica’08

    3Sat-Neues hat gestern über die re:publica’08 berichtet: re:publica 2008 – Die kritische Masse.

    Anfang April traf sich die „kritische Masse” in Berlin. Das war gleichzeitig das Motto der zweiten re:publica, der Konferenz zur digitalen politischen Kultur im deutschsprachigen Internet. Rund 900 Teilnehmer, die meisten aktive Mitglieder der sogenannten „Blogosphäre“ mit scheinbar angewachsenen Notebooks auf den Knien, trafen sich dazu in der Kalkscheune in Mitte. Ein vollgepacktes Konferenzprogramm beleuchtete fast alle Aspekte der digitalen Welt, von der Qualitätsdiskussion bis zum Domainnamen-Scrabble.

    Der Beitrag findet sich leider noch nicht im 3Sat-Neues Videopodcast, aber schon in der ZDF-Mediathek. Und hier zum einbinden in Blogs und sonstwo:

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    3Sat-Neues ueber die re:publica 2008 – Die kritische Masse from netzpolitik on Vimeo.

    14. April 2008 5
  • : Computers, Freedom and Privacy 2008
    Computers, Freedom and Privacy 2008

    Die grösste US-Konferenz rund um Netzpolitik ist jedes Jahr die „Computers, Freedom and Privacy“ und bisher konnte ich da nie teilnehmen, weil mir die Reisekosten immer zu hoch waren. Dieses Jahr gab es die Ausschreibung eines Stipendiums für Journalisten und Blogger und ich hab mich einfach mal beworben. Und nachdem ich schon alle Hoffnung aufgegeben habe, kam gerade die Zusage, dass ich Ende Mai zur „Computers, Freedom and Privacy 2008“ nach New Haven an die US-Ostküste fliege und alle Reise- und Hotelkosten erstattet bekomme. Das freut mich, auch wenn dafür wohl meine Fingerabdrücke draufgehen werden.

    11. April 2008 2
  • : Transatlantisches Gipfeltreffen der Verbraucherorganisationen
    Transatlantisches Gipfeltreffen der Verbraucherorganisationen

    In Washington tagt ab heute der Trans-Atlantische Verbraucherdialog (TACD), ein Zusammenschluss aus mehr als 60 Verbraucherschutzverbänden aus Europa und den USA. Die Verbraucherzentrale Bundesverband hat dazu eine Pressemitteilung herausgegeben: Transatlantisches Gipfeltreffen der Verbraucherorganisationen.

    Schwerpunktthema des diesjährigen Gipfeltreffens ist der digitale Verbraucherschutz. Geplant ist die Verabschiedung einer unter der Federführung des Verbraucherzentrale Bundesverbandes erarbeiteten ‚Charta der Verbraucherrechte in der Digitalen Welt’. „Bislang verfügen Verbraucher im Internet nur über eingeschränkte Rechte“, sagt Gerd Billen. „Die Charta benennt nun die Rechte in der digitalen Welt, die essentiell für die Verbraucher sind.“ Wesentliche Bestandteile des in der Charta enthaltenen Forderungskatalogs an Regierungen und Wirtschaft sind:

    * Die Verpflichtung von Netzbetreibern und Internet-Zugangsprovidern zur Netzneutralität. Damit soll verhindert werden, dass die Netzbetreiber den Zugang zu legalen Internetdiensten kontrollieren und für Dritte durch zu hohe Nutzungsentgelte blockieren.
    * Ein Recht auf Zugang zu digitalen Medien und Informationen. Dieses Recht soll Grenzen für Kopierschutzsysteme (DRM-Systeme) ziehen, die Sicherheitskopien verhindern oder die Funktion und Sicherheit von Hard- und Software des Nutzers beeinträchtigen.
    * Ein Recht auf Datenschutz und ‑sicherheit auf hohem Niveau. Damit soll der Entwicklung Einhalt geboten werden, dass personenbezogene und sensible Daten der Nutzer immer mehr zu einer für die Wirtschaft ökonomisch verwertbaren Ware werden.
    * Ein Verbot der Koppelung der Zugangsberechtigung zu gewünschten Internetdiensten an die vorherige Einwilligung in die Verwendung nutzerbezogener Daten – zum Beispiel für Werbe- und Marketingzwecke.

    7. April 2008
  • : Resummee: re:publica´08
    Resummee: re:publica´08

    Am Freitag Abend ist die „re:publica´ 08 – Die kritische Masse“ erfolgreich in Berlin zu Ende gegangen. Bevor der Alltag mich jetzt wieder vollkommen aufsaugt, bleibt noch etwas Zeit zu einem kleinen Resumee. In der kurzen Version: Es war schön und aus Veranstaltersicht auch unerwartet entspannt. Auch wenn man als Organisator sich die ganze Zeit wünscht, drei weitere Tage dran zu hängen, wo man selber nichts organisieren muss und stattdessen mit den vielen netten und interessanten Menschen vor Ort reden, diskutieren und feiern kann.

    Viele Verbesserungsvorschläge aus dem Vorjahr hatten wir aufgenommen: Es gab mehr Strom und ausreichend Sitzmöglichkeiten ausserhalb der Räume.

    Das Netz klappte weitgehend sehr zufriedenstellend. Als Aussenstehender vermag man die logistische Leitung gar nicht richtig einschätzen können: Aber ein funktionerendes Netz in dieser Grössenordnung hinzubekommen, ist eine grosse Kunst. In einigen Peaks waren über 500 Rechner gleichzeitig im Netz und das auf engem Raum. Dafür hat es super geklappt, von einigen kurzfristigen Problemen abgesehen. Hier nochmal ein grosser Dank an Cven und Alex von der Freifunk-Community. Wir freuen uns auch, mit einer Hardware-Spende den Ausbau der freien Infrastrukturen in Berlin fördern zu können.

    Gabs mehr Blogger? Wenn man sich Technorati anschaut, dann gab es weniger Blog-Beiträge bei mehr Teilnehmern. Was sicherlich auch daran lag, dass viele im Moment Twitter-Abhängig sind. Trotzdem schade, letztes Jahr wurde mehr in den eigenen Blogs dokumentiert und kommentiert und das nicht nur in 140 Zeichen. Meinen Lieblings-Liveblogger hab ich leider selbst ausgeschaltet, indem ich Plomlompom einen Vortragsslot gab. Beim nächsten Mal muss er wieder mitbloggen.

    Während der Planung hatten wir auch einige Vorträge in die Lounge gelegt. Die Intention war, dass sie unserer Meinung nach mehr Aufmerksamkeit bekommen sollten als in einem kleinen Raum und leider nicht mehr in den grossen Saal passten. Das hat leider nicht so gut geklappt, weil die Lounge dieses Mal von vielen dauerhaft bevölkert wurde und man vor Ort nicht mal kurz einen Vortrag dort machen konnte. Eine Erfahrung, die beim nächsten Mal zu einer besseren Plannug führt. Schade um die geplanten Sachen.

    Was wir leider auch nicht planen konnten: Das wechselhafte Wetter und die verschiedenen Viren, die einige Referenten kurzfristig am Vortragen hinderten. Mich hatte es auch halb erwischt und ich dachte schon am Dienstag, ich müsste die Konferenz über im Bett verbringen. Hat dann doch noch irgendwie geklappt.

    Was auch nicht so gut klappte, obwohl Tim uns ständig im Vorfeld aufgrund seiner Erfahrung mit den Chaos Communication Congressen eines besseren belehrte: Zeitpuffer hinter den Vorträgen und Diskussionen sind beim nächsten Mal notwendig. Auch wenn das Programm dann nicht mehr so schön auf dem Reissbrett aussieht, weil man immer eine viertel Stunde Puffer hinzufügt und die Anfangszeiten nicht mehr leicht verständlich auf jeder Stunde liegen.

    Auch würde ich nächstes Jahr gerne mehr Frauen im Vortragsprogramm sehen. Das ist leider nicht so einfach, daher bin ich auf Eure Hilfe angewiesen. Also bitte mehr Hinweise auf interessante Frauen, die was zum Thema beitragen können. Ich weiss, ein allgemeines Problem von Konferenzen, wo es um Medien und Technologie geht. Das heißt aber nicht, dass es so bleiben muss.

    Man kann es auch oft genug sagen, bloggen und twittern: Leute, nutzt https! Wenn aber trotzdem im Peak mehrere unverschlüsselte Passwörter in der Sekunde (!) durchs offene Netz schwirren, verzweifelt man trotzdem ob der Versuche ein wenig.

    Die Video- und Audioaufzeichnungen haben auch prima funktioniert. Hobnox hat bei den Videostreams eine super Qualität abgeliefert und die aufgezeichneten Sachen aus dem grossen Saal stehen schon online zur Verfügung. Wir werden sie noch gesndert zum herunterladen und mit RSS online stellen. Ebenso hat Kaspar Metz mit den Audiostreams eine tolle ARbeit abgeliefert, die automatisch schon in MP3-Podcasts umgewandelt wurden und gleichzeitig vor Ort per Radio empfangbar waren.

    Toll fand ich auch die vielen kleinen Innovationen, die kreative Menschen machten, wie die Aggregatoren für Twitter-Beiträge. Und die vielen Fotos, Videos und sonstige Beiträge. Alle spielten mit Medien rum und verbrachten trotzdem die Zeit sehr sozial miteinander, jeglichem Klischee wiedersprechend.

    Wovon wir vollkommen überrascht waren, war das riesige mediale Interesse. Es nahm teilweise schon etwa surreale Züge an und war teilweise etwas stressig. Beispielsweise wenn Mittwochs Deutsche Welle TV kommt und Donnerstags Deutsche Welle TV Arabien. Oder morgens die RBB-Abendschau und mittags das ARD-Mittagsmagazin. Getoppt wurde es nur noch durch die RTL2-Nachrichten, die gewöhnlich über Britney Spears und Formel 1 berichten. Und fast alle stellten dieselben Fragen. Gefreut haben uns auch über gleich vier Berichte von dpa, die an viele Lokalzeitungen ausgeliefert wurden. Aus politischer Sicht fand ich das eigentlich ganz lustig, unserer Eltern-Generation auf verschiedenen Kanälen netzpolitische Forderungen zu senden und zu erklären, was wir da im Netz machen. Die Berichterstattung ist wahrscheinlich nur ein temporärer Trend und ich glaube nicht, dass das mediale Interesse nächstes Jahr erneut so gross sein wird. Irgendwann ist es ja auch mal vorbei mit dem „Zoo“, was „Blogger“ und „Internet“ noch für viele zu sein scheinen. Der Medienspiegel ist auf jeden Fall beachtlich gewachsen und da stehen längst nicht alle Beiträge drin, sondern nur das, was wir über Google-News fanden. Und viele interessante Beiträge sind entstanden. Auch die Süddeutsche Zeitung hat wieder einen grossen Beitrag zur Qualitätsdebatte abgeliefert, weil der Journalist vor lauter Nerds nur Sex sah:
    No porno, please, we’re „Süddeutsche Zeitung“. (Beim nächsten Mal schreiben wir es deutlicher ins Programm, dass nach 20 Uhr die Spass-Sachen kommen.)

    Und sonst? Sonst scheint es der überwältigenden Mehrheit der Teilnehmer gefallen zu haben, wie ich vielen Kommentaren und Blog-Postings entnehme. (Wenn man mal von den üblichen handvoll Verdächtigen absieht, die in ihren fernen Wohnungen über alles rummotzten und niederbloggten, was sie verpassten) Das freut mich und motiviert zu einer weiteren re:publica´ 09. Vermutlich wieder im April. Vielleicht auch wieder zehn Tage nach Ostern, weil Ostern nächstes Jahr später ist. Dann gibts auch einen weiteren grossen Saal in der Kalkscheune und wir können mit den Örtlichkeiten mitwachsen.

    Danke nochmal an alle Beteiligten, Vortragende, Helfer und an all die entspannten Teilnehmer für drei tolle Tage. Und ich freue mich wieder darauf, mehr Zeit zum bloggen zu haben.

    6. April 2008 30
  • : Live-Streams der re:publica´ 08
    Live-Streams der re:publica´ 08

    Am MIttwoch Vormittag startet die „re:publica´ 08 – Die kritische Masse“ in der Kalkscheune in Berlin. Wir sind seit einer Woche ausverkauft und wir erwarten im Laufe der kommenden drei Tage mehr als 900 Teilnehmer an der Konferenz rund um Blog, soziale Medien und die digitale Gesellschaft. Nicht nur weil wir seit einer Woche ausverkauft sind, wird es Live-Streams geben. Der Video-Stream aus dem grossen Saal steht schon und wird von unserem Sponsor Hobnox bereit gestellt.

    Dazu gibt es Audio-Streams aus den Workshopräumen 1 und 2, die wir auch über Radio-Frequenzen in die Umgebung ausstrahlen. Alle Inhalte sollen später auch als Podcasts zur Verfügung gestellt werden. Danke an Kaspar Metz dafür.

    1. April 2008 7
  • : noch mehr Lesestoff zu Überwachung und Datenschutz
    noch mehr Lesestoff zu Überwachung und Datenschutz

    … diesmal eher aus der klassisch-liberalen Perspektive. Die Landesdatenschutzbeauftragte von NRW, Bettina Sokol, hatte im Oktober zum alljährlichen Symposium nach Düsseldorf eingeladen, das diesmal den Titel trug „Persönlichkeit im Netz: Sicherheit – Kontrolle – Transparenz“. Der Tagungsband ist gerade im Druck und wie die früheren Tagungsbände lesenswert. Die Beiträge, unter anderem von Patrick Breyer, Constanze Kurz oder Andreas Pfitzmann gibt es aber alle auch online . Ich selber bin gebeten worden, mir zum Thema „Future of Privacy –  Zukunft von Netz und Gesellschaft“ ein paar Gedanken zu machen.

    1. April 2008 2
  • : Letzte Karten für die re:publica’08
    Letzte Karten für die re:publica’08

    Die re:publica’08 ist fast ausverkauft. Daher sei hier nochmal darauf verwiesen, dass nur noch 55 33 26 20 11 6 1 Tickets verkauft werden können. Dann haben wir das Maximum von knapp über 800 Teilnehmern erreicht. Das Programm ist hier zu finden.

    re:publica’08 – Die kritische Masse: Die Konferenz über Blogs, soziale Medien und die digitale Gesellschaft in Berlin. 2.–4. April 2008.

    Update: Wir sind ausverkauft.

    25. März 2008 5
  • : Soziale Plattformen und „Serious Gaming“
    Soziale Plattformen und „Serious Gaming“

    Die Heinrich-Böll-Stiftung veranstaltet am Dienstag Abend, den 25.3.08 von 20 bis 22 Uhr in den Sophiensaelen in Berlin „Spielstand #6: Der Weg ist das Spiel – Soziale Plattformen und „Serious Gaming““.

    Mit: u.a.
    Arne Busse (Fachreferent Bundeszentrale für politische Bildung)
    Ralph Stock (Entwickler Promotion-Software)
    Malte Behrmann (Geschäftsführer GAME-Bundesverband)
    Jan-Anton Dérer (Fachdozent & Fachbereichsleiter für Gamedesign in Berlin)
    Martin Hüppe (Geschäftsführer Cornelsen Digitale Medien Publishing; angefragt)
    Olaf Wolters (Bundesverband Interaktive Unterhaltungsoftware)

    Moderation: Oliver Passek

    Spätestens seit der Aufregung um die sogenannten Ego-Shooter-Spiele steht die Generation @ unter Generalverdacht, ihre Freizeit mit blutrünstigen Massenmord-Szenarien zu vertreiben. Doch die Panik besorgter Eltern und die eingeübten Reflexe von MedienpolitikerInnen sehen großzügig darüber hinweg, dass es abseits der drastischen Daddel-Welt auch Spiele gibt, die komplexe soziale Systeme simulieren oder politisches Konfliktmanagement trainieren. „Serious Gaming“ kommt als Instrument im Bildungsbereich und als kreativwirtschaftliches Arbeitsfeld eine immer größere Bedeutung zu. Die Disziplin der „Game Studies“, in der deutschen Hochschullandschaft lange ein Orchideenfach, vermittelt Know-How für die Kreateure und analysiert die kognitiven Wechselwirkungen zwischen spielerischer und sozialer Kompetenz. Demnach führen vernetzte Online-Spiele zu temporären Handlungskoalitionen, die arbeitsteilig an Problemstellungen arbeiten. Wie könnte diese Lust am gemeinsamen Versuch & Irrtum für politische Projekte genutzt werden?

    Soll 5 Euro Eintritt kosten.

    24. März 2008 4
  • : Web Montag
    Web Montag

    Morgen ist wieder Web Montag im newthinking store.

    16. März 2008 2
  • : Noch drei Wochen bis zur re:publica’08 – Die kritische Masse
    Noch drei Wochen bis zur re:publica’08 – Die kritische Masse

    Einen Grossteil meiner Zeit-Ressourcen verschlingt gerade die Vorbereitung der „re:publica’08 – Die kritische Masse“. Die Konferenz über „Blogs, soziale Medien und die digitale Gesellschaft“ findet zum zweiten mal vom 2.–4. April in der Kalkscheune in Berlin statt. Auf das Programm, welches mittlerweile ein spätes Beta-Stadium erreicht hat, bin ich etwas stolz: Es wird mehr als 100 Workshops, Diskussionen und Vorträge zu den unterschiedlichsten Facetten der digitalen Gesellschaft geben. Und damit ist es auch eine Netzpolitik-Konferenz zu den vielfältigen Themen dieses Blogs.

    Am Freitag, den 4. April, veranstalten wir im Rahmen der re:publica’08 eine Sub-Konferenz zu „Video-Blogs“ in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung. Der Schwerpunkt liegt auf den Auswirkungen von bewegten Bildern im Netz auf Kultur, Politik und Gesellschaft. Aber es gibt noch viele andere spannende Highlights im Program: Zum ersten Mal wird sich das Miro-Projekt in Deutschland mit einer Keynote über „Open Video, Open Society“ präsentieren. Die Eröffnungs-Keynote wird Professor Viktor Mayer-Schönberger von der Harvard-University über „Nützliches Vergessen – Informationsökologie im digitalen Zeitalter“ halten. Und eigentlich müsste man noch viel mehr Programmpunkte ankündigen. Das mache ich dann die kommenden drei Wochen im re:publica-Blog.

    Wenn man eine so grosse drei-tägige Konferenz organisiert, wo mehr als 800 Menschen erwartet werden, liegt man manchmal Abends wach im Bett und fragt sich: Haben wir auch an alles gedacht? Wird das alles so klappen, wie geplant? Können wir die hohen Erwartungen überhaupt erfüllen? An anderen Abenden schlafe ich dafür gut und entspannt ein und denke mir: Das wird schon klappen. Und es macht auch einen riesen Spass. Ich freu mich schon.

    12. März 2008 2
  • : Konferenz: Privatheit und Öffentlichkeit. Grenzziehungen und Grenzverschiebungen
    Konferenz: Privatheit und Öffentlichkeit. Grenzziehungen und Grenzverschiebungen

    Die Heinrich Böll Stiftung Brandenburg veranstaltet vom 13. – 15. März 2008 in Potsdam eine Konferenz zu „Privatheit und Öffentlichkeit. Grenzziehungen und Grenzverschiebungen“:

    Grenzziehungen zwischen privaten und öffentlichen Bereichen sind für das Selbstverständnis des liberalen Verfassungsstaats konstitutiv. Doch wo die Grenzen verlaufen sollen, ist notorisch umstritten. Privatheit und Öffentlichkeit sind Begriffe, die sich nur durch ihren Bezug aufeinander erhellen, und die historischem und kulturellem Wandel unterliegen. Gegenwärtig sind es nicht nur Entwicklungen der Informationstechnologien, die neue Möglichkeiten der Überwachung und Kontrolle bieten und düstere Szenarien vom „Ende der Privatsphäre“ provozieren. Auch grundlegende Wandlungen der Familien- und Geschlechterverhältnisse zwingen zu einer erneuten Reflexion über die politischen und moralischen Prinzipien, auf deren Grundlage bestimmt werden kann, wo der persönliche Nahbereich endet und wo die Verantwortung der Öffentlichkeit beginnt.

    Die Tagung will zu dieser Reflexion beitragen, indem sie philosophische und ideengeschichtliche Vertiefungen der Begriffe leistet und zeitgenössische Konflikte und Kontroversen in den Blick nimmt, anhand derer sich das Bedingungsverhältnis zwischen dem Privaten und dem Öffentlichen erhellen lässt.

    Universität Potsdam, Campus Griebnitzsee, Haus 6, Hörsaal 2

    Hier ist das Programm:

    26. Februar 2008 3
  • : Nächste Woche: Cory Doctorow in Berlin
    Nächste Woche: Cory Doctorow in Berlin

    Zur re:publica kann Cory Doctorow aufgrund seiner neuen Vater-Rolle leider nicht kommen. Dafür ist er kommende Woche für eine Lesung aus seinem Buch „Upload“ und einem anschliessenden Gespräch in Berlin.

    Nach „Backup’ “ erscheint nun sein neuer Cyber-Thriller: ‚Upload’ ist die Geschichte von Art Berry, Konsumforscher und in einem zweiten, geheimen Leben Mitglied einer durch Internet-Kontakte entstandenen Gruppe von Computer-Freaks. Diese Gruppe hat es sich zum Ziel gesetzt, eine neue Nation zu bilden, eine Nation, die nur im Internet existiert. Doch dieser Plan erweist sich bald als lebensgefährlich.

    Die Eckdaten: Donnerstag, 28. Februar 2008 ab 20.30 Uhr im Mudd Club, Große Hamburger Straße 17, Berlin-Mitte und das kostet 5 Euro.

    21. Februar 2008 3
  • : Easterhegg 2008 in Köln: Call for Participation
    Easterhegg 2008 in Köln: Call for Participation

    Über Ostern gibt es wieder das traditionelle Easterhegg, welches 2008 in Köln stattfindet. Das Easterhegg ist das jährliche Familientreffen des Chaos Computer Clubs. Es findet vom 21. (Karfreitag) bis 24. März (Ostermontag) 2008 im Bürgerhaus Stollwerk in Köln statt. Dazu wurde jetzt ein Call for Participation gestartet. Hier kann man eigene Beiträge einreichen. Diese Veranstaltung ist als Workshopwochenende gedacht, deshalb liegt der Fokus auf praktischer und angewandter Wissensvermittlung zum Lernen und Mitmachen.

    „Das Motto der Veranstaltung ist „Follow the white rabbit“. Von den spielerisch-erkenntnisphilosophischen Ansätzen in Lewis Carrols mathematischen Wunderland wird die Brücke geschlagen zum Abstieg hinein in den Kanninchenbau der technisierten Lebenswelt unter dem Einfluss von Technik und Wissenschaft als Ideologie. Alternativ darf auch ganz einfach mit viel Spaß am Gerät gehackt werden. Always yield to the hands-on imperative.

    Der letztmögliche Termin für die Einreichung ist Freitag, der 7. März 2008, Mitternacht MEZ. Eine Veröffentlichung des Easterhegg-Programms und die Benachrichtigung über die Annahme erfolgt bis zum 14. März 2008.“

    20. Februar 2008
  • : Podiumsdiskussion in Leipzig zu „Privatsphäre 2.0
    Podiumsdiskussion in Leipzig zu „Privatsphäre 2.0

    Am 23. Februar 2008 findet von 19 bis 22 Uhr in Leipzig die Podiumsdiskussion: „Privatsphäre 2.0? – Die Auswirkungen und Probleme der Überwachung auf den Bürger“ statt. Organisiert wird sie von der Leipziger Ortsgruppe des Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung und durchgeführt im Campus Jahnallee. Der Eintritt ist frei.

    Es sprechen:

    * Bernhard Bannasch (Mitarbeiter des Sächsischen Datenschutzbeauftragten)
    * Volker Höhne (Landeskriminalamt Sachsen)
    * Johannes Lichdi (Mitglied der Grünenfraktion im Sächsischen Landtag und Mitglied des Innenausschusses)
    * Enrico Bräunig (Innenpolitischer Sprecher der SPD-Sachsen)
    * Tilo Dinter (Rechtsanwalt und Mitgründer des Rechtsanwaltbüros Dinter Kreißig und Partner in Leipzig)

    […]Vor diesem Hintergrund hat die Leipziger Ortsgruppe des Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung hochkarätige Vertreter aus Politik, dem Datenschutz und den Ermittlungsbehörden zu einer Podiumsdiskuion eingeladenen. Im Anschluss an die Podiumsdiskusion wird das Publikum ausführlich Gelegenheit haben seine Fragen an die Redner zu richten.

    18. Februar 2008 2
  • : Free as in “FREE BEER” – Brau-Aktion in Berlin
    Free as in “FREE BEER” – Brau-Aktion in Berlin

    Über das „Free Beer“ haben wir schon öfters berichtet. Dies ist das erste Open-Source-Bier, ursprünglich “Vores Oel”genannt, das mit frei zugänglicher Rezeptur frei lizenziert veröffentlicht wurde*. Das besondere: Sowohl das Rezept als auch das Branding stehen unter unter einer freien Creative Commons Lizenz. Eine Community organisiert die Weiterentwicklung der Rezeptur. Mittlerweile gibt es die Version 3.4 und seit Jahren wollen wir es auch in Berlin haben. Bisher sind alle Versuche gescheitert, da bisher nur Brauereien aus Dänemark und der Schweiz das Bier anbieten und ein Import relativ teuer ist.

    Aber jetzt haben wir endlich eine Lösung gefunden in Form der Hausbrauerei „Hops & Barley Berlin“ in der Wühlischstrasse 23 in Berlin-Friedrichshain. Dort veranstalten wir am Samstag, den 1. März um 12:30h eine „Free as in “FREE BEER” – Brau-Aktion in Berlin“, um 100 Liter Bier zu brauen. Das kann dort zu dem Zeitpunkt leider nicht schon getrunken werden, weil die Gärung einige Wochen braucht. Dafür haben wir dann aber anschliessend eine Menge Free Beer, was es dann im Rahmen der re:publica’08 geben wird. Und während des Brau-Events kann man sich anschauen, wie Bier hergestellt wird und wir werden noch ausreichend Programm vorbereiten, so dass es mal einen Creative Commons-Frühschoppen gibt.

    * Juristen mögen korrekterweise einwenden, dass Rezepte nicht geschützt werden können. Aber in diesem Fall ist das Free Beer auch eher ein Modell-Projekt, um Open Source Mechanismen anschaulich jenseits von Software & Co darzustellen.

    18. Februar 2008 6
  • : Chemnitzer Linux-Tage 2008: „Nacht der freien Filme“
    Chemnitzer Linux-Tage 2008: „Nacht der freien Filme“

    Am 1. und 2. März finden zum zehnten Mal die „Chemnitzer Linux-Tage“ statt. Die Veranstaltung, die sich mittlerweile als Community-orientierter „LinuxTag“ im Osten etabliert hat, bietet ein breites Programm und es sind viele freie Projekte vor Ort zum anfassen und austauschen. Ein kulturelles Highlight ist die erstmals stattfindende „Nacht der freien Filme“. In einem 9‑seitigen PDF findet sich eine umfangreiche Übersicht, was alles gezeigt wird.

    14. Februar 2008 4
  • : Montag: Richard Stallman in Berlin
    Montag: Richard Stallman in Berlin

    Am kommenden Montag ist der Freie Software Vordenker Richard Stallman in Berlin. Er hält Abends um 19:00h im media center Atrium in Mitte einen Vortrag über die Philosophie und Geschichte der Freien Software. Montag Morgen gibt es um 10 Uhr ein Pressehintergrundgespräch im newthinking store in der Tucholskystr. 48. Wer daran teilnehmen möchte, kann sich unter msc (ett) newthinking .de anmelden.

    Die Veranstaltung wird präsentiert vom newthinking store und netzpolitik.org.

    14. Februar 2008 8
  • : Berlin Keynotes: The Age of Collaboration
    Berlin Keynotes: The Age of Collaboration

    Gestern fanden die „Berlin Keynotes“ mit dem Titel „The Age of Collaboration“ statt. Veranstaltet vom Medienboard Berlin-Brandenburg im Rahmen der Berlinale 2008 hatte man vier Stunden Vorträge und Diskussionen rund um die „Avantgarde der Filmindustrie“ (O‑Ton) zusammen gebaut. Und das Programm versprach spannend zu werden. Zumal „A swarm of Angels“ in Form von Matt Hanson und „Elephants Dream“ in Form von Tom Roosendahl von der Blender-Foundation eingeladen waren, um über Open Source Cinema zu sprechen. Die beiden Beispiele verwende ich auch gerne in Vorträgen über Creative Commons.

    Den Anfang machte aber Don Tapscout, Autor von Wikinomics. Sein Geschäftsmodell ist, für alles, was Open Source Strategien enthält, einfach Wiki zu sagen, weil das alles irgendwas wie Wikipedia ist. Das Buch ist ja ein ganz netter Überblick über die Entwicklungen der letzten Jahre, aber auch nicht der grosse Wurf wie er gerne verkündet wird. Eher ein Benkler „für Arme“. Empfehlenswerter ist daher, sich gleich „The Wealth of Networks“ von Yochai Benkler zu holen, um Peer-Production zu verstehen. Auf jeden Fall sprach Tapscott erstmal eine Stunde zu „Rethinking Film and Film industry in the 21st century“. Seine gewagte These: Wir sind auf dem Weg zu „Cinema 2.0“. Wow.Dafür fliegt man ihn extra für teures Geld ein. Es folgte das übliche Web 2.0 Buzzword-Bingo. Film verändere sich durch digitale Technologien und das, was man Web 2.0 nennt. Alles wird interaktiv und man kann sich an der Games-industrie orientieren. Die Zuschauer werden User und sie bilden eine „Crowd“. Er brachte die üblichen vier Treiber:

    1. Web 2.0 (Überraschung!!)

    Er nennt den Trend zum Ubiquitous Computing durch die ständige Verfügbarkeit von kleinen Computern „The thing“. Alles hätte einen Screen. Und wäre damit ein „Thing“. Naja. Auf jeden Fall gibt’s überall Bildschirme und da kann man überall bewegte Bilder draufschicken. Und bald kommen Hologramme. (Darauf warte ich auch schon, seit ich klein bin.)

    Durch Breitband können wir uns auch HDTV-Filme übers Web anschauen. Mit dem neuen Web könne man die physikalische Welt erkunden. Die kommende Schauspieler-Generation werde animiert in den Filmen mitspielen. Sieht aus wie Robert de Niro, ist Robert de Niro. Und als Zuschauer kann man mit de Niro dann im Film spazieren gehen. Web-Services werden auch toll sein.

    „Joost is the Napster for the Film industry“. Das ist ja die gewagteste These bisher und dem würde ich so widersprechen: Was ist mit der Pirate Bay? Naja, erstmal Brille anziehen: Als nächstes las er dann wenigstens noch die Feature-Liste von Miro vom Blatt vor.

    Nächster Treiber: 2. Die Netz-Generation.

    Das musste ja kommen. Die digitale Generation, die Internet atmet und wo ältere Menschen wie er staunend davor stehen. Aber er hat sie ausreichend studiert. Diese Generation. Also uns. Und seine Kinder. Ihm ist aufgefallen, dass die kein Fernsehen mehr schauen wie die vorherigen Generationen. Die spielen Computer, kommunizieren, laden sich MP3s herunter und erstellen Inhalte. Er zeigt Statistiken, wonach junge Menschen lieber aufs Fernsehen verzichten als auf Internet. „Digital Natives“ fehlte gerade noch als Buzzword, wurde aber passend nachgereicht.

    Diese Generation wünscht: Freedom, Choice, Customize, Scrutiny, Integrity, Collaboration, Entertainment, Spass, Speed, Innovation. Kann mir gar nicht vorstellen, dass ältere Menschen das nicht wünschen. Wir befinden uns übrigens in einem „demografischen Tsunami“.

    3.The social revolution

    „I can show you 40 slides but i won´ t“. Danke. Ein Graph mit steigender Kurve reicht für die Zuwächse der Communities wie Flickr. Youtube schlägt MTV. (Das ist ja auch kein Problem bei den Klingeltönen dort.) Irgendwie kommen jetzt doch viele Slides mit steigenden Graphen von verschiedenen Plattformen. Das war anders versprochen. Jetzt sind wir bei der Selbstorganisation. Er zeigt seine Facebook-Fangruppe zum Buch.

    4.The Economic Revolution

    Es folgen Folien über die „Ökonomie von Kollaboration“. Jetzt sind wir bei Peer-Production und es kommen Linux und Wikipedia als Beispiele, das Selbstorganisation funktioniert. Irgendwie muss er jetzt noch Film unterbringen. Aber das verweist er auf die kommenden Speaker. Auf jeden Fall gebe es „The Rise of the Prosumer“.

    Als Beispiel kommt jetzt Screenshot von „Good Copy bad copy“ mit der Überschrift „Rethinking Intellectual Property“ und „Music industry – failed to understand.“ In den USA stagnieren die Besucherzahlen in Kinos und die Ausgaben für Home-Entertainment. Dafür wachsen die Ausgaben für Computerspiele. Ah, jetzt kommen wir zu „The Film 2.0“. Es gebe neue Modelle, was ein Film ist. Ab den späten 20er Jahren war ein Film ein Spielfilm. Sonst gab es noch Kurzfilme. Jetzt gibt es Mash-Ups, Kurzvideos auf Youtube, „Next generation games“, Communities rund um einen Film und Computerspiele werden zu Kinofilmen.

    Auf gebe es neue Modelle der Produktion und Kreation: Machinima, Filmocracy (So ein Crowdfunding-Projekt), Open Source Cinema, Current.tv, Mogulus. Die Zuschauer werden zu Co-Produzenten und dürfen Filme remixen.

    Auch gebe es neue Modelle der Distribution: HD DVD vs Bluray sei eine unwichtige Debatte, weil bald eh alles aus dem Metz kommt. Neue Finanzierungswege gibt es auch: Second Life verkauft Land. Die Simpsons haben irgendwo einen echten Supermarkt mit Merchandising. Bei neuen Modellen im Marketing sind wir jetzt im Longtail angekommen. (Bingo!) Neue Aggregationsformen und Open Source Marketing. Marketing verändert sich: consumer experiences, anyplace, discovery price , engagement, brand.

    Zum Schluss nochmal die Zusammenfassung: „The time has come for cinema 2.0“. Das war jetzt echt nicht der intellektuelle Renner und dafür hätte man ihn auch nicht einfliegen müssen.

    Aber es ging weiter. Matt Hanson von „A swarm of angels“ redete über „The end of celluloid – remixing cinema“. Das war interessanter. Zwar auch nichts neues, aber auch weniger Buzzword-Bingo. Matt Hanson ist eher ein Nerd und kommt damit auch sympathischer herüber als sein sehr arrogant wirkender Vorredner. Und Hanson redet lieber über „Audience as auteur“. Sein Film ist zwar längst nicht fertig, also eigentlich erst in der Vorproduktion, aber er konnte einiges über die gesammelten Erfahrungen und den Aufbau des Projektes berichten. Basis sind Creative Commons-Lizenzen und das Open Source Entwicklungsmodell wird auf Film übertragen. Das sei nicht ganz so einfach, aber eine spannende Grenzerfahrung, um das als Artist zu erkunden. Nennt man dann „User-powered Crowdsourcing“. Es gibt verschiedene „Participation Points“: Ein Forum, Wiki, Votings, Medien und Remixe. Ständige Feedbackschleifen werden in den Prozess eingebaut. Werbe-Trailer werden zur Diskusison gestellt und können verändert werden. Release early, release often. Jemand hat eine 3D Animation für den Trailer gemacht, jemand anderes hat die Musik beigsteuert.

    Sein erstes Script ist von der Community komplett verändert worden. Die Story ist jetzt eine andere, die ihm besser gefällt und auf die er nie gekommen wäre. Wiki und Celtx werden als kollaborative Schreib-Werkzeuge für das Script genutzt. „It´s the idea of conversations and getting the community involved. co-creation = conversation

    Aufgaben werden in kleine Teile zerlegt, die zusammen ein grosses Puzzle bilden: Poster, Symbole, Trailer, Animationen, Webcomics, Machinima, Second Life, virtuelle Objekte, Script-Fragmente. Auche ine nette Idee: Beteiligte können Fotos posten, die werden in Avatare umgebaut und so kommen sie als Statisten im Film vor. Das sei ein „people powered film studio“ mit verschiedenen Leveln der Beteiligung. Sein Projekt ist in fünf Phasen aufgebaut. Aktuell ist Phase 3 mit 1000 – 5000 Nutzern. Die Finanzierung läuft über „crowdfinancing“. Man beteiligt sich an einem Abo-Modell und bekommt dafür Beteiligungsmöglichkeit und zum Schluss eine schöne DVD. Die Erfahrungen zeigen, dass ca. 5% der Community aktiv mitarbeiten.

    Auch gibt es verschiedene Herausforderungen: scaling (task groupos, arch-angels), expectations (time, budget), direction (keeping collaboration on course).

    Normale Filmprojekte würden auch 4–5 Jahre Zeit brauchen, ebenso vermutlich „A swarm of Angels“.

    Er verweist noch auf Viewshareremix.com, eine Open Content Plattform, und ist dann fertig mit seinen 20 Minuten:

    ViewShareRemix is a project to support open content (particularly open movies), by providing information on the area, creating standard identifying marks, supporting visuals and development tools.

    Moderatorin fragt, wie demokratisch das Projekt ist. Er meint, es sei nicht demokratisch, sondern partizipatorisch. Er glaube, dass man als Filmmacher immer einen Direktor braucht, die die grosse Linie vorgibt. „We are cutting out the middle-man.“

    Jetzt kommt Blender: Vor lauter Free und 3D verhaspelt sich erstmal die Moderatorin: Sie brauchte drei Versuche, um „the first free 3d film“ richtig auszusprechen. Tom Roosendahl von der Blender-Foundation sprach dann über „3D Open Content free for everyone: open movies, open games.“

    Ein etwas gewöhnungsbedürftiger niederländischer Akzent. Aber jetzt gibt’s mal ne richtige Einführung in Open Source mit etwas weniger Buzzwords, dafür mehr Erklärung als bei der Tapscot-Rede. Überblick über Blender und Befreiung der Software im Jahre 2002, wo 100.000 Euro gesammelt worden, um die Software frei zu kaufen. Der Anbieter war vorher pleite gegangen. Die Community wollte Blender demokratisieren und wählte die GPL als freie Lizenz. „The elephants dream“ war nötig, um eine zeigbare Demo zu schaffen. Viele dachten bis dahin, Freie Software könne ja zu nichts gut sein. Jetzt gibt’s das Blender-Institute, 14 Menschen arbeiten Fullzeit und entwickeln Open Content Geschäftsmodelle. Viele Einnnahmen zur Finanzierung kamen über Verkauf der DVD. Aktuelles Projekt: Peach Open Movie. Gefördert u.a. vom Digital Pioneers Programm. 6 Menschen und 6 Monate. Start Oktober 2007. Nächstes Projekt: Apricot Open Game. 6 Menschen, 6 Monate. Supported von verschiedenen 3D-Studios. Ziel: „Open Source Industrie quality Game.“

    Es gibt noch ein paar Projekte wie Durian (4k cinema rendering). Das soll 3D-Sculpturen schaffen, keine story, aber viele Waffen und Explosionen.

    Das Open Content Geschäftsmodell von Blender:

    * foundation community (having fun, open source, software weiterentwicklung), subsudity and
    * funds (öffentliche kulturförderung)
    * training, dvds, dokumentation, bücher, (Mehrwerte rund um das Projekt schaffen)
    * commercial sponsoring

    Elephants dream war ein Riesenerfolg für die HDTV-Industrie. Die hatten endlich mal einen freien Film, um die Technik auf Messen zeigen zu können. Guter Vortrag um der anwesenden Filmindustrie mal die Vorteile von Open Source und Open Content zu erklären. Dann gabs noch eine kleine Filmpremiere vom kommenden Projekt. Sah gut aus.

    Pause. Und der nächste Programmpounkt kommt: Videospiele. Jade Raymond aus Spiele-Entwicklerin aus Montreal redet über „Not your daddy´ s game“: Warum junge Filmtalente jetzt Computerspiele machen. Sie war verantwortlich für das Spiel „Assassin´ s creed“ und zeigt einen Trailer als Beispiel für Machinima, weil der Trailer mit der Game-Engine erstellt wurde. Frauen und Menschen über 35 seien die am schnellsten wachsende Zielgruppe für Computerspiele. Sie zeigte einen netten Mash-Up, wo Filme und Videospiel-Verfilmungen zusammen gemixt wurden. Zusammen mit dem Soundtrack aus den fetten Boxen kommt das ganz gut, aber viel zu kurz. Sowas schaue ich auch gerne länger.

    Beispiel für Licencing der 1st generation collaboration:

    Spiele von Filmen haben immer ein Problem: Zeit. Meist gibt es nur wenige Wochen, um einen Film als Spiel umzusetzen. Das Ergebnis ist bekanntermassen meist schlecht. Gute Spiele brauchen viel Zeit. Beispiele schlechter Verfilmungen: wing commander, double dragon, street fighter, tomb raider. Marketing-Logik: Man machte das halt, weil man davon ausging, dass viele Menschen das Spiel spielen und sich demnach auch für einen Film interessieren. Das sei aber eine ganz schlechte Strategie, wie die Realität zeigt. Stimmt.

    2nd generation:skill sharing:

    Adoptiert die Werkzeuge anstatt der Filmideen. Wie in 300 oder Matrix zu sehen. Lieber die Technologien für Spezialeffekte übernehmen, aber nicht nur blöd eine Idee kopieren. Lieber eine eigene tiefe Welt schaffen. Filme wie 300 sind komplett vor Bluescreens gedreht und werden dann am Rechner bearbeitet. Dann erzählt sie einiges über ihr Spiel als Einblick in den typischen Produktionsprozess. Nagut, das ist schon etwas fetter:300 Menschen in montreal und 350 woanders.4 jahre Entwicklung, Spezialisten wurden von der filmindustrie eingekauft: Drehbuchautoren wurden schon sehr früh eingebunden, damit sie die Spielmechanik verstehen, etc. Dazu kamen Geschichtsexperten, Stuntmen und Storyboard Artists.

    Ihr Motto war „go big as the best epic films“ (gladiator, ben-hur, braveheart). Haben für das Spiel drei komplette Städte nachgebaut. 10.000 animationen and 6500 „Barks“ bilden zusammen sämtliche Bewegungen der Spielerfigur.

    Nächstes Beispiel: Next gen collaborations: partnerships. „cross media development“. Regisseure denken immer mehr beide Welten zusammen. Dann weiterer toller Zusammenschnitt erstmal von alten c64 Arkade-Games aus den 80er jahren und dann aktuelle Spiele. Tolle Bildershow mit Rage against the machine als Soundtrack aus den lauten Boxen dazu. Wieder zu kurz.

    Zusammenfassung: „we still have not tapped into the cretaive potential of games“. „user interactivity and participation to create an entertainment experience with greater intimacy emotional impact.“ Dann freu ich mich auf mehr. Zwischendurch wollte ich ja schon das Spiel kaufen, aber gibts eh nicht für PC.

    Als letztes sprach der Spiel-Designer Jordon Mechner über „prince of persia reloaded. cretaive and strategic alliances for the future of the film industry“. Prince of Persia hab ich ja Anfang der 90er gerne gespielt. Anscheinend gabs da auch mal eine Neuauflage und jetzt soll das als Film kommen. Früher war das Genre mal in Mode, aber seit den 50ern hat keiner mehr was dazu gemacht. (Vielleicht weil Yul Brunner gestorben ist?) „turning a video game hero into a movie hero“. Lustiges Bild: pacman to clint eastwood. Gar nicht so einfach. „in video games, story is secondary“. „the purpose of a video game story is to support the game play.“ „video game genres don´t correspond to film genres“. Irgendwie gibt’s den Film noch nicht. Erst nächstes Jahr. Oder so. Ist aber wohl schon in der Produktion. Er erzählte weiter, was ganz nett war, aber nicht so spannend zum mitschreiben. Jan Schmidt fand es spannender und hat was dazu gebloggt.

    Insgesamt eine nette Veranstaltung, wenn man mal von der Keynote absieht. Freut mich, dass Open Source Strategien jetzt auch mal in der Berliner Filmwelt promotet werden.

    13. Februar 2008 6
  • : Breite Bündnisse gegen Überwachung
    Breite Bündnisse gegen Überwachung

    Nach der großen und diversen kleineren bis mittelgroßen Demos des AK Vorrat zeigt sich auch anderswo immer mehr, dass der Widerstand gegen die Überwachung durch alle gesellschaftlichen Schichten geht und mittlerweile fast das gesamte politische Spektrum umfasst. Gestern war zum Beispiel die Freedemo in Regensburg, wo in trauter Eintracht Linke, Grüne, FDP und Jusos zusammen mit dem CCC, pro familia, der Asyl-Initiative und anderen gegen die zunehmende Überwachung demonstrierten.

    demo-regensburg-2-2008.jpg

    (Bild mit freundlicher Genehmigung von Die Linke Regensburg)

    Trotz kaltem Winterwetter kamen 750 Leute zusammen, was für eine Stadt in dieser Größe schon sehr gut ist. Der Juso-Unterbezirksvorsitzende Fabian Michl sparte dabei auch die eigenen SPD-Genossen nicht von der Kritik aus:

    Besonders wir jungen Sozialdemokraten nehmen hier unser gutes Recht wahr, Kritik auch an den Verantwortlichen in der eigenen Partei zu üben. Wir wollen keine Pauschalüberwachung, keinen Generalverdacht und die schrittweise Herbeiführung eines Überwachungsstaats.

    Kirchen, Journalisten,Steuerberater und andere sind auch schon seit einer Weile dabei. Wer fehlt da eigentlich noch? Der BDI? Immerhin ist die gesamte Internetwirtschaft gegen die Vorratsdatenspeicherung, und sogar die Wirtschafts-Initiative „no Abuse in internet“ hat vor wenigen Tagen nochmal verkündet, dass nach ihrer Ansicht

    „die Aufklärung von per Internet verübten Straftaten durch die massenhafte Speicherung von Verbindungsdaten weiter erschwert wird.“

    Und die Autofahrerlobby vom ADAC macht neuerdings öffentlich gegen die Vorratsdatenspeicherung von Autokennzeichen Druck.

    Was jetzt ansteht, ist diese breite Anti-Überwachungsbewegung bundesweit und lokal besser zu vernetzen und handlungsfähige Strukturen und Bündnisplattformen zu entwickeln. Gleichzeitig muss die Mitarbeit in den tragenden Gruppen wie dem AK Vorrat weiterhin so offen und unbürokratisch möglich sein wie bisher. Das ist eine besondere Herausforderung, die auch im AK selber seit Wochen für lebhafte Diskussionen sorgt. Am kommenden Wochenende soll darüber auf dem ersten Strategietreffen in Kassel auch mit den Bündnispartnern in Ruhe geredet werden. Auch die nächsten Großdemos werden dort Thema sein. Wer mithelfen will: Es sind noch ein paar Plätze frei.

    3. Februar 2008 3
  • : Richard Stallman in Berlin
    Richard Stallman in Berlin

    Am 18.02.2008 kommt Richard Stallman, Begründer und Vordenker der Freien Software Bewegung, nach Berlin und hält einen Vortrag über die Philosophie und Geschichte der Freien Software.

    Aus unserer Ankündigung:

    „Der in New York lebende Richard Stallman ist der Begründer der Freien Software-Bewegung und Verfasser wegweisender Texte dieser Bewegung. Der Begriff der “Freien Software” stammt von ihm und steht für die Idee, dass Software von ihren Benutzern zu jedem Zweck ausgeführt, verändert und weiterentwickelt werden kann und darf. Dieses Recht – das die meisten Software-Firmen ihren Nutzern verweigern – begründet Stallman mit der Forderung, dass Wissen jedem Menschen frei zugänglich sein sollte. Stallman vergleicht das von ihm geforderte Recht auf Freie Software (free software) mit dem Recht der “Freien Rede” (free speach), die im Gegensatz zum “Freibier” (free beer), zu den Grundrechten einer freien Gesellschaft gehört.

    Richard Stallman hat mit dem Betriebssystem GNU/Linux auch die Entwicklung des heute am weitesten verbreiten Betriebssystem vorangetrieben, das unter einer freien Lizenz steht. Mit der der GNU General Public Licence hat er darüber hinaus die rechtliche Grundlage für die Nutzung und Verbreitung Freier Software geschaffen. Um die Idee der Freien Software zu kommunizieren und zu verbreiten gründete Richard Stallman 1985 die Free Software Foundation (FSF), die mittlerweile auch Schwesterorganisationen in Europa (FSFE), Indien (FSFI) und Lateinamerika (FSFLA) hat.“

    Die Veranstaltung beginnt um 19:00 Uhr und findet im Atrium des media centre, Johannisstraße 20, 10117 Berlin statt. Der Eintritt kostet 5 Euro.

    Die Veranstaltung wird präsentiert vom newthinking store und netzpolitik.org.

    Nachher ist Richard Stallman in Jena. Das Commonsblog hat darüber mehr Infos:

    Am Mittwoch, den 20.02.2008, stellt Stallman GNU/Linux in Jena vor. Veranstaltungsort: Intershop-Tower am Leutragraben 1. Ein weiterer Vortrag wird das Thema “Copyright vs Community im Computerzeitalter” behandeln und am Donnerstag, den 21.02.1008 um 11:00 Uhr im Intershop-Tower beginnen.

    30. Januar 2008 11