Aktivismus
-
: zerotrollerance: Endlich Hilfe für sexistische Twitter-Trolle!
: zerotrollerance: Endlich Hilfe für sexistische Twitter-Trolle! Wir alle kennen sie, wir alle lieben sie – nicht! Trolle! Diese sich bevorzugt auf Twitter, Facebook, Foren oder den Kommentarspalten von Blogs und Zeitungen aller Art herumtreibenden, pöbelnden Nervensägen, die man am besten nicht weiter beachtet. Never feed the Troll! Aber Ignoranz hilft auch nicht weiter – vor allem wenn sie in Scharen auftreten und mit ihren sexistischen Beleidigungen alles was nicht männlich und/oder hetero ist beleidigen, belästigen und bedrohen, ist der Spaß lange vorbei. Die Plattformen selbst kommen mit den Trollen nicht besonders gut zurecht:
„We suck at dealing with abuse and trolls on the platform and we’ve sucked at it for years,“ schreibt Twitter CEO Dick Costolo in einem internen Memo.
Höchste Zeit also das selbst in die Hand zu nehmen, dachten sich die Aktivisten von Peng!, einem Kollektiv, dass für seine bunten Polit-Aktionen im Stile der Yes Men bekannt ist (Google-Hoax, AstroTV-Hack, Cinema for Peace).
Anti-sexist trolls strike back!
Das Peng! Collective erstellte eine Liste mit sexistischen Trollphrasen wie „attention seeking whore“, „die stupid bitch“ oder „feminazi“, wie sie auf Twitter leider viel zu oft verwendet werden. Im nächsten Schritt crawlten sie Twitter nach den Phrasen ihrer Liste und konnten so ca. 10’000 Profile identifizieren die auf Twitter ein brutales, sexistisches und gewalttätiges Verhalten aufweisen. Ihre sexistischen Tweets werden die nächsten sechs Tage von einer Schar aus 160 zurücktrollenden Twitter-Bots mit einer Videobotschaft beantwortet. Dafür wird eines der sechs Videos aus dem Zero Trollerance Programm verwendet – einer einfachen Sechs-Schritt-Anleitung mit kurzen „therapeutischen“ Ratschlägen und Inspirationen zur Überwindung ihres Sexismus und zur Verbesserung ihres online und offline Lebens.
Diese kann man sich auf zerotrollerance.guru anschauen – und als Troll sein eigenes und das Leben seiner Mitmenschen verbessern. Endlich ein Programm für Trollaussteiger. Erdacht wurde das Aussteigerprogramm von langzeit Guru Adler King – gemeinsam mit Ex-Trollen.
-
: Hacktivismus = Cybercrime? Eine Replik auf die Studie des BKA zu Hacktivisten
Cyberwar? Cyberpeace! : Hacktivismus = Cybercrime? Eine Replik auf die Studie des BKA zu Hacktivisten
Vor zwei Wochen veröffentlichte das Bundeskriminalamt eine Studie mit dem Titel „Hacktivisten“, die auf einem dreistufigen Forschungsdesign beruht: einer Literaturrecherche, einer quantitativen Fallauswertung von 78 polizeilich bekannten deutschen Fällen und einem Expertenarbeitstreffen, bei welchem Erfahrungswerte ausgetauscht wurden. Beginnen wir mit einer logischen Denksportaufgabe. Dieser Artikel von Theresa Züger und Adrian Haase erschien gestern erstmals auf dem Sicherheitspolitik-Blog im Rahmen der Artikelreihe Cyberpeace: Dimensionen eines Gegenentwurfs.
In der Einleitung wird folgende Prämissen aufgestellt:
- „Hacktivismus (ist) (…) letztlich nichts anderes als die digitalisierte Form von Aktivismus.“ (BKA, 2015: 1)
- Hacktivismus ist eine Form von Cybercrime (vgl. BKA, 2015: z. B. 2).
Frage: Zu welcher Konklusion führen diese beiden Prämissen über Aktivismus?
Die zwei möglichen Antworten hier sind: Aktivismus ist ebenfalls eine Form der Kriminalität. Oder aber: Aktivismus wird zumindest dann kriminell wenn er digital ausgeübt wird. Beide Konklusionen verdeutlichen eine Problematik, die sich konsistent durch die Studie zieht: eine eingeschränkte Sichtweise auf Hacktivismus als kriminellen Akt. Dennoch ist dieser Fokus keine Überraschung, da er dem Erkenntnisinteresse des BKA entspricht. Aus Sicht des BKA könnte man argumentieren, dass man so versucht seinen Job zu machen, indem man sich auf strafrechtlich relevante Fälle konzentriert. Wir wiederum möchten unseren Job machen, die Studie wissenschaftlich hinterfragen und sie vor dem Hintergrund bestehender Forschung einordnen, um mögliche politische Implikationen aufzuzeigen.
Der paradoxe symbolische Kampf um den Hacktivismus
Auch wenn dies teilweise anders rezipiert wurde, scheint das BKA um eine Abgrenzung des Hacktivismus von den Begriffen Cyberwar und Cyberterrorismus bemüht. „Die wichtigste Abgrenzung zu Hacktivismus liegt im Ziel des Terrorismus begründet, nämlich Gewalt auszuüben, um einzuschüchtern und Schrecken und Leid zu verbreiten. So fällt eine Attacke, die Services unterbricht, aber nicht mehr als finanzielle Kosten verursacht, nicht darunter“ und weiter:
„Neben den bisher dargestellten Phänomenen muss das Phänomen Cyberwar bzw. Cyberkrieg ebenfalls von Hacktivismus abgegrenzt werden. Hierbei handelt es sich um die Nutzung des Internets und von Computern zur staatlichen Kriegsführung häufig im Sinne von Attacken oder Spionageangriffen. Mindestens eine der beteiligten Parteien muss zudem eine offizielle Regierung sein“
(BKA, 2015: 22,25 unsere Hervorhebung).Was für das BKA aber anscheinend nicht zur Debatte steht ist das Verständnis von Hacktivismus als kriminellem Akt. Besonders paradox fällt diese einseitige Sicht durch den Widerspruch mit einer Definition von Alexandra Samuels auf, die das BKA selbst anführt, in dem sie Hacktivismus beschreibt als „Hochzeit von politischem Aktivismus und Computerhacking […] als den gewaltfreien Gebrauch von illegalen oder legalen digitalen Werkzeugen um politische Ziele zu verfolgen.“ (BKA, 2015: 21 unsere Hervorhebung)
Dieser symbolische Konflikt um die Besetzung des Begriffs des Hacktivimus ist jedoch keine Neuheit und wird seit über 10 Jahren in der wissenschaftlichen Literatur thematisiert. Er vollzog sich als ähnliche semantische Entwicklung bereits mit dem „Hacking“. Beide Begriffe erfahren von staatlicher Seite und teilweise auch in den Medien eine Neu-Besetzung als sicherheitspolitisch relevante Gefahren und kriminelle Tätigkeiten (ein Thema mit dem sich unser Fellow Leonie Tanczer auseinandersetzt). Ironischerweise weist das BKA selbst auf die ursprüngliche Neutralität des Begriffs des Hackens hin (BKA, 2015: 21) und schlägt dennoch in die selbe Kerbe der Kriminalisierung. Was kriminell ist und was nicht, verändert sich in einem politischen Anpassungsprozess, der im Moment in einer kritischen Phase zu sein scheint.
Mit dieser schleichenden begrifflichen Verschiebung hin zur kategorischen Kriminalisierung von Hacktivismus stehen zwei Probleme im Raum. Es ist zu befürchten, dass nach dem Hacking (§ 202c StGB wird in Wissenschaft und Praxis mittlerweile flächendeckend als sog. Hacking-Paragraph bezeichnet), auch der Begriff des Hacktivismus durch staatliche Institutionen als genuin strafrechtlicher Begriff besetzt wird. Damit wird ein Bild gezeichnet, das weder der Entstehung und der tatsächlichen Praxis von Hacktivismus noch dem Selbstverständnis von Hacktivsten gerecht wird. Einerseits besteht die Gefahr, dass völlig legale Formen, die in das Feld des Hacktivismus fallen, schneller unter Kriminalitätsverdacht stehen. Das betrifft etwa manche fiktive Netzkampagnen (wie jene der The Yes Men oder des Zentrums für politische Schönheit), Keyword Storms (wie das sogenannte Eschalon Bashing) oder das massenhafte Versenden persönlich verfasster Protestmails (wie in diesem Fall an den Axel Springer Verlag). Andererseits kann sich ein Abschreckungseffekt entwickeln: Wer glaubt, dass jede Art des Hacktivismus strafrechtlich verfolgt oder beobachtet wird, ist möglicherweise auch abgeschreckt an legalen Aktionen teilzunehmen. Dies könnte zu einem Klima der Angst für digitale Aktionen führen und letztlich die Meinungsfreiheit massiv beeinträchtigen.
Immerhin auf der letzten Seite der Studie wird auch die Möglichkeit des zivilen Ungehorsams im Netz erwähnt. Für zivilen Ungehorsam – also einen absichtlichen, prinzipienbasierten, kollektiven – und nicht kriminell motivierten – Rechtsbruch, der das Ziel verfolgt, politische Maßnahmen zu beeinflussen (vgl. Celikates 2010: 280) – bleibt jedoch faktisch kein Platz, weil das Risiko für Aktivisten kaum abzusehen ist. Aus demokratischer Sicht macht es einen Unterschied, ob Hacktivismus politische Werte vertritt, die mit unseren Grundrechten und Freiheiten konform gehen – oder diese gerade durch den Protest einfordern – oder ob sie diesen widerstreben. Weder das BKA, noch die derzeitige Rechtsprechung, weisen jedoch auf eine solche Unterscheidung und ein politisches Feingefühl in der Praxis hin. Diese undifferenzierte Strafverfolgung, also die Tatsache, dass jede Form von Hacktivismus ohne Abstufung als Computerkriminalität bewertet wird, kann sich zusätzlich, durch manche Aspekte des Täterverständnisses des BKA und die formulierten Forderungen für ein zukünftiges Umgehen mit Hacktivisten verschärfen.
Hacktivisten als „die üblichen Verdächtigen“
Das BKA weist darauf hin, dass es sich zum jetzigen Zeitpunkt lediglich um eine sog. Hellfeldstudie handelt, die sich also mit den offiziellen Zahlen und Fakten beschäftigt, und daher ausschließlich entdeckte und in irgendeiner Art und Weise dem Strafverfolgungsprozess zugeführte hacktivistische Aktionen in die Untersuchung einbezogen worden sind. Vermutlich kommt deswegen der bereits erwähnten Expertengruppe eine prominente Rolle bei der Identifizierung und Einordnung von verdächtigen Hacktivisten zu. Über eine Analyse der untersuchten Fälle hinaus äußern die Mitglieder der Expertengruppe Vermutungen zum Wesen eines typischen Hacktivisten. Dieser sei nicht nur unbekannt, männlich und zwischen 18 und 30 Jahren alt (soweit decken sich Empirie und Erfahrungspraxis der Experten) sondern – laut Vermutung der Experten – zumeist Mitglied islamischer/islamistischer Gruppierungen, möglicherweise nachrichtendienstlich gelenkt und vor allem lediglich nebenberuflicher Hacktivist. Hauptberuflich seien diese (vermutlich) die „üblichen” Cyberkriminellen“ (BKA, 2015: 71).
Diese Vermutungen der Expertengruppe sind durchaus bemerkenswert. Aus wissenschaftlicher Sicht ist es problematisch solche Vermutungen unkritisch im Rahmen einer allgemeinen Studie zu veröffentlichen, ohne weitere Belege für diese Annahmen zu liefern und diese durch die empirischen Ergebnisse der Studie stützen zu können. Weiter zeigen sie einerseits den erstaunlich eindimensionalen Blickwinkel staatlicher Strafverfolgungsorgane auf eine Szene, die sich bislang einer pauschalen Einordnung erfolgreich entziehen konnte. Andererseits lassen sie Rückschlüsse auf zukünftig erwartbare Mittel und Maßnahmen zur präventiven und repressiven Bekämpfung von Hacktivismus zu. Vom Ausbau internationaler Kooperationen und Institutionen (Cybercrime-Abwehrzentrum bei Europol, Datenaustausch) über Strafrechtsharmonisierung, die Einführung der Vorratsdatenspeicherung bis hin zu Medienkampagnen zur Tätersensibilisierung hat das BKA den gesamten Strauß von law and order Maßnahmen im Programm. Eine Differenzierung zwischen strafrechtlich eindeutig relevantem Verhalten und erlaubten aktivistischen Online-Tätigkeiten findet nicht statt. Dies wäre aber nicht nur demokratietheoretisch geboten, da laut Richter und Verfassungsrechtler Ulf Buermeyer der Cyberangriff von heute morgen schon freie Meinungsäußerung sein könnte. Ein die Grundrechte schonendes Vorgehen des Staates und seiner Strafverfolgungsbehörden ist somit erforderlich. Darüber hinaus böte der differenzierte Blick auf hacktivistische Szenarien auch die Möglichkeit ressourcenschonender zu agieren und nicht jeden Akt des Hacktivismus wie einen Cyber-Großangriff zu behandeln.
Schadensberechnung leicht gemacht
Stutzig wird nicht nur der Jurist bei der Schadensberechnung. Das BKA beruft sich in seiner Studie hier auf Angaben des renommierten Kaspersky Lab und gibt die Schäden bei Großunternehmen mit 1.82 Millionen Euro und bei mittleren und kleinen Unternehmen mit 70.000 Euro pro Angriff an. Interessant sind weniger die Zahlen von Kaspersky Lab sondern vielmehr die Interpretation des BKA (BKA, 2015: 45f.). Es wird in der Studie zwar eingeräumt, dass die als Hacktivismus eingeordneten Fälle zumeist keine oder nur sehr geringe wirtschaftlich bezifferbare Schäden verursacht haben, dennoch wird auf die Zahlen von Kaspersky Lab Bezug genommen, obwohl diese in keinerlei Verbindung zum Hacktivismus stehen sondern ausdrücklich Cyber-Großangriffe betreffen und eine politische oder gesellschaftliche Dimension nicht erwähnen. Doch das BKA rückt Hacktivisten nicht nur abermals durch diesen Kunstgriff in die Richtung von Cyberkriminellen. Auch der auf den Angriff zurückgehende Schaden wird massiv erhöht, wenn „die Beseitigung von Schwachstellen“ als kausaler Schaden eingeordnet wird. Cyberkriminelle und/oder Hacktivisten werden auf diese Weise nicht nur für unmittelbare Schäden verantwortlich gemacht, die kausal auf ihre Angriffe zurückzuführen sind, sondern darüber hinaus auch für die Kosten, die durch eine Behebung von Schutzlücken in der IT-Sicherheit entstehen. Man darf also durchaus gespannt sein, wann der erste Einbrecher für eine defekte Alarmanlage, die seinen Einbruch ermöglicht hat, in Anspruch genommen wird…
Forschung zum Thema Hacktivsmus
Das BKA kommt zu der Einsicht, dass wissenschaftliche Untersuchungen zu Hacktivismus und Hacktivisten rar seien (findet aber selbst immerhin 184 Quellen). Zwar nicht zur bestehenden Forschung, jedoch zur Datengrundlage in Deutschland können wir bestätigen, dass die Erforschung von Hacktivismus mit Hürden verbunden ist.
Im Juli 2014 sendeten wir an sämtliche Oberstaatsanwaltschaften der Länder Anfragen bezüglich Ermittlungsverfahren, die möglicherweise im Kontext von Hacktivismus interessant sein könnten. Wir bekamen keinerlei dienliche Antwort, denn es bestehe „keine Möglichkeit die von (uns) gewünschten Daten hier abzufragen“, es sei aus „organisatorischen Gründen nicht möglich“, „Tathintergründe werden von staatsanwaltlicher Seite nicht erhoben“ oder es seien „keinerlei einschlägige Verfahren feststellbar“. Das BKA hatte im selben Zeitraum mit der Abfrage der Daten bei den Ermittlungsbehörden offensichtlich mehr Glück. Allerdings hinterlässt die Fallanalyse der ausgewählten 78 Fälle einige Fragen:
Weshalb macht das BKA in seiner Studie keine Angaben zu Verurteilungszahlen? Erst die gerichtliche Überprüfung und ein rechtsstaatlich festgestellter Verstoß gegen Strafnormen kann tatsächlich Aufschluss darüber geben, ob Hacktivisten sich durch ihre Aktionen strafbar gemacht haben, in welchem Ausmaß dies geschehen ist und welche Konsequenzen drohen. Die polizeiliche Einschätzung, dass ein Verhalten strafbar sei, sagt rein gar nichts über dessen wahren Charakter aus und sollte nicht zur Basis von zukünftigen Kriminalisierungs- und Strafverfolgungserfordernissen gemacht werden.
Die Sekundär- und die Fallanalyse divergieren erheblich bezüglich der Opfer von Hacktivismus, da sich die Prämissen der Literaturrecherche, dass Hauptgeschädigte Regierungen, Polizei und Unternehmen sind, mit den Erkenntnissen der Fallanalyse nicht vereinbaren lassen (BKA, 2015: 43). Wie das BKA argumentiert, läge dies möglicherweise daran, dass viele Fälle nicht bekannt werden, da das Opfer einen Imageschaden befürchtet. Die fehlende Bereitschaft zur Anzeigeerstattung aus Imagegründen als einzige Erklärung ist hier mehr ein Feigenblatt, als eine Antwort und offenbart vielmehr, dass der in Deutschland bestehende Hacktivismus für das BKA mehr Fragen hinterlässt als Antworten sichert.
Was bleibt?
Die vorliegende Hellfeldstudie stellt lediglich den ersten Teil dar und soll zukünftig von einer Dunkelfeldstudie flankiert werden (BKA, 2015: 2, 81). Es bleibt also zu hoffen, dass sich das BKA von kritischen Anmerkungen inspirieren lässt, um dadurch dem vielschichtigen Phänomen des Hacktivismus besser gerecht zu werden. Unserer Ansicht nach ist dafür eine ergebnisoffenere Forschung hinsichtlich der Einordnung von Hacktivisten im Spannungsfeld zwischen politischer Meinungsäußerung, zivilem Ungehorsam und cyberkriminellen Aktivitäten geboten um dadurch eine demokratie- und ressourcenschonende Abstufung bei der ermittlungstaktischen Behandlung von Fällen zu erreichen.
-
: Vietnam: Erneute Festnahmen regierungskritischer Blogger_innen und Abschiebungen in die USA
: Vietnam: Erneute Festnahmen regierungskritischer Blogger_innen und Abschiebungen in die USA In Vietnam ist es in den vergangenen Monaten und zuletzt Ende November wieder zu Verhaftungen von regierungskritischen Blogger_innen gekommen: Bui Thi Minh Hang wurde im August nach einem Verhandlungstag zu drei Jahren Haft verurteilt, gemeinsam mit Nguyen Van Minh (30 Monate Haft) und Thi Thuy Quynh (24 Monate Haft) – vorgeworfen wurde ihnen die Störung der öffentlichen Ordnung (causing public disorder). Nach Artikel 245 des Strafgesetzbuches können Bürger_innen zu zwei bis sieben Jahren Haft verurteilt werden, wenn sie beispielsweise Waffen nutzen, vorbestraft sind und in gefährlicher Weise rückfällig werden, andere Menschen zur Störung der öffentlichen Ordnung veranlassen – oder eine serious obstruction to traffic darstellen, also eine gravierende Behinderung des Verkehrs. Letzteres wird den drei Aktivistinnen vorgeworfen, da sie im Februar diesen Jahres (zusammen mit 21 anderen Personen) mit ihren Motorrädern von Ho Chi Minh City nach Dong Thap gefahren sind um die Familie des inhaftierten Menschenrechtsanwalts Nguyen Bac Truyen zu besuchen.
-
: Ehemaliger NSA-Chef Hayden: Überwachungs-Kritiker sind „Nihilisten, Anarchisten, Aktivisten, Lulzsec, Anonymous“
Michael Hayden, früherer Direktor von NSA und CIA : Ehemaliger NSA-Chef Hayden: Überwachungs-Kritiker sind „Nihilisten, Anarchisten, Aktivisten, Lulzsec, Anonymous“ Michael Hayden, ehemaliger Direktor der NSA, reiht sich ein in den Reigen an Politikern mit Durchblick in der Überwachungs-Affäre:
„If and when our government grabs Edward Snowden, and brings him back here to the United States for trial, what does this group do?“ said retired air force general Michael Hayden, who from 1999 to 2009 ran the NSA and then the CIA, referring to „nihilists, anarchists, activists, Lulzsec, Anonymous, twentysomethings who haven’t talked to the opposite sex in five or six years“.
Alles klar.
-
: Vietnam: Menschenrechtsaktivist und Blogger Le Quoc Quan vor Gericht
: Vietnam: Menschenrechtsaktivist und Blogger Le Quoc Quan vor Gericht Zwischen 38 und 46 Bloggerinen und Blogger sollen dieses Jahr in Vietnam bereits verhaftet und verurteilt worden sein, der Regierung wird vorgeworfen Sicherheitsgesetze zu missbrauchen um Regierungskritiker zum Schweigen zu bringen. So soll es auch bei Le Quoc Quan gewesen sein: Der bekannte Menschenrechtsaktivist wurde im Dezember letzten Jahres festgenommen, ihm wird Steuerhinterziehung vorgeworfen. Brad Adams, Geschäftsführer von Human Rights Watch für Asien, hält dies für einen vorgeschobenen Grund:
Le Quoc Quan is being put on trial because he is a prominent and effective critic. Instead of addressing popular dissatisfaction with Vietnam’s political system, economic failures, and dire human rights record, the government is simply throwing critics in prison.
-
: Hacktivist Jeremy Hammond bekennt sich zu Hack von Stratfor: „Ich tat, was ich für richtig halte.“
Jeremy Hammond. : Hacktivist Jeremy Hammond bekennt sich zu Hack von Stratfor: „Ich tat, was ich für richtig halte.“ Der politische Aktivist Jeremy Hammond hat sich schuldig bekannt, in Computer des privaten amerikanischen Think Tank Stratfor eingedrungen zu sein. Seit 15 Monaten sitzt er in Haft, nun drohen ihm 10 Jahre Gefängnis und eine Millionenstrafe. Jeremy Hammond half dabei, das Konzept des „Hacktivismus“ zu verbreiten – und saß bereits wegen ähnlicher Delikte im Gefängnis.
-
: Molly Sauter veröffentlicht Masterarbeit zu DDoS-Aktionen
: Molly Sauter veröffentlicht Masterarbeit zu DDoS-Aktionen Molly Sauter ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am MIT Center for Civic Media und hielt auf dem 29c3 den Vortrag: “The Ethics of Activists DDoS Actions”, in dem sie Argumente für eine Legalisierung von DDoS-Angriffen vorstellte. Nun hat sie ihre Masterarbeit veröffentlicht und befasst sich auch dort mit dem Thema DDoS: „Distributed Denial of Service Actions and the Challenge of Civil Disobedience on the Internet“ (PDF). Sauter thematisiert die Geschichte und Entwicklung von DDoS Aktionen und ihre Anwendung als Werkzeug des politischen Aktivismus seit Anfang der 90er Jahre. Ihre Forschungsfrage ist, wie ziviler Ungehorsam und Aktivismus im derzeitigen Internet praktiziert werden (können).
Online, people sign petitions, investigate stories and rumors, amplify links and videos, donate money, and show their support for causes in a variety of ways. But as familiar and widely accepted activist tools—petitions, fundraisers, mass letter-writing, call-in campaigns and others—find equivalent practices in the online space, is there also room for the tactics of disruption and civil disobedience that are equally familiar from the realm of street marches, occupations, and sit-ins?
-
: Cute cat theory of digital activism
: Cute cat theory of digital activism
Dank eines Tweets von Jillian York, Direktorin für Internationale Meinungsfreiheit bei der Electronic Frontier Foundation, wurden wir in der Redaktion auf eine uns bisher unbekannte Theorie aufmerksam: Die cute cat theory of digital activism. Und die hat sogar schon einen eigenen Wikipedia-Artikel. Worum geht es also?Ethan Zuckerman, Direktor des MIT Center for Civic Media, hat die Theorie entwickelt. Demnach interessieren sich die meisten Menschen nicht für Aktivismus im Internet, sondern wollen es nutzen, um sich auszutauschen und nach Pornografie oder lolcats zu suchen. Die Tools, die dafür entwickelt werden, wie Facebook, Flickr, Blogger, Twitter und ähnlichen Plattformen, seien dann wiederum für Aktivisten sehr nützlich, denen die Mittel fehlen, selbst Tools zu entwickeln. Und es mache die aktivistische Arbeit resistenter gegen Repressionen: “The government can’t simply shut down Facebook, because doing so would alert a large group of people who they can’t afford to radicalize”, erklärte Zuckerman gegenüber der NY Times.
(Sehr viel) mehr zu Zuckermans These und süße Katzenbilder gibts auf seinem Blog.
-
: Mobilize-Konferenz: Wenn die namibische Feministin auf den französischen Hacker trifft
Grafik: CC-BY-SA Matthias Spielkamp : Mobilize-Konferenz: Wenn die namibische Feministin auf den französischen Hacker trifft „Wir müssen uns von der Vorstellung verabschieden, dass unsere politischen Kämpfe nichts miteinander zu tun haben. Sie sind miteinander verknüpft“ sagte ein palästinensischer Medienaktivist bei der Abschlussdiskussion der Mobilize-Konferenz. Er traf damit den Kern der Veranstaltung.
Auf der Konferenz in der Berliner Heinrich-Böll-Stiftung waren vom 21.–24. März (Fotos) etwa 40 Aktivistinnen und Aktivisten aus mehr als 25 Ländern und den Bereichen Netzpolitik, Kultur und Genderdemokratie zusammengekommen, um sich über Strategien und Taktiken auszutauschen und die Vernetzung zu fördern. Jillian C. York von der Electronic Frontier Foundation, die die Veranstaltung mit einer Keynote (Video) eröffnete, beschrieb den Sinn einer solchen Konferenz treffend: „Selbst wenn am Ende jeder Teilnehmer nur einen festen Kontakt zu einem Teilnehmer aus einem anderen Land geknüpft hat, ist dies ein Erfolg, der den Aktivismus insgesamt stärkt.“
Damit dieser Austausch auch intensiv stattfinden konnte, war die Konferenz so aufgebaut, dass nur ein Tag der Öffentlichkeit zugänglich war und sonst in einer eher familiären und geschützten Atmosphäre Workshops und Diskussionen abgehalten wurden.
Am offenen Konferenztag, wurde zum Beispiel darüber diskutiert, wie man Protest und Aktivismus in echte politische Ergebnisse umwandeln könne (Audio / Video). Hierbei stieß die Haltung des klassischen, auf Repräsentanz ausgerichteten Politikbetriebs – der Protest nicht als echte Politik sieht – im Publikum auf Kritik. Katarzyna Szymielewicz von der polnischen Panoptykon Foundation warnte zudem vor einem „Klicktivism“ á la avaaz.org, der Aktivismus und Protest auf der Straße nicht ersetzen könne.
-
: Netzpolitik.TV 080: Ben Scott über Netzneutralität
: Netzpolitik.TV 080: Ben Scott über Netzneutralität Ben Scott war einer der führenden Köpfe der US-Netzneutralitätsdebatte bevor er als Internetfreiheitsberater zu Hillary Clinton ins US-Außenministerium wechselte. Seit einem halben Jahr lebt er in Berlin. Vor zwei Wochen haben wir uns im neuen „Zeit Online“-Newsroom über die US-Netzneutralitätsdebatte unterhalten. Dabei ging es aber auch über Perspektiven und mögliche Strategien für Europa. Von dem Gespräch gibt es eine Videoaufnahme:
Und auf Soundcloud haben wir das auch mal gepackt:
Und hier gibts das ganze auch als Datei zum Runterladen & Sammeln:
-
: Leistungsschutzrecht: Nur weil „nur“ 20.000 Menschen dagegen unterschrieben haben, ist es immer noch nicht akzeptabel
: Leistungsschutzrecht: Nur weil „nur“ 20.000 Menschen dagegen unterschrieben haben, ist es immer noch nicht akzeptabel
Mehr als 20.000 Menschen haben die Petition gegen das Leistungsschutzrecht für Presseverlage unterzeichnet. Das ist ein beachtliches Signal, aber dennoch unter dem Quorum für eine Anhörung. Jetzt diskutiert die Blogosphäre über den Sinn und Unsinn von Petitionen.Am 12. September wurde eine Bundestags-ePetition vom Piraten Bruno Kramm freigeschaltet, Markus fand den Hintergrund etwas suboptimal. Vor einer Woche riefen mehrere Netzaktivisten, darunter auch netzpolitik.org, zum Mitzeichnen der Petition auf, weil es schlicht keine Bessere gibt.
Gestern Nacht endete die Mitzeichnungsfrist, 21.366 Unterschriften wurden bis dahin gesammelt. Bei 50.000 Unterschriften hätte der Petent das Anliegen nochmal persönlich vor dem Petitionsausschuss vortragen können. Viele Kommentatoren sprechen jetzt von einem „Scheitern“.
-
: AktivenKongress für Bürgerrechtler und Netzaktivistinnen
: AktivenKongress für Bürgerrechtler und Netzaktivistinnen Vom 17. – 19. August findet der AKtiVCongrEZ statt, den der FoeBuD organisiert.
Beim AKtiVCongrEZ treffen sich Leute, die was tun wollen: Bürgerrechtler und Netzaktivistinnen, Chaos Computer Club und FoeBuD, AK Vorrat und AK Zensur, Stoppt-die-e-Card und AK elektronische Verwaltung, parlamentarische und außerparlamentarische Politikerinnen.
Und es gibt wahrlich viel zu tun: ACTA, RFID, elektronische Gesundheitskarte, Vorratsdatenspeicherung, Bea (das aktuelle Nachfolgeprojekt des elektronischen Entgeltnachweises ELENA), INDECT, Datenschutzreform in Europa, der Aktionstag „Freedom not Fear“ in Brüssel – und und und … Ein Schwerpunkt wird dieses Mal z.B. bei der Frage liegen, ob und wie wir eine Europäische Bürgerinitiative gegen die Vorratsdatenspeicherung europaweit gestalten, durchführen und finanzieren wollen.
Weitere Informationen:
https://www.foebud.org/aktivenkongress-fuer-buergerrechtler-und-netzaktivistinnen-17–201319‑8.2012 -
: Dritter Weltkongress der Hedonistischen Internationale vom 31. Mai bis 4. Juni
: Dritter Weltkongress der Hedonistischen Internationale vom 31. Mai bis 4. Juni
Am Wochenende nach Pfingsten findet vom 31. Mai – 4. Juni 2012 der Dritte Weltkongress der Hedonistischen Internationale zwischen Hamburg, Greifwald und Berlin statt. Der Kongress will Spaß und Politik verbinden und orientiert sich wie in den letzten beiden Jahren an den Themensträngen Protest, Party, Action. Der internationale Kongress soll den Ideenaustausch von Aktivisten/innen und deren Vernetzung fördern. Der Weltkongress ist kein von langer Hand geplantes Event, vielmehr lebt das Ganze vom Selbermachen, vom Mitmachen und den Ideen und Engagement der Teilnehmer. Zur Deckung der Kosten gibt es Karten, die jetzt im Vorverkauf erhältlich sind.
Programm:Mittlerweile sind schon über 80 Stunden Kongressprogramm bestätigt (Stand 14.5.) Das Vortragsprogramm wird in drei gleichzeitigen Konferenz-Tracks am Freitag und Samstag jeweils von 10–22 Uhr stattfinden. Konferenzsprache ist Englisch und Deutsch. Zwischen den schon bestätigten Vorträgen ist immer genug Raum für spontane Workshops, Talks und Aktionen.
Kleiner Auszug aus dem Programm:
Eine kleine Auswahl des Programms gibt es schon, der Rest wird in den nächsten Tagen veröffentlicht. Unter anderem sind mit dabei:- Barbara Petersen: Das Büro für ungewöhnliche Maßnahmen
Das Büro für ungewöhnliche Maßnahmen (BfM) war eine 1987 gegründete Künstlergruppe, die bis Mitte der 1990er Jahre in Berlin aktiv war und sich mit Politkunst beschäftigte. Das Büro arbeitete vielfach mit Mitteln des Theaters, der Performance oder der Installation, viele ihrer Aktionen lassen sich der Kommunikations- und Spaßguerilla zuordnen, künstlerisch bildete ein erweiterter Begriff der Collage das zentrale Motiv der Arbeit der Gruppe. Zentrales Ziel war es, auf solche Weise politische Inhalte in den öffentlichen Raum zu tragen. - Ahmed Asery (Jemen): Music and Revolution in Yemen
Der jemenitische Musiker und Revolutionär hat nicht nur die erste Reggaeband des Landes gegründet, sondern auch im letzten Jahr den Soundtrack zur Revolution geliefert. Ahmed Asery erzählt über die arabische Revolution aus jemenitischer Perspektive – und greift vielleicht auch zur Gitarre.
- Barbara Petersen: Das Büro für ungewöhnliche Maßnahmen
-
: Jacob Appelbaum ruft zu mehr digitalem Aktivismus auf: „Wir sind alle Anonymous“
: Jacob Appelbaum ruft zu mehr digitalem Aktivismus auf: „Wir sind alle Anonymous“ Auf der transmediale gab es ein Panel über Anonymous Codes, unter anderem mit dem Hacker und Aktivist Jacob Appelbaum sowie der Anthropologin und Anonymous-Forscherin Gabriella Coleman.
Das spannendste war eigentlich die Rede von Jacob, in welcher er Anonymous nicht nur vehement verteidigte, sondern dazu aufrief, sich am politischen Aktivismus zu beteiligen. Er hat seine Rede in voller Länge auf sein Blog gestellt. Netzpolitik.org hat nun exklusiv das Video erhalten:
Er redet sehr schnell, weil er nur zehn Minuten hatte. Aber ich empfehle wirklich, das Video zu gucken oder das Audio anzuhören. Nebenbei kann man auch den Original-Text lesen. Wer nicht kann oder will, für den gibt es eine deutsche Zusammenfassung und Teil-Übersetzung:
-
: Wort halten, FDP!
: Wort halten, FDP! Nachdem Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger am Sonntag im SZ-Interview ihre „Eckpunkte zu Quick Freeze“ vorgestellt hatte (siehe Knickt Leutheusser-Schnarrenberger ein?), steht nun für den morgigen Donnerstagabend das Thema Vorratsdatenspeicherung auf der Agenda des Koalitionsausschusses.
Eine Einigung von Union und FDP im Thema droht im Kompromiss zu enden – mit dem Ergebnis einer erneuten Vorratsdatenspeicherung und einem erneuten Generalverdacht gegen alle EinwohnerInnen.
Jetzt will der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung die FDP schnell an ihr Versprechen erinnern, eineanlassunabhängige Speicherung personenbezogener Daten auf Vorrat
abzulehnen und fordert: Wort halten, FDP!Im AK Vorrat-Wiki gibt es dazu eine Liste der Telefonnummern der Abgeordeten der FDP-Fraktion und eine Handreichung für das Gespräch mit den Abgeordneten.
Ruft bis Freitag die Abgeordeten an – überzeugen wir 21 Stück, reicht das für die Verhinderung eines Kompromisses. -
: Kostenloser Download: Das Buch „Digital Activism Decoded“
: Kostenloser Download: Das Buch „Digital Activism Decoded“ Seit heute gibt es das Buch „Digital Activism Decoded“ als freien Download. Die 15 Autoren beschäftigen sich mit der Schnittstelle von digitalen Technologien und Aktivismus. Digital Activism Decoded stellt erklärtermaßen den Versuch dar, das Feld „Digitaler Aktivismus“ erstmals komplett zu umreißen. Die Herausgeberin Mary Joyce, die auch letztes Jahr auf der re:publica gesprochen hat, schreibt in ihrer Zusammenfassung:
The book begins with a section on Contexts, addressing not only the technology of network infrastructure, devices, and applications, but also the social, economic, and political environment in which digital activism occurs.
An analysis of Practices follows, not in the usual format of case study analysis, but by presenting different ways of thinking about these practices. The section begins with a chapter on pre-digital social movement theory, while a second chapter takes the digital perspective of web ecology. Both constructive and destructive activism practices are discussed.
-
: Dokumentarfilm und Toolkit „10 Tactics for Turning Information into Action“
: Dokumentarfilm und Toolkit „10 Tactics for Turning Information into Action“ Zur Zeit finden rund um die Welt Launch Events des Dokumentarfilms und Toolkits „10 Tactics for Turning Information into Action“, produziert von Tactical Technology Collective. Am Dienstag, 19. Januar 2010 um 19:30 gibt es ein Screening des Films im newthinking store in Berlin.

10 Tactics untersucht wie Aktivisten und NGOs in verschiedenen Regionen der Welt Information und digitale Technologien nutzen um positive Veränderungen zu bewirken. In 35 Interviews erzählen Aktivisten aus insgesamt 24 Ländern über ihre Erfahrungen damit, Menschen für eine Kampagne zu mobilisieren, den Einsatz von Video und Story-Telling, über Möglichkeiten der Visualisierung von Informationen, Arbeit mit Netzwerken und partizipativen Ansätzen, Umgang mit komplexen Daten, oder die Verbreitung von Information bei eingeschränkter Meinungsfreiheit. Viele der Interviews wurden auf dem Information Activism Camp im Februar/März 2009 gedreht.
Begleitend zum Film gibt es ein Toolkit, welches zu jedem Themenbereich Tips und Techniken für die Planung eigener Kampagnen und Info-Activism Aktivitäten auf Basis des Films aufbereitet. Die ersten Kapitel des Films und entsprechenden Karten des Toolkits kann man sich bereits auf der 10 Tactics Website anschauen.
Toolkits zum Film inkl. DVD, sowie weitere Publikationen von Tactical Tech zur taktischen Nutzung von Technologien in Kampagnen und Info-Activism (Message-in-a-Box, Mobiles-in-a-Box, Security-in-a-Box, Mapping for Advocacy) werden an dem Abend erhältlich sein. -
: „Freedom against Censorship“ gegründet
: „Freedom against Censorship“ gegründet Franziska Heine vom AK Zensur berichtet in einem Gastbeitrag bei ZEIT Online vom Hacker-Camp HAR in den Niederlanden:
Jedes Land, das per Gesetz bürgerliche Freiheiten zugunsten von Überwachung und Kontrolle vernichtet, ist Vorbild und Signal, dem andere Staaten folgen. Dem sind wir nur gewachsen, wenn wir unsere Kräfte bündeln, wenn wir schnell und flexibel reagieren und einmal Gelerntes verbreiten und anwenden.
Die HAR 09 war dafür so etwas wie eine Keimzelle. European Digital Rights (Edri) (…), Bits of Freedom aus den Niederlanden, Wikileaks – das sind nur einige der großen Organisationen, die in die Nähe von Vierhouten gekommen waren. Und die dabei halfen, am 14. August im Anschluss an die Diskussion beim Wikileaks-Panel die internationale Organisation Freedom against Censorship zu gründen.
Bits of Freedom , die zu den Gründungsmitgliedern von EDRi gehören und 2004–2005 eine zentrale Rolle bei der Kampagne gegen die Vorratsdatenspeicherungsrichtlinie der EU gespielt haben, sind übrigens nach einer Auszeit seit kurzem wieder voll aktiv. Mit Hilfe von Stiftungsgeldern konnten sie sogar wieder einen hauptamtlichen Aktivisten einstellen. Welcome back!
-
: Radiofeature zu „Freiheit statt Angst“
: Radiofeature zu „Freiheit statt Angst“ Stefan Becker hat für den SWR ein Feature zum Thema Datenschutz, Überwachung und Widerstand gemacht:
Im Jahr eins der bundesweit vergebenen lebenslänglichen Steuernummer widmet sich der Dschungel dem Thema Datenschutz. Denn mit Hilfe digitaler Technologien werden flächendeckend Daten erhoben. Auch der Staat nutzt diese junge, aber mächtige Technologie um Straftaten schon im Vorfeld zu verhindern. Immer neue Sicherheitsgesetze, die die Freiheitsrechte der Bürger stark einschränken, werden erlassen. Ob Vorratsdatenspeicherung, Onlinedurchsuchung oder elektronischer Personalausweis, Anti-Terrordatei, Nummernschilderkennung oder großer Lauschangriff. Jeder ist erst mal verdächtig, ohne dass er dazu einen Anlass gegeben hätte. Viele Menschen gehen ziemlich sorglos mit ihren Daten um. Aber es gibt auch einige, die den Eindruck haben, dass sie ihre Privatsphäre verteidigen und um ihre Freiheitsrechte kämpfen müssen. Der Jurist Patrick, die Hackerin Constanze und der Bürgerrechtler Sven engagieren sich gegen die staatliche Kontrolle und sind Teil des wachsenden Widerstands, der seit einigen Jahren auf der bundesweiten Großdemonstration „Freiheit statt Angst“ in Berlin seinen Unmut äußert.
Hier ist die MP3 (29 Minuten, 26,5 MB).
Schon mal vormerken: Am 12. September wird es wieder eine Großdemonstration „Freiheit statt Angst“ in Berlin geben. Mehr dazu kommt in nächster Zeit im Wiki des AK Vorrat. Mithilfe ist wie immer willkommen.
-
: Hunderte protestierten am frühen Morgen gegen Internet-Zensur
: Hunderte protestierten am frühen Morgen gegen Internet-Zensur Das mit dem Aufstehen hat also geklappt: Je nach Quelle zwischen 200 und 500 Menschen haben sich heute morgen in Berlin an der Mahnwache gegen eine von BKA und Internet-Providern betriebenen Zensur-Infrastruktur beteiligt. Sie trugen Scheuklappen und viele einfallsreiche Slogans, dazu gab es mobile Musikversorgung. Schöne Bilder gibt es von Tim Pritlove und Foo Bar . Update: Und von Valakis und noroute . Und hier gibt es ein tolles Panorama-Bild und noch eine Foto-Galerie von fabnie.
N24 hat einige Video-Interviews gemacht, unter anderem mit Andreas Bogk, Andy Müller-Maguhn und Constanze Kurz vom CCC . Es war auch sonst viel Presse vor Ort, da wird sich im Laufe des Tages noch mehr Material ergeben. Einen schönen Artikel zum Thema hat Spiegel Online heute gebracht: „BKA zensiert bald das Web“ . Die dpa-Meldung war leider nicht so prickelnd.Der neue Arbeitskreis gegen Internetsperren und Zensur (AK Zensur) hat schon eine Pressemitteilung herausgegeben:
Rund 500 Internet-Nutzer demonstrierten gemeinsam mit Opfern von sexuellem Missbrauch am Freitag vor dem Bundespresseamt gegen die Pläne von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen. Diese sehen vor, Webseiten, die Bilder und Videos von Kindesmissbrauch zeigen, auszublenden – statt sie abzuschalten. Die Demonstration fand anlässlich der heutigen Unterzeichnung von Verträgen fünf großer Internet-Provider mit dem BKA statt. Die Provider verpflichten sich damit, alle Webseiten zu sperren, die sich auf einer Sperrliste des BKA befinden. Diese Webseiten bleiben jedoch weiter im Netz, den Kunden der fünf Provider wird lediglich der Zugang erschwert. Die Sperren sind leicht umgehbar.
Die Kritiker sehen in den vom Familienministerium angestrebten Sperren einen Einstieg in Internet-Sperren nach chinesischem Muster. Mit dem Vorwand, Kinderpornographie zu bekämpfen, würde eine Zensur-Infrastruktur eingerichtet und das Thema Kindesmissbrauch für den Wahlkampf genutzt.
Die überwiegende Mehrheit der Webseiten mit entsprechendem Material liegt in den USA und Westeuropa – die Server könnten abgeschaltet werden. Daher werfen die Kritiker Ursula von der Leyen vor, nicht effektiv gegen Kindesmissbrauch vorzugehen. So sind auf den Sperr-Listen der skandinavischen Länder auch rund 100 Webseiten aufgelistet, deren Server in Deutschland stehen. Sollten diese strafbare Inhalte verbreiten, wäre es ein Leichtes dies zu verhindern und die Täter strafrechtlich zu verfolgen.
Zudem werden die meisten Bilder und Filme von Kindesmissbrauch in geschlossenen Zirkeln getauscht. Sperren sind da wirkungslos. Daher fordern Kritiker der Sperr-Vorhaben schon lange, die Ermittlungsbehörden technisch und personell besser auszustatten.ZDNet hat schon über den AK berichtet: „Bürgerrechtler gründen Arbeitskreis gegen Internetsperren und Zensur“ .