Zensursula
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: Junge Union: Löschen statt Sperren ist der richtige Weg
: Junge Union: Löschen statt Sperren ist der richtige Weg Erfreulicherweise hat sich die Junge Union bei den Internetsperren heute deutlich gegen unseren Innenminister Thomas de Maiziere gestellt und fordert in einer Pressemitteilung: Löschen statt Sperren ist der richtige Weg im Kampf gegen kriminelle Inhalte im Netz!
Zur aktuellen Debatte über das Thema Internetsperren erklären der medienpolitische Sprecher der Jungen Union, Bundesschatzmeister Daniel Walther, und Bundesvorstandsmitglied Henrik Bröckelmann:
„Die Junge Union Deutschlands spricht sich klar für den Grundsatz ‚Löschen statt Sperren‘ im Internet aus. Über die Defizite von Internetsperren ist bereits in den vergangenen Monaten umfassend diskutiert worden – das Ergebnis ist eindeutig: Sperrungen sind nutzlos, kontraproduktiv und zudem relativ leicht zu umgehen. Insofern ist die nun wieder entflammte Debatte auf EU-Ebene, aber auch in Deutschland über die mögliche Einführung solcher Sperren unverständlich und überflüssig.
Und weiter heißt es u.a.:
Die Junge Union Deutschlands wird sich auch in Zukunft für die Interessen der Internetnutzer und gegen zu weitreichende Überwachung stark machen.
Besser spät als nie:Freut mich, dass die Junge Union so deutlich Stellung bezieht. So deutlich war das bisher nicht zu hören.
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: Innenminister stellt „löschen statt sperren“ in Frage
: Innenminister stellt „löschen statt sperren“ in Frage Unser Bundesinnenminister Thomas de Maiziere war heute im Tagesschau.de-Chat und hat u.a. auf Fragen zur Netzpolitik geantwortet. Eine Zusammenfassung wird mit „De Maizière will neue Netz-Politik“ überschrieben. Ohne jetzt die Zeit gehabt zu haben, mir die Stunde Video anzuschauen, bin ich doch verwundert, was diese „neue Netzpolitik“ sein soll. Denn es werden konkret zwei netzpolitische Themen angesprochen:
Die Vorratsdatenspeicherung hält er für notwendig und will sie wieder einführen. Und eine Überraschung gibt es beim Thema Netzzensur:
Auch das Thema Kinderpornographie im Internet war Thema im Videochat von tagesschau.de. Der Bundesinnenminister stellte klar, das es bei der Sperrung und Löschung von Bildern kein „entweder oder“ geben solle. „Das Löschen der Seiten ist keine Lösung – sondern nur temporäres Verbannen von der Seite“. Ob es ihm vorrangig um die Sperrung pornographischer Bilder oder um die Netzfreiheit gehen würde, entgegnete der Minister: „So scharf stellt sich die Alternative in der Regel nicht. Deswegen glaube ich das es einen Weg gibt, Kinderpornografie zu bekämpfen ohne die Freiheit des Internets aufzugeben.“
Damit stellt er wieder „löschen statt sperren“ in Frage und erklärt das löschen zu einer Nicht-Lösung.
Wo ist da die neue Netzpolitik, die ihn von seinem Vorgänger unterscheidet? Zumindest bei diesen beiden sehr wichtigen netzpolitischen Themen sehe ich keinerlei Veränderung.
Falls jemand Zeit und Lust hat: Ein Transcript der beiden Antworten zu diesen Themen wäre sicher hilfreich, genau zu studieren, was de Maiziere gesagt hat.
UPdate: Danke an Robert für ein Transcript der entscheidenden Stellen:
(Chatfrage) Tim81: Wird die Bundesregierung die Löschung oder Sperrung von kinderpornographischen Inhalten im Internet vorantreiben bzw. unterstützen?
Woelk: Das stagniert ja im Moment, es gab ja dieses Internetsperrengesetz. Das hat so in seiner Form nicht funktioniert. Jetzt liegt das alles ein bisschen auf Eis.
de Maizière: Das liegt nicht ganz auf Eis. Wir haben ein Gesetz verabschiedet, in dem auch der Grundsatz „Löschen vor Sperren“ verankert ist. Das Bundeskriminalamt bemüht sich nach Kräften, diese Seiten zu löschen. Wir haben aber leider eine Diskussion in Deutschland uns eingehandelt, die die Frage „Löschen statt Sperren“ oder „Sperren statt Löschen“, also das ist ein Entweder-Oder, deutlich macht. Und wenn man sperrt, sagen die Einen „das ist gut und richtig“ und die Anderen sagen „Moment mal, das kann man sofort umgehen“. Auch da will ich nur sanft darauf hinweisen, dass ganz viele Staaten der Europäischen Union, auch Staaten mit großer demokratischer Tradition, wie die skandinavischen Staaten, mit dem Sperren vorangehen und gute Erfahrungen machen. Bei dem Löschen wird nun der Eindruck erweckt, als sei das das Beste, was es gibt. Das stimmt aber auch nicht. Das Löschen ist auch nur ein temporäres Verbannen von der Seite, weil diese – ich sag es mal ganz umgangssprachlich – Schweinehunde, die mit dem Material umgehen, das selbst vorher verkaufen, selbst vorher andere Angebote zur Verfügung stellen – auch ohne eine Aktion wird jede Woche ungefähr das [Angebot?] gewechselt, sodass kriminalpolitisch das Löschen und das Sperren eigentlich nur eine verzögernde Wirkung hat. Lange Rede, kurzer Sinn. Wir werden ja Erfahrungen sammeln mit dem Gesetz, mit dem Löschgesetz. Wahrscheinlich geht es darum um Löschen und Sperren. Und vielleicht fällt uns noch was ein und nicht eine Alternative.
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: Censilia: Ausweitung der Kampfzone
: Censilia: Ausweitung der Kampfzone Einen sehr guten Überblicksartikel zu den aktuellen Netzzensur-Plänen der EU-Kommission hat Holger Bleich für die ct geschrieben: Déjà vu – EU-Kommission fordert Websperren gegen Kinderpornografie.
Das Kriminalwissenschaftliche Institut der Uni Hannover erstellt derzeit die erste diesbezügliche Studie. Arnd Hüneke, der die Studie leitet, ist sich nach ersten Zwischenergebnissen sicher: „Einen Markt für kinderpornografische Inhalte gibt es im Web nicht.“ Dies habe sich aus vielen Gesprächen, beispielsweise mit Strafermittlern der Landeskriminalämter, zweifelsfrei ergeben, teilte er c’t mit. Wie Malmström auf ihre Zahlen komme, sei ihm nicht klar. [.…] Die Sperren sind für pädophile Konsumenten mit minimalem Aufwand dauerhaft zu umgehen. Landen Adressen mit derlei Inhalten erst einmal auf euro-päischen Sperrlisten, sinkt der Druck für die Ermittler, sofort dagegen vorgehen zu müssen. Infolgedessen bleiben sie tendenziell sogar länger für die Zielgruppe verfügbar. So könnten die Websperren im Kampf gegen die Darstellung von Kindesmissbrauch sogar schädlich wirken.
Der sollte man ins englische übersetzt werden, damit man ihn europaweit lesbar machen kann.
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: Christian Stöcker: Warum der Sperren-Streit Zeitverschwendung ist
: Christian Stöcker: Warum der Sperren-Streit Zeitverschwendung ist Keine Frage, Netzpolitik.org ist ein Nischenblog. Die Themen und Debatten hier sind oft doch reichlich speziell. Aussenstehende und fachfremde Politiker sind da schnell überfordert. Und dann neige speziell ich mitunter noch zur Erklärbärigkeit und furchtbar langen Sätzen, die niemand lesen will – Das muss nicht sein!
Denn zum Glück gibt Christian Stöcker und Spiegel Online. In seinem Kommentar „Kampf gegen Kinderpornografie im Web: Warum der Sperren-Streit Zeitverschwendung ist“ fasst Stöcker noch einmal alle Argumente der Diskussion kurz, knapp und vor allem allgemeinverständlich zusammen:
EU-Kommissarin Malmström plädiert im Kampf gegen Kinderpornografie für Web-Sperren – jetzt wittern auch Befürworter in Deutschland wieder ihre Chance. Doch die Blockade ist das falsche Mittel: Es gibt mindestens sieben gute Gründe dafür, die Debatte endgültig zu beenden.
Netzpolitik.org-Leser erfahren bei SpOn zwar nicht viel Neues, aber man kann den Kommentar ja auch prima ausdrucken und verteilen, als Gedankenstütze verwenden oder zwecks Empowerment Politikern zukommen lassen.
Danke Christian!
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: Netzpolitik-Interview: Hintergründe zu den Censilia-Plänen
Joe McNamee : Netzpolitik-Interview: Hintergründe zu den Censilia-Plänen
Joe McNamee, der European Policy Affairs Coordinator von European Digital Rights (EDRi), hat für die britische Plattform Index on Censorship die aktuellen Pläne der EU-Kommission zur Einführung von Netzsperren kommentiert: Out of sight, out of mind. Dazu hab ich ihm ein paar Fragen gestellt, um Licht in die Sache zu bringen, die er mir rasch beantworten konnte. Hier ist das Interview:netzpolitik.org: Cecilia Mälmström hat heute eine Initiative zur Bekämpfung von Kinderpornographie im Netz vorgestellt. Sind diese Pläne neu?
Joe McNamee: Ja und nein. Die Idee der Kommission, Internetsperren einzuführen, ist nicht neu. Im März 2009 gab es einen “Rahmenbeschluss“, der vor des Inkrafttretens des Vertrags von Lissabon nur eine Vereinbarung der Mitgliedstaaten darüber war, etwas zu unternehmen, ohne jedoch die Macht der Kommission zu haben, eine Umsetzung zu erzwingen. Mehrere Mitgliedstaaten, allen voran das Vereinigte Königreich, lehnten den Vorschlag ab, da sie keine Zensur haben und auch nicht wollen. Dieser Ansatz, die „Selbstregulierung“ (d.h. durch Drohungen wie „entweder sperrt ihr oder wir sagen ihr unterstützt Kindesmisshandlung“ Zwang auf die Internetprovider auszuüben) wurde von der Kommission in ihrer Folgenabschätzung des Vorschlags für rechtswidrig erklärt, denn „solche Maßnahmen müssen rechtlich geregelt sein oder sie sind rechtswidrig“.
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: Eine Frage des Hashtags: Cencilia oder Censilia?
: Eine Frage des Hashtags: Cencilia oder Censilia? Seit knapp zwei Tagen läuft die Ad-Hoc-Vernetzung zu den Netzsperren-Plänen der EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström. Allerdings besteht noch etwas Konfussion, auf welchem Hashtag sich alle einigen. Im vergangenen Jahr hatten wir #zensursula, das war irgendwann unbestritten. Nun haben wir erneut einen Politiker-Vornamen, den man praktisch mit dem englischen Wort censorship kombinieren kann. (Glück im Unglück, die Frau könnte ja auch Brigitte oder Dorothea heißen). Wir haben hier relativ früh #Cencilia verwendet. Es gab aber den berechtigten Einwand, dass #Censilia noch besser geeignet wäre. Ein Buchstabe ist nur anders, aber für die weiteren Monate oder vll. Jahre sollten wir uns auf einen Hashtag einigen.
Ein Blick auf Google verrät, dass momentan #Cencilia mit 5370 Treffern hinter #Censilia mit 6940 Treffern zurückliegt.
Ich bin gerade unschlüssig, wie man weiter vorgeht. Variante 1 ist, dass wir uns hier einfach für eine Variante entscheiden und das durchziehen. Man könnte das auch erstmal durch diskutieren oder irgendwie abstimmen lassen (Was aber auch nicht unbedingt demokratischer sein muss).
Ich tendiere aktuell zu #Censilia. Was denkt Ihr?
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: Censilia-Richtlinien-Entwurf in deutsch
: Censilia-Richtlinien-Entwurf in deutsch Hier findet sich der heute von EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström vorgestellte „Vorschlag für eine Richtlinie des europäischen Parlaments und des Rates zur Bekämpfung des sexuellen Missbrauchs und der sexuellen Ausbeutung von Kindern sowie der Kinderpornografie und zur Aufhebung des Rahmenbeschlusses 2004/68/JI des Rates“ (PDF).
Mein persönliches Highlight findet sich auf Seite 5:
Einholung und Nutzung von Expertenwissen:
Externes Expertenwissen war nicht erforderlich.Kleiner Spaß am Rande. Natürlich hat man vorher eine Konsultaton gemacht. Es ist aber unklar, wer dabei war und die EU-Kommission beraten hat. Man kann aber davon ausgehen, dass der Vorlauf ähnlich ablief wie bei den Plänen von Ursula von der Leyen im vergangenen Jahr – also dass nur bestimmte Lobbys mit am Tisch sassen. Der Text lässt darauf schließen. Zur Erinnerung: Auch in Deutschland waren Anfangs z.B. Kinderschutz-Verbände blauäugig und vehement für Netzsperren, weil ihnen niemand vorher die Kollateralschäden und Auswirkungen erklärt hatte und die sich das alles recht blumig als praktische Lösung vorstellten.
Der für uns relevanteste Punkt ist Artikel 21 auf Seite 26:
Sperrung des Zugangs zu Webseiten, die Kinderpornografie enthalten
1. Jeder Mitgliedstaat trifft die erforderlichen Maßnahmen, damit der Zugang von Internet-Nutzern zu Webseiten, die Kinderpornografie enthalten oder verbreiten, gesperrt wird. Die Zugangssperrung erfolgt vorbehaltlich angemessener Schutzvorschriften; insbesondere soll sichergestellt werden, dass die Sperrung auf das Nötige beschränkt wird, dass die Nutzer über die Gründe für die Sperrung informiert werden und dass Inhalteanbieter im Rahmen des Möglichen darüber unterrichtet werden, dass sie die Entscheidung anfechten können.
2. Unbeschadet des Vorstehenden trifft jeder Mitgliedstaat die erforderlichen Maßnahmen, damit Webseiten, die Kinderpornografie enthalten oder verbreiten, aus dem Internet entfernt werden.Der muss da raus.
Da sind noch mehr Punkte drin, die etws unüberlegt erscheinen (z.B. Kindheitsbegriff = Alle Europäer unter 18 Jahren). Auf diese könnt Ihr gerne in den Kommentaren hinweisen. Mehr Augen sehen oft auch mehr.
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: Höchste Zeit für Netzsperren gegen Kinderpornos?
: Höchste Zeit für Netzsperren gegen Kinderpornos? Für die ZDF-Journalistin Patricia Wiedemeyer ist es „ein Skandal“, dass in Deutschland die Netzsperren gegen Kinderpornographie abgelehnt wurden. Dies kommentiert sie in einem Beitrag für das ZDF-Blog „Kennzeichen Digital“ und lobt dabei die neue EU-Initiative: Höchste Zeit für Netzsperren gegen Kinderpornos.
Wir haben lange genug gewartet. Auch Deutschland konnte sich bei dem „Kinderpornografie-Gesetz“, das letztes Jahr verabschiedet wurde, nicht auf konkrete weitgehende Maßnahmen gegen Pädophilie und Kinderpornografie im Netz durchringen, hatte die Internetsperren sogar abgelehnt. Das ist ein Skandal. Internetsperren können von Profis zwar umgangen werden, halten aber einfache User vom Zugang ab. Gegner der Internetsperren befürchten eine weitergehende Zensur im Netz. Die EU-Kommission machte aber deutlich, dass es ihr nur um den Kampf gegen Kinderpornografie und den Schutz der Kinder gehe. Deutschland kann sich nicht weiter auf dem Recht auf freie Meinungsäußerung ausruhen. Die deutsche Lösung, das Löschen von Internetseiten, ist weltweit nicht durchsetzbar, weil die USA oder Russland da nicht mitmachen würden. Gerade von russischen Providern kommen aber viele kinderpornografische Seiten. Internetsperren könnten dieses Problem umgehen. Und so sicherstellen, dass wenigstens in der EU im Netz die Rechte von Kindern gewahrt werden und Kinderpornografie von den Bildschirmen verschwindet. So könnte Europa der Welt ein Vorbild sein und zeigen, dass der Schutz der Kinder über allem anderen steht.
Wäre mal eine Möglichkeit, im Blog die Gegen-Argumente zu bringen. Bitte dabei höflich bleiben. Beleidigungen tragen nicht dazu bei, jemand von unseren guten Argumenten zu überzeugen!
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: Cencilia als Filmstar
: Cencilia als Filmstar Das ist eine lustige Idee: In Schweden gibt es einen viralen Werbe-Film (anscheinend eines ÖR-Senders), den man mit einer eigenen Grafik versehen kann, die dann in dem Film auftaucht. Und jemand hat schon das Cencilia-Bild dort eingebaut und das Ergebnis kann man sich hier anschauen.
[Danke an Dillemuth]
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: AK-Zensur antwortet Cecilia Malmström
: AK-Zensur antwortet Cecilia Malmström Der AK Zensur hat in einer Pressemitteilung auf die Netzsparren-Ankündigung von Cecilia Malmström geantwortet: „Internet-Sperren sind Unfug im Kampf gegen Kindesmissbrauch“
Pressemeldung des Arbeitskreises gegen Internet-Sperren und Zensur zum Vorschlag von EU-Kommissarin von Cecilia Malmström zu Access-Blocking
„Internet-Sperren sind Unfug im Kampf gegen Kindesmissbrauch“
Bürgerrechtler sprechen sich gegen den Vorschlag von EU-Kommissarin Malmström aus
Nach einem Vorschlag von Cecilia Malmström, EU-Kommissarin für Innenpolitik, sollen alle EU-Länder eine Sperr-Infrastruktur im Internet aufbauen. Damit sollen Webseiten, die den Missbrauch von Kindern darstellen, blockiert werden. Der Arbeitskreis gegen Internet-Sperren und Zensur (AK Zensur) warnt vehement vor dem Versuch, derartige Zensur-Infrastrukturen nun auf europäischer Ebene vorzuschreiben und erklärt dazu:
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: Die Cencilia – Schäublone
: Die Cencilia – Schäublone Ein erster Vorschlag für eine Cencilia – Schäublone wurde schon gebastelt. Aber vielleicht geht das auch noch anders mit einem anderen Bild? Praktisch wären auch SVG-Vorlagen für T‑Shirts.
[Danke an Stefan B. für die Vorlage]
Und schon ist der zweite Vorschlag da, den jemand ins Piraten-Wiki gepackt hat. Finde ich schon besser gelungen:
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: EU will dunkle Ecken des Internets aufräumen
: EU will dunkle Ecken des Internets aufräumen Über die kommende PR-Offensive der schwedischen EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström für EU-weite Netzsperren hatten wir schon berichtet. Diese ist nun pünktlich gestartet, u.a. durch einen Gastbeitrag von Cecilia Malmström in der FAZ: „Dunkle Ecken des Internets aufräumen“. Und das klingt dann doch wie die Zensursula-Pläne:
Die Kommission schlägt vor, dem Beispiel einiger Mitgliedstaaten zu folgen, wo dies bereits geschieht und nationale Mechanismen einzuführen, um den Zugang zu Kinderpornographie zu blockieren. Die Mitgliedstaaten sollen selbst entscheiden, auf welchem Weg sie dieses Ziel am besten erreichen. Sie könnten beispielsweise Anbieter von Internetdiensten dazu ermutigen, freiwillige Verhaltensregeln und Leitlinien zu entwickeln, um Nutzern den Zugriff auf kinderpornographische Websites zu verweigern. Oder sie ermächtigen die zuständigen Polizei- und Justizbehörden per Gesetz, die Anbieter von Internetdiensten dazu aufzufordern, die Nutzung derartiger Seiten zu blockieren.
Und auch die Kritiker werden schnell wieder mit den üblichen Argumenten abgestraft:
Beim Thema Reglementierung des Internets werfen Bürgerinitiativen zu Recht die Frage nach der freien Meinungsäußerung auf. Bilder von Kindesmissbrauch können jedoch unter keinen Umständen als legitime Meinungsäußerung gelten. Wenn Kinder erniedrigt werden, ist dies eine eindeutige Verletzung ihrer Grundrechte. Europa muss sich daher mit aller Kraft für den Schutz der Kinder einsetzen.
Niemand hat vor, eine Zensurinfrastruktur zu errichten?
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: Back off from the Internet, commissioner Malmström
: Back off from the Internet, commissioner Malmström Das geht ja schnell mit der europäischen Vernetzung gegen die Netzzensur-Pläne der liberalen EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström. Das schwedische Projekt Telecomix hat ein MashUp gebastelt, in dem die Pläne thematisiert werden. Ganz schön cool geworden für die kurze Produktionszeit: Back off from the Internet, commissioner Malmström.
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: Michael Kretschmer (CDU) gegen Netzsperren auf EU-Ebene
: Michael Kretschmer (CDU) gegen Netzsperren auf EU-Ebene Der Bundestagsabgeordnete Michael Kretschmer (CDU) kommentiert im CDU-Fraktionsblog den Vorschlag des EU-Ministerrates zur Cyberkriminalität.
Es verwundert aber angesichts der Diskussion um Netzsperren in Deutschland schon, dass in diesem Vorschlag des Rates als kurzfristige Maßnahme die “Entwicklung eines Filtersystems gegen Inhalte” vorgeschlagen wird. Ich bin der Auffassung, das Sperren oder Filtern von Internetseiten das Problem nicht lösen wird. DNS-Sperren und Hybrid-Sperren zwingen die Provider zu erheblichen Investitionen, verlangsamen den Netzverkehr, beeinträchtigen die Netzneutralität und können doch von jedermann in kürzester Zeit umgangen werden. Ziel muss ein internationales Abkommen zur Löschung dieser kriminellen Seiten sein.
Wäre ja schön, wenn seine Position Mehrheitsmeinung in der CDU-/CSU-Fraktion wäre. Ist es aber nicht.
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: Service: Geheimdokument zu Sperrplänen der EU auf Deutsch
: Service: Geheimdokument zu Sperrplänen der EU auf Deutsch Hachja, während Markus beim „Oskar der deutschen Medienbranche“ darauf wartet, ob dieses bescheidene kleine Blog einen eben solchen verliehen bekommt, darf ich kurz auf die deutschsprachige Fassung eines Dokuments hinweisen, das der AK Zensur gestern bereits im englischen Original veröffentlicht hat.
Bitte sehr, hier ist der ehemals geheime „Entwurf von Schlussfolgerungen […] zur Bekämpfung der Cyberkriminalität“ (PDF, 127kB) des EU-Ministerrats.
Für Details siehe auch die Newsmeldung „EU forciert Pläne zu europaweiten Web-Sperren“ bei Heise Online:
Während die Bundesregierung für Deutschland statt des ausgesetzten Websperren-Gesetzes ein Löschgesetz gegen Kinderpornographie vorbereitet, forciert nahezu unbemerkt von der Öffentlichkeit die Europäische Union ihre Bestrebungen, Darstellungen von Kindesmissbrauch im Web europaweit auszublenden. […] Bezüglich der Bekämpfung von Missbrauchsdokumentationen im Web sind die Vorstellungen der Ministerrunde eindeutig: Die Entwicklung eines Filtersystems soll forciert vorangetrieben werden.
Dienend, Olaf
Update: Wir haben einen Lead Award in Silber gewonnen! Ich danke Markus, allen Lesern, Autoren und meinen Eltern.
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: Kurzbericht: Internet als Mehrwert
: Kurzbericht: Internet als Mehrwert Gestern war ich bei der zweiten Runde der vom Bundesinnenministerium organisierten Veranstaltung „Perspektiven deutscher Netzpolitik“. Thema war diesmal „Internet als Mehrwert“. Im Gegensatz zur ersten Veranstaltung rund um Datenschutz war die Runde diesmal breiter aufgestellt, was mehr Diskussion und Debatte brachte. Wann hat man mal in einer Runde das BKA, den AK-Vorratsdatenspeicherung, den CCC, die Musikindustrie, Provider, iRights und sonstige, die direkt miteinander interagieren können? Die Diskussion war auch weniger formalistisch als beim ersten Mal. Eigentlich waren zwei Blöcke zeitlich vorgegeben, aber die Themen Urheberrecht und Bekämpfung von Kinderpornographie haben sich durch die bunte Runde in der Diskussion immer wieder überschnitten. Wie man sich das vorstellen kann, prallten bei Themen wie Urheberrecht, Jugendmedienstaatsvertrag und Internetsperren Kulturen aufeinander.
Mein persönliches Highlight war, als BKA-Chef Ziercke seine verbale Horror-Show auspackte und die Vorratsdatenspeicherung vehement zurück forderte und direkt danach zufällig Patrick Breyer auf der Redeliste stand und ihm direkt kontra mit vielen Statistiken geben konnte.
Hat es was gebracht? Das wird man sehen müssen. Es hat aber wenigstens Spaß gemacht, was ja nicht immer der Fall bei solchen Terminen ist. Auch wenn ich mich immer noch frage, ob es protokularisch in Ordnung gewesen wäre, wenn ich die letzten Pralinees von unserem Bundesinnenminister gegessen hätte, mit dem ich einen Teller teilte, weil er zufällig neben mir saß. Ich hab mich dann lieber zurück gehalten.
Von der knapp dreistündigen Diskussion gibt es schon eine MP3 (66MB). Eine Videoaufzeichnung als Zusammenfassung ist geplant und soll auch bald online gehen.
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: AK Zensur: EU-Ministerrat spielt #Zensursula und fordert Stopp-Schilder im Internet [Korrektur!]
: AK Zensur: EU-Ministerrat spielt #Zensursula und fordert Stopp-Schilder im Internet [Korrektur!] Während Markus auf dem von ECO Forum und der „juristischen Zeitschrift MMR unter der Schirmherrschaft des Justizministeriums veranstaltetem Kongress Internet – (k)ein rechtsfreier Raum?” war ist, war gibt es zur Parallelveranstaltung „Perspektiven Deutscher Netzpolitik – Das Internet als Mehrwert erhalten“ des Innenministeriums am heutigen Nachmittag bereits am Vormittag eine Pressemitteilung des AK Zensur.
Wie jetzt, verwirrt? Ja, das war ich angesichts der Pressemitteilung, die an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig lässt, auch. Sei’s drum:
Anlässlich der „Dialogveranstaltung Perspektiven Deutscher Netzpolitik – Das Internet als Mehrwert erhalten“ des Innenministeriums am 24. März veröffentlicht der Arbeitskreis gegen Internet-Sperren und Zensur (AK Zensur) ein geheimes Dokument des Rates der Europäischen Union (Ministerrat) zur Kriminalitätsbekämpfung im Internet und nimmt gleichzeitig zu den Leitfragen des BMI Stellung.
Download des Dokuments vom Ministerrat: http://ak-zensur.de/download/europarat–access-blocking-re01.en10.pdf
[…] In der EU werden Access-Blockaden und Stopp-Schilder auf internationaler Ebene geplant. Und gerade im europäischen Kontext ist es erschreckend, dass die Mitgliedsländer nur bei der Erstellung einer Filterliste, nicht aber bei der Entfernung der Dokumentation sexuellen Missbrauchs von Kindern kooperieren wollen.
Den Volltext der Pressemitteilung inkl. versprochener Stellungnahme zu den Leitfragen des BMI gibt es nebenan beim AK Zensur.
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: Zugangserschwerungsgesetz: Offener Brief an die CDU/CSU-Fraktion
: Zugangserschwerungsgesetz: Offener Brief an die CDU/CSU-Fraktion Seit wenigen Wochen nun ist das lange umkämpfte Zugangserschwerungsgesetz (ZugErschwG) in Kraft, mit dem eine hochumstrittene Sperr-Infrastruktur für Webseiten geschaffen werden sollte. Die FDP hatte bereits im Wahlkampf angekündigt, Internetsperren in Regierungsverantwortung ein Ende zu bereiten. Bislang allerdings hat sich die schwarz-gelbe Koalition lediglich dazu durchgerungen, das BKA anzuweisen, keine Sperrlisten zu erstellen und sich auf das Löschen von Webseiten mit dokumentiertem Kindesmissbrauch zu konzentrieren. Jederzeit aber könnte diese Anweisung rückgängig gemacht, die Sperrlisten erstellt und die Sperr-Infrastruktur in Betrieb genommen werden.
In einem Offenen Brief an die CDU/CSU-Fraktion (PDF) im Deutschen Bundestag fordern Aktive aus dem Arbeitskreis gegen Internetsperren und Zensur (AK Zensur) die Unions-Abgeordneten daher nun auf, sich nun endgültig und im Einklang mit den bislang getätigten Ankündigungen – auch aus den eigenen Reihen – von dem unnötigen, kontraproduktiven und gefährlichen Sperrgesetz zu verabschieden. Möglichst bald sollen sie dazu ein Aufhebungsgesetz mit auf den Weg zu bringen, so die Bitte:
Sehr geehrte Abgeordnete der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag,
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: Alice Schwarzer und zu Guttenberg für Netzzensur
: Alice Schwarzer und zu Guttenberg für Netzzensur Bei Maybritt Illner ging es gestern um „Wer stoppt die Scheinheiligen?“. Mit dabei waren u.a. Alice Schwarzer, die Ehegattin unseres Verteidigungsministers zu Guttenberg (Innocence in danger) und unsere Justizministerin Leutheuser-Schnarrenberger. Während es eigentlich um die zahlreichen Missbrauchs-Skandale innerhalb der katholischen Kirche ging, gab es auch einen Abstecher zu den Netzsperren. Alice Schwarzer forderte diese vehement und Sabine Leutheuser-Schnarrenberger hielt gut dagegen. Dann kam zu Guttenberg und forderte eine bessere Netzzensur mit Hybrid-Sperren. Der etwas erschreckende Dialog zu dem Thema findet sich in einer vier Minuten Version bei Youtube:
Hier ist die komplette Sendung in der Mediathek.
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: Welttag gegen Internetzensur 2010
: Welttag gegen Internetzensur 2010 Heute ist wieder „Welttag gegen Internetzensur“. Reporter ohne Grenzen hat wieder den jährlichen Bericht „Feinde des Internets“ (PDF) veröffentlicht. Auf 62 Seiten wird beschrieben, welche Länder Netzzensur-Infrastrukturen betreiben, wer konkret die Feinde des Netzes sind und welche Länder auf der Beobachtungsliste stehen.
Ein paar Zahlen: 60 Staaten haben Netzzensur-Infrastrukturen, 120 Blogger und Internet-Dissidenten sitzen im Gefängnis (72 in China, 17 in Vietnam und 12 im Iran), 12 Staaten sind die „Feinde des Internets“
Die Liste der „Feinde des Internets“ enthält wieder die Staaten China, Iran, Birma, Nordkorea, Turkmenistan, Kuba, Saudi-Arabien, Ägypten, Usbekistan, Syrien, Tunesien und Vietnam. Zu den elf Staaten, die „unter Beobachtung“ stehen, finden sich u.a. die Türkei, Russland und Australien.
Die Pressemitteilung von Reporter ohne Grenzen findet sich hier: „Welttag gegen Internetzensur“: Liste der „Feinde des Internets“ unverändert / Türkei und Russland erstmals „unter Beobachtung“.
