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Urheberrecht, Creative Commons, freie Software, freies Wissen, Bildung, Informationsfreiheit.

  • : Neues „Free Software Magazine“
    Neues „Free Software Magazine“

    Welcome to the „Free Software Magazine“ project. Free Software Magazine is the free magazine for the free software world, available on paper and in electronic format

    Hier ist der Link: Free Software Magazine

    17. Januar 2005
  • : Creative Commons Comics auf deutsch
    Creative Commons Comics auf deutsch

    Einen sehr anschaulichen Einstieg in die Creative Commons Lizenzen bietet das frisch übersetzte Comic „Ein Spektrum an Rechten“ auf den Seiten von Creative Commons Österreich. Und hier ist das englische Original.

    16. Januar 2005
  • : VIVA-TV goes Open Source
    VIVA-TV goes Open Source


    Das Framework, welches während der technischen Weiterentwicklung von VIVA PLUS entstand, stellt der Fernsehsender jetzt der Open-Source-Welt zur Verfügung. Nachdem es unter die freie BSD-Lizenz gestellt wurde, ist es nun für jedermann erhältlich.

    KONG42 (Kernel Of Nice Gizmos) ist modular, event-basiert und entstand in Anlehnung an das MVC-Modell auf Basis von PHP5. KONG42 ermöglicht die Erstellung von Applikationen innerhalb kürzester Zeit.

    Bei VIVA ist KONG42 das zentrale Framework für alle crossmedialen Anwendungen in den Bereichen TV, Internet und Mobile. Es kommt bei der komplexen Steuerung der Online- und On-Air-Inhalte zum Einsatz – beispielweise verwaltet es die Community-Tools auf www.viva.tv und www.vivaplus.tv und sorgt für den reibungslosen Ablauf interaktiver Formate wie »Get the Clip« oder der weltweit ersten 3D-Spiele im Fernsehen, die per SMS gesteuert werden.

    Tobias Trosse, Director Program & Production von VIVA PLUS und zuständig für interaktive Inhalte bei VIVA und VIVA PLUS: »Wir setzen seit langem erfolgreich auf bewährte Open-Source-Software. Nach Jahren des Nehmens geben wir der OS-Gemeinde jetzt etwas zurück: KONG42. Gleichzeitig ist die Freigabe unseres Frameworks als absolute Kampfansage gegen Software Patente zu verstehen.«

    [via Pro-Linux]

    15. Januar 2005
  • : Als Bertelsmann-Lobbyist im Europaparlament
    Als Bertelsmann-Lobbyist im Europaparlament

    Wer schon immer mal wissen wollte, wie die europäische Urheberrechtsdirektive entstanden ist, bekommt im Standard ein wenig Nachhilfe:

    Was in Berlin rechtens ist, scheint in Brüssel und Straßburg billig, wenn auch nicht kostenlos zu sein: Abgeordnete zum EU- Parlament lassen sich von Großkonzernen bezahlen. Sie arbeiten – sagen sie – neben ihrem Fulltimejob als Mandatar auch noch in der Privatwirtschaft. Das ist fein, zumal in den Sphären der Politik so niemand den Kontakt zum wirklichen Leben verlieren muss.

    Der deutsche Elmar Brok zum Beispiel ist Vorsitzender des Außenpolitischen Ausschusses im EU-Parlament, Funktionär der Europäischen Konservativen, Lohnabhängiger der Bertelsmann AG. „Ich arbeite täglich 15 bis 18 Stunden“, erklärt er. Wie viel für wen, sagt er nicht dazu. Aber: „Politik ist keine Arbeit, sondern ein Hobby.“ Das aber betreibt er durchaus ambitioniert: Herr Brok, heißt es, habe maßgeblich an der EU-Direktive zum Urheberrecht mitgewirkt, die Medienkonzerne begünstigt (Stichwort: Bertelsmanns Not leidende Musiksparte BMG). Wer solchen offensichtlichen Lobbyismus mit Mandat betreibt, braucht sich etwa um das umstrittene Abgeordnetenstatut im EU-Parlament erst gar nicht zu sorgen.

    Die Berliner Zeitung konkretisiert die Tätigkeit von Elmar Brok:

    Bleibt der Fall des EVP-Abgeordneten Elmar Brok, der seit 13 Jahren für den Bertelsmann-Konzern als Senior Vice President im Bereich Medienentwicklung tätig ist. Brok reagiert unwirsch, wenn er auf seine Doppelkarriere angesprochen wird. Er habe den Nebenjob für Bertelsmann „vom ersten Tag an“ öffentlich gemacht, sagt Brok. Seine parlamentarische Arbeit und seine Tätigkeit für den Medienkonzern aus Gütersloh seien „sauber getrennt“. So beteilige er sich in Fraktion und Ausschüssen nie an medienpolitischen Debatten und Abstimmungen.

    Sehr ausführlich geht auch german-foreign-policy.org auf Elmar Brok ein und widmet dem Fall gleich eine ganze Analyse über die Arbeit der Bertelsmannstiftung:


    Spezialaufgabe
    Die Konzern-Stiftung, erklärt Böckelmann, „ist mit ihren Experten in allen maßgeblichen Gremien auf deutscher und europäischer Ebene präsent. Ohne Bertelsmann oder gar gegen Bertelsmann geht hier nichts mehr.“ Wie ein Konzernsprecher mitteilt, ist es im Rahmen der Gesamt-Aktivitäten des Unternehmens die spezielle Aufgabe des Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses des Europaparlaments, Elmar Brok, „die internationalen gesetzlichen und politischen Rahmenbedingungen zu beobachten und für das Unternehmen mit Blick auf Investitionen zu bewerten“

    Die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet über die Umbenennung seiner Tätigkeit:

    Media Development nennt sich seit neuerem, wofür der Konzern Bertelsmann den Europaabgeordneten Elmar Brok (CDU) bezahlt; vor kurzem hieß er noch „Europabeauftragter des Vorstandes”.

    Der Taz gab er Ende Dezember ein Interview zu seinen Tätigkeiten, wo er genauer auf die Hobby-Frage eingeht:

    Frage: Wahrscheinlich weil sich jeder wundert, wie Sie das eigentlich schaffen: Ihr Mandat, Ihre Parteiämter – und dann auch noch Bertelsmann?

    Antwort: Indem ich 15 bis 18 Stunden täglich arbeite. Ich mache Fehler, aber mangelnden Fleiß hat mir noch niemand vorgeworfen. Es gibt viele, die so viel arbeiten – Journalisten doch auch.

    Elmar Brok´s „Hobby“, Politik zu machen, umfasst mindestens folgende Ämter und Positionen:

    * MdEP seit 1980
    * Mitglied im Vorstand der EVP-Fraktion,
    * Vorsitzender des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten, Menschenrechte, gemeinsame Sicherheit und Verteidigungspolitik,
    * stellv. Mitglied im Ausschuss für konstitutionelle Fragen,
    * Mitglied der Delegation für die Beziehungen zu den Vereinigten Staaten,
    * Stellv. Vorsitzender der Transatlantic Policy Network Parlamentariergruppe,
    * Delegation für die Beziehungen zu den Vereinigten Staaten
    * Vorsitzender der Studiengruppe „Erweiterung“ des Instituts für Europäische Politik, Bonn,
    * Präsident der Europa-Union Deutschlands,
    * Stellvertretender Vorsitzender der Europäischen Bewegung Deutschlands,
    * Seit Dezember 2004 Mitglied im Bundesvorstand der CDU Deutschlands
    * Vorsitzender des Bundesfachausschusses Europapolitik der CDU (seit 1999).
    * Mitglied des geschäftsführenden Landesvorstands der CDU Nordrhein-Westfalen (seit 1994).
    * CDU-Bezirksvorsitzender Ostwestfalen-Lippe (seit 1996).
    * Präsident der Europäischen Union Christlich-Demokratischer Arbeitnehmer (EUCDA, seit 2002 [1993–2002: Vizepräsident])
    *Mitglied des Politischen Büros der EVP.

    Dies fand ich auf den Seiten der CDU und auf seiner Homepage.

    Wieviel Zeit soll da noch für seine Tätigkeit bei Bertelsmann bleiben, wenn er seine Aufgaben gewissenhaft wahr nimmt?

    Update: Die Neue Westfälische hat Angaben zum Verdienst:

    Zur Höhe der Einkünfte äußert sich Brok nicht. Nur so viel: Die in der FAZ genannten 200.000 Euro im Jahr seien falsch. Auch die Bertelsmann AG als Arbeitgeber schweigt sich aus. Allerdings bezifferte Brok vor einigen Wochen die 60.000 Euro, die der inzwischen gestürzte Hermann-Josef Arentz (CDU) von RWE erhalten hat, als geringen Betrag.

    Als die Süddeutsche Zeitung nun schrieb, dass Brok als Bertelsmanns „Vorposten in Brüssel“ dem Unternehmen aus einem internen Diskussionspapier Informationen weitergegeben habe, reagierte der Bielefelder indes prompt. „Diese Behauptung ist nicht korrekt. Es handelte sich bei diesem Diskussionspapier um ein Dokument, das in weiten Teilen der Öffentlichkeit verbreitet war“, schreibt Brok in einem Leserbrief an die SZ.

    Update: Nun berichtet auch die Welt am Sonntag am 6. Februar über die Bertelsmann-Connection und Überschneidungen von Elmar Broks Tätigkeiten:

    Doch es gibt sehr wohl Überschneidungen, zum Beispiel bei jenem Interview. Es war Teil eines großen Porträts über den 58jährigen in der ersten Ausgabe des CDU-Magazins „Bei uns in NRW“ im Mai 2004. Ein solch farbiges Magazin will freilich durch Anzeigen finanziert werden. Und den prominentesten und mit Abstand teuersten Platz nahm ausgerechnet Bertelsmann ein.

    Der Medienkonzern aus Gütersloh hat gleich die ganze Rückseite des Magazins belegt. Die kostet nach Angaben des verantwortlichen BK-Verlags in Mainz 19 980 Euro. Die NRW-CDU um Fraktionschef Jürgen Rüttgers wird sich über eine solch großzügige Zahlung gewiß gefreut haben. Daß dessen „Mann für Europa“ zugleich einen attraktiven Nebenjob beim besten Anzeigenkunden der Union hat, spielt da wohl nur eine Nebenrolle.

    15. Januar 2005 1
  • : Bill Gates über DRM & Kommunisten
    Bill Gates über DRM & Kommunisten

    Bill Gates gab dem Gizmodo-Blog ein vierteiliges Interview. Im vierten Teil relativiert er seine Äusserungen Kommunisten und geht auf DRM ein.

    Gizmodo: What seems to me—what hurts my feelings—I feel like I, as a customer, want Microsoft to be totally on my side. In that, as far as the people that are producing things, that might want more DRM and might make it inconvenient, I don’t understand what it necessarily benefits you to help them.

    Gates: No, I’ve said it exactly. We have your interests totally in mind, but that includes having… if there’s content that can only be there if it’s rights protected, we want to be able to have that content available to you. And so all we’re doing… in no sense are we hurting you, because if they’re willing to make the content available openly, believe me, that’s always the most wonderful thing. It’s the simplest.

    Take, like, putting soundtracks onto movies using our movie editor thing. If you have unprotected music you can take slideshows, put music to it, encapsulate it in the file, mail it around—it works perfectly. If you have rights management, it’s actually painful because the people you’re mailing it to don’t have the certificate and it’s kind of painful. But because the artists… some things are only licensed to be in that form, it’s hard to put the track on Movie Maker. But hey, we want you, instead of not having that content, to have that content. And in the case that the authors decided it’s rights managed, you can decide to stay away from it or to use it. That, again, is your choice.

    Eigentlich würden wir ja gerne …, aber wegen der Künstler (Eigentlich meint er die Industrie = Rechteinhaber) können wir leider nicht, sorry.…

    14. Januar 2005
  • : „Knast für einen Song“?
    „Knast für einen Song“?

    Eine neue US-Kampagne zur Bewusstseinsbildung für eine Copyright-Reform, hat IPac gelauncht: „Jailed for a Song

    Aus der Ankündigung:

    „Resolutions have been made, Boxing Day is long gone, and IPac is greeting the new year with a new campaign called „Jailed for a Song.“ Congress was busy with copyright in 2004, and JfaS is a retrospective on what almost went down. We note several of the craziest items that Big Content asked for – but didn’t get – in 2004, and encourage people to get involved this year.“

    12. Januar 2005
  • : Keine Veränderung beim Urheberrecht
    Keine Veränderung beim Urheberrecht

    Heute fand im Bundesjustizministerium ein Pressegespräch zum Urheberrecht statt, da in den nächsten Wochen der Kabinettsentwurf zum „Zweiten Korb“ präsentiert wird. Der Referentenentwurf wurde im September präsentiert und eine Vielzahl an kritischen Stellungnahmen, vor allem von Seiten der Verbraucherschützer und Wissenschaft, folgte seitdem. Das BMJ hat diese alle gesichtet und festgestellt, dass sich gegenüber dem Referentenentwurf eigentlich nichts ändern muss, ausser wenigen kosmetischen Änderungen.

    Diese betreffen aber weder die Privatkopie, Filesharing und Open Access. Es bleibt also bei dem, was Zypries im September sagte:

    Mit der Neufassung wolle man nicht “die Schulhöfe kriminalisieren“, betonte Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD). “Wir sehen für Bagatellfälle einen Strafausschließungsgrund vor“, erklärte die Ministerin gegenüber dem Magazin. “Damit bleibt insbesondere das Überspielen einzelner Songs aus illegalen Tauschbörsen straflos, wenn dies in geringem Umfang und ausschließlich zu privaten Zwecken geschieht. Wer also den neuesten Robbie-Williams-Song aus einer illegalen Tauschbörse herunterlädt, wird nicht gleich vom Staatsanwalt verfolgt. Er muss aber mit Schadensersatzansprüchen rechnen.”

    Heise hat mittlerweile auch einen Artikel dazu veröffentlicht.

    Den Themenbereich Privatkopie, der im Diskussionsforum des Justizministeriums allein bisher über 1000 Beiträge ausgelöst hat, betrachtet Zypries inzwischen als „von allen weitgehend akzeptiert“. Den Befürwortern einer unkastrierten Kopiermöglichkeit für den Heimgebrauch auch bei technischen Hinderungsmaßnahmen hält sie entgegen, dass der von Verwertern angebrachte Kopierschutz zu respektieren sei. Andererseits soll es bei der Nicht-Verfolgung von Downloads aus Tauschbörsen in geringem Umfang bleiben, da sich die „Bagatellgrenze“ mit der Praxis der Strafverfolgung decke. Für die genauere Festlegung des nicht geahndeten Filesharing-Konsums führte die Justizministerin Beispiele an: „Eine Zahl im dreistelligen Bereich ist sicher zu hoch“, erklärte sie. Einstellige Größen könnte man dagegen tolerieren.

    Dass die Regelungen zur Privatkopie „von allen weitgehend akzeptiert sind“, habe ich noch nicht mitbekommen. Sowohl die Verbraucherschutzzentralen, als auch Bürgerrechtsverbände und die Verbraucher akzeptieren diese Regelungen so nicht und fordern eine durchsetzungsstarke Privatkopie, ob das nun in die Welt von Zypries passt, oder nicht. Und einstellige Zahlen beim Filesharing sind jenseits der Realität, das ist ja noch nicht einmal ein Album.

    Der Ansicht von Kritikern, dass der Entwurf an der Realität der sich aus Tauschbörsen bedienenden „Kopiergesellschaft“ völlig vorbei gehe und damit eine „angemessene Vergütung“ der Urheber eine Illusion sei, hielt Zypries die Forderung nach einer größeren Achtung des Urheberrechts allgemein entgegen. Dafür werbe ihr Haus mit einer Online-Kampagne und die Industrie mit „etwas rüderen Mitteln“. Anders könne das Rechtssystem nicht funktionieren, selbst wenn es „bei den Kids eventuell die ein oder andere Abweichung“ von diesem Verständnis gebe.

    12. Januar 2005 1
  • : Open Source Bier
    Open Source Bier

    Die dänische Brauerei „Vores Oel“ hat ein Bier herausgebracht, welches unter einer Creative Commons-Lizenz steht. Das Rezept ist frei und jeder kann daraus eigenes Bier herstellen und unter denselben Lizenzbedingungen auch vertreiben:

    „How can beer be open source?

    The recipe and the whole brand of Our Beer is published under a Creative Commons license, which basically means that anyone can use our recipe to brew the beer or to create a derivative of our recipe. You are free to earn money from Our Beer, but you have to publish the recipe under the same license (e.g. on your website or on our forum) and credit our work. You can use all our design and branding elements, and are free to change them at will provided you publish your changes under the same license („Attribution & Share Alike“).“

    Willkommen im „Open Source Marketing“.

    Dabei muss ich immer an die Flasche Wasser denken, die hier bei uns im Büro als Geschenk von Creative Commons Österreich gelandet ist: „Open Source Water“. Diese wurde für den österreichischen Release der Creative Commons Lizenzen auf der Ars Electronica 2004 abgefüllt und stammt aus einer „freien Quelle“:

    11. Januar 2005
  • : Krokodile widerlegen Musikindustrie
    Krokodile widerlegen Musikindustrie

    Relativ unbemerkt von mir hat sich wohl ein Krokodil in Form des Songs „Schnappi, das kleine Krokodil“ auf Platz 1 der deutschen Single-Charts geschlichen. Das Lied wurde schon vor wenigen Jahren komponiert und bahnte sich seinen Weg in Form einer MP3-Datei durchs Internet und später durch die Radios bis es als Single aufgelegt wurde. In der Zeit ist nun ein spannender Artikel darüber.

    Hier wird kritisiert, dass „das Stück nicht nur den letzten Rest Glauben vieler an eine gewisse Seriosität des deutschen Musikmarktes zerstört“ hat und „ganz nebenbei auch eines der wichtigsten Argumente der Musikbranche für ein strenges Vorgehen gegen so genannte „Raubkopierer“ und die Verbreitung von MP3-Files in Tauschbörsen“ widerlegt.

    Bisher war die Argumentation der IFPI, dass vorab veröffentlichte MP3s in Tauschbörsen den Untergang des Abendlandes bedeuten. Allerdings zeigen Stars wie Eninem, dass sie trotz vieler Kopien in Tauschbörsen viele Alben verkaufen. Um es mit der „Zeit“ zu sagen:

    „Wie falsch die Argumentation des deutschen Ablegers des internationalen Verbands der Tornträgerhersteller (IFPI) ist, verdeutlicht nun eben auch Schnappi besonders klar. In der Logik der IFPI wäre ein Nummer-Eins-Hit nach der monatelangen freien Verfügbarkeit des Songs im Netz schlichtweg unmöglich.

    Offensichtlich müssen sich die Vertreter der Phonoverbände jetzt eine neue Begründung für ihre schlechten Umsätze einfallen lassen. Das Internet und die „Raubkopierer“ als Alleinschuldige für die Misere verantwortlich zu machen, zieht nicht mehr. Vielleicht sollten sich die Plattenfirmen ein wenig mit ihrer Strategie auseinander setzen, die zahlreichen Retortenbands auf Massentauglichkeit und größtmöglichen Erfolg zu trimmen.“

    Und zum Schluss das hoffnungsvolle Fazit des Artikels:

    So bleibt zu hoffen, dass in Zukunft mehr Songs und Bands den Sprung aus dem Internet in die Charts schaffen, um den Umgang der IFPI mit dem Netz der Netze zu entspannen und die großen Plattenfirmen zum Nachdenken über das eigene Vorgehen zu bewegen. Es muss ja nicht gleich ein Kinderlied sein.

    P.S. Wer hat denn der „Zeit“ dieses grausame Content-Management-System samt „modischem“ Design verkauft? Weder Drucken noch Weitersenden funktioniert (Internal Server Error) und die Lesbarkeit am Bildschirm ist nicht gerade toll…

    11. Januar 2005
  • : SuSE 9.2 zum downloaden
    SuSE 9.2 zum downloaden

    Suse Linux Professional 9.2 gibts jetzt wenige Monate nach dem erscheinen online. Zum downloaden stehen auf den Mirror-Servern ein DVD-ISO-Image, ein CD-ISO-Image (mit ner Mini-Installation, die alle weiteren Dateien von FTP-Servern holt), eine FTP-Installation und zwei Live-Demo-Varianten.

    10. Januar 2005
  • : Spex nennt Netzpolitik.org
    Spex nennt Netzpolitik.org

    Das freut mich doch mal, wenn eine Zeitung, die ich regelmässig lese, sich auf meinen Blog bezieht. Und zwar hat Spex jetzt einen Artikel über die Abmahnung von Acid Pauli veröffentlicht, was ich vorgestern in meinem Beitrag „Copyright kills Culture“ thematisiert habe.

    7. Januar 2005
  • : „Content and Control“ – Whitepaper
    „Content and Control“ – Whitepaper

    Das Digital Media Project, eine Forschungsinitiative des Berkman Center for Internet & Society at Harvard Law School hat mit Content and Control ein neues Whitepaper vorgelegt mit konkreten Hinweisen und Hilfestellungen für Regierungen und Gesetzgeber zu den Themen DRM, Copyrights und Filesharing.

    Assessing the Impact of Policy Choices on Potential Online Business Models in the Music and Film Industries

    The online environment and new digital technologies threaten the viability of the music and film industries’ traditional business models. The industries have responded by seeking government intervention, among other means, to protect their traditional models as well as by developing new models specifically adapted to the online market. Industry activity and public debate have focused on three key policy areas related to copyright holders’ control of content: technical interference with and potential liability of P2P services; copyright infringers’ civil and criminal liability; and legal reinforcement of digital rights management technologies (DRM).

    This paper seeks to support policymakers’ decision making by delineating the potential consequences of policy actions in these areas. To do so, it assesses how such action would impact relevant social values and four business models representative of current and emerging attempts to generate viable revenues from digital media. The authors caution that government intervention is currently premature because it is unlikely to strike an appropriate balance between achieving industry goals while supporting other social values, such as consumer rights, the diversity of available content, and technological innovation.

    7. Januar 2005
  • : Video über 2. Creative Commons Geburtstagsparty
    Video über 2. Creative Commons Geburtstagsparty

    Lessig speech on copyleft and communism
    LegalTorrent’s Gary Lerhaupt sez, „It’s video I captured from last nights Creative Commons 2nd anniversary party. The video runs 30 minutes highlighting the short but powerful lifetime of the Creative Commons, but the biggest highlight by far is Lessig closing it out. He takes on both BillBoard and BillGates for their recent FUD (if you can call it FUD). Hilarious.“ (Torrent-Link)

    [via BoingBoing]

    7. Januar 2005
  • : Auch Christen brennen Musik
    Auch Christen brennen Musik

    Was man nicht alles mit Google-News findet:

    N a s h v i l l e (idea) – „Wer CDs brennt, wird in der Hölle brennen!“ Mit solchen Gerichtsdrohungen will ein amerikanischer Bekleidungshändler per T‑Shirt-Aufdruck jugendliche Raubkopierer das Fürchten lehren. Eine Studie der Gospel Music Association (Nashville) hatte ergeben, daß illegales Vervielfältigen von Musik auch unter christlichen Jugendlichen in den USA verbreitet ist. 77 Prozent gaben an, in den letzten sechs Monaten wenigstens eine illegale Kopie gemacht zu haben.

    Das schreibt die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA und zitiert den Webshop-Betreiber:

    „Die Musikindustrie hat mit allen möglichen Aktionen versucht, die Leute zum Kaufen von CDs anzuregen. Nichts davon hat funktioniert. Ich denke, wir haben jetzt einen frechen, ironischen Beitrag, der auf das Problem wirksam aufmerksam machen wird“, so Rogers. Die T‑Shirts werden in mehreren Varianten angeboten. Weitere Aufdrucke lauten „WWJB – What Would Jesus Burn?“ (Was würde Jesus brennen?) und „Jesus liebt Kinder, außer jenen, die CDs brennen.“

    6. Januar 2005
  • : Radioshow: Free Culture Future
    Radioshow: Free Culture Future

    Lawrence Lessig war vorgestern Gast in der US-Radioshow „The Connection“. Die 47min lange Sendung gibts als Real-Stream. Aus der Ankündigung:

    The open-source movement gave rise to a new philosophy of equal access to information and file-sharing. That’s when the voices of regulation stepped in.

    Lawrence Lessig is a law professor who brings democracy to the internet by challenging existing copyright laws. Lessig has published his „Free Culture“ manifesto on the web with a license that allows users to download, sample and edit his text. It’s a move that flies in the face of copyright laws that haven’t yet caught up to the digital world.

    Frage: Weiss jemand vielleicht ein komfortables Linux-Tool, um Real-Streams mit zu schneiden?

    6. Januar 2005
  • : Protest gegen GVL-Preiserhöhung
    Protest gegen GVL-Preiserhöhung

    Die Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten mbH (GVL) erhöht die Pauschalbeiträge für Internetradios. Nicht mal so, sondern gleich um mehr als 300%. Nun regt sich Protest dagegen und mit GVL-Protest gibts die erste Kampagnenseite:

    Wenn es nach der GVL geht, gehören diese fairen, und auch von kleinen nicht-kommerziellen Webradios bezahlbaren Beiträge, ab April 2005 der Vergangenheit an. Seit Ende 2004 verschickt die GVL ihre neuen Tarife und Nutzungsbedingungen an die Sender. Der Inhalt dieser Schreiben dürfte das Ende von (schätzungsweise) mehreren tausend lizenzierten Webradios in Deutschland bedeuten.

    Über 350 Euro für die Musikindustrie für weniger als 20 Hörer

    Eine pauschale Rechnung über die Preiserhöhungen aufzustellen ist kaum möglich, da sie je nach Sender von vielen unterschiedlichen Faktoren abhängig sind und die Tarifgestaltung recht komplex ist (siehe Tabelle unten). Es kann aber durchaus vorkommen, dass ein kleiner nicht-kommerzieller Sender, mit einer durchschnittlichen Hörerzahl von unter 20 Personen, über 350 Euro im Monat an die GVL zahlen muss. Auf die meisten Sender kommt durch die neuen Tarife eine Beitragserhöhung von 300 Prozent oder weitaus mehr zu. (Einige Sender sprechen von über 1000 Prozent).

    Damit aber nicht genug.

    Die neuen Nutzungsbedingungen die den Internetradios von der GVL auferlegt werden, können nur mit allergrößten Arbeits- und Technikaufwand erfüllt werden, manchmal ist es technisch sogar so gut wie unmöglich sie umzusetzen.

    Eigentlich wollte ich mir jetzt noch das eine oder andere passende Zitat von der IFPI holen, aber die sind mal wieder offline. Sehe noch deutlich die Lobbyisten von denen mit Schaum vor dem Mund, die über all die bösen Internetradio-Piraten wetterten und den Gesetzgeber aufforderten, gleich die ganze Software zum Mitschneiden von Radiosendungen zu verbieten.

    [via Raben.Horst]

    6. Januar 2005
  • : Bill Gates: Alles Kommunisten
    Bill Gates: Alles Kommunisten

    News.com hat Bill Gates interviewed. Das lange Interview ist streckenweise ziemlich langweilig, interessant wirds erst, wenn er digital rights‑, free culture- und no softwarepatents-vertreter als Kommunisten bezeichnet:

    Q: In recent years, there’s been a lot of people clamoring to reform and restrict intellectual-property rights. It started out with just a few people, but now there are a bunch of advocates saying, „We’ve got to look at patents, we’ve got to look at copyrights.“ What’s driving this, and do you think intellectual-property laws need to be reformed?

    BG: No, I’d say that of the world’s economies, there’s more that believe in intellectual property today than ever. There are fewer communists in the world today than there were. There are some new modern-day sort of communists who want to get rid of the incentive for musicians and moviemakers and software makers under various guises. They don’t think that those incentives should exist.

    And this debate will always be there. I’d be the first to say that the patent system can always be tuned–including the U.S. patent system. There are some goals to cap some reform elements. But the idea that the United States has led in creating companies, creating jobs, because we’ve had the best intellectual-property system–there’s no doubt about that in my mind, and when people say they want to be the most competitive economy, they’ve got to have the incentive system. Intellectual property is the incentive system for the products of the future.

    Und hier gibts dann noch als Kommentar von BoingBoing die passende rote Copyleft-Flagge:

    6. Januar 2005
  • : Frag Hollywood
    Frag Hollywood

    Wieso kann man von DVDs kein Backup machen? Cory Doctorow, Co-Autor von BoingBoing, geht dieser Frage in einem Artikel für Popular Science nach. Die Antwort ist ganz einfach: Weil Unterhaltungskonzerne das nicht wollen.

    We can’t rely on the vendors to act in our interest these days, dragging the entertainment execs kicking and screaming to the money tree. The irony is that the tech companies say that this is all done in your interest, that by pleasing the studios, they can give you a device for which Hollywood might make a few movies available. But it will be on their terms, not yours. With friends like that, who needs the Boston Strangler?

    Spannend in dem Zusammenhang ist auch ein Artikel auf IEEE Spektrum, indem Seth Schoen von der EFF und Dan Wallach, Professor an der Rice University, die neuesten Industriepläne für ein Advanced Access Content System (AACS) kritisieren.

    5. Januar 2005
  • : Jugendschutz und Freie Software
    Jugendschutz und Freie Software

    In einem Schnellschuss wurde im Jahre 2003 das Jugendschutzgesetz geändert und die Unterhaltungsspiele Selbstkontrolle (USK) eingeführt. Diese zertifiziert Spiele und vergibt eine Altersfreigabe. Schon bei der Verabschiedung war der Protest gross, weil der Gesetzgeber glatt Freie Software übersehen hatte, die ein anderes Entwicklungsmodell hat als herkömmliche Software. Die Grundidee der USK ist nachvollziehbar: Spieleentwickler oder Publisher bringen ein Spiel heraus, dass eine längere Entwicklungszeit hinter sich hat. Das Spiel wird vor Veröffentlichung an die USK geschickt, und diese zertifiziert das Spiel mit Kosten von „250 bis 1000“ Euro, wie mir gerade am Telefon erklärt wurde. Dann kommt das Spiel mit einem Stempel „Ab 18“ oder „Ab 6“ in den Handel. Bei Freier Software ist dies allerdings anders. Sehr oft werden Spiele in der Freizeit programmiert und blutige Ballerorgien wie Quake3 sind eher die Seltenheit. Und wenn, dann steht hinter Quqke3 & Co ein grosser Publisher, der mal eben die Kosten aus der Portotasche bezahlt. Wer allerdings einen Tetris-Clone als Freie Software programmiert und auf einem Datenträger verbreiten will, darf dies ohne Zertifizierung nicht an unter 18-jährige machen. Und Probleme gibt es, wenn die Version 0.7 zertifiziert wird, und einen Monat später gibts die Version 0.8. Denn dann braucht man erneut eine Zertifizierung!

    Konkret ging es mir gerade bei einem Anruf bei der USK um die Linux Kinder-Distribution „Jux“. Diese wird von einem nicht-kommerziellen Österreichischen Verein zusammengestellt und enthält jede Menge Lernprogramme und ‑spiele auf einer selbstbootenden Linux-CD. Das Projekt wird von der Bundesinitiative „Jugend ans Netz“ und der Bundeszentrale für politische Bildung gefördert. Wenn ich die Distribution (zum Selbstkostenpreis) in einem Geschäft wie dem LinuxTrendStore in Berlin weitergeben möchte, mache ich mich zwar nicht strafbar, riskiere aber, von Konkurrenten wegen Marktverzerrung angeklagt zu werden, da die Zertifizierung nicht gemacht wurde. Sehr bizarre Logik.

    Ich versuchte das gerade der passenden USK-Referntin am Telefon zu erklären, die sehr unfreundlich war. Auch der Begriff „Freie Software“ sagte ihr nix und ich tastete mich über „Open Source Software“ an „Linux Software“ heran, was sie dann irgendwie verstand. Downloaden darf man die Software, aber das Brennen auf einen Datenträger und die Weitergabe von diesem ist durch das Jugendschutzgesetz streng reguliert. Games Knoppix steht vor demselben Problem und darf nur zum Download angeboten werden. Die unfreundliche Referentin hatte dann auch keine Lust, mir weiter am Telefon die Logik zu erklären und verwies immer nur auf deren Webseite, die ich selbstverständlich vor dem Anruf ausgiebig gelesen habe, um meine Fragen einzugrenzen. Und die natürlich nicht auf meine Fragen eingeht.

    Nächster Schritt ist also der Gesetzgeber in Form des Bundestages, bzw. des Familienministeriums, die ich mal in nächster Zeit angehe. Vielleicht wird daraus auch mal eine kleine Kampagne, denn das Problem betrifft Freie Software insgesamt. Was ist beispielsweise mit einer Knoppix, die ja auch viele Spiele enthält? Und was ist der Unterschied zwischen einer Knoppix und einer Games Knoppix? Muss ich für meine eigene kleine (virtuelle) Distribution auch diese Zertifizierung machen, um sie an Jugendliche zu vertreiben, nur weil da ein paar Solitär- und Tetris-Clone drauf sein könnten?

    5. Januar 2005
  • : Copyright kills Culture?
    Copyright kills Culture?

    Martin Gretschmann, auch bekannt als Console und Mitglied von The Notwist, hat als Acid Pauli verkleidet einen Song von Johnny Cash geremixt: „I See A Darkness“. Ein echt wunderbarer Song, den ich kurz vor Weihnachten bei „Disconize me“ gefunden hatte. Der Song bekam auch den Spitzenplatz der Single-Charts 2004 der Laut.de-Redaktion, obwohl er nur im Netz angeboten wurde. Nun ist er aus dem Netz verschwunden und Laut.de vermutet dahinter Sony Music, den Rechteinhaber des „Johnny Cash“-Vermächtnisses.

    Sehr schade, denn der Remix ist ein wunderbares Beispiel für kulturelle Weiterentwicklung und ein ähnlicher Fall wie das Grey Album von Danger Mouse, welches von Entertainment Weekly erst gestern zum Album des Jahres 2004 gemacht hat.

    In gängigen Filesharing-Börsen dürfte der Song aber noch vorhanden sein: „iseeadarkness.mp3“ hiess die zum Download bereitgestellte Datei.

    Update: Jetzt gibts wohl auch noch ne Abmahnung gegen das Weblog Disconize:

    Falls sich jemand über die geschrumpfte Anzahl von Einträgen in diesem Blog wundert: Es gab eine Abmahnung wegen Links zu mp3s! Grund dafür war wohl der Acid-Pauli Remix. Eintrag ist entfernt. Hoffentlich wird wieder alles gut!

    5. Januar 2005 1