Netzpolitik
Netzpolitik hauptsächlich in Deutschland, aber auch international. Kernthema dieses Blogs.
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: Updates zum Telekom-Paket
: Updates zum Telekom-Paket Die Diskussion rund um das Telekom-Paket erreicht nun auch Mainstream-Medien.
Die BBC berichtet heute: Europe votes on anti-piracy laws.
Europeans suspected of putting movies and music on file-sharing networks could be thrown off the web under proposals before Brussels.
Und auch Spiegel-Online ist die Debatte jetzt eine Nachricht wert: EU-Abgeordnete planen Internet-Kontrollpakt. Dort erklärt auch die SPD-Abgeordnete Erika Mann, welche Bedeutung die heutigen Ausschuss-Abstimmungen haben:
Die heute Abend im Industrie-Ausschuss beschlossenen Änderungen können in dem Verfahren überarbeitet, abgeschwächt oder verschärft werden. Allerdings, so EU-Abgeordnete Mann: „Wenn das EU-Parlament sich einmal für eine generelle Richtung, also zum Beispiel die Verschärfung der Internet-Kontrolle entscheidet, ist ein Richtungswechsel unwahrscheinlich.“
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: Telekom-Paket: FFII warnt vor sowjetischem Internet
: Telekom-Paket: FFII warnt vor sowjetischem Internet Heise berichtet wieder über das Telekom-Paket und eine weitere Pressemitteilung, diesmal vom Förderverein für eine Freie Informationelle Infrastruktur: Bürgerrechtler verschärfen Kritik an EU-Plänen zur Internetüberwachung.
Der Förderverein für eine Freie Informationelle Infrastruktur (FFII) warnt davor, dass das EU-Parlament direkt auf ein „sowjetisches Internet“ zusteuere. Softwareproduzenten und Internetprovider würden darin gemeinsam die Verkehrsströme nach den Vorgaben Hollywoods kontrollieren. Wer das Netz für eigene Dienste nutzen wolle, müsse bei den Regulierern um Erlaubnis fragen. Insgesamt sei der Prozess der Beratung des Richtlinienpakets, über das die federführenden Ausschüsse im EU-Parlament am morgigen Montag abstimmen sollen, von speziellen Interessengruppen gekapert worden.
„Populäre Softwareanwendungen wie Skype oder sogar Firefox könnten in Europa für illegal erklärt werden, falls sie nicht durch eine Verwaltungsbehörde zertifiziert würden“, befürchtet der Brüsseler FFII-Repräsentant Benjamin Henrion. Die gesamte offene Entwicklungsumgebung des Internet würde damit unterlaufen. „Die Agenda, eine chinesische Internetmauer in Europa zu errichten, geht auf das Konto einiger Ultra-Copyright-Lobbyisten“, ergänzt FFII-Präsident Alberto Barrionuevo. Die gesamte europäische Wirtschaft sei durch den Vorstoß bedroht, da sich die Unternehmen nicht einmal mehr Virtual Private Networks einfach so installieren könnten.
Die FFII-PM: European Parliament rushes towards Soviet Internet.
Die Kritikpunkte an den Änderungsvorschlägen werden auch nochmal in dem Heise-Artikel beschrieben.
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: Gleich live im BR2-Zündfunk: Die EU schnüffelt mein Internet!
: Gleich live im BR2-Zündfunk: Die EU schnüffelt mein Internet! Ab 19:05 Uhr berichtet der Zündfunk auf BR2 u.a. über „Die EU schnüffelt mein Internet!“.
Großer Aufruhr in den Netzgazetten dieser Tage: Das Europäische Parlament berät ein Gesetzespaket, das möglicherweise unseren freien Umgang mit dem Internet gravierend einschränken wird.
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: Weitermachen: Kampagne gegen das Telekom-Paket
: Weitermachen: Kampagne gegen das Telekom-Paket Die Kampagne gegen Änderungsanträge beim Telekom-Paket läuft gut an. Ich bin echt beeindruckt, wie viele Blogs darüber berichten, wie schnell Wiki-Seiten ins deutsche übersetzt werden und wie viele sich direkt an ihre Abgeordneten wenden. Das hatte ich zwar erhofft, aber nicht wirklich damit gerechnet. Danke für die viele Mitarbeit, so macht das richtig Spass! Und anscheinend wirkt es auch. Wenn ich bei Abgeordnetenbüros in Brüssel anrufe, sind die zumindest teilweise beeindruckt von unserer Fähigkeit zur Vernetzung und Mobilisierung.
Ein Erfolg der Aktion ist sicherlich, dass viele Abgeordnete nun noch genauer hinschauen, was sie da eigentlich diskutieren und beschliessen wollen. Daher kann es nicht schaden, sie ein Jahr vor der kommenden Europawahl nochmal darauf hinzuweisen, dass es viele Menschen gibt, die sich für ein offenes und freies Internet einsetzen. Und die dies genauso von ihren gewählten Vertretern wünschen. Also kontaktiert weiter Eure Abgeordneten!
Ich hoffe mal, dass das Interesse nicht abflaut, die letzte wichtige Abstimmung des Parlaments wird wohl am 2. September sein. Die Abstimmungen in den beiden wichtigen Ausschüssen „für Industrie, Forschung und Energie“ und „Binnenmarkt und Verbraucherschutz“ am Montag haben erstmal nur Signalwirkung auf die Abstimmung im Plenum.
Das ganze Thema ist äusserst komplex. Das liegt u.a. daran, dass man ein ganzes Paket aus mehreren Richtlinien zusammen diskutiert, bzw. im Europaparlament einzelne Richtlinien in unterschiedlichen Ausschüssen. Zu den diskutierten Richtlinien gehören die Rahmenrichtlinie (Wie der Name schon sagt hat diese Auswirkung auf alles), die Richtlinie zur Einrichtung einer europäischen Regulierungsbehörde (Ist mittlerweile wohl zur Einrichtung eines Koordinierungskomitees heruntergestuft worden), die Universaldiensterichtlinie (Vergleichbar mit unserem Telekommunikationsgesetz / TKG), die Datenschutzrichtlinie (ePrivacy) und einer Empfehlung an die Kommission für mehr digitale Entwicklung (Digital Divide).
La Quadrature du Net hat die umstrittenen Änderungskompromisse auf einer Seite zusammengefasst. Die deutsche Übersetzung der Wiki-Seite mit den Wahlempfehlungen ist gleich auch fertig.
Wir empfehlen die Ablehnung der Änderungskompromisse 2, 3, 4, 5, 7.
Das Problem scheint momentan zu sein, dass sich Abgeordnete auf eine Kompromisslinie einlassen, um noch schlimmeres zu verhindern. Aber aus Verbraucherschutz- und Bürgerrechtssicht sind auch die Kompromisse nicht akzeptabel. Zugleich bilden die verschiedenen Änderungsanträge wiederum zusammen ein Framework, d.h. kritische Positionen sind aufgeteilt. Das erschwert das finden dieser. Wie Monika Horten im Interview mit der Futurezone beschreibt, sind die Positionen der Musik- und Filmindustrie erst wähend der Verhandlungen in die Richtlinien gerutscht. Diese müssen da raus, weil sie mit den ursprünglichen Zielen nichts zu tun haben und das Ziel des Verbraucherschutzes konterkarieren.
Von verschiedenen Seiten kamen Anfragen, wie man mithelfen kann. Da gibt es viele Möglichkeiten:
* Helft mit beim Übersetzen von Wiki-Seiten aus dem La Quadrature du Net-Wiki.
* Kontaktiert Eure Europaabgeordneten.
* Schreibt / Bloggt / Podcastet darüber und weist andere auf das Telekom-Paket und seine möglichen Auswirkungen hin.
* Wir können auch noch Banner / Widgets und andere Kampagnenelemente gebrauchen, die man auf Weseiten einbauen kann
* Seid kreativ und denkt Euch weitere Möglichkeiten aus.Mehr Informationen:
Telekom-Paket: Im Netz der Lobbyisten.
Mitmachen: Europaweite Aktion gegen das Telekom-Paket
Hintergrund: Das EU-Telekom-Paket -
: Telekom-Paket: Im Netz der Lobbyisten
: Telekom-Paket: Im Netz der Lobbyisten Die Futurezone hat ein Interview mit der Kommunikationsforscherin und Politologin Monica Horten, die sich mit dem Telekom-Paket beschäftigt: Im Netz der Lobbyisten.
ORF.at: Frau Horten, die von Ihnen und zahlreichen Bürgerrechtlern kritisierten Ergänzungsvorschläge, die von einigen der Medienindustrie nahestehenden Mitgliedern des EU-Parlaments eingebracht wurden, sind über mehrere Papiere des Telekompakets hinweg verstreut. Wie würden Sie die Taktik der Medienindustrie beschreiben und wie sind Sie diesen Ergänzungen auf die Spur gekommen?
Monica Horten: Ich würde die Taktik als „hinterhältig“ bezeichnen. Sie haben sich in die Gestaltung von Richtlinien eingemischt, die eigentlich die elektronische Datenübertragung regeln sollten und versucht, dort Regeln einzufügen, die Copyright-Probleme betreffen. Diese Regeln werden ein veraltetes Geschäftsmodell der Medienindustrie schützen und haben gravierende Auswirkungen auf die Bürgerrechte. All dies wurde im Geheimen getan, indem Mitglieder des Europäischen Parlaments Ergänzungsvorschläge in verschiedenen Komitees des Parlaments vorgelegt haben. Diese werden zwar auf der Website des EU-Parlaments veröffentlicht, aber die Dokumente sind so umfangreich und kompliziert, dass niemand erkennen würde, was sie im Zusammenspiel bedeuten. Ich habe sie nur deshalb gefunden, weil mir jemand die Dokumente geschickt und mich darauf hingewiesen hat, dass damit etwas nicht stimmen kann – er selbst hatte aber nicht verstanden, wo das Problem gelegen hat. Diese Taktik sollte verhindern, dass es im Parlament eine öffentliche Diskussion gibt und dass die Abgeordneten sich genauer mit den Papieren befassen.
[…]
ORF.at: Wie geht es mit dem Telekompaket weiter?Monica Horten:Zwei Ausschüsse des EU-Parlaments sind verantwortlich: Der Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie ist für die Rahmenbeschlüsse verantwortlich. Der Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz ist für die Richtlinien verantwortlich, die den allgemeinen Zugang und den Schutz der Privatsphäre betreffen. Diese beiden Ausschüsse stimmen am 7. Juli ab. Das Plenum des Europäischen Parlament wird am 2. September über das Paket abstimmen. Danach wird der Ministerrat darüber diskutieren, voraussichtlich im November.
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: Mitmachen: Europaweite Aktion gegen das Telekom-Paket
: Mitmachen: Europaweite Aktion gegen das Telekom-Paket Diese Pressemitteilung ist eine europäische Ko-Produktion zusammen mit La Quadrature du Net aus Frankreich und der Open Rights Group in Grossbritanien. Und es ist auch die erste Pressemitteilung, die wir als netzpolitik.org herausgeben.
Worum gehts?
Auf EU-Ebene wird seit Jahren das Telekom-Paket diskutiert. Dies soll einen vollkommen neuen Rahmen für die europäische Telekommunikationsrahmengesetzgebung schaffen. Wie bei allen EU-Sachen (z.B. Vorratsdatenspeicherung) wird es später auch den Rahmen für nationale Gesetzgebungen bereiten. Das Telekom-Paket wird bisher weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit diskutiert und steht kurz vor der Abstimmung. Wie das immer so ist, haben einflussreiche Lobbyisten über nahe Abgeordnete einige gefährliche Änderungseinträge eingebracht, die vor allem die Freiheit und Offenheit des Internets gefährden (Netzneutralität) und gefährliche Ideen wie Internetsperrungen und mehr Überwachung des Internets über die Hintertür einbauen. In einer gemeinsamen EU-weiten Aktion wollen wir viele Bürger mobilisieren, um bei den Abgeordneten für ein offene Internet zu werben. Gerade kurz vor der Europawahl dürfte dies möglich sein. Also informiert Euch und macht mit!
Update: Hier ist die aktuelle Version des Briefings für die Abgeordneten mit den kritischsten Änderungsanträgen inklusive Anleitung zum lesen und verstehen dieser.
Brüssel, 1. Juli 2008
Eine Woche vor der Abstimmung über das Telekommunikations-Gesetzespaket („Telecom package“) verurteilt netzpolitik.org eine Reihe von Änderungsvorschlägen, die auf das Schließen der offenen Architektur des Internets zielen und Kontrolle und Überwachung der Nutzer zum Ziel haben.
Europäische Internetnutzer könnten durch verpflichtende Spyware von der legalen Nutzung des Internets abgehalten werden, im scheinbaren Interesse ihrer Sicherheit. Das Recht, freie Software für den Internetzugang zu verwenden, kann so nicht mehr aufrecht erhalten werden. Die Neutralität des Internets wird damit direkt angegriffen, und es wird eine Verpflichtung der technisch zwischengeschalteten Instanzen aufgebaut, eine vorbeugende Prüfungsaufsicht für Inhalte zu schaffen. Durch weitere Änderungen können verwaltende Autoritäten ISPs de facto zu Hilfspolizisten der Verwertungsindustrie machen, die einschüchternde Nachrichten schicken können, und das ohne gerichtliche oder regulatorischer Aufsicht.
Diese Maßnahmen gehen noch weiter als die französischen „graduated response“-Pläne, die auf breite Ablehnung gestoßen war, auch am 10. April im Europäischen Parlament. Aus diesem Grund sind die jüngsten Änderungsvorschläge jetzt, Anfang Juli, wieder auf die Tagesordnung gebracht worden, und die Verfasser verwenden subtile Rhetorik und Querverweise, um den Text schwieriger verständlich zu machen (es werden mehr als 800 Änderungsvorschläge für fünf Richtlinen eingebracht).
„Die Politiker, die sich an diesen Sommermanövern beteiligen, zeigen ihre Missachtung für Europa und ihr Mandat. Sie vertrauen darauf, dass eine Woche vor der Sommerpause schon niemand hinschauen wird, wenn sie das Telekommunikations-Gesetzespaket von seinem ursprünglichen Ziel Konsumentenschutz abbringen. Sie pflastern den Weg für Überwachung und Filterung des Internets durch Privatfirmen, Sondergerichte und technische Maßnahmen Orwellscher Ausmaße. Es ist sowohl für die Freiheit als auch für die wirtschaftliche Entwicklung Europas unvorstellbar. Wir rufen alle MdEPs dazu auf, weiterhin gegen diese Sachen vorzugehen, die sie bereits abgelehnt haben“, sagt Markus Beckedahl, Blogger auf netzpolitik.org.
Diese Torpedo-Ergänzungen sind derzeit Teil einer Serie geheimer Hinterzimmer-Verhandlungen einer Handvoll MdEPs, die die Tragweite dieser Themen nicht immer verstehen. Sie machen sich zu Komplizen von Lobbyisten, die in jeder politischen Partei als Steigbügelhalter fungieren. Anweisungen für das Abstimmungsverhalten für die Abstimmungen im IMCO und ITRE-Kommittee am Montag, den 7. Juli werden im Laufe der Woche folgen.
Zu diesem Zeitpunkt müssen die Bürger schnell und in großer Zahl handeln, ihre MdEPs dazu bringen, zu verstehen, dass ihr Verhalten ein Jahr vor den Wahlen auch Folgen zeitigen kann.
Die englische Version: MEPs want to torpedo the Free Internet on July 7th.
Weitere Ressourcen:
* UPDATE July 2nd: ANALYSIS OF FINAL VERSION OF COMPROMISE AMENDMENTS
* MAIN DOCUMENT with analysis and commented amendments by La Quadrature du Net (to send to MEPs)
* Other resources about the Telecoms Package* Hintergrundpapier von Monica Horten zum Telekom-Paket
Zusammenfassung der Haupt-Argumente:
* A very complex law (5 directives, more than 800 amendments), and crucial votes on the beginning of the summer in a very opaque process.
* Various amendements (from Mavromatis, Guardans, Harbour, Trautmann, etc.) seem to do the opposite of the announced goal of the text of increasing the consumer protection.
* Amendement H1 : The Commission could impose technical standards on content filtering and monitoring Computing – so called „trusted computing“. The Commission will be able to give the concerned recommendations following a quick and undemocratic procedure, at the request of any national regulation authority (ARCEP, CSA, HADOPI + add names of English, German, etc.. NRAs).
* Amendment K2 authorizes the automatic processing of traffic data without the consent of the user, if this treatment is practiced to ensure „the safety of a public service of electronic communication, a public or private electronic communications , a service of the information society and electronic communicating equipment.“ The Commission could authorize „technical measures“ to prevent or stop infringements of intellectual property. It is necessary to monitor and filter users’ electronic communications with hardware and software, which in practice amounts to spyware replacing a judge and proper judicial oversight.
* Amendment H2 and amendment H3 allow national regulatory authorities to impose access providers to work with rightsholders, in monitoring users specifically when their access is not „safe“ (e.g. used to download), and to promote surveillance technologies mentioned above, which is similarly contained in the French draft law for graduated response.
* This set of amendments creates in European law the unprecedented mechanism known as graduated response: Judicial authority and law courts are vacated in favour of private actors and „technical measures“ of surveillance and filtering.
Mitmachen!
Es gibt eine Wiki-Seite, wo bisher in englischer und französischer Sprache Anleitungen stehen, wie man jetzt konkret Europaabgeordnete kontaktieren kann. Hier können wir noch eine deutsche Übersetzung gebrauchen.
Ausserdem kann man direkt siene Europaabgeordneten kontaktieren. Auf der Wiki-Seite steht die Beschreibung. Eine Alternative zum mailen, faxen und anrufen ist Abgeordntenwatch, wo man auch die 99 deutschen Europa-Abgeordneten kontaktieren kann.
Bloggt darüber und weist Eure Leser darauf hin, dass man jetzt die eigenen EU-Abgeordneten kontaktieren sollte. Am kommenden Montag ist eine wichtige Abstimmung im EU-Parlament. Die letzte Abstimmung wird dann vermutlich am 2. September sein.
Update: Mittlerweile gibt es auch Medien-Artikel mit weiteren Hintergrundinfos:
Sehr ausführlich hat Christiane Schulzki-Haddouti für Heise recherchiert: EU: Konservative wollen Internet-Nutzung lückenlos überwachen.
Schließlich sieht Harbours Erweiterungsvorschlag für Artikel 21 derselben Richtlinie Regelungen vor, die auch das französische „drei Treffer und du bist tot“-Modell enthalten: So sollen die nationalen Regulierungsbehörden Unternehmen verpflichten, Informationen zu bestehenden und neuen Kunden zur Verfügung zu stellen. Zu diesen Informationen gehören Angaben über „illegale Nutzungen elektronischer Kommunikationsdienste“, insbesondere „Urheberrechtsverstöße“ sowie Angaben zu „Schutzmittel gegen Risiken persönlicher Sicherheit, Privatsphäre und persönlicher Daten“. Darunter seien, so die Bürgerrechtler, Sicherheitsverfahren zu verstehen, die ohne Genehmigung der Behörden eingesetzt würden.[.…] Gleichwohl gibt es auch im ITRE-Ausschuss Änderungsvorschläge hinsichtlich „gesetzeskonformer Inhalte“. Die französische konservative Abgeordnete Dominique Vlasto brachte gemeinsam mit dem belgischen Konservativen Ivo Belet den Änderungsvorschlag Nr. 122 ein, der die Internet-Provider „ermutigen“ will, „gesetzeskonforme Inhalte“ („lawful content“) zu fördern und zu schützen. Gemeinsam mit der deutschen Konservativen Ruth Hieronymi (CDU) brachten Vlasto und Belet den Vorschlag Nr. 308 ein, der dafür sorgen soll, dass die Internet-Provider hierfür mit den nationalen Regulierungsbehörden zusammenarbeiten dürfen.
Futurezone: EU-Pläne bedrohen das freie Internet.
Die Aktivitäten von Industrie und ihr nahestehenden EU-Abgeordneten treiben dabei auch merkwürdige Blüten. Die französische Initiative La Quadrature du Net, die gegen das HADOPI-Gesetz kämpft, hat in den Eingaben der EU-Parlamentarier Manolis Mavrommatis [Griechenland; konservativ] und Ignasi Guardans [Spanien; liberal] wortwörtliche Übereinstimmungen mit den Vorgaben der französischen AV-Medienlobby SACD festgestellt. Mavrommatis, so eine Analyse der Bürgerrechtler, habe sogar vorgeschlagen, die Definition von Spyware dahingehend zu ändern, dass sie nicht mehr auf Programme zuträfe, die „illegitime“ Aktionen des Nutzers aufzeichnen. Solche von der Medienindustrie eingesetzte Spyware solle demnach „keinen gravierenden Eingriff in die Privatsphäre“ mehr darstellen. Damit wären, so die Initiative, auch Programme wie das berüchtigte Sony-Rootkit mit einem Streich in der ganzen EU legal.
Heise: Europaweite Kampagne gegen Überwachungspläne im EU-Telecom-Paket.
Bürgerrechtler und Blogger rufen zu Protesten gegen jüngste Änderungsanträge zur geplanten Novelle des EU-Gesetzespakets zur Regulierung des Telekommunikationsmarktes auf. In den umstrittenen Vorschlägen konservativer Abgeordneter geht es vor allem um die Einführung einer Regelung, wonach Internetzugänge bei wiederholten Urheberrechtsverletzungen gekappt werden sollen („Three-Strikes“-Bestimmung). Generell soll die Nutzung illegaler Inhalte durch ein staatlich lizenziertes Überwachungssystem verhindert werden.
Welt-Debatte: EU schafft die Netzneutralität ab.
Jetzt gibt es in der EU einen Vorstoss, der noch mal einen Schritt weiter geht und hinter dem offenbar auch einige Vertreter der Copyright/Rechteinhaber stehen, ohne dass man jetzt mit dem Finger auf jemanden genaues zeigen könnte. Im Grunde geht es darum, dass die Internetprovider mehr in die Pflicht genommen werden sollen. Die stellen sich bisher auf den, rechtliche legalen, Standpunkt, dass sie ja nur der Bote sind, der die Datenpakete überbringt. Was in den Paketen steckt, ist nicht deren Sache. Genau hier soll ein neues EU-Gesetz, das unter dem Namen „Telecoms Package“ in dieser Woche verabschiedet werden soll, ansetzen. Der Provider soll eben doch mit in die Verantwortung gezogen werden. Er soll quasi den Datenverkehr per Software abhören und gegebenfalls einschreiten, sollte es zum Beispiel zu einer Copyright Verletzung kommt. Das würde letztlich bedeuten, dass der Provider Filter einsetzen muss, und bestimmte Webseiten gesperrt werden und das er jeden einzelnen Internetuser scharf überwacht.
Der Foebud unterstützt jetzt auch die Aktion: Dringende Kampagne: Telekom-Paket der EU verschärft Überwachung.
Der FoeBuD ruft auf: Helfen Sie mit, gegen weiteren Überwachungswahn anzugehen – kontaktieren Sie Ihre Abgeordneten des Europäischen Parlaments und deren Assistenten bis zum 7. Juli 2008!
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: Hintergrund: Das EU-Telekom-Paket
: Hintergrund: Das EU-Telekom-Paket Eines der gefährlichsten Gesetzespakete für ein offenes Internet wird gerade in Brüssel diskutiert: „The Telecom-Package / Das Telekom-Paket“. Hier gibt es in der aktuellen Diskussion viele Passagen, wie man das europäische Telekommunikationsrecht dafür einsetzt, Internetsperrungen durchzusetzen und Inhalte zu überwachen. Das Hauptproblem ist, dass man Provider zu legislativen Playern erhebt, ohne dass Gerichte entscheiden. Das EU-Parlament diskutiert im Moment, aber ab nächste Woche beginnen dort die Abstimmungen hierüber. Aktuell sieht es so aus, als ob die umstrittenen Forderungen der Musikindustrie, dass Provider Hilfs-Polizisten und – Richter spielen sollen, damit durchkommen.
Monica Horten von der University of Westminster macht ihre PHD-Arbeit über „The Political Battle for Online Content in the European Union“ und hat ein Briefing-Papier zum Telekom-Paket (PDF) geschrieben, was einen guten Überblick gibt:
The ‘Telecoms Package’ and the copyright amendments – a European legal framework to stop downloading, and monitor the Internet
Abstract
This paper considers how imminent changes to European telecommunications law will permit the monitoring and blocking of websites and peer-to-peer exchanges by ISPs, in a way that is currently not legally possible. These legal changes will also permit ISPs to sanction users by suspending or terminating Internet access. And they are essential in order for the French ‘riposte graduee’ or ‘3 strikes’ copyright enforcement measures to be implemented. The changes are a series of hidden amendments related to copyright, and contained in the so-called ‘Telecoms package’. This paper argues that these amendments will effectively erode the ISP’s legal status of ‘mere conduit’, which currently protects individual rights and liberties on the Internet. It argues that the ‘mere conduit’ status should be preserved, and the copyright amendments rejected. The proposed copyright amendments will result in the loss of individual freedom and privacy on the Internet – in breach of fundamental principles of human rights law in Europe. Ultimately, they could open the door to wider political or commercial censorship, and this is the real danger of permitting them to get into law. The risk is that this will happen without proper legislative scrutiny or public debate. The European Parliament committees responsible for the Telecoms package vote on July 7th and the Parliament as a whole will vote on September 2nd.
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: Die Internet-Agenda der französischen EU-Präsidentschaft
: Die Internet-Agenda der französischen EU-Präsidentschaft Der französische Staatsminister Eric Besson hat auf dem ICANN-Treffen in Paris einen kleinen Ausblick auf die französische EU-Ratspräsidentschaft gegeben, die am 1. Juli startet: Französische EU-Präsidentschaft setzt Zukunft des Internet auf die Agenda.
In seiner Begrüßungsrede nannte Besson den Übergang zu IPv6, die Erweiterung des Namensraumes im Netz und insbesondere die Einführung nicht-lateinischer Top Level Domains als die Themen, die auch auf der Oktoberkonferenz der EU eine Rolle spielen werden. Mit Blick auf den Übergang zu IPv6 hat Frankreich die von der EU-Kommission kürzlich verkündete Zielsetzung, bis 2010 25 Prozent von Privat- und Unternehmensnutzern zu IPv6-Nutzern zu mache, übernommen. Als weitere Themen für die Diskussion zur Zukunft des Internet nannte Besson das „Web 3.0“ oder das Internet der Dinge. Für letzteres plant die französische Präsidentschaft laut Aussagen von Bernhard Benhamou vom französischen Außenministerium an einer Verbesserung der Standards des Object Naming System, also den Registries für RFID-Nummern, zu arbeiten. Benhamou sprach am Rande des ICANN Treffens von einem ONS 2.0.
Am 27. November trifft sich dann Rat der Telekommunikationsminister zur Abstimmung.
Weiter verkündete Staatsminister Eric Besson laut Heise in Paris, dass „der Kampf gegen die Piraterie [..] nicht Teil der Mission [sei], die ihm der französische Staatspräsident übertragen habe. Was genau daran stimmt, kann ich nicht sagen. Ich hab auch schon von Test-Entwürfen gehört, wonach das französische Internetsperrungs-Modell schon in der europäischen Diskussion ist.
Aber wirklich lustig ist diese Aussage:
„Es gibt zwei Aspekte, den präventiven und repressiven, der in dem Entwurf verfolgt wird, und den positiven, konstruktiven.“ Letzterer bestehe etwa darin, dass man den jungen Leuten sagen könne, wo sie billiger und einfacher Inhalte downloaden könnten.
Was ist wohl die Antwort auf die Frage (wenn sie ein deutscher Politiker gestellt hätte)?
a) Musikload?
b) eMule?Das Problem ist ja, dass es immer noch zu kompliziert und schwierig ist, Musik im Netz zu kaufen. Da wird man weiterhin Probleme haben, den jungen Leuten zu sagen, wo das denn gehen soll.
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: OECD: NGOs fordern mehr Menschenrechte und Meinungsfreiheit
: OECD: NGOs fordern mehr Menschenrechte und Meinungsfreiheit In Seoul findet gerade das OECD-Meeting über die „Zukunft der Internetökonomie“ statt. Eine grosse Koalition aus zivilgesellschaftlichen Organisationen ist auch vor Ort und hat eine gemeinsame Erklärung (PDF) vorbereitet. Darin werden die Regierungen aufgerufen, Menschenrechte und Meinungsfreiheit in der digitalen Welt zu sichern. Monika Ermert hat für Heise eine gute Zusammenfassung der Forderungen geschrieben: Bürgerrechtler an Staatschefs: Bitte an die Nutzer denken.
Freier Zugang zum Netz und zu Informationen jeder Art sowie ein diskriminierungsfreier Zugang zu Diensten – so lauten die drei Hauptforderungen der Nichtregierungsorganisationen (NGO) […] Die unter dem Dach von „The Public Voice“ zusammenarbeitenden NGOs wollen beim Gipfel zur Zukunft der Internetökonomie insbesondere die Idee vom Netz als einem Dienst für die Bürger in aller Welt unterstreichen und warnen vor Einschränkungen durch ein verschärftes Urheberrecht, proprietäre Standards und intransparente Netzwerkmanagement-Entscheidungen. […] Zugang, Zugang und nochmal Zugang, so könnte man das Hintergrundpapier der NGOs zusammenfassen, das in seinen Forderungen noch weiter geht als die offizielle Erklärung. […] Dem Zugang zum Wissen widmen die NGOs eines der ausführlichsten Kapitel. Hier sehen sie Probleme durch die zunehmende Ausweitung von Exklusivrechten im Urheber- und Patentrecht. Die Abkehr vom bislang in vielen Ländern gepflegten Haftungsprivileg für Internet Service Provider sei ebenfalls kontraproduktiv für die Informationsgesellschaft. In den USA und Europa konstatieren die Organisationen Bestrebungen, Provider zu Kontrolleuren ihrer Nutzer oder Filterinstanzen zu machen. Die NGOs sehen darin nicht nur eine gewisse Innovationsfeindlichkeit, sondern auch Einschränkungen für den Zugang zu wissenschaftlicher Information und Bildung. Die dritte von den NGOs aufgeworfene Zugangsfrage befasst sich mit dem Schlagwort Netzneutralität und offenen Standards. […] Der Verbraucherschutz habe wie der Datenschutz nicht mit der Entwicklung von Technologie und Markt Schritt gehalten. Auch bessere Sicherheit für Mobilfunknutzer und eine stark verbesserte Durchsetzung von Datenschutzbestimmungen stehen auf der Wunschliste.
Kann ich alles so unterschreiben. European Digital Rights ist auch einer der Unterstützer.
Wolfgang Blau, Chefredakteur von Zeit-Online ist auch vor Ort und twittert von dort. Public Voice hat ebenfalls einen Twitter-Account.
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: Digitale Gesellschaft
: Digitale Gesellschaft Meine „10 Forderungen für eine zeitgemäße Netzpolitik“ werden in der de-bug Ausgabe 123 so abgedruckt:
1. Transparenz
Informationsfreiheit muss ein Grundprinzip jeder demokratischen Praxis werden. Offene Schnittstellen sind dabei notwendige Vorausetzung für demokratische Teilhabe.2. Recht auf Zugang
Kommunen müssen jedem Bürger einen Basiszugang zum Internet ermöglichen. Offline zu sein, bedeutet den Ausschluss aus weiten Teilen der gesellschaftlichen Partizipation, das Abschneiden von Bildungs- und Informationsmöglichkeiten.3. Freie und anonyme Kommunikation
Die digitale Gesellschaft braucht freie und anonyme Kommunikationswege, in denen die Privatsphäre genauso geschützt ist wie im Schlafzimmer, auf der Straße oder in der Disko. Dazu müssen digitale Kernbereiche definiert werden, die für den Staat tabu sind.4. Chancengleichheit
Die Netzneutralität muss festgeschrieben werden, um eine Klassengesellschaft im Netz zu verhindern. Die diskriminierungsfreie Gleichbehandlung aller Daten im Internet ist Voraussetzung für Innovation und Teilhabe.5. Bürgerwissen statt Staatswissen
Öffentlich geförderte Informationen müssen den Bürgern unter offenen Lizenzen zur Verfügung stehen.6. Öffentlich-Rechtliche ins Netz
Die Inhalte des Öffentlich-Rechtlichen Systems müssen frei im Netz zugänglich sein. Die Archive müssen geöffnet und die Inhalte unter offenen Standards publiziert werden. Die Bürger haben ein Recht auf Remix!7. Öffentlich-Rechtlich neu denken
Um das Konzept öffentlich-rechtlicher Medien ins Digitale Zeitalter zu überführen, müssen digitale Strukturen und Communities gefördert werden, die Informationen des öffentlichen Interesses produzieren. Digitale Communities wie Wikipedia, freie Funknetze und Stadtwikis müssen Zugang zu öffentlicher Förderung erhalten.8. Open Source fördern
Freie Software und Freies Wissen sind nicht nur ein förderungswürdiger Wirtschaftsfaktor. Open Source Communities sind essentiell für die Kulturproduktion des 21. Jahrhunderts und schaffen gesellschaftliche Mehrwerte.9. Staatliche Infrastrukturen befreien
Die digitalen Infrastrukturen des Staates müssen frei, offen und demokratisch kontrollierbar sein. Nur offene Standards und die Verwendung freier Software garantieren einen diskriminierungsfreien und nachhaltigen Zugriff auf Vorgänge und Abläufe in Politik und Verwaltung.10. Urheberrecht reformieren
Das Urheberrecht muss den gesellschaftlichen Realitäten angepasst werden – nicht die gesellschaftlichen Realitäten dem Urheberrecht. Neue Technologien müssen umarmt und nicht verdammt werden, gleichzeitig müssen die Leistung der Kreativen angemessen honoriert werden.Die zehn Forderungen wurden von der Site netzpolitik.org aufgestellt. Die Site ist eine politische Plattform für Freiheit und Offenheit im digitalen Zeitalter und wird von Markus Beckedahl betrieben. Netzpolitik.org wurde duch zahlreiche Auszeichnungen gewürdigt, beispielsweise von Reporter ohne Grenzen „bestes Weblog für Meinungsfreiheit“. Vorrausetzung für eine erfolgreiche Umsetzung der Forderungen sind zunächst Politiker mit Medienkompetenz und ‑Praxis. Nur so können Gesetze entstehen, die einer freien, offenen und nachhaltigen digitalen Gesellschaft gerecht werden.
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: Nachrichtenüberblick vom 06.06.2008
: Nachrichtenüberblick vom 06.06.2008 Mal wieder soviel passiert, dass ich nicht mit dem bloggen hinterher komme. Daher kurz vor dem Wochenende hier nur ein kurzer Nachrichtenüberblick mit den übrig gebliebenen offenen Tabs der letzten beiden Tagen.
Futurezone: Virgin verwarnt Tauschbörsennutzer.
Tagesschau.de: Neonazis werben im Internet um Jugendliche – Scheinbar harmlos, tatsächlich rechtsextrem.
Inquirer: US-Forscher: Jeder kann Opfer des P2P-Kriegs werden.
Torrentfreak: Study Reveals Reckless Anti-Piracy Antics.
Heise: US-Bürgerrechtler setzen sich für Anonymität in Online-Sozialnetz ein.
Heise: Bericht zur Ausspähung von Websurfern durch BT aufgetaucht.
Economist: The free-knowledge fundamentalist.
Spiegel: Schäuble begrüßt neue US-Einreiseregeln.
Telepolis: Rausgeschmissenes Geld.
Golem: Regierung will persönliche Bürgerdaten an die USA liefern .
Heise: Netzneutralität: Erst einmal abwarten.
Heise: Fortschritt bei Online-Veröffentlichung verwaister Werke.
Golem: EU will „verwaiste Werke“ online zugänglich machen .
Heise: Offene Karten sind Geld wert.
DWDL: Mehr Bundestag bei Phoenix statt Parlaments-TV.
Heise: Schweden will Internetverkehr mit dem Ausland überwachen.
Computerwoche: Die Telekom ist nicht allein: Datenpanne bei Verdi.
Jetzt.de: Urheberrechtsstreit: Prince und Radiohead debattieren über Cover-Version .
Golem: Telekom-Skandal: Mehrheit für wirksamen Datenschutz
ars technica: Study: .gov web sites should focus on RSS, XML—not redesigns . -
: Netzneutralität: Prinzipien für Netzwerk-Management
: Netzneutralität: Prinzipien für Netzwerk-Management Ein weiterer Vorschlag zur Debatte rund um Netzneutralität in den USA kommt vom Center For Democracy and Technology (CDT). Sie fordern „Principles for Network Management“:
In its comments to the FCC, CDT suggested several principles that should guide network operators and policymakers as they consider questions relating to network management:
* First, network management practices should be transparent. Transparency can provide an important safeguard, enabling consumers and consumer advocates to push back against practices that could negatively affect competition or impair the usability of particular applications. Network operators should disclose sufficient information to provide a basis for comparison; a heavy BitTorrent user, for example, might be very interested to know if one broadband provider in the local area degrades BitTorrent traffic to control congestion while the other does not. Transparency also can encourage developers of services and applications to shape their products’ bandwidth usage patterns in ways that take account of legitimate network congestion considerations by, for example, designing an application to stay below the congestion levels enforced by an ISP.
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: Presidential Technology Policy: Priorities for the Next Executive
: Presidential Technology Policy: Priorities for the Next Executive Ich blog hier mal live mit und übersetze dabei on-the-fly vom englischen ins deutsche. Daher können Rechtschreibfehler passieren.
Direkt am Anfang ist eines der spannensten Veranstaltungen der Computers, Freedom and Privacy Conference laut Programm: Presidential Technology Policy: Priorities for the Next Executive. Moderiert von Ari Schwartz, Vice President, Center for Democracy and Technology, und Susan Crawford, Visiting Professor of Law at Yale Law School sitzen Chuck Fish von der McCain ’08 Campaign und Daniel Weitzner, Member of the Technology Media and Telecommunications policy committee advising the Obama ’08 Campaign auf der Bühne.
In der Einleitung heisst es, dass dies keine Debatte, sondern nur eine Diskussion sein soll. Ziel ist es, Gemeinsamkeiten zu finden und zielführend gemeinsam vorwärts zu kommen in den Herausforderungen einer US-Netzpolitik.
Obama-Kampagne:
Obama-Berater: auf barackobama.com Whitepaper Technology-Papier zu finden.
Leitlinie: Was kann das Internet und Technologie tun für die Grund-Bedürfnisse der Gesellschaft?
Obama-Kampagne hat sehr früh Technologie-Menschen erreicht und diese eingebunden in der Formulierung der Strategie in dem Whitepaper.
Rückblick Obama-Kampagne. Am Anfang als Aussenseiter gestartet, ohne viel Geld und mobilisierte Basis. Grassroots-Strategie angewendet und das Internet als Organizing-Tool eingesetzt.
Netzneutralität ist ein fundamentaler Wert, der geschützt werden muss.
Für Medienvielfalt und gegen Medienkonzentration
Meinungsfreiheit erhalten und gleichzeitig Kinder vor gefährlichen Inhalte schützen. Statt zentraler Zensur möchte man lieber Eltern befähigen, Filter auf ihren Rechnern zu installieren, um ihre Kinder zu schützen.
Obama sehr kritisch gegen den Missbrauch von staatlicher Überwachung, Stärkung von Datenschutzrechten
Stärkung von Verbraucherrechte. Immer mehr persönliche Informationen werden von Nutzern abgegeben. Im Gegensatz zu klassicher Datenschutzregeln, die dem Staat Regeln vorschreiben brauchen wir neue Verbraucherschutzregeln, die Regeln einführen, wie die Wirtschaft mit diesen Daten um gehen darf.
Chief Technology Officer der Regierung, der hilft, die Regierung und Verwaltung offener zu machen
Mehr Breitbandförderung
Reform des Patentsystems. Das hätte einen grossen Beitrag für Entfaltung von Innovationen, aber einige Auswüchse sorgen mittlerweiel dafür, dass Innovationen verhindert werden. Dies muss gefixt werden.
McCain-Kampagne:
Der McCain Technologie-Berater war vorher Patentanwalt. Minuten lange Einleitung ohne was zu sagen. Leitlinien: Förderung von Innovation und Entrepreneurship und den Markt alles regeln lassen. Lange Definition, was Innovation ist. Da kommt der Patentanwalt durch. Frage mich gerade, ob nochmal konkrete politische Forderungen kommen, denn seine Einführungs-Redezeit ist bald um. Jetzt erzählt der auch noch Witze über Anwälte und dass er früher auch mal bei den Demokraten war.
4 Schlüsselpunkt der McCain-Technologiepolitik:
1. Risikokapital. Innovatoren sollen damit Geld verdienen. Reiche führen zu innovation und Geld treibt sie an.
2. Gute ausgebildete Mitarbeiter sind notwendig. Buzzword-Bingo mit Immigrations- und Bildungspolitik. Brauchen mehr Bildung, die an das Informaionszeitalter angepasst wird. Klingt nach Medienkompetenz. Auch die USA haben wohl ein Informatikerproblem. Sie wollen wieder mehr Informatiker haben, weil China auch immer mehr davon haben wird. Mehr hochqualifizierte Arbeitnehmer sollen importiert werden, bevor US-Jobs exportiert werden.
3. Freie und offene Märkte. McCain ist Republikaner und daher sollte es nicht verwundern, wenn er sich für freie Märkte, Freihandel, weniger Steuern und wenig Regulation einsetzt.
4. Oh, doch noch was netzpolitisches: Privacy. „McCain Campaign would look to privacy in a broader Focus“: Man muss das breiter sehen, weil die Welt sich ja verändert hat. Man soll das mal alles unter persönliches Sicherheitsbedürfnis diskutieren, da (Personal Security)
Vier Punkte für Persönliche Sicherheits-Reche
1. Bildung und Beispiele für Verbraucher (Klingtnach Medienkompetenz)
2. Technologische Innovation. (Klingt nach mehr RFID-Pässe, Videoüberwachung und generell mehr überwachungstechnoligien)
3. Regulation und Gesetzgebung – Do not harm Principle
4. EnforcementAlso irgendwie hab ich ein anderes Verständnis von Technologiepolitik als der Patentanwalt und die McCain-Kampagne. Die sehen das rein
Frage von Suan Crawford: Gibt es genug Wettbewerb und einen funktionierenden Markt für
Highspeed-Internet? Aktueller OECD-Bericht sagt nur 15.Platz weltweit und zeigt einige Mängel auf. Was sehen Sie als Aufgabe der Regierung, hier bessere Lösungen zu finden?McCain: Wir brauchen eine Vision. (Tata). Sonst ist der gut für heisse Luft und keine Aussage.
Obama: Gesetzliche Regulierung zu kompliziert und langwierig. Telkos sind zu mächtig und gehen erstmal vor Gericht. „Offenheit ist wichtiger als Bandbreite“. Die Geschichte des Internets zeigt, dass gerade die Offenheit es gross gemacht hat. Der Glauben, dass Marktkräfte das Internet offen halten werden, sei nicht ausreichend. Niemand möchte das Internet von der FCC regulieren lassen.
Frage: China macht weiter Zensur, was macht Ihre Adminstration um den Export von Zensur zu verhindern?
Obama: Kompliziertes Problem, was nicht einfach zu lösen ist. Er antwortet jetzt mal als Privatperson. Erinnerung an Mitte der 90er, wo man als USA von Land zu Land gereist ist, um für einen offenen Umgang mit dem Netz zu werben. Man sollte China an die tollen Chancen von Offenheit überzeugen. Die Position von beteiligten US-Firmen sei eine sehr komplizierte. Lösung scheint wohl Diplomatie zu sein. Na, ob das wirklich hilft?
McCain: Keine wirkliche Position dazu, dafür aber Werte. Langsam und sorgsam sein in diesem Feld. Bloss nicht anfangen, jetzt mal zu regulieren, (indem manz.B. Firmen verbietet, Zensurinfrastrukturen zu exportieren). Man gewinnt diese globale Debatte, indem man ein gutes Vorbild ist.
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: Publius Project
: Publius Project Das „Publius Project“ sammelt Essays und „Gespräche über konstitutionelle Momente des Internets“ und wird vom Berkman Center herausgegeben. Sind schon einige spannende Texte zur Netzpolitik drin.
Publius brings together a distinguished collection of Internet observers, scholars, innovators, entrepreneurs, activists, technologists, and still other experts to write short essays, foster a public dialogue, and create a durable record of how the rules of cyberspace are being formed – with a view to affecting their future incarnations.
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: New York Times plädiert für Netzneutralität
: New York Times plädiert für Netzneutralität Die New York Times hat ein starkes Editorial zur Netzneutralitäts-Debatte: Democracy and the Web. Das Fazit kann man auch auf Deutschland übertragen und man sollte in vielen Netzpolitik-Debatten die Politik genau daran erinnern:
Cable and telecommunications companies are fighting net neutrality with lobbyists and campaign contributions, but these special interests should not be allowed to set Internet policy. It is the job of Congress to protect the Internet’s democratic form.
Frei ins deutsche übersetzt:
Kabel- und Telekommunikationsunternehmen bekämpfen die Netzneutralität mit Lobbyisten und PR-Kampagnen. Aber diese Partikularinteressen sollten nicht befugt sein, Internetregeln zu schaffen. Es ist die Aufgabe der Politik, die demokratische Form des Internets zu schützen.
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: Nachrichtenüberblick vom 15.05.2008
: Nachrichtenüberblick vom 15.05.2008 Spiegel: EU-Datenschützer rügt Schäubles Sammelwut.
Futurezone: Hustinx kritisiert Umgang mit Polizeidaten.
Spiegel: Musik-Fans, bezahlt mich!
Heise: Kein Einspruch gegen Gesetz zur besseren Durchsetzung geistigen Eigentums.
Arbeit 2.0: EU-Parlament: Fußballspiele sind kein “geistiges Eigentum”.
Heise: Neue Debatten um Internationalisierung der Internet-Verwaltung.
Heise: Mozilla will Nutzungsdaten sammeln.
ars technica: Flunking file-swappers: inside the RIAA’s anti-P2P machine.
Heise: Netzneutralität wieder auf der Tagesordnung der US-Gesetzgeber. -
: 9.5 Thesen für eine Technologie-Politik
: 9.5 Thesen für eine Technologie-Politik Das Yale Information Society Project hat 9.5 Thesen für eine Technologie-Politik des nächsten US-Präsidenten formuliert:
The 9.5 Theses for Technology Policy in the Next Administration:
1. Privacy. Protect human dignity, autonomy, and privacy by providing individuals with control over the collection, use, and distribution of their personal information and medical information.
2. Access. Promote high-speed Internet access and increased connectivity for all, through both government and private initiatives, to reduce the digital divide.
3. Network Neutrality. Legislate against unreasonable discrimination by network providers against particular applications or content to maintain the Internet’s role in fostering innovation, economic growth, and democratic communication.
4. Transparency. Preserve accountability and oversight of government functions by strengthening freedom of information and improving electronic access to government deliberations and materials.
5. Innovation. Restore balance to intellectual property rules and explore alternative incentives to better promote innovation, freedom, access to knowledge, and human development.
6. Democracy. Empower individuals to fully participate in government and politics by making electronic voting consistent, reliable, and secure with voter-verifiable paper trails.
7. Education. Expand effective exceptions and limitations to intellectual property for education to ensure that teachers and students have access to innovative digital teaching techniques and educational resources.
8. Culture. Ensure that law and technology promote a free, vibrant and democratic culture, fair exchanges between different cultures, and individual rights to create and participate in culture.
9. Diversity. Limit media concentration and expand media ownership to ensure a diverse marketplace of ideas.
9.5 Openness. Support innovation and fair competition by stimulating openness in software, technological standards, Internet governance, and content licensing.Von den Positionen her ist es unseren Forderungen für eine zeitgemässe Netzpolitik recht nahe.
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: Netzpolitik auf Tour
: Netzpolitik auf Tour Die nächsten zwei Wochen wird es eventuell etwas ruhiger hier, da ich unterwegs bin. Am Freitag gehts erstmal nach Zürich, wo ich am Samstag auf diesem Creative Commons Event sprechen werde. Sonntag geht es dann direkt weiter nach New Haven in den USA, um die Computers, Freedoms and Privacy (CFP) – Conference an der Yale University zu besuchen. Anschliessend werde ich noch eine Woche New York und Boston dranhängen und viele Menschen besuchen. Wahrscheinlich wird das eine oder andere neue Netzpolitik-Interview dabei entstehen. Am 1. Juni bin ich wieder zurück in Berlin.
Mal schauen, wie die Netz-Verfügbarkeit sein wird und ob ich von dort auch regelmässig zum bloggen komme. Aber ersteres sollte man von den USA schon erwarten. Gibt es noch Tipps, was ich mir unbedingt in New York und Boston anschauen sollte? Das übliche Tourismusprogramm interessiert mich eher nicht, dafür mehr die Geek-Orte. Wen sollte ich dort noch besuchen und interviewen?
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: Nominierung für den Grimme Online Award Information
: Nominierung für den Grimme Online Award Information Wir fühlen uns sehr geehrt, dass dieses Blog zum ersten Mal für einen „Grimme Online Award“ in der Kategorie „Information“ nominiert worden ist.
Der Grimme Online Award Information zeichnet herausragende Beiträge des Online-Journalismus und der Informationsvermittlung aus, die demonstrieren, wie das Internet für aktuelle Formen der Information, für vertiefende Analysen und Reportagen, aber auch für publizistische Kritik und Kontrolle eingesetzt werden kann.
Sehr nett ist auch die Beschreibung von Studenten des Studiengangs Online-Redakteur an der FH Köln, die im Rahmen einer Recherche-Lehrveranstaltung auf die Suche nach ihren Favoriten für den Grimme Online Award netzpolitik.org vorgeschlagen haben: Alles andere als trocken: Politik zum Mitreden im Netz.
[…] Wir haben uns für Netzpolitik.org entschieden, weil es ein aktuelles, übersichtliches und interessantes Blog zur politischen Situation in unserem Land ist. Themen, die in normalen Politikblogs trocken erscheinen, werden in einer jugendlichen, erfrischenden Art präsentiert. Die Beiträge der Autoren sind gut recherchiert und übersichtlich aufgebaut.[…] Netzpolitik greift wichtige Themen aus der Politik auf, es bleibt aber nicht beim einfachen Wiederholen bekannter Nachrichten. Die Redaktion macht sich wirklich Mühe, soviel Eigenes mit einzubringen wie möglich. Die Kommentar-Funktion wird durch die Leser rege genutzt.
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: Forderungen für eine zeitgemässe Netzpolitik 2.0
: Forderungen für eine zeitgemässe Netzpolitik 2.0 Da ein Medium meine Forderungen für eine zeitgemässe Netzpolitik gerne in einem schönen Layout ausdrucken würde, hab ich den Text etwas überarbeitet und etwas mehr in eine Manifest-Version gebracht. Man kann das jetzt schon Beta nennen, wenngleich sicherlich immer noch genug wichtige Punkte fehlen und ergänzt werden könnten. Aber der Druckschluss ist bald und ich stelle sie hier noch vor dem Verschicken online. Falls jemand noch Verbesserungs- und/oder Ergänzungsvorschläge hat, freue ich mich über Kommentare. Die letzte Überschrift ist auch noch nicht so rund, da hab ich noch eine eher spassige Variante erhalten, aber das könnte eigenltich noch besser werden.
Forderungen für eine zeitgemässe Netzpolitik
1. Staatswissen ist Bürgerwissen!
Öffentlich geförderte Informationen müssen den Bürgern unter offenen Lizenzen bereitgestellt werden.
2. Fernsehen und Radio sind tot!
Die Inhalte des Öffentlich-Rechtlichen Systems müssen im Netz frei zugänglich sein. Es muss den Bürgern überlassen sein, wann und wo sie diese konsumieren wollen. Die Archive müssen geöffnet und die Inhalte unter offenen Standards publiziert werden. Die Bürger haben ein Recht auf Remix!
3. Öffentlich-Rechtlich ins Digitale Zeitalter überführen!
Digitale Strukturen und Communities, die Informationen des öffentlichen Interesses produzieren, müssen gefördert werden. Was früher nur freie Radios und Offene Kanäle waren, sind heute Wikipedia, freie Funknetze und Stadtwikis!
4. Open Source fördern!
Freie Software und Freies Wissen sind nicht nur ein förderungswürdiger Wirtschaftsfaktor. Open Source Communities sind essenziell für die Kulturproduktion des 21. Jahrhunderts und schaffen unbestreitbare gesellschaftliche Mehrwerte.
5. Freie und anonyme Kommunikationswege erhalten
Wie beim privaten Gespräch zuhause im Schlafzimmer, im Park oder im Cafe benötigen wir auch in der digitalen Gesellschaft freie und anonyme Kommunikationswege. Es muss weiter Kernbereiche geben, in denen der Staat nichts verloren hat.
6. Demokratie öffnen heißt Transparenz wagen!
Staatliche Informationen gehören unter offene Lizenzen. Informationsfreiheit muss praktiziert werden, geredet wurde schon genug. Partizipationsmöglichkeiten müssen auf allen Ebenen erweitert werden – eDemocracy erschöpft sich nicht in Aktionsplänen zur Verwaltungsmodernisierung! Offene Schnittstellen sind notwendig für die demokratische Teilhabe.
7. Staatliche Infrastrukturen befreien!
Die digitalen Infrastrukturen des Staates müssen frei, offen und demokratisch kontrollierbar sein. Nur offene Standards und die Verwendung freier Software garantieren einen diskriminierungsfreien und nachhaltigen Zugriff auf Vorgänge und Abläufe in Politik und Verwaltung.
8. Internet ist Grundversorgung
Kommunen müssen jedem Bürger einen Basiszugang zum Internet ermöglichen. Nicht am Internet partizipieren zu können bedeutet heute den Ausschluss aus weiten Teilen der gesellschaftlichen Partizipation, das Abschneiden von Bildungs- und Informationsmöglichkeiten.
9. Urheberrecht reformieren!
Das Urheberrecht muss den gesellschaftlichen Realitäten angepasst werden – nicht die gesellschaftlichen Realitäten dem Urheberrecht. Es müssen Wege gefunden werden neue Technologien nicht zu verdammen sondern sie zu umarmen und die Leistung der Kreativen dabei angemessen zu honorieren.
10. Gleiche Chancen für Alle!
Die Netzneutralität muss festgeschrieben werden: es darf keine Klassengesellschaft im Netz entstehen. Um Innovation zu ermöglichen braucht es die diskriminierungsfreie Gleichbehandlung aller Daten im Internet.
11. Medienkompetenz für Politiker / Internetpolitiker nachhaltig ausdrucken
Wir brauchen Politiker, für die das Internet kein Fremdkörper ist. Wir brauchen medienkompetente Politiker, die es sich nicht erst ausdrucken lassen müssen. Wir brauchen Politiker, die sich selbst im Netz bewegen und darin kommunizieren. Nur so wird es eine Gesetze geben, die eine freie, offene und nachhaltige Digitale Gesellschaft ermöglichen.
