Generell

Allgemeine Berichte aus der Welt, in der wir leben, der Politik und der Kultur Deutschlands und des Internets.

  • : Bundesregierung beschließt Zensurgesetz
    Bundesregierung beschließt Zensurgesetz

    Das Bundeskabinett hat heute morgen den „Entwurf eines Gesetzes zur Bekämpfung der Kinderpornographie im Internet“ verabschiedet. Die wesentlichen inhaltlichen Aspekte und Neuerungen konnte man schon gestern anhand der geleakten Fassung u.a. bei heise und Thomas Stadler nachlesen. Update: Eine gute Analyse gibt es heute auch bei Focus.

    Die Kritik richtet sich derzeit vor allem auf drei Aspekte:

    • Die Bundesregierung geht von falschen Tatsachen bezüglich eines Massenmarkte für Kinderpornografie und der Verbreitungswege aus.
    • Die Sperren sind unwirksam und daher zunächst reine Symbolpolitik zu Beginn der Wahlkampfsaison. Mittelfristig ist aber mit einer Verschärfung der technischen Zugangserschwernisse zu rechnen, etwa durch DPI-Filter und ähnliches. Daher ist dies der Einstieg in eine Zensur-Infrastruktur.
    • Die Sperrlisten werden vom BKA zusammengestellt, das damit Ermittler, Ankläger und Richter in einem ist – ohne demokratische oder gerichtliche Kontrolle. Zudem soll es die Zugriffe auf die gesperrten Seiten bei den Providern abfragen dürfen.

    Justizministerin (!) Brigitte Zypries hat in der Pressekonferenz gleich noch die Unschuldsvermutung abgeschafft für Leute, die aus Versehen oder als Opfer einer gezielten Falle (Rickrolling, anyone?) auf die Stopp-Seiten geraten:

    „Eine Strafbarkeit liege schon in dem Moment vor, wenn nicht nachgewiesen werden könne, dass es sich um ein Versehen oder eine automatische Weiterleitung gehandelt habe.“

    Reaktionen

    Spreeblick protestiert mit einem Online-Streik . Tragt euch ein!

    Kai Biermann kommentiert in der ZEIT: „Keine Allmacht für das BKA!“

    Heise zitiert unter anderen Kritikern den Informationsrechtler Prof. Dr. Thomas Hoeren von der Uni Münster: Er

    sprach gegenüber heise online von einer „Sauerei“, dass es nun doch um die Aufzeichnung von IP-Adressen gehe. Noch vor einer Woche habe das Bundesfamilienministerium das Gegenteil versichert. Die Erfassung personenbezogener Daten bezeichnete der Rechtsprofessor als „schweren Eingriff ins Fernmeldegeheimnis“, dem nicht durch ein reines „Zitieren“ der entsprechenden Normen zur Einschränkung von Grundrechten Genüge getan werden könne.

    Der AK gegen Internetsperren und Zensur (AK Zensur) hat eine Pressemitteilung veröffentlicht:

    AK Zensur fordert: Täter verfolgen statt Grundrechte beugen

    Der Arbeitskreis gegen Internet-Sperren und Zensur (AK Zensur) erklärt zum Gesetzentwurf der Bundesregierung zu Internet-Sperren:

    Der Bundesregierung geht es bei dem Gesetzentwurf zu den geplanten Internetsperren nicht um die effektive Bekämpfung der Kinderpornographie. Sie betreibt Wahlkampf auf Kosten missbrauchter Kinder, schützt die Täter, vernachlässigt die Strafverfolgung und initiiert eine grundgesetzwidrige Internet-Zensur-Infrastruktur unter Kontrolle des BKA. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis auf der Sperrliste auch weitere missliebige Internet-Inhalte stehen.

    Der Gesetzenwurf sieht auch eine Sperrung von Webseiten aus Deutschland und anderen europäischen Ländern vor. Auch auf den bekannten Sperrlisten in Skandinavien stehen Webseiten aus Deutschland. Diese sind der Bundesregierung und dem BKA seit Monaten bekannt. Es wäre problemlos möglich, die Server abzuschalten und die Inhalte aus dem Netz zu entfernen, statt sie nur mit einer relativ leicht umgehbaren Sperre zu belegen. Warum wurden die Server bisher nicht abgeschaltet, warum wird die Strafverfolgung unterlassen?

    Die Begründung des Gesetzesentwurfs geht von falschen Voraussetzungen aus:

    • Es gibt keine Hinweise darauf, dass Kinderpornographie im Internet ein kommerzieller Massenmarkt ist.
    • Kinderpornographie im Internet zeichnet sich nicht durch offene Verfügbarkeit aus.
    • Nahezu alle der in ausländischen Sperrlisten verzeichneten Server stehen in Ländern, in denen Strafverfolgung durchaus möglich wäre. Viele davon auch in Deutschland und anderen EU-Staaten.

    Die neuen Sperr-Regelungen werden im Telemediengesetz hinzugefügt und nicht in einem eigenen Gesetz behandelt. So können sie leicht auf weitere Inhalte ausgedehnt werden. Die geheime Sperrliste des BKA unterliegt keiner rechtsstaatlichen Kontrolle – die Gewaltenteilung scheint aufgehoben: das BKA wird zu Ermittler, Ankläger und Richter in einem. Es wird zu einer unkontrollierbaren Zensur-Behörde. Entgegen der Ankündigung von vergangenem Freitag sollen Daten von Nutzern, die auf die Stopp-Seiten gelangen, gespeichert werden. Dies ist nicht nur datenschutzrechtlich bedenklich,[4] sondern bietet Kriminellen auch ganz neue Möglichkeiten, um Unschuldige in den Verdacht des Konsums kinderpornographischer Darstellungen zu bringen.

    Die Bundesregierung will Kindesmissbrauch ausblenden anstatt ganz aus dem Internet zu nehmen. Der AK Zensur fordert hingegen die Täter mit den bestehenden Rechtsmitteln zu verfolgen, die auch in der überwiegenden Mehrheit der Quelländer vorhanden sind. So bekämpft man das Übel nachhaltig an der Wurzel und kann auf eine grundrechtswidrige Placebo-Lösung verzichten.

    Der Schleswig-Holsteinische Landesdatenschutzbeauftragte Thilo Weichert protestiert gegen die Speicherung der Zugriffe auf gesperrte Seiten:

    Die nun bekannt gewordenen Planungen haben (…) eine völlig neue Überwachungsdimension: Mit dem Speichern der Zugriffsversuche würde eine Vorverlagerung der Verdachtsgewinnung zur Bekämpfung der Kinderpornografie erfolgen, die Zigtausende von absolut unschuldigen Menschen zu Verdächtigen machen würde: Allein der Umstand, dass eine Internetadresse angeklickt wird, wird zum Ermittlungsansatz wegen Kinderpornografie genommen. Damit würde sich jeder Internetnutzer schon der Gefahr einer Strafverfolgung aussetzen, wenn er eine ihm noch nicht bekannte Adresse aufruft, da er nicht wissen kann, ob diese Adresse selbst gelistet ist oder ob diese auf eine gelistete Adresse automatisch weiterleitet.

    Die Süddeutsche hat übrigens einen interessanten Artikel über den Konflikt zwischen Brigitte Zypries und Ursula von der Leyen.

    22. April 2009 57
  • : Der neue Gesetzesentwurf zu Internet-Sperren ist da
    Der neue Gesetzesentwurf zu Internet-Sperren ist da

    Alvar Freude vom AK Zensur hat ihn :

    Der neue Gesetzentwurf für Internet-Sperren (PDF, 100 kB) ist da. Er unterscheidet sich in einigen Punkten vom alten Entwurf . Wie heise online schon berichtete , gibt es keine Ausnahme mehr für Webseiten aus dem EU-Ausland (und auch nicht aus dem Inland) und die Provider dürfen IPs protokollieren und weitergeben.

    Das Bundeskabinett will den Entwurf morgen beschließen.

    21. April 2009 26
  • : Rémi Gaillard – mit Medien rumspielen
    Rémi Gaillard – mit Medien rumspielen

    Rémi Gaillard ist ein französisches Kulturphänomen. Der ehemalige Schuh-Verkäufer ist mittlerweile der berühmteste Internet-Comedian aus Frankreich und nutzt dabei Video-Equipment und Plattformen wie Youtube zur Distribution seiner Aktionen. Im weitesten Sinne kann man ihn auch einen Medienhacker nennen, da er sich kreativ mit Medien auseinandersetzt und mit Video und kulturellen Einflüssen herumspielt. Sein Motto ist dabei: „C’est en faisant n’importe quoi qu’on devient n’importe qui“ – „Indem man irgendetwas macht, wird man irgendwer“.

    Deutsche Welle TV hat einen Bericht über ihn: Vom Schuhverkäufer zum Videoclown.

    „Vor ihm ist keiner sicher: Rémi Gaillard. Er interpretiert ein bekanntes Genre ganz neu – Streiche mit versteckter Kamera. Ohne Lockvogel, ohne aufwendige Technik und ohne Rücksicht auf Verluste. Am liebsten dreht der 33-jährige Franzose in aller Öffentlichkeit. Spontane Aktionen sind sein Markenzeichen. Und die Hauptrolle spielt dabei immer er selbst. “

    In diesem Fenster soll ein YouTube-Video wiedergegeben werden. Hierbei fließen personenbezogene Daten von Dir an YouTube. Wir verhindern mit dem WordPress-Plugin „Embed Privacy“ einen Datenabfluss an YouTube solange, bis ein aktiver Klick auf diesen Hinweis erfolgt. Technisch gesehen wird das Video von YouTube erst nach dem Klick eingebunden. YouTube betrachtet Deinen Klick als Einwilligung, dass das Unternehmen auf dem von Dir verwendeten Endgerät Cookies setzt und andere Tracking-Technologien anwendet, die auch einer Analyse des Nutzungsverhaltens zu Marktforschungs- und Marketing-Zwecken dienen.

    Zur Datenschutzerklärung von YouTube/Google

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    Hier ist eine Auswahl seiner Filme auf Youtube, die teilweise schon einige Millionen Mal angesehen wurden:

    Super Mario in Real:

    20. April 2009 11
  • : Hunderte protestierten am frühen Morgen gegen Internet-Zensur
    Hunderte protestierten am frühen Morgen gegen Internet-Zensur

    Das mit dem Aufstehen hat also geklappt: Je nach Quelle zwischen 200 und 500 Menschen haben sich heute morgen in Berlin an der Mahnwache gegen eine von BKA und Internet-Providern betriebenen Zensur-Infrastruktur beteiligt. Sie trugen Scheuklappen und viele einfallsreiche Slogans, dazu gab es mobile Musikversorgung. Schöne Bilder gibt es von Tim Pritlove und Foo Bar . Update: Und von Valakis und noroute . Und hier gibt es ein tolles Panorama-Bild und noch eine Foto-Galerie von fabnie.

    N24 hat einige Video-Interviews gemacht, unter anderem mit Andreas Bogk, Andy Müller-Maguhn und Constanze Kurz vom CCC . Es war auch sonst viel Presse vor Ort, da wird sich im Laufe des Tages noch mehr Material ergeben. Einen schönen Artikel zum Thema hat Spiegel Online heute gebracht: „BKA zensiert bald das Web“ . Die dpa-Meldung war leider nicht so prickelnd.

    Der neue Arbeitskreis gegen Internetsperren und Zensur (AK Zensur) hat schon eine Pressemitteilung herausgegeben:

    Rund 500 Internet-Nutzer demonstrierten gemeinsam mit Opfern von sexuellem Missbrauch am Freitag vor dem Bundespresseamt gegen die Pläne von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen. Diese sehen vor, Webseiten, die Bilder und Videos von Kindesmissbrauch zeigen, auszublenden – statt sie abzuschalten. Die Demonstration fand anlässlich der heutigen Unterzeichnung von Verträgen fünf großer Internet-Provider mit dem BKA statt. Die Provider verpflichten sich damit, alle Webseiten zu sperren, die sich auf einer Sperrliste des BKA befinden. Diese Webseiten bleiben jedoch weiter im Netz, den Kunden der fünf Provider wird lediglich der Zugang erschwert. Die Sperren sind leicht umgehbar.
    Die Kritiker sehen in den vom Familienministerium angestrebten Sperren einen Einstieg in Internet-Sperren nach chinesischem Muster. Mit dem Vorwand, Kinderpornographie zu bekämpfen, würde eine Zensur-Infrastruktur eingerichtet und das Thema Kindesmissbrauch für den Wahlkampf genutzt.
    Die überwiegende Mehrheit der Webseiten mit entsprechendem Material liegt in den USA und Westeuropa – die Server könnten abgeschaltet werden. Daher werfen die Kritiker Ursula von der Leyen vor, nicht effektiv gegen Kindesmissbrauch vorzugehen. So sind auf den Sperr-Listen der skandinavischen Länder auch rund 100 Webseiten aufgelistet, deren Server in Deutschland stehen. Sollten diese strafbare Inhalte verbreiten, wäre es ein Leichtes dies zu verhindern und die Täter strafrechtlich zu verfolgen.
    Zudem werden die meisten Bilder und Filme von Kindesmissbrauch in geschlossenen Zirkeln getauscht. Sperren sind da wirkungslos. Daher fordern Kritiker der Sperr-Vorhaben schon lange, die Ermittlungsbehörden technisch und personell besser auszustatten.

    ZDNet hat schon über den AK berichtet: „Bürgerrechtler gründen Arbeitskreis gegen Internetsperren und Zensur“ .

    17. April 2009 35
  • : Interview: Missbrauchsopfer gegen Internet-Zensur
    Interview: Missbrauchsopfer gegen Internet-Zensur

    Christian Bahls vom Verein „MissbrauchsOpfer gegen InternetSperren“ (MOGIS) ist von der ZEIT interviewt worden. Lesenswert. Ein kurzer Auszug:

    Bahls: (…) Am 27. März, als die Kinderhilfe so publikumswirksam im Familienministerium aufgetreten ist, ist mir das Essen hochgekommen.

    ZEIT ONLINE: Warum?

    Bahls: Wegen der Instrumentalisierung dieser lächelnden Kinder und Ursula von der Leyens Aussagen. (…) Die Diskussion, wie sie gerade läuft, ist nicht hilfreich. Die ist schlimm für die Opfer, ihnen wird damit noch ein zweites Mal wehgetan. Ich fühle mich wieder zum Opfer gemacht. Ich fühle mich in der Debatte für ein politisches Ziel missbraucht.Denn die Regierung will nur die Verbreitung der „Dokumentation des Missbrauchs“ einschränken, nicht den Missbrauch selbst. Sie können natürlich vor das Bild ein Laken hängen, das Bild aber hängt dann noch immer dort. Die Inhalte werden weiter verbreitet. Statt nur Listen auszutauschen, könnte man doch mit vereinten Kräften daran arbeiten, diese Inhalte dauerhaft aus dem Netz zu entfernen. Denn bisher geht es nur um diese Sperrlisten, nicht um Ermittlungsverfahren.

    Das BKA ist noch dazu beim Aufhängen dieses Lakens Ankläger, Ermittler und Richter in einer Person. Wo bleibt da die Gewaltenteilung, wenn kein Gericht eingeschaltet wird? Wo bleibt die grundgesetzliche Rechtsweggarantie? Die wird damit ausgehebelt. Es wird eine schleichende Internetzensur aufgebaut, keine Strafverfolgung. Das alles ist nur möglich, weil das Tabu Kinderpornografie instrumentalisiert wird: Das ist so böse, da darf man gar nicht offen drüber diskutieren. Das ist das gleiche Muster wie in den Familien, in deren Umfeld Missbrauch geschieht.

    Damit ist spätestens klar, dass es keine „Bedenkenträger“ oder „Zauderer“ sind, wie Frau von der Leyen die Gegner einer BKA-Zensur-Infrastruktur im Bundestag kürzlich nannte .

    16. April 2009 17
  • : #Zensursula, oder: Kreativ gegen Internetzensur!
    #Zensursula, oder: Kreativ gegen Internetzensur!

    Dieser Name für unsere Familienministerin Ursula von der Leyen breitet sich gerade per Twitter als recht erfolgreiches Mem aus. Was noch fehlte, war die Visualisierung. Mittlerweile gibt es ein paar Vorschläge, das kann aber gerne noch mehr werden:

    Eine Zensursulablone von Martin Haase :

    Sie basiert auf dem freien Parole Font von Dataloo.

    Update: Das Motiv gibt es nun auch bei Spreadshirt auf T‑Shirts zu kaufen. Der Erlös geht zu gleichen Teilen an CCC und FoeBuD.

    Das Bild steht unter einer Creative Commons Zero Lizenz, kann also frei benutzt werden. Update: Hier als Vektorgrafik .

    Es gibt noch ein paar weitere Variationen von Imazined, mit anderen Texten für die verschiedenen Geschmäcker (ob „Stasi 2.1“ allerdings wirklich trifft? Die Zensurlisten sind ja eher 0.5 alpha…). Sie sind auch unter CC Zero lizensiert.

    Update: Der Wetterfrosch hat eine ganze Sammlung von Zensursulablonen erstellt, teilweise auch mit den Logos der Zensurprovider . Die gibt es auf seiner Seite und am Ende dieses Artikels einzeln als PNGs und zum Ausdrucken mit Mitnehmen morgen gesamt als PDF . Eine Lizenz hat er nicht genannt, aber wie ich ihn kenne, stehen die Bilder auch unter CC Zero.

    Update: Von Daniel Leicher gibt es ein neues schwarz-weiss-Bild von Frau von der Leyen im Stil des Parole-Font , mit aktueller Frisur und daher besser zu erkennen.

    Eine weitere Idee von Niklas Deutschmann :

    Das Ursprungsbild von Michael Panse steht unter Creative Commons Namensnennung 2.0‑Lizenz, der Remix unter CC Zero (wenn ich CC hier richtig verstehe – ohne „Share-Alike“ sind ja Derivate auch unter anderen Lizenzen möglich, oder?).

    Update: Hier sind noch zwei schöne Zensursulablonen von Benjamin Müller. Und hier zwei von Angelo Veltens, auch unter CC Zero lizensiert. Update: Hier noch eine animierte Zensursulablone von ihm. Und zwei Plakate incl. Vektorgrafiken (1 , 2 ) von Nils von Blanc unter CC BY-NC-SA lizensiert (Namensnennung, nicht-kommerziell, Weitergabe unter gleichen Bedingungen). Lustig auch dieser Spruch dazu (PDF ), von Oliver Schwarten. Hier ein Verkehrs-Warnschild für die Datenautobahn von Elias Schwerdtfeger, unter CC BY-SA.

    Da geht aber sicher noch mehr. Also spitzt die Skalpelle, schmeisst die Grafikprogramme an, textet drauf los. Wir sind gespannt, was ihr euch bis Freitag noch so alles ausdenkt. Das hat doch schon mal hervorragend geklappt .

    Bitte die Ergebnisse hier in den Kommentaren verlinken bzw. Trackbacks setzen. Oder tragt sie gleich im Wiki des neugegründeten Arbeitskreis gegen Internetsperren und Zensur (AK Zensur) ein.

    Update: Hier ist auch noch ein herrliches Bild von Stefan Graunke :

    15. April 2009 92
  • : Lizenzänderung für Wikipedia-Inhalte
    Lizenzänderung für Wikipedia-Inhalte

    Die Wikipedia-Gemeinschaft ist derzeit dazu aufgerufen über einen Vorschlag abzustimmen, der vorsieht Wikipedia-Inhalte zusätzlich zur GNU Free Documentation License (GFDL) auch unter der Creative-Commons-Attribution-ShareAlike-Lizenz (CC-BY-SA) zu lizenzieren. Auf den Seiten der deutschen Wikimedia findet sich dazu u.a. folgende Übersicht:

    Der Vorschlag der Foundation lautet, die Lizenz- und Nutzungsbedingungen aller Wikimedia-Projekte wie folgt zu verändern:

    1. Aller Inhalt, der gegenwärtig unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation (mit „Späterer-Versions-Klausel“) verfügbar ist, wird, wie die aktuelle Version der GFDL ausdrücklich zulässt, zusätzlich unter der Lizenz CC-BY-SA 3.0 verfügbar gemacht.
    2. Neue Bearbeitungen durch die Gemeinschaft müssen auf diese Weise dauerhaft doppelt lizenziert werden, Inhalt von Dritten kann allerdings ausschließlich unter CC-BY-SA stehen.
    3. Weiterverwender werden informiert, dass Inhalte, die importierten CC-BY-SA-only-Inhalt enthalten, nicht gemäß der GFDL genutzt werden können.

    Autoren und Bearbeiter werden auch, wie bereits jetzt in Richtlinien und Praxis üblich und auch mit der CC-BY-SA vereinbar, zustimmen müssen, dass Nachnutzer ihre Namen angeben müssen; dies muss wenigstens durch einen Link oder die URL zum Artikel geschehen, zu dem die Benutzer beitragen.

    Siehe Licensing update/Questions and Answers/de für eine vollständigere Übersicht.

    Argumente für die Lizenzänderung

    Im Wesentlichen werden zwei Hauptargumente für die Lizenzänderung genannt: Erstens soll die Kompatibilität von (gemeinnützigen) CC-Projekten mit der Wikipedia erhöht werden, da es bislang nicht möglich ist, unter CC stehende Texte (in beide Richtungen) auszutauschen.

    Zweitens hat es sich bei der GFDL als problematisch erwiesen, dass der komplette Lizenztext in jeder Kopie angegeben werden muss. Vor allem die (rechtliche) Unsicherheit vieler Nutzer wird hierbei als auschlaggebend für die angestrebte Änderung genannt.

    Probleme mit den Terms of Service

    Beachtet man die aufgelisteten Argumente sind die Kritiker der Lizenzänderung nicht per se dagegen, sondern bestreiten „nur“ die Rechtmäßigkeit der Terms of Service. Sie bemängeln, dass die Unzulänglichkeiten vom Kuratorium (scheinbar) nicht behandelt werden. Die konkreten Schwierigkeiten fasst Heise wie folgt zusammen:

    Ein Problem ist die korrekte Auszeichnung der CC-lizenzierten Inhalte Dritter: So legen viele Ersteller freier Inhalte wert auf die Nennung ihres Namens bei jeder Veröffentlichung – innerhalb der Wikipedia werden Fotografen aber lediglich über die Verlinkung einer Bildbeschreibungsseite gewürdigt. Wenn Dritte Wikipedia-Artikel weiterverbreiten, befürchten die Kritiker, ist der Autorenvermerk aber nur über Umwege nachlesbar. Zudem sei nicht sichergestellt, dass die Wikimedia immer online sei. Möller plädiert in der Diskussion für eine bessere Auszeichnung der Rechteinhaber innerhalb der Wikipedia-Artikel.

    Problematisch ist meiner Ansicht nach, dass die Gemeinschaft nicht über verschiedene Möglichkeiten der Attribution (oder pro/contra Attribution), sondern nur mit „ja“, „nein“, und „keine Meinung“ hinsichtlich der Veränderung abstimmen kann. Dieser Umstand scheint daher zu rühren, dass CC-BY-SA wohl die einzige Lizenz ist, die gegenüber der GFDL 1.3 überhaupt kompatibel gemacht werden kann bzw. eine Migration erlaubt.

    Eine für die Kritiker akzeptable Lösung müsste wohl einen Ausgleich zwischen der Festlegung durch die Wikimedia Foundation (Attribution via Link ausreichend) und der (u.U. schwer praktikablen) Attribution aller (nicht marginal beitragenden) Autoren suchen. Die bisher korrekte Lösung d.h. die Nennung der kompletten Versionsgeschichte, um im Falle der Weiternutzung die Urheberrechtsvermerke beizuhalten, ist in der Praxis (beispielsweise unter Studenten) so gut wie nicht in Gebrauch.

    Code is Law

    Sowohl was richtige Zitate als auch Urheberrechtsvermerke anbelangt, scheint mir neben der rechtlichen auch eine technische Lösung erforderlich, die ähnlich wie bei Onlineliteraturdatenbanken von Weiternutzern einfach heruntergeladen werden kann und automatisch aktualisiert wird.

    Genauer gesagt, müsste aus der Versionsgeschichte ein File erstellt werden können, dass Namen, Links und Lizenzwahl der einzelnen Autoren angibt und zugleich einen in den Terms of Service standardisierten Zitiervorschlag enthält, der beispielsweise in Literaturverwaltungsprogramme übernommen werden kann.

    Mir ist klar, dass vergleichbare Vorschläge weder einfach umzusetzen sind, noch von der Gemeinschaft so schnell berücksichtigt werden dürften. Jedoch ist die Aussicht auf einen verhältnismäßig unsinnigen Feststellungsstreits im Zentrum der FreeCulture Bewegung auch nicht besonders verlockend. Die Wikipedia hingegen für die „breitere Masse“ zitierfähig zu machen, ist ein nicht zu unterschätzendes Anliegen, das mehr Kräfte bündeln sollte, als rechtliche Scharmützel.

    Abstimmung bis zum 3. Mai 09

    Stimmberechtigt ist Mike Linksvayer zufolge jeder, der bis zum 15. März mindestens 25 Bearbeitungen aufweisen konnte. Abstimmen kann man nach dem Login in den eigenen Account über einen Banner oder indem man diesem Link folgt.

    Nach dem 3. Mai und der Bekanntgabe der Ergebnisse wird der Stiftungsvorstand darüber entscheiden, ob die Entscheidungsvorlage in Kraft treten wird oder überarbeitet werden soll.

    15. April 2009 4
  • : Südkorea implementiert „3 Strikes“ – auch für Webforen
    Südkorea implementiert „3 Strikes“ – auch für Webforen

    Die Nationalversammlung von Korea hat anscheinend am 1. April ein Gesetz erlassen , das es der Regierung erlaubt, Online-Foren, auf denen unerlaubt urheberrechtsgeschützte Inhalte angeboten werden, nach zwei Verwarnungen für bis zu 6 Monate zu schließen. Das gilt auch, wenn nur irgendwelche User auf großen Seiten die Sachen hochladen, es handelt sich also bei gewerblichen Webseiten quasi um eine Geschäftsstilllegung wegen Mitstörerhaftung. Den ertappten Usern kann im Wiederholungsfall zusätzlich der Internet-Anschluss abgeklemmt werden:

    The National Assembly passed the new anti-file sharing provision, suggested by the ruling Grand National Party (GNP), following a close vote April 1, despite protests from Internet companies and civil liberties advocates that it could threaten the freedom of expression on the Internet. (…) According to the bulked-up copyright law, the government has the power to shutdown an online message board for a maximum six months after the site is warned for a third time to delete pirated content and prevent its movement. In addition to the „three-strikes“ rule, Internet users who repeatedly upload copyrighted content without permission could lose their Internet accounts.

    Entscheiden soll das jeweils das Ministerium für Kultur, Sport und Tourismus. Es kann sogar Seiten stilllegen, wenn sich die Urheberrechts-Besitzer noch gar nicht beschwert haben – eine nette Zensur-Regelung haben sie da also eingeführt.

    Die Abgeordneten haben dazu auch eine Verschärfung der Identifizierungspflicht mit Realnamen in Blogs und Online-Foren beschlossen :

    Lawmakers also passed another GNP-backed bill that calls for the strengthening of the real-name verification on Web sites, and such developments have critics questioning whether the unpopular Lee government is becoming overzealous in its efforts to avoid another beef crisis.

    (via Ars Technica)

    15. April 2009 7
  • : Daten zur Verfolgung von Kinderpornografie; Initiativen gegen Netz-Zensur
    Daten zur Verfolgung von Kinderpornografie; Initiativen gegen Netz-Zensur

    Eine Reihe von Netz-Aktivisten hat sich in den letzten Wochen mal die geleakten Sperrlisten angesehen und diese ausgewertet. Ein gemeinsames Ergebnis ist: Die meisten der dort aufgelisteten Webseiten werden in Ländern gehostet, wo es ein leichtes wäre, strafbare Inhalte direkt vom Netz zu nehmen. Florian Walther vom Scusiblog hat das bereits im Januar mal grafisch aufbereitet , und Alvar Freude von odem.org / FITUG hat ähnliche Ergebnisse auf der re:publica vorgetragen. In den letzten Tagen haben sich mehrere Leute nochmal genauer die Gesetze in den verschiedenen Ländern angesehen. Eine Visualisierung mit Landkarten gibt es vom neuen Verein „Missbrauchsopfer gegen Internet-Sperren“ (MOGIS), und Rochus Wessels, ein Leser des Scusiblog, hat eine Auswertung mit Tabellen und in schriftlicher Form gemacht. Seine Schlussfolgerungen sind recht erhellend:

    Wie kann es eigentlich passieren, dass in einem Land A, in dem Kinderpornographie verboten ist, auf Dauer Angebote weiter existieren können, die in Land B schon polizeibekannt geworden sind und daher dort gesperrt werden?

    1. Die Einstufung als kinderpornographisch erfolgte in Land B zu Unrecht
    2. Land A hat mildere Gesetze als Land B
    3. Die Behörden in Land B haben es versäumt die Behörden in Land A in Kenntnis zu setzen
    4. Die Behörden in Land A sind trotz Kenntnis untätig geblieben

    Wenn es sich bei Land A um die USA handeln sollte, in denen Kinderpornographie […] innerhalb von 1–3 Tagen entfernt wird, kann man Möglichkeit (4) ausschließen. Ebenso ausschließen kann man in diesem Fall (2), denn die Gesetze in den USA sind wahrscheinlich die restriktivsten der Welt. Trifft Möglichkeit (3) zu, so zeugt dies von einem eklatanten Mangel an internationaler Kooperation, der umgehend beseitigt werden sollte. Hier sieht es so aus, als gelte das Problem mit der Sperre in Land B als erledigt, die Sperre behindert also eher den Kampf gegen Kinderpornographie. Die fatalste aller Möglichkeiten ist jedoch Möglichkeit (1), denn in diesem Fall waren sämtliche Befürchtungen von Sperrungsgegnern völlig berechtigt.

    Update: Hier hat sich mal jemand die finnische Sperrliste genauer angesehen und farblich dargestellt, was dort wirklich an Inhalten drauf ist. Dreimal dürft ihr raten…

    Zu der Mahnwache gegen den Aufbau einer vom BKA betriebenen Zensur-Infrastruktur anlässlich der Vertragsunterzeichnung zwischen dem Familienministerium und einigen Providern am Freitag früh rufen mittlerweile einige Organisationen auf, die der Förderung von Kinderpornografie völlig unverdächtig sind, die sich aber große Sorgen um das offene Internet machen, darunter der AK Vorratsdatenspeicherung, der Chaos Computer Club, der FoeBuD, das Netzwerk Neue Medien, die Piratenpartei und der Verein der MissbrauchsOpfer Gegen InternetSperren (MOGIS). Wie der Anmelder berichtet , hat die Polizei auch schon grünes Licht gegeben, obwohl die Mahnwache in der Bannmeile stattfindet (es ist keine Sitzungswoche). Update: Spacezone.de ruft parallel zu einer Internet-Protestaktion auf: „Ein Stoppschild für Frau von der Leyen“ . Das sollte die Berliner aber nicht davon abhalten, sich auf die Straße zu begeben. Der CCC hat das passende Motto dazu: „Wir wissen, dass 9 Uhr eine Herausforderung ist, aber die Devise lautet: Aufstehn für ein freies Internet!“

    Daneben gibt es als Ergebnis des re:publica-Workshops nun auch eine dauerhafte Struktur in Form einer Mailingliste (Update: und eines Wikis ), um sich inhaltlich und was die Kampagnenarbeit angeht, besser und kontinuierlicher abstimmen zu können. Die Liste ist eine geschlossene Liste, für den Zutritt ist (vorerst) aufgrund der Sensibilität des Themas eine Freischaltung nötig. Wer mitmachen möchte, wende sich an Florian Walther oder Alvar Freude .

    15. April 2009 20
  • : c’t widerlegt Argumente für Internet-Zensur
    c’t widerlegt Argumente für Internet-Zensur

    In der neuen c’t finden sich prima alle Argumente für die Mahnwache in Berlin am Freitag nochmal zusammengefasst: Die Argumente für Kinderporno-Sperren laufen ins Leere. Darin sind:

    Und das Ganze ist gespickt mit eigener Recherche und neuen Antworten von Ministerien.

    Was steckt also wirklich hinter all diesen Hirngespinsten? Wenn es nicht die Bekämpfung von Kinderpornos ist, dann kann es nur um die Installation der Sperren selbst gehen. Das würde bedeuten, dass hier mit einem Vorwand eine geheime Liste eingeführt wird, die man nach und nach um weitere strafbare und unliebsame Inhalte erweitern kann. Die viel gelobten skandinavischen Länder zeigen bereits die Richtung: In Schweden versuchte die Polizei 2007 auf Lobbydruck hin, Adressen der Tauschbörsen-Suchmaschine Pirate Bay auf die Kinderporno-Sperrliste zu heben. Ähnliches ereignete sich 2008 in Dänemark.

    Und in Deutschland stehen die Interessensgruppen bereits in den Startlöchern. Dieter Gorny, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Musikindustrie, hakte sich sogleich bei der Ministerin ein: „Der Vorstoß der Familienministerin zum Verbot von Kinderpornografie im Internet ist ein richtiges Signal. Es geht um gesellschaftlich gewünschte Regulierung im Internet, dazu gehört auch der Schutz des geistigen Eigentums.“ Das ist die mühsam verklausulierte Forderung, unliebsame P2P-Linkseiten auf die Sperrliste zu hieven.

    Längst wurden sogar Forderungen laut, nach denen auf die Liste auch gewaltverherrlichende Inhalte und Glücksspielangebote gehören. Es dürfte nur noch eine Frage der Zeit sein, bis auch radikale politische Aussagen ausgeblendet werden sollen. Dann fehlt nur noch ein Gesetz, das jedes Umgehen der technischen Sperre unter Strafe stellt, und die Machthabenden hätten ein perfektes Zensurwerkzeug.

    Bleibt zu hoffen, dass Politiker diesen Artikel und das Editorial auch lesen. Bei der Anhörung im Bundestag hatten wohl nur die Abgeordneten der Linken Fachpublikationen aus dem Heise-Verlag auf dem Tisch.

    11. April 2009 36
  • : Mahnwache am Freitag: Keine Scheuklappen fürs Netz!
    Mahnwache am Freitag: Keine Scheuklappen fürs Netz!

    Protestkundgebung gegen Internetsperren in einer freien Gesellschaft.

    Wann & Wo?
    Am Freitag, den 17. April 2009
    Zwischen 9 Uhr und 9:30 Uhr

    Vor dem Presse- & Besucherzentrum der Bundesregierung (Bundespressekonferenz)
    Reichstagufer 14 | U+S‑Bhf. Berlin-Friedrichstraße
    Karte: http://tinyurl.com/d9d7pm

    Updates
    16. April Die GRÜNE JUGEND Bundesverband unterstützt nun den Aufruf. Es gibt nun zahlreiche Schildvorlagen online. Bleibt kreativ!
    15. April: Termin der Unterzeichnung sowie unserer Versammlung sind nun seitens BMFSFJ und Polizei bestätigt. Wir sehen uns!
    14. April: Es gibt nun ein WordPress-Plugin von Sven, dass zur Zeit der Kundgebung eine Vorschaltseite einblendet.
    12. April: Der Verein der Missbrauchsopfer gegen Internetsperren, die Fachschaft der Informatik und Mathematik der FU-Berlin sowie das Netzwerk Neue Medien unterstützen nun die Kundgebung.
    11. April, 20h: Es gibt einen Text-Flyer (A4 PDF) mit diesem Aufruf, auch als montiertes PDF 2x A5 auf 1x A4

    Was?
    Am Freitag wollen die größten Internetprovider Deutschlands einen Vertrag mit Bundesfamilienministerin von der Leyen unterzeichnen, in dem sich die Provider freiwillig verpflichten über das Internet zugängliche, kinderpornographische Inhalte herauszufiltern bzw. zu sperren.

    Wir sind überzeugt, dass mit diesem Vorgehen weder der eigentliche Missstand des Kindesmissbrauchs noch dessen Dokumentation im Internet gelöst werden kann. Die Probleme werden ausgeblendet und darüber hinaus Wege geschaffen werden, die eine Zensur des Internets für beliebige Inhalte ermöglichen.

    Wer?
    Unterstützt wird die Mahnwache bereits von folgenden Organisationen und Einzelpersonen:
    AK Vorratsdatenspeicherung
    Chaos Computer Club
    Fachschaft der Informatik und Mathematik der FU-Berlin
    FoeBuD
    GRÜNE JUGEND
    Netzwerk Neue Medien
    Piratenpartei
    Verein der MissbrauchsOpfer Gegen InternetSperren (MOGIS)
    padeluun, Netzkünstler
    – Florian Bischof, AK Vorrat & Piraten
    – Werner Hülsmann, Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung e.V.
    – Markus Beckedahl, netzpolitik.org
    – Alvar Freude, Fitug & odem.org
    – …

    Weitere Unterstützer sind herzlich eingeladen und mögen sich bitte via Trackbacks, in den Kommentaren oder direkt beim „Wetterfrosch“ melden (s.u.).

    Fotomotiv?
    Klar! Mit Scheuklappen wird anhand von Computer-Benutzern demonstriert, wie es Internetnutzern den Politikern gleich machen sollen Probleme durch aktives Ausblenden zu lösen.

    Danach?
    Nach der Aktion um 9h findet ab 9:30h die Vertragsunterzeichnung auf einer Pressekonferenz in den Räumen 5 und 6 des Besucherzentrum des Bundespresseamts statt.
    Die Pressekonferenz ist für alle Journalisten mit anerkanntem Ausweis oder nach Anmeldung bei presse_ätt_bmfsfj.bund.de zugänglich.

    Wie kann ich helfen?
    Spread the word, Kommt zahlreich, Seid kreativ! Gib Deiner Lieblings-(N)GO bescheid. Tweets, Blog-Einträge, Web- und Stoff-Banner, Flyer, Poster … is ja alles nicht so schwer :)

    Wer ist Ansprechpartner?
    Presse- & Orgakontakt sowie Anmelder & Leiter der Mahnwache ist bislang in erster Linie Matthias ‚wetterfrosch’ Mehldau, CCC.
    Mail: wetter_ätt_berlin.ccc.de
    Jabber: wetterfrosch_ätt_jabber.berlin.ccc.de
    Mobil: +49 176 29959596
    Twitter: http://twitter.com/wetterfrosch
    Weitere Ansprechpartner sind bisweilen der Liste der Unterstützer zu entnehmen.

    Medien: taz-Blog ctrl, gulli.com, Radio Fritz – Trackback, Radio Utopie

    Letzte Infos immer auf: http://tinyurl.com/zensursula respektive https://netzpolitik.org/2009/mahnwache-am-freitag-keine-scheuklappen-fuers-netz/

    Kommt zahlreich. Seid kreativ. Spread the word!

    11. April 2009 110
  • : Politik 2.0 – zwischen Marketing und Veränderung
    Politik 2.0 – zwischen Marketing und Veränderung

    Auf der re:publica´09 hab ich einen Vortrag über „Politik 2.0 – zwischen Marketing und Veränderung“ gehalten. Dieser findet sich bei make.tv. (Beginnt nach 2 Minuten). Dafür, dass ich ziemlich übermüdet war und kurz vorher dachte, ich lass es lieber, um die Zeitverzögerung wieder heraus zu holen, ist der Vortrag doch ganz gut geworden und gibt einen aktuellen Überblick über die Aktivitäten der Parteien im Wahlkampf 2009.

    Die Politik in Deutschland entdeckt im Superwahljahr 2009 die sozialen Medien. Der Vortrag bietet einen Überblick auf das aktuelle Wahlkampfgeschehen im Netz. Welche sozialen Plattformen werden genutzt und welche Trends sind absehbar? Dabei wird hinterfragt, was davon alles Marketing ist und was davon vielleicht zu einer Öffnung von Politik führen wird.

    9. April 2009 2
  • : Der „We’re Linux“-Video-Wettbewerb
    Der „We’re Linux“-Video-Wettbewerb

    Die Linux-Foundation hat aus über 100 Einsendung für den „We’re Linux“-Video-Wettbewerb einen Gewinner ausgewählt.

    These videos reflect the best of what was truly a global community effort with videos being submitted from Asia, Europe, North America and South America.

    Das wirklich sehenswerte Filmchen „What Does It Mean to be Free?“ von Amitay Tweeto aus Israel beschert diesem eine Reise zum Linux Symposium und Linux Kernel Summit in Japan.

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    Auf Platz 2 landete das eher experimenteller Video „The Origin…“ von Agustin Eguia:

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    The Origin… from Agustin Eguia

    Auf Platz 3 der (Frauen-)Helden-Tux von Sébastien Massé:

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    Linux Pub from Sébastien Massé

    9. April 2009 4
  • : Flattr
    Flattr

    Es war im letzten Jahr zur Abschlussparty der re:publica 2008 als ich mit Peter Sunde von ThePirateBay über den sogenannten Medienwandel sprach. Der wohl markanteste Punkt des sogenannten ist der Wegfall des klassischen Verlags. Das Internet braucht keine Firmen, die Informationen auf Medien packen, die dann mit Fahrzeugen in Offline-Läden oder zu Kunden geschickt werden. Zumindest nicht in dem gestrigen und heutigen Ausmaß und erst recht nicht in Zukunft.

    Nun brechen in Zukunft die Verlage also weg und mit Ihnen die Funktion der Vergütung der Schöpfer. Hier entsteht eine Lücke, die mit staatlichen Verwertungsgesellschaften oder eben mit unabhängigen Bezahlsystemen gefüllt werden kann. Hierbei haben die technisch realisierten (also noch sind sie nicht gut realisiert) Bezahlsysteme den Vorteil, dass sie vielleicht gerechter Verteilen können als politisch organisierte Verwertungsgesellschaften. Der Verteilungsschlüssel wäre granularer und der Gesamttopf wäre nicht gedeckelt.

    Natürlich ist die grundsätzliche Idee nicht neu und es gab hier und da verschiedene Versuche, aber durchsetzen konnte sich keines. Vor einem Jahr also sprach ich mit Peter Sunde und wollte ihm ein OpenSource-DigitalRightsManagent-PaymentTracking-Remix System vorschlagen – ich war wahrscheinlich angetrunken. Jedenfalls meinte Peter, er hätte da auch schon eine Idee – und nun am kommenden Freitag wird er sie vorstellen.

    Ob Flattr.com toll wird, weiß ich nicht.

    8. April 2009 12
  • : Demokratie und Datenschutz in Social Networking Sites
    Demokratie und Datenschutz in Social Networking Sites

    Die schönsten Momente an solchen Events wie der re:publica sind, wenn man einen Vortrag hält und nicht eine fertige Meinung hat, sondern vor allem Thesen zur Diskussion stellen will – und wenn sich dann mit dem Publikum und den Ko-Referenten hinterher eine Dynamik ergibt, wo plötzlich ein Argument ins andere greift und etwas neues entsteht. „Shift happens“ galt hier für mich in Bezug auf einen solchen Erkenntnisgewinn.

    Nach unserem Panel zu „Netiquette for Social Networks“ (wo die Netiquette im engeren Sinn leider zu kurz kam, weil Ronald Leenes kurzfristig absagen musste), hatte ich spontan meinen Slot zu Deep Packet Inspection auf dem Privacy Open Space umgewidmet, um noch weiter diskutieren zu können. In einem Workshopraum im Media Center mit ca. 20 Teilnehmern (statt der gefühlten 1000 vor der Palast-Bühne) wurde es dann so interessant, dass Patrick Dax vom ORF hinterher ein Gespräch zwischen mir, meinem Ko-Referenten Jan Schallaböck und dem rp08-Referenten Sebastian Deterding (auf dessen Vortrag ich stark aufgebaut hatte), aufzeichnete. Wir haben auch hinterher noch lange weiter geredet und werden die Diskussion sicherlich bei Gelegenheit auch nochmal öffentlich führen. Die gekürzte Fassung des Gesprächs gibt aber einen guten Eindruck davon, um was es hier geht: „Demokratie und Datenschutz auf Facebook & Co. “ :

    Social-Networking-Sites wie Facebook wurden wegen ihrer Datensammelwut zuletzt scharf kritisiert. Sowohl in der EU als auch in den USA wird laut über Regulierungsmaßen nachgedacht. Facebook kündigte vor kurzem an, seine Nutzer künftig bei der Gestaltung der Nutzungsbedingungen mitreden zu lassen. Was ist von solchen Initiativen zu halten? Warum können Nutzerprofile nicht von einem Netzwerk in ein anderes übertragen werden? Braucht es dazu regulierende Eingriffe? Wie könnten die aussehen?

    8. April 2009 3
  • : FR: Telekom gab 2001 Millionen von Kundendaten an BKA [update]
    FR: Telekom gab 2001 Millionen von Kundendaten an BKA [update]

    Die Frankfurter Rundschau berichtet, daß nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in New York das BKA bei der Telekom angeklopft habe. Ob man mal die Kundendaten haben könnte, für eine Rasterfahndung?

    Aber sicher doch, die Telekom ist schließlich ein Dienstleistungsunternehmen:

    Die Deutsche Telekom habe dem Bundeskriminalamt (BKA) nach dem 11. September 2001 ohne ersichtliche Rechtsgrundlage Millionen von Kundendaten für groß angelegte Rasterfahndungen bereitgestellt, berichten gut informierte Konzernkreise der FR. Dabei sei es jedoch nicht um die Suche nach bestimmten Straftätern oder konkrete Gefahren gegangen, sondern um eine umfassende Durchrasterung von nahezu allen Kunden-Datenbeständen der Telekom, berichten Zeugen.

    Das überrascht mich irgendwie nicht wirklich. Verblüffend ist aber doch das Ausmaß, in dem die Telekom der Zeitung zufolge ihre Kunden routinemäßig an die Behörden verrät.

    Die FR berichtet unter Berufung auf Insider, daß BKA und Verfassungsschutz bei der Telekom „ein und aus“ gingen und Informationen oft ohne richterliche Beschlüsse beschafft würden. Sobald das Wort „Amtshilfe“ fällt, sind die ehemaligen Beamten des Konzerns offenbar zu allen Schandtaten bereit.

    FR: Bundeskriminalamt: Rasterfahndung mit Telekom-Kundendaten

    UPDATE: „Stimmt garnich“, sagt das BKA:

    Bei der Deutschen Telekom AG angefragt waren seinerzeit weder Bestands- oder Verbindungsdaten noch Kundendaten anderer Art, sondern ausgewählte Daten von Mitarbeitern und innerhalb des Konzerns zugangsberechtigten Dritten. Die Deutsche Telekom AG war im Übrigen gebeten worden, nur Daten von Mitarbeitern zu übermitteln, die vom BKA mitgeteilte Kriterien erfüllten.

    Das soll dem Schutz der Infrastruktur in Deutschland gedient haben.

    Die Frankfurter Rundschau nennt das „eine Art delegierte Rasterfahndung“.

    [via]

    2. April 2009 17
  • : Global Internet Freedom Index veröffentlicht
    Global Internet Freedom Index veröffentlicht

    DIe amerikanische Organisation Freedom House ist bekannt für ihre umfangreichen und methodologisch recht ausgefeilten Berichte zum Stand der bürgerlichen Freiheiten in der ganzen Welt. Im letzten Jahr haben sie endlich mal angefangen, sich auch um die Freiheitsrechte im Internet zu kümmern. Die Methodologie für den „Global Internet Freedom Index“ ist nun fertig, und heute wurde auf der re:publica ein erster Pilot-Bericht vorgestellt , der die Ergebnisse von 15 Länderanalysen auf dieser Basis zusammenfasst. Es ging dabei nicht nur um Zensur und ähnliche Sachen, sondern auch um die Verfügbarkeit der zugrundeliegenden Kommunikationstechnologien und anderes. Die Ergebnisse sind recht interessant, so ist vielfach die Pressefreiheit stärker bedroht als die Netzfreiheit. Zensur nimmt allerdings fast überall zu, gleichzeitig scheinen die Aktivisten sich aber auch stärker mit Hilfe des Internet gegen Repression zu wehren. Die Presseerklärung fasst die Trends so zusammen:

    • Growing Access, Threats: In six (40 percent) of the countries examined, internet use doubled between 2006 and 2008. Mobile phone penetration doubled in three (20 percent) of the countries. At the same time, six countries (40 percent) sentenced a blogger to prison and a third of the countries introduced new internet-restricting legislation. Methods to control and censor traditional media are seeping into the new media environment, but are not as common yet. In addition to imprisonment, torture, and intimidation of internet activists, governments also engage in online harassment by hacking or using technical means to shut down websites.
    • Censorship Proliferates: Eleven countries (73 percent) targeted political content in at least one instance, and general censorship and control was present in every country studied. Censorship techniques included technical filtering, manual content removal because of government directives, intimidation, judicial decisions and sophisticated manipulation of online conversations by undercover agents.
    • Outsourcing Censorship: More governments are requiring private actors such as internet service providers, blog hosting companies, cybercafé employees and mobile phone operators to censor and monitor users. This outsourcing affects both local and multinational companies.
    • More Internet Freedom than Press Freedom: For every country in the study—with the exception of the United Kingdom—their internet freedom score outperformed their score in Freedom House’s Freedom of the Press study, which principally examines broadcast and print media. These differences were most pronounced in the Partly Free countries such as Kenya, Russia and Malaysia.
    • Civic Activism Increases: Citizens are resisting government control by blogging, using code for sensitive keywords and organizing protests and advocacy groups through social networks like Facebook.

    Der Schwerpunkt scheint entsprechend der Freedom-House-Tradition auf Zensur zu liegen. Wenn sie noch stärker auf Überwachung geachtet hätten, wäre z.B. Großbritannien sicher nicht in der Liste der freiesten Länder gelandet. Wir werden darüber mit den Leuten von Freedom House, die gerade hier in Berlin sind,  die nächsten Tage noch in Ruhe reden – der Sinn der Pilotstudie ist ja, genau solches Feedback zu bekommen.

    1. April 2009 6
  • : Jetzt live und in Farbe: re:publica’09
    Jetzt live und in Farbe: re:publica’09

    Ich werde hier die kommenden Tage wohl kaum zum bloggen kommen. Unsere re:publica’09-Konferenz hat offiziell in Berlin begonnen. Bis Freitag Abend werden über 180 RednerInnen in mehr als 100 Veranstaltungen mit mehr als 1500 Menschen über Blogs, soziale Medien und die digitale Gesellschaft diskutieren. Das Programm findet sich hier. Aktuelle Informationen gibt es u.a im offiziellen Twitter-Channel. Das Live-Geschehen bei Twitter kann man mit Hilfe des Tags „rp09“ in der Twitter-Suche verfolgen. Video-Streams werden in Kooperation mit Make.tv übertragen.

    Hier ist der Live-Stream.

    1. April 2009 5
  • : Jetzt handeln: Das Internet im Telekom-Paket retten
    Jetzt handeln: Das Internet im Telekom-Paket retten

    Ralf hatte es die Tage schon mal gebloggt: Bei der Debatte rund um das Telekom-Paket ist auf europäischer Ebene gerade die heiße Phase vor der zweiten Lesung im EU-Parlament angebrochen. Ende April werden die Abgeordneten im EU-Parlament über die neue Telekommunikationsrahmengesetzgebung in Europa abstimmen. Und hier gibt es Probleme! Die Musikindustrie möchte Internetsperrungen in dem Gesetzespaket unterbringen – Und die Telko-Lobby will die Netzneutralität aufweichen.

    Wir brauchen Eure Hilfe, um unsere Abgeordneten im EU-Parlament zu kontaktieren und unsere digitalen Bürgerrechte zu schützen. Im Moment bereiten der „Binnenmarkt & Verbraucherschutz – Ausschuss“ (IMCO) und der „Industrie-Ausschuss“ (ITRE) im EU-Parlament viele Empfehlungen für die Abgeordneten vor. Da die meisten Abgeordneten von dem Thema wenig Ahnung haben, verlässt man sich bei den Empfehlungen auf die Experten aus den richtigen Ausschüssen. Hier müssen wir handeln und der Industrie-Lobby unsere gemeinsame Macht der Bürger entgegen setzen.

    Es geht um die Zukunft des Internets und die Frage, ob das Netz weiterhin neutral und offen sein muss. Oder ob Telekommunikationsunternehmen diese Neutralität in Frage stellen dürfen. Macht bitte mit und handelt: Schreibt Mails, Briefe oder Faxe an Eure Abgeordneten im EU-Parlament. In einem anderen Artikel ist eine lange Liste aller deutschen Abgeordneten in den beiden wichtigen Ausschüssen. Ruft dort an und fragt nach, ob und wie sie die Offenheit des Netzes schützen wollen. Bloggt darüber und macht Eure Leser darauf aufmerksam. Bloggt die Antworten der Politiker oder schickt sie uns.

    Diese Debatte entscheidet, wie die Zukunft des Netzes in Europa sein wird.

    Gerne können auch Vorschläge gemacht werden, wie man das Thema noch weiter für Außenstehende herunterbrechen / vereinfachen kann. Ich bin gerade etwas betriebsblind und vor allem mit der re:publica-Vorbereitung überbeschäftigt.

    Hier ist auch die aktuelle Pressemitteilung von La Quadrature du Net: EU citizens’ rights and innovation at stake in European Parliament. Wer Lust und Zeit hat, kann gerne den Text ins deutsche übersetzen und in den Kommentaren posten).

    Von La Quadrature du Net gibt es englischsprachige Musteranschreiben. Mit der Hilfe von @AlMagnifico @armselig und @gTwecker haben wir diese übersetzt.

    Schützen Sie die EU-Bürger im Harbour-Report! (PDF | ODF)

    Berlin, den 26. März

    Liebe Mitglieder des Europäischen Parlaments, liebe IMCO-Mitglieder,

    die Zukunft des Internets in Europa liegt wieder einmal in Ihren Händen. Das fantastische Wachstum des Internets, dem Schlüssel zur Zukunft der europäischen Gesellschaften, zu Innovation und Wohlstand, hängt von grundlegenden Prinzipien ab, die seit seiner Entstehung hochgehalten werden: Der Unbeschränktheit der Inhalte, Anwendungen und Dienste, die über das Netz vermittelt und abgerufen werden, sowie der Freiheit eines jeden, Neuerungen einzufügen.

    Diese Innovationskraft „at the edge“ ist nicht im Interesse der etablierten Akteure. Aus diesem Grund versuchen Telefongesellschaften, mit Unterstützung der britischen Regierung, nachdrücklich mehr Kontrolle über die Vorgänge in ihren Netzwerken zu erlangen. Die Möglichkeit, die Inhalte, Anwendungen und Dienste, die über diese Netzwerke zugänglich sind, selbst auswählen und steuern zu können, würde ihnen Einflussnahme auf ihre Mitbewerber erlauben und durch ihre Rolle als unumgängliche „Torwächter“ gleichzeitig eine Gewinnmaximierung bescheren.

    Ein derartiger Rückschritt zu zentralisierten, kontrollierten Netzwerken würde das Ende des Internet, wie wir es kennen, bedeuten. Denn sein „Wachstumsmodell“ basiert auf seiner Offen- und Gleichheit. Ferner könnten sich furchtbare Folgen für die Meinungsfreiheit ergeben.

    Das Wettbewerbsrecht hat sich vor diesem Hintergrund als schreiend ineffizient erwiesen, da es nicht in der Lage ist, solchen Entwicklungen vorzubeugen, bzw. erst dann in Erscheinung tritt, wenn es zu spät für Korrekturen ist. Als Beispiele für dieses Versagen als reines „Korrektivorgan“ seien genannt: Die Benachteiligung der Mobilfunkanbieter hinsichtlich des Zugangs zum Internet, Roaming-Gebühren oder Microsofts Vorherrschaft in Kernbereichen der europäischen IT-Landschaft. Die Meinungs- und die Informationsfreiheit darf nicht einem solchen Schicksal überlassen werden.

    Das Europäische Parlament hat in der Vergangenheit bereits bewiesen, dass es für den Schutz von Bürgerrechten und Innovation eintritt, wenn diese bedroht werden. Sind sie nun tatsächlich bereit all diese Vorteile, die das Internet den Bürgern der EU gebracht hat, Unternehmen wie AT&T zu opfern? Sie haben die Möglichkeit, diese Frage zu beantworten: Mit ihrer Stimme am 31. März.

    Daher fordern wir Sie dringend auf:

    • Stimmen sie gegen die Änderungsanträge zur Zulassung von „net discrimination“ und garantieren sie, dass diese nicht erlassen werden, indem sie:
      • den von AT&T forcierten Änderungsantrag 136=137=138 ablehnen
      • für den Antrag 135 stimmen und so einen Schutz gegen „net discrimination“ einführen
      • für die Anträge 139+141 stimmen, sollten die ersten beiden zurückgewiesen werden
    • Stimmen sie für einen aktiven Schutz der EU-Bürgerrechte in den Anträgen 72=146!
    • Stimmen sie für den Schutz der Privatssphäre der Menschen in Europa, indem sie Antrag 85 zu Gunsten von Antrag 150 zurückweisen!

    Unsere vollständige Analyse des Themas finden sie samt Stimmempfehlung unter:
    http://www.laquadrature.net/wiki/Telecoms_Package_2nd_Reading_ITRE_IMCO_Voting_List

    Wir als Bürger danken ihnen herzlich für ihre Aufmerksamkeit und den Schutz unserer fundamentalen Rechte.

    Markus Beckedahl, netzpolitik.org

    [aus dem Englischen von Hendrik Neumann]

    Das Anschreiben an die Abgeordneten im ITRE-Ausschuss: (PDF | ODF)

    Schützen Sie die EU-Bürger im Trautmann-Report!

    Paris, 26. März

    Sehr geehrtes Mitglied des Europäischen Parlaments, sehr geehrtes ITRE-Mitglied,

    Die Zukunft des Internets liegt, wieder einmal, in Ihren Händen. Seit seinen Anfängen beruht das fantastische Wachstum des Internets, als Wurzel der Zukunft der Europäischen Gesellschaft, ihrer Innovation und ihres Reichtums, auf einem Grundprinzip: Keine Unterscheidung des Zugangs und der Übermittlung in Bezug auf Inhalte, Anwendungen oder Dienstleistungen und Innovationsfreiheit für alle.

    Das Europäische Parlament hat bereits bewiesen, dass es für den Schutz der Bürgerrechte und Innovation eintreten kann, wenn diese bedroht werden. Das Votum von 88% der europäischen Parlamentsabgeordneten in der ersten Lesung für den Änderungsantrag 138 des Telekom-Pakets war ein sehr starkes Signal, das an die EU-Bürger ausgesandt wurde.

    Werden Sie auf dieser starken Position des Europäischen Parlaments hin zu Fairness und Freiheit beharren? Sie Ammendment 46=35 stimmen (138 in der ersten Lesung)

  • Lehnen Sie die Vorstellung des „rechtmäßigen Inhalts“ in der Änderung 45, wegen seines grundsätzlichen Verstoßes gegen die technische Netzneutralität, ab. Dies würde Operatoren in Privat-Richter verwandeln und die Tür öffnen für „graduated response“ (oder „three strikes“)-Schemata privater Einflussnahme
  • Die komplette Analyse und Abstimmungs-Empfehlung finden Sie unter:
    http://www.laquadrature.net/wiki/Telecoms_Package_2nd_Reading_ITRE_IMCO_Voting_List

    Wir als Bürger danken Ihnen hochachtungsvoll für Ihre Anteilnahme und den Schutz, den Sie unseren Grundrechten entgegenbringen.

    Markus Beckedahl, netzpolitik.org

    Etwas Hintergrund:

    Netzneutralität vs. Netzwerk-Management
    Telekom-Paket: Netzneutralität unter Beschuss
    Wer möchte das Internet kontrollieren?
    Wer möchte Netz-Diskriminierung in Europa?
    Netzpolitik-Podcast 074: Netzneutralität

  • : Liste der deutschsprachigen EU-Abgeordneten in IMCO und ITRE
    Liste der deutschsprachigen EU-Abgeordneten in IMCO und ITRE

    Eine Liste der deutschsprachigen EU-Abgeordneten im Ausschuss für „Industrie, Forschung und Energie“ (ITRE) und im „Ausschuss für “Binnenmarkt und Verbraucherschutz” (IMCO)

    Ausschuss für „Industrie, Forschung und Energie“ (ITRE)

    Liste aller Ausschussmitglieder

    Stand der Liste: 24. August 2008
    Deutschland
    Mitglieder