Die Frankfurter Rundschau berichtet, daß nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in New York das BKA bei der Telekom angeklopft habe. Ob man mal die Kundendaten haben könnte, für eine Rasterfahndung?
Aber sicher doch, die Telekom ist schließlich ein Dienstleistungsunternehmen:
Die Deutsche Telekom habe dem Bundeskriminalamt (BKA) nach dem 11. September 2001 ohne ersichtliche Rechtsgrundlage Millionen von Kundendaten für groß angelegte Rasterfahndungen bereitgestellt, berichten gut informierte Konzernkreise der FR. Dabei sei es jedoch nicht um die Suche nach bestimmten Straftätern oder konkrete Gefahren gegangen, sondern um eine umfassende Durchrasterung von nahezu allen Kunden-Datenbeständen der Telekom, berichten Zeugen.
Das überrascht mich irgendwie nicht wirklich. Verblüffend ist aber doch das Ausmaß, in dem die Telekom der Zeitung zufolge ihre Kunden routinemäßig an die Behörden verrät.
Die FR berichtet unter Berufung auf Insider, daß BKA und Verfassungsschutz bei der Telekom „ein und aus“ gingen und Informationen oft ohne richterliche Beschlüsse beschafft würden. Sobald das Wort „Amtshilfe“ fällt, sind die ehemaligen Beamten des Konzerns offenbar zu allen Schandtaten bereit.
FR: Bundeskriminalamt: Rasterfahndung mit Telekom-Kundendaten
UPDATE: „Stimmt garnich“, sagt das BKA:
Bei der Deutschen Telekom AG angefragt waren seinerzeit weder Bestands- oder Verbindungsdaten noch Kundendaten anderer Art, sondern ausgewählte Daten von Mitarbeitern und innerhalb des Konzerns zugangsberechtigten Dritten. Die Deutsche Telekom AG war im Übrigen gebeten worden, nur Daten von Mitarbeitern zu übermitteln, die vom BKA mitgeteilte Kriterien erfüllten.
Das soll dem Schutz der Infrastruktur in Deutschland gedient haben.
Die Frankfurter Rundschau nennt das „eine Art delegierte Rasterfahndung“.