Transparenzbericht Dezember 2020Unsere Einnahmen und Ausgaben und Party im Paket

Der Dezember ist der aufregendste Monat des Jahres, zumindest für die Budgetplanung. Ein Jahr geht zu Ende und ist gleichzeitig die Grundlage für das nächste. Wann ist das Spendenziel erreicht? Wie wollen wir 2021 gestalten? Können wir investieren? Und worüber reden wir auf der Jahresendfeier?

Buntes Treiben im Schnee
Nichts ist selbstverständlich. CC public domain George Wesley Bellows

Zugegeben – das große Aufräumen nach unserer jährlichen Jahresendfeier vermisse ich nicht. Alles andere daran schon. 24 Stunden bevor die Gäste kommen, beginnt der Wandel. Aus nackten Räumen mit furchtbarer weißstrahliger Deckenbeleuchtung werden in Farben, Lichter und Lametta getauchte, bunte Räume. Dort, wo sonst Computer stehen, steht nun die Musikanlage. Selbst gebastelte Getränkekarten nehmen den Platz von Büroklammern und Notizzetteln ein.

Ingo besorgt noch schnell zehn Kilogramm Eiswürfel, Övünç macht aus ein paar laienhaft aufgehängten Spots eine interessante Lichtinstallation, Ole hat zehn Liter veganes Gulasch dabei. Einige sitzen noch an ihren Laptops, denn der eine Artikel muss unbedingt fertig werden. Schluss jetzt! Es passiert immer irgendwas, über das geschrieben werden kann.

Es ist Zeit, auf das vergangene Jahr zurückzublicken, sich daran zu erfreuen, davon Abstand zu gewinnen und sich rituell neuzustarten. Auf unseren Jahresendfeiern kommen Menschen zusammen, die für netzpolitik.org ehrenamtlich schreiben. Menschen, die netzpolitik.org teilweise seit dem ersten Tag begleiten. Ihnen danken wir im Alltagsgeschäft viel zu selten. Die 15 Menschen, die hier arbeiten, sind nur ein Teil von dem, was netzpolitik.org ist. Die Community ist so viel größer und das wurde im Dezember 2020 so deutlich wie nie.

Der Buchhalter stellt Fragen

Das Telefon klingelt. Eine Berliner Vorwahl. Es ist der Buchhalter, der mich fragt, was da mit PayPal los ist. So viele Buchungen gab es dort noch nie. In durchschnittlichen Monaten kommen etwa 100 Spenden per PayPal rein, im Dezember sind es über 2.000. Dazu kommen noch ungefähr 5.500 Menschen, die uns per Dauerauftrag oder Überweisung unterstützen. In anderen Monaten sind es um die 2.000 Menschen weniger. So konnten wir unser Spendenziel in diesem Jahr schon am 20. Dezember erreichen. Das war wirklich unfassbar. Mir sind fast die Augen rausgefallen – es ging Schlag auf Schlag. Ab dem Moment war klar, dass wir 2021 etwas anders planen können werden, als wir zu Beginn der Pandemie erwartet haben.

Und nun stehen wir vor der sehr luxuriösen Aufgabe, dass wir investieren können und wollen, aber Wachstum eben auch begleitet, verwaltet und stemmbar sein muss. Nur, weil man gut für die Familie zu Hause kochen kann, heißt das nicht, dass man ein Catering für 500 Personen ausrichten kann. Wir wollen unbedingt nachhaltig wachsen und daran arbeiten wir.

Die Jahresendfeier von zuhause

Auch wenn wir auf die gewohnte, analoge Jahresendfeier verzichten mussten, wollten wir gemeinsam feiern. Also brachten Pakete ein kleines Stück Feierlaune nach Hause: ein alkoholfreier Piccolo, Knabberzeug, Dosenbier. Wir trafen uns online. Die Technik wollte manchmal nicht so, wie wir wollten. Der eine hatte keinen Ton, dann fiel ein Video aus. Die einen redeten über virtuelle Chorproben, die wohl technisch weniger Probleme machen als manches unserer Jitsi-Meetings. In einem anderen Cyber-Raum fand eine angeregte Diskussion über Statistiken bei Landesdatenschutzbehörden statt. Ein bisschen so als würde man bei den früheren Feiern von Raum zu Raum streifen, vorsichtig in Gespräche reinhören und ab und an möglichst unauffällig wieder verschwinden. Doch so richtig vergleichbar war es nicht. Und trotzdem war es schön.

Unser Team
Unser Team

An dieser Stelle bleibt mir im Namen des gesamten Teams nur zu sagen: Danke, danke, danke für dieses unglaubliche Jahr!. Es hat das Leben von so vielen Menschen so viel schwieriger gemacht und ihr seid trotzdem da und werdet mehr. Diese Unterstützung ist nichts Selbstverständliches. Wir hoffen, dass wir euch etwas davon zurückgegeben können. Und sei es nur – neben all den großen Themen – dass wir euch auf netzpolitik.org niemals mit Cookies und Einverständniserklärungen nerven werden.

Die harten Zahlen

Für die Einnahmen des Dezembers musste unsere übliche Grafik erweitert werden. Unsere Grafiker Ole bastelte hin und her, um das Spendenergebnis darzustellen. Im Dezember wurden insgesamt 280.172 Euro gespendet. Im letzten Jahr waren es noch über 100.000 Euro weniger. Damit haben wir unser Spendenziel von 750.000 Euro um 137.570 Euro übertroffen und rund 250.000 Euro mehr Spenden bekommen als 2019. Ich weiß, ich wiederhole mich – aber das zu schreiben, fühlt sich immer noch etwas unwirklich an.

Unsere Einnahmen und Ausgaben im Dezember 2020
Unsere Einnahmen und Ausgaben im Dezember 2020 - CC-BY-NC-SA 4.0 owieole

Dem gegenüber stehen Ausgaben in Höhe von 74.290 Euro. Neben den üblichen Ausgaben fällt hier der Posten Büro/Elektronik auf. Hier verbirgt sich zum einen der Abstand für Siebträgermaschine, Wasserzapfanlage und Luftfilter in den neuen Büroräumen mit 3.017 Euro sowie neues Equipment für die Kreativabteilung. Ole und Övünç quälten sich häufig stundenlang mit Rendering, im entscheidenden Moment stürzte die Hardware ab – es war ein Graus und Zeitverschwendung. Das haben wir nun endlich geändert. Ansonsten wurden die jährlichen Versicherungen bezahlt, die 881 Euro ausmachten. Die üblichen Ausgaben schlugen für Personal mit 54.657 Euro und Miete für Berlin und Brüssel mit 4.567 Euro zu Buche. Unsere kalkulierten Ausgaben für 2020 haben wir ziemlich auf den Punkt getroffen, während die Spenden jegliche Kalkulation überboten haben.

Spenden seit 2019
Spenden seit 2019 - CC-BY-NC-SA 4.0 owieole

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Unseren Transparenzbericht aus dem November findet ihr hier.

5 Ergänzungen

    1. Das sind nicht die Überschriften (also die blauen), sondern nur eine zusätzliche Zeile, die über dem eigentlichen Titel des Beitrags angeordnet ist und in Kurzform das Thema nennt. Man bezeichnet sowas meistens als Dachzeile.
      (Ich muss aber zugeben, dass es etwas intuitiver sein könnte und wir manchmal die Dachzeilen auch nicht ganz bestimmungsgemäß anwenden.)

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