Generell
Allgemeine Berichte aus der Welt, in der wir leben, der Politik und der Kultur Deutschlands und des Internets.
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: Neues EFF-Projekt über Verfolgung von Bloggern
: Neues EFF-Projekt über Verfolgung von Bloggern Die US-Bürgerrechtsbewegungen Electronic Frontiers Foundation (EFF) und Global Voices hat eine neue Kampagne gestartet, um über die politische Verfolgung von Bloggern in aller Welt aufzuklären.
Eine D
atenbank mit den Verhaftungstumständen von über 250 Bloggern wird über eine Übersichtskarte und eine Zeitleiste visualisiert. Jeder einzelne Eintrag ist mit der entsprechenden Seite des Projekts „Threatened Voices“ verlinkt, auf dem umfassende Informationen, weitere Quellen und Diskussionmöglichkeiten angeboten werden.EFF supports the principles of free expression laid out in Article 19 of the Universal Declaration of Human Rights and believes that those principles must extend online.
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: Aufruf: Du gegen ACTA!
: Aufruf: Du gegen ACTA! Du willst Dich gegen ACTA engagieren? Dann leg mal los:

- Kontaktiere deine/n Europaabgeordnete/n auf unserer Kampagnenseite!
- Informiere Dich über die Risiken und Nebenwirkungen von ACTA!
- Unterzeichne den Appell von Campact und Digitale Gesellschaft gegen ACTA!
- Demonstriere am 25.2. in über 50 Städten in Deutschland!
- Unterstütze unsere Arbeit gegen ACTA und für eine Reform des Urheberrechts:
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: Studie: Verzögerte Kino-Releases führen zu Filesharing
: Studie: Verzögerte Kino-Releases führen zu Filesharing Eine heute veröffentlichten Studie der US-Wissenschaftler Brett Danaher und Joel Waldfogel bringt Erkentnisse zutage, die der Verwertungsindustrie nicht schmecken dürften:
So wird in der statistischen Erhebung, die sich auf US-Produktionen im Zeitraum von 2003 bis 2006 bezieht, belegt, dass illegale Filmdownloads kaum Einfluss auf die Einspielergebnisse in den USA hat. Die Ergebnisse an europäischen Kinokassen gingen allerdings um bis zu 7% zurück, und zwar umso mehr, je mehr Zeit zwischen der US- und europäischen Kinopremiere lag. Besonders von diesem Effekt betroffen sind vor allem das Action- und SciFi-Genre. Diese beiden Genres gelten traditionell als besonders Piraterie-anfällig.Statt allerdings zu verstärkten Anstrengungen im Kampf gegen Online-Piraterie aufzurufen, fordern die Autoren der Studie ein schnelleres Release von US-Filmen im Ausland, um der Verbreitung in BitTorrent- und anderen Filesharing-Plattformen zuvorzukommen.
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: Was weiß Twitter über dich? Verlange Auskunft!
: Was weiß Twitter über dich? Verlange Auskunft!
Privacy International ruft in einer neuen Kampagne die Nutzer von Twitter dazu auf, beim Unternehmen eine Auskunft über die gespeicherten persönlichen Daten anzufordern.Nachdem das Unternehmen wegen der umstrittenen Logging-Politik in den letzten Monaten verstärkt in Kritik geriet und neuerdings auch Zugriff auf das gesamte Telefonbuch von Smartphone-Nutzern verlangt, soll die Kampagne Twitter dazu bewegen, seine Datenschutz und ‑speicherungsrichtlinien zu überdenken.
Angelehnt ist der Aufruf an den Fall „Europe vs. Facebook“, bei dem der Wiener Jurastudent Max Schrem die Herausgabe seiner persönlichen Daten des sozialen Netzwerks erstritt und daraufhin einen umfangreichen Papierstapel erhielt. Enthalten waren auch mehrere Jahre alte Beiträge, die eigentlich durch einen Klick auf das „Löschen“-Button entfernt worden waren.
Der Aufruf umfasst im Wesentlichen einen englischen Text zum cutten & pasten, den der Nutzer um seine eigenen Angaben ergänzt an die E‑Mail-Adresse privacy@twitter.com schicken kann.
Our campaign aims to achieve two objectives: to help European citizens exercise their rights and to raise awareness about data retention policies.
Netzpolitik.org bat Twitter bereits vor einiger Zeit um eine Stellungnahme zur Datenspeicherungspraxis. Speziell lautete die Frage, ob gelöschte Daten tatsächlich gelöscht oder nur als „gelöscht“ markiert werden. Eine Rückmeldung gab es bisher nicht.
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: Verlag verschenkt eBook – und wird abgemahnt
: Verlag verschenkt eBook – und wird abgemahnt Wieviel ist ein eBook eigentlich wert? Schließlich erwirbt man mit der digitalen Literatur ja keinen materiellen Gegenstand, und auch der Weiterverkauf des Buches ist meist nicht möglich. Durch ein Expe
riment wollte der Berliner Verlag „Berlin Story“ darauf eine Antwort finden.Als der Verlag sich deshalb entschied, sein eBook „Der Letzte macht das Licht aus…“ kostenlos im Internet anzubieten und die Leser lediglich zu Spenden nach eigenem Ermessen aufforderte, hatte man eigentlich nichts Böses im Sinn. 200 Downloads in einer Woche waren ein klarer Erfolg für den kleinen Verlag, es gab keine Beschwerden. Bis ein Abmahnschreiben eines Rechtsanwaltes eintraf.
In diesem wurde der Inhaber des Verlages aufgefordert, den kostenlosen Vertrieb des Buches einzustellen, da eBooks als Buchsubstitute nicht von der Buchpreisbindung ausgenommen seien. Außerdem seien Buchhändler generell verpflichtet, den Preis eines Buches anzugeben.
Auch wenn er der Abmahnung Folge geleistet und das Buch offline genommen hat, nimmt Verlagschef Enno Lenze in seinem Blog Stellung: Er werde nie verstehen, warum ein Erstkontakt mit Interessenvertretern über einen Anwalt laufen müsse. Außerdem würden sich langfristig Flatrate-Modelle durchsetzen, auch wenn Verleger auf veralteten Geschäftsmodellen verharrten.
“In Deutschland gibt es keine Revolution, weil das Betreten des Rasens verboten ist!”
Angeblich liegt dem Verlagsinhaber schon ein Angebot vor, das eBook in Uruguay (ohne Buchpreisbindung) gegen Spenden zum Download anzubieten.
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: Englische Fahnder beschlagnahmen Musikseite
: Englische Fahnder beschlagnahmen Musikseite
Wie Techdirt berichtet, wurde die Website RnB Exclusive von der britischen Serious Organised Crime Agency (SOCA) aufgrund „Gewerbsmäßiger Urheberrechtsverletzungen“ beschlagnahmt. RnB Exclusiv war laut Angaben von Techdirt lediglich ein Austauschforum für Musikinteressierte, Copyrightverletzungen kamen vor Allem über Beiträge von Nutzern des Portals zustande. -
: Contentüberwachung im Praxis-Check
: Contentüberwachung im Praxis-Check Im Blog des mittelständischen IT-Dienstleisters QSC aus Köln findet sich ein lesenswerter Beitrag zum geplanten ACTA-Abkommen und dessen Auswirkungen auf die Internetanbieter.
Neben den schon bekannten Argumenten gegen das Anti-Produktplagiats-Abkommen geht der Pressebeauftragte Dennis Knake vor allem auf die Stellung der Provider ein und unterzieht ACTA einem Praxischeck.
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: ACTA: Videosperrung war ein technisches Problem
: ACTA: Videosperrung war ein technisches Problem
Heute morgen verkündete das österreichische Nachrichtenportal „futurezone.at“, dass das Videoportal Youtube eine Fassung des (stark übertriebenen und mit vielen veralteten Facts ausgestatteten) ACTA-Aufklärungsvideos aus unbekannten Gründen für deutsche Nutzer blockiere. Sofort gab es im Netz viele Verschwörungstheorien, dass die GEMA dahinter stecke und unliebsame Informationen unterdrücken wolle.Inzwischen liegt uns eine Stellungnahme von Youtube-Betreiber Google Deutschland vor, die besagt, die Sperrung des Videos sei auf einen Fehler beim Hochladen zurückzuführen. Das betreffende Video ist inzwischen auch wieder in Deutschland sichtbar und kann ohne Proxy-Tools angesehen werden.
„Bei einer massiven Menge an Videos auf Youtube und der steigenden Anzahl an Uploads – momentan 60 Stunden Videomaterial in der Minute – können auch bei dem Hochladen manchmal Fehler unterlaufen. Wenn dieses passiert und wir darauf hingewiesen werden, reagieren wir schnellstmöglich, um das Video wieder einzustellen.“
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: [Liveblog] Technical Background Briefing der EU-Kommission zu ACTA (update)
: [Liveblog] Technical Background Briefing der EU-Kommission zu ACTA (update) Seit 14:30 soll in Brüssel ein Briefing der EU-Kommission zu ACTA stattfinden. Die deutsche Vertretung in Berlin hat ein Streaming der Konferenz (ohne Rückfragemöglichkeit) eingerichtet. Ich werde von der PK berichten, der Form angemessen als Liveblog. Der Eintrag wird aktualisiert, während die PK läuft.
14:35 Beginn der PK mit einigen technischen Anmerkungen. Die Kommission möchte dies „unter zwei“ durchführen, Aussagen sollen „einem Sprecher der Kommission“ zugewiesen werden.
14:36 „Eine Sprecherin der Kommission“ betont mehrfach, wie offen die ACTA-Verhandlungen gelaufen sind, wie offen zugänglich alles war.
14:38 „Ein Sprecher der Kommission“, betont: ACTA modifziere keine Regelungen im Bereich Urheberrechtsgesetzgebung. Alles, was jetzt legal sei, wird auch nach der Inkrafttretung von ACTA legal bleiben. Gleiches gelte für illegale Dinge.
„Ein Sprecher der Kommission“ stellt ACTA als Handelsabkommen dar. Es gehe um die Standards, insbesondere bei der Verfolgung von Rechteverletzungen.
14.41 Den 5 anwesenden Journalisten im Briefing in Berlin wurden drei Dokumente in die Hand gedrückt. Der deutschsprachige ACTA-Entwurfstext, das Dokument „10 Myths about ACTA“ und ein in Rentnerschrift gedrucktes fuenfseitiges Dokument „Was ist das ACTA“.
14:42 „Ein Sprecher der Kommission“ betont erneut, dass sich für EU-Bürger nichts ändern werde, weil alles, was in ACTA vorgesehen ist, bereits implementiert.
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: Buch: Soziale Netzwerke für Nachrichtenjournalisten
: Buch: Soziale Netzwerke für Nachrichtenjournalisten
In den vergangenen Wochen gab es einen kleinen Shitstorm um die Neuauflage von „Das Handbuch des Journalismus“. Grund: Wolf Schneider und Paul-Josef Raue haben ihr Standardwerk überarbeitet und nennen es jetzt „Handbuch des Journalismus und des Onlinejournalismus“; der Teil zu Onlinejournalismus scheint ein bißchen mißraten zu sein. Wobei sich Stefan Niggemeier mit der Kritik an dem Buch ausführlich auseinander gesetzt hat.Ein guter Grund, an dieser Stelle mal auf das Buch „Soziale Netzwerke für Nachrichtenjournalisten“ (Partnerlink
) einzugehen. Daniel Bouhs, der ein paar Jahre jünger als die beiden Grandseigneurs ist und hauptberuflich für die Nachrichtenagentur dapd die Netzwelt erklärt, hat auf rund 100 Seiten zusammengefasst, wie sich die Nachrichtenwelt durch die neuen Medien verändert hat. Das Ergebnis kann vor allem netzferneren Journalisten empfohlen werden, weil es in leicht verständlicher Sprache wesentliche Begriffe klärt. Zum Einstieg wirkt ein Rundgang durch die Twitter‑, YouTube- und Facebook-beeinflussten Nachrichten der letzten Monate, von Utøya über das Loveparadeunglück bis zum Wechsel von Nationaltorwart Manuel Neuer, als Plädoyer für die Beachtung der sozialen Netzwerke als Nachrichtenquelle.
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: Youtube-Stars gegen ACTA
: Youtube-Stars gegen ACTA Es gibt auf Youtube Subkulturen, für die ich wahrscheinlich zu alt bin. Das schöne am Netz ist ja, dass man davon nichts mitbekommen muss, wenn man nicht zur Zielgruppe gehört. Durch Markus Hündgen bin ich jetzt auf zwei Youtube-Stars aufmerksam geworden, die in ihren Kanälen ACTA thematisieren und dabei Zielgruppen erreichen, die sicher nicht hier vorbei kommen.
Da gibt es „Die_Außenseiter“ mit unglaublichen 763.271 Abonennten. Einer von den beiden hat mehr als 60.000 Follower bei Twitter. Man muss die ersten vier Minuten überleben, bis was inhaltliches zu ACTA kommt:
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: Uneinigkeit in Bundesregierung bei Einführung von Warnhinweisen?
: Uneinigkeit in Bundesregierung bei Einführung von Warnhinweisen? Unsere Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger hatte heute in einer Youtube-Botschaft die ACTA-Debatte angesprochen und die öffentliche Diskussion begrüsst. Gleichzeitig hat sie die Verantwortung ans EU-Parlament abgeschoben, dass ja für oder gegen ACTA stimmen könnte. Interessant ist ihre Aussage zu Maßnahmen der Urheberrechtsdurchsetzung:
„In Deutschland sind gerade Internetsperren abgeschafft worden. Wir wollen, so ist es ausdrücklich im Koalitionsvertrag vereinbart, keine Sperrung von Internetzugängen wegen Urheberrechtsverletzungen, wir wollen keine Warnhinweise, wir sehen keinen Gesetzgebungsbedarf zur Änderung des Urheberrechts – Internetprovider sind keine Hilfssherrifs.“
Uns hat die Aussage gewundert, dass sie sich so deutlich gegen Warnhinweise ausspricht, während das Bundeswirtschaftsministerium diese aktuell vorantreibt. Unser Kommentar vom Digitale Gesellschaft e.V. dazu ist:
„Wir begrüßen, dass die Justizministerin klarstellt, dass sie weder Sperrungen noch Warnhinweismodelle möchte. Dies scheint einigen Akteuren der Koalition nicht bewusst zu sein. Wir sind erstaunt, dass die Justizministerin derartige Vorhaben rundheraus ablehnt, während der ebenfalls der FDP angehörende Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Otto gleichzeitig genau solche Modelle prüfen und diskutieren lässt, bei denen es darum geht, die Provider zu Hilfssherriffs zu machen. Wir fordern daher den Bundeswirtschaftsminister dazu auf, umgehend klarzustellen, ob es sich bei der am vergangenen Freitag vorgestellten Warnhinweisstudie um rein wissenschaftliches Erkenntnisinteresse oder das Erforschen eines ernsthaft in Erwägung gezogenen Umsetzungsmodells handelt.“
Da die Warnhinweis-Studie des Professor Schwartmann (FH Köln) explizit im März im sogenannten „Wirtschaftsdialog“ diskutiert werden soll, einem nichtöffentlichen Hinterzimmergremium in dem das Ministerium Provider und Rechtewirtschaft an einem Tisch versammelt, geht der Digitale Gesellschaft e.V. bis zur eindeutigen Formulierung des Gegenteils durch den für Wirtschaft zuständigen Bundesminister Rösler vom Worst Case-Szenario aus.
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: EU-Workshop zum Handel mit Überwachungstechnologien
: EU-Workshop zum Handel mit Überwachungstechnologien Im Ausschuss für auswärtige Angelegenheiten, Menschenrechte, Gemeinsame Sicherheit und Verteidigungspolitik (AFET) des europäischen Parlaments fand heute der Workshop „Internet Freedom and Security in EU Foreign Policy: The Role of Business“ statt.

Der Workshop drehte sich insbesondere um die sogenannten „Dual Use Goods“, also Güter, die sowohl zivil als auch militärisch eingesetzt werden können. Unter diese Bezeichnung fällt auch Überwachungs- und Ortungssoftware, die von vielen Firmen in der EU hergestellt wird.
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: Das gebrochene Datenschutz-Versprechen bei Path.com
: Das gebrochene Datenschutz-Versprechen bei Path.com Path.com ist ein Soziales Netzwerk, das nur mobil auf iOS und Android-Smartphones funktioniert. Die Idee ist relativ einfach: Man hat nur höchstens 150 Freunde, mit denen man Fotos, Videos, Musik und Statusmeldungen tauschen kann. Vor allem zu Facebook mit seinen komplexen und unverständlichen Datenschutzeinstellungen wollte man sich abgrenzen: Path sei einfach, komfortabel und datenschutzfreundlich. Die Einfachheit von Path war wohl ausschlaggebend, warum der Dienst bisher, nach eigenen Angaben, mehr als eine Million Nutzer sammeln konnte.
Dumm, dass jetzt jemand rausfand, dass bei einer Anmeldung bei Path.com erstmal das iPhone im Hintergrund das komplette Adressbuch nach Hause telefoniert. Was man als Friendfinder vielleicht von Facebook kennt (Abgleich des Adressbuches mit einer Onlinedatenbank) ist wohl bei iOS problemlos durch wenige Zeilen Code möglich. Aus Nutzersicht ist es inakzeptabel, dass Apple sowas überhaupt ohne Rückmeldung und Opt-In zulässt. Und natürlich ist es eine Frechheit, dass Path dies einfach so macht ohne nachzufragen und um Erlaubnis zu bitten. Path versucht jetzt zu retten, was zu retten ist und verweist darauf, dass das ausspionieren so nicht geplant war und man auch eher ein Feature anbieten wollte.
Was bleibt: Ein Dienst, der heimlich im Hintergrund meine Daten ausspioniert, lasse ich nicht mehr auf mein Smartphone. Abmelden geht über ein Webformular, wenn man auf path.com eingeloggt ist.
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: Konferenz „Mobiles Internet: Ja, sicher!“
: Konferenz „Mobiles Internet: Ja, sicher!“ Zum fünften Mal hat das Verbraucherschutzministerium zusammen mit dem Branchenverband BITKOM anlässlich des „Safer Internet Days“ zur gemeinsamen Konferenz geladen. Der Schwerpunkt sollte dabei „Mobiles Internet aus Verbrauchersicht“ sein. Ministerin Ilse Aigner startete die Veranstaltung mit einem Vortrag, in dem sie die Aufgabe der Politik gegenüber dem Verbraucher mit dem Gewährleisten von sowohl Sicherheit wie auch Selbstbestimmung umriss und erneut die Neufassung der europäischen Datenschutzverordnung lobte. Als grundsätzliche Regeln des reformierten Datenschutzes nannte sie die Einwilligung in die Datenverarbeitung durch den Konsumenten, das right to be forgotten und datenschutzfreundliche Voreinstellungen. Durch die Harmonisierung des europäischen Rechts ergäben sich für Unternehmen Einsparungen in Höhe von 2,3 Milliarden Euro. Auch die Button-Lösung, die gestern bei einer Expertenanhörung im Bundestag Anklang gefunden hatte, wurde von ihr gelobt.
BITKOM-Präsident Dieter Kempf warnte vor Überregulierung und gab sowohl in seinem Vortrag wie auch später in einer Podiumsdiskussion zu verstehen, dass er sich wenig Schlimmeres vorstellen kann als dass nicht nur soziale Netzwerke, sondern auch andere Unternehmen auf Wunsch des Kunden portierbare Daten herausrücken müssten. Mir ist ehrlich gesagt nicht so richtig klar, was der Anlass für diese Befürchtungen ist, ein entsprechendes Gesetzesvorhaben ist mir jedenfalls nicht bekannt. Außerdem klingt die Idee für den Verbraucher eigentlich ganz nett, auch wenn das für die von Kempf vertretenen Unternehmen natürlich Mehraufwand bedeutet.
Ein bißchen ins Kreuzfeuer geriet Wieland Holfelder, seines Zeichens Engineering Director & Site Lead von Google, der sich sehr bemühte, das Publikum davon zu überzeugen, dass seine Firma immernoch nicht „evil“ sei.
Vermisst wurde bei der Veranstaltung übrigens Wiglaf Droste, der als satirischer Zwischenrufer vorgesehen war, aber nicht auftauchte.
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: Zu Guttenbergs Homepage gehackt
: Zu Guttenbergs Homepage gehackt
Offenbar in Bezug auf die in der Netzgemeinde umstrittene Tortung Karl Theodor zu Guttenbergs am vergangenen Donnerstag wurde am Sonntagmorgen die Homepage des Ex-Wirtschafts- und Verteidigungsminister verunstaltet.So erklärt sich der designierte Berater der EU-Kommisarin für die digitale Agenda Neelie Kroes zum neuen Bundeskuchenminister. Der im Quelltext der gehacketen Seite als Urheber genannte IT-Sicherheitexperte Stefan Esser streitet auf Twitter eine Beteiligung an dem Defacement ab.
Hier der auf der gehackten Homepage veröffentlichte Text:
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: Eine kleine Geschichte des Bürgerdialogs
: Eine kleine Geschichte des Bürgerdialogs Im Moment versucht sich die Bundeskanzlerin in digitaler Bürgernähe. Nachdem sie schon „mit über 100 Experten“ gesprochen hat, soll jetzt auch das Volk zu Wort kommen – immer das große Ziel vor Augen: „Deutschland soll so bleiben, wie es ist.“ Constanze Kurz nennt das Ganze auf faz.net „netzgestützte[r] Bürgerdialog im Vorwahlkampf“:
[…] der Blick auf die gerade eröffnete Netzplattform zeigt die Marschrichtung geradezu sinnbildlich: Nicht echter Dialog und wirkliche Kommunikation sind vorgesehen, sondern plakative Modernitätssimulation.
Das mit dem Dialog und der Bürgernähe scheint ein bißchen so zu sein wie die gerne betonte und angekündigte Transparenz: Klingen tut es gut, so richtig überzeugend kommen die wenigsten dabei rüber, und Konsequenzen hat man nicht zu erwarten.
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: Open Data-Projekt „Offenes Köln“ gestartet
: Open Data-Projekt „Offenes Köln“ gestartet Ratsinformationssysteme (kurz RIS) sind innerhalb der deutschen Open Data-Community relativ häufig Thema. Grund dafür sind die oftmals schlecht benutzbaren Oberflächen, die weder einen guten Überblick darüber verschaffen, welche Themen in der entsprechenden Gemeinde oder Stadt grade diskutiert werden noch welche Dokumente zu welchen Vorgängen genau existieren oder gar geografische Zuordnungen zu politischen Entscheidungen.
Lange Zeit galt Frankfurt gestalten als eines der sehr ganz wenigen Projekte, die sich dieses Thema angenommen haben und wirklich funktionieren. Ein anderes mit einem technisch etwas anderen Ansatz ist API Leipzig.
Marian Steinbach hat nun mit Offenes Köln ein Projekt veröffentlicht, das für die politischen Vorgänge der Kölner Kommunalpolitik sowohl eine Kartendarstellung anbietet als auch eine API zur Verfügung für stellt. Ausserdem – und da wird es lustig wenn es nicht so traurig wäre – stellt Offenes Köln PDFs aus dem RIS zum direkten Download zur Verfügung. Denn das RIS der Stadt Köln bietet teilweise nur an, die Daten über POST-Request mit entsprechender Session herunter zu laden, was die direkte Verlinkung auf Ratsdokumente erheblich erschwert bzw. unmöglich macht. Das Projekt ist in einem noch frühen Stadium, dafür aber schon sehr gut benutzbar und hat einen ordentlichen Funktionsumfang. Ausserdem gibt es ein Blog, in dem über den Fortgang des Projektes regelmäßig berichtet wird, für Anregungen und Wünsche gibt es eine UserVoice-Seite.
Marian hat auf dieses Projekt übrigens im Nachgang zum Open Data Hackday Köln noch vor dem 1. Februar auf die Schienen gebracht, um es zur grade beendeten Einreichungsfrist des Wettbewerbs Apps4DE fertig zu stellen.
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: Niederländische ISPs blocken Piratebay nicht freiwillig
: Niederländische ISPs blocken Piratebay nicht freiwillig
Nach einem Gerichtsurteil, das zwei niederländischen Internetanbietern vorschreibt, das Filesharing-Portal „The Pirate Bay“ für ihre Kunden zu sperren, wollen sich zwei weitere Anbieter nicht freiwillig an den Sperren beteiligen.Die von der Contentindustrie finanzierte niederländische Anti-Piraterie-Organisation BREIN hatte nach dem Urteil auch andere Internetanbieter aufgefordert, sich den im Urteil verfügten Netzsperren ohne weiteres gerichtliches Vorgehen anzuschließen. Diesen Forderungen erteilten die beiden großen Provider KPN und T‑Mobile heute eine Absage: Für eine so schwerwiegende Maßnahme wie Internetzensur sei man ohne richterliche Anordnung nicht bereit. Zudem stehe man für ein offenes Internet und empfehle der Contentindustrie, robuste und attraktive Geschäftmodelle zu finden, die gleichermaßen für Kunden und Hersteller fair seien.
Ob dieser Widerstand angesichts der aktuellen Rechtsprechung auf lange Sicht erfolgreich sein wird, bleibt abzuwarten. Den meisten Kunden dürfte das allerdings ohnehin egal sein, da sich die Blockaden mit wenigen Klicks über Proxy-Server im Ausland umgehen lassen.
