„Angry Birds“-Chef: Piraterie ist nicht so schlecht

Auf der weltgrößten Musikmesse Midem in Cannes gab Mikael Hed, Chef der durch das erfolgreiche Social Game „Angry Birds“ bekannten finnischen Firma Rovio Mobile, ein Statement ab, das die Musikindustrie gar nicht freuen dürfte.

So erklärte er, dass es durchaus Probleme mit Produktpiraterie gebe, zum Beispiel was die Herstellung unlizensierter Merchandise-Produkte in Ostasien angehe. Die Softwarepiraterie selbst könne allerdings sogar die Popularität steigern und so „am Ende des Tages mehr Geschäfte“ einbringen. Man habe aus den „grausigen Fehlern“ der Musikindustrie im Kampf gegen die Piraterie gelernt und behandle seine Kunden nicht als Nutzer sondern als Fans.

„We could learn a lot from the music industry, and the rather terrible ways the music industry has tried to combat piracy.“

Angry Birds wurde inzwischen mehr als 300 Millionen mal heruntergeladen und auf diverse Endgeräte portiert. Hersteller Rovio stand bereits in der Kritik, da das Spiel die Speicherung und kommerzielle Nutzung persönlicher Daten der Spieler vorsehen.

Bild CC-BY-NC-ND von CC Chapman

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7 Ergänzungen

  1. Wenn wir jetzt noch mehr von klugen Leute in die Chefetagen bekommen die die dummen Gierlumpen ersetzen, wird die Welt ein besserer Ort.

  2. Das erinnert mich an den Produzenten des Low-Budget Films „The Man From Earth“ (btw. ein echt guter Film). Der hat sich damals bei den Leuten, die den Film zum Download bereit gestellt haben, bedankt:

    My name is Eric D. Wilkinson and I am the producer of a small independent film called “Jerome Bixby’s The Man From Earth”.
    I am sending you this email after realizing that our website has had nearly 23,000 hits in the last 12 days […]. In addition, our trailer […] has been watched nearly 20,000 times AND what’s most impressive is our ranking on IMDb went from being the 11,235th most popular movie, to the 5th most popular movie in 2 weeks (we are also the #1 independent film on IMDb & the #1 science fiction film on IMDb). How did this all happen? Two words: Torrent / File Sharing sites (well, four words and a slash).
    […] Our independent movie had next to no advertising budget and very little going for it until somebody ripped one of the DVD screeners and put the movie online for all to download. After that happened, people were watching it and started posting mostly all positive reviews on IMDb, Amazon and other places. Most of the feedback from everyone who has downloaded “The Man From Earth” has been overwhelmingly positive. People like our movie and are talking about it, all thanks to piracy on the net!
    Am I upset… surprisingly no. Thanks to everyone who has downloaded this torrrent and watched the film, our awareness level is through the roof. For that I say, “THANK YOU”!
    What you guys have done here is nothing short of amazing. In the future, I will not complain about file sharing. YOU HAVE HELPED PUT THIS LITTLE MOVIE ON THE MAP!!!! When I make my next picture, I just may upload the movie on the net myself!

  3. „At the end of the day“ sollte nicht mit „am Ende des Tages“.übersetzt werden. „Letztendlich“ oder etwas ähnliches ist besser.

    1. “Am Ende des Tages” wird als direktes Lehnidiom auch im Deutschen immer mehr im Sinne von „letztendlich“ benutzt. Erst habe ich es in Firmenpräsentationen und an ähnlicher Stelle gehört, inzwischen auch in den Medien. Ich find’s furchtbar, aber sowas ist eh nicht aufzuhalten. *seufz*

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