Generell

Allgemeine Berichte aus der Welt, in der wir leben, der Politik und der Kultur Deutschlands und des Internets.

  • : Amerikanische Nacht – Netzwerklounge zur US-Wahl im newthinking store
    Amerikanische Nacht – Netzwerklounge zur US-Wahl im newthinking store

    Zur US-Präsidentschaftswahl am 02. November 2004 veranstalten Politik-Digital und der newthinking store in der Tucholskystr. 48 in Berlin-Mitte gemeinsam eine amerikanische Nacht. Mit Diskussionen, Video-Clips sowie aktueller TV- und Internet-Berichterstattung, bietet diese Veranstaltung den Nacht-Event zur Wahl´04. Gemeinsam mit Freunden und Bekannten können Sie sich in gemütlicher Atmosphäre Analysen, Hochrechnungen und Berichte zu dem Politikereignis 2004 ansehen und dabei einige amerikanisch-kulinarische Spezialitäten probieren.

    Netzwerklounge zur US-Wahl
    Dienstag, 02. November 2004, Ab 21.00 Uhr (erste Hochrechnungen gegen 03.00h!)

    newthinking store, Tucholskystr. 48, 10117 Berlin
    Informationen unter 030/2887 36 01, uswahl2004@newthinking.de
    http://www.newthinking.de

    2. November 2004
  • : Fahndungsplakat für Datenschnüffler und Überwachungstäter
    Fahndungsplakat für Datenschnüffler und Überwachungstäter

    Das Fahndungsplakat des Chaos Computer Clubs (CCC) gibt es nun in der vierten Auflage. Auf ihm werden Politiker wie Industrielle gesucht, die per Gesetz und Firmenphilosphie die Privatsphären vieler verletzen und das Recht auf informationelle Selbstbestimmung einschränken.

    Fahndungsplakat v0.4

    Unter anderem mit Ulla Schmidts Gesundheitskarte, den verräterischen Farbkopierern von Canon und niveauvoller Lobbyarbeit auf EU-Ebene zu Lasten des immer gläserner werdenen Musikhörers.rversion ist beim CCC Berlin und auch auf dem 21. Chaos Communication Congress vom 27.–29. Dezember in Berlin auffindbar. Das Poster ist in verschiedenen Formaten auf der Website zum Fahndungsplakat abrufbar.

    1. November 2004
  • : The WIRED CD: Rip. Sample. Mash. Share.
    The WIRED CD: Rip. Sample. Mash. Share.

    Lange war es angekündigt und nun ist sie raus: Das US-amerikanische „Cyber-Magazin“ WIRED hat seiner aktuellen Ausgabe einen CD-Sampler vollbestückt mit Songs unter den Creative Commons-Lizenzen beigelegt. Gemein haben alle Songs, dass sie ausdrücklich für nicht-kommerzielle Zwecke kopiert werden dürfen. Dazu kommen zwei Arten von Sampling-Lizenz-Ergänzungen hinzu. Ca. die Hälfte der Songs lassen kommerzielle Samples zu, allerdings keine Verwendung in Werbung. Die andere Hälfte erlaubt nur die nicht-kommerzielle Verwertung der Samples. Mit dabei sind u.a. die Beastie Boys, Chuck D, Gilberto Gil, David Byrne, Le Tigre und andere.

    Die Verbreitung der Musik ist ausdrücklich erwünscht und somit gibt es hier den Bittorrent-Link für das 142 MB grosse Album.

    Hier gibt es noch einen 30-Sekunden Spot, der Sampling erklärt.

    1. November 2004
  • : Hat Bush doch getrickst?
    Hat Bush doch getrickst?

    Einen Tag vor der US-Wahl verkündet salon.com, dass ein NASA Foto-Ingenieur anhand der Videoaufnahmen zur zweiten Debatte herausgefunden haben will, dass Bush doch gemogelt haben könnte. [Gefunden bei Lessig.org]

    1. November 2004
  • : indymedia veranstaltet „Media Activist Gathering“ in Berlin
    indymedia veranstaltet „Media Activist Gathering“ in Berlin

    Das globale Mediennetzwerk Indymedia wird im November 5 Jahre alt.
    Aus diesem Anlass findet in Berlin ein „Media Activist Gathering“ statt, bei dem Mitmachen erwünscht ist. [1]

    Starten wird das MAG’04 am 24.11.04, ab 19h mit einer Auftaktveranstaltung im RAW-Tempel in Friedrichshain.

    Am Donnerstag, den 25.11.04 beginnt das einwöchige „Freedom of Information-Filmfestival“ in mehr als sieben Kinos in Berlin, Potsdam und Erfurt. Filme von und mit unabhängigen Filmemacher (i)nnen gewähren hier Einblicke in eine Welt, die sich inmitten des Prozesses der Globalisierung befindet. Insbesondere die Rolle der Medien sowie gängige Klischees und Konsumgewohnheiten werden beleuchtet, aufgebrochen und Alternativen aufgezeigt.

    Zur offenen MAG-Messe, die in der c‑base stattfindet [2], sind alle Interessierten ab Freitag, den 26.11.04 15 Uhr, eingeladen. Hier gibt es nicht nur Informationen zum Thema: freie Medien, sondern auch Einblicke in die dahinterstehenden Technologien und Philosophien. Für alle Medienschaffenden beginnt am Samstag, den 27.11.04 die zweitägige, begleitete Open Space-Konferenz in der alten TU-Mensa. Das Thema lautet „Vernetzung freier & unabhängiger Medien: Ein Quantensprung in der medialen Evolution – Visionen & Strategien“. Die Inhalte der Konferenz werden durch die Teilnehmer(i)nnen selbst eingebracht. Einer Höhepunkt ist die „5‑Jahre-Indymedia-Geburtstagsparty“ im RAW-Tempel am Abend.

    [1] http://mag04.net/
    [2] http://www.c‑base.org/

    27. Oktober 2004 1
  • : Übersetzung der Indymedia Presseerklärung # 5
    Übersetzung der Indymedia Presseerklärung # 5

    Presseerklärung # 5 (Übersetzung), 22.10.04
    ===============================================

    Zwei Wochen nachdem die Festplatten zweier Indymedia-Server im Londoner Büro einer Web-Hosting-Firma in US-Besitz namens Rackspace beschlagnahmt wurden, beantwortet Caroline Flint, Staatssekretärin im britischen Innenministerrium, schriftliche Fragen des Parlaments mit der Aussage, dass „keine britischen Strafverfolgungsbehörden involviert waren.“ Die Beschlagnahmung legte mehr als 20 Indymedia-Websites, einen Teile der Indymedia-Radiostream-Kapazitäten und andere Projekte lahm. Die Server wurden eine Woche später zurückgegeben, weil „die gerichtliche Verfügung“ vollstreckt worden war“. Dennoch hat Indymedia bisher keinerlei Informationen darüber, wer die Server beschlagnahmt hat und wer nun möglicherweise Kopien der gesamten öffentlichen und persönlichen Informationen besitzt, die sie enthielten.

    Ein Sprecher des FBI behauptete gegenüber Agence France-Presse ursprünglich, dass das FBI Rackspace den gerichtlichen Vollzug androhte, allerdings „auf Betreiben eines dritten Staates.“ Derselbe Sprecher dementierte später, dass das FBI in irgendeiner Weise involviert sei.

    Einige Tage nach der Beschlagnahmung bestätigte eine leitende Staatsanwältin aus Genf ebenfalls, dass sie ein Strafverfahren gegen Indymedia eingeleitet habe; und allerdings keine Beschlagnehmung gefordert habe.

    Eine italienische Untersuchungsrichterin aus Bologna bestätigte, dass sie ein Ersuchen an US-Behörden ausgestellt habe, um die IP-Log-Dateien des Servers zu erhalten, die bestimmte Artikel betreffen, die auf der italienischen Indymedia-Seite veröffentlicht wurden. Auch sie sagt, dass sie dabei nicht die Beschlagnahmung der Server beantragt habe.

    Die ‚Electronic Frontier Foundation (EFF)’, die die rechtlichen Interessen von Indymedia vertritt, hat alle in Frage kommendenden Stellen in den USA kontaktiert – u.a. das FBI, das Außenministerium und den Federal District Court von Texas -, die die gerichtliche Verfügung hätten ausgestellt haben können, auf die sich das öffentliche Statement von Rackspace vom 8. Oktober hinsichtlich der Indymedia-Server bezieht. Keine von ihnen übernimmt die Verantwortung für die Beschlagnahmung.

    „Wurden unsere Server von Aliens entführt?“ fragt Clara, Indymedia-Aktivistin aus den Niederlanden. „Zwei Wochen sind vergangen und wir sind keinen Schritt näher an der Antwort auf die Frage, wer die Server mitgenommen hat, warum, oder wenigstens auf welchem Kontinent sie waren.“

    Die einzige bekannte Tatsache ist, was Rackspace in seiner Aussage bekannt gemacht hat: dass sie in den USA eine gerichtliche Verfügung erhalten haben. Die ‚Electronic Frontier Foundation’ bemüht sich nun, diese Verfügung offenzulegen.

    In der Zwischenzeit wächst die internationale Entrüstung. 5.000 Einzelpersonen haben bisher die Indymedia-Solidaritätserklärung unterschrieben (solidarity.indymedia.org.uk) und eine große Zahl von Menschen kontaktieren Indymedia weiterhin mit Angeboten zur Unterstützung, um zu verhindern, dass in der Zukunft noch einmal geheime Verfügungen und mysteriöse Behörden Indymedia-Seiten schließen lassen.

    Mehr Informationen erhalten sie unter http://www.indymedia.org/fbi (mit allen älteren Presseerklärungen), http://solidarity.indymedia.org.uk oder per E‑Mail an press(a)indymedia.org (auch deutsch).

    Indymedia ist ein weltweites Netzwerk, dass aus z.Z. 144 autonomen Independent Media Centers besteht, die offen zugängliche Newswire für alle zur Verfügung stellen, die Texte, Fotos, Ton- oder Video-Dateien veröffentlichen wollen, insbesondere zu politischen und zu Themen sozialer Gerechtigkeit

    23. Oktober 2004
  • : Vortrag: Freie Software für Nichregierungsorganisationen
    Vortrag: Freie Software für Nichregierungsorganisationen

    Heute habe ich auf der Berlinux, den Berliner LinuxTagen 2004, einen Vortrag zum Thema „Freie Software fuer Nichtregierungsorganisationen“ gehalten. (Hier gibts den Abstract) In dem Vortrag ging es um Freie Software unter der GPL, welche die Kommunikation innerhalb von Organisationen verbessern, bzw. ergänzen kann. Die Präsentation als 2,1 MB grosses PDF kann hier heruntergeladen werden.

    23. Oktober 2004
  • : Softwarepatente-Debatte live im Bundestag
    Softwarepatente-Debatte live im Bundestag

    Gerade läuft im Bundestag-TV die Debatte um Softwarepatente.

    Rainer Funke, FDP, sprach von „kleineren und mittleren Softwareentwicklern“, die betroffen sind. Sofort stellte ich mir vor, wie grosse Softwareentwickler nicht von Softwarepatenten betroffen sind und wo man die Grenze zieht. Bei 1,81m oder erst ab 1,90m? Und ab wann gilt ein Softwareentwickler als „klein“? Alles unter 1,70m oder niedriger? Weiter konnte ich auch nicht folgen, weil mich diese Formulierung zu sehr beschäftigte. War aber auch nicht so spannend.

    Dirk Manzewski, SPD spricht von Rechtssicherheit, welche die Richtlinie bringen soll. Definition der Technizität muss „genauer gefasst“ werden, dazu forderte er zu Recht eine Evaluierung der Praxis der Patentämter (vor allem dem EPA). Einige Bedenken hatte er beim FDP-Antrag, „komplizierter Sachverhalt“, dem die Pauschalität im FDP-Antrag nicht gercht wird. „Es trifft nicht, dass es zu unbegrenzter Patentierbarkeit führt, aber die „Zielsetzung ist richtig“, da wären „alle alle einer Auffassung“. Den CDU-Antrag findet er „durchdachter“ und sieht ihn als „Grundlage für späteren einen interfraktionellen Antrag, wie üblich im Bereich „Geistiges Eigentum“.

    Günther Krings war völlig von der Rolle, wer ihn aus der Urheberrechtsdebatte kennt, wundert sich, wie vehement er auf einmal gegen Softwarepatente eintrat. Trotzdem nutze er die Bühne, um wieder für ein schärferes Urheberrecht zu plädieren. „Das Geistige Eigentum ist ein hohes Gut, dem auch der gebürtige Schutz gebührt, damit wir alle im 21 jhrdt gemeinsam leben können“. Verwundert war ich über die Formulierung „Fairer Schutz Geistigen Eigentums“, was aber beim Urheberrecht (Stichwort Privatkopie) für ihn nicht zu gelten scheint. „Derzeitiger stand der Richtlinie erstickt Kreativität“, undman müsste„Geistiges Eigentum schützen, um Kreativität zu entfalten“. Eine Bemerkung von Zypries in einer Zeitung, man könne ja eine Rechtsschutzversicherung zu Softwarepatenten abschliessen, hält er für „ziemlich zynisch“. Da wundert man sich zu Recht über die Unwissenheit von Zypries, da es einfach keine Rechtsschutzversicherung zum Schutz vor Softwarepatenten gibt (ausser dieses Businessmodell aus USA zu Linux).

    Grietje Bettin von den Grünen brachte einige berühmte Beispiele von der Symphonie oder Mausefalle. Softwarepatente würden die Weiterentwicklung des Wissens würde im IT-Bereich behindert. Das „Einsetzen für Freie Software ist ein wichtiges politisches Ziel für die Grünen“. Die schleichende Ausdehnung von softwarepatenten muss verhindert werden. Die Grünen sind nicht zufrieden mit dem Bundesjustizministerium, „wir werden die Bundesregierung weiter auffordern, die Beschlüsse des EU-Parlaments zu vertreten“. Sie „hofft auf gemeinsamen interfraktionellen Antrag, um zum Europaparlament mit gemeinsamer Stimme zu sprechen“.

    Vera Dominike, CDU/CSU sieht die jetzige Fassung als eine „Katastrophe für kleine und mittelständische Unternehmen und den akademischen Nachwuchs“. Dazu wetterte sie gegen „grosse global agierende multis“, was ungewöhnlich für eine Konservative ist. Vielleicht sollte sie mal ihren Kollegen im Europaparlament sprechen, die fast alle von der CDU/CSU Fraktion letztes Jahr für eine dem Rat ähnliche Fassung gestimmt haben. Sie will, dass „ein innovationsfreundliches Klima in Europa bestehen bleibt. Sie sprach sich für einen interfraktionellen antrag aus, um die „Bundesregierung auf den pfad der tugend“ zurückbringen“.

    Dr Uwe Küster, SPD, sprach davon, dass Open Source Software eine deutsche Stärke ist, „da wollen wir nichts von abgeben, sondern weiterentwickeln“. Er sprach von einer Studie der dbResearch, die vor zwei Tagen drei Wachstumskerne prognostiziert, nämlich Biometrie, Open Source, Funketikett (Gemeinhin bekannt als RFID). Dazu von „sicheren Rahmenbedingungen“, und dass man eine „einfache Antwort auf Frage, welche Software patentiert werden soll“ bringen müsste. Er kritisierte die grosse Zahl an EU-Patenten auf „Dinge“, die erteilt worden sind, wie dem 1‑click oder Mauszeiger-Patent, und auch kannte er wohl den FFII-Webshop, der anschaulich 20 Trivialpatente verdeutlicht. Zu Recht merkte er an, dass Softwareentwicklung ganz anders als die Entwicklung von Maschinen oder Medikamenten ist. „Ich will damit klar machen, dass es eine schwierige Gradwanderung zwischen technischem Fortschritt mit Hilfe von Computern und Trivialpatenten ist. (Übersetzt: Also zwischen ABS und Fortschrittsbalken)
    Algorithmen und Geschäftsmethoden dürfen nicht patentierbar sein, „Open Source Projekte dürfen nicht benachteiligt werden“, ganz wichtig sei die Gewährleistung von Interoperabilität. Formale Kritik von FDP am BMJ kann er „nicht stehen lassen“, „Zypries hat sich bemüht“, was falsch ist, weil Zypries sich schon vorher platziert hat, dank schlechter Beratung. Was stimmt ist, dass das BMJ sich im Wettbewerbrat für Interoperabilität eingesetzt hat.

    Letztendlich wurde auf die Ausschüsse verwiesen und es bleibt zu hoffen, dass es bald einen gemeinsamen interfraktionellen Antrag geben wird.

    21. Oktober 2004
  • : Chaos Computer Club warnt vor Biometrie
    Chaos Computer Club warnt vor Biometrie

    Die CCC Forderungen im einzelnen:

    * 1. Eine öffentliche Debatte und die Aufklärung der Bevölkerung über die Risiken.
    Die Einführung von Biometrischen Systemen ausschliesslich auf der Grundlage eines sachlich objektiv nachgewiesenen Bedarfs, nachausführlicher öffentlicher und parlamentarischer Diskussion und Kontrolle.

    * 2. Der CCC fordert, nur Systeme zu verwenden, die eine aktive Teilnahme der Personen bei der Überprüfung erfordern, d.h. nicht für eine verdeckte Fern-Identifikation geeignet sind, um das Recht auf informationelle Selbstbestimmung zu erhalten.

    * 3. Bei der Auswahl einer geeigneten Technologie für die staatliche Einführung von biometrischen Merkmalen muss nicht nur eine fälschungssichere Technologie gewählt werden, sondern auch die Haftungsfrage bei Mißbrauchsfällen für unbescholtene Bürger geklärt werden.

    * 4. Der Verzicht auf die Speicherung von biometrischen Merkmalen in einer zentralen oder in vernetzten dezentralen Datenbanken, gesetzlich vorgeschriebener Einsatz von dezentralen autonomen Verifikationssystemen (z.B. auf Smart-Card Basis).

    * 5. Keine Speicherung von Biometrie-Rohdaten aufgrund der vielfältigen Mißbrauchsmöglichkeiten (Krankheitserkennung etc.).

    * 6. Keine Verwendung von biometrischer Technologie, die zu einer Diskiminierung einzelner Personen bzw. Personengruppen führt.

    * 7. Test der geplanten Systeme durch unabhängige Organisationen, umfassende Feldtests vor der Einführung sowie eine öffentliche wissenschaftliche Begleitung des Einsatzes.

    * 8. Die strenge Zweckbindung der biometrischen Daten muß durch robuste rechtliche und technische Maßnahmen gewährleistet sein.

    * 9. Verzicht der Verwendung von RFID-Technologie zur Speicherung und Abfrage der biometrischen Daten.

    21. Oktober 2004
  • : Anleitung zum Fingerabdruckfälschen
    Anleitung zum Fingerabdruckfälschen

    Der Chaos Computer Club hat eine sehr anschauliche Anleitung zum Fälschen von Fingerabdrücken auf seiner Seite, mit vielen Bildern hinterlegt. Ziel ist es, darüber aufzuklären, dass sich hinter Fingerabdrücken im Pass nur eine scheinbare Sicherheit befindet, die von jedem, der ein Interesse hat, leicht umgangen werden kann.

    21. Oktober 2004
  • : Alle im Bundestag gegen Softwarepatente?
    Alle im Bundestag gegen Softwarepatente?

    Nachdem die FDP jetzt nun auch Softwarepatentegegner ist und einen Entschliessungsantrag in den Bundestag gebracht hat, der wohl morgen dort behandelt werden soll, ist nun wohl auch die CDU-Fraktion dagegen. Wunderbar, aber wieso dauert das so lange? Die Grünen waren mal wieder Vorreiter, indem sie sich schon im Jahre 2000 gegen Softwarepatente aussprachen und die Entscheidung des Europaparlaments ist vor allem der Grünen Europafraktion zu verdanken. Mal schauen, wie CDU und FDP im Europaparlament abstimmen werden. Und was macht jetzt die SPD? Bastelt wohl an einem eigenen Antrag und ist sich wohl noch nicht sicher, ob sie einen Antrag gegen ihre eigene Justizministerin stellen kann. Aber wieso nicht, wenn die im Justizministerium geleistete Arbeit Innovation und Wettbewerb schadet? Wir werden es vermutlich morgen nachmittag sehen.

    20. Oktober 2004
  • : Die Macht der Blogger
    Die Macht der Blogger

    Focus.de berichtet über die Nutzung von Weblogs im US-Wahlkampf: „Die Macht der Blogger“.

    20. Oktober 2004
  • : WikiNews – Freie Nachrichtenquellen
    WikiNews – Freie Nachrichtenquellen

    WikiNews ist eine neue Projekt-Idee aus dem Wikipedia-Umfeld:

    „Die Idee, die hinter dem Projekt Wikinews steht, ist nicht weniger gewagt. Wir streben an, eine freie Nachrichtenquelle zu schaffen, die jeden Menschen einlädt, Berichte über große und kleine aktuelle Ereignisse beizutragen, sei es aus direkter Erfahrung oder in Form einer Zusammenfassung aus anderen Quellen. Wikinews gründet sich auf die Idee, dass wir etwas Neues erschaffen, nicht etwas Altes zerstören wollen. Es basiert auf dem Glauben, dass wir gemeinsam eine großartige und einzigartige Nachrichtenquelle aufbauen können, die die Medienlandschaft bereichern wird.“

    19. Oktober 2004
  • : Strategisches Wählen durch Tauschen
    Strategisches Wählen durch Tauschen

    „VotePair“ ist eine Stimmentausch-Kampagne, die schon ganze 1000 US-Bürger gefunden hat, die mit einem US-Bürger in einem anderen US-Staat die Stimmen tauschen. Die Idee dahinter ist, dass Wähler der kleinen Parteien in sogenannten Swing-Staats zur Wahl von Kerry zu bewegen. Im Tausch gibts dafür die Stimme eines Demokraten aus einem klaren Pro-Bush Staat, der dafür einen „alternativen“ Präsidentschaftskandidaten wählt.

    18. Oktober 2004
  • : Data-Mining im US-Wahlkampf
    Data-Mining im US-Wahlkampf

    Passend zur US-Präsidentenwahl hab ich im SmartMobs-Weblog einen Link zu einem 1 Jahr alten Artikel („ ‚Demzilla’ and ‚Voter Vault’ Are Watching You“) gefunden, der die Data-Mining Taktiken der beiden grossen Parteien beleuchtet. Sowohl Demokraten als auch Republikaner nutzen die Erfahrungen von Direktmarketing-Firmen. Beide Parteien besitzen die personenbezogenen Daten von über 160 Millionen US-Bürgern und verknüpfen sie beliebig, um die unterschiedlichen Zielgruppen passend ansprechen zu können.

    Die Republikaner lassen ihre Software Offshore in Indien programmieren, während die Demokraten eine Software auf der Linux-Plattform nutzen, die aber anscheinend nicht im Quellcode verfügbar ist. Zumindest finde ich keinerlei Informationen auf der Webseite des Anbieters.

    Das Ganze ist natürlich stark kritisierungswürdig, so dass auch Kritiker in dem Artikel auch zu Wort kommen :

    Beth Givens, Direktor des Privacy Rights Clearinghouse:

    „Think about the possibilities for abuse, for manipulation – democracy suffers when you tailor your message 12 different ways depending on who you want to reach out to,“ she said. „The data that can be purchased is mind-boggling.“

    Professor Oscar H. Gandy Jr. of the Annenberg School for Communication at the University of Pennsylvania, who studies the impact of the new technology on the democratic process:

    „If full and equal participation in the public sphere is a fundamental requirement for the realization of the goals of the idealized democracy, then the use of segmentation and targeting by political consultants is a serious threat,“ Gandy said. In his view, the decline in voter participation „is undoubtedly the result of a strategy of focusing campaign resources on that segment of ‚likely voters’ that are likely to vote the right way.“

    18. Oktober 2004
  • : Die Hardware hinter Echelon
    Die Hardware hinter Echelon

    Echelon, das weltumspannende Spionage- und Überwachungsnetz von USA, UK, Kanada, Australien und Neuseeland, ist seit dem 11. September etwas in Vergessenheit geraten. Der kritische Abschlussbericht des EU-Parlaments zu dem Thema wurde leider eine Woche zu spät veröffentlicht. Nun gibt es mal wieder einen Artikel zu der verwendeten Hardware hinter Echelon, welches aus mehr als 120 Überwachungsstationen und Satelitten weltweit besteht. Techworld berichtet in „Want to know the hardware behind Echelon?“ über Texas Memory Systems, welche die Technik für die Speicherung und Analyse der riesigen Datenmassen liefern.

    Futurezone hat daraus einen deutschsprachigen Artikel gemacht: „Welche Hardware für Echelon rechnet“.

    Echelon-Karte

    Mehr Infos zu Echelon:

    * Telepolis-Special über Echelon

    * c’t 5/98, S. 82: Lauschangriff: „Geheimdienste lesen ungeniert mit – Grundrechte werden abgebaut“, von Ingo Ruhmann, Christiane Schulzki-Haddouti

    * EchelonWatch.org von US-Bürgerrechtsorganisationen

    18. Oktober 2004
  • : Copyright-War: USA geht in die Vollen
    Copyright-War: USA geht in die Vollen

    John Ashcroft, seines Zeichen Justizminister der USA (und Vertreter der religiösen rechten in der Regierung), hat gestern eine neue Offensive zur Durchsetzung von Geistigem Eigentum („Aggressivster Angriff auf die Vergehen gegen geistiges Eigentum in der Geschichte unseres Landes“) verkündet. Ähnlich wie bei der EU-Richtlinie zur Durchsetzung Geistigen Eigentums soll damit gegen Medikamenten- und Markenfälscher vorgegangen werden, die man zu Recht als Organisierte Kriminalität bezeichnen kann. Allerdings ist das ganze auch gegen unkommerzielle Tauschbörsennutzer gerichtet, hier wird u.a. ein Auskunftsrecht, ein Erziehungsprogramm um den „Respekt vor dem geistigen Eigentum“ zu steigern (wohl für Jugendliche, die Musik tauschen) und eine intensivere Zusammenarbeit mit den Opfern „geistigen Diebstahls“ (Was wohl die Musik- und Filmindustrie sein dürfte).

    Telepolis bringt übersetze Zitate aus der Mitteilung:

    „Der Raub geistigen Eigentums ist eine klare Gefahr für unsere Wirtschaft und für die Gesundheit, den Schutz und die Sicherheit der amerikanischen Bürger“, erklärte der Justizminister. Weil Piraterie so leicht sei und mit einem „einzigen Computerklick“ Millionen von Raubkopien weltweit verteilt werden können, und weil es bei der Strafverfolgung weltweit mangele, müsse die US-Regierung die Rechte am geistigen Eigentum stärken und mit aller macht schützen.

    Bis letzter Woche sah es ja so aus, als ob Deutschland mit dem „2. Korb“ der Urheberrechtsnovellierung die schärfsten Gesetze in der Welt zur Tauschbörsen-Problematik bekommt, aber auf die USA ist immer Verlass, vor allem in Wahlkampfzeiten.

    Die Reaktionen von US-amerikanischen Bürgerrechts- und Verbraucherschutzorganisationen kamen auch prompt, wie Wired berichtet:

    Jason Schultz von der EFF meinte dazu:

    „You’re turning tens of millions of people into criminals for doing nothing more than downloading or uploading a single song. We’re talking about kids listening to music or watching movies. This is a clear example of getting taxpayers to fund the RIAA’s private war,“

    Mike Godwin, legal director of Public Knowledge sagte dazu:

    „The rights holders have an easy a game as you can imagine when it comes to going after offenders. Over the past year, the music industry has sued thousands of individuals who allegedly offered copyright songs on the internet for others to download. The peer-to-peer piracy problems facing the music and movie industries are not likely to go away with additional enforcement. Certainly it is appropriate to enforce your interests (as a copyright holder),“ Godwin said. „But you also need to restructure the way to do business to accommodate what people actually do with the new tools they have.“

    Auf Slashdot gibts natürlich eine grosse Debatte um das Thema.

    14. Oktober 2004