Generell

Allgemeine Berichte aus der Welt, in der wir leben, der Politik und der Kultur Deutschlands und des Internets.

  • : Auch Christen brennen Musik
    Auch Christen brennen Musik

    Was man nicht alles mit Google-News findet:

    N a s h v i l l e (idea) – „Wer CDs brennt, wird in der Hölle brennen!“ Mit solchen Gerichtsdrohungen will ein amerikanischer Bekleidungshändler per T‑Shirt-Aufdruck jugendliche Raubkopierer das Fürchten lehren. Eine Studie der Gospel Music Association (Nashville) hatte ergeben, daß illegales Vervielfältigen von Musik auch unter christlichen Jugendlichen in den USA verbreitet ist. 77 Prozent gaben an, in den letzten sechs Monaten wenigstens eine illegale Kopie gemacht zu haben.

    Das schreibt die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA und zitiert den Webshop-Betreiber:

    „Die Musikindustrie hat mit allen möglichen Aktionen versucht, die Leute zum Kaufen von CDs anzuregen. Nichts davon hat funktioniert. Ich denke, wir haben jetzt einen frechen, ironischen Beitrag, der auf das Problem wirksam aufmerksam machen wird“, so Rogers. Die T‑Shirts werden in mehreren Varianten angeboten. Weitere Aufdrucke lauten „WWJB – What Would Jesus Burn?“ (Was würde Jesus brennen?) und „Jesus liebt Kinder, außer jenen, die CDs brennen.“

    6. Januar 2005
  • : Radioshow: Free Culture Future
    Radioshow: Free Culture Future

    Lawrence Lessig war vorgestern Gast in der US-Radioshow „The Connection“. Die 47min lange Sendung gibts als Real-Stream. Aus der Ankündigung:

    The open-source movement gave rise to a new philosophy of equal access to information and file-sharing. That’s when the voices of regulation stepped in.

    Lawrence Lessig is a law professor who brings democracy to the internet by challenging existing copyright laws. Lessig has published his „Free Culture“ manifesto on the web with a license that allows users to download, sample and edit his text. It’s a move that flies in the face of copyright laws that haven’t yet caught up to the digital world.

    Frage: Weiss jemand vielleicht ein komfortables Linux-Tool, um Real-Streams mit zu schneiden?

    6. Januar 2005
  • : Jamba-Story bei Spiegel Online
    Jamba-Story bei Spiegel Online

    Nach wenigen Wochen hat es Spreeblick mit der „Sendung mit der Maus“-artigen Erzählung über das Geschäftskonzept des Klingeltonanbieters Jamba endlich in die Mainstreammedien geschafft. Spiegel-Online berichtet heute darüber: Blogger heizen Jamba ein.

    6. Januar 2005
  • : UNO-Dokumente nur für Internet Explorer Nutzer
    UNO-Dokumente nur für Internet Explorer Nutzer

    Die Vereinten Nationen haben eine riesige Dokumentendatenbank, in der mehr als 800000 Dokumente seit der Entstehungszeit archiviert werden:

    The United Nations Official Document System (ODS) is a system for storing and retrieving United Nations documents that allows users to search for and retrieve documents via high-speed networks and the Internet, and permits high-speed transmission of documents through telecommunications links. They include pre-session, in-session and post-session documentation for meetings of the General Assembly and its subsidiary bodies, the Security Council and its subsidiary bodies, the Economic and Social Council and its subsidiary bodies and the Trusteeship Council, and for global conferences convened by the United Nations as well as for other meetings included in the Calendar of Conferences and Meetings authorized by the General Assembly. The documents and official records are stored in the official languages of the United Nations: Arabic, Chinese, English, French, Russian and Spanish.

    Letztes Jahr fand auch der World Summit on the Information Society (WSIS) statt und in der Abschlusserklärung bekannte sich die UNO zu „Access“, wie hier nachlesbar:

    Declaration of Principles

    Building the Information Society: a global challenge in the new Millennium

    B. An Information Society for All: Key Principles
    (…)
    3) Access to information and knowledge
    24. The ability for all to access and contribute information, ideas and knowledge is essential in an inclusive Information Society.
    25. The sharing and strengthening of global knowledge for development can be enhanced by removing barriers to equitable access to information for economic, social, political, health, cultural, educational, and scientific activities and by facilitating access to public domain
    information, including by universal design and the use of assistive technologies.
    26. A rich public domain is an essential element for the growth of the Information Society, creating multiple benefits such as an educated public, new jobs, innovation, business opportunities, and the advancement of sciences. Information in the public domain should be
    easily accessible to support the Information Society, and protected from misappropriation. Public institutions such as libraries and archives, museums, cultural collections and other community-based access points should be strengthened so as to promote the preservation of documentary records and free and equitable access to information.
    27. Access to information and knowledge can be promoted by increasing awareness among all stakeholders of the possibilities offered by different software models, including proprietary, open-source and free software, in order to increase competition, access by users, diversity
    of choice, and to enable all users to develop solutions which best meet their requirements. Affordable access to software should be considered as an important component of a truly inclusive Information Society.

    Wer allerdings denkt, „Access“ mit einem Browser ausser dem Internet Explorer zu bekommen, hat sich geirrt. Suchen geht, aber ein Anschauen der Dokumente ist nur mit dem IE möglich. Schuld ist eine Javascript-Funktion auf der Microsoft ASP-Seite. Vermutlich auch noch von Microsoft gesponsert? Vielleicht werden jetzt im Laufe des WSIS2-Prozesses mal mehr Leute wach und erkennen die Bedeutung von offenen Standards für eine „inklusive Wissensgesellschaft“.

    Update:

    Mittlerweile haben es die UNO-Techniker hinbekommen. Firefox & Mozilla werden jetzt auch unterstützt. Wieso nicht gleich so?

    6. Januar 2005
  • : Protest gegen GVL-Preiserhöhung
    Protest gegen GVL-Preiserhöhung

    Die Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten mbH (GVL) erhöht die Pauschalbeiträge für Internetradios. Nicht mal so, sondern gleich um mehr als 300%. Nun regt sich Protest dagegen und mit GVL-Protest gibts die erste Kampagnenseite:

    Wenn es nach der GVL geht, gehören diese fairen, und auch von kleinen nicht-kommerziellen Webradios bezahlbaren Beiträge, ab April 2005 der Vergangenheit an. Seit Ende 2004 verschickt die GVL ihre neuen Tarife und Nutzungsbedingungen an die Sender. Der Inhalt dieser Schreiben dürfte das Ende von (schätzungsweise) mehreren tausend lizenzierten Webradios in Deutschland bedeuten.

    Über 350 Euro für die Musikindustrie für weniger als 20 Hörer

    Eine pauschale Rechnung über die Preiserhöhungen aufzustellen ist kaum möglich, da sie je nach Sender von vielen unterschiedlichen Faktoren abhängig sind und die Tarifgestaltung recht komplex ist (siehe Tabelle unten). Es kann aber durchaus vorkommen, dass ein kleiner nicht-kommerzieller Sender, mit einer durchschnittlichen Hörerzahl von unter 20 Personen, über 350 Euro im Monat an die GVL zahlen muss. Auf die meisten Sender kommt durch die neuen Tarife eine Beitragserhöhung von 300 Prozent oder weitaus mehr zu. (Einige Sender sprechen von über 1000 Prozent).

    Damit aber nicht genug.

    Die neuen Nutzungsbedingungen die den Internetradios von der GVL auferlegt werden, können nur mit allergrößten Arbeits- und Technikaufwand erfüllt werden, manchmal ist es technisch sogar so gut wie unmöglich sie umzusetzen.

    Eigentlich wollte ich mir jetzt noch das eine oder andere passende Zitat von der IFPI holen, aber die sind mal wieder offline. Sehe noch deutlich die Lobbyisten von denen mit Schaum vor dem Mund, die über all die bösen Internetradio-Piraten wetterten und den Gesetzgeber aufforderten, gleich die ganze Software zum Mitschneiden von Radiosendungen zu verbieten.

    [via Raben.Horst]

    6. Januar 2005
  • : Bill Gates: Alles Kommunisten
    Bill Gates: Alles Kommunisten

    News.com hat Bill Gates interviewed. Das lange Interview ist streckenweise ziemlich langweilig, interessant wirds erst, wenn er digital rights‑, free culture- und no softwarepatents-vertreter als Kommunisten bezeichnet:

    Q: In recent years, there’s been a lot of people clamoring to reform and restrict intellectual-property rights. It started out with just a few people, but now there are a bunch of advocates saying, „We’ve got to look at patents, we’ve got to look at copyrights.“ What’s driving this, and do you think intellectual-property laws need to be reformed?

    BG: No, I’d say that of the world’s economies, there’s more that believe in intellectual property today than ever. There are fewer communists in the world today than there were. There are some new modern-day sort of communists who want to get rid of the incentive for musicians and moviemakers and software makers under various guises. They don’t think that those incentives should exist.

    And this debate will always be there. I’d be the first to say that the patent system can always be tuned–including the U.S. patent system. There are some goals to cap some reform elements. But the idea that the United States has led in creating companies, creating jobs, because we’ve had the best intellectual-property system–there’s no doubt about that in my mind, and when people say they want to be the most competitive economy, they’ve got to have the incentive system. Intellectual property is the incentive system for the products of the future.

    Und hier gibts dann noch als Kommentar von BoingBoing die passende rote Copyleft-Flagge:

    6. Januar 2005
  • : Ed Felten´s zwölf Trends für 2005
    Ed Felten´s zwölf Trends für 2005

    Ed Felten schaut in seinem Blog Freedom to Tinker in eine virtuelle Glaskugel und sagt 12 Trends für das Jahr 2005 voraus. Mit dabei ist DRM, welches zunehmend als Sicherheits- und Datenschutzproblem für Endanwender angesehen wird. Keine weiteren Fortschritte wird es seiner Meinung nach bei Spam, Spyware und Desktop Sicherheitsproblemen geben. Filesharingsoftware wird Schwarmtechnologie (Bittorrent) mit Suchfunktionen verknüpfen, wie man es von Kazaa oder eMule her kennt…

    5. Januar 2005
  • : Frag Hollywood
    Frag Hollywood

    Wieso kann man von DVDs kein Backup machen? Cory Doctorow, Co-Autor von BoingBoing, geht dieser Frage in einem Artikel für Popular Science nach. Die Antwort ist ganz einfach: Weil Unterhaltungskonzerne das nicht wollen.

    We can’t rely on the vendors to act in our interest these days, dragging the entertainment execs kicking and screaming to the money tree. The irony is that the tech companies say that this is all done in your interest, that by pleasing the studios, they can give you a device for which Hollywood might make a few movies available. But it will be on their terms, not yours. With friends like that, who needs the Boston Strangler?

    Spannend in dem Zusammenhang ist auch ein Artikel auf IEEE Spektrum, indem Seth Schoen von der EFF und Dan Wallach, Professor an der Rice University, die neuesten Industriepläne für ein Advanced Access Content System (AACS) kritisieren.

    5. Januar 2005
  • : Jugendschutz und Freie Software
    Jugendschutz und Freie Software

    In einem Schnellschuss wurde im Jahre 2003 das Jugendschutzgesetz geändert und die Unterhaltungsspiele Selbstkontrolle (USK) eingeführt. Diese zertifiziert Spiele und vergibt eine Altersfreigabe. Schon bei der Verabschiedung war der Protest gross, weil der Gesetzgeber glatt Freie Software übersehen hatte, die ein anderes Entwicklungsmodell hat als herkömmliche Software. Die Grundidee der USK ist nachvollziehbar: Spieleentwickler oder Publisher bringen ein Spiel heraus, dass eine längere Entwicklungszeit hinter sich hat. Das Spiel wird vor Veröffentlichung an die USK geschickt, und diese zertifiziert das Spiel mit Kosten von „250 bis 1000“ Euro, wie mir gerade am Telefon erklärt wurde. Dann kommt das Spiel mit einem Stempel „Ab 18“ oder „Ab 6“ in den Handel. Bei Freier Software ist dies allerdings anders. Sehr oft werden Spiele in der Freizeit programmiert und blutige Ballerorgien wie Quake3 sind eher die Seltenheit. Und wenn, dann steht hinter Quqke3 & Co ein grosser Publisher, der mal eben die Kosten aus der Portotasche bezahlt. Wer allerdings einen Tetris-Clone als Freie Software programmiert und auf einem Datenträger verbreiten will, darf dies ohne Zertifizierung nicht an unter 18-jährige machen. Und Probleme gibt es, wenn die Version 0.7 zertifiziert wird, und einen Monat später gibts die Version 0.8. Denn dann braucht man erneut eine Zertifizierung!

    Konkret ging es mir gerade bei einem Anruf bei der USK um die Linux Kinder-Distribution „Jux“. Diese wird von einem nicht-kommerziellen Österreichischen Verein zusammengestellt und enthält jede Menge Lernprogramme und ‑spiele auf einer selbstbootenden Linux-CD. Das Projekt wird von der Bundesinitiative „Jugend ans Netz“ und der Bundeszentrale für politische Bildung gefördert. Wenn ich die Distribution (zum Selbstkostenpreis) in einem Geschäft wie dem LinuxTrendStore in Berlin weitergeben möchte, mache ich mich zwar nicht strafbar, riskiere aber, von Konkurrenten wegen Marktverzerrung angeklagt zu werden, da die Zertifizierung nicht gemacht wurde. Sehr bizarre Logik.

    Ich versuchte das gerade der passenden USK-Referntin am Telefon zu erklären, die sehr unfreundlich war. Auch der Begriff „Freie Software“ sagte ihr nix und ich tastete mich über „Open Source Software“ an „Linux Software“ heran, was sie dann irgendwie verstand. Downloaden darf man die Software, aber das Brennen auf einen Datenträger und die Weitergabe von diesem ist durch das Jugendschutzgesetz streng reguliert. Games Knoppix steht vor demselben Problem und darf nur zum Download angeboten werden. Die unfreundliche Referentin hatte dann auch keine Lust, mir weiter am Telefon die Logik zu erklären und verwies immer nur auf deren Webseite, die ich selbstverständlich vor dem Anruf ausgiebig gelesen habe, um meine Fragen einzugrenzen. Und die natürlich nicht auf meine Fragen eingeht.

    Nächster Schritt ist also der Gesetzgeber in Form des Bundestages, bzw. des Familienministeriums, die ich mal in nächster Zeit angehe. Vielleicht wird daraus auch mal eine kleine Kampagne, denn das Problem betrifft Freie Software insgesamt. Was ist beispielsweise mit einer Knoppix, die ja auch viele Spiele enthält? Und was ist der Unterschied zwischen einer Knoppix und einer Games Knoppix? Muss ich für meine eigene kleine (virtuelle) Distribution auch diese Zertifizierung machen, um sie an Jugendliche zu vertreiben, nur weil da ein paar Solitär- und Tetris-Clone drauf sein könnten?

    5. Januar 2005
  • : Copyright kills Culture?
    Copyright kills Culture?

    Martin Gretschmann, auch bekannt als Console und Mitglied von The Notwist, hat als Acid Pauli verkleidet einen Song von Johnny Cash geremixt: „I See A Darkness“. Ein echt wunderbarer Song, den ich kurz vor Weihnachten bei „Disconize me“ gefunden hatte. Der Song bekam auch den Spitzenplatz der Single-Charts 2004 der Laut.de-Redaktion, obwohl er nur im Netz angeboten wurde. Nun ist er aus dem Netz verschwunden und Laut.de vermutet dahinter Sony Music, den Rechteinhaber des „Johnny Cash“-Vermächtnisses.

    Sehr schade, denn der Remix ist ein wunderbares Beispiel für kulturelle Weiterentwicklung und ein ähnlicher Fall wie das Grey Album von Danger Mouse, welches von Entertainment Weekly erst gestern zum Album des Jahres 2004 gemacht hat.

    In gängigen Filesharing-Börsen dürfte der Song aber noch vorhanden sein: „iseeadarkness.mp3“ hiess die zum Download bereitgestellte Datei.

    Update: Jetzt gibts wohl auch noch ne Abmahnung gegen das Weblog Disconize:

    Falls sich jemand über die geschrumpfte Anzahl von Einträgen in diesem Blog wundert: Es gab eine Abmahnung wegen Links zu mp3s! Grund dafür war wohl der Acid-Pauli Remix. Eintrag ist entfernt. Hoffentlich wird wieder alles gut!

    5. Januar 2005 1
  • : Club-Mate ist gesund
    Club-Mate ist gesund

    Dass Club-Mate als Eistee eine Menge Zucker enthält, war schon klar. Wieviel bisher noch nicht. Diese Frage wurde nun gelöst und das Gewissen freut sich: Nur halb soviel Zucker wie Cola, Fanta oder Orangensaft auf den Liter bezogen:

    CLUB-MATE enthällt 54 g Zucker pro Liter, 22 Kcal pro 100 ml, das entspricht 2 BE pro Flasche.

    Zum Vergleich: 110 g Zucker pro Liter Coca Cola, 120 g pro Liter Fanta, 100 g pro Liter Orangensaft (letzteres ist allerdings kein fieser böser Kristall-Rafinadezucker sondern freundlich lächelnder, aber genauso kalorienreicher Fruchtzucker). Ein Stück Würfelzucker sind so ca. 3g. 1g Zucker hat so etwa 4 kcal (je nach Zuckersorte). D.h. Mate ist im Vergleich zu den üblichen Alternativen (ausser Wasser natürlich) durchaus die bessere Wahl. Mit 110 kcal / Flasche ist eine Mate etwa so energiereich wie zwei Scheiben Standard-Mischbrot (das ist was Loscher mit “2 BE pro Flasche meint“).

    [via Knowledge Brings Fear]

    5. Januar 2005
  • : US-Musikindustrie unterliegt bei Auskunftsrecht
    US-Musikindustrie unterliegt bei Auskunftsrecht

    Im Rahmen ihrer Klagewellen-Kampagne verlor die US-Musikindustrie in Form ihres Branchenverbandes RIAA ein weiteres Mal vor Gericht. Und zwar ging es um ein Auskunftsrecht, die RIAA wollte ohne Zwischenschritte mit Gericht und Staatsanwälte an die Daten von potentiellen Tauschbörsennutzern herankommen. Und zwar gleich im grossen Paket. Dies geht nun nicht, sondern nur in begründeten Einzelfällen bei konkretem Verdacht. Nun hat die RIAA ihre Strategie umgestellt und erstattet in der Regel erstmal Anzeige gegen Unbekannt, um die Herausgabe der Daten im Einzelfall erzwingen zu können. Der US-Provider Charter Communications bekam bei dem Prozess Unterstützung von einer Reihe von (Netz-) Bürgerrechtsorganisationen:

    The Electronic Frontier Foundation (EFF), along with 21 other groups, including the American Civil Liberties Union (ACLU), the Consumer Federation of America (CFA), and the Computer & Communications Industry Association (CCIA), filed a „friend of the court“ brief in the Charter case, urging the Eighth Circuit to determine that the same strong protections applied to anonymous speech in other contexts also apply when copyright infringement is claimed but has not yet been proven. In a victory for privacy and anonymity, the Eighth Circuit determined that DMCA subpoenas could not be used to get this information.

    5. Januar 2005
  • : Piraterie-Steuer?
    Piraterie-Steuer?

    News.com berichtet über die Entscheidung des Landgericht München, dass PCs nach dem Urheberrecht abgabenpflichtig sind. In dem Musterprozess hatte die VG Wort gegen Fujitsu Siemens geklagt und das Gericht entschied auf zwölf Euro Urheberrechtspauschale. Bei News.com klingt das ganze dann in gewohnter IP-Rhetorik so:

    Fujitsu-Siemens has been ordered by a German court to pay a levy every time one of its computers is sold in the country, as part of a „tax on piracy.

    4. Januar 2005
  • : War on Filesharing = War on Drugs?
    War on Filesharing = War on Drugs?

    CNN zitiert den Vorsitzenden der IP Task Force des US-Justizministeriums, der den „Kampf gegen Filesharing“ mit dem „War on drugs“ vergleicht:

    „There are a lot of similarities with the drug war,“ said David Israelite, chairman of the U.S. Justice Department’s Intellectual Property Task Force. „You never really are going to eliminate the problem, but what you hope to do is stop its growth.“

    Hier zeigt sich die falsche Logik im System. Der „War on Drugs“ hat weder das Problem gelöst, noch das Wachstum gestoppt. Drogen sind heute vor allem unter jungen Menschen populärer als je zuvor. Auch wenn die UNO immer noch daran glaubt, in vier Jahren die Welt drogenfrei zu bekommen. Stattdessen kommen in Deutschland jedes Jahr mehr als 200.000 zumeist junge Menschen wegen des Konsums von Cannabis in den Konflikt mit den bestehenden Gesetzen. Sei es, dass der Führerschein für kiffen im Park ohne Teilnahme am Strassenverkehr entzogen wird oder in südlichen Bundesländern Bewährungsstrafen für den Besitz kleinerer Mengen Cannabis verhängt werden. Einen sehr progressiven Ansatz für ein globales Cannabisregulierungsmodell haben der Verein für Drogenpolitik und der Deutsche Hanfverband vorgelegt. Die Broschüre gibt es hier als PDF. Eine sehr interessante Broschüre und ein durchaus lesenswertes Konzept.

    Auch der „War on Filesharing“ wird das Problem nicht lösen und auch das Wachstum von Tauschbörsen nicht stoppen. Neue Lösungen sind hier gefragt. Das Netzwerk Neue Medien hat aktuell zusammen mit Privatkopie.net eine Stellungnahme zum „2. Korb der Urheberrechtsreform“ veröffentlicht und fordern das Bundesjustizministerium auf, sich für eine Kulturflatrate einzusetzen. Die Stellungnahme kann hier heruntergeladen werden. Heise hat Heiligabend dazu einen Artikel mit dem Titel „Urheberrecht soll „digitale Revolution für alle“ ermöglichen“ veröffentlicht.

    4. Januar 2005
  • : Richard Stallman im Interview
    Richard Stallman im Interview

    Wieder mal gibt es ein langes Interview mit Richard Stallman von der Free Software Foundation, diesmal auf Kerneltrap.org. In diesem wird er zum Unterschied zwischen den Philosophien der Freien Software und der Open Source Bewegung befragt, wie zu GNU/Linux, GNU/Hurd und Freier Software im Allgemeinen. Aus dem üblichen Rahmen fallen die letzten Fragen und Antworten zu DRM und der Zukunft von digitalen Medien:

    Q: Is there any other current event that you’d like to address?

    Richard Stallman: The FCC last year decided to require digital restrictions management in all receivers of digital TV. And not only that, to require that they be made not modifiable by the user. I think they have not yet decided whether this device is software controlled. If they make it software controlled then for the first time there will be a government policy explicitly banning free software for a job that millions of people are going to want to
    do.

    Q: Are you optimistic about this?

    Richard Stallman: I don’t know. I am a pessimist by nature. Many people can only keep on fighting when they expect to win. I’m not like that, I always expect to lose. I fight anyway, and sometimes I win.

    I’m not the main leader in this particular battle. The Electronic Frontier Foundation is fighting. Public Knowledge is fighting. People need to get involved politically. At this point people should go to the EFF website and the Public Knowledge website, and continue doing so over the coming weeks to see how they can get involved in this coming campaign. It’s going to take a lot of people spending probably at least twenty minutes. If you care enough about your freedom to spend twenty minutes on it, if you can tear yourself away from whatever little job it is you’re doing this week, and next week, and so on. Spend a little time fighting for your freedom, and we can win.

    4. Januar 2005
  • : Neue Linux-Distributionen
    Neue Linux-Distributionen

    Über die Feiertage haben sich wieder ein paar neue Linux-Distributionen bei mir angesammelt, auf die ich hier gerne mal kurz eingehen möchte:

    Jux kommt aus Österreich und trägt den Untertitel „Linux for Youngsters“. Jux ist gerade in der zweiten Version erschienen und die Zielgruppe der selbstbootenden Distribution sind klar jüngere Menschen. Eine Vielzahl an Lernprogrammen und Spielen sind dabei, ebenso die übliche Standardsoftware wie Firefox, OpenOffice, etc. Jux wird produiziert von netbridge, der Koordinierungsstelle für IKT in der außerschulischen Jugendarbeit in Wien.

    Der Xandros Desktop Version 3 Deluxe wurde mir passend zu Weihnachten aus den USA zugeschickt. Xandros basiert auf Debian, ist allerdings eine für Windows-Umsteiger modifizierte Linux-Distribution, die ihre Stärken klar in der Interaktion mit Windows-Rechnern hat. Zwei CDs und ein Handbuch werden mitgeliefert, dazu ist eine Lizenz für Codeweavers dabei, damit Windows-Software weitgehend problemlos auch auf Linux läuft. Xandros ähnelt vom Look her Windows und ein eigener proprietärer Datei-Manager ist dabei, der den Windows Explorer im Aussehen und in der Funktionsweise ähnelt.

    Auch dyne:bolic ist in der Version 1.4 mit dem Codenamen „LUMUMBA“ erschienen. dyne:bolic ist eine selbstbootende Linux-Distribution, welche auf die Bedürfnisse von Medienaktivisten, Künstlern und Kreativen ausgerichtet ist. Alle notwendigen Werkzeuge zur Multimedia-Produktion werden mitgeliefert, sei es Streamingsoftware und sonstiges Multimedia-Schnickschnack. Die neue Version soll auch auf allen Xbox-Systemen laufen.

    4. Januar 2005
  • : Anonym kommunizieren mit TOR
    Anonym kommunizieren mit TOR

    Auf dem 21c3 war einer der technischen Höhepunkte für mich die Präsentation von TOR, einer Anonymizer-Software, die JAP mehr als Konkurrenz machen wird. TOR funktioniert als Client und Server:

    Tor is a toolset for a wide range of organizations and people that want to improve their safety and security on the Internet. Using Tor can help you anonymize web browsing and publishing, instant messaging, IRC, SSH, and more. Tor also provides a platform on which software developers can build new applications with built-in anonymity, safety, and privacy features.

    Your traffic is safer when you use Tor, because communications are bounced around a distributed network of servers, called onion routers. Instead of taking a direct route from source to destination, data packets on the Tor network take a random pathway through several servers that cover your tracks so no observer at any single point can tell where the data came from or where it’s going. This makes it hard for recipients, observers, and even the onion routers themselves to figure out who and where you are. Tor’s technology aims to provide Internet users with protection against „traffic analysis,“ a form of network surveillance that threatens personal anonymity and privacy, confidential business activities and relationships, and state security.

    Die Software steht unter der BSD-Lizenz und ist für alle gängigen Betriebssysteme verfügbar. Server können von Nutzern eigenständig eingerichtet werden, für den Serverbetrieb sind 20KB/s Up- und Downstream nötig. Die Electronic Frontier Foundation fördert und unterstützt mittlerweile die Weiterentwicklung von TOR finanziell und durch ihre Anwälte.

    4. Januar 2005