Kultur
Meme, Veranstaltungen, Kunst, Museen, Remixe, Musik, Internetphänomene, Computerspiele und Archive.
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: Deutschlandradio veröffentlicht kostenlose Android-App „dradiointerview“
: Deutschlandradio veröffentlicht kostenlose Android-App „dradiointerview“ Das Deutschlandradio hat für den eigenen Einsatz eine Android-App entwickelt, die das lästige Problem von schlechten Sprachaufnahmen bei Telefon-Interviews lösen soll.
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: Mit dem BKA ins hacktivistische Dunkelfeld
Cover der BKA-Studie. Seriöslich. : Mit dem BKA ins hacktivistische Dunkelfeld In einer dritten Studie zum Phänomen „Hacktivismus“ findet das Bundeskriminalamt als Bedrohungspotential vor allem „Shitstorms“ sowie Informationskampagnen – und damit in der Regel legitime Meinungsäußerungen.
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: Dortmund: Whistleblower & Vigilanten. Figuren des digitalen Widerstands
: Dortmund: Whistleblower & Vigilanten. Figuren des digitalen Widerstands Bis zum 14. August läuft in Dortmund noch die Ausstellung „Whistleblower & Vigilanten. Figuren des digitalen Widerstands“. Die Ausstellung wird vom Hartware MedienKunstVerein (HMKV) im Dortmunder U ausgerichtet und stellt die Frage, was Hacktivisten, Whistleblower und (Internet-)Vigilanten verbindet.
Wie sehen die Rechtsvorstellungen der unterschiedlichen Akteure aus? Gibt es Gemeinsamkeiten? Wer spricht und handelt für wen und im Sinne welches (höheren) Rechts? Ein Schwerpunkt der Ausstellung wird insbesondere auf den unterschiedlichen Rechtsvorstellungen und Selbstlegitimierungsstrategien liegen, mit denen die Akteure – seien es Aktivisten, Whistleblower, Hacker, Onlineaktivisten oder Künstler – ihr Handeln begründen.
Eine Ausstellung mit Arbeiten von 419eater.com, Anonymous, Julian Assange, John Perry Barlow, William Binney, Critical Art Ensemble, Cypherpunks, Lutz Dammbeck, DIS, Thomas Drake, Electronic Disturbance Theatre, Daniel Ellsberg, Etoy, Omer Fast, Dominic Gagnon, Ted Kaczynski (a.k.a. Unabomber), Neo-Luddism, LulzSec, Chelsea Manning, Tim May, Metahaven, Netzpolitik / #Landesverrat, Trevor Paglen, Peng! Collective, Jesselyn Radack, Milo Rau / IIPM – International Institute of Political Murder, Edward Snowden, Clark Stoeckley, Telecomix, UBERMORGEN, WikiLeaks, u.a.
Die Ausstellung lohnt sich, und das Dortmunder U ist nur rund 5–10 Minuten vom Hauptbahnhof entfernt, so dass man auch einen Zwischenhalt in Dortmund nutzen kann, sich das anzuschauen. Der Eintrittspreis beträgt 5 Euro / 2,50 Euro ermäßigt. Die offiziellen Pressefotos sind schöner als meine Handybilder und deshalb hab ich hier eine kleine Auswahl davon zusammengestellt, die einen ersten Eindruck vermitteln. Die Ausstellung ist aber viel größer. Eine Stunde Zeit sollte man sich schon Zeit nehmen.
Wir sind dort auch ausgestellt:
Die NSA-Überwachungsprogramme PRISM und Tempora werden anschaulich erklärt:
Anonymous ist mehrfach Bestandteil der Ausstellung:
Intelexit vom Peng! Collective lädt dazu ein, Geheimdienstler zu trollen:
Erinnert sich noch jemand an etoy?
Und das sind die ausgedruckten Pentagon-Papers:
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: Interview zu Störerhaftung und Abmahnungen: „Wir haben ein Problem mit der Anwendung des Gesetzes durch unsere Gerichte“
: Interview zu Störerhaftung und Abmahnungen: „Wir haben ein Problem mit der Anwendung des Gesetzes durch unsere Gerichte“ Alle reden wieder über die Störerhaftung, seit die Bundesregierung eine Gesetzesänderung angekündigt hat. Wir sprechen in einem Interview mit Rechtsanwältin Beata Hubrig über Freifunk-Initiativen und Störerhaftung, Abmahnungen und Gegenwehr und darüber, welche Fragen noch offen sind und ob wirklich weniger Abmahnungen zu erwarten sind, wenn die Gesetzesänderung kommt.
Freifunker und Unterlassungserklärungen
netzpolitik.org: Sie vertreten in Vor- und Gerichtsverfahren Freifunker, die Empfänger der berüchtigten Schreiben von einer Abmahn-Kanzlei sind. Von wie vielen Freifunkern wurden denn mittlerweile erfolgreich Forderungen der auf Abmahnungen spezialisierten Kanzleien im Verfahren oder Vorverfahren eingetrieben?
RAin Hubrig: Keiner meiner Freifunk-Mandanten hat einer solchen Forderung nachgegeben. Auch alle anderen meiner Mandanten, die abgemahnt wurden, zahlten die geforderten Summen nicht und unterschrieben schon gar nicht diese gefährlichen Unterlassungserklärungen – auch keine modifizierten.
netzpolitik.org: Was ist denn das Problem mit diesen Unterlassungserklärungen? Kann man nicht einfach sagen: „Okay, ich werde nie wieder dieses Werk filesharen“, wenn man das ohnehin nicht vorhat, aber danach wenigstens seine Ruhe hat?
RAin Hubrig: Gegenfrage: Warum unterschreiben Sie kein Dokument, dass Sie ab heute „keine Ziegen mehr begatten werden“? Ernsthaft: In der Vergangenheit haben Gerichte solche Erklärungen schon als implizites Schuldeingeständnis eingestuft. Mit der Unterlassungserklärung wird eine Urkunde erstellt, in welcher der Unterzeichner sich dazu verpflichtet, ein konkretes rechtswidriges Verhalten nicht zu wiederholen. Diese Wiederholungsgefahr setzt denklogisch eine rechtswidrige Tat voraus.
netzpolitik.org: Sowohl die Große Koalition, die Piratenpartei als auch die Kanzlerin behaupten stolz, es gäbe nun einen Durchbruch und sie hätten die Störerhaftung abgeschafft oder abschaffen lassen. Zuerst einmal: Was ist ein Störer, warum muss er haften und was hat das mit offenen WLANs zu tun?
RAin Hubrig: Die Störerhaftung ist ein klassisches zivilrechtliches Rechtskonstrukt, welches mit den jetzt diskutierten Ideen auch nicht abgeschafft wird. Die Störerhaftung ist und bleibt im Bürgerlichen Gesetzbuch geregelt. Dort ist ein Störer jemand, der eine Gefahrenquelle in seiner Sphäre beseitigen und für den daraus entstandenen Schaden haften muss. Ich halte eine Übertragung der Störerhaftung auf das reine Zugänglichmachen von Internet schon immer für mehr als unglücklich. Schließlich soll in dieser Lesart ein Internetanschluss eine Gefahrenquelle sein.
netzpolitik.org: Es gibt entsprechend einen Unterschied zwischen einem Täter und einem Störer, beispielsweise dem Filesharer und dem Anschlussinhaber, der das WLAN betreibt?
RAin Hubrig: Genau, der Unterschied ist wichtig. Der Filesharer ist der sogenannte Täter, der auch schadensersatzpflichtig bleibt. Um ihn geht es derzeit aber nicht, obwohl wir diese Problematik auch dringend diskutieren müssen. Die Aufregung um das Gesetzesvorhaben, also die Novellierung des Telemediengesetzes (TMG), befasst sich allein mit dem Anschlussinhaber, also dem Störer im rechtlichen Sinne.
Ein Mehr an Rechtssicherheit?
netzpolitik.org: Und was genau wurde nun abgeschafft? Oder wofür gibt es nun ein Mehr an Rechtssicherheit? Haben sich die Dinge wirklich verbessert?
RAin Hubrig: In der Vergangenheitsform können wir noch nicht sprechen. Das Vorhaben, das TMG zu verändern, auf welche Art auch immer, ist schon längere Zeit in der Mache. Was sich jetzt verändert hat, beruht auf einem Machtwort der Kanzlerin, welches aber auch nur deshalb geschah, weil wir eine für Betreiber offener Netze positive Stellungnahme des Generalanwaltes des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) haben. Zusammengefasst lässt der EuGH-Generalanwalt deutlich erkennen, dass er erzwungene Sicherungsmaßnahmen bei WLAN für europarechtswidrig hält.
Die Bundeskanzlerin erkennt diese politische Windrichtung und versucht, ihre Partei dahingehend zu orientieren und die Gesetzesänderung des TMG nach der Stellungnahme des EuGH-Generalanwalts auszurichten. Dahinter steckt, dass sich der EuGH in mehr als zwei Drittel der Fälle in seinen Urteilen nach der Stellungnahme der EuGH-Generanwaltes richtet.
Meine Rechtsmeinung dazu ist unverändert, dass das aktuelle Telemediengesetz schon genug Schutz für Menschen bietet, die ihr Internet teilen möchten. Sie werden privilegiert, ohne Ausnahme bezieht sich diese Privilegierung auch auf Unterlassen, so der Wortlaut. Wir haben einzig ein Problem mit der Anwendung des Gesetzes durch unsere Gerichte, die durch die Übertragung der Störerhaftung aus dem BGB ins Internet hier wohl eine Haftungslücke schließen wollten.
Ein lustiges Bild: Eine internationale milliardenschwere Industrie schickt ihre Anwälte reihenweise in Lumpen vor die Amts- und Landgerichte Deutschlands und überzeugt die Richter davon, wie sehr sie finanziell unter den Auswüchsen des Filesharings litten. Und um ihr Geschäftmodell bis auf den letzten Cent durchdrücken zu können, sollen die Gerichte dafür sorgen, dass das Internet vorgeblich kein rechts- oder haftungsfreier Raum mehr sei.
Das gebetsmühlenartige Gejaule dieser Verfechter einer „Haftungslücke“ soll davon ablenken, dass in diesen und anderen gesellschaftlichen Feldern – wenn überhaupt – in zwanzig Prozent aller Haftungsfälle jemand erfolgreich in Regress genommen werden kann.
netzpolitik.org: Das Bundeswirtschaftsministerium behauptet ja in seiner FAQ aus dem Jahr 2015, die jüngsten Entscheidungen der Gerichte seien „nur untergerichtlich“ und daher nicht maßgeblich. Was genau wurde denn in den sogenannten Freifunk-Verfahren entschieden, die hier angesprochen sind?
RAin Hubrig: Es handelte sich um eine Kostenentscheidung, also grob gesprochen beantwortete das Gericht rein summarisch die Erfolgsaussichten der negativen Feststellungsklage eines Freifunkers positiv. Man kann immer solche erstinstanzlichen Entscheidungen als minderwertig abtun, wenn man sich mit den darin enthaltenen Argumenten nicht auseinandersetzen möchte – ich würde sie allerdings nie „untergerichtlich“ nennen.
netzpolitik.org: Was ist eine solche „negative Feststellungsklage“?
RAin Hubrig: Eine Abmahnung setzt eigentlich eine berechtigte Forderung voraus. Da meine Mandaten und ich davon ausgehen, dass sie unberechtigt ist, muss diese Forderung natürlich in einem Antwortschreiben an den Vertreter der Rechteinhaber bestritten werden, verbunden mit einer Aufforderung, die Forderung zurückzunehmen. Freifunker beispielsweise tun dies regelmäßig, auch mit einer zeitnahen Frist.
Geht die Rücknahme der Forderung nicht innerhalb der Frist ein, kann mittels dieser negativen Feststellungsklage vor dem zuständigen Gericht (in Berlin das AG Charlottenburg) festzustellen beantragt werden, dass die ursprüngliche Forderung nicht besteht. Dies schafft Klarheit. Oft hängen die Forderungen der Abmahner bis zur Verjährung (grob drei Jahre) in der Luft, der Abgemahnte könnte in dieser Zeit jederzeit verklagt werden.
Was ist mit den Kosten bei unberechtigter Abmahnung?
netzpolitik.org: Kann ich denn mein WLAN zuhause nach der derzeitigen Rechtslage bedenkenlos meinen Nachbarn oder Passanten zur Verfügung stellen?
RAin Hubrig: Mein klare Rechtsmeinung dazu: ja, aber nicht bedenkenlos. Aber was kann man heute schon noch bedenkenlos machen? Bei mir holen sich selbst Künstler inzwischen im Vorfeld rechtlichen Rat ein.
netzpolitik.org: Wenn die Abmahnung unberechtigt war, werden dann eigentlich meine Anwaltskosten ersetzt?
RAin Hubrig: Es gibt rechtstheoretisch die Möglichkeit, sich bei einer unberechtigten Abmahnung seine eigenen Kosten bei Einschaltung eines eigenen Anwalts ersetzen zu lassen. Nach ständiger Rechtsprechung bei Abmahnungen im gewerblichen Rechtschutz existiert ein Schadensersatzanspruch aus allgemeinem Deliktsrecht, also § 823 BGB. Hier sagt die Rechtsprechung, der Abmahnende hätte sich durch eine gewissenhafte Prüfung und aufgrund vernünftiger und billiger Überlegung die Überzeugung verschaffen müssen, dass sein Schutzrecht rechtlich besteht. Das sind sehr hohe Voraussetzungen, und dass der Abgemahnte dies auch tatsächlich beweisen kann, ist fast ausgeschlossen, da er fast nie Zugang dazu hat, wie der Abmahnende die vorgebliche Rechtsverletzung im Vorfeld prüft. Weiter ist fraglich, ob diese Rechtsprechung zum gewerblichen Rechtsschutz auch auf das Urheberrecht übertragen werden kann. Für die Übertragung auf das Urheberrecht spricht, dass sich sonst der Abmahner relativ weit mit seinen Abmahnungen bewegen kann, ohne irgendwelchen möglichen Kosten ausgesetzt zu sein, so dass auch Abmahnungen auf gut Glück möglich sind.
netzpolitik.org: Was würden Sie denn betroffenen Bürgern auf den Weg geben?
RAin Hubrig: Ich denke, dass jeder einzelne Betroffene diesen rechtlichen Auswüchsen – diesem Quatsch! – mit Härte begegnen muss. Dazu gehört mindestens, dass den Forderungen deutlich widersprochen wird. Faustregel ist: „Wenn ich es nicht war, bestehen gegen mich auch keine Forderungen.“
Wichtig ist auch, dass die Tatsache als solches benannt wird, nämlich dass dieses Geschäftsmodell der im Industriemaßstab massenhaft abmahnenden Kanzleien auf der Angst vor Anwälten und Gerichtsprozessen beruht. Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass durch diese Abmahnpraxis das Ansehen der Juristen erheblich leidet.
netzpolitik.org: Vielen Dank, dass Sie uns für dieses Gespräch zur Verfügung standen.
Beata Hubrig ist Rechtsanwältin mit dem Schwerpunkt Datenschutz und Kommunikationsrecht. Sie unterstützt seit Jahren ehrenamtlich Freifunker in ihrem Kampf gegen urheberrechtliche Abmahnungen.
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: #rpTEN: „Know your terrorist credit score!“ – Über die Notwendigkeit einer Datenethik
Quelle: Screenshot : #rpTEN: „Know your terrorist credit score!“ – Über die Notwendigkeit einer Datenethik Unser Gesellschaft verändert sich zunehmend durch maschinelles Lernen, Big Data und vorhersagende Datenanalyse. In einem Talk der vergangenen re:publica sprach Kate Crawford vom Microsoft Research Institute über die Notwendigkeit eines Rechtsrahmens für Datenethik.
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: Leonhard Dobusch wird das Internet im ZDF-Fernsehrat vertreten
: Leonhard Dobusch wird das Internet im ZDF-Fernsehrat vertreten
Nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes wurde per ZDF-Staatsvertrag die Verteilung der Vertreter im ZDF-Fernsehrat neu zusammen gesetzt. Neu ist u.a. dass das Land Berlin einen Vertreter aus dem Bereich „Internet“ ernennen soll. Das Land Berlin hatte als Nominierungsverfahren den Vereinen Chaos Computer Club (CCC), D64 – Zentrum für Digitalen Fortschritt e.V., eco – Verband der Internetwirtschaft und media.net berlinbrandenburg e.V. die Möglichkeit eingeräumt, eine/n Vertreter/in zu benennen.Das Nominierungsgremium hat sich für Leonhard Dobusch entschieden, der als Universitätsprofessor für Organisation an der Universität Innsbruck u.a. zum Management digitaler Gemeinschaften und transnationaler Urheberrechtsregulierung forscht und nebenbei fleißiger freier Autor bei uns ist.
Wir freuen uns, dass Leonhard Dobusch als Vertreter des Internets demnächst unsere Interessen im ZDF-Fernsehrat vertreten wird und wünschen viel Erfolg. Das ZDF kann neue Impulse in Richtung Internet und Offenheit dringend gebrauchen.
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: Rezension: „Kultur der Digitalität“ von Felix Stalder
Felix Stalder (<a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:2010-09_CPOV_IMG_3260.JPG">Foto</a>: Ziko van Dijk, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de">CC BY-SA 3.0</a>) : Rezension: „Kultur der Digitalität“ von Felix Stalder Ungefähr seit das Internet Mitte der 90er Jahre in immer mehr Gesellschaftsbereichen relevant wurde, hat Felix Stalder, Professor für digitale Kultur an der Züricher Hochschule der Künste, diese Entwicklungen beobachtet, analysiert und theoretisiert. Stalders bevorzugtes Format dafür sind Essays, die aus seinem Blog über die Jahre eine ganze Bibliothek voller lesenswerter Texte zu verschiedenen Facetten des digitalen Wandels gemacht haben. Mit dem seit Anfang Mai verfügbaren Suhrkamp-Band „Kultur der Digitalität“ versucht sich Stalder nun an einer grundlegenderen Einordnung verschiedener Aspekte einer zunehmend digitalen Gesellschaft.
Entscheidend für das Verständnis von Titel und Buch ist der Kulturbegriff Stalders. Ihm zu Folge ist Kultur „nicht symbolisches Beiwerk, kein einfacher Überbau, sondern […] handlungsleitend und gesellschaftsformend“, indem Bedeutung hervorbringende Praktiken „in Artefakten, Institutionen und Lebenswelten“ (S. 16) verdichtet werden. Die im Begriff der „Digitalität“ anklingende zentrale Rolle digitaler Technologien für den von Stalder beobachteten kulturellen Wandel ist dabei gerade nicht von Technikbegeisterung oder gar Technikdeterminismus geprägt:
[E]rst heute, wo die Faszination für die Technologie abgeflaut ist und ihre Versprechungen hohl klingen, wird die Kultur und Gesellschaft in einem umfassenden Sinne durch Digitalität geprägt. (S. 20)
Dementsprechend verortet Stalder die Ursprünge der von ihm als Kultur der Digitalität bezeichneten „Vervielfältigung der kulturellen Möglichkeiten“ auch lange vor dem Internet. Der historische Abriss im ersten von drei Kapiteln beginnt vielmehr mit dem von Peter Ecker als „Verwissenschaftlichung der Industrie“ bezeichneten beginnenden Aufstieg der Wissensökonomie Ende des 19. Jahrhunderts. Bereits in diesem ersten Teil wird deutlich, was Stalder von anderen DigitalisierungstheoretikerInnen abhebt, nämlich ein transdisziplinärer Blick auf Gesellschaft als Amalgam aus technologischen, politischen, ökonomischen und kulturellen Prozessen. Auf diese Weise spannt Stalder den Bogen von der zunehmenden „Kulturalisierung der Ökonomie“ mit Design als „kreativer Generaldisziplin“ bis hin zur „Technologisierung der Kultur“ mit „Medien als Lebenswelten“.
So beschreibt Stalder wie in den 1970er Jahren Neue Soziale Bewegungen mit „Kritik am Wertesystem der bürokratisch-bürgerlichen Gesellschaft“ auf der einen und neoliberale Kritik am Wohlfahrtsstaat auf der anderen Seite – aus jeweils völlig unterschiedlichen Motiven heraus – „Experimente, Offenheit für Neues, Flexibilität und Veränderung […] als positiv besetzte Grundwerte“ etablieren halfen (S. 33). Auf Grundlage dieser Liberalisierung wiederum folgte in den 1990er und 2000er Jahren eine enorme „Vervielfältigung und Verflüssigung von Identitätsmodellen“ samt „Betonung von Wandelbarkeit und Hybridität“, wie Stalder mit dem Beispiel der Transformation der Schwulen- in die LGBT-Bewegung illustriert.
Referentialität, Gemeinschaftlichkeit, Algorithmizität
Eine derartige „Diversifizierung und Verflüssigung kultureller Praktiken“ sowie deren – nicht zuletzt dank digitaler Technologien und Internet – Ausbreitung auch im gesellschaftlichen Mainstream ist für Stalder die Voraussetzung für jene spezifischen Formen der Kultur der Digitalität, denen sich der Mittelteil des Buchs aus einer kultur- und medienwissenschaftlichen Perspektive widmet:
Referentialität, also die Nutzung bestehenden kulturellen Materials im Rahmen von Praktiken wie Remix, Appropritation, Sampling, Hommage Remix, Parodie, Zitat, Mashup oder transformativer Nutzung. Allen diesen Praktiken ist „die Erkennbarkeit der Quellen und der freie Umgang mit diesen“ gemein:
Nicht die Brüche zwischen den Elementen der alten Ordnung stehen im Vordergrund, sondern deren Synthese in der Gegenwart. Conchita Wurst, die bärtige Diva, ist nicht zwischen widerstreitenden Polen zerrissen. Sie präsentiert vielmehr eine gelungene Synthese, etwas Neues, in sich Stimmiges, das sich gerade dadurch auszeichnet, dass die Elemente der alten Ordnung (Mann/Frau) sichtbar sind und gleichzeitig transzendiert werden. (S. 99)
Referentialität trägt gleichzeitig dazu bei, dass auch das Analoge immer digitaler wird, indem es digital verfügbar gemacht – von Google Books bis hin zur Vorlage für 3D-Druck – und in der Folge auch verwendet/transformiert/rekombiniert wird.
Gemeinschaftlichkeit, d. h. kollektiv getragene Referenzrahmen, die Freiwilligkeit und Zwang, Autonomie und Fremdbestimmung in neuer Weise konfigurieren. Diese neue Gemeinschaftlichkeit folgt bzw. speist sich unmittelbar aus der zuvor beschriebenen Referentialität: „Referentielle Verfahren haben keinen Anfang und kein Ende.“ Beobachten lässt sich das anhand den von Stalder als „digitaler Volkskultur“ beschriebenen Phänomenen wie Remix, Mashups und Meme, bei denen die „aktive Teilnahme zwar eine gewisse Fertigkeit, ein gewisses Interesse und Engagement [verlangt], meist aber kein außergewöhnliches Talent“ (S. 124).
Daraus folgt, dass sich auch Individualismus und individuelle Identität im Zuge kontinuierlicher Kommunikationsprozesse als „persönliche Positionierung im eigenen sozialen Netzwerk“ (S. 140) konstitutieren. Stalder spricht vom „vernetzten Individualismus“, wonach…
…Menschen in westlichen Gesellschaften […] ihre Identität immer weniger über die Familie, den Arbeitsplatz oder andere stabile Kollektive definieren, sondern zunehmend über ihre persönlichen sozialen Netzwerke, also über die gemeinschaftlichen Formationen, in denen sie als Einzelne aktiv sind und in denen sie als singuläre Personen wahrgenommen werden. (S. 144)
Die mit derartiger vernetzter Individualität verbundene Freiwilligkeit der Zuordnung zu verschiedenen gemeinschaftlichen Formationen ist dabei durchaus ambivalent: „Wer »freiwillig« Konventionen akzeptiert, erhält Zutritt zu einem Praxisfeld, in dem er aber unter Umständen strukturell benachteiligt ist.“ (S. 157). Die exkludierende Offenheit von Communities wie Wikipedia oder Freier Software lassen grüßen (vgl. Reagle 2013).
Algorithmizität wiederum beschreibt die wachsende Bedeutung algorithmischer Sortierung, die „dynamische Ordnungen für sich rasch wandelnde Felder“ (S. 185) erlaubt. Algorithmen sind allerdings keineswegs statische Rechenfolgen, sondern kontinuierlich adaptierte algorithmische Praktiken, die individuelle Nutzungshistorien mitberücksichtigen und so die Welt „für jeden User eigens generier[en]“ (S. 189). Auf diese Weise kartographieren – und gestalten – sie die zuvor beschriebenen digitalen Räume gemeinschaftlicher Referentialität:
Wie diese Resultate zustande gekommen sind, welche Positionen in der Welt damit gestärkt beziehungsweise geschwächt werden, ist im besten Fall nur ansatzweise nachvollziehbar. (S. 202)
Postdemokratie vs. Commons
Im dritten Abschnitt versucht sich Stalder an einer politischen Einordnung der von ihm beobachteten Kultur der Digitalität. Zu diesem Zweck unterscheidet Stalder zunächst mit „Postdemokratie“ und „Commons“ zwei gegenläufige, bis zu einem gewissen grad widersprüchliche Entwicklungen, die beide auf den zuvor beschriebenen Entwicklungstendenzen fußen.
Unter Postdemokratischen Entwicklungen versteht Stalder im Kontext der Digitalität „all jene Entwicklungen – gleich wo sie stattfinden –, die zwar die Beteiligungsmöglichkeiten bewahren oder gar neue schaffen, zugleich aber Entscheidungskapazitäten auf Ebenen stärken, auf denen Mitbestimmung ausgeschlossen ist“ (S. 209). Beispielhaft dafür sind kommerziell-soziale Massenmedien wie Facebook oder YouTube, deren Ausgestaltung getrieben wird von Interessen der Profit- und Kontrollmaximierung:
[D]ie Ebene, auf der die Nutzer miteinander interagieren, [ist] vollständig getrennt von jener Ebene, auf der die wesentlichen die Gemeinschaft der User betreffenden Entscheidungen gefällt werden. (S. 216)
Aus dem damit verbundenen, ungleichen Zugang zu Daten folgt ein Machtgefälle, das verschiedenste Folgen – von personalisierter Werbung bis hin zu „verhaltensabhängigen“ Tarifmodellen von Krankenkassen – zeitigen kann.
Demgegenüber erkennt Stalder in Commons-Logiken, wie sie sich in Freier und Open-Source-Software und Projekten wie der Wikipedia oder Open Data manifestieren, das Potential für „eine radikale Erneuerung der Demokratie“ (S. 205). Mit Yochai Benkler sieht er in „commons-based peer production“ einen Weg für Erstellung von (Gemein-)Gütern und Erbringung von Dienstleistungen jenseits von marktlichen und staatlichen Koordinationsformen. Beitragende zu Commons sind in unterschiedlichem und variablem Ausmaß Produzenten und Konsumenten der gemeinsamen Ressource, Koordination erfolgt mittels konsensorientierter Kommunikationsprozesse unter prinzipiell Gleichrangigen („Peers“). Das Comeback von Commons-basierten Praktiken erklärt sich Stalder damit,…
…dass sich kommunikationsintensive und horizontale Prozesse mit den digitalen Technologien sehr viel effektiver organisieren lassen. So müssen Beteiligung und kollektive Organisation jenseits von Kleingruppen nicht mehr bloße Utopien bleiben. (S. 248)
Sowohl postdemokratische als auch commons-basierte Entwicklungen sind auch mit jeweils spezifischen Gegenbewegungen verbunden. Während immer weitreichendere Leaking-Praktiken zumindest partiell das Machtgefälle zwischen Plattformbetreibern und ‑nutzern zu durchbrechen vermögen, unterminieren neue Formen von Cloud-Computing und Sharing Economy zentrale Prinzipien von commons-basierten Projekten (z. B. weil Software-Quelltext nicht wieder zurück in den Pool offen lizenzierter Software gegeben wird).
Fazit
Was das Buch Stalders auszeichnet, ist ein scharfer Blick für Kontingenz, also dafür, dass sich die Kultur der Digitalität in einem Raum zwischen Zufall und Notwendigkeit entfaltet. Im Internet allgegenwärtige Netzwerkeffekte führen eben nicht zwingend zu proprietären Monopolen, erst das Fehlen adäquater offener Standards und Lizenzmodelle lässt einzelne Unternehmen dominieren. Besonders deutlich wird dieser Blick für Kontingenz im dritten Abschnitt des Buchs, wenn Stalder postdemokratische und commons-basierte Entwicklungstendenzen gegenüberstellt. Stalder verweigert sich damit nämlich dem Hang prominenter Netzversteher wie Lanier und Morozov zur Dystopie, ohne gleichzeitig ein rosiges Bild zu zeichnen. Vielmehr lässt er sich auf die Widersprüchlichkeiten der von ihm beschriebenen „Kultur der Digitalität“ ein und erkennt, dass (neue) Herrschaftsformen immer auch (neue) Formen von Widerstand bzw. Alternativkonzepte hervorbringen.
An diesem Punkt der inhärenten Widersprüchlichkeit der Kultur der Digitalität, die unsere Gegenwart letztlich zu einem Hybrid aus Postdemokratie und Commons macht, hätte man sich aber noch mehr und tiefergehende Analysen gewünscht. Gerade am erfolgreichsten und von Stalder ausführlich diskutierten Beispiel für eine Commons-Logik – Freie und Open-Source-Software – lässt sich dieser hybride Charakter sehr gut beobachten: Rund fünfzig Prozent des Source-Codes am Linux-Kernel werden von bezahlten Programmierern beigesteuert (vgl. Riehle et al. 2014) und Googles Linux-basiertes Android-Betriebsystem ist zwar Open Source, aber eingepfercht in ein Korsett proprietärer Komplementärbestimmungen und ‑technologien. Umgekehrt – und von Stalder nur angedeutet – eröffnen auch Beispiele für postdemokratische Plattformen zumindest temporär Möglichkeiten für commons-basierte Entwicklungen, sei es explizit (z. B. Unterstützung von Creative-Commons-Lizenzen auf Plattformen wie YouTube) oder durch Zweckentfremdung von Features (z. B. Austausch wissenschaftlicher Artikel über den Hashtag #icanhazpdf auf Twitter).
Vielleicht ist die Erkundung derart hybrider Logiken aber auch etwas für einen zweiten Band. Die Lektüre des ersten lohnt sich jedenfalls definitiv.
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: Die re:publica #rpTEN startet in Berlin
: Die re:publica #rpTEN startet in Berlin
Heute startet in Berlin die zehnte re:publica und unser ganzes Team ist vor Ort. Wer nicht dabei ist, kann zumindest die Bühnen 1 und 2 im Livestream verfolgen. Dort gibt es eine Menge Vorträge zu netzpolitischen Themen. Der Livestream findet sich auf re-publica.de und spiegel.de. Einen Audiostream gibt es bei voicerepublic.de. Die Talks von weitere Bühnen werden im Anschluß auf Video und Audio veröffentlicht.Wir haben eine Übersicht zu allen netzpolitisch-interessanten Vorträgen am ersten, zweiten und dritten Tag zusammengestellt.
Heute gibts um 12:15 meinen Talk auf Bühne 1 über „Fight for your digital rights“ zu sehen, wo ich einen Überblick über die vergangenen und kommenden netzpolitischen Debatten gebe. Und auch Anregungen mitbringe, wie man sich selbst einmischen kann. Um 18:30 Uhr diskutiert unser Thomas Lohninger mit Barbara van Schewick auf Bühne 2 über „#SaveTheInternet – a new hope for net neutrality in Europe.“
Wenn Ihr auf der re:publica seid, besucht uns an unserem Stand: Der findet sich zentral auf dem Weg zwischen Innenhof und Bühne 1. Dort haben wir auch kleine Geschenke für unsere Spenderinnen und Spender, sowie T‑Shirts und Aufkleber. Und Briefmarken.
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: re:publica | TEN: Unsere Empfehlungen für den 3. Tag
: re:publica | TEN: Unsere Empfehlungen für den 3. Tag Die re:publica ist eine der weltweit wichtigsten Veranstaltungen rund um Themen der digitalen Gesellschaft. Dieses Jahr feiert die Konferenz vom 2. – 4. Mai in Berlin ihren zehnten Geburtstag mit über 750 Sprecherinnen und Sprechern aus vielen Ländern auf 17 Bühnen. Unsere Redaktion ist auch mit einem kleinen Stand vertreten und freut sich über Besuch.
Tickets für die kommende re:publica gibt es noch hier zu kaufen.
Wir haben uns das Programm für Euch genauer angeschaut und präsentieren im Folgenden eine netzpolitische Empfehlung zu den aus unserer Sicht interessantesten Beiträgen des dritten Tages. Wie immer gilt: Das ist nur ein Auszug aus dem Programm, es gibt insgesamt fast 400 Stunden Programm in den drei Tagen. Und wahrscheinlich haben wir noch einige netzpolitisch-relevante Veranstaltungen übersehen. Wer es nicht schafft vor Ort zu sein, kann die Veranstaltungen der Bühne 1 im Live-Stream verfolgen. Die Vorträge und Diskussionen auf einigen anderen Bühnen werden spätestens nach drei Tagen auf dem re:publica YouTube-Channel hochgeladen.
(Hier könnt ihr unsere Empfehlungen für Tag 1 und Tag 2 lesen.)
Veranstaltungs-Empfehlungen Tag 3:
- State of the Open
10:00–11:00 | Stage 2 | A. Semsrott, F. Krakenbürger, J. Kloiber
Die jährliche Ansprache zur aktuellen Lage der Offenheit und Transparenz im deutschsprachigen Raum. Wir berichten zu den aktuellen Entwicklungen rund um Open Data, Transparenz und Open Gov. Wir nehmen Stellung zu den Erfolgen, Fails und irritierendsten Anfragen. (Weitere Infos)- Online platforms as human rights arbiters
10:00–10:30 | Stage 6 | Rikke Frank Joergensen
Online platforms play an increasingly important role as owners and managers of the online infrastructure and sociability. As such, they have the power to influence users’ human rights in ways conventionally reserved for governments. The presentation will identify and discuss challenges related to human rights protection in privately governed spaces. In conclusion, it will argue that current responses are insufficient and new policy responses urgently needed. (Weitere Infos)- Urheberrecht in a nutshell
10:00–11:00 | Stage T | Adrian Schneider
Das Internet lebt von seinen Inhalten. Deshalb prägt kein Rechtsgebiet das Netz so sehr wie das Urheberrecht. E‑Mails, Instagram-Posts, Videos auf Youtube – so gut wie alles, was wir täglich kommunizieren oder konsumieren kann urheberrechtlich geschützt sein. Urheberrecht sollte deshalb kein Nischenwissen, sondern Allgemeinbildung sein. Die Basics des Urheberrechts sollen in dieser Session, einfach, verständlich und unterhaltsam erklärt werden. (Weitere Infos)- Hello from the Other Side – Law Enforcement in the Cloud Age
10:30–11:00 | Stage 6 | Jan-Peter Kleinhans
How law enforcement agencies (LEA) get access to user data from service providers like Google, Facebook or Microsoft is poorly regulated. Established legal frameworks (Mutual Legal Assistance) are severely outdated and do not adequately protect our human rights. LEA investigations in the cloud are a messy business and currently dominated by pragmatism rather than the rule of law. The talk will highlight issues of the current practices and give an overview over the international reform debate. (Weitere Infos)- The post-Web era: From library-internet to tv-internet
11:15–11:45 | Stage 1 | Hossein Derrakhshan
Der iranische Blogger Hossein Derrakhshan sass sechs Jahre im Gefängnis. Als er raus kam, war das Netz ein anderes: The demise of hyperlink was caused by the social media and mobile applications. How is this shaping the future of the internet and what is its impact on our societies? (Weitere Infos)- Herding Trolls, Legitimately: The Ethics of Online Community Management
11:15–12:15 | Stage 6 | N. Heise, K. Boudreau, R. Panter, T. Busch
Racism, sexism, trolling, flaming, griefing and other kinds of toxic behavior seem to dominate headlines about social media and digital games today. From both theoretical and practical perspectives, this 60-minute panel will discuss the crucial role of community management and a communication culture driven by ethics, empathy, dialogue and responsibility when it comes to governing toxic behavior online. After short inputs by each panelist, we will open the floor for questions from the audience. (Weitere Infos)- Spiel um Deine Bildung? Wie Gaming öffentliche Bibliotheken zu neuen digital-analogen Kultur- und Lernorten entwickeln kann
11:15–11:45 | Lightning Talks 2 | Christoph Deeg
Das Thema Gaming beschäftigt uns schon seit einigen Jahren. Eine Institution, welche dabei oft übersehen wird, sind die öffentlichen Bibliotheken. Dabei entstehen dort gerade u.a. mittels Gaming völlig neue Kultur- und Lernorte. In meiner Session möchte ich beschreiben, was in öffentlichen Bibliotheken im Bereich Gaming gerade passiert, wie daraus resultierend neue Formen der Kultur- und Wissensvermittlung ermöglicht werden und wie wir diesen Prozess aktiv mitgestalten können. (Weitere Infos)- Open Data im ÖPNV – Und es bewegt sich doch!
11:45–12:15 | Stage 3 | Stefan Kaufmann
Vor einem Jahr sah es noch aus, als würden ÖPNV und Deutsche Bahn im immer selben gestrigen Trott stecken bleiben – und links und rechts von Uber und sonstigen „disruptiven“ Diensten überholt werden. Seitdem hat sich jedoch viel getan: Immer mehr Verbünde und Verkehrsunternehmen veröffentlichen Fahrpläne als offene Datensätze, und selbst die alte, träge Deutsche Bahn hat sich Open Data auf die Fahnen geschrieben. Wir zeigen, wie du mithelfen kannst, diesen Prozess voranzutreiben. (Weitere Infos)- Hacking the Fördersystem – Wie wir die Innovationsförderung hackten, um Innovation zu fördern.
11:45–12:15 | Stage 8 | L. S. Dornheim, C. Cabulea, J. Kloiber
Wie wir es geschafft haben Antragsbürokratie zu reduzieren und Scheitern als festen Bestandteil von Innovation zu etablieren. Civic-Tech Projektideen von Einzelpersonen oder kleinen Gruppen haben es in Deutschland sehr schwer an eine finanzielle Förderung für die Umsetzung ihrer Idee zu kommen. Challenge accepted! Gemeinsam mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) haben wir deshalb einen Protoypen für ein Förderprogramm entwickelt, das innovative Tech-Projekte schnell und unbürokratisch finanziell unterstützt. (Weitere Infos)- SHIFT + UTOPIE + DEL. Reflexionen aus einem beschädigten Twitterleben
12:30–13:00 | Stage 2 | Eric Jarosinski
Zur zehnten re:publica blicke ich auf meinen Werdegang von ahnungslosem Neuling in der Welt der sozialen Medien zum ahnungslosen „Twitter-Gott“ zurück und teile die zehn wichtigsten Einsichten aus dieser Erfahrung. (Weitere Infos)- Spook Sociology: How the Intelligence Community Sees the World
12:30–13:00 | Stage 3 | M.C. Mcgrath, N. Colvin
To end limitless surveillance programs, we must understand how they begin. This talk uses open source intelligence and close readings of legislation and legal documents to understand the origins of the modern intelligence community and major cultural shifts that shaped it. We trace these trends from the rise of counterextremism ideology used to rationalize mass surveillance programs to the intelligence community’s response (and lack thereof) to the Snowden revelations. (Weitere Infos)- Big Data und Arbeitnehmer: Zwischen Selftracking & Corporate Panopticon
12:30–13:30 | Stage 5 | J. Kleske, A. Kocsis, A. Dewes
„Big Data“ ist die eine Seite der Medaille, deren andere Seite „Modelling“ heißt. Während gesammelte Datensätze vor allem rückblickend analysiert werden, werden die Ergebnisse dieser Analysen dazu genutzt, Prozesse zu optimieren und Entwicklungen vorauszusagen. Diese Metrik kann auch auf Arbeitnehmer angewendet werden. Wir fragen nach der „Arbeit der Zukunft“ in einem Zwischenschritt zur allgegenwärtigen Diskussion WARUM es überhaupt dazu kommen könnte, Kollegen durch Roboter zu ersetzen. (Weitere Infos)- Hacking with Care! <3
13:00–13:30 | Stage 2 | J. Zimmermann, E. King
Hacking with Care is born from the magical encounter of Emily King, a massage artist, Jérémie Zimmermann, an internet activist, and friends with common good at heart. The collective explores well-being and care as components of hacking and activism, while also seeking to liberate care, and to inspire alliances between „caregivers“ of different competences. (Weitere Infos)- Clash of Cultures – Bewegungen und formale Organisationen
13:45–14:45 | Stage 2 | V. Grassmuck, K. Passig, L. Dobusch, M. Meisel
Die Bewegungen des Freien Wissens haben ein schwieriges Verhältnis zu formalen Organisationen, zu ihren eigenen und zu denen der öffentlichen Hand. (Weitere Infos)- Beyond privacy: The human impact of drones
13:45–14–45 | Stage 5 | A. Gupta, J. Gibson, P. Schulte
What is the real impact of military and policing drones, and what is the way forward? This workshop will aim to go beyond drones’ effect on the right to privacy and examine the impact felt on the ground, by examining the arguments for and against the use of drones, sharing the experience of people who already live under them, the precedents that are being set through these practices, and the safeguards we need to set. (Weitere Infos)- Nichts als die „Wahrheit“ – Warum Lügengeschichten so gut funktionieren
13:45–14:15 | Stage 6 | Ingrid Brodnig
Die Psychologie hinter Fakes: Wie wütende User und obskure Blogs Unsinn im Netz verbreiten, wieso dies so wirkungsvoll ist und was wir dagegen tun können. (Weitere Infos)- Blockchain and the future of governance. Let’s overcome the hype and understand what can be done.
13:45–14:45 | Stage 8 | B. Moshkovits, A. Bauer
Nation states struggle to maintain political, economical and social equilibrium, in the face of global crises. The system of modern democratic governance is based on ideas of the late 17th century, formulated by John Locke and Baron de Montesquieu and cannot survive in the current form. Almost 400 years later, our society has evolved, but our constitutions haven’t. How can the peer-to-peer based Blockchain algorithm help create new and more reliable forms of governance? How do we get from BitCoin to BitNation? (Weitere Infos)- Freedom of Expression on Religion: The Center-point of Tension Between Radical Islamist Groups and Their Oppositions in Bangladesh
13:45–14:45 | Stage J | Md Mahmudul Haque Munshi
This presentation aims to identify the application of freedom of expression on religion as the core-point of tension between radical Islam and its philosophical, political and religious opponents through the current political and social events and real-life experience of the endangered bloggers and activists of Bangladesh. (Weitere Infos)- Systems Thinking for Participation and Security
15:00–16:00 | Stage 1 | Eleanor Saitta
Participation and security are both emergent properties of whole systems. Both properties are closely related and critical for understanding or building tools for humans. (Weitere Infos)- Digital Citizenship in an Age of Mass Surveillance
15:00–15:30 | Stage 2 | L. Dencik, A. Hintz
What have been the implications of the Snowden leaks almost 3 years on? How has regulation around surveillance developed and what have been the technological responses? What has been the nature of public debate on the topic? And how do concerns with mass surveillance relate to broader questions of social and economic justice? Based on an 18-month research project into the implications of the Snowden leaks for policy, technology, civil society and news media, this presentation will discuss some of these questions and reflect on what this means for the meanings and practices of citizenship today. (Weitere Infos)- Why should you care about the budget – An Introduction into Budget Data
15:00–16:00 | Stage 8 | A. Alberts, C. Le Guen
Public budgets are not the most beloved or attractive topic in the political arena, numbers can be daunting and budget data seems dry. But the budget is the document that decides what the governments is going to spend on all our beloved issues. So we need to understand how the budget works. In this session we give you an introduction in how to read the budget, budget processes, budget data and how to use budget data in reporting and advocacy. (Weitere Infos)- How the EU works
15:00–16:00 | Stage T | Fukami, K. Fiedler
The talk is going to dig deeper into the functioning of the European Union to help to make people understand what the EU actually is and what European citizens have to do with it. (Weitere Infos)- From Cyberculture to Counterculture
15:00–15:30 | Lightning Talks 1 | Mareike Foecking
Im Whole Earth Catalogue wurden Tools vorgestellt, die die Protagonisten der Counterculture, aus der sich später die Cyberculture entwickelte, zur Gestaltung neuer Lebensentwürfe befähigen sollten. Die Idee der Counterculture, alternative Lebensentwürfe anhand der im Catalogue angebotenen Bücher erfinden zu können, ist zur Realität und Zukunftsperspektive einer durchorganisierten, vorgedachten Welt geworden. Eine Analyse anhand von Bildern mit der Frage, wie eine neue Counterculture aussehen könnte? (Weitere Infos)- Do androids dream of electric copyright?
15:30–16:00 | Stage 2 | Andres Guadamuz
Smart programmes can take an image and process it in manners that resemble biological networks, resulting in unique and often unpredictable art. Copyright law has been drafted to consider originality as an embodiment of the author’s personality, which is one of the main requirements for the subsistence of copyright. So, what happens when you remove personality from the equation? Are machine-created works devoid of copyright? Do we need to change copyright law to accommodate autonomous artists? (Weitere Infos)- An der Praxis gescheitert
15:30–16:00 | Lightning Talks 1 | Ellen Dr. Euler
Im Oktober 2012 wurde auf europäischer Ebene eine Richtlinie über die Online-Nutzung verwaister Werke verabschiedet. Diese hatte zum Ziel das schwarze Loch des 20. Jhds zu stopfen und die in den Kultureinrichtungen und insbesondere deren Depots schlummernden Kulturschätze einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Insbesondere über die Deutsche Digitale Bibliothek und Europeana. In der Praxis haben die Regelungen zu den sogenannten verwaisten Werken leider nur wenig bewirkt. (Weitere Infos)- Terror Ernst nehmen, Terroristen auslachen
16:15–17:15 | Stage 2 | S. Stoltenow, M. Seyffarth, T. Wiegold, N. El-Hassan, F. Bouamar
Der selbsternannte Islamische Staat (IS) hat für seine Propaganda auf einzigartige Weise Terroraktivitäten mit Popkultur verwoben. Die Terrororganisation kontrolliert die Berichterstattung aus den von ihr beherrschten Gebieten und spricht gleichzeitig unsere Sensationslust an, um Angst, Panik und Misstrauen zu verbreiten. Um dieser Terrorlogik etwas entgegenzusetzen, brauchen wir mehr Sachlichkeit und Humor, sowohl in der arabischen Welt als auch bei uns. (Weitere Infos)- The Good, the Bad and the Zero
16:15–17:15 | Stage 4 | K. M Mubaiwa, J. C. Lara, C. Berger, N. Sambuli, L. Gimpel
The Good, the Bad and the Zero: This panel will explore different examples of zero-rated services across the world, looking into potential products of public interest as well as so-called walled gardens. Featuring speakers from Zimbabwe, Kenya, Chile and the EU, we will compare different regulations and patterns of investment trying to depict and identify strategies of how to increase access without undermining the free and open nature of the Internet which must be governed by human rights. (Weitere Infos)- Rechtes Theater im Netz – wie die FPÖ den Remix entdeckt!
16:15–16:45 | Stage 6 | Christion Römer
Dass die Rechtspopulisten das Internet als perfekte Propagandamaschine entdeckt haben war bekannt. Dass sie dabei auch linke Subkulturen schamlos vereinnahmen dagegen weniger. Politische Kommunikation von links huldigt stets dem Original, die Rechten sind dagegen Freunde der Kopie. Es wird geklaut, gecovert und gesampelt, was das Zeug hält. Die wahre Meisterschaft aber ist der gelungene Remix. Das Meisterstück: Den Kandidaten in die Kampagne kopieren. Der Vortrag analysiert die Netzmethoden der FPÖ in der politischen Kommunikation. Recht auf Remix, ja bitte. Remix von Rechts, nein Danke. Alle Film – und Tonbeispiele sind garantiert geklaut. (Weitere Infos)- Democracy in the Age of Algorithms
16:15–16:45 | Lightning Talks 2 | Katharina Zweig
A free society needs transparency and accountability of automated processes (algorithms) that change our daily life rapidly: What mechanisms are needed to avoid irreversible situations, created by corporations and governments, that are hostile to democratic societies? How can time economic innovation be fostered? In summary: What theory and practice should emanate from the utopian promise that automation holds? We will present an initiative to host this discussion in a democratic manner. (Weitere Infos)- Empire and Communications: Power and empowerment on the internet
17:30–18:30 | Stage 1 | Mark Surman
These are dark days for the web. Monopolies, walled gardens, surveillance and fear have spread across the internet. On the flip side, there is a new wave of open emerging: a grassroots movement for online freedom, creativity and opportunity for all. (Weitere Infos)- Netzpolitischer Abend des Digitale Gesellschaft e.V.
17:30–18:30 | Stage 2 | A. Sander, V. Tripp, G. De Bastion, K. Fiedler
Vor fünf Jahren wurde auf der re:publica’11 der Digitale Gesellschaft e.V. als Verein für den Schutz der Menschenrechte im digitalen Raum gegründet. Seitdem ist viel passiert. Bei dem Netzpolitischen Abend auf der #rpTEN stellen wir uns, unsere aktuellen Kampagnen und Themen, an denen wir arbeiten, vor. (Weitere Infos)- Wähler Poetry: Die Aluhut-Monologe
17:30–18:30 | Stage 5 | C. Breuer, A. Meiritz, J. Braun, P. Sitte, S. Borghorst, S. Reubold
Die Wahrheit ist nicht da draußen. Die Wahrheit schlummert in den Posteingängen des Bundestags. Da wo der Bürger sie täglich hinmailt. Und in dieser Session werden wir sie endlich ans Licht bringen. Mithilfe zahlreicher Bürgerbriefe enthüllen wir die kleinen und großen Skandale der Bundesrepublik: Was hat Schäuble mit seinen getreuen Schergen, den Schäublewern, in der Ukraine vor? Wie kommt man wirklich an ein Bundestagsmandat? Und möglicherweise wissen wir auch, wo das Bernsteinzimmer ist. (Weitere Infos) - State of the Open
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: re:publica | TEN: Unsere Empfehlungen für den 2. Tag
: re:publica | TEN: Unsere Empfehlungen für den 2. Tag Die re:publica ist eine der weltweit wichtigsten Veranstaltungen rund um Themen der digitalen Gesellschaft. Dieses Jahr feiert die Konferenz vom 2. – 4. Mai in Berlin ihren zehnten Geburtstag mit über 750 Sprecherinnen und Sprechern aus vielen Ländern auf 17 Bühnen. Unsere Redaktion ist auch mit einem kleinen Stand vertreten und freut sich über Besuch.
Tickets für die kommende re:publica gibt es noch hier zu kaufen.
Wir haben uns das Programm für Euch genauer angeschaut und präsentieren im Folgenden eine netzpolitische Empfehlung zu den aus unserer Sicht interessantesten Beiträgen des zweiten Tages. Wie immer gilt: Das ist nur ein Auszug aus dem Programm, es gibt insgesamt fast 400 Stunden Programm in den drei Tagen. Und wahrscheinlich haben wir noch einige netzpolitisch-relevante Veranstaltungen übersehen. Wer es nicht schafft vor Ort zu sein, kann die Veranstaltungen der Bühne 1 im Live-Stream verfolgen. Die Vorträge und Diskussionen auf einigen anderen Bühnen werden spätestens nach drei Tagen auf dem re:publica YouTube-Channel hochgeladen.
(Hier könnt ihr unsere Empfehlungen für Tag 1 lesen. Die nächsten Tage folgen die für Tag 3)
Veranstaltungs-Empfehlungen Tag 2:
- The art of revolt. Snowden, Assange, Manning
10:00–10:30 | Stage 2 | Geoffroy de Lagasnerie
Snowden, Assange, and Manning are the protagonists of a movement that is questioning the very ground we stand on, the dispositives defining our present. As such, they enable us both to think in a new way and to interrogate received ways of thinking about politics, democracy, action et resistance. Their very lives invite us to imagine other modes of relation to the law, the Nation, citizenship, the State, etc. (Weitere Infos)- How to defend civil liberties with lawsuits – and kick governments’ butts in the process
10:30–11:00 | Stage 2 | M. Spielkamp, U. Buermeyer
Government oversight over intelligence agencies is often toothless. Therefore, courts are the last resort to turn to, and in many cases they have been much more aggressive than politicians in curtailing surveillance agencies’ powers. We will present the latest developments in cases like Reporters without Borders vs. BND and UK groups vs. GCHQ. We will also discuss and develop new ideas for strategic litigation in order to defend civil liberties on as many fronts as possible. (Weitere Infos)- What is behind the new Migrations: A Massive Loss of Habitat
11:15–12:15 | Stage 1 | Saskia Sassen
The language of “migrants” and “refugees” is insufficient to cover a new type of migration. They are being expelled from their land and homes by major coporations grabbing land to develop plantations, the sharp expansion in mining due to the demands of the electronic revolution, climate change, the explosion in the building of new, often private, “cities” and office parks. (Weitere Infos)- Ad-Wars – Ausflug in die Realität der Online-Werbung
11:15–12:15 | Stage 2 | T. Schröder, F. Rieger
Während in den Printausgaben pauschal geworben und abgerechnet wird, zahlen Werbende an die Verlage im Online-Business nur pro View und pro Klick. Wir berichten aus der Perspektive des technisch sensibilisierten Klickviehs und haben vielleicht den Ansatz einer verbraucherfreundlichen Alternative im Gepäck. (Weitere Infos)- Crowdworking behind the screen – Clickworking & Labor Rights
11:15–12:15 | Stage 3 | S. T. Roberts, M. Hoppenstadt, C. Benner, S. Hill
Veranstaltungsinfo: tba (Weitere Infos)- CTRL
11:15–12:15 | Stage 4 | E. Masse, K. Fiedler, M. Fernández
We live in an era of ubiquitous surveillance. Surveillance is however seldom a goal in itself, but part of a larger scheme of socio-political domination. This talk will examine a few pieces of the puzzle leading to societal control: control of your activities via the internet, of your thoughts via the media and of your movement via border surveillance. (Weitere Infos)- Crashkurs Persönlichkeitsrechte
11:15–12:15 | Stage T | A. Koreng, F. von Wolffersdorff
Wer publiziert, gerät leicht in Konflikt mit den Persönlichkeitsrechten anderer. Wir erklären, was Du beachten musst, wenn Du Texte oder Bilder im Internet publizierst und was Dir droht, wenn Du Dich an diese Regeln nicht hältst. (Weitere Infos)- Open Secrets: Crowdsourcing Russia’s Wars in Ukraine and Syria
12:30–13:30 | Stage 1 | Aric Toler
The conflict in eastern Ukraine was the first European war fought with the ubiquitous presence of the internet. With this war came a deluge of information, giving rise to dozens of amateur sleuths who compiled photographs and videos from social media to form coherent narratives. This presentation will explore the power of the crowd in collecting, verifying, and presenting data from Russia’s wars in Ukraine and Syria. (Weitere Infos)- Blogger zwischen Pressefreiheit und Polizeimaßnahmen
12:30–13:00 | Stage T | Ulrich Kerner
Der Vortrag gibt einen einführenden Überblick über das Thema und konkrete Verhaltenstipps anhand eines realen Falles: Die Beschlagnahme des Podcast-Busses der Metronauten anlässlich des letzten Castortransportes und das danach geführte Gerichtsverfahren zur Feststellung der Rechtswidrigkeit der Polizeimaßnahmen. Es darf gelacht werden, denn Jura kann auch Spass machen. (Weitere Infos)- Raster des Hasses
13:45–14:45 | Stage 1 | Carolin Emcke
Hass ist niemals spontan und er ist nicht individuell. Vielmehr gibt es eine Vorgeschichte, einen Kontext, aus dem er sich speist und der ihn strukturiert. Es sind Raster, die die Wirklichkeit strukturieren und filtern, sodass diejenigen, die abweichen, die anders begehren, anders aussehen, anders glauben, anders trauern als die Norm, ausgeblendet oder mit Projektionen überschrieben werden. (Weitere Infos)- Arbeiten 4.0 – Town Hall Meeting mit Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles
13:45–14:45 | Stage 2 | A. Nahles, C. Watty
Wie können alle Erwerbspersonen vom technologischen Wandel profitieren? Wie können wir sicherstellen, dass alle in Deutschland auch in Zukunft sozial ausreichend abgesichert sind und fair entlohnt werden? Wie können Lösungen aussehen, die die Bedürfnisse des Einzelnen und die betrieblichen Interessen berücksichtigen? (Weitere Infos)- Human Rights Reporting, Surveillance and Censorship in the „War on Terror“ in Africa
14:15–14:45 | Stage 4 | Jennifer Schulte
This session analyses links between human rights reporting, surveillance, censorship, and the ‚War on Terror’ as the U.S. military expands across Africa. The U.S.’s ’network centric warfare’ strategy, ‚collect it all’ approach, and ‚cooperation’ with African states with histories of surveillance and political repression, impact human rights reporting in the public interest. Yet, there are tools and tactics human rights researchers and also journalists can use to circumvent surveillance and censorship, while increasing our own security. (Weitere Infos)- How Platform Cooperativism Can Unleash the Network
15:00–15:30 | Stage 1 | Trebor Scholz
The distrust of the dominant extractive model of the „sharing economy“ is growing. Labor and logistics companies such as Uber have been criticized for eliminating democratic values such as accountability, dignity, and rights for workers. Using various examples, Scholz will introduce what he calls platform cooperativism, an Internet based on communal ownership and democratic governance. Let’s move the economy in a direction that benefits more citizens. Silicon Valley loves a good disruption; let’s give them one. (Weitere Infos)- Panama Papers: Investigative Journalism and the „Lügenpresse“ in the age of Big Leaks
15:00–15:30 | Stage 2 | M. Hoppenstedt, R. Avila, F. Obermaier
(Weitere Infos)- Die Stimmen der Favelas: Social Media als Waffe gegen Gewalt
15:00–15:30 |ighting Talks 1 | Julia Jaroschewski
Julia Jaroschewski und Sonja Peteranderl erklären auf der re:publica, wie Social Media in den Favelas zum Gamechanger wurde, der politische, aber auch juristische Prozesse fundamental verändert hat und zeigen ihren neuen Kurzfilm „Balas Perdidas: Zeugen der Gewalt“. (Weitere Infos)- Freedom of the media and culture in Hong Kong amid growing China influence
16:15–16:45 | Stage 6 | Vivienne Chow
Can Hong Kong continue to remain as a free society and uphold the rule of law? This presentation offers a factual account of recent happenings and how the people in Hong Kong strive to safeguard their freedoms and culture amid the growing influence from mainland China. (Weitere Infos)- #freeLy: Bloggers and restrictions on the twin freedoms of media and religion in Vietnam
16:45–17:15 | Stage 6 | Christian Mihr
News media and the internet in Vietnam are subject to a system of strict pre-publication censorship by the Communist Party. Vaguely-worded penal laws such as article 258 against the “abuse of democratic freedoms” allow for arrests of journalists. Criticizing the government is prohibited and the Communist Party persistently persecutes bloggers and independent journalists, often using brutal violence and enlisting the help of criminal groups. (Weitere Infos)- Time Travellers
17:30–18:30 | Stage 2 | Elmar Geese
Die re:publica wird 10 Jahre alt. Anlass für eine Zeitreise. Mit viel Idealismus sind wir gestartet. Den kreativen Potentialen vieler Menschen standen auch in den vergangenen 10 Jahren Zensur, Angriffe auf die Netzneutralität, Überwachung, Dominanz weniger großer Konzerne, Big Data als Sammlungsbegriff für hemmungslose Transparenz unserer Netzaktivitäten und vieles mehr gegenüber. Es lohnt ein Blick zurück, um nach vorne schauen zu können. (Weitere Infos)- Online Freedom of Expression in the Arab World: Obstacles and Solutions
17:30–18:00 | Stage 6 | D. Othman, J. York
The session will focus on the obstacles and challenges facing freedom of expression online throughout the Arab World. A number of experts from different parts of the Arab World will talk about the technical, political, legislative and societal challenges to freedom of expression and hope to discuss possible solutions. (Weitere Infos)- Was tun gegen den Hass im Netz?
17:30–18:30 | Stage T | Jörg Heidrich
Facebook, Twitter oder Kommentare in Blogs: Widerliche und rassistische Kommentare „besorgter Bürger“ sind inzwischen an der Tagesordnung und an Eindeutigkeit vielfach kaum mehr zu überbieten. Da wird gehetzt, gefälscht, gedroht oder gelogen. Der Workshop soll ausleuchten und diskutieren, wie auf solche Inhalte speziell aus juristischer Sicht reagiert werden kann. (Weitere Infos)- Fix Copyright: The Time is Now
17:30–18:30 | Lightning Talks 1 | Caroline de Cock
The European Commission’s (EC) copyright reform proposal is expected for September, so the time is now to #FixCopyright. The European Parliament and EU Member States will discuss these proposals in 2016–2017, and we need you to help steer the debate in the right direction. This session sets the scene of what to expect from the EC’s proposal, and kicks-off the Copyright for Creativity’s (C4C) new #FixCopyright campaign advocating for a more ambitious 21st century copyright reform. (Weitere Infos)- Innovation in Elections: Use of Digital Technology in Political Campaigns
18:00–18:30 | Stage 6 | J. B. Emerson, M. Hoppenstedt
Digital media has empowered the individual to become a broadcaster on an unprecedented scale and has introduced a new immediacy as well as precision into the way we communicate. The Fireside Chat „Innovation in the Election“ will discuss the current state of technology in the race for the next US president as well as look at future innovations in campaigning. (Weitere Infos)- Who will be smart in a smart city? Upcoming challenges for privacy and open societies.
18:45–19:15 | Stage 4 | J. Manske, E. Blum-Dumontet
With a growing interest in cities that respond and adapt to changing environments and citizen’s demands – often referred to as Smart Cities – we see new challenges arising for free and open societies. Smart cities promise to create the perfect urban space, a more efficient, greener and secure environment. But at what cost? In this talk we would like to explore the current risks with smart cities and discuss technical and legal steps that are needed to protect our rights. (Weitere Infos)- Zur Lage der Gameskultur 2016 – ein staatstragender Vortrag (mit Gifs)
18:45–19:45 | Stage 6 | D. Pirmasens, C. Schiffer
Sozialethisch desorientierend. Vorsicht: nur für Erwachsene! In einem maximal staatstragenden Vortrag betrachten Christian Schiffer und Deef Pirmasens den Zustand der Gameskultur und blicken zudem in die Glaskugel: Welche werden sie sein, die Killerspieldebatten der Zukunft? Wann kommen Spiele wirklich an in der Mitte der Gesellschaft an? Und nicht zuletzt: Müssen sie das überhaupt? (Weitere Infos)- Platform Cooperativism: Das Kooperative Internet Gestalten
18:45–19:45 | Stage T | E. Kagel, F. Weth, M. Ziomek-Frackowiak, WECHANGE eG
Auf 1001 Plattformen teilen wir: Mikro-Jobs, Wohnungen, Autos, und Wissen. Toll, was alles geht. Tatsächlich sammeln dabei wenige Unternehmen sehr viel Geld und viele Daten von uns ein. Wir wäre es, wenn wir die Plattformen einfach selbst besitzen würden? Wenn Plattformen Genossenschaften wären? Und Technik Open Source? Darüber wollen wir mit euch diskutieren, visionieren und: Eine gemeinsame Plattform starten. Die Zukunft des Internets, der Arbeit, des Lebens der Wirtschaft – wem gehört sie? (Weitere Infos)- Representation of Secret Services in PopCulture
20:00–20:30 | Stage 6 | T. Reinhold, L. Ede
Popular Culture picks up on a vast amount of political issues. We want to analyze how the re:presentation of Secret Services has changed in films and TV Shows after the leaks of Edward Snowden. In this context we want to shed light upon the re:presentation of Secret Services since the Snowden Revelations focusing on films and TV Shows. For this research we also looked upon media published before June 2013 and try to understand how the re:presentation has, if so, changed afterwards and in which contexts Secret Services are pictured as “the good” or “the bad” side of a story. (Weitere Infos) - The art of revolt. Snowden, Assange, Manning
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: re:publica | TEN: Unsere Empfehlungen für den 1. Tag
: re:publica | TEN: Unsere Empfehlungen für den 1. Tag Die re:publica ist eine der weltweit wichtigsten Veranstaltungen rund um Themen der digitalen Gesellschaft. Dieses Jahr feiert die Konferenz vom 2. – 4. Mai in Berlin ihren zehnten Geburtstag mit über 750 Sprecherinnen und Sprechern aus vielen Ländern auf 17 Bühnen. Unsere Redaktion ist auch mit einem kleinen Stand vertreten und freut sich über Besuch.
Tickets für die kommende re:publica gibt es noch hier zu kaufen.
Wir haben uns das Programm für Euch genauer angeschaut und präsentieren im Folgenden eine netzpolitische Empfehlung zu den aus unserer Sicht interessantesten Beiträgen des ersten Tages. Wie immer gilt: Das ist nur ein Auszug aus dem Programm, es gibt insgesamt fast 400 Stunden Programm in den drei Tagen. Und wahrscheinlich haben wir noch einige netzpolitisch-relevante Veranstaltungen übersehen. Wer es nicht schafft vor Ort zu sein, kann die Veranstaltungen der Bühne 1 im Live-Stream verfolgen. Die Vorträge und Diskussionen auf einigen anderen Bühnen werden spätestens nach drei Tagen auf dem re:publica YouTube-Channel hochgeladen.
(Die nächsten Tage veröffentlichen wir unsere Empfehlungen für Tag 2 und Tag 3)
Veranstaltungs-Empfehlungen Tag 1:
- Opening Keynote: The last kilometer, the last chance
11:00–12:00 | Stage 1 |Eben Moglen, Mishi Choudhary
Eben Moglen hat mit Richard Stallmann vor über 30 Jahren die Free Software Foundation gegründet und ist verantwortlich für die GNU General Public Licence (GPL), die rechtliche Grundlage von Freier Software wie Linux. Er ist immer noch einer der großen Vordenker von Offenheit und Freiheit im Netz. (Weitere Infos)- Fight For Your Digital Rights
12:15–13:15 | Stage 1 | Markus Beckedahl
Ein Rück- und Ausblick auf netzpolitische Debatten und Fragestellungen im Wandel von zehn Jahren re:publica. (Weitere Infos)- African Elections and Social Media Shutdowns
13:30–14:30 | Stage 4 | Christian Echle
This panel will discuss how Governments in Uganda, Kenya and Zimbabwe Regulate Online Communication and expose the nature and implications of the legal and sometimes illegal ways governments use to regulate social media and the strategies developed by Internet activists to react to them. (Weitere Infos)- The Fourth Revolution
13:30–14:30 | Stage 5 | Edward Snowden, Jo Schück, Luciano Floridi
Digitisation is the defining phenomenon of our time. Information and communication technologies determine the way we shop, work, care for our health, cultivate relationships, fill our free time, practise politics, and even how we fight wars. The division between online and offline is shrinking. (Weitere Infos)- Fliegende Computer und ihre tollkühnen Piloten
14:00–14:30 | Stage 2 | Moritz Metz
Brauchen wir eine Netzneutralität der Lüfte? Im multimedialen Talk präsentiert Moderater Metz die Recherchen seines Radiofeatures rund um Drohnen und Regulation des Luftraums. (Weitere Infos)- Big Data for a Public Good
14:00–14:30 | Stage 1 | Sarah Williams
Big data will not change the world unless it is collected and synthesized into tools that have a public benefit. In this talk Sarah Williams will illustrate projects from her research lab, the Civic Data Design Lab @ MIT, that have transformed data into visualizations that have had an effect on policy reform. (Weitere Infos)- Digital Colonialism – A Global Overview
14:45–15:45 | Stage 2 | R. Avila, J. Varon, N. Sambuli, A. Mills
Beyond tensions of privacy and security, we are witnessing a real confrontation between control and freedom, not only of the individual, but of entire populations and regions, enhanced by technologies and massive collection and analysis of data. This talk will explore the dangers of digital colonialism and how countries in the South are fighting back. (Weitere Infos)- Überwachungsgesamtrechnung – Who Watches the Watchers?
14:45–15:15 | Stage 3 | Klaus Landefeld
Fast täglich werden neue Aktivitäten und Programme der Geheimdienste und Polizeibehörden bekannt oder angekündigt. Dabei geht schnell der Blick auf das Wesentliche verloren: Die Summe aller Maßnahmen und Ihre Wirkung auf die Gesellschaft, die Kontrolle durch Regierung, Parlament und Gerichte sowie die Möglichkeiten des Einzelnen. Der Vortrag soll einen Überblick zur Ist-Situation geben, Forderungen an die Politik formulieren und Denkanstöße für das weitere Vorgehen liefern. (Weitere Infos)- Freedom of Speech under Attack: Reports from the Frontline
14:45–15:15 | Stage 6 | E. Saka, A. Wahid, R. B. Ahmed, G. Esfandiari
Members of Deutsche Welle’s The Bobs jury get into the details of how freedom of speech is curtailed in Turkey, Indonesia, Bangladesh, and Iran, and then explain how and why people there continue fighting for their rights. (Weitere Infos)- 2 Jahre #NSAUA – vom zähen Kampf gegen Schweigen, Schwärzungen und Vertuschungen
14:45–15:45 | Stage T | Konstantin von Notz, Anna Biselli, Martina Renner
Wir wollen Aufklärungserfolge skizzieren und aufzeigen, wo unsere alltägliche Arbeit durch wen und auf welche Weise erschwert wird. Zudem wollen wir uns der Frage nach notwendigen Reformen bezüglich der Befugnisse der Geheimdienste und ihrer parlamentarischen Kontrolle zuwenden und gemeinsam mit Euch über die Notwendigkeit der Arbeit von Geheimdiensten im Digitalen diskutieren. (Weitere Infos)- Der NSU-Komplex und der tiefe Staat
16:00–17:00 | Stage 2 | Steffi Rossdeutscher
Der NSU beging mutmaßlich zehn Morde. Die Opfer und Hinterbliebenen mit Migrationshintergrund standen bei den polizeilichen Ermittlungen unter Verdacht. Der damalige Innenminister Schily schloss einen rassistischen Hintergrund der Taten aus. Die Geheimdienste bekamen die falsche Ermittlungsrichtung der Polizei mit. Sie hätten die Polizei durch Hinweise in die rechtsextreme Szene lenken können. Geheimdienste haben die Szene beobachtet und nicht interveniert. Wie kann das sein? Dürfen die das? (Weitere Infos)- Ist die Netzneutralität in Europa noch zu retten?
16:00–17:00 | Stage 7 | B. van Schwewick, I. Scheithauer
Im Oktober 2015 hat das Europa-Parlament Netzneutralitätsregeln beschlossen, die am 30. April diesen Jahres in allen Mitgliedsstaten der EU in Kraft treten. Der Vortrag erklärt, welche Fragen noch offen sind und was für Deutschland und Europa auf dem Spiel steht. (Weitere Infos)- The City as an Open System
16:00–17:00 | Stage 1 | Richard Sennett
We all are Homo Faber: Making, Open Systems and Terms of Cooperation. (Weitere Infos)- Jugendschutz im Internet – Hat deine Website schon eine verpflichtende Alterskennzeichnung?
16:30–17:00 | Stage 6 | Henning Tillmann
Mit dem neuen Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) gibt es ab diesem Jahr eine Quasi-Kennzeichnungspflicht für Websites (ab 0, 6, 12, 16 oder 18 Jahren). Was bei statischen Medien wie DVDs funktioniert, soll nun auch für das Internet gelten. Ob das Vorgehen den Jugendschutz jedoch erhöht, kann bezweifelt werden. In dieser Session wird der neue JMStV vorgestellt und im Anschluss soll gemeinsam erarbeitet werden, wie effektiver Jugendschutz im Internet funktionieren kann. (Weitere Infos)- Know your terrorist credit score!
17:15–18:15 | Stage 1 | Kate Crawford
How are our lives being changed by the rise of machine learning, big data and predictive analytics? Why are the models of 20th century privacy struggling to keep up? In this talk, I consider the intimate landscapes of data prediction, and show why we urgently need a strong framework of data ethics. (Weitere Infos)- LOL – Laugh Out Loud! African Political Satire in restricting political contexts
17:15–18:15 | Stage 6 | S. Mohutsiwa, L. Al-Zubaidi, T. L. Makawa, Comradefatso
Political satire in Africa is blooming. Because it uses humor satire can survive in plain sight for a long time and thus is possible in even the most restricting political contexts and closing civic spaces. Furthermore, satire informs as much as it entertains and provides an alternative narrative of political participation and information. Often it finds its audience through social media – especially through blogs, twitter, WhatsApp and facebook.
(Weitere Infos)- Coding, Hacking und Digital Literacy als Basis eines offenen Internets
17:15–18:15 | Stage 7 | S. Aufenanger, L. Laugwitz, M. Reimer, W.-C. Ulrich
„Jede hinreichend fortschrittliche Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden.” lautet das dritte Gesetz Arthur C. Clarkes. Smartphone und Tablets strahlen solche Magie aus. Wer aber nur darüber staunt, wie sich mit ihnen die Möglichkeiten des Internet nutzen lassen, der bleibt immer auf deren Angebote beschränkt. Also weg mit der Ehrfurcht vor der Technik. Ran an die Tastaturen: Programmieren und Hacken. Informationskompetenz heißt das oder Digital Literacy. (Weitere Infos)- #SaveTheInternet – a new hope for net neutrality in Europe
18:30–19:30 | Stage 2 | B. van Schewick, T. Lohninger
After the European Parliament decided in October 2015 to adopt ambiguous rules on net neutrality the decision about the future of the internet is now left to the regulators and judges. Europe finds itself at the end of a two year legislative process, but in some ways were are almost were we started. This talk will explain how citizens can have a say in the upcoming BEREC consultation about the new net neutrality rules in Europe. We will highlight the dangers and hopes for the internet of tomorrow. (Weitere Infos)- 1684 statt 1984: Des Königs NSA
18:30–19:00 | Stage 3 | Tom Hillenbrand
Kontrolle der Kommunikation, Profiling verdächtiger Personen, Doxen von Gegnern – lange vor der Existenz des Internets entwickelten Europas Monarchen bereits ausgefeilte Systeme zur Bespitzelung ihrer Untertanen. Die Session zeigt, wie Herrschende die so gesammelten Informationen nutzten, um Rebellionen zu unterdrücken und sogar Kriege zu entscheiden. So lässt sich beispielsweise argumentieren, dass ohne das österreichische Ziffernkabinetts die Schlacht um Wien 1683 verloren gegangen wäre. (Weitere Infos)- Metadata Investigation: Inside Hacking Team
18:30–19:00 | Stage 4 | Vladan Joler
The general idea is to conceptualise a methodology that will help investigative journalists explore vast amounts of metadata and spot the main points of interest for their future investigations using available free and open software for investigation, data analysis, network topology, data visualization and design. (Weitere Infos)- Jahresrückblick Social Media Recht
18:30–20:30 | Stage 6 | T. Feldmann, H. Krieg
Die beiden Rechtsanwälte präsentieren in ihrem Jahresrückblick einige juristische Highlights aus dem Social Media Recht. Nur ein paar Stichworte: Unternehmenskommunikation, Bildrechte, Schleichwerbung, Social Media Marketing, Persönlichkeitsrecht, Bullshit-Bingo. (Weitere Infos)- Wider die Herrschaft der Algorithmen! Wie bekommen wir die Kontrolle zurück?
18:30–19:30 | Stage 7 | Dr. C. Puschmann, Prof. Dr. G. Gigerenzer, J. Schlatterbeck, J. Jarke, C. Höfchen
Unser Denken ist gehackt. Suchmaschinen, Social Media und Big Data-Nudging: Algorithmen haben die Kontrolle über unseren Alltag übernommen. Wir müssen reden. Wie sind wir zu Like-Maschinen geworden, die mediale Monotonie produzieren? Und viel wichtiger: Wie können wir die Kontrolle über den Diskurs wieder zurückholen – und Freiheit und Demokratie sichern? (Weitere Infos)- Lessons on Fighting Internet Shutdowns
18:30–19:30 | Stage T | Deji Olukotun
Internet shutdowns represent a terrifying and real trend worldwide. Shutdowns and blocking often precede egregious human rights violations and impact our ability to seek, receive, and impart information. In 2015 alone, we saw nearly 20 shutdowns in a variety of contexts and situations, from the Pacific Ocean to the Democratic Republic of the Congo. (Weitere Infos)- Recipes for Digital Revolutionaries: Flavours from the South
18:30–19:30 | Stage J | J. All, N. Felizi, S. Larsen, R. Avila
This interactive session will showcase original recipes for effective Internet activism from Latin America and Africa. You’ll learn how snails have led to better access in Bolivia, and how to create a sensual internet security mousse, to give just two examples. Each participant will receive their own activism cookbook, which contains nine recipes you can try at home (perhaps with local ingredients?). And, if you’re inspired, we’ll invite you to become part of our kitchen collective, which is preparing two more cookbooks collaboratively for our web-loving friends around the world. (Weitere Infos)- MEMEWARS: of gif campaigns and gamer politics
19:00–19:30 | Stage 3 | V. Fleurot, L. Cohen
“YES WE CAN”, “Putin rides a horse”, “Merkel’s hands”, the Donald Trump phenomenon: modern politicians are learning the power of memes. Use it, shape it, or somebody else will. As the meme subculture enters mainstream politics, organised political campaigners are entering the meme factories of Reddit, 4chan, Imgur, 9GAG, etc. Identity issues and gamer culture mix with discussions on taxes and foreign policy. Come for a brief overview of memewars and what they tell us about the future of politics. (Weitere Infos)- Hacking Team in Latin American post-dictatorships
19:00–19:30 | Stage 4 | Gisela Perez de Acha
The discussion centers mostly on the new surveillance technologies that are not regulated by law and amount to grave violations of human rights. How can we have better public policies regarding the subject? How to punish enterprises for human rights violations online? And most importantly, how to resist such invasion to our privacy from a Latin American perspective? (Weitere Infos)- The Age of Trotzdem
19:45–20:45 | Stage 1 | Sascha Lobo
Ein Vortag von Sascha Lobo (Weitere Infos) - Opening Keynote: The last kilometer, the last chance
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: #rpTEN: Das Programm für die re:publica’16 ist online
: #rpTEN: Das Programm für die re:publica’16 ist online
In 13 Tagen startet am 2. Mai 2016 die zehnte re:publica. Unsere Konferenz für Blogs, soziale Medien und die digitale Gesellschaft findet erneut für drei Tage in der Station in Berlin statt. Und das Programm, was die vergangenen Monate in einigen Räumen neben unserer Redaktion an Wänden mit Hilfe von vielen Post-its vorbereitet wurde, ist eben online gegangen. Einige Talks fehlen noch, weil Rednerinnen und Redner noch nicht ihre finalen Texte geschickt haben, aber für die Programmplanung und eine Übersicht eignet es sich schon.Auf den 17 parallelen Bühnen gibt es viele netzpolitische Themen und Debatten mit noch mehr spannenden Rednerinnen und Rednern aus vielen Ländern. Dazu gehören u. a. Eben Moglen, Mark Surman, Barbara van Schewick, Edward Snowden, Jillian York, Richard Sennett, Sascha Lobo, Carolin Emcke, Saskia Sassen und viele andere. Wir werden kommende Woche nochmal eine gesonderte Liste mit allen netzpolitisch-relevanten Talks bloggen.
Unsere Redaktion wird erstmals mit einem Stand vertreten sein, wo Ihr uns in Teilen immer antreffen könnt.
Noch gibt es Tickets im Vorverkauf. Ermäßigte Tickets kosten 99 Euro, die normalen Tickets kosten 195 Euro und dann gibt es noch Business Tickets für 640 Euro.
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: ZDFinfo: Doku-Marathon zu Internet-Themen in der Mediathek
: ZDFinfo: Doku-Marathon zu Internet-Themen in der Mediathek Karfreitag ist der Wortbedeutung und ‑tradition zufolge eigentlich ein Tag der Stille und Abstinenz. Für Freundinnen und Freunde des Internets hat ZDFinfo den Tag jedoch uminterpretiert und zu vielen netzpolitischen und Digitalkultur-Themen programmiert. Die folgenden Dokumentationen (manche neu, manche in Wiederaufnahme) sind jetzt zum feiertäglichen Dauerglotzen in der Mediathek verfügbar. Viel Spaß mit:
- Das Handy – die mobile Revolution der Welt
- Ich weiß, wer du bist. Auf dem Weg zur allsehenden Gesellschaft
- Shitstorm
- Rebellen im Internet: Die Anonymous-Story
- Tod eines Internet-Aktivisten. Die Aaron-Swartz-Story
- Die Scheinwelt von Facebook & Co. Das Geschäft mit gekauften Likes
- Generation Like. Teenager in Sozialen Netzwerken
- World Of Warcraft – Geschichte eines Kult-Spiels
- Killerspiele (nur zw. 20 und 6 Uhr abrufbar)
- Videospiele: Revolution einer Generation (nur zw. 20 und 6 Uhr abrufbar)
- Hacker, Freaks und Funktionäre. Der Chaos Computer Club
- Blackout – Deutschland ohne Strom
Edit:
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: 10 Jahre – Happy birthday Twitter!
: 10 Jahre – Happy birthday Twitter! Twitter.com feiert heute seinen zehnten Geburtstag. Keine andere kommerzielle Plattform im Netz ist für unsere Arbeit so wichtig. Deswegen wollen wir uns bedanken und gratulieren.
Ich erinnere mich noch an unsere zweiteerste re:publica im Frühjahr20082007, wo die ersten Twitter-Fans auftauchten. Das war die Zeit, wo ich noch kein Smartphone hatte und mobiles Internet ein Vermögen kostete. Auf der re:publica selbst war ich noch nicht überzeugt, aber bald drauf fing ich an, mich mit dem Dienst und seinen Möglichkeiten auseinanderzusetzen. Was dazu führte, dass ich schnell meinen ersten mobilen Internet-Tarif klickte, um meiner Timeline auf Twitter auch unterwegs zu folgen. Auf einem Handy, was noch nicht smart und das Display nicht größer als eines meiner Brillengläser war. Zum Glück kam bald ein Smartphone, und auch mobiles Netz wurde preiswerter.2010 hatten wir für den Abschluss eine Skype-Schalte zum Twitter-Gründer Biz Stone geplant. Der tauchte aber nicht auf, und Johnny Haeusler improvisierte das Warten mit einer Karaoke-Einlage zu Bohemien Rhapsody. Das kam sogar besser an, und niemand vermisste das Gespräch.
Twitter wurde schnell eine gleichwertige Ergänzung zu meinem RSS-Reader, bis dahin meine bevorzugte Timeline. Seitdem läuft beides parallel, Twitter sogar noch bevorzugt, weil ich bisher immer noch keine zufriedenstellende RSS-Lösung für mein Smartphone gefunden habe. Die Kürze fordert heraus: Man muss sich auf das Wesentliche konzentrieren, man lernt Zuspitzen und alles ist schnell. Man muss filtern und kann dabei lernen, schnell Infos zu verarbeiten. Seit einigen Jahren läuft Twitter von morgens bis abends nebenbei. Statt Zeitung beim Frühstück lese ich meine Timeline über Nacht rückwärts, vor allem um einen Überblick zu haben, was in den USA passierte. Vor dem Schlafen gehen schaue ich nochmal, ob irgendwas passiert.
Twitter hat einige Merkmale, die es von allen anderen bekannten sozialen Medien unterscheidet: Es ist kurz (140 Zeichen), schnell wie in Echtzeit und vor allem (noch) chronologisch. Bei Facebook weiß man nie, was einem der Algorithmus anzeigt und was nicht. Vor allem zeigt unsere Facebook-Seite, dass Artikel in der Regel nur einem kleinen Teil unserer dort 85.000 Fans angezeigt werden. Da könnte man nachhelfen, wenn man Geld einwirft, worauf wir aber keine Lust haben.
Bei Twitter geht zumindest nichts verloren, man muss nur weit genug in die Vergangenheit zurückscrollen. Genau das mag ich: Man kann, muss aber nicht. Aber ich will oft.
Twitter ist aus der Politik derzeit nicht mehr wegzudenken
Und vor allem: Auch wenn Twitter bei uns im Gegensatz zu vielen anderen Ländern nie den Massendurchbruch geschafft hat, so ist es aber in einigen Bereichen nicht mehr wegzudenken, vor allem im Journalismus und in der Politik. Wir sind an der Schnittstelle von beidem, und deswegen ist Twitter als Plattform für uns so relevant. Da fast alle Akteure, seien es Medien/Journalisten, Politiker und Organisationen oder einfach nur Aktivisten, aktiv dabei sind. Und bei Twitter als Sender auftreten. Was uns neben vielen Infos auch immer mehr relevante Zitate für unsere Berichterstattung liefert.
Twitternutzer wissen: Alle wichtigen Informationen kommen zuerst über Twitter. Und dann überall anders. Auch das macht den Dienst so besonders, zumindest für Newsjunkies.
Es gibt verschiedenste Nutzungen von Twitter. Ich nutze es vor allem beruflich. Ich bin ein Netzwerk-Knoten und folge selbst vielen anderen Knoten. Ich twittere unsere Artikel und retweete interessante Links und Einschätzungen und teile diese damit wiederum denjenigen, die mir folgen. Im Grunde genommen mache ich auf Twitter das, was ich hier früher auch gemacht habe, bevor wir journalistischer wurden: Ich empfehle interessante Links und Kommentare. Und ich folge am liebsten anderen Accounts, die genau dasselbe machen.
Der @netzpolitik- Account hat derzeit um die 250.000 Follower. Wobei ein Teil davon sicherlich auch Bots und viele tote Accounts sind. 250.000 klingt viel, ist es vielleicht auch, aber andererseits auch ganz schön wenig im Vergleich zu irgendwelchen Stars, von denen ich noch nie was gehört habe und die in anderen Filterblasen stattfinden. Über Twitter kann man nach fast allem fragen, und in der Regel bekommt man die passende Antwort. Man kann auch einen Dialog führen, sofern das in 140 Zeichen möglich ist, muss aber nicht.
Hashtags machen Politik!
Mit Twitter kamen auch Hashtags und vereinfachten das Verfolgen von politischen Debatten. Manche Hashtags wurden auch zur Stil-Ikone von Debatten. Der erste wichtige netzpolitische Hashtag wurde #Zensursula. Da hatten wir auch echt Glück, dass Ursula von der Leyen nicht Brigitte hieß und jemand auf die Namenskombination kam. Später kam #acta hinzu, ein Hashtag, der jahrelang nur eine kleine informierte globale Community zusammenhielt und der dann Anfang 2012 explodierte und wo die Proteste das Handelsabkommen zu Fall brachten. Ein Jahr später thematisierte #aufschrei Sexismus und prägte eine gesellschaftliche Debatte darüber.Am Anfang der Snowden-Enthüllungen war #prism der dominante Hashtag. Konnte ja keiner ahnen, dass das nur eines von einer Vielzahl an Überwachungsprogrammen war. #prism hatte auch schnell das Problem, dass eine US-Sängerin ein Album mit demselben Namen rausbrachte.
Aus dem politischen Geschehen ist Twitter zumindest derzeit nicht mehr wegzudenken. Bei Debatten im EU-Parlament bzw. seinen Ausschüssen verfolgen wir, was die Abgeordneten, ihre Assistentinnen und andere Beobachter twittern. Das hilft uns in Echtzeit, eine Debatte besser einzuschätzen. Oder schauen wir in den Bundestag, da liefert #nsaua einen guten Überblick, was während einer Sitzung des Geheimdienst-Untersuchungsausschusses passiert und wie das kommentiert wird.
Im vergangenen Jahr kam #Landesverrat dazu. Ich erinnere mich noch genau, wie der Prozess innerhalb von Minuten ablief und sich dieser Hashtag gegenüber anderen durchsetzte. Und ich weiß immer noch nicht, warum wir nicht selbst darauf kamen, wir dachten erstmal an #neulandesverrat, dabei war #Landesverrat durch Einfachheit und die Symbolik perfekt. Im Rahmen der Debatte wurde sogar unsere IBAN-Nummer Trending-Topic, als unsere Spendenseite nicht erreichbar war. Danke dafür.
Über den Einsatz von Fake-Accounts auf Twitter im Rahmen von Spaß und Kommunikationsguerilla haben wir in einem parallelen Artikel geschrieben: 10 Jahre Twitter – Fälschen, Foppen, Faken.
Über die politischen Ursprünge von Twitter haben wir mit einem der ersten Entwickler vor drei Jahren einen Netzpolitik-Podcast gemacht: Rabble über die politischen und aktivistischen Ursprünge von Twitter.
Twitter ist sehr gut, aber nicht perfekt!
Und früher war alles besser: Da gab es noch eine offene API und eine Vielzahl an externen Clients. Das hat Twitter irgendwann abgeschaltet. Zwar gibt es immer noch gute Clients wie Tweetdeck (aufgekauft von Twitter und mittlerweile ein Webdienst), aber die Offenheit ist weg.
Dazu kommen Datenschutz-Aspekte: Das PRISM-Programm dürfte der NSA immer noch Root-Zugriff bieten. Und dann kommt das bekannte US-Datenschutz-Problem: Niemand kann kontrollieren, ob gelöschte Tweets tatsächlich gelöscht werden oder nur als gelöscht angezeigt werden. Tor-Nutzer beschweren sich zu Recht darüber, dass häufig der Zugang über das Anonymisierungsnetzwerk versperrt ist. Andererseits war Twitter das einzige Unternehmen, dass einige Nutzer darüber informierte, dass sie Opfer einer besonderen Geheimdienstüberwachung waren. Auch wenn immer noch keine Details darüber bekannt wurden.
Da Twitter an der Börse ist und Investoren Gewinn machen wollen, ist die Zukunft des Dienstes ungewiss. Hauptgeschäftsmodell ist immer noch Werbung. Aber viel wird im Vergleich zu Facebook und Co. nicht verkauft, und vor allem mag keiner Werbung sehen. Ich gehöre zu denen, die sofort für ein werbefreies Twitter jeden Monat eine Abo-Gebühr zahlen würden. Davon gibt es viele. Aber wahrscheinlich nicht genug, um die Investoren zu befrieden. Möglicherweise wird Twitter irgendwann von einem der üblichen großen US-Unternehmen aufgekauft. Besser wird es dann sicher nicht.
Was fehlt: Eine dezentrale, datenschutzfreundliche und offene Alternative als Infrastruktur. Die auf allen Plattformen interoperabel funktioniert. Einen Dienst, der Kommunikation in Echtzeit ermöglicht. Auf den man sich verlassen kann, auch und gerade dann, wenn es stressig wird. Nur dann wird es auch eine kritische Masse geben. Alle bisherigen Versuche sind genau daran gescheitert. Ich hoffe, irgendwann klappt es.
Bis dahin wünsche ich mir, dass Twitter sich weiter gegen Zensur einsetzt und kluge Entscheidungen trifft, die unsere Daten besser schützen und uns Nutzer nicht verkaufen oder vergraulen. Im Moment hätten wir keine wirkliche Alternative, die besser ist. Und das ist ein Problem.
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: 10 Jahre Twitter: Fälschen, Foppen, Faken
Foto: CC-BY-NC-ND 2.0 <a href="https://www.flickr.com/photos/melinnis/336996053/sizes/o/"> Melinnis (Flickr)</a> : 10 Jahre Twitter: Fälschen, Foppen, Faken Twitter wird zehn Jahre alt. Zu den Sternstunden des Mediums zählt auch das Spiel mit Fake-Accounts. Vor allem Politiker und Parteien sind Opfer von Fälschungen und Spott. Da ruft plötzlich Gregor Gysi auf Twitter zur Wahl von Joachim Gauck auf, falsche Demoskopie-Institute narren CDU-Politiker und das Titanic-Magazin twittert im Namen von SPD-Landtagskandidaten. Fake-Accounts begleiten Twitter seit seiner Gründung – oft zum Vergnügen der Nutzerinnen und Nutzer.
Ein Fake-Account ist vermutlich auch @AfD-BremenNord. Seit dem 14. März hat der vermeintliche Kreisverband der Rechtspopulisten auf allen Seiten für Verwirrung gesorgt. Der Account retweetet sehr authentisch AfD-Inhalte, und auch die eigenen Tweets sind einem Kreisverband der Partei zuzutrauen. Am 18. März twittert der Kreisverband dann in Richtung des ZDF:
„macht euch nur lustig über uns… eure sendung setzen wir als 1. ab #heuteshow @zdf“
Und als der Tweet in der Welt ist, löscht der falsche Kreisverband – und das wäre für den Fake eine ziemlich geniale Verifikation – den Tweet wieder. Als habe man im Kreisverband eingesehen, dass dieser Tweet zu weit gehe. Es sieht aus, als würden die Lokalpolitiker zurückgepfiffen. Schnell verbreitet sich ein Screenshot des Tweets und gibt dem falschen Ortsverband große Aufmerksamkeit. Auch der Online-Chef der Bild-Zeitung glaubt die Geschichte, der Tagesspiegel auch.Die echte Bremer AfD erklärt den Account für „nicht offiziell“ und ein der Jugendorganisation der AfD zugeschriebener Twitter-Account warnt vor einem Fake: Der Account würde „overpacen“. Es also übertreiben. Oder das aussprechen, was die AfD gerne für sich behalten würde? Denn die Stärke guter Fake-Accounts liegt darin, genau an der Grenze des Vorstellbaren zu operieren und die Betrachter in der Ungewissheit zu lassen.
Deutschlands erster und einziger Politiker-Rücktritt über Twitter – ein Fake
Mehr als ein Jahr foppt in den Jahren 2008 und 2009 das Blog Metronaut als falscher Franz Müntefering auf Twitter Medien und Follower.
Der falsche Münte taucht in Studien über Online-Wahlkampf auf, wird von Ortsvereinen beglückwünscht und von Zeitungen mehrfach zitiert. Am Ende twittert der falsche Müntefering sogar seinen Rücktritt, nur Stunden bevor der echte SPD-Vorsitzende offiziell zurücktritt: „Erneuerung heißt konsequent sein. Ich trage politische Verantwortung für das Ergebnis vom Sonntag und mache den Weg nun für andere frei.“Der Fernsehsender n‑tv verkündet den wohl ersten und einzigen Twitter-Rücktritt des Landes per Laufschrift. Live.
Atomlobby kämpft gegen falschen Twitter-Account
Nicht nur Parteien und Politiker kann das Schicksal der satirischen Fälschung ereilen. Nach dem Super-GAU von Fukushima beginnt im März 2011 das Deutsche Atomforum, der Lobbyverband der Atomindustrie, zu twittern. Während überall Menschen in Sorge vor der radioaktiven Verseuchung sind, ist der Fake-Account auf Krawall gebürstet und provoziert:
„Ein Atom ist übrigens nur ein Millionstel Millimeter groß. Wer davor Angst hat, hat sie doch nicht mehr alle!“
oder
„Ein Gutmensch macht noch keinen Sommer. Und erst recht keine zuverlässige Energieversorgung“
Die Lobbyorganisation reagiert gereizt, kündigt rechtliche Schritte an. Und macht den falschen Account , der mittlerweile ein vielfaches der Follower des echten Atomforums hat, nur noch bekannter. Doch am Ende setzt sich die Humorlosigkeit durch, Twitter sperrt den Fake-Account, die Hedonistische Internationale bekennt sich als Urheberin der Satire.
Hans-Peter Friedrich, der war doch schon einmal auf Twitter
Im gleichen Monat fängt der damalige Innenminister Hans-Peter Friedrich an zu twittern. Während der echte Friedrich erst „seit dem 13. März 2016, 18 Uhr zwitschert“, sorgt der falsche Twitteraccount 2011 für lustige Verwirrungen.
Weil er weitaus seriöser und moderater twittert als vier Jahre später der echte Friedrich, wird die Fälschung durch die damalige Ministerin Kristina Schröder und andere Parteikollegen für bare Münze genommen und via Twitter verifiziert und verbreitet.
„Sagen, was die persiflierte Person denkt, aber nicht sagen würde“
Der Macher des gefälschten @HPFriedrich möchte anonym bleiben. Er hat in den letzten Jahren unzählige inoffizielle Twitteraccounts für Politiker und Organisationen erstellt und betreut. Gegenüber netzpolitik.org sagt er:
„Der Reiz an Fake-Accounts ist, Dinge raus zu hauen, die die persiflierte Person denkt, aber wahrscheinlich nicht sagen würde. Die Leser halten dann inne und wundern sich über die Offenheit. So kann man Politiker wunderschön demaskieren.“
Um einen guten Fake-Account zu machen, brauche man nur ein Bild und sinnvolle Account-Angaben. Dann müsse man sich in die Person oder Organisation hinein versetzen, und überlegen, was sie wohl als erstes twittern, und wem sie wohl als erstes folgen würde. Besonders schön sei es, wenn dann Parteikollegen öffentlich oder per Direct Message fürs Folgen danken… So könne man sie nutzen, um den Account zu bestätigen und zur Verbreitung beizutragen. Dass es durch die Verification von Twitter schwerer geworden sei falsche Accounts zu erstellen, sieht er eigentlich nicht:
Die Verification bekommen die Leute ja immer erst nach einiger Zeit, daher ist sie kein wirklich vertrauenswürdiger Indikator. Da ist immer noch genug Spielraum.
Den falschen Twitter-Accounts vermiest heute vielmehr die gewachsene Medienkompetenz und Bekanntheit von Twitter ihr satirisches Spiel mit der Realität. Gleichzeitig hat Twitter in den letzten Jahren die Möglichkeiten zur Beschwerde über Fake-Accounts verbessert und geht bei Prominenten streng gegen Fälle von „Non-parody Impersonation“ vor: Die Accounts werden recht schnell auf „suspended“ gestellt.
Dabei sind richtige Twitter-Fake-Accounts in jedem Fall abzugrenzen von den unzähligen Parodie-Accounts, die es gibt. Oftmals versuchen diese gar nicht den Anschein zu erwecken, echt zu sein, sondern enttarnen sich direkt im Biografie-Text oder durch allzu auffällige Tweets. Das kann wie bei @bundesamtfvs oder @PolizeiSaxen auch lustig sein, ist aber keine Kommunikationsguerilla, weil es den Rezipienten nicht im Ungewissen lässt.
Darf man das?
Darüber wie Fake-Accounts von Prominenten eigentlich rechtlich und ethisch zu bewerten sind, gibt es unterschiedliche Meinungen. Rebecca Greenfield hat die Positionen vor einiger Zeit in The Atlantic gegeneinander gestellt. Auf der einen Seite heißt es:
A fake Twitter account is no different than an Elvis impersonator, whose identity consists both of the man beneath the costume and the costumed man. It just happens to be on the Web and not in a cheesy Las Vegas lounge.
Fürsprecher des Fakes sind der Meinung, dass es erst illegal werde, wenn die Accounts für Erpressung oder Betrug benutzt würden. Jürgen Habermas, der selbst schon von einem Fake betroffen war, erwartet hingegen, dass die Fälschenden mit offenen Visier kämpfen und nach der Enttarnung ihren Namen nennen.
Wie auch immer die rechtliche und ethische Bewertung von falschen Twitter-Accounts ausgeht, ein großer Spaß für das Publikum sind sie fast immer. Bedrückend wird es eigentlich erst, wenn echte Accounts so krude sind, dass man sie für Fakes halten könnte – so wie bei Erika Steinbach oder Hans-Peter Friedrich.
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: Expertenschwemme gegen die Informationsüberflutung? Expertentum und Expertise im digitalen Zeitalter
Cover des Bands "Auf dem Markt der Experten – zwischen Überforderung und Vielfalt" (Edition Büchergilde, 2016) : Expertenschwemme gegen die Informationsüberflutung? Expertentum und Expertise im digitalen Zeitalter Informationsüberflutung ist einer der häufigsten Kritikpunkte an Internet und neuen Medien. Exponentiell wachsende Speicherkapazität führt in Kombination mit „Verdatung“ der Welt zu einer unüberschaubaren Masse an Information. Jede Minute werden dreihundert Stunden Videomaterial auf YouTube hochgeladen, jede Suchanfrage und jeder Webseitenbesuch werden gespeichert. Smartphone-Apps sammeln automatisch Nutzungs- und Standortdaten, und mit dem Internet der Dinge werden Haushaltsgeräte, Autos und Kleidungsstücke den Datenbestand noch einmal explodieren lassen.
Dieser Beitrag ist im Buch „Auf dem Markt der Experten: Zwischen Überforderung und Vielfalt“ der Edition Büchergilde erschienen. Die aufwändigen Illustrationen des von Studierenden der Angewandten Literaturwissenschaft an der FU Berlin konzipierten Bandes wurden mit einer Crowdfunding-Kampagne finanziert.
Kein Wunder, dass eine Suchmaschine das wichtigste Werkzeug im Internet und ihr Eigentümer eines der mächtigsten Unternehmen in zunehmend digitalen Märkten ist. Souverän im Netz ist, wer die erste Seite der Suchergebnisse kontrolliert. Keineswegs ausgemacht ist dabei, wie sich Zugang zu mehr und mehr Information auf das Finden relevanter Information auswirkt. Online mag zwar zu allem und jedem etwas zu finden sein – allerdings oft widersprüchlich oder unbelegt.
Die Informationsüberflutung im Netz und der Umgang mit ihr lässt sich besonders gut am Beispiel der Online-Enzyklopädie Wikipedia beobachten. Diese hat nicht nur die gedruckte Enzyklopädie auf dem Gewissen, sondern sie hat auch verändert, was als enzyklopädisch relevantes Wissen gelten und wer diesbezügliche Entscheidungen treffen darf. In der klassischen Enzyklopädie oblag es dem Ermessen einer kleinen, professionellen Redaktion zu entscheiden, was wissenswert genug für den knappen Platz in gedruckten Büchern war. Heute kann potentiell jeder Mensch mit Internetzugang zur Wikipedia beitragen, potentiell jede Information hat in den unendlich-digitalen Wiki-Weiten Platz. Tatsächlich ist es aber eine vergleichsweise kleine Gruppe von Freiwilligen – Expertinnen und Experten –, die nach selbstgegebenen Regeln – so genannten Relevanzkriterien – entscheidet, was wissenswert genug für einen Wikipedia-Eintrag ist. Zumindest in den Themenfeldern, in denen Wikipedianer Artikel verfassen, korrigieren oder löschen, übernehmen sie eine ehrenamtliche Expertenrolle, die es so vor dem Internet nicht gab.
Wikipedia-Wissen und Wikipedianer sind aber keineswegs die einzigen neuen Formen von Expertise und Expertentum, die im Zuge der digitalen Revolution entstanden sind. Einer der Gründe für die Veröffentlichung dieses Bandes war die Diagnose, dass wir einerseits Gefahr laufen, von Informationen „erdrückt“ zu werden, und andererseits „von Experten umzingelt“ sind, die uns genau davor bewahren sollen. Es stellt sich also die Frage, ob eine Expertenschwemme die Antwort auf Informationsüberflutung sein kann.
Neuer Bedarf an Expertise und Experten
Arbeitsteilig organisierte kapitalistische Gesellschaften produzieren zwangsläufig eine ständig wachsende Vielfalt an Spezialgebieten, oft verbunden mit der Herausbildung von eigenen Ausbildungen und Berufen. Die Kehrseite von Arbeitsteilung, sei sie inner- oder zwischenbetrieblich, ist die Notwendigkeit der Koordination. Wertschöpfung, egal ob monetärer oder nicht-monetärer Art, entsteht gerade aus der Kombination von geteilter und koordinierter Arbeit. Expertise ist an beiden Enden erforderlich, sei es, um immer stärker spezialisierte Fertigungs- und Vertriebskonzepte zu meistern oder um Übersetzungs- und Koordinationsaufwand in Form von Controlling und Management zu bewältigen. Mit der durch den Soziologen Niklas Luhmann beobachteten, zunehmenden funktionalen Ausdifferenzierung von Gesellschaften ist deshalb auch ein steigender Bedarf nach Expertentum verbunden. Gut beobachten lässt sich funktionale Ausdifferenzierung an den Universitäten. Interdisziplinäre Studienrichtungen wie „Staatswissenschaften“ – eine Kombination aus Verwaltungs‑, Rechts‑, Wirtschafts- und Politikwissenschaft sowie Soziologie und Geschichte – sind am Rückzug. Stattdessen boomen immer stärker spezialisierte Masterstudiengänge wie „Health Care Management“, „Wirtschaftspsychologie“ oder „Real Estate Management“, um nur drei Beispiele aus dem unüberschaubaren Angebot im Bereich der Betriebswirtschaft zu nennen.
Dass gesellschaftlicher und technologischer Wandel, wie er mit Digitalisierung und Internet verbunden ist, neue(n Bedarf nach) Experten generiert, ist deshalb keineswegs überraschend oder neu. In zweifacher Hinsicht ist der durch Digitalisierung getriebene, zusätzliche Bedarf nach Expertise und Experten jedoch besonders.
Erstens ist der mit Digitalisierung und Internet verbundene Wandel ein besonders tiefgehender, sektorenübergreifender Umbruch. In der Wirtschaft gibt es kaum Branchen, die nicht durch neue, digital-ermächtigte Akteure umgekrempelt werden – vom Einzelhandel (Amazon) über das Hotelgewerbe (AirBnB) bis hin zur Unterhaltungsbranche (YouTube). Aber auch höchstprivate Lebensbereiche wie Freundschaft (Facebook), Kennenlernen (Tinder) und Sexualität (YouPorn) werden durch neue digitale Dienste erschlossen und verändert. Kaum ein Lebensbereich ist vor digitalen Umwälzungen gefeit, und auch neue digitale Champions können sich keineswegs vor Veränderung sicher fühlen, wie das Scheitern von Nokia im Übergang von Mobiltelefonen zu Smartphones gezeigt hat.
Mit derart umfassender und weitgehender Veränderung in vergleichsweise kurzer Zeit geht eine fundamentale Unsicherheit einher. Fundamental meint, dass es nicht nur schwer ist, die Wahrscheinlichkeit verschiedener Entwicklungsmöglichkeiten abzuschätzen, sondern dass Art und Vielfalt möglicher Entwicklungspfade selbst kaum absehbar sind. Und je ausgeprägter derart fundamentale Unsicherheit, desto größer ist der Bedarf nach Experten, die in dieser Situation Orientierung versprechen. Dass auch die klügsten Experten angesichts fundamentaler Unsicherheit kaum mehr können, als „raten“, tut dem Bedarf nach ihren Ratschlägen keinen Abbruch.
Der übliche Umgang mit fundamentaler Unsicherheit besteht darin, sich an den Anderen zu orientieren. Experten können hierbei behilflich sein, indem sie „Best-Practice“-Beispiele verbreiten, also das zum Vorbild stilisierte Andere. Oder indem sie das Andere aggregieren und extrapolieren, also vergangene Entwicklungen in die Zukunft fortschreiben, und dabei nicht selten deshalb richtig liegen, weil sie dadurch selbsterfüllende Prophezeiungen generieren. Etwas, das vor allem deshalb funktioniert, weil Experten sich in ihren Prophezeiungen angesichts fundamentaler Unsicherheit ebenfalls an anderen Experten orientieren und so kollektiv vermeintliche Erwartungssicherheit produzieren. Die Vorhersage des Mooreschen Gesetzes, dass sich die Zahl der Transistoren auf einem Computerchip rund alle 18 Monate verdoppelt, tritt beispielsweise auch deshalb ein, weil sich Prozessorhersteller an genau diesem Ziel in ihren Entwicklungsanstrengungen orientieren.
Zweitens verschärfen Digitalisierung und Internet – Informationstechnologien im Allgemeinen – die eingangs bereits erwähnte und vor allem gefühlte „Informationsüberflutung“. Selbst jenseits von unsicheren Zukunftsperspektiven stellen sich mit der Zunahme an zugänglicher Information Fragen von Zuverlässigkeit und Relevanz in verschärfter Form. Während die menschliche Informationsverarbeitungskapazität bestenfalls linear wächst, steigt die zur Verarbeitung verfügbare Information überproportional.
Im Ergebnis wächst dadurch der Bedarf nach Experten in ihrer Funktion als Filter und Relevanzrichter. Weil ein eigenständiges Vertiefen in die verschiedenen Themenbereiche keine Option ist, bleibt nur der Rückgriff auf die Einschätzung von Experten, die im jeweiligen Themenfeld einen Informationsvorsprung besitzen. Daran wird auch deutlich, dass es sich beim Expertenstatus um ein relationales Konzept handelt; einerseits weil er aus Zuschreibung durch Dritte resultiert und andererseits auf Erfahrungs- und Informationsvorsprung gegenüber ebendiesen Dritten fußt.
Der neue und gesteigerte Bedarf nach Expertise und Experten im Zuge des digitalen Wandels beantwortet jedoch noch nicht, wer in der Lage ist, diese Bedürfnisse zu befriedigen. Gerade rasche technologische und wirtschaftliche Entwicklungen erfordern Expertise in Feldern, die (noch) nicht von herkömmlichen Bildungseinrichtungen – den traditionellen Expertenfabriken – abgedeckt werden können. Wie so oft ist es aber auch in diesem Fall so, dass dort, wo eine Nachfrage besteht, meist schnell ein Angebot entsteht. Gerade im Kontext von Internet und Digitalisierung lassen sich deshalb neue Formen von Experten und Expertentum beobachten.
Neue Formen von Experten und Expertentum
Ganz allgemein hat das Internet zwei neuen Expertenkategorien zur Blüte verholfen. Internetexperten und Experten im Internet. Internetexperten erklären neue Internet-basierte Technologien, Produkte und Dienstleitungen. Dementsprechend gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Bezeichnungen für Internetexperten, je nachdem, welche Ecke des Internets die Basis des jeweiligen Expertengeschäfts bildet. Eine der häufigsten Ausprägungen ist der Social-Media-Berater oder ‑Stratege, der Erfahrungsvorsprung in der Nutzung gerade aktueller Online-Werkzeuge – von Facebook über Twitter bis hin zu Pinterest – zu monetarisieren in der Lage ist. Während Social-Media-Berater eher zu den Generalisten unter den Internetexperten zählen, gibt es auch „Spezialexperten“ wie beispielsweise solche für Suchmaschinenoptimierung („search engine optimization“, SEO).
In beiden Fällen ist der Expertenstatus allerdings von besonderer Prekarität gekennzeichnet. Mangels etablierter Ausbildungswege sind sowohl Social-Media- als auch SEO-Experten in der Regel Autodidakten. Sie kämpfen deshalb bisweilen mit Skepsis ihrem Expertenstatus gegenüber, der sogar in beißenden Spott münden kann. Die US-Online-Satirezeitschrift „The Onion“ sorgte beispielsweise mit einem Video für Furore, in dem sich ein Social-Media-Experte damit brüstet, es auch ohne eine einzige originelle Idee zum erfolgreichen Berater gebracht zu haben. Im Fall von SEO wiederum kursieren zahlreiche Warnungen vor halbseidenen SEO-Experten, die mit falschen Versprechungen von verbesserter Platzierung in Suchergebnissen am Rande des Betrugs vorbeischrammen.
Mit steigender Bedeutung sozialer Medien und Suchmaschinen für die Geschäftstätigkeit von immer größeren Teilen der Wirtschaft ist die Nachfrage nach Expertise und Experten in diesen Gebieten dennoch ungebrochen. Und klarerweise sind Internetexperten in der Regel auch als Experten im Internet tätig, das heißt, sie demonstrieren ihre Expertise in Form von Blogs, Tweets und Facebook-Postings.
In dieser zweiten Kategorie der Experten im Internet – Experten für alles Mögliche, die sich der Möglichkeiten des Internets bedienen, um beispielsweise ihren Bekanntheitsgrad zu erhöhen – lassen sich wiederum zwei Subtypen unterscheiden. Einerseits gibt es „traditionelle“ Experten, die ihre Expertise auch via neuer Medien anbieten und verbreiten. In diesem Fall speist sich der Expertenstatus regelmäßig aus einer Kombination von Ausbildung und beruflichem Hintergrund. Je stärker ausgeprägt der Bezug zu Internet und digitalen Technologien ist, desto weiter verbreitet ist dieser Typus. So sind unter den zahlreichen bloggenden Anwälten – Rechtsexperten – jene mit Spezialgebieten wie IT- und Medienrecht sicherlich überrepräsentiert. Einer der in Deutschland bekanntesten Online-Rechtsexperten – „Law Blog“-Autor Udo Vetter – ist allerdings Fachanwalt für Strafrecht und profitiert wohl davon, dass seine Beiträge näher an der Lebensrealität der breiten Bevölkerung sind.
Ganz generell ist das wichtigste Expertenmedium im Netz wahrscheinlich das Blog. Es lässt sich wohl ohne Übertreibung behaupten, dass es kaum ein Thema gibt, zu dem nicht auch gebloggt wird. Nicht in allen Fällen ist es jedoch so, dass die verbloggte Expertise auf professionellem Hintergrund beruht. Mindestens ebenso relevant können Lebenserfahrung oder einfach gesteigertes Interesse an einer Thematik sein. Im Ergebnis kann so auch ohne formale Ausbildung oder entsprechende berufliche Tätigkeit die fortgesetzte, internet-öffentliche Auseinandersetzung mit einem Thema Expertenstatus begründen.
Auf diese Weise kommt es aber zunehmend zu einer Erweiterung dessen, wer als Experte und was als Nachweis von Expertise gelten kann. Paradoxerweise erlaubt es gerade das oft für seine Schnelllebigkeit gescholtene Internet, durch ausdauernde Beschäftigung mit und Kommunikation von spezifischen Inhalten Expertenstatus zu erwerben. Das liegt nicht zuletzt auch daran, dass derartige Aktivitäten Voraussetzung sind, um mittels Suchmaschine überhaupt gefunden und damit als Experte identifiziert werden zu können.
Bis zu einem gewissen Grad nähert sich dadurch das Verständnis von Expertise und Expertentum jenem an, das im Bereich qualitativer – das heißt an Einzelfällen interessierter, nur deskriptiv-statistischer – Sozialwissenschaften bereits seit längerer Zeit propagiert wird. Eines der am weitesten verbreiteten Werkzeuge zur Datenerhebung im Rahmen sozialwissenschaftlicher Forschung ist das Experteninterview. Dabei werden solche Menschen als Expertinnen und Experten befragt, die aus Perspektive des jeweiligen Forschungsinteresses über einen Wissensvorsprung verfügen. Ein solcher Wissensvorsprung kann auf unterschiedlichsten Eigenschaften beruhen, sei es eine berufliche Tätigkeit (z. B. Social-Media-Berater), eine Ausbildung (z. B. Juristin), eine soziale Rolle (z. B. ein Elternteil) oder sonstige Aktivitäten (z. B. Zeitzeugin des Mauerfalls in Deutschland).
Diesem Verständnis von Expertentum zu Folge scheint es dann auch gar nicht mehr absurd oder illegitim, Wikipedia-Wissen als Expertenwissen zu begreifen. Wenn es auf Wissens- und Erfahrungsvorsprung im jeweiligen (Nischen-)Feld ankommt, dann ist kaum eine bessere Art und Weise vorstellbar, Expertise zu organisieren, als in einem möglichst offenen, kollaborativen Prozess wie jenem der Wikipedia. Dadurch gewinnt im Internet aber der Experte qua Interesse und Alltagserfahrung an Bedeutung gegenüber traditionellen Experten, die ihren Status auf formale Ausbildung und Zertifizierung stützen.
Die Entgrenzung der Expertenrolle im Netz geht allerdings noch weiter und macht, ohne dass uns das bewusst sein muss, tatsächlich jeden und jede zu Experten und Expertinnen. Wenn eine beziehungsweise wahrscheinlich sogar die entscheidende Rolle von Experten angesichts drohender Informationsüberflutung die eines Filters und Relevanzrichters ist, dann sind es die Algorithmen von Online-Diensten wie Google oder Facebook, die ebendiese Rolle zuweisen.
Eines der wesentlichsten Kriterien für Reihung und damit Relevanz von Suchergebnissen sind Verlinkungen. Vereinfacht gesagt schätzen Suchmaschinen Informationen umso relevanter ein, je mehr Menschen einen bestimmten Link zu einem bestimmten Thema gesetzt haben. Wer verlinkt, beansprucht deshalb schon alleine durch diesen Akt diesbezügliche Expertise – und sei es nur die Relevanz der verlinkten Information betreffend. Ganz ähnlich verhält es sich mit Likes und Shares auf Facebook. Auch hier verlassen sich die Algorithmen zur Ordnung der Beiträge auf die Expertise der „Likenden“. Zumindest in dieser Hinsicht ist also die Frage, ob sich Informationsüberflutung mittels Expertenschwemme bewältigen lässt, eindeutig mit Ja zu beantworten. Umgekehrt bedeutet das jedoch nicht, dass diese Art der Relevanzerzeugung qualitativ hochwertig oder auch nur klassischen Formen der Relevanzproduktion überlegen ist. Die Allgegenwart von Katzenvideos im Internet legt aber zumindest den Schluss nahe, dass es sich um eine neue Form der Relevanzzuschreibung handelt.
Fazit
Tiefgreifender Wandel im Zuge von Digitalisierung und Internet haben nicht nur zu gesteigertem Bedarf nach Experten geführt, sondern auch neue Formen von Expertentum hervorgebracht. Die traditionelle Begründung von Expertenstatus über Ausbildung und berufliche Tätigkeit ist dadurch keineswegs obsolet geworden, erfordert aber bisweilen zusätzliche Aktivitäten – wie Bloggen oder Twittern –, um weiterhin wirksam zu werden. Gleichzeitig kommt es durch spezifische Formen der algorithmischen Informationsüberflussbewältigung zu einer Verallgemeinerung des Expertenstatus, insofern Handlungen wie Verlinkungen oder Likes als Maßstab für Relevanz herangezogen werden. Allerdings geht diese zwar marginale, dafür aber überall verbreitete Expertenfunktion aller Online-Nutzer in der Regel nicht mit der Attribution eines Expertenstatus durch Dritte einher. Im Internet mag deshalb zwar jede und jeder Experte sein; als Experte erkannt und benannt zu werden, wird jedoch weiterhin ein Privileg sein, das nur Dritte zuerkennen können.
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: Umfrage: Zeitungsredaktionen schränken Kommentarfunktionen 2015 weiter ein
Foto: CC-BY-NC 2.0 <a href="https://www.flickr.com/photos/write4nothing/9719183140/">Speg of the Pigs</a> : Umfrage: Zeitungsredaktionen schränken Kommentarfunktionen 2015 weiter ein 40 Prozent der Zeitungsredaktionen haben in den letzten zwölf Monaten ihre Kommentarfunktionen wegen rechter, hetzender und strafbarer Kommentare eingeschränkt. Die Fachzeitschrift „journalist“ hat dazu eine Umfrage unter allen Tageszeitungsvollredaktionen gemacht. Von den 119 angeschriebenen Redaktionen haben sich 66 an der Umfrage beteiligt.
Insgesamt fährt mehr als die Hälfte der Redaktionen die Strategie, dass sie bei bestimmten Themen auf ihren eigenen Webseiten gar keine Kommentare zulässt (53 Prozent) oder diese Themen bei Facebook nicht mehr postet (59 Prozent).
Als Grund für die Einschränkungen führen die Redaktionen unter anderem an, dass sie mit der Moderation rechtsradikaler und strafbarer Inhalte personell überfordert seien. Um gegenzusteuern hat die Rheinische Post ihr System technisch verbessert, andere Zeitungen wie der Weser-Kurier haben mehr Moderatoren angestellt.
Viele Kommentierende haben kein Interesse an Diskurs
Sowohl die Chefredakteure von Sächsischer Zeitung und FAZ.net sagen dem Fachmagazin, das Problem sei die Vielzahl der Kommentare, die kein Interesse an Diskurs und Debatte hätten. Seit zwei Jahren sei zu beobachten, dass die Zahl derer, die hasserfüllte Kommentare posten oder Andersdenkende verbal verletzen wollen, stark zunehme.
Thomas Zeller vom Trierischen Volksfreund hat gegenüber dem „journalist“ aber auch auf ein anderes Problem hingewiesen:
„Wenn wir die Inhalte nicht auf Facebook posten, machen das unsere Nutzer in ihren Timelines. Nur dort haben wir dann kaum mehr die Möglichkeit, auf eskalierende Diskussionen zu reagieren.“
Stefan Plöchinger, dessen Medium Sueddeutsche.de 2014 eines der ersten war, das die Kommentarfunktion einschränkte, hat das Problem der Hasskommentare und der durch Facebook getriebenen Emotionalisierung der Berichterstattung in seinem Blog ausführlich beschrieben:
Weil man sich außerdem recht fix mit Freunden und Gleichgesinnten vernetzen kann, findet man sich schnell in einer Gesinnungs-Filterblase wieder. Das ist gesamtgesellschaftlich kein Problem, wenn auf diese Weise Häkelgruppen zueinander kommen, aber durchaus, wenn sich Menschenfeinde effizienter organisieren und ihre Ideologie leichter verbreiten können als je zuvor.
Berichterstattung über Geflüchtete bringt besonders viele Facebook-Interaktionen
Wenn man nun das Problem mit den Hasskommentaren an den Themen der Berichterstattung spiegelt, die besonders viele Facebook-Interaktionen erhielten, fällt auf, warum rechtsradikale Hetzkommentare in letzter Zeit sichtbarer geworden sind: Gab es im Juni 2015 nur zwei Artikel in den Top 100 zum Thema Geflüchtete, wurden es in der zweiten Jahreshälfte deutlich mehr, der Höhepunkt wurde im Januar 2016 mit 64 Artikeln erreicht.
Simon Hurz hat in seinem Beitrag die Tonalität der Top100-Artikel untersucht. Dabei hat er festgestellt, dass sich die Anzahl derer, die eher negativ berichteten nach dem „Sommer der Willkommenskultur“ drastisch erhöhte. Leitmedium der Negativberichterstattung zum Thema ist demnach der Focus, vor Deutschen Wirtschafts Nachrichten, Welt und Junger Freiheit.
Legt man die Zahl der Facebook-Interaktionen zugrunde, ist Focus Online das mit Abstand erfolgreichste deutsche Nachrichtenportal. 97 Berichte zählten zwischen Juni und Februar zu den monatlichen Top 100. Davon beschäftigen sich 50 mit dem Thema Flüchtlinge – und 48 haben einen negativen Tonfall.
Die Umfrage im Fachmagazin „journalist“ gibt leider keine Auskunft darüber, wie der Focus mit Hasskommentaren umgeht und wie sich deren Anzahl in den letzten Monaten dort verändert hat.
Zurück zur Einbahnstraße?
Problematisch an der zunehmenden Beschränkung der Kommentarfunktion durch Zeitungsredaktionen bleibt, dass dabei die demokratische Möglichkeit der Leserinnen und Leser – Artikel zu berichtigen, zu ergänzen oder auf andere Pressedarstellungen hinzuweisen – wieder verloren geht. Dieses wertvolle demokratische Korrektiv geht in einem lärmenden, hasserfüllten Umfeld momentan komplett unter. Auch weil alle, die als Kommentatoren diese Funktion erfüllen könnten, in so einem Umfeld keine Lust mehr auf eine Beteiligung haben oder den Bereich unter den Artikeln aus psychischem Selbstschutz meiden.
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: Wikimedia-Chefin Lila Tretikov tritt zurück [Update]
: Wikimedia-Chefin Lila Tretikov tritt zurück [Update]
Schon länger schwelte bei der Wikimedia Foundation eine Führungs- und Managementkrise, die auch den 15. Geburtstag des Flaggschiffs Wikipedia überschattet hat – schließlich war ein von der Community gewähltes Vorstandsmitglied von seinen VorstandskollegInnen aus dem Gremium geworfen worden und ein in das Board nominierter Ex-Google-Manager trat nach Kritik an seiner Bestellung seinen Posten gar nicht erst an. Nachdem die Kritik am Führungsstil von Wikimedia CEO Lila Tretikov in den letzten Wochen an Intensität mehr und mehr zugenommen hatte, zog diese nun die Konsequenzen und trat zurück. Anlass waren zunächst dementierte Pläne Tretikovs, eine Wikipedia-Suchmaschine zu bauen (Hintergründe dazu liefert Wikipedia Signpost). Torsten Kleinz hat bei heise.de die Vorgänge rund um Tretikovs Rücktritt schön zusammengefasst. Er spricht von einem Dammbruch:
In den vergangenen Tagen kam es jedoch zum Dammbruch: Immer mehr Angestellte erklärten auf der Mailingliste der Wikimedia Foundation ihre Kündigung mit der Unzufriedenheit [mit] Tretikov. Auch derzeitige Angestellte forderten offen ihren Rücktritt.
Wie es jetzt weitergeht ist unklar, nach der Ankündigung des Abschieds von Tretikovs Vorgängerin Sue Gardner war mehrere Monate lang nach einem/r Nachfolger/in gesucht worden – mit offensichtlich nicht gerade großem Erfolg.
[Update, 26.02.2016] Für alle, die die Ereignisse seit der Bestellung von Lila Tretikov im Detail nachvollziehen möchten empfiehlt sich ein Blick in eine diesbezügliche Timeline der Programmiererin Molly White. Außerdem wurde ich für einen längeren Beitrag zum Them bei SZ.de interviewt. [/Update]
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: Zweiter Platz beim Medienpreis Politik 2015 des Deutschen Bundestages
: Zweiter Platz beim Medienpreis Politik 2015 des Deutschen Bundestages Gestern fand in Berlin die Verleihung des Medienpreis Politik 2015 des Deutschen Bundestages statt. Wir waren mit einem Live-Blog aus dem Geheimdienst-Untersuchungsauschuss von einer unabhängigen Jury unter die ersten drei Plätze nominiert worden.
Für den ersten Platz, vergütet mit 5000 Euro, reichte es leider nicht. Den gewann Sandra Stalinski mit ihrem schönen Radio-Feature „Rhetorik der Macht. Wie wird man (als) Politiker?“.
Dafür haben wir eine schöne Laudatio-Rede auf unsere Arbeit gewonnen und waren das erste unabhängige Netz-Medium, was jemals für diesen Preis auf die Shortlist kam.
Uns freute zusätzlich, dass wir mit dem zweiten Platz für das Jahr 2015 von einer Institution ausgezeichnet werden, die uns 2014 noch die Akkreditierung als Journalisten verweigern wollte, weil wir ja „nur Blogger“ seien und keine parlamentarische Berichterstattung machen würden.
Und das ist die Begründung der Jury für unsere Nominierung:
Markus Beckedahl und André Meister: „Wir wollten aus Snowden-Dokumenten lernen, ob wir das auch können“
Live-Blog auf Netzpolitik.org aus dem 1. Untersuchungsausschuss-Ausschuss der 18. Wahlperiode, 21. Mai 2015
Der Live-Blog zeichnet die Abläufe, Aussagen und Fragerunden im Geheimdienst-Untersuchungsausschuss detailliert nach. Regelmäßig erklären Parlamentskorrespondenten, dass es im Plenum des Bundestages so leer sei, weil ja die eigentliche Arbeit in verschiedenen Gremien und Ausschüssen stattfindet. – Der BND-Untersuchungsausschuss ist so ein Ort parlamentarischer Arbeit, und zwar einer, an dem es richtig kompliziert wird.
Der Live-Blog ist sicherlich keine klassisch-journalistische Arbeit. Sie können sich vorstellen: wir haben in der Jury ausführlich über diese Frage diskutiert. Aber wir sind zu dem Schluss gekommen: Es ist durchaus Journalismus, wie Markus Beckedahl und André Meister über die exakte Protokollierung der Geschehnisse im Ausschuss hinausgehen und zugleich ein breites Hintergrundwissen zur Sache wie zu den politischen Zusammenhängen beweisen.
Die Lektüre des Blogs ist bestimmt nicht vergnügungssteuerpflichtig, sie setzt politische Neugier voraus – und belohnt sie: Die Nutzer erhalten nicht nur Zugang zum Geschehen, sondern auch mindestens erste Hinweise auf entscheidende Ergebnisse oder neue Erkenntnisse.
Zeugen in der protokollierten Ausschuss-Sitzung sind BND-Mitarbeiter Hartmut Pauland und BND-Präsident Gerhard Schindler. Die knappen Notizen der Aussagen sind quasi Eisbergspitzen – unter ihnen schwimmen Information und Eindrücke von der Arbeit des Bundesnachrichtendienstes, die in den Statements und Fragerunden deutlich werden.
Netzpolitik.org macht damit parlamentarische Arbeit in einem seltenen Maße transparent. Die Kollegen stehen für einen aufklärerischen Journalismus und für wichtige – aber sperrige – Themen: Internet-Daten-Geheimdienste… Unter den vielen schönen Porträts und personalisierten Geschichten sticht ihr Beitrag deutlich heraus.






