Kultur

Deutschlandradio veröffentlicht kostenlose Android-App „dradiointerview“

Das Deutschlandradio hat für den eigenen Einsatz eine Android-App entwickelt, die das lästige Problem von schlechten Sprachaufnahmen bei Telefon-Interviews lösen soll.

dradiointerview-backdrop-Google-Play-1024x500

Wir finanzieren uns fast vollständig aus Spenden von Leserinnen und Lesern. Unterstütze unsere Arbeit mit einer Spende oder einem Dauerauftrag.

Die Grundidee der App ist ganz simpel: Ein Gesprächspartner lädt dradiointerview aus dem Google Play Store und installiert die App auf seinem Android Smartphone. Während des anschließenden Telefoninterviews mit einem Journalisten nimmt die App den Gesprächspartner dann direkt am Mikrofon seines Smartphones in hochwertiger Tonqualität auf. Wohlgemerkt: Aufnahme und Telefonat passieren gleichzeitig auf demselben Handy. Kurz nach dem Gespräch ist die Stimmaufnahme des Interviewten als Webdownload weltweit verfügbar. Leitungsaussetzer wegen schlechter Internet-Verbindungen oder verrauschte Aufnahmen am Ende einer langen Übertragungskette gehören damit der Vergangenheit an.

Wir kennen das Problem von beiden Seiten, u. a. weil wir regelmäßig über Telefonleitungen interviewt werden. Wenn es nicht live ist, werden wir immer häufiger gebeten, parallel bei uns vor Ort noch eine Aufnahme zu machen. Das ist immer etwas aufwändig, weil man mitunter mit zwei Telefonen gleichzeitig agiert: Mit dem einen telefoniert man während des Interviews, und das andere zeichnet auf. Danach wird es je nach Größe der Datei weiter kompliziert, wenn es darum geht, die Audiodatei zum Interviewpartner zu schicken.

Die mit Unterstützung von Deutschlandradio Lab entwickelte Interview-App dradiointerview soll genau das vereinfachen, indem Telefonat und Aufzeichnung mit einem Telefon einfach erfolgen soll.

Eine iOS-Version gibt es noch nicht, diese steht derzeit zur Debatte. Es ist aber vorbildlich, dass das Deutschlandradio die App allen kostenlos zur Verfügung stellen will (einen Zugangscode muss man derzeit in der Testphase noch beantragen). Noch besser wäre natürlich, wenn der Code auch unter einer freien Lizenz offengelegt werden würde.

Weitersagen und Unterstützen. Danke!
7 Kommentare
  1. Hm. Das klingt mit Beschreibung des Interview Falles natürlich positiv. Aber gleichzeitig fällt mir allerlei Mißbrauch einer solchen Funktion ein. Spontanes Business Case. Ich biete auf Dating Plattformen Honey Pot Nummern an und animiere die notgeilen Burschen und Mädchen dort anzurufen. Der Quark geht als Audiodatei sofort auf meinen “ Hör Dir dir notgeilen Deppen“ Blog, und ich mach einen Reibach mit der Werbung, da die Seite stark nachgefragt sein wird. Natürlich geht das auch ohne eine solche App, einfach indem ich das Gespräch mit den dafür bereits bestehenden 1000 Möglichkeiten aufzeiche und als Datei wandle. Aber das ebenso für das DR möglich. Der neue Mehrnutzen erschließt sich mir also nicht ganz. Ggf, fehlt was in der Beschreibung der Funktion der App.

    1. das spezielle an der app ist, dass es eben nicht wie alle anderen das telefongespräch nur auf deiner seite aufzeichnet (das können, wie du schon sagtest, auch viele andere), sondern das es direkt bei deineRm GesprächspartnerIn aufgezeichnet wird, dadurch die Qualität also viel besser ist (nicht der typische telefonsound). Das setzt natürlich vorraus, dass deinE GesprächspartnerIn die APP auch installiert hat. Gerade an dem Punkt find ich es besonders Wertvoll, dass das von Dradio kommt, da das eine Institution ist, der die Leute vertrauen. Is ja schon ne bisschen komisch, wenn man seineRm InterviewpartnerIn erstmal auffordert ne App zu installieren.

      Schade, dass sie anscheinend nicht open source ist?!

  2. Hm, kann man eigentlich so tun, als wäre die richtige Stimme am anderen Ende, obwohl jemand anderes spricht?
    Kann man eigentlich auch das Bild dann ändern, mehr so diese komische Fischgräte am Auto dafür verwenden, oder hat das abgenagte Fischchen eine Bedeutung?
    Lieben Gruß SUSI (digitales Naivchen)

  3. Ein öffentlich-rechtlicher Sender veröffentlicht Software, die voraussetzt, dass der Nutzer sich im Walled Garden von Google tummelt. Und quelloffen ist sie natürlich auch nicht.

    Ich gehöre nicht zu denen, die bei jeder Gelegenheit über die „Zwangsabgaben“ für die Öffentlich-Rechtlichen wettern (seit wann gibt es freiwillige Abgaben?). Aber: Diese völlig kritiklose Nähe zu den Silicon-Valley-Oligopolen („Mehr darüber auf unserer Facebook-Seite…“) sponsore ich tatsächlich nicht gern.

    1. Word. Und nun kommt der von Gebürhrengeldern bezahlte „Online Jugendmedienkanal“ . Dieser hat als primäre Sendequelle, Youtube,facebook und Instagram. Der Steuerzahler bezahlt dafür, dass facebook und Youtube und co nicht nur kostenlos Content bekommen, sondern nötigt die Gebührenzahler auch noch zu Herausgabe Ihrer Daten an Datenkraken,. Und was macht die sonst so krtitsiche Netz Journaillie ? Die findet das irgendwie klasse.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.