Kultur

Meme, Veranstaltungen, Kunst, Museen, Remixe, Musik, Internetphänomene, Computerspiele und Archive.

  • : Dokumentation der Vorratsdatenspeicherungs-Anhörung
    Dokumentation der Vorratsdatenspeicherungs-Anhörung

    Ein grandioses Beispiel für internationale Kollaboration ist der Mitschnitt der gestrigen Anhörung der Grünen im Europaparlament zur Vorratsdatenspeicherung. Heute Nachmittag war schon die ganze Anhörung im FFII-Wiki transcribiert und dokumentiert. Sowohl als Ogg-Audiofiles als auch abgetippt und ins englische übersetzt.

    8. Dezember 2005
  • : Der Bundestag verkündet ein Archiv
    Der Bundestag verkündet ein Archiv

    Die Verwaltung des Bundestages hat heute die Archivierung und Erschliessung von Web-Inhalten verkündet:

    Technisches und archivfachliches Neuland betritt der Deutsche Bundestag: Als eines der ersten Archive der Bundesrepublik Deutschland beginnt das Parlamentsarchiv in Zusammenarbeit mit dem Online-Dienst des Deutschen Bundestages mit der Archivierung und Erschließung von Web-Inhalten. Das dafür eigens entwickelte Archivsystem beruht auf der Erkenntnis, dass Internetangebote in unserer modernen Informationsgesellschaft ein wichtiges Medium und oftmals erste Anlaufstelle für Außenstehende zu einer Institution sind. Nach übereinstimmender Auffassung der Experten kommt ihnen als „digitalem Kulturgut“ ein großer historischer Wert zu. Gleichzeitig gehört das Internet zu den flüchtigsten Medien überhaupt.

    Unklar ist allerdings noch, ob offene Standards und offene Lizenzen verwendet werden. Ich bin da ja pessimistisch, lasse mich aber gerne überraschen.

    8. Dezember 2005 6
  • : Herausgeber wollen Geld von Google
    Herausgeber wollen Geld von Google

    Folgende Nachricht habe ich gerade auf silicon.de gelesen:

    Europäische Herausgeber haben die News-Praktiken bei Google und anderen Portalen mit News-Links kritisiert. Sie fordern, dass die Betreiber für die Publikation von Nachrichten die Quellen bezahlen sollen.

    Leider hat silicon.de keine Quellenangabe zu dieser Nachricht (wer eine Quelle zu diesem Thema findet, kann sie ja in den Kommentaren veröffentlichen). In das aktuelle Bild der Content-Industrie passt diese Meldung aber schon. Ich gebe es zu, ich bin ein Fan von Google News, da dieser Dienst mir einen schnellen Nachrichtenüberblick über Spezialthemen gibt. Meiner Meinung nach macht Google Werbung für die Publikationen, die in Google News auftauchen.

    Kann es tatsächlich möglich sein, dass ein Herausgeber wirklich annimmt, nur weil es das Internet gibt, würde seine Regionalzeitung von aller Welt täglich gelesen?

    8. Dezember 2005 6
  • : Countdown zur neuen Wikipedia-DVD
    Countdown zur neuen Wikipedia-DVD

    Es kann sich nur noch um Stunden oder Tagen handeln, bis die neue Wikipedia-DVD online zum Download zur Verfügung steht. Der Inhalt der DVD ist die deutsche Wikipedia vom 27. November 2005. Mit 8.054.800.384 Bytes (7,5 GByte) könnte es einer der grössten Downloads von freien und legalen Inhalten sein, die bisher übers Internet gewagt wurden. Mag sein, dass ich mich täusche, Hinweise für noch grössere Dateien bitte in Kommentare schreiben, dann ziehe ich die Behauptung zurück. Sobald die DVD auf einigen Uni-Servern liegt, wird der Bittorrent-Tracker eingerichtet und zur Verfügung gestellt. Wenn es soweit ist, gibt es hier und an vielen anderen Orten im Netz die passenden Hinweise dazu. Wikipedia sucht auch noch weitere FTP-Server und Bittorrent-Seeder, die bei der Bereitstellung der DVD-ISO helfen. Eine email an info@wikipedia.de wird dankend bearbeitet.

    7. Dezember 2005 4
  • : Frankreich plant digitale Katastrophe
    Frankreich plant digitale Katastrophe

    Unser Nachbarland Frankreich ist in letztere Zeit vor allem durch immer schärfer werdende Gesetze zur „Inneren Sicherheit“ aufgefallen. Aktuell ist der Plan, die Urheberrechts-Gesetzgebung in einem Schnelldurchlauf bis Weihnachten zu verändern und massiv zu verschärfen. Die Planungen für die veränderte Urheberrechts-Gesetzgebung gehen in den frühen Sommer zurück.

    Geplant ist u.a.:

    * Ein Verbot aller Software, die kein DRM und Wasserzeichen unterstützt
    * Ein Marketing- und Werbe-Verbot von Kopierschutzentfernungs-Software und strafrechtliche Sanktionen von bis zu drei Jahren und Geldstrafen bis zu einer Höhe von 300.000 Euro bei einem Verstoss
    * Eine Kriminalisierung von Wissenschaftlern und Internet-Nutzern, die über die Umgehung von Kopierschutz berichten und/oder diese erforschen
    * DRM für digitale Radioübertragung
    * Eine Filterung privater Kommunikation nach urheberrechtlich geschützten Daten bei den ISPs

    Der Kollateralschaden für eine freie und offene Wissensgesellschaft und eine entstehende Digitalkultur wäre bei einem Durchkommen der Gesetzgebung massiv. Und das nicht nur in Frankreich. Immerhin ist das unser Nachbarland und es könnte massive Konsequenzen für unseren gestoppten „2. Korb der Urheberrechtsnovellierung“ bedeuten. Hinter der Lobby-Aktion stehen vor allem die Business Software Alliance (Microsoft & Co), Vivendi Universal und SACEM.

    Die französische Verwertungsgesellschaft SACEM (Vergleichbar mit der GEMA) hat schon ein Verbot Freier Software gefordert und Programmierer aufgefordert, ihre Lizenzen zu ändern, was meiner Meinung nach mehr als surreal ist. Ausgerechnet eine Verwertungsgesellschaft, die für die Rechte von Kreativen (ihrer Mitglieder) eintritt, fordert andere Kreative auf, ihre Arbeit einzustellen, bzw. bedroht diese mit Klagewellen. Kann man eigentlich nur noch als „Kulturkampf“ bezeichnen, der sich da abspielt.

    Sehr ausführlich geht Stefan Krempl auf Heise darauf ein: Frankreich plant drastische Verschärfung des Urheberrechts. Sehr ausführlich berichtet die Kampagne EUCD.info über die Verschärfungen und bietet auch eine Petition zum Unterschreiben an. Diese wurde bisher von 25000 Menschen unterschrieben.

    Hoffen wir mal, dass diese Verschärfung so nicht durchkommt. Die Folgen wären katastrophal, und das nicht nur für Frankreich.

    7. Dezember 2005 7
  • : Daily Rootkit: Noch mehr Freie Software geklaut
    Daily Rootkit: Noch mehr Freie Software geklaut

    Das SonyBMG Rootkit ist ständig für eine Überraschung gut. Diesmal wurde erneut geklaute Freie Software gefunden und zwar DRMS. Das ist eigentlich ein Tool, um bei iTunes das DRM zu hacken. Hier wird es aber dazu genutzt, Apples DRM zu implementieren. Mehr gibts bei Freedom to Tinker: Hidden Feature in Sony DRM Uses Open Source Code to Add Apple DRM.

    5. Dezember 2005 3
  • : Studie: Wird Fair Use überleben?
    Studie: Wird Fair Use überleben?

    Während es im kontinentaleuropäischen Urheberrecht sogenannte Schrankenregelungen gibt (wie z.B. das Recht auf Privatkopie), gibt es im im Copyright das sogenannte „Fair Use“. Passend dazu hat heute das „Free Expression Policy Project“ eine Studie mit dem Thema „Will Fair Use Survive?“ vorgestellt, wo man sich ausführlich über das Thema „Fair Use“ informieren kann.

    5. Dezember 2005
  • : UK: Indie-Musik für Podcasts lizenzieren
    UK: Indie-Musik für Podcasts lizenzieren

    Während die Verwertungsgesellschaften in Deutschland die neue Technologie Podcasting noch nicht wirklich kennen, hat die britische “ Association of Independent Music“ jetzt erste Lösungen vorgestellt: Indie music available to podcasts. Dort kann man Musik für Podcasts lizenzieren. Zu den Einschränkungen gehört wohl u.a., dass man bei den Songs am Anfang und am Ende Störgeräusche einsetzen soll. Ähnliches ist ja auch aus dem Radio bekannt, damit niemand die kompletten Songs mitschneiden kann. Zu den vertretenden Musikern gehören u.a. Franz Ferdinand, The Prodigy, The White Stripes und The Strokes. Mal schauen, wann in Deutschland mal die GEMA und die GVL aufwachen. Dauert sicherlich nur noch wenige Jahre, oder?

    Bis dahin und darüber hinaus stehen allen Podcastern sehr viele Creative Commons lizenzierte Songs kostenfrei zur Verfügung. Und der Pool wächst täglich.

    5. Dezember 2005 1
  • : Audio-Interview mit Lawrence Lessig
    Audio-Interview mit Lawrence Lessig

    Die kalifornische Radiosendung „Digital Village“ hat ein 45-minütiges Telefon-Interview mit Lawrence Lessig online in zwei Teilen (1 / 2) zur Verfügung gestellt. In dem Interview geht es u.a. um Google Print, SonyBMG Rootkit und Creative Commons. Auf der Webseite gibt es auch noch einige andere interessante Audio-interviews zu finden.

    5. Dezember 2005
  • : Die Toten Hosen nutzen Bittorrent zur Promotion
    Die Toten Hosen nutzen Bittorrent zur Promotion

    Ich gebs zu: Ich bin Fan der Toten Hosen. Auch wenn ich die neueren Songs aus diesem Jahrtausend eigentlich nicht mehr kenne, haben sie doch meine Jugend stark beeinflusst. Und die Konzerte waren zumindest in den (frühen) 90ern echt klasse. Weshalb ich das jetzt schreibe? Die Toten Hosen sponsoren Spreeblick. Und veröffentlichen dort sechs Songs ihrer demnächst erscheinenden Live-DVD. Via Bittorrent, ohne sich davor zu fürchten, dass die Songs getauscht und weiterverteilt werden. Prima Aktion!

    30. November 2005
  • : Grateful Dead Bootlegs nicht mehr in der Public Domain
    Grateful Dead Bootlegs nicht mehr in der Public Domain

    Die Reste der Grateful Dead haben alle bis dato als Public Domain geltenden Livemitschnitte aus dem Internet zurückgezogen, um sie fortan via i‑tunes, etc. zu verkaufen. Immerhin haben die damals auf ihren Konzerten extra Stellplätze für die Bootlegger freigehalten. Das galt als eines der Vorzeigemodelle, wie man auch durch Verzicht auf Copyright sehr viel Geld verdienen kann.
    John Perry Barlow, der damals Songschreiber für die war, hat sehr erzürnt geantwortet.

    Update: Mehr als 5000 Fans stimmten die verbliebenen Bandmitglieder nach wenigen Stunden um. Archive.org darf nun wieder die Bootlegs von 1967–1995 als Live-Stream oder MP3 anbieten. Ausführlich dazu Spiegel Online. Danke an Doener für den Hinweis.

    30. November 2005 3
  • : Softwareübersicht: Podcasting unter Linux
    Softwareübersicht: Podcasting unter Linux

    Der Begriff „Podcast“ geistert bereits das ganze Jahr durch die Medien. Ob künstlich gehypt oder nicht, die Idee des Privatradios von und für jedermann ist nicht neu. Ein Podcast ist eine aufgezeichnete Radiosendung, die ein Hörer über RSS-Feeds abonnieren und automatisch herunterladen kann. Das bedeutet zunächst, dass die Zeiten des langen Wartens auf eine gestreamte Datei obsolet sind. Natürlich lassen sich diese Radiosendungen auch unter Linux „empfangen“ und erstellen, hierfür wurden mehrere Abspielprogramme entwickelt. Ein Radiotipp: Das Programm des Chaosradios ist äußerst informativ und findet sich nicht ohne Grund ganz oben in den Podcast-Charts von iTunes.

    Das Podcast-Phänomen haben wir dem ehemaligen MTV-Moderator Adam Curry zu verdanken. Er war an der Entwicklung des ersten Programms iPodder als Podcast-Bringdienst maßgeblich beteiligt. Die Podcast-Revolution startete vor gut einem Jahr und als deren Initiator wird Curry gern als „Podfather“ bezeichnet. Mittlerweile hat er mit seiner Firma PodShow zur Vermarktung von Podcasts mehrere Millionen an Venture Capital gesammelt. Seine Software iPodder wurde vor kurzem in Juice Receiver umbenannt ist nach wie vor beispielhaft in Design und Bedienung: Einfach den gewünschten Podcast auf der jeweiligen Webseite über den RSS-Feed auswählen und in den Juice Receiver kopieren. Bei jedem Start des Programms lädt er sich automatisch die aktuelle Sendungen herunter. Die Software ist unter der GPL veröffentlicht und für Windows und Mac verfügbar. Eine Linux-Version soll bald erscheinen.

    Eine weitere Empfehlung geht an amaroK: Die Software hat seinen Namen nach dem gleichnamigen Poptitel von Mike Oldfield und bedeutet in der Sprache der Inuit „Wolf“. Die Freie Software ist unter der GNU Public Licence lizenziert und wurde ursprünglich für die KDE-Oberfläche entwickelt. Handlich gestaltet mit einer ansprechenden Nutzeroberfläche erfreut es sich immer größerer Beliebtheit. Schon seit einiger Zeit unterstützt AmaroK Podcasting durch eine komfortable Podcast-Verwaltung.

    Einfacher geht‚s nicht: Der gPodder lädt Podcasts automatisch, die zuvor per Abonnement mittels RSS Feeds ausgewählt wurden. Nach dem Starten der Software trägt man die Feeds ein. Nach der Aktualisierung des Programms wird eine Liste der verfügbaren Radiosendungen aus dem Netz angezeigt, ein einfaches Anklicken und Auswählen genügt.

    29. November 2005
  • : Äpfel mit Birnen vergleichen
    Äpfel mit Birnen vergleichen

    Die Washington Post scheint eine API ihrer RSS für die Leser geöffnet zu haben, damit diese die RSS-Feeds remixen können. Ähnliches macht bereits die BBC mit ihrer Webseite. Spiegel-Online berichtet ausführlich darüber: „Washington Post“ lässt Leser Nachrichten remixen.

    Einen grossen Schnitzer leistet man sich aber mit dem folgenden Absatz:

    Für die Zeitung ist das Remix-Projekt, das sie selbst auch liebevoll „Mashingtonpost“ (von „to mash“ = vermanschen) nennt, einerseits eine Möglichkeit, mit ihren aktivsten Lesern in Kontakt zu kommen. Andererseits lassen sich so auf simple und kostenfreie Weise Ideen darüber sammeln, wie man Nachrichten online noch präsentieren könnte. Mit einem anderen Versuch, Leser einzubeziehen, war die „Los Angeles Times“ vor einigen Monaten kläglich gescheitert: Leser, die ein Editorial im Netz frei bearbeiten konnten, überfluteten das Textfenster mit Flüchen und sogar obszönen Bildern. Bei der „Washington Post“ hat man wohl aus den Fehlern der Kollegen gelernt: In die Inhalte eingreifen dürfen sie nicht.

    Mir ist überhaupt nicht klar, wieso hier noch der Vergleich mit dem gescheiterten Los Angeles Times – Experiment unbedingt rein musste. Vielleicht weil Spiegel Online beides noch nicht ausprobiert hat? Bei der Los Angeles Times Sache ging es um ein Editorial zum Irak-Krieg, welches die Leser in einem modifizierten Wiki schreiben sollten. Leider hat man damals soviele handwerkliche Fehler gemacht, dass die Aktion nach einer Nacht abgebrochen werden musste und das Experiment scheiterte. Trotzdem war es eine sympathische Idee und mit ein wenig mehr Grips und weniger handwerklichen Fehlern (Kein Irak-Krieg als erstes Thema, nicht die besten Funktionen aus dem MediaWiki einfach entfernen, über Nacht wenigestens beobachten, was da passiert…) hätte das wahrscheinlich sogar geklappt.

    Auf jeden Fall sind das zwei so unterschiedliche Sachen, als wenn man Äpfel mit Birnen vergleichen würde. Da hätte man auch gleich Spiegel-Online selbst heran ziehen können, da durch die Foren-Funktion genauso die Leser „einbezogen“ werden wie bei dem Wiki-Experiment oder beim öffnen einer API zum Remixen. Schade eigentlich.

    28. November 2005 1
  • : Günther Beckstein zum Thema Killerspiele-Verbot
    Günther Beckstein zum Thema Killerspiele-Verbot

    Günther Beckstein wurde vom ZEIT-Zünder u.a. zum Thema „Killerspiele“ interviewed: „Auch im Netz gibt es Grenzen“.

    Der Koalitionsvertrag zwischen SPD und Union sieht vor, die sogenannten „Killerspiele“ unter ein Totalverbot zu stellen…

    Das war mir ein ganz persönliches Anliegen. Ich habe mir von meinen Mitarbeitern Spiele zeigen lassen, bei denen Menschen geschlachtet werden wie Tiere. Bei denen man mit Handgranaten auf Leute wirft und dann beobachten kann, wie diese Menschen in scheußlichster Weise verletzt werden. Dass solche Killerspiele die Hemmschwelle gegen Gewalt herabsetzen, ist für mich eindeutig, auch wenn wissenschaftliche Belege hierfür noch umstritten sind. Es reicht nicht, solche Spiele nur mit Verleihverboten zu belegen. Die lassen sich ja billig reproduzieren und unter der Hand weitergeben. Dann kauft es der 22-jährige und gibt es seinem 16-jährigen Bruder. Ich kenne die rechtlichen Probleme, aber wir wollen das verbieten, weil es eine abstumpfende und gewaltfördernde Wirkung hat. Wir können nicht werktags so etwas zulassen und uns dann sonntags über die zunehmende Gewalt beklagen.

    Ein Großteil junger Menschen bezieht sich die Spiele ohnehin aus dem Netz.

    Das ist richtig, aber schauen Sie sich das Thema Kinderpornographie an. Auch hier ist heute das vorwiegende Medium das Internet und trotzdem greift das Verbot. Kinderpornographische Angebote werden wegen ihrer Strafbarkeit viel weniger genutzt, als wenn sie frei auf dem Markt verfügbar wären.

    Abgesehen davon, dass ich die Idee aus verschiedenen Gründen schwachsinnig und unnötig finde, frage ich mich gerade, was der Vergleich mit Kinderpornographie soll. Soll das Verbot ähnlich wie bei Kinderpornographie durchgesetzt werden? Also polizeiliche Ermittlungen, Razzien in Kinderzimmern (und nicht nur dort), Knast für den Besitz von Counterstrike & Co?

    Morgen diskutiere ich u.a. über das Thema mit Malte Behrmann vom Computerspiele-Entwicklerverband „G.A.M.E. Bundesverband“ im Rahmen der monatlichen Digital Game Archiv Veranstaltungsreihe: Politikum Computerspiel.

    28. November 2005 13
  • : Zürich: Diskussion – Was tun? Wie weiter? Wege zur Digitalen Allmend
    Zürich: Diskussion – Was tun? Wie weiter? Wege zur Digitalen Allmend

    Am Donnerstag bin ich in der Roten Fabrik in Zürich bei der Diskussionsveranstaltung „Was tun? Wie weiter? Wege zur Digitalen Allmend“. Die Diskussion ist der Abschluss einer kleinen Veranstaltungsreihe mit dem Titel „Digitale Allmend“. Drei Veranstaltungen fanden schon statt und es gibt mittlerweile Audiomitschnitte der Vorträge unter einer Creative Commons Lizenz.

    Aus der Ankündigung:

    In der bisherigen Veranstaltung wurde die digitale Allmend aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. So erfolgten ein Einstieg über die Geschichte und Konflikte rund ums Urheberrecht, sowie ein Blick auf die Wissens- und Kulturallmend. Im Sinne der Digitalen Allmend sind die bisherigen Vorträge als Audiodatei unter einer Creativ Commons Lizenz verfügbar und dürfen weiterverbreitet und teilweise sogar verändert werden.

    Die letzte Veranstaltung am 1.12.2005 um 20:00 in der Roten Fabrik ist die „Diskussion – Was tun? Wie weiter? Wege zur digitalen Allmend?“. Auf dem Podium sind Personen welche unterschiedliche Ansätze einer digitalen Allmend propagieren. Unter Anderem geht es um kollektive Verwertungsgesellschaften und Creative Commons.

    Eingeladen sind:

    * Adi Blum (European Writers’ Congress)
    * Markus Beckedahl (Netzwerk Neue Medien, Netzpolitik.org)
    * Bernhard Wittweiler (SUISA)
    * Wolf Ludwig (comunica-ch)
    * Thomas Bader (Digitale Allmend)
    * Moderation: Daniel Boos

    Der Eintritt ist frei.

    Ich bin auf Zürich gespannt und freue mich schon. Bisher wurde es mir immer als das Berlin der Schweiz in höchsten Tönen gelobt. Leider muss ich schon wieder Samstag Abend in Berlin sein, aber zwei Tage reichen hoffentlich auch, um mir Zürich etwas näher anschauen zu können.

    28. November 2005 2
  • : Deutsche Fußball Liga (DFL) fordert Internet-Zensur
    Deutsche Fußball Liga (DFL) fordert Internet-Zensur

    Im Vorfeld der Fussball-Weltmeisterschaft haben so einige Pressemeldungen ein großes desaströses Potenzial. Diesmal trifft es die Deutsche Fußball Liga, die im Auftrag des DFB mit Verwertungsrechten und dem ‚operativen Geschäft des Lizenzfußballs’ betraut ist. Frisch auf den Tisch gekommen soll eine (berichtete) Forderung der DFL nach einem massiven Eingriff in die freie Infrastruktur des Internets sein:

    Medienberichten zu Folge wollen die Deutschen den Zugang deshalb über die Internet-Access-Provider verbieten.

    Wir finden gerade im Netz keine qualifizierte Quelle für diese Forderung. Evtl. ist ein zitierter Focus-Artikel die Quelle (Vielleicht hat den jemand zur Hand und kann die Behauptung verifizieren?).

    Hintergrund ist eine (Windows only) Software, die bei pplive.com (englisch) zum Download angeboten wird, und mit der man gestreamte Inhalte aus China (hier vom staatlichen Sender CCTV‑5) überall auf der Welt kostenlos empfangen kann. Das Magazin ‚TV Spielfilm’ fasst das ganze so zusammen:

    Auch in Deutschland können die Spiele über eine schnelle DSL-Verbindung kostenlos per Live-Stream angeschaut werden. Die Chinesen begnügen sich nicht einmal mit der Bundesliga – hinzu kommen sogar die Spiele der Champions League und der englischen Premier League. Außerdem können Sendungen des US-Sportskanals ESPN und des US-Kabelsenders HBO über pplive.com verfolgt werden.

    Das geht manchen Deutschen gegen den Strich, genauer diametral gegen die existenzielle Finanzierungsquelle der 1. und zweiten Bundesliga, nämlich die Fernsehübertragungsrechte, wie die Bundesliga-Durchführungsbestimmungen das benennen. Die Forderung nach Zensur durch deutsche Internet-Provider widerspricht nicht nur dem Grundgesetz Artikel 5 (1), sondern ist auch inhaltlich kurzschlüssig. Wie kann man dann zugleich dafür sorgen, dass z.B. in Deutschland lebende chinesische Staatsbürger das von ihren eigenen Steuern bezahlte Fernsehangebot nutzen können?

    Diese Kurzsicht beschränkt sich nicht nur auf die DFL. Auch die europäischen Rechteverwerter stricken bereits an technischen Maßnahmen zur Zensur. In einer sich globalisierenden Welt, positiv als Netz des freien Zugangs verstanden, sollte möglich und legal sein, dass

    … zum Beispiel ein deutscher Fan über eine französische Internetseite den Elitekickern zuschaut. „Wir haben einen Mix aus Sicherheitsmaßnahmen, um das Herkunftsland der Zuschauer festzustellen“, kündigte der Chef der UEFA Media Technologies, Alexandre Fourtoy, an.

    Wie Golem berichtet, ist genau diese Art der (womöglich IP-basierten) Zensur Ziel der UEFA Media Technologies, einer Tochter des europäischen Fußballverbandes. Sie arbeitet nach Focus-Informationen an entsprechenden Lösungen und will eben das ausschließen. Diese Forderung, seitens der UEFA und besonders der DFL, kommen einer ‚chinesischen Mauer’ im deutschen Internet gleich, also einer Mauer gegen chinesische Inhalte.

    28. November 2005 4
  • : Open Source in der Medienpädagogik
    Open Source in der Medienpädagogik

    Ich bin gerade im tiefsten (eingeschneiten) Bayern und werde am Freitag den Teilnehmern der Tagung MaC*-Days 2005 (hat nichts mit Apple zu tun) etwas über RFID erzählen. Mein Publikum sind ca. 20 Mitarbeiter aus der freien und kirchlichen Jugendarbeit. So weit, so unspektakulär.

    Weshalb mir das dann doch eine Meldung wert ist: Ich bin gerade einfach positiv überrascht, wie weit die Ideen hinter Open Source an diesem Ort schon verstanden und auch angewandt werden. Der zuständige Medienpädagoge und Seminarleiter Wolfgang Schindler publiziert nämlich nicht nur philosophische Gedanken, in denen er Freies Wissen mit dem lebensspendenden Element Wasser gleichsetzt, darüberhinaus hat er auch im vergangenen Jahr bereits ein äußerst umfangreiches Buch zur Computermedienpädagogik der vergangenen 20 Jahre herausgegeben – unter einer Creative-Commons-Lizenz.

    Zum heutigen Beginn der Tagung stellte Schindler dann auch die (zu klärende) Frage auf, inwieweit sich die Methoden der Jugendarbeit und der Entwicklung von Open-Source-Software gleichen, unter Gesichtspunkten wie Vernetzung und Wissensvermehrung durch Kollaboration. Ich bin positiv überrascht, weil ich erwartet hatte, hier nur meinem Referentenauftrag gerecht zu werden und dann unbeeindruckt wieder nach Hause zu fahren. Man sollte manche Pädagogen einfach nicht unterschätzen – es muss ja nicht immer so sein, dass ihr technisches Verständnis auf dem Stand von vor 20 Jahren ist. Umso besser für die Kinder und Jugendlichen, die dank solcher Veranstaltungen mittelbar dann auch an Open Source herangeführt werden.

    Mit Wolfgang Schindler als auch mit Andrea Mayr von der Wiener Einrichtung netbridge, die die Jux-CD herausgibt, eine Art Knoppix für die Jugendarbeit, werde ich auf der Tagung noch Interviews zu ihrer Bildungsarbeit und ihren Vorstellungen von Open Source und Freiem Wissen führen.

    23. November 2005
  • : 22c3 Fahrplan in Version 0.9 erschienen
    22c3 Fahrplan in Version 0.9 erschienen

    Es ist noch mehr als einen Monat bis zum 22. Chaos Communication Congress vom 27.–30. Dezember in Berlin. Aber erstmals konnte mit so langer Vorlaufzeit der Fahrplan veröffentlicht werden. Dieser liegt momentan in der Version 0.9 vor und hat nur noch wenige Lücken.

    23. November 2005 3
  • : Event: Digital Games Archive – Politikum Computerspiel
    Event: Digital Games Archive – Politikum Computerspiel

    Am letzten Dienstag im Monat trifft sich bei uns im newthinking store immer das „Digital Games Archive“ und diskutiert verschiedenste Aspekte rund um Game-Culture. Für den kommenden Dienstag, den 29. November um 20:00 Uhr, war schon länger eine Diskussion zum Thema „Politikum Computerspiel“ geplant, die durch den Koalitionsvertrag auf einmal brandaktuell ist. Ursprünglich wollten Malte Behrmann, Geschäftsführer des G.A.M.E. Bundesverbandes und ich nur über Computerspiel-Förderung und die gesellschaftliche Akzeptanz von Computerspielen als Kulturgut diskutieren. Durch die aktuelle Diskussion wird es aber auch um „Killerspiele“, einen aus den Fugen geratenen Jugendschutz und das potentielle Herstellungsverbot von Ego-Shootern in Deutschland gehen.

    Computerspiele sind kein reines Kinderspielzeug mehr. So könnte man wohl den augenblicklichen Stand der drei Jahrzenhnte dauernden Auseinandersetzung mit Games in Kürze zusammenfassen. Doch was sind sie dann?

    Und: welche Konsequenzen ergeben sich daraus? Denn wenn es sich bei Computerspielen um ein Medium oder auch ein Kulturgut handelt, schliessen sich daran selbstverständlich Fragen der kulturellen Idendität und deren Förderung und Bewahrung an. Kurz, es kommt auch die Politik ins Spiel, und zwar nicht nur als Jugendschützer.

    22. November 2005
  • : WIPO-Blogging aus Genf
    WIPO-Blogging aus Genf

    In Genf findet gerade das „Information Meeting on Educational Content and Copyright in the Digital Age“ der World Intellectual Property Organization (WIPO) statt. Gwen Hinze von der EFF ist vor Ort und bloggt eine ganze Menge von dem Treffen.

    Today, the World Intellectual Property Organization, the UN’s copyright/patent/trademark body, hosted a „Information Meeting on Educational Content and Copyright in the Digital Age“ – a meeting where representatives of libraries, Creative Commons, publishers, and science organizations vied to convince representatives from WIPO’s 182 member national governments about the need for laws that balance the rights of creators and educational users of copyrighted works. Representatives from the governments of Chile and Canada gave inspirational presentations about the education-friendly copyright exception proposals currently being considered in their national legislatures.

    22. November 2005