Datenschutz

  • : Browser Fingerprinting: Warum Cookies deaktivieren nicht reicht
    Browser Fingerprinting: Warum Cookies deaktivieren nicht reicht

    Henning Tillmann hat in seiner Diplomarbeit untersucht, inwiefern Benutzer über ihren Browser Fingerprint (spezifische Merkmale der Systemkonfiguration) bestimmbar sind (wir berichteten). Die Arbeit ist jetzt fertig und in seinem Blog verlinkt (das direkt verlinken lassen wir hier erstmal, der Server macht schon genug mit), dankenswerter Weise auch noch frei lizensiert (CC-BY-SA), und auf die Rohdaten darf man auch zugreifen.

    Das Hauptergebnis: Von mehr als 23.000 gesammelten Fingerprints waren rund 93% einzigartig:

    Im November und Dezember 2012 sammelte ich über mein Projekt Browser Fingerprinting 23.709 digitale Fingerabdrücke. Die Website ermittelte im Hintergrund – natürlich mit Zustimmung der Nutzer – Informationen über den verwendeten Browser, das genutzte Betriebssystem, Systemfarben, installierte Schriftarten und Plugins, u. v. m. In einer anschließenden Analyse konnte ich zeigen, dass nach einer technisch notwendigen Bereinigung knapp 93% der digitalen Fingerabdrücke in dem Untersuchungszeitraum einzigartig waren.

    21. Oktober 2013
  • : Datenschutz-Kompromisse öffnen Einfallstor für Profiling und Zustimmungsaushebelung
    Datenschutz-Kompromisse öffnen Einfallstor für Profiling und Zustimmungsaushebelung

    eudatap_amsAm Montag ist es endlich soweit: Der Innenausschuss des Europaparlaments wird über die neuen Datenschutzregeln abstimmen. Dem Berichterstatter Jan Philipp Albrecht (Grüne) und den Schattenberichterstattern der anderen Fraktionen ist es gelungen, mehrere tausend Änderungsanträge für den Kommissionsentwurf einzudämpfen auf 105 Komprommissanträge, die European Digital Rights (EDRi) veröffentlicht hat. Diese werden von allen Fraktionen getragen, womit die Abstimmung zur Formsache werden dürfte.

    Der Haken an der Sache

    In die Medien schaffen es im Moment vor allem positive Aspekte wie die Erhöhung der möglichen Sanktionen bei Verstoß gegen die Datenschutzregeln oder die Aufnahme des früheren Artikels 42, mit dem ein Transfer von Daten in unsichere Drittstaaten (sprich auf die NSA-Server) erschwert werden soll (was dafür aber bei weitem nicht ausreicht). Das große Problem: Einzelne Schlupflöcher können die komplette Regelung zu einem Einfallstor machen und zur weiteren Erosion von Grundrechten beitragen. Und leider ist der Text nicht frei davon. Besonders fatal, da er zur Grundlage für Verhandlungen mit den Nationalstaaten dient, die mit der deutschen Regierung an der Spitze bisher nicht gerade durch flammenden Einsatz für den Schutz unserer Rechte aufgefallen sind, um es mal vorsichtig auszudrücken.

    18. Oktober 2013
  • : EuGH: Zwang zur Fingerabdruck-Abgabe schlecht für’s Privatleben, aber gut gegen illegale Einreise, also okay
    EuGH: Zwang zur Fingerabdruck-Abgabe schlecht für’s Privatleben, aber gut gegen illegale Einreise, also okay

    Fingerprintforcriminologystubs2Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat mit einer Entscheidung der vierten Kammer heute die Frage beantwortet, ob der Zwang zur Abgabe von Fingerabdrücken bei der Beantragung von Reisepässen rechtens ist. Oder, um es auf juristisch zu sagen:

    Ist Artikel 1 Absatz 2 der Verordnung (EG) Nr. 2252/2004 des Rates vom 13. Dezember 2004 in der Fassung der Verordnung (EG) Nr. 444/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 6. Mai 2009 gültig?

    Der EuGH sagt: Ja, ist sie. Weder sei die Rechtsgrundlage der Verordnung ungültig, noch sei das Europäische Parlament beim Erlass der Verordnung allzu sehr übergangen worden. Und den Eingriff in die Achtung des Privatlebens und den Schutz personenbezogener Daten müsse man nunmal mit der durch die Maßnahme angeblich noch effektiveren Abdichtung der Grenzen abwägen. Klar, zu welchem Schluss man dabei kommt…

    17. Oktober 2013
  • : Yet Another Change of Facebook’s Privacy Rules
    Quelle: Facebook Newsroom
    Yet Another Change of Facebook’s Privacy Rules

    Unsere Freunde von Facebook haben wieder einmal ihre Bedingungen geändert. Diesmal müssen die Datenschutzeinstellungen von Jugendlichen dran glauben, wie eine Bekanntmachung von Facebook zeigt.

    17. Oktober 2013
  • : Peter Schaar: Es war einmal der Datenschutz
    Peter Schaar: Es war einmal der Datenschutz

    Richard Gutjahr hat in seinem Blog unseren Bundesdatenschutzbeauftragten Peter Schaar ausführlich interviewt: Es war einmal der Datenschutz

    Welchen Wunsch haben Sie in diesem Zusammenhang an uns Journalisten?

    Der Wunsch wäre natürlich, dass sich Journalisten weiterhin den Themen Privatsphären- und Datenschutz widmen und Missstände ans Tageslicht bringen. Den Medien, davon bin ich überzeugt, kommt hier eine wichtige Rolle zu. Schließlich hoffe ich, dass demokratische Gesellschaften im Unterschied zu autoritären Überwachungsstaaten die Chance nutzen, Fehlentwicklungen zu korrigieren. Diese Korrekturen unterbleiben aber, wenn die entscheidenden Informationen der Öffentlichkeit vorenthalten und nur im stillen Kämmerlein diskutiert werden. Das notwendige Umsteuern kann nur gelingen, wenn öffentlich und gegebenenfalls auch kontrovers diskutiert wird – Diskussionen, die auch von Journalisten initiiert werden können.

    17. Oktober 2013
  • : Jetzt aktiv werden! EU-Datenschutzreform vor erster wichtiger Abstimmung
    Jetzt aktiv werden! EU-Datenschutzreform vor erster wichtiger Abstimmung

    Kommende Woche stimmt voraussichtlich der Innenausschuss (LIBE) im EU-Parlament über die EU-Datenschutzgrundverordnung ab. 4000 Änderungsanträge stehen dabei zur Auswahl, sehr viele kommen von der Industrie-Lobby und verfolgen das Ziel, die Datenschutzstandards in der gesamten EU weiter auszuhöhlen und strengere Verbraucherrechte zu verhindern. Auch wenn noch weitere Abstimmungen in anderen Ausschüssen kommen werden und die EU-Datenschutzgrundverordnung zum Schluß noch im Plenum abgestimmt wird: Das Votum des federführenden Innenausschuss findet Gehör und gibt die Richtung vor.

    Wenn Dir mehr Datenschutz am Herzen liegt, dann ist genau jetzt der Zeitpunkt gekommen, aktiv zu werden.

    Digitale Gesellschaft („Brüssel entscheidet über Deine Daten!“) und Digital Courage („EU-Datenschutz – jetzt wird’s ernst“) bieten jeweils Kampagnenseiten an, auf denen Kontaktmöglichkeiten und weiterführende Informationen zu finden sind. Besonders Konservative und Liberale EU-Abgeordnete müssten überzeugt werden.

    Mehr Hintergrundinformationen gibt es bei uns.

    16. Oktober 2013
  • : Brasilien will mit gutem Vorbild vorangehen: Dilma Rousseff forciert Arbeit an eigenem E‑Mail-System
    Brasilien will mit gutem Vorbild vorangehen: Dilma Rousseff forciert Arbeit an eigenem E‑Mail-System

    Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff ist schon mehrmals durch ihre klaren Standpunkte und ihr aktives Handeln in Sachen Netzneutralität, Überwachung und Co. aufgefallen. Sei es durch einen Internet-Grundrechte-Katalog, klare Worte gegen die Überwachung durch die USA und Pläne, sich mit eigener Infrastruktur unabhängiger von den USA zu machen.

    Auch die Pläne, einen nationalen Mailservice anzubieten, sind keine Neuigkeit. Da ein solches Vorhaben aber einige Zeit benötigen wird, gibt es nun Ziele für einen konkreten Zwischenschritt. Dilma Rousseff twitterte am Sonntag:

    Das heißt konkret, dass bis Mitte des nächsten Jahres die Kommunikation innerhalb der Regierung mit einem sicher verschlüsselten, nationalen System passieren soll. Ein konkreter Zeitplan für ein Äquivalent für die allgemeine Bevölkerung liegt noch nicht vor.

    Es ist interessant, was von brasilianischer Seite auch in Zukunft in Sachen Internet zu erwarten sein wird. Ein internationales Treffen von Regierungen, Industrie, Zivilgesellschaft und der akademischen Welt zum Thema Internet Governance im April 2014 ist bereits angekündigt.

    16. Oktober 2013
  • : Reihe zur EU-Datenschutzverordnung – Kurzdarstellungen
    Reihe zur EU-Datenschutzverordnung – Kurzdarstellungen

    Dies ist ein Gastbeitrag von EDRi, die eine Reihe an Kurzdarstellungen zu kritischen Punkten der EU-Datenschutzreform erklären. Den englischsprachigen Originaltext findet ihr hier.

    Am 21. Oktober wird der Ausschuss für Bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres (LIBE) des Europäischen Parlaments über ein außerordentlich wichtiges Dossier abstimmen: die europäische Datenschutzgrundverordnung.

    Dieser sehr lange Gesetzestext soll sicherstellen, dass unser Recht auf den Schutz der Privatsphäre und Datenschutz im täglichen Leben wirksam durchgesetzt wird. Eines der Hauptziele der Verordnung ist es, Bürgern bessere Kontrolle über ihre persönlichen Daten zu geben und dabei die Prinzipien der Datenschutzrichtlinie von 1995 beizubehalten. Gerade die jünsten Überwachungs-Enthüllungen haben gezeigt, wie wichtig das ist.

    Da dem Europäischen Parlament mehr als 4.000 Änderungsanträge vorgelegt wurden, veröffentlichen wir nun eine Reihe von Dokumenten, die jeweils eine Seite lang sind und die wichtigsten Punkte der Verordnung erklären. Diese Kurzdarstellungen zeigen, welche Änderungen sich positiv auf den Datenschutz auswirken und welche eine Menge Schaden verursachen könnten.

    15. Oktober 2013
  • : Zahnloser Tiger „Do Not Track“ endgültig vor dem Aus?
    Zahnloser Tiger „Do Not Track“ endgültig vor dem Aus?

    Do Not Track (DNT), ein simples HTTP-Headerfeld, sollte eigentlich dafür sorgen, dass Nutzer auf ihrem Weg durchs Internet nicht mehr verfolgt werden, wenn sie das nicht wollen. So könnten keine Profile erstellt werden und das Schalten personalisierter Werbung wäre nicht mehr so einfach möglich. Alle gängiger Browser haben mittlerweile Unterstützung für DNT implementiert und ermöglichen dem Nutzer, auszuwählen, ob er ein DNT-Signal aussenden will oder nicht. Selbst der Internet Explorer ging mit gutem Beispiel voran und aktivierte DNT als Standardeinstellung. Wie man sich vorstellen kann, gab es gleichzeitig aber auch massiven Widerstand aus der Werbeindustrie und Yahoo! verkündete sogar, DNT ignorieren zu wollen – denn die Einstellung ist letztlich mit einer Bitte gleichzusetzen, die den Empfänger nicht zwingen kann, sie auch zu befolgen. Eine effiziente rechtliche Durchsetzung der Einstellung ist bisher auf internationaler Ebene nicht möglich.

    15. Oktober 2013
  • : Spiekermann: Wir befinden uns noch im Kindergarten des elektronischen Zeitalters
    Spiekermann: Wir befinden uns noch im Kindergarten des elektronischen Zeitalters

    Die Wissenschaftlerin und Datenschutzexpertin Sarah Spiekermann schreibt in einem lesenswerten Beitrag auf futurezone.at gegen das Ende der Privatsphäre an und macht konkrete Verbesserungsvorschläge (Stichwort: EU-Datenschutzreform). Sie argumentiert, dass das Recht auf informationelle Selbstbestimmung heute wichtiger ist als je zuvor – und zwar gegenüber Staaten UND Unternehmen. Argumente wie „Werbung kann nicht meine Wohnung stürmen und mich ins Gefängnis werfen.“ sind im Datenzeitalter blanker Hohn und sehen gegen Sarah Spiekermanns Text alt aus. Danke für diesen Beitrag!

    Wir befinden uns derzeit ganz sicher noch im Kindergarten des elektronischen Zeitalters. Trozt allem was schon an Überwachungsinfrastruktur geschaffen worden ist, werden in den nächsten Jahrzehnten sehr viele Weichen dahingehend gestellt, wer wen in welchem Grad überwachen kann. Und warum sollte da bereits alles entschieden sein? Insbesondere die Abschaffung von einem so bedeutsamen Menschenrecht wie dem auf elektronsiche Privatsphäre und informationelle Selbstbestimmung?

    Ganz im Gegenteil: Es ist wichtiger denn je, dass die Bedeutung der informationellen Selbstbestimmung besser verstanden wird und dass Fehler der Vergangenheit unterbunden werden. Der Grund dafür ist, dass wir – ganz abgesehen von Geheimdienstaffären – in einer Zeit leben, in der viele Firmen, mit denen wir tagtäglich interagieren, sich mittlerweile in gigantischen Netzwerken engagieren, in denen sie die gesammelten Daten ihrer Kunden kommerzialisieren. Märkte für personenbezogene Daten (zu Englisch „Personal Data Markets“) haben sicherlich ein Volumen und vor allem eine Qualität erreicht, dass Herr Snowdens Enthüllungen erblassen.

    12. Oktober 2013
  • : Gerichtsverhandlung in Schleswig-Holstein: Facebook-Fanpages zulässig oder nicht? (Update: Entscheidung gefallen)
    Gerichtsverhandlung in Schleswig-Holstein: Facebook-Fanpages zulässig oder nicht? (Update: Entscheidung gefallen)

    Im November 2011 hat das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD) angeordnet, dass Unternehmen in Schleswig-Holstein keine Facebook-Fanpages haben sollen, sonst drohe ihnen ein Bußgeld von bis zu 50.000 Euro. Facebook verstoße laut dem Datenschutzbeauftragten Thilo Weichert gegen Bestimmungen deutscher Datenschutz- und Telemediengesetze und daher sei es nicht zulässig, dass deutsche Unternehmen von solch einer Infrastruktur Gebrauch machen.

    Drei Unternehmen haben gegen diese Regelung Klage eingereicht, da sie die Werbemöglichkeiten schleswig-holsteinischer Unternehmen stark einschränke und sie im Wettbewerb mit anderen Firmen benachteilige. Heute seit 10:00 Uhr laufen die Gerichtsverhandlungen vor dem Schleswig-Holsteinischen Verwaltungsgericht, zu dem auch Facebook Ireland Ltd. geladen ist. In dem Verfahren geht es nicht nur um diese drei Einzelfälle, sondern auch um ein generelle Klärung der Frage, ob und wieweit deutsche Unternehmen für die Datenschutzpraxis der ausländischen Infrastruktur, die sie nutzen, verantwortlich sind.

    Update: Die Richter haben entschieden, dass die Unternehmen nicht für den Datenschutz bei Facebook verantwortlich sind und daher weiter Fanpages betreiben dürfen. Ob die Frage damit geklärt ist, bleibt offen, da eine eventuelle Berufung gegen das Urteil zugelassen wurde.

     

    9. Oktober 2013
  • : Sparmaßnahmen in den USA: Doch keine NSA Review Group
    Sparmaßnahmen in den USA: Doch keine NSA Review Group

    Erst gestern haben wir über die US Review Group on Intelligence and Communications Technologies berichtet. Doch mittlerweile könnte die Gruppe, die Obama eingesetzt hatte, um den Einsatz US-amerikanischer Überwachungstechnologie zu bewerten, schon wieder Geschichte sein. Im Rahmen des US Regierungs-Shutdowns wurde das erste geplante Treffen der Gruppe in der letzten Woche abgesagt. Michael Morell, Mitglied und früherer CIA-Direktor, begründete das gegenüber politico.com folgendermaßen:

    Ich glaube, dass es für unsere Gruppe unangemessen wäre, mit der Arbeit fortzufahren, während der Großteil der Männer und Frauen in der Geheimdienst-Communitiy zu Hause bleiben müssen. Auch wenn unsere Arbeit wichtig ist, ist sie doch nicht wichtiger – und sogar wesentlich unwichtiger – als vieles der Arbeit, die nun aufgrund des Shutdowns liegen bleibt. Sowohl innerhalb der Gemeindienst-Community als auch außerhalb.

    Ist das bloße Solidarität mit den Geheimdienst-Kollegen oder will man eigentlich gar nicht überprüfen, was die Geheimdienste können sollten? Fragwürdig ist das vor allem vor dem Hintergrund, dass die Mitglieder gar nicht bezahlt werden und Ausgaben verursachen würden – lediglich die Reisekosten könnten nicht mehr erstattet werden, was aber in Zeiten moderner Kommunikationsmittel kaum ein ernsthaftes Problem darstellen sollte.

    Unter diesen Umständen ist es zweifelhaft, ob die Gruppe ihren Abschlussreport, der zum 15. Dezember vorliegen soll, anfertigen kann. Und wie viele andere Gruppen dem Shutdown noch zum Opfer fallen, nachdem auch das Privacy and Civil Liberties Oversight Board letzte Woche bereits seine Arbeit unterbrechen musste.

    8. Oktober 2013
  • : Datenschutz und Menschenhandel: Auch Betroffene von Menschenhandel haben ein Recht auf Privatsphäre
    Datenschutz und Menschenhandel: Auch Betroffene von Menschenhandel haben ein Recht auf Privatsphäre

    datactAuf der Konferenz des Projekts datACT befassten sich NGOs und Datenschutz-AktivistInnen mit der Frage des Datenschutzes im Bereich der Bekämpfung und Prävention von Menschenhandel. Ein Gastbeitrag von Sonja Dolinsek und Silvia Oitner.

    Seitdem im Jahr 2000 das Internationale Abkommen gegen Menschenhandel verabschiedet wurde, beschäftigen sich Politik, Medien und Zivilgesellschaft mit diesem Thema. Wissen und Daten über Menschenhandel bleiben jedoch weiterhin unzuverlässig, sodass immer wieder mehr Informationen, Daten und Statistiken gefordert werden. Doch die Forderung nach mehr Daten birgt auch Gefahren. Mit diesem bisher kaum diskutierten Thema befasste sich Ende September die Konferenz des datACT-Projektes „Datenschutz und informationelle Selbstbestimmung für marginalisierte Gruppen: eine neue Herausforderung in der Politik zur Bekämpfung des Menschenhandels“ in Berlin, die vom KOK e.V. und La Strada International organisiert wurden.

    8. Oktober 2013
  • : EU-Datenschutzreform: Ministerrat uneins über Zusammenarbeit der Datenschutzbehörden
    EU-Datenschutzreform: Ministerrat uneins über Zusammenarbeit der Datenschutzbehörden

    Die EU-Innen- und Justizminister haben auf ihrem heutigen Treffen einen der wichtigsten Punkten der geplanten EU-Datenschutzverordnung diskutiert: Die Zuständigkeit und Koordination der nationalen Datenschutzbehörden sowie die Befugnisse des geplanten Europäischen Datenschutzausschusses. Es ist wichtig, dass sich hier was tut. Im Moment gibt es keine praktische Handhabe gegen die Datenschutzverstöße von Unternehmen, die in einem anderen Mitgliedsstaat operieren. Max’ Schrems Beschwerden gegen Facebook können in diesem Zusammenhang nicht oft genug erwähnt werden.

    Wie zu erwarten war, sind sich die Mitgliedsstaaten bei der Ausgestaltung der Datenschutzaufsicht nicht einig. Das heißt, es ist nicht Konsens, die derzeitige unbefriedigende Situation zu verändern. Wer mehr wissen will: Christiane Schulzki-Haddouti und Andreas Wilkens berichten für heise. Christian Feld kommentiert das in der ARD. Lesenswert sind zudem die Tweets von Christian Wiese Svanberg (dokumentiert die Länderpositionen) und Caspar Bowden.

    In diesem Fenster soll ein YouTube-Video wiedergegeben werden. Hierbei fließen personenbezogene Daten von Dir an YouTube. Wir verhindern mit dem WordPress-Plugin „Embed Privacy“ einen Datenabfluss an YouTube solange, bis ein aktiver Klick auf diesen Hinweis erfolgt. Technisch gesehen wird das Video von YouTube erst nach dem Klick eingebunden. YouTube betrachtet Deinen Klick als Einwilligung, dass das Unternehmen auf dem von Dir verwendeten Endgerät Cookies setzt und andere Tracking-Technologien anwendet, die auch einer Analyse des Nutzungsverhaltens zu Marktforschungs- und Marketing-Zwecken dienen.

    Zur Datenschutzerklärung von YouTube/Google

    Zur Datenschutzerklärung von netzpolitik.org

    7. Oktober 2013
  • : Privacy not PRISM – GCHQ vor Europäischem Gerichtshof für Menschenrechte
    Privacy not PRISM – GCHQ vor Europäischem Gerichtshof für Menschenrechte

    Die britischen NGOs Open Rights Group, Big Brother Watch und PEN haben zusammen mit Constanze Kurz, Sprecherin des CCC, Beschwerde am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gegen den britischen Geheimdienst GCHQ eingelegt. Das wurde gestern in einer Pressemitteilung des Chaos Computer Club bekanntgegeben.

    4. Oktober 2013
  • : Freedom Not Fear 2013
    Freedom Not Fear 2013

    01-freedom-not-fear-nastycat-cc-by-Hannibal-PoenaruVom 27. bis zum 30. September fand das dritte „Freedom not Fear“ Wochenende in Brüssel statt. Aktivisten für digitale Bürgerrechte aus insgesamt 17 europäischen Ländern sind zusammengekommen, um sich in Workshops und Aktionen für einen stärkeren Datenschutz, Netzneutralität und gegen Überwachung zu engagieren.

    Das Treffen begann am Freitag Abend mit einer Keynote von Caspar Bowden. Er berichtete darüber, welche Lektionen wir aus den Snowden-Leaks gelernt haben und welche Bedeutung das für den Datenschutz hat. Auch der Samstag stand unter dem Einfluss des NSA-Skandals. Die Teilnehmer unternahmen einen „Forschungs-Ausflug“ in die natürliche Umgebung von NSA-Agenten und ähnlichen Vertretern. Ausgerüstet mit Aluhüten gegen Gedankenüberwachung, Kameras und Quadrocoptern führte der Spaziergang unter anderem zu den Büros von Google in Brüssel, dem EU Intelligence Analysis Centre und der Amerikanischen Botschaft. Dort wurde die friedliche Überwachungs-Safari von der Polizei beendet.

    Am Montag fanden traditionell Gespräche mit Mitgliedern des Europa-Parlaments und Kommissionsvertretern statt. Diese drehten sich besonders um die bevorstehende Datenschutzreform, denn es sind nur noch wenige Tage Zeit, um die Parlamentarier für die kritischen Punkte der geplanten Verordnung zu sensibilisieren. Als Abschluss bestand die Gelegenheit, an der 4. Anhörung des LIBE-Ausschusses “Bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres” zur US Überwachung europäischer Bürger teilzunehmen. Statements gab es unter anderem von Marc Rotenberg, Thomas Drake und Jesselyn Radack, die ein Statement von Edward Snowden für das Parlament vorlas. Den kompletten Mitschnitt kann man sich online anschauen.

    Da die Themen rund um die europäische Netzpolitik mit Sicherheit nicht ausgehen werden, ist bereits die nächste Freedom Not Fear für den 26.–29. September 2014 geplant.

    1. Oktober 2013
  • : Twitter kauft MoPub und Online-Werbung weiß auf einmal richtig viel
    Twitter kauft MoPub und Online-Werbung weiß auf einmal richtig viel

    square-mopubKurz vor der Bekanntgabe des Börsengangs hatte Twitter eine vielleicht viel entscheidendere Nachricht auf dem Blog veröffentlicht – die Übernahme von mopub für rund 350 Millionen USD. Das vor drei Jahren gegründete Unternehmen lässt sich am besten als Handelsplattform für Online-Werbung auf iOS und Android Geräten beschreiben. Durch die Akquisition könnte es Twitter in Zukunft möglich sein wahrlich „personalisierte“ Werbung zu verkaufen und dafür entsprechend Geld zu verlangen. Als eines von wenigen Unternehmen im Netz kann Twitter seine Nutzer über alle Endgeräte identifizieren und verfolgen: Man nutzt Twitter am Handy, Tablet, Laptop oder PC. Da Twitter-Buttons mittlerweile ähnlich häufig anzutreffen sind wie Facebooks Like-Buttons und jeder Button Twitter darüber informiert, dass ein Twitter-Nutzer gerade auf der Seite ist, erlangt das Unternehmen mittlerweile ein sehr lückenloses Bild über die Interessen, Vorlieben und Eigenschaften – kurz, das digitale Leben – seiner Nutzer. Für ein Unternehmen das sich rein durch Werbung finanziert ist dieses Wissen eine Goldgrube – die Frage ist nur, wie man die Informationen über die Nutzer in Geld Gold verwandelt. Genau hier kommt mopub ins Spiel.

    25. September 2013
  • : Broschüre: „Info 5 – Datenschutz und Telekommunikation“
    Broschüre: „Info 5 – Datenschutz und Telekommunikation“

    Es gibt eine neue Publikation vom Bundesdatenschutzbeauftragten. Die 165 Seiten lange Broschüre „Info 5 – Datenschutz und Telekommunikation“ gibt einen umfassenden rechtlichen Überblick über die aktuelle Datenschutzgesetzgebung und kann hier als PDF heruntergeladen werden.

    Diese Broschüre will interessierte Bürger über Datenschutzfragen bei der Telekommunikation informieren. Sie soll sensibilisieren, Wissen fördern und so den Umgang mit der Technik erleichtern. Wer Technik versteht und datenschutzrechtliche Vorgaben kennt, kann Risiken besser erkennen und vermeiden. Gleichzeitig soll die Broschüre aber auch den mit diesem Thema befassten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Unternehmen und Verwaltungen ein verlässlicher Begleiter bei der täglichen Arbeit sein.

    25. September 2013
  • : Interview zum Hack der iPhone-TouchID: „Erschreckend einfach“
    Interview zum Hack der iPhone-TouchID: „Erschreckend einfach“

    starbug-hacked-touchidAm Sonntag Abend berichteten wir, dass es einem Hacker des Chaos Computer Clubs gelungen ist, die Fingerabdrucksperre des vor wenigen Tagen erschienen iPhone zu umgehen. Wir haben ein Interview mit Starbug zu seinem Hack geführt.

    netzpolitik.org: Woher hast du den Fingerabdruck für die Attrappe? Reicht ein Abdruck einer Flasche oder des iPhones selbst?

    Starbug: Für den hier gezeigten Hack habe ich den Abdruck direkt vom Display des iPhones genommen. Die Oberfläche bietet sich ja perfekt an und was gibt es besseres, als den Abdruck gleich auf dem Gerät zu haben, dass man hacken will? Natürlich bieten sich aber auch Abdrücke auf Flaschen oder Türklinken an.

    netzpolitik.org: Wie einfach war es für Dich, die Fingerabdrucksperre zu umgehen?

    Starbug: Erschreckend einfach. Ich hatte mit ein bis zwei Wochen intensiver Arbeit gerechnet. Aber schon nach den ersten Tests zeigte sich, dass die Frage nach dem Material für die Attrappe keine grosse Rolle spielt. Von da an war es eigentlich nur eine Frage ausreichend guter Auflösungen und Qualitäten der Einzelschritte der Attrappenherstellung.

    netzpolitik.org: Braucht man dafür Spezialwissen oder kann das jeder machen?

    24. September 2013
  • : Vermeintliche Sicherheit: CCC hackt Apple TouchID – Fingerabdrucksperre
    Vermeintliche Sicherheit: CCC hackt Apple TouchID – Fingerabdrucksperre

    Das ging schnell: Der Chaos Computer Club hat mit einfachen Mitteln die Fingerabdrucksperre TouchID im neuen iPhone gehackt. Was verwundert: Das war einfacher als gedacht, zumindest suggerierte Apple, dass das sicher sei. Hier ist die PM: Chaos Computer Club hackt Apple TouchID.

    „Tatsächlich hat der Sensor von Apple nur eine höhere Auflösung im Vergleich zu bisherigen Sensoren. Wir mußten nur die Ganularität unseres Kunstfingers ein wenig erhöhen“, erklärt der Hacker mit dem Pseudonym starbug, welcher durch Experimente die Methode für die Überlistung des Sensors optimiert hat. „Seit Jahren warnen wir immer wieder vor der Verwendung von Fingerabdrücken zur Zugriffssicherung. Fingerabdrücke hinterlassen wir überall, und es ist ein Kinderspiel, gefälschte Finger daraus zu erstellen.“

    Herzlichen Glückwunsch an Starbug! Hier ist ein Video:

    22. September 2013