Andrea Jonjic-Beitter
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: Elektrischer Reporter über Landesverrat und Native Advertising
: Elektrischer Reporter über Landesverrat und Native Advertising In der aktuellen Ausgabe des Elektrischen Reporters geht es unter anderem um Leaking und Landesverrat sowie Native Advertising. Auch Markus ist mit von der Partie:
Hier gehts zum MP4-Download.
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: Pakistan: Terrorismusbekämpfung auf Kosten bürgerlicher Freiheiten
<a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/" >CC BY-NC 2.0</a> by <a href="https://www.flickr.com/photos/juergo/15518906697/" >Jürgen Telkmann</a> : Pakistan: Terrorismusbekämpfung auf Kosten bürgerlicher Freiheiten Pakistan steht kurz davor, ein Gesetz gegen Terrorismus und Online-Kriminalität zu verabschieden, das Sicherheits- und Telekommunikationsbehörden weitreichende Einschränkungen der Privatsphäre und Meinungsfreiheit von Bürger_innen ermöglichen würde. Nationale wie auch internationale Organisationen rufen dazu auf, den Gesetzentwurf abzulehnen.
Gesetze, die sich gegen Terrorismus und Online-Kriminalität richten, gehen oftmals einher mit weitreichenden Befugnissen für Sicherheitsbehörden, unklaren Definitionen und dem Beschneiden der Privatsphäre der Bürger_innen eines Staates. In Pakistan soll ein solches Gesetz bald verabschiedet werden, ungeachtet heftiger internationaler Kritik. Die Prevention of Electronic Crimes Bill (PECB) wurde im Zuge des Terroranschlags von Peschawar im Dezember 2014 eingeführt, als pakistanische Taliban 148 Menschen – darunter mehr als 130 Kinder – in einer Schule töteten. Die PECB ist Teil des National Action Plan, der ebenfalls nach dem Anschlag initiiert wurde zur Bekämpfung des Terrorismus.
Die PECB (pdf) soll der nationalen Sicherheit dienen, übergeht dabei allerdings bürgerliche Freiheiten. So heißt es in Absatz 34, die pakistanische Telekommunikationsbehörde dürfe anstößige Inhalte und Webseiten sperren, „wenn sie dies als notwendig erachtet im Interesse der Herrlichkeit des Islam, der Integrität, Sicherheit oder Verteidigung Pakistans […], guter Beziehungen zu anderen Staaten oder der öffentlichen Ordnung, Anständigkeit und Moral“ – präzise Vorgaben zur Terrorbekämpfung sind das nicht. Nachrichten auf Sozialen Netzwerken können ebenfalls eine strafbare Handlung darstellen, sofern sie als „obszön“ oder „unmoralisch“ erachtet werden. Auch hier finden sich jedoch keine Definitionen, welche Inhalte darunter fallen. Privacy International kommentierte die PECB im April 2015 (pdf) und wies auf weitere problematische Bestimmungen hin.
Schnell regte sich Widerstand gegen den Gesetzentwurf, von pakistanischen Bürgerrechtsorganisationen, der Rechts- und Mediengemeinschaft sowie internationalen Gruppen. In einer gemeinsamen Stellungnahme forderten im April 2015 unter anderem Human Rights Watch, Privacy International und die Digital Rights Foundation die Abgeordneten in Pakistan dazu auf, den Gesetzentwurf nicht zu unterstützen, da er etliche Maßnahmen enthalte die dem Datenschutz und der Meinungsfreiheit abträglich seien.
Ungeachtet der Kritik segnete am 17. September 2015 der Ständige Ausschuss zur Informationstechnologie den Entwurf ab, ohne dass die Mitglieder des Ausschusses ihn zuvor gelesen hätten: der Vorsitzende Mohammad Safdar wies Einwände der Abgeordneten zurück – es reiche, dass er den Entwurf gesichtet hätte. Nun muss die Nationalversammlung noch abstimmen.
Nach Nighat Dad und Adnan Chaudhry kommt die PECB jedoch nicht um eine Grundüberholung herum:
Was Pakistan braucht, ist ein Cybercrime-Gesetz das progressiv und effektiv zwischen Sicherheit und bürgerlichen Freiheiten abwägt. Der aktuelle PECB Text, schlecht entworfen und politisch kompromittiert, ist so weit von diesem Ziel entfernt, dass er eine Grundüberholung bräuchte.
Mithilfe eines Tools der Electronic Frontier Foundation und Digital Rights Foundation können pakistanische Abgeordnete via Twitter aufgefordert werden, gegen die PECB zu stimmen.
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: Podcast mit Peter Pilz: Die Geheimdienste in ihre Schranken weisen
: Podcast mit Peter Pilz: Die Geheimdienste in ihre Schranken weisen In der aktuellen Folge 20 des Podcasts Technische Aufklärung spricht Daniel Meßner in Wien mit dem Nationalratsabgeordneten Peter Pilz. Pilz engagiert sich in der Verbreitung der Erkenntnisse über die Operation „Eikonal“ in ganz Europa und reichte aufgrunddessen bereits Strafanzeigen ein gegen die Deutsche Telekom, den Bundesnachrichtendienst und das Bundeskanzleramt. Pilz spricht im Podcast über den NSA-Untersuchungsausschuss, die Operation „Eikonal“ als „ersten großen Feldversuch der NSA in Europa“, die von ihm gestellten Strafanzeigen und das Fehlen einer funktionierenden nachrichtendienstlichen Kooperation auf europäischer Ebene.
Was mir im Moment wichtig ist, das nicht zu einer österreichisch-deutschen Affäre verkommen zu lassen. Das ist eine europäische Affäre. Deswegen fahre ich von einer europäischen Hauptstadt zur anderen und spreche dort mit den Kollegen und Kolleginnen der jeweiligen Parlamente, und wir vereinbaren gemeinsame Vorgangsweisen. Das funktioniert jetzt schon gut […]. Wir brauchen nicht nur eine Einkreisung der deutsch-amerikanischen Spionage durch die Strafgerichte in ganz Europa, sondern wir brauchen auch eine Allianz von Abgeordneten, die eine neue Rechtskultur im Sicherheitsbereich schaffen wollen.
Technische Aufklärung von Felix Betzin und Jonas Schönfelder ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz.
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: Citizenfour in der ARD und Mediathek
: Citizenfour in der ARD und Mediathek Die ARD zeigt heute Abend um 23:00 Uhr die Oscar-prämierte Dokumentation „Citizenfour“ von Laura Poitras über Edward Snowden und den NSA-Überwachungsskandal. Der Film erschien 2014, 2015 wurde er mit einem Oscar prämiert. Bereits ab 18:00 Uhr ist „Citizenfour“ in der ARD-Mediathek online.
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: Marokko: Menschenrechtsaktivisten vor Gericht
: Marokko: Menschenrechtsaktivisten vor Gericht Gestern sollte der Prozess gegen sieben Menschenrechtsaktivist_innen und Journalist_innen in Marokko stattfinden. Fünf von ihnen wird vorgeworfen, „die innere Sicherheit des Staates gefährdet zu haben“. Maâti Monjib, Hicham Mansouri, Samad Iach, Mohamed Elsabr und Hisham Almiraat (aka Hisham Khribchi) drohen bis zu fünf Jahre Haft, weil sie eine auslandsfinanzierte App für partizipativen Journalismus entwickelt haben. Maria Moukrim und Rachid Tarik drohen Geldstrafen, sie haben „ausländische Finanzierungen nicht gemeldet“. Der Prozess wurde nun jedoch auf Januar 2016 verschoben, zum Teil wohl aufgrund der internationalen Aufmerksamkeit, die der Fall erhielt.
Nach der „Bewegung des 20. Februar“ von 2011 bis 2012 im Zuge des „Arabischen Frühlings“ wurden in Marokko zwar einige Reformen angestoßen, um die Protestierenden zu beschwichtigen – in den letzten Jahren ging die Regierung jedoch zunehmend gegen kritische Journalist_innen, Aktivist_innen und unabhängige Nichtregierungsorganisationen vor. Laut Strafverteidiger Abdelaziz Nouaydi begannen die Angriffe gegen die sieben Aktivist_innen vor mehr als zwei Jahren, nachdem der Innenminister in einer Rede NGOs mit „ausländischer Agenda“ als „Feinde Marokkos“ bezeichnet hatte.
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: Äthiopien: Ausreiseverbot für Zone9 Blogger
: Äthiopien: Ausreiseverbot für Zone9 Blogger Am 16. November wollte der äthiopische Blogger Zelalem Kibret nach Straßburg reisen, um einen Pressefreiheits-Preis von Reporter ohne Grenzen (ROG) in der Rubrik „Bürgerjournalisten des Jahres“ entgegenzunehmen. Am Flughafen wurde jedoch sein Pass unbegründet konfisziert, Zelalem Kibret durfte nicht ausreisen.
Der Blogger gehört zum regierungskritischen Kollektiv Zone9, im April 2014 wurden sechs seiner Mitglieder verhaftet und auf Grundlage eines Antiterror-Erlasses angeklagt. Im Juli diesen Jahres wurden die Klagen gegen zwei Blogger_innen, darunter Zelalem Kibret, ohne Begründung fallengelassen, im Oktober folgten Freisprüche für die restlichen vier.
Für Clea Kahn-Sriber von ROG ist das Ausreiseverbot für Zelalem Kibret sehr beunruhigend:
Als er im Juli entlassen wurde, erhielt er keinerlei Auflagen, und die restlichen Mitglieder des Kollektivs sind im Oktober von allen Terrorismusvorwürfen freigesprochen worden. Wir verstehen nicht, warum sein Pass konfisziert wurde und fordern die zuständigen Behörden auf, seine Rechte wiederherzustellen.
Als Zelalem Kibret sich am nächsten Tag bei der Polizei meldete, wurde er darüber informiert dass es eine laufende Untersuchung gebe und er seinen Pass erst zurückbekommt, wenn diese Untersuchung abgeschlossen ist. Worum es sich dabei handelt, ist unbekannt.
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: Russland: Gesetzesentwurf fordert Verbot ausländischer Internetdienste für Beamte
: Russland: Gesetzesentwurf fordert Verbot ausländischer Internetdienste für Beamte Ein Gesetzentwurf, den Vadim Solovyov, Abgeordneter der Kommunistischen Partei, nun vorgelegt hat, fordert ein Verbot ausländischer Nachrichtenapps und Suchmaschinen für Staatsbeamt_innen und öffentliche Angestellte. Solovyov schlägt vor, bestimmte Software und Kommunikationstechnologien zu verbieten, spezifiziert jedoch im Entwurf nicht, welche und ob das Verbot nur für die berufliche oder auch private Kommunikation der Beamt_innen gelten soll. Eine Liste mit unerwünschten Anwendungen solle später vom Präsidenten erstellt werden, Solovyov nannte jedoch in einem Interview westliche Suchmaschinen wie Google und Yahoo sowie Whatsapp.
Die Initiative begründet der Abgeordnete mit einer steigenden Zahl von Online-Angriffen auf von Beamt_innen genutzte Informationssysteme; ein Verbot gewisser Anwendungen würde demnach „sehr helfen, die Sicherheit von vertraulichen und offiziellen Informationen“ zu schützen. Leonid Levin, Vorsitzender des Ausschusses für Informationspolitik, hält den Gesetzesentwurf für überflüssig. Es gebe im Beamtenrecht bereits Richtlinien für bestimmte Anwendungen.
Anfang Oktober berichteten wir über Pläne, in Russland ein nationales, völlig abgeschottetes Internet zu errichten. Auch hier hieß es, die Abhängigkeit Russlands von westlichen Technologien stelle eine Gefahr für die nationale Sicherheit dar.
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: USA: Massenüberwachung konnte auch vor Snowden-Leaks keine Terrorangriffe vereiteln
CC BY 2.0 by <a href="https://www.flickr.com/photos/27086904@N03/3944800493/" >Hühnerauge</a> : USA: Massenüberwachung konnte auch vor Snowden-Leaks keine Terrorangriffe vereiteln Nach den grausamen Anschlägen in Paris wurde unter anderem Edward Snowden beschuldigt, eine Mitschuld zu tragen. Durch seine Leaks „wüssten Terroristen, dass sie ihre Handys nicht benutzen sollten“, was die Arbeit von Sicherheitsbehörden erheblich erschwere. Laut einem Dokument, das The Intercept vorliegt, konnte die National Security Agency (NSA) jedoch, sowohl vor als auch nach den Snowden-Leaks, weder einen Terrorangriff aufdecken noch vereiteln.
Am Montag beteurte John O. Brennan, der Direktor der Central Intelligence Agency (CIA), dass „viele terroristische Handlungen enttarnt und vereitelt werden, bevor sie ausgeführt werden können“ (Global Security Forum 2015: Opening Session (pdf), S. 8). Weiterhin kritisierte er, dass es Geheimdiensten und Sicherheitsbehörden technisch wie auch rechtlich schwer gemacht würde, „die Einsicht zu haben, die sie brauchen“ und dass in den vergangenen Jahren „nicht autorisierte Enthüllungen“ dazu geführt hätten, dass die „kollektiven Fähigkeiten, Terroristen international zu finden, deutlich erschwert wurden“ (S. 9).
Aus einem internen Dokument des US-Heimatschutzministeriums (pdf), das The Intercept zugespielt wurde, geht hervor dass die NSA nicht einen Beweis dafür hat, dass ihre Überwachungsmaßnahmen auch nur einen Angriff im Inland verhindern konnten. Darin werden 64 mit dem IS verbundene Verhaftungen zwischen Januar 2014 und September 2015 untersucht – die meisten von ihnen betrafen Menschen die versuchten auszureisen, materielle Unterstützen bereitzustellen oder Angriffe zu planen, die „im Wesentlichen imaginär“ waren.
Beim einzigen vereitelten Anschlag handelt es sich um den Versuch von Elton Simpson und Nadir Soofi im Mai 2015, im US-Bundesstaat Texas eine Ausstellung von Mohammed-Karikaturen anzugreifen. Beide wurden von der lokalen Polizei erschossen, ein unspezifischer Hinweis des FBI auf einen der Angreifer wurde erst nach dem Vorfall bemerkt.
Fünf Fälle von „fortgeschrittenen Angriffsplänen“ werden im Bericht genannt, in zweien davon war das FBI bei der Planung oder dem Beschaffen von Material involviert, bevor es zu Verhaftungen kam. Nach den Snowden-Leaks klagte die US-Regierung an, sie hätte „wertvolle, lebensrettende Fähigkeiten“ verloren und es hieß, die NSA hätte 54 Angriffe durch Telekommunikationsüberwachung verhindern können. Jedoch hatten von den 54 Fällen nur 13 eine Verbindung zu den USA, und auch hier handelte es sich bei der Mehrheit um die materielle Unterstützung ausländischer Terrororganisationen.
Im Dezember 2013 schlussfolgerte der Arbeitskreis des Weißen Hauses, der die Überwachung durch US-Geheimdienste überprüfen sollte, dass die Massenüberwachung der NSA „nicht essentiell bei der Verhinderung von Angriffen“ war. Es gebe „keinen Fall, in welchem die NSA mit Zuversicht sagen kann, dass der Ausgang [einer Terror-Untersuchung] nennenswert änders gewesen wäre“ ohne das Überwachungsprogramm.
Doch, wie Mike Masnick gestern bereits feststellte: Wenn alles gut läuft, wird mehr Überwachung gefordert. Wenn Überwachung nicht funktioniert, wird noch mehr Überwachung gefordert. Es ist die Standard-Antwort auf alles, die, obwohl sie sich selbst widerlegt, dennoch immer gegeben wird.
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: Gerüchte über Todesstrafe für Bassel Khartabil
: Gerüchte über Todesstrafe für Bassel Khartabil Der syrische Aktivist Bassel Khartabil sitzt seit mehr als drei Jahren in Syrien in Haft und wurde am 3. Oktober aus dem Adra Gefängnis in Damaskus an einen unbekannten Ort gebracht. Damals deutete alles darauf hin, dass Bassel in ein kleines Gefängnis verlegt wurde, welches zu einem Kriegsgericht gehört – warum er von einem Kriegsgericht erneut verurteilt werden sollte, war jedoch unklar.
Seine Frau Noura Ghazi wurde nun von Mitgliedern der syrischen Regierung kontaktiert und darüber informiert, dass Bassel heimlich zum Tode verurteilt wurde. Auf Nouras Facebook-Seite schreibt sie dazu:
Ich habe soeben die verstörende und schockierende Nachricht erhalten, dass Bassel zum Tode verurteilt wurde. Ich denke das bedeutet, dass seine Verlegung in ein Militärgefängnis sehr gefährlich war. Ich weiß wirklich nichts anderes. Möge Gott ihm beistehen, wir hoffen es ist nicht zu spät. Wir sind krank vor Sorge um sein Leben.
Auf dem Internet Governance Forum (IGF) in Brasilien wurde vergangene Woche eine Stellungnahme (PDF) veröffentlicht, in der die syrische Regierung aufgefordert wird, über Bassels Aufenthaltsort zu informieren und ihn zu begnadigen.
Bassels Inhaftierung ist willkürlich und stellt eine Verletzung der internationalen Menschenrechte dar. Die Weigerung der Behörden, seinen Aufenthaltsort bekanntzugeben, ist ein Verschwindenlassen von politischen Gegnern. Seine strafrechtliche Verfolgung entspricht nicht den Standards eines gerechten Verfahrens. Bassel kann und sollte bedingungslos freigelassen und in die Obhut seiner Familie übergeben werden
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: Arbeitspapier zur Datenschutzregulierung in Deutschland
: Arbeitspapier zur Datenschutzregulierung in Deutschland Das Forum Privatheit und selbstbestimmtes Leben in der Digitalen Welt hat Anfang November ein Arbeitspapier von Philip Schütz und Murat Karaboga vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) mit dem Titel „Akteure, Interessenlagen und Regulierungspraxis im Datenschutz – Eine politikwissenschaftliche Perspektive“ (PDF) veröffentlicht.
Das […] Arbeitspapier zielt darauf ab, einen ersten Überblick zum Thema Datenschutz aus politikwissenschaftlicher Perspektive zu geben. Eingangs führt ein kurzer Abriss zur Geschichte des Datenschutzes in das Thema ein. Anschließend wird die Regulierungspraxis anhand zentraler an der Regelsetzung und ‑auslegung des Datenschutzes beteiligter Akteure skizziert. Um Erklärungsansätze für die unterschiedliche Art und Weise, wie Datenschutzregulierung stattfindet, zu erforschen, wird der institutionelle Zugang um die Darstellung idealtypischer Interessenlagen (Wirtschafts‑, Sicherheits- und Bürgerrechtsinteressen) beim Datenschutz ergänzt.
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: Berlin: Konferenz zur Zukunft der informationellen Selbstbestimmung
: Berlin: Konferenz zur Zukunft der informationellen Selbstbestimmung Kommende Woche, am 26. und 27. November, findet in Berlin eine interdisziplinäre Konferenz des Forums Privatheit zur Zukunft der informationellen Selbstbestimmung statt. In drei Keynotes, sechs Diskussionen und einer Gesprächsrunde mit Vertreter_innen aus Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft werden aktuelle Problemlagen und die zukünftige Gestaltung der Informationellen Selbstbestimmung, Big Data, Self-Tracking, sowie Antworten aus der Politik thematisiert. Weiterhin werden Poster und Masterarbeiten zum Thema „Öffentlich – Privat“ des Studiengangs „Master of Arts in Design Projects“ ausgestellt.
Hier (PDF) findet sich das Programmheft mit Informationen über Vorträge und Vortragende.
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: Media and Communication Ausgaben zu Überwachung
: Media and Communication Ausgaben zu Überwachung Das Open Access Journal Media and Communication hat seine zweite und dritte diesjährige Ausgabe dem Thema Überwachung gewidmet. In 15 Artikeln thematisieren die Autor_innen theoretische, rechtliche und praktische Aspekte sowie Herausforderungen in der Auseinandersetzung mit Massenüberwachung. Besonders interessant ist dabei sicherlich der Artikel von Sebastian Kubitschko, der anhand des Chaos Computer Clubs die Rolle von Hackern in der Bekämpfung von Überwachung und ihre Funktion für den Erhalt einer demokratischen Gesellschaft aufzeigt:
The rationale of this paper is to examine the CCC as a civil society organization that counter-acts contemporary assemblages of surveillance in two ways: first, by de-constructing existing technology and by supporting, building, maintaining and using alternative media technologies and infrastructures that enable more secure and anonymous communication; and second, by articulating their expertise related to contemporary MTI to a wide range of audiences, publics and actors. Highlighting the significance of „privacy“ for the health of democracy, I argue that the hacker organization is co-determining „interstitial spaces within information processing practices“ (Cohen, 2012, p. 1931), and by doing so is acting on indispensable structural features of contemporary democratic constellations.
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: Digital-Manifest: Zehn Prinzipien gegen die Entmündigung der Bürger
: Digital-Manifest: Zehn Prinzipien gegen die Entmündigung der Bürger Gestern veröffentlichten neun Autor_innen aus den Bereichen Big Data, Soziologie, Ökonomie und Philosophie ein Digital-Manifest, das sich mit zehn Grundprinzipien gegen die Automatisierung der Gesellschaft durch Algorithmen wendet. Die Entwicklung verlaufe von der Programmierung von Computern zur Programmierung von Menschen, was in Singapur und China teilweise bereits beobachtet werden könne. Manipulative Technologien wie beispielsweise Nudging führten zu einer gezielten Entmündigung der Bürger_innen durch staatlich geplante Verhaltenssteuerung und könnten zu einer Aushöhlung der Demokratie führen.
Das Recht auf individuelle Selbstentfaltung kann nur wahrnehmen, wer die Kontrolle über sein Leben hat. Dies setzt jedoch informationelle Selbstbestimmung voraus. Es geht hier um nicht weniger als unsere wichtigsten verfassungsmäßig garantierten Rechte. Ohne deren Einhaltung kann eine Demokratie nicht funktionieren. Ihre Einschränkung unterminiert unsere Verfassung, unsere Gesellschaft und den Staat.
Die Autor_innen – darunter acht Professoren und eine KI-Expertin – formulieren zehn Prinzipien, deren Einhaltung sie als unabdingbar ansehen um von den Chancen zu profitieren, die die Digitalisierung bietet:
Wir stehen an einem Scheideweg. Big Data, künstliche Intelligenz, Kybernetik und Verhaltensökonomie werden unsere Gesellschaft prägen – im Guten wie im Schlechten. Im schlimmsten Fall droht eine zentrale künstliche Intelligenz zu steuern, was wir wissen, denken und wie wir handeln. Jetzt ist daher der historische Moment, den richtigen Weg einzuschlagen […]. Wir fordern deshalb die Einhaltung folgender Grundprinzipien:
- die Funktion von Informationssystemen stärker zu dezentralisieren;
- informationelle Selbstbestimmung und Partizipation zu unterstützen;
- Transparenz für eine erhöhte Vertrauenswürdigkeit zu verbessern;
- Informationsverzerrungen und ‑verschmutzung zu reduzieren;
- von den Nutzern gesteuerte Informationsfilter zu ermöglichen;
- gesellschaftliche und ökonomische Vielfalt zu fördern;
- die Fähigkeit technischer Systeme zur Zusammenarbeit zu verbessern;
- digitale Assistenten und Koordinationswerkzeuge zu erstellen;
- kollektive Intelligenz zu unterstützen; und
- die Mündigkeit der Bürger in der digitalen Welt zu fördern – eine „digitale Aufklärung“.
Mit dieser Agenda würden wir alle von den Früchten der digitalen Revolution profitieren: Wirtschaft, Staat und Bürger gleichermaßen. Worauf warten wir noch?
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: Türkei: Studie untersucht Wahrnehmung über Freiheiten im Internet
CC BY-NC 2.0 by <a href="https://www.flickr.com/photos/oraletosman/5723338022/" >Özgür Elbir</a> : Türkei: Studie untersucht Wahrnehmung über Freiheiten im Internet In den vergangenen Jahren stand die Türkei in der Kritik, vermehrt Online-Inhalte zu zensieren und restriktive Sperr- und Überwachungsrechte einzuführen. Eine im Oktober veröffentlichte Studie widmet sich der Wahrnehmung der Bürger_innen über diese Entwicklungen und hebt hervor, dass die Thematisierung von Freiheiten im Internet in der Türkei stark politisiert ist.
Die Türkei ist in Sachen Pressefreiheit und freies Internet nicht gerade ein leuchtendes Vorbild – das zeigt sich nicht zuletzt in den Rankings von Reporter ohne Grenzen und Freedom House. In der Rangliste der Pressefreiheit belegt die Türkei 2015 Platz 149 von 180, im Freedom of the Net Bericht (S.797) wird sie als „partly free“, also teilweise frei bewertet. Im Rahmen eines Projekts der Ohio State University und der Koç University in Istanbul wurde, in Zusammenarbeit mit dem Center for Global Communication Studies der University of Pennsylvania, die Wahrnehmung der türkischen Bürger_innen untersucht: Wie erleben und bewerten sie die Debatte über Freiheiten im Internet in der Türkei, und wie nutzen sie Internet und Social Media als alternative Informationsquellen inmitten einer zensierten Medienumgebung?
Für die Studie „Benchmarking Demand: Turkey’s Contested Internet“ (pdf) interviewten die Wissenschaftler_innen 1161 zufällig ausgewählte Menschen im Zeitraum vom 20. Dezember 2014 bis zum 2. Februar 2015. Diese wurden in drei Gruppen eingeteilt: Zu den Nicht-Nutzer_innen des Internets gehören vor allem ältere Frauen, die aus großen Haushalten mit geringem Einkommen stammen und die regierende AKP unterstützen. „Heavy Users“, die das Internet jeden Tag nutzen, sind hingegen zumeist jung, männlich, haben einen höheren Bildungsabschluss und unterstützen die größte Oppositionspartei CHP oder gar keine Partei. „Light Users“ nutzen das Internet zwei bis drei Mal in der Woche oder seltener und ähneln zwar den „Heavy Users“, bezeichnen sich jedoch als religiös und unterstützen mehrheitlich die AKP. Dies deckt sich mit anderen Daten: 40% der Nutzer_innen in der Türkei sind demnach zwischen 15 und 24 Jahre alt, 29% zwischen 25 und 34 Jahre alt. Laut einer Umfrage von 2014 geben 25% an, das Abitur gemacht zu haben, 52% der Nutzer_innen haben sogar einen Hochschulabschluss.
Bilge Yesil, Dozentin an der City University of New York, hat die wichtigsten Erkenntnisse der Studie erläutert. Die Ergebnisse machten vor allem deutlich, dass das freie Internet ein stark politisiertes Thema ist. Bürger_innen, die angeben das Internet sei „stark zensiert oder zensiert“ sind mehrheitlich Wähler_innen der Oppositionsparteien oder unterstützen keine Partei. 69% der Wähler_innen der CHP, 62% der HDP und 47% derer die keine Partei unterstützen, geben an, die Gewährleistung von Freiheiten im Netz sei gering in der Türkei. Im Gegensatz dazu geben 47% der AKP-Wähler_innen an, das Internet sei „sehr frei oder frei“ (Abb. 13, S. 26).
Recep Tayyip Erdoğan ließ in seiner damaligen Funktion als Ministerpräsident der Türkei im März 2014 Twitter abschalten und bezeichnete es 2013 als die „größte Bedrohung für die Gesellschaft“ – auch darüber hinaus wurde die Kritik an Social Media dafür genutzt, Restriktionen des Internets zu rechtfertigen. Bis Mai diesen Jahres wurden so 80.000 Webseiten gesperrt, in den vergangenen Jahren wurden immer weitreichendere Sperr- und Überwachungsrechte verabschiedet. Die Panikmache seitens der Regierung scheint Wirkung zu zeigen: nicht nur 38% der Nicht-Nutzer_innen, sondern auch 36% der „Light User“ und 32% der „Heavy User“ stimmen der Aussage zu, Social Media sei eine Gefahr für die Gesellschaft. Weiterhin geben 43% der Nicht-Nutzer_innen, 40 Prozent der „Light User“ und 36% der „Heavy User“ an, dass andere Staaten die sozialen Medien nutzen um die Türkei zu schwächen und zu destabilisieren (Abb. 4, S. 17). Dennoch sprechen sich 47% der Interviewten gegen die Twitter-Sperre aus, sowie 45% gegen die Sperrung von Youtube.
Interessant ist, dass obwohl 33% der Befragten zugeben, bestimmte Webseiten und Blogs aufgrund von Überwachung durch die Regierung zu meiden, nur 8% angeben, die Online-Sperren von 2014 „gelegentlich“ umgangen zu haben, 4% „oft“ und 5% „die ganze Zeit“ (Tabelle 7, S. 26; Abb. 19, S. 34).
Einig ist sich die Mehrheit der befragten Bürger_innen über die Zensur von Pornografie. Etwa 70%, darunter Nutzer_innen sowie Nicht-Nutzer_innen des Internets, befürworten das Zensieren von sexuell expliziten Inhalten (Tabelle 5, S. 22).Wie Bilge Yesil feststellt, ergeben sich aus der Studie interessante weiterführende Fragen, etwa wo die Bürger_innen das Internet nutzen, welche Filter sie anwenden (müssen) und wie sie dazu stehen, dass Nutzer_innen zunehmend für Online-Posts verhaftet werden. Auch sieht Yesil Parallelen zur Wahrnehmung von Freiheiten im Internet in Russland, vor allem in der Annahme, das Internet werde von anderen Ländern instrumentalisiert um dem eigenen Staat zu schaden. Was die Zensur bei Twitter betrifft, hat die Türkei Russland allerdings deutlich auf den zweiten Platz verbannt.
Anfang November startete Reporter ohne Grenzen die Timeline of censorship in Turkey, um Verletzungen der Presse- und Meinungsfreiheit zu dokumentieren. Das Material dafür scheint ihnen leider nicht auszugehen.
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: Interview mit Edward Snowden: „Wer alles sammelt, versteht gar nichts“
: Interview mit Edward Snowden: „Wer alles sammelt, versteht gar nichts“ Lena Sundström und Lotta Härdelin von der schwedischen Tageszeitung Dagens Nyheter haben Edward Snowden in Russland getroffen und ein fünfstündiges Interview mit ihm geführt, das auch auf Englisch veröffentlicht wurde. Die Themen sind breit gestreut, es geht um Snowdens Leaks und seine Flucht, den Umgang der USA mit Whistleblower_innen, den US-Drohnenkrieg und die letzte Präsidentschaftsdebatte der Demokraten – ein Gespräch in lockerer Atmosphäre.
Snowden stellt heraus, dass ihn heute, im Gegensatz zu 2013, keiner der Präsidentschaftskandidaten als „Verräter“ bezeichnet habe. Bei Daniel Ellsberg, einem der bekanntesten Whistleblower, habe diese Entwicklung 30 Jahre gedauert. Der US-amerikanische Umgang mit Whistleblower_innen sei dennoch von dem Versuch geprägt, sie zu begraben. Snowden selbst sagt, er habe von Thomas Drake und Chelsea Manning gelernt und an ihren Fällen gesehen, wie die Regierung bei Leaks reagiert.
Ein Whistleblower zu sein, hänge nicht davon ab wer du bist, sondern was du gesehen hast. Es gehe um Menschen „die beobachten, die denken, und die schließlich reagieren“. Dies habe auch bei ihm einige Jahre gebraucht – er habe sich nicht vorstellen können, von der Regierung belogen zu werden. Aber die Beweise wurden so beträchtlich, dass sie nicht mehr ignoriert werden konnten.
Dennoch halte er die Mitarbeiter_innen der NSA nicht für Bösewichte. Niemand dort plane, die Demokratie zu zerstören. Es handle sich um „gute Menschen die böse Dinge tun aus, wie sie glauben, guten Gründen“. Nichtsdestotrotz sei klar, dass die Überwachungsmaßnahmen keinerlei Anschläge verhindern konnten. „Wer alles sammelt, versteht gar nichts“, so Snowden, und es gebe einfach einen Punkt an dem die Anzahl von Verstößen so gigantisch wird, dass es sehr schwer wird sich ihren Umfang vorzustellen und ihn zu verstehen.
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: Open Access Diskussion in Kassel: No way back
: Open Access Diskussion in Kassel: No way back Im Rahmen der Internationalen Open Access Week 2015 veranstaltete die Universität Kassel am vergangenen Donnerstag eine Diskussion zum Thema Open Access: Wissenschaftliches Publizieren im Wandel.
Eröffnet wurde diese von Dr. Ralf Schimmer von der Max Planck Digital Library (MPDL) in München. Er sagte, wissenschaftliches Publizieren befinde sich gerade am Scheideweg – wenn jetzt wirksame Initiativen gestartet werden, könne Open Access deutlich gesteigert werden. Die Hauptherausforderung liege darin, das Subskriptionswesen zu senken, bestenfalls auf 10%. Schimmer wies auf ein Policy White Paper der MPDL (PDF) hin und betonte, dass bereits genügend Geld im System sei, und für Open Access keine zusätzlichen Mittel erforderlich seien. Eher sei mit Einsparungen zu rechnen. Derzeit hänge das Geld an drei großen Verlagen: Elsevier, Springer und Wiley. Etwa zwei Drittel der Kosten von Universitätsbibliotheken fallen nur auf diese drei Verlage. Für die 12. Berliner Open Access Konferenz im Dezember diesen Jahres kündigte Schimmer Pläne für eine internationale Koalititon an mit dem Ziel, einen Common Action Plan zu entwickeln und so eine weltweite Transformation einzuleiten. Hier (PDF) finden sich seine Folien.
In der nachfolgenden Diskussion sprachen Dr. Tobias Pohlmann von der Universitätsbibliothek Kassel und Open-Access-Beauftragter, Prof. Dr. Jan Hemming vom Institut für Musik, der CIO der Universität Kassel Prof. Dr. Alexander Roßnagel, Prof. Dr. Christiane Koch vom Institut für Physik und Ralf Schimmer vor allem über die Umsetzbarkeit einer Transformation des wissenschaftlichen Publizierens. Moderiert von Margo Bargheer von der Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen, wurde festgestellt, dass verschiedene Fachbereiche sehr unterschiedlich Open Access-affin sind.
Christiane Koch etwa stellte heraus, dass in der Physik, ähnlich wie in der Medizin, Open Access Publikationen weit verbreitet und akzeptiert sind. Und während sich alle Diskutierenden darin einig waren, dass zükunftig kein Weg an Open Access vorbeiführen wird, wurde doch auf Problematiken hingewiesen, die zuvor geklärt werden müssen. Jan Hemming etwa fragte, welche Motivation Wissenschaftler_innen hätten, Open Access zu veröffentlichen, wenn doch die Frage nach dem Renommee zentral ist – dies sei die Währung, in der Wissenschaftler_innen denken. Dennoch forderte Tobias Pohlmann, dass der Wandel aus der Wissenschaft selbst kommen muss. Forscher_innen dürften eben nicht so sehr auf die Verlage achten, schließlich komme die Qualität der Publikationen aus der Wissenschaft, nicht von den Verlagen; diese hätten eigentlich keinen Anteil daran und nichts rechtfertige die hohen Gewinnmargen, etwa von Elsevier. Nach Alexander Roßnagel liegt das Renommee in der Knappheit, und dies solle Online ebenso umgesetzt werden, um die Motivation für Wissenschaftler_innen zu erhalten.
Schimmer betonte, dass Zeitschriften nur noch erforderlich sind, um Zahlungsströme zu generieren. Der vielfach kritisierte Journal Impact Factor sei in der Praxis wichtig, aber eigentlich nicht ernstzunehmen – und Peer Review sei bei Open Access ebenso möglich. Zudem berichtete Schimmer von einem Treffen mit hochrangingen Elsevier Vertreter_innen im Sommer, bei dem ihm klar geworden sei, dass der Verlag sich bereits intensiv darauf vorbereit, Open Access Inhalte zur Verfügung zu stellen. Hier werde immens investiert, ebenso bei anderen Verlagen. Die jetzigen Vorteile werden genutzt, doch werde es zukünftig im strategischen Interesse der Verlage liegen, den Wandel zu mehr Open Access mit zu beschleunigen: momentan jedoch können sie noch „komfortabel auf der Bremse stehen“.
Wichtig sei, eine weltweite Koalition zu schmieden, um einen Subskriptionsstopp zu erreichen. Nach Roßnagel ist vor allem die Vorbereitung auf diesen „Tag X“ wichtig, denn der Wissenschaftsbetrieb müsse dann ungehindert weiterlaufen können. So verbleibt die recht harmonische Diskussion mit der Aussicht, dass Open Access die Zukunft des wissenschaftlichen Publizierens ist und der „Tag X“ vor allem davon abhängt, ob es gelingt eine weltweite Allianz zu schmieden die genügend Druck auf etablierte Verlage aufbaut.
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: Interview: Gabriella Coleman über Hackerkultur
: Interview: Gabriella Coleman über Hackerkultur Im Blog des Focaal: Journal of Global and Historical Anthropology findet sich ein Interview von David Bozzini mit der Anthropologin Gabriella Coleman, die sich auf die Erforschung von Hacker-Communities spezialisiert hat. Sie spricht darin über Hackerkultur und ihre Politisierung. In einem zweiten Teil soll es dann um konkrete politische Aktionen und das Hackerkollektiv Anonymous im Speziellen gehen.
While computer experts active as hackers have entered the realm of contentious politics in recent years, many of their political commitments are older and more focused on immediate spheres of work and life: they demand free and open-source software development, alternative decentralized architectures, and improved security and privacy for everyone in the Information Age. So, hackers importantly engage with how our digital lives are shaped and seek to improve our understanding of what is at stake in a networked society, as the powers and potentialities set free by the IT revolution are enormous but their technicalities are difficult to grasp and assess. In a world where the digital becomes increasingly entangled with our daily routines and security, hackers and whistleblowers help citizens and social scientists to understand how our societies are changing and must be defended.
