Anna Biselli
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: The Intercept fasst zusammen, wie NSA-Enthüllungen entstehen
: The Intercept fasst zusammen, wie NSA-Enthüllungen entstehen Sogar dem SPIEGEL ist es in dem Interview mit Ex-NSA-Chef Michael Hayden aus der aktuellen Printausgabe passiert. Mit dem Halbsatz „Snowden hat enthüllt, […]“ wird in vielen Berichten fälschlich suggeriert, dass Snowden selbst die neuesten NSA-Stories enthüllt. Dabei ist klar und er selbst stellt das immer wieder heraus, dass nicht er die Entscheidung vornimmt, was veröffentlicht werden soll, sondern lediglich das Material dafür geliefert hat. Die „Snowden hat enthüllt … „-Rhetorik wird hingegen meist bewusst von jenen eingesetzt, die Snowden als Verräter brandmarken wollen und ihm unterstellen, die nationale Sicherheit der USA weitreichend in Gefahr zu bringen. Auch wenn das hier nicht auf den Spiegel übertragen werden soll und man in diesem Fall eher von einer kleinen Unachtsamkeit ausgehen sollte.
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: Medienkompetenz, quo vadis? Teil III: Interview zum Projekt „Chaos macht Schule“
: Medienkompetenz, quo vadis? Teil III: Interview zum Projekt „Chaos macht Schule“
Im letzten Beitrag ist deutlich geworden, dass Schulen beginnen, sich mit dem Thema Medienkompetenz auseinander zu setzen und es auf dem Papier oft gar nicht so schlecht aussieht, wenn man sich anschaut, welche Inhalte vermittelt werden sollen. Aber die technische Entwicklung des Internets ist schneller als die Anpassung von Lehrplänen und oftmals sind Lehrer und Eltern mit der Geschwindigkeit der Entwicklung neuer Medien überfordert. Da liegt es nahe, sich kompetente Unterstützung von außen zu holen. Die wird zum Beispiel vom Projekt „Chaos macht Schule“ angeboten, einer Initiative mehrerer Lokalgruppen des Chaos Computer Clubs mit dem Ziel, Schüler, Eltern und Lehrer in den Bereichen Medienkompetenz und Technikverständnis zu stärken.Wir haben dazu Marius Melzer interviewt, der sich neben seinem Informatik-Studium an der TU Dresden in diversen Projekten für einen gesellschaftlich verantwortungsvollen Umgang mit Technik engagiert. Er ist im Dresdner CCC und im lokalen „Chaos macht Schule“-Projekt aktiv. Außerdem ist er einer der Entwickler von palava.tv, dort momentan auch Vorsitzender des gemeinnützigen Trägervereins und Mitglied bei den Zwiebelfreunden / torservers.net.
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: Die NSA im Reich der Mitte: Huawei steht im Fokus der Überwacher
: Die NSA im Reich der Mitte: Huawei steht im Fokus der Überwacher
Am Samstag haben New York Times und Der Spiegel gemeinsam neue Enthüllungen aus den Dokumenten Edward Snowdens präsentiert. Wer sich gefragt hat, wann es endlich mehr Informationen dazu gibt, was die NSA im Reich der Mitte so unternimmt, der bekommt jetzt einen Einblick, dem vermutlich noch weitere folgen dürften. Kernaussage der neuen Enthüllungen ist: Die amerikanische Geheimdienstbehörde betreibt weitreichende Spionage gegen chinesische Behörden, Staatsvertreter, Banken und Unternehmen.Die Tatsache, das die USA in China spionieren, lag mehr als nahe, denn sie sind selbst wiederholten Angriffen chinesischer Wirtschaftsspionage ausgesetzt. Beispielsweise bei der bisher größten Angriffswelle „Byzantine Hades“, bei der es zu unbefugtem Kopieren militärisch relevanter Dokumente kam: Personalakten, Konstruktionspläne, etc. Kurzum: China befindet sich in der Liste der Cyberbedrohungen für Amerika auf Platz 1 und schon in Zusammenhang mit der Abhörung von Merkels Handy wurde bekannt, dass der Staat als Toppriorität für die NSA-Arbeit gilt.
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: „Marco Civil“ in Brasilien soll bald kommen – Viel zu gewinnen, viel zu verlieren
: „Marco Civil“ in Brasilien soll bald kommen – Viel zu gewinnen, viel zu verlieren
Der „Marco Civil“ ist prädestiniert dafür, ein Signal für forschrittliche Internetpolitik zu werden. Er ist ein Grundrechtekatalog fürs Internet, der in Brasilien bereits seit 2009 diskutiert wird, nachdem der Widerstand gegen unzeitgemäße und restriktive Rechtssprechung zu Onlineproblemen wie Urheberrecht groß geworden war. Seitdem ist einige Zeit vergangen, in der die „Internetverfassung“ verschiedene Stadien durchlaufen hat. Zur Auffrischung nochmal ein kurzer Überblick: -
: Der Frühling beginnt, doch in der Türkei zwitschert es nicht mehr: Erdogan lässt Twitter abschalten
: Der Frühling beginnt, doch in der Türkei zwitschert es nicht mehr: Erdogan lässt Twitter abschalten
Erdogans Versuche, Berichterstattung und Informationsverbreitung über den Skandal um Spenden, Korruption und vermeintliche Mitschnitte seiner Telefongespräche zu unterdrücken, wirken verzweifelt und dennoch fatal. Nachdem Teile von Telefonaten, die eine Korruptionsaffäre beweisen würden, auf Youtube aufgetaucht waren, hatte Erdogan zum einen behauptet, sie seien gefälscht und gleich danach damit gedroht, Youtube und Facebook in der Türkei zu verbieten. -
: Die NSA auf der Jagd nach den Administratoren
: Die NSA auf der Jagd nach den Administratoren
Systemadministratoren haben eine besondere Machtstellung, wenn es um die von ihnen verwalteten Rechnerstrukturen geht, da sie weitreichenden Zugriff auf diese Systeme haben. Sie haben damit Zugang zu mehr Informationen als vermutlich jeder andere, was sie seit jeher zu einem besonderen Ziel macht – für Kriminelle, die sich Nutzerpasswörter und Daten beschaffen wollen. Und eben auch für die NSA, die in einem neuen Dokument aus dem Fundus des Whistleblowers Edward Snowden schreibt:Who better to target than the person that already has the ‘keys to the kingdom’?
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: Medienkompetenz, quo vadis? Teil II: Informatik & Co. an deutschen Schulen – Bestandsaufnahme
CC-BY-NC-SA 2.0 via flickr/Wayan Vota : Medienkompetenz, quo vadis? Teil II: Informatik & Co. an deutschen Schulen – Bestandsaufnahme In Estland lernen Kinder ab der 1. Klasse programmieren, in Deutschland findet man in technischen Studiengängen Erstsemester, die den Backslash auf der Tastatur nicht finden. Sicher, Medienkompetenz wird nicht ausschließlich durch Schulen vermittelt. Aber im Unterricht werden wichtige Grundlagen gelegt, wie Schüler Medien nutzen und einschätzen.
Es mehren sich die Stimmen, die Informatik zum Pflichtfach machen wollen. Aber oftmals wird unter dem Schulfach „Informatik“ immer noch nur das Schreiben von Code verstanden. „Das ist später nur für die relevant, die als Programmierer arbeiten wollen“, ist eines der am häufigsten vorgebrachten Argumente, die man entgegengebracht bekommt, wenn man für die Einführung verpflichtenden Informatikunterrichts plädiert. Das ist ein Problem für die Wirtschaft, denn der fehlen laut dem Institut der deutschen Wirtschaft kontinuierlich Fachkräfte – auf 100 Stellen kämen einer Studie zufolge nur 61 arbeitslose Informatiker.
Aber in der Informatik geht es nicht nur ums Programmieren. Informatik ist mehr, sie vermittelt grundlegende Fähigkeiten, strukturiert in Prozessen zu denken. Und sie kann vor allem in den unteren Klassenstufen einen maßgeblichen Teil dazu beitragen, Medienkompetenz zu vermitteln. Das ist auch wichtiges Anliegen der Unterrichtsziele, die die Arbeitsgruppe „Bildungsstandards“ der Gesellschaft für Informatik 2008 in einem Bericht zusammengefasst hat. Dort ist der Komplex „Informatik, Mensch & Gesellschaft“ einer von fünf Kerninhaltsbereichen des Informatikunterrichts, bei dem der Umgang mit informatischen Systemen und Kommunikationsmöglichkeiten zentral ist.
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: Orange S.A. gibt die Daten DGSE, DGSE gibt die Daten GCHQ und GCHQ gibt die Daten…
: Orange S.A. gibt die Daten DGSE, DGSE gibt die Daten GCHQ und GCHQ gibt die Daten…
Die französische Tageszeitung Le Monde hat heute Informationen aus einem weiteren Stück der Snowden-Dokumente veröffentlicht. Aus dem Dokument des britischen Geheimdienstes GCHQ gehe hervor, dass ein französischer Telekommunikationsanbieter eng mit den französischen Geheimdiensten zusammenarbeite. Welcher das sei, stehe nicht explizit in den Dokumenten. Le Monde argumentiert jedoch, es könne sich nur um den größten Telko Frankreichs, Orange S.A. – vormals Télécom S.A. -, handeln. Das ginge aus der Länge der Zusammenarbeit und der weiteren Beschreibung des Unternehmens hervor. -
: Kölner Bürger will eine Edward-Snowden-Straße vor dem Verfassungsschutz
: Kölner Bürger will eine Edward-Snowden-Straße vor dem Verfassungsschutz
In Köln-Chorweiler wird sich die Bezirksvertretung heute mit einem etwas ungewöhnlichen Antrag beschäftigen: Der Bürger Willie Obst fordert von der Gemeinde, Edward Snowden eine Straße zu widmen, um „ein bundesweites Zeichen für den Schutz des Brief‑, Post- und Fernmeldegeheimnis zu setzen“. Das Besondere: Als Ort für die Straße peilt er die Adresse des Verfassungsschutzes an, um den dort ansässigen Geheimdienstlern täglich ein Vorbild vor die Nase zu halten.Sicher, die Aktion hat wenig Aussichten auf Erfolg, schon allein deshalb weil Straßen in der Regel nur nach bereits verstorbenen Personen benannt werden dürfen. Aber Obst meint es ernst und hat sowohl angekündigt, eine Demo vor dem Bezirksrathaus durchzuführen als auch im Falle des Scheiterns ein Bürgerbegehren zu initiieren. Wie auch immer es ausgeht, eine schöne Medienaktion ist es allemal. Und falls Obst hartnäckig bleibt,sei schonmal vorsorglich eine Nominierung als „Troll des Jahres“ in den Raum gestellt. Die Auszeichnung wird seit zwei Jahren auf der Trollcon des RaumZeitLabors Mannheim vergeben und soll auf die positiven und kreativen Möglichkeiten des Trollens hinweisen.
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: Bundestag: Auf der Suche nach der NSA
: Bundestag: Auf der Suche nach der NSA Nachdem sich die Einsetzung eines NSA-Untersuchungsausschusses zunächst verzögert hatte, weil es zwei unterschiedliche Anträge von Regierungs- und Oppositionsfraktion gab, wird es heute zur Abstimmung kommen. Als Zusatzpunkt 5 auf der Tagesordnung der heutigen Bundestagssitzung steht die Beratung eines gemeinsamen Antrages zur Einsetzung des Gremiums, das Unklarheiten in Bezug auf die NSA-Affäre aufklären soll. Vor allem die Rolle, die Deutschland dabei einnimmt. Der Antrag wird vermutlich angenommen werden und in diesem Fall könnte sich der U‑Ausschuss Anfang April konstituieren und die Arbeit aufnehmen.
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: Alle so: „Wir haben nichts gewusst“ – NSA: „Habt ihr wohl“ (Update: Klarstellung d. Guardian)
CC-BY 2.0 via flickr/ektogamat : Alle so: „Wir haben nichts gewusst“ – NSA: „Habt ihr wohl“ (Update: Klarstellung d. Guardian) (Update: The Guardian hat mittlerweile berichtigt, dass De Rajesh De explizit behauptet habe, die Unternehmen hätten Bescheid gewusst. Ebenso hätten die Unternehmen sogar die undurchsichtigen Überwachungsanordnungen unter FISA Section 702 ausdrücklich in Frage gestellt.)
Als im Juni bekannt wurde, dass die NSA unter dem Programm PRISM großräumig Daten direkt bei den Providern und Diensteanbietern abschnorchelt, war die Reaktion auf Seiten derer einstimmig und triefte vor Empörung: „Davon wussten wir nichts“, „PRISM? Nie gehört“, „Das ist ja ungeheuerlicht“, …
Diese Linie wurde auch während weiterer Enthüllungen beibehalten und bald begann man, sich proaktiv dafür einzusetzen, endlich mehr über die Datenpreisgaben veröffentlichen zu dürfen, die man durch eine Anordnung des FISA-Gerichts oder unter einem National Security Letter des FBI weitergeben muss. Letzte Woche hat Marc Zuckerberg sogar in einer PR-technischen Musteraktion Obama angerufen, um ihn aufzufordern, endlich für mehr Transparenz zu sorgen und eine bessere Aufsicht über die Geheimdienste walten zu lassen.
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: „Power Corrupts. Power Point Corrupts Absolutely“ – NSA Best-Of in der Washington Post
: „Power Corrupts. Power Point Corrupts Absolutely“ – NSA Best-Of in der Washington Post Kennt ihr das, wenn ihr eine Idee habt und dann ist jemand anderes schneller?
So erging es mir gerade beim Lesen des Washington Post Wonkblogs. Dort haben die Autoren eine Auswahl ihrer Favoriten in Sachen NSA-Power-Point-Präsentations-Perlen zusammengestellt. Die Auswahl fiel sicher nicht leicht, denn Folien mit fragwürdiger Designqualität gab es reichlich. Schon im letzten Juni gab es an einigen Stellen des Internets Vorschläge, wie die NSA-Agenten ihr Design aufbessern könnten. Was sind eure Lieblinge aus den letzten neun Monaten? Einer meiner Top-Kandidaten ist die Google-Cloud-Folie mit dem freundlichen SSL-Stripoff-Smiley.
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: Medienkompetenz, quo vadis? Teil I: Was ist das eigentlich?
: Medienkompetenz, quo vadis? Teil I: Was ist das eigentlich? Der Anteil der Menschen, die durchschauen, wer Zugang zu den Bildern auf ihrem Facebook-Profil hat, ist erschreckend gering. Die Verunsicherung darüber, ob eine Abmahnung ins Haus steht, wenn man sich ein Video im Netz anschaut, ist groß. Die Aufgabe, die ständig auf uns einprasselnden Informationen zu filtern und zu verarbeiten, überfordert viele. Wir befinden uns in einer Zeit, in der Kommunikationsmedien und Technik sich schneller verändern, als die meisten mit dem Verständnis hinterherkommen. Informatische Grundbildung und Medienverständnis befinden sich in einer massiven Schieflage.
Doch was verstehen wir eigentlich unter „Medienkompetenz“? Was soll da eigentlich vermittelt werden? Und wie erreicht man das, ist etwa Informatikunterricht für alle das Allheilmittel? Oder brauchen wir einen Internetführerschein? Was kann man selbst tun, um der heranwachsenden Generation nicht nur beizubringen, moderne Medien zu konsumieren, sondern sie auch dazu anzuregen, sie aktiv mitzugestalten?
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: Edward Snowden auf TED2014: Es kann ein besseres Internet geben
: Edward Snowden auf TED2014: Es kann ein besseres Internet geben Die öffentlichen Auftritte von Edward Snowden mehren sich. Zuletzt auf der SXSW, hat er sich nun auch in einer Live-Übertragung auf der TED2014 in Kanada zu Wort gemeldet. Seine Themen waren ähnlich. Er spricht sich dafür aus, das Internet neu aufzubauen, um auch in Zukunft Privatheit und Menschenrechte durchzusetzen. Dafür brauche es neue Gesetze und genauso technische Möglichkeiten wie SSL-Verschlüsselung für alle Webseiten. Und am Ende könne so sogar ein „besseres Internet“ entstehen, dass alle Nutzer und nicht nur die Techies zu einer sicheren Nutzung befähigt. Wieder bekräftigt er, dass uns die größten Enthüllungen noch bevorstünden und dass das Argument der Terrorismusbekämpfung nur ein vorgeschobenes sei:
Is it really terrorism that we’re stopping? I say no. The bottom line is that terrorism […] has always been a cover for actions. Terrorism evokes an emotional response.
Als besonderer Gast ist auch Tim Berners-Lee auf dem Podium, der sich kürzlich zu der zukünftigen Entwicklung des WWW geäußert hatte.
Im TED-Blog gibt es auch ein redigiertes Transkript des Interviews.
Passend zum Thema gibt es unser Buch “Überwachtes Netz. Edward Snowden und der größte Überwachungsskandal der Geschichte” als eBook und gedruckt.
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: „Was du nicht willst, das man dir tu…“ – Sarkozy hat versucht, sich vor eigener TKÜ zu schützen
: „Was du nicht willst, das man dir tu…“ – Sarkozy hat versucht, sich vor eigener TKÜ zu schützen
Die französische Zeitung Le Monde hatte enthüllt, dass seit September 2013 die Telefone von Frankreichs vormaligem Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy abgehört wurden. Anlass für die Telefonüberwachung sind strafrechtliche Ermittlung wegen einer mutmaßlichen Wahlkampfspenden-Affäre. Es wurde vermutet, dass Sarkozys Wahlkampf maßgeblich vom libyschen Staatsoberhaupt Muammar al-Gaddafi finanziert worden war, offizielle Ermittlungen der Staatsanwaltschaft liefen bereits seit April vergangenen Jahres. -
: Vorratsdatenspeicherung und Überwachung in der Schweiz – Es sieht nicht gut aus
: Vorratsdatenspeicherung und Überwachung in der Schweiz – Es sieht nicht gut aus Wir hatten darüber berichtet, dass in der Schweiz eine Ausweitung von Vorratsdatenspeicherung und anderen Überwachungsmaßnahmen vor der Tür steht. Am letzten Montag wurde im Ständerat die zugehörige Änderung des “Bundesgesetzes betreffend die Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs” (BÜPF) debattiert. Die Gesetzgebung ist noch nicht endgültig abgeschlossen und das Gesetz wurde bisher nicht einfach durchgewunken. Auch steht die Diskussion im Nationalrat, der das gleiche Prozedere wie der Ständerat noch einmal durchlaufen wird, noch an. Aber schon jetzt ist absehbar, dass die Vorratsdatenspeicherung aller Voraussicht nach intensiviert, das Bundestrojaner-Äquivalent der Schweiz und IMSI-Catcher weiter eingesetzt und der persönliche Geltungsbereich erweitert werden soll.
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: Netzpolitischer Wochenrückblick 11/2014
: Netzpolitischer Wochenrückblick 11/2014 Klick für Hörversion. Vielen Dank an Tim Thaler von bln.fm!
Okay, wo fangen wir diese Woche bei so vielen Schauplätzen auf dem Schlachtfeld Netzpolitik an? Beginnen wir global, schauen dann auf der anderen Seite des atlantischen Teiches und arbeiten uns übers Europaparlament nach Deutschland vor.
Ein Musterbeispiel für globale Zusammenhänge im Wortsinne ist das World Wide Web. Die Idee dafür wurde vor 25 Jahren geboren. Seitdem ist vieles passiert, Gutes wie Schlechtes. Der geistige Vater des weltweiten Netzes, Tim Berners-Lee, glaubt deshalb, dass wir in Zukunft eine „Magna Charta“ für das Internet brauchen werden, in der ein Verhaltenskodex festgeschrieben ist. Das soll helfen, das Internet als den freiheitsfördernden inspirierenden Raum zu bewahren, der es einmal war und zu verhindern, dass es zu einem Instrument der Überwachung, Zensur und Beeinflussung verkommt. Visionen für die Fortentwicklung des Netzes hat auch das Pew Research Center zusammengetragen und daraus 15 Thesen formuliert, was mit dem WWW bis 2025 passieren könnte. Darunter finden sich sowohl positive Visionen – zum Beispiel: Nationale Schranken werden unwichtiger und es wird mehr globale Verbindungen geben – als auch negative – zum Beispiel: Staaten werden versuchen ihre Macht auch über das Internet zu manifestieren.
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: Wie viele Techniker braucht man, um eine IP-Adresse zuzuordnen? Neues zur Bundestags-VDS
: Wie viele Techniker braucht man, um eine IP-Adresse zuzuordnen? Neues zur Bundestags-VDS Aus Anlass der Edathy-Affäre kam es zu Unklarheiten, was der Bundestag intern über die Internetbewegungen seiner Abgeordneten und Mitarbeiter speichert. Es kam zum Vorschein, dass die Vorratsdatenspeicherung bundestagsintern schon lange Einzug gehalten hat. Wir haben daraufhin versucht, herauszubekommen, was da genau wie, wo und für welchen Zeitraum gespeichert wird. Die Antworten, die wir bekommen haben, waren allerdings wenig aufschlussreich.
Heute hat der Ältestenrat nicht nur Licht ins Dunkel der Richtlinien für Presseakkreditierungen gebracht, sondern dessen Kommission für „Informations- und Kommunikationstechniken und Kommunikationsmedien“ (IuK-Kommission) hat auch eine etwas ausführlichere Antwort auf die Umstände der Bundestags-VDS aus der IT-Koordination bekommen. Die letzte Unterrichtung durch den behördlichen Datenschutzbeauftragten hatte dem Dokument zufolge zuvor im Jahr 2012 und davor 2008 stattgefunden. Im Klartext heißt das: Während der 17. Wahlperiode von 2009 – 2013 ist vermutlich fast drei Jahre lang zunächst einmal niemand explizit über die Speicherung von Verbindungsdaten aufgeklärt worden.
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: Es kann hoffentlich bald losgehen! Bundestagsfraktionen einigen sich auf Antrag zum NSA-Untersuchungsausschuss
: Es kann hoffentlich bald losgehen! Bundestagsfraktionen einigen sich auf Antrag zum NSA-Untersuchungsausschuss Im Bundestag wurden Mitte Februar zwei Anträge für die Einsetzung eines NSA-Untersuchungsausschusses eingebracht. Ein gemeinsamer der Linken und Grünen und einer der Regierungsparteien. Auch wenn beide Seiten die Einsetzung eines Ausschusses für wichtig hielten, in Details herrschte Uneinigkeit und daher verzögerte sich die Abstimmung.
Jetzt gibt es Fortschritte. Die Süddeutsche hat gerade bekanntgegeben, dass sich gestern Abend die Unterhändler von Union, SPD sowie Linken und Grünen auf einen gemeinsamen Antrag verständigt hätten. Dabei gab es einige Kompromisse:
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: How-To Analyze Everyone – Teil V: Der Algorithmus weiß besser als Du, wer zu Dir passt
: How-To Analyze Everyone – Teil V: Der Algorithmus weiß besser als Du, wer zu Dir passt
Noch vor wenigen Jahren war die Nutzung von Online-Partnerbörsen etwas, das man niemandem erzählt hat. Paare, die sich im Internet kennengelernt und zusammengefunden haben, dachten sich nicht selten im Nachhinein eine plausible Kennenlerngeschichte aus, um nicht zugeben zu müssen, dass ein Algorithmus für ihre Bekanntschaft verantwortlich war. Mittlerweile hat sich die Gesellschaftsfähigkeit von Singleplattformen gewandelt und sie sind ein beinahe selbstverständliches Mittel zu Partnersuche geworden. Die Auswahl an Plattformen für jedwede Art von Vorliebe ist riesig. Es gibt Datingseiten für alle Vorlieben und Typen – Singles über 50, „niveauvolle und kultivierte“ Elite-Singles, Übergewichtige, Seitensprünge, Alleinerziehende, Christen, Vegetarier, Metalfans und natürlich: Zombies.
