Liebe Leser:innen,
als am Mittwoch der Koalitionsvertrag der wohl künftigen Regierungsparteien öffentlich wurde, ging die Redaktion in den Turbo-Modus. Schnell war aufgeteilt: Wer schaut sich welches Thema an? Wer redigiert die einzelnen Abschnitte? Wer bügelt die Formatierung und pflegt den Text ein? Und so dauerte es gerade einmal vier Stunden vom Erscheinen des 144-seitigen Papiers bis zu unserer ausführlichen Analyse.
Wenn man so hochkonzentriert und emsig an einem Text arbeitet, bleibt kaum Zeit, um all die Vorhaben von Union und SPD mal sacken zu lassen und in Gänze zu verarbeiten. Doch die Realisierung kam bei mir schon auf dem Nachhauseweg. Das werden ganz schön harte Jahre für Grund- und Freiheitsrechte. Die Liste ist lang: Vorratsdatenspeicherung, jede Menge Biometrie, mehr Befugnisse für Geheimdienste und weniger Kontrolle.
Mein Kollege Markus Reuter hat am Donnerstag einen ermutigenden Kommentar geschrieben. Denn jetzt kommt es einmal mehr auf die Zivilgesellschaft an, laut zu sein und sich dem Abbau von Grundrechten mit aller Kraft entgegenzustellen. Das wird nicht einfach.
Mögen sich verständliche Enttäuschung und Resignation in Empörung und Mut wandeln. Denn es geht nicht nur um die nächsten vier Jahre schwarz-rote Regierungszeit. Es geht um eine freie und demokratische Gesellschaft, auch lange nach der Amtszeit eines Bald-Kanzlers Merz.
Habt ein gutes Wochenende!
anna

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2 Kommentare zu „Die Woche, in der wir den Koalitionsvertrag analysierten“
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Doch wieder eine Vorratsdatenspeicherung?
Stand: 12.04.2025 12:48 Uhr
Die neue Regierungskoalition will die Befugnisse der Sicherheitsbehörden erweitern. So sollen künftig IP-Adressen für drei Monate auf Vorrat gespeichert werden. Ist das rechtlich überhaupt möglich?
https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/vorratsdatenspeicherung-datenschutz-100.html
Es wäre klug, jetzt zum Thema „Vorratsdatenspeicherung“ mit einer eigenen Artikelserie(!) herauszukommen.
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Man lasse sich einmal die Dokumenteneigenschaften des Koalitionsvertrags-PDF im Acrobat Reader anzeigen:
Erstellt mit: MS Office Word 2007
Erstellt am: 27.11.2013, 10:26:16 Uhr
Ich sehe Herrn Schmolke in einer Rumpelkammer an einem altem Compaq-PC ohne Internetanschluss sitzen und das Dokument bearbeiten …
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