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Auf den Punkt1&1 Versatel hat geheime Informationen ungeschützt ins Netz gestellt.

  • Martin Schwarzbeck

Liebe Leser*innen,

gestern habe ich den sechsten Text über die 17-jährige Lina veröffentlicht. So viel Aufmerksamkeit bekam bislang nicht mal die Bundesinnenministerin von mir. Lina ist eben ein faszinierendes Phänomen. Immer wieder gräbt sie Infos aus, die ich für absolut berichtenswert halte. Diesmal geht es darum, dass der Internetprovider 1&1 Versatel die geheime Liste der Seiten, die in Deutschland wegen Urheberrechtsverletzungen gesperrt werden, ungeschützt ins Netz gestellt hatte. Es ist ein ziemlich peinlicher IT-Fail.

Lina hat die Liste gefunden und damit der CUII, der privatwirtschaftlichen Institution, die für die Sperren verantwortlich ist, vielfältiges Fehlverhalten nachgewiesen. So waren zum Beispiel Seiten länger gesperrt als erlaubt oder wurden gesperrt, obwohl dort überhaupt keine Urheberrechtsverletzung mehr stattfand. Die Seite mit der Liste ist für Unbefugte nun nicht mehr zugänglich, deshalb durfte ich endlich darüber berichten. Ich bin sehr gespannt, welchen Coup Lina als Nächstes entdeckt.

Bleibt neugierig!

Martin

Update, 17.7.2025, 8.35 Uhr: Wir haben den Namen und die Pronomen von Lina im Artikel aktualisiert.

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Über die Autor:innen

  • Martin Schwarzbeck
    Darja Preuss

    Martin ist seit 2024 Redakteur bei netzpolitik.org. Er hat Soziologie studiert, als Journalist für zahlreiche Medien gearbeitet, von ARD bis taz, und war lange Redakteur bei Berliner Stadtmagazinen, wo er oft Digitalthemen aufgegriffen hat. Martin interessiert sich für Machtstrukturen und die Beziehungen zwischen Menschen und Staaten und Menschen und Konzernen. Ein Fokus dabei sind Techniken und Systeme der Überwachung. Für Recherchen zur Spionage-App mSpy hat er gemeinsam mit Chris Köver 2026 den Sonderpreis Print des Datenschutz Medienpreises DAME erhalten.

    Kontakt: E-Mail (OpenPGP), Mastodon, Signal: yoshi.42042


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