Ungewollte EinwilligungenSo änderst du deine Datenschutzeinstellungen bei Telekom, Vodafone und o2

Über Datenschutzeinwilligungen lassen sich Mobilfunk-Provider häufig weitreichende Nutzungsmöglichkeiten deiner Daten einräumen, von der Erstellung eines Profils bis zur Kontaktaufnahme für Werbung. Wer die Dateneinstellungen ändern möchte, muss oft ganz schön lange suchen. Wir zeigen Schritt für Schritt, wie du vorgehen musst.

Praktische Anleitung zur Änderung von Datenschutzeinstellungen
Handyverträge abzuschließen ist manchmal leichter, als danach die Datenschutzeinstellungen wiederzufinden. CC-BY-NC-SA 4.0 Rahel Lang

Vergangene Wochen haben wir aufgedeckt, dass es beim Mobilfunkanbieter o2 offenbar Probleme mit dem Datenschutz gibt. Mehrere Betreiber:innen von o2-Shops haben uns gestanden, dass sie ihren Kundinnen und Kunden bei Vertragsabschluss mindestens neun unterschiedliche Werbe-Einwilligungen unterschieben. Dabei geht es unter anderem um die Erlaubnis für o2, die Menschen auf allen möglichen Kanälen mit Werbung zu kontaktieren und von ihnen Profile zu erstellen.

Darauf haben wir viel Feedback erhalten. Von Kundinnen und Kunden von o2, die das Problem nach einer Überprüfung ihrer Datenschutzeinstellungen bestätigt haben. Aber auch von Menschen mit Verträgen bei anderen Telefonanbietern, die sagten, dass ihre Datenschutz-Einwilligungen ihnen ebenfalls komisch vorkommen. Deshalb veröffentlichen wir hier eine hilfreiche Klick-für-Klick-Anleitung für die Datenschutzeinstellungen der drei großen Mobilfunk-Provider Vodafone, o2 und Telekom. Außerdem erklären wir, wie man bei der Bundesnetzagentur eine Beschwerde einreicht, wenn man vom Telefonanbieter ungewollte oder aufdringliche Werbeanrufe erhält.

Hier geht es direkt zu den einzelnen Anleitungen:

Die Anleitungen sind für die Nutzung mit einem Desktop-Browser verfasst. Wie immer freuen wir uns über Rückmeldungen und Hinweise in den Kommentaren.

Datenschutzeinstellungen bei o2

  1. Die Website o2online.de aufrufen.
  2. Dann im Bereich „Mein o2“ einloggen.
    mein o2
  3. Im Menü auf der linken Seite auf „Meine Daten“ klicken und dann auf „Einstellungen“ klicken.
    Datenschutzeinstellungen finden
  4. Hier musst du ein wenig runterscrollen, bis du den Bereich „Nutzung Ihrer Daten“ findest. Hier ist unter den Überschriften „Hinweis zur Verarbeitung von Daten mit gesetzlicher Erlaubnis“, „Marketing-Einwilligungen“ und „Online-Einwilligungen“ aufgeführt, welche Daten o2 von dir für welche Zweck verarbeitet. Wenn du Änderungen vornehmen willst, kannst du das mit dem blauen „Ändern“-Button. Es öffnet sich dann ein detailliertes Menü, in dem du durch das Setzen eines Häkchens einzelne Punkte an oder abwählen kannst. Du kannst aber auch allen Verarbeitungen gleichzeitig widersprechen. Wie genau das geht, zeigt unsere Galerie:

Datenschutzeinstellungen bei Vodafone

Bei Vodafone liegt die erste Schwierigkeit schon darin, die Datenschutzeinstellungen überhaupt zu finden. Diese Anleitung hilft dir.

  1. Die Website vodafone.de aufrufen.
  2. Oben rechts kannst du dich mit deinem Profil bei MeinVodafone anmelden. bla
  3. Um die Datenschutz-Einstellungen zu finden, musst du unter der Überschrift „Teilnehmer & Rufnummer“ auf das Menü mit den drei Strichen direkt neben dem Wort „Teilnehmer“ klicken. Hier dann den untersten Menüpunkt „Datenschutz“ anklicken. blip
  4. Im nächsten Schritt öffnet sich eine Seite mit sehr vielen Unterpunkten: Informationen von Vodafone, persönliche Daten, Verbindungsdaten, Internet-Nutzung, Persönliche Angebote.

    Hier musst du bei jedem Punkt einzeln auf „Bearbeiten“ klicken, dann kannst du alle einzelnen Einstellungen verändern. Damit du eine Einwilligung zurückziehst, muss der Schalter auf „Aus“ stehen. In dieser Bildergalerie zeigen wir es dir Schritt für Schritt:

    Achtung: Vodafone blendet nach jedem ausgestellten Schalter eine Warnung ein, man muss hier mit „Fortfahren“ bestätigen. Doch damit nicht genug: Nachdem du die Schalter umgestellt hast, musst du ganz unten auf der Seite noch auf „Bestätigen“ klicken. Auch hier erscheint unter der Überschrift „Achtung!“ eine Warnung und du musst erneut bestätigen, indem du auf „Ja, Änderungen speichern“ klickst.

Datenschutzeinstellungen bei der Telekom

Die Telekom macht es ihren Kund:innen nicht gerade leicht, die Datenschutzeinstellungen aufzufinden.

  1. Die Online-Seite telekom.de aufrufen 
  2. Auf der linken Seite erscheint das Menü. Dort klickst du über „Login“ auf „Mein Konto“                        
  3. Dann erscheint der Bereich „Meine Services“. Hier klickst du auf „InfoService“.
  4. Nun siehst du deine aktuellen Einstellungen zu deinen persönlichen Datenschutzeinwilligungen. Links stehen deine registrierten Telefonnummern, mittig der Status deiner Einwilligungen und rechts kannst du mit dem Stift diese Einstellungen ändern bzw. deaktivieren.

Alternativ kannst du den Widerruf auch per Mail an widerruf@telekom.de schicken. 

Im Gegensatz zu dem Service der Telekom finden sich die Einwilligungen bei der Tochterfirma Congstar in Windeseile. Hierbei gehst du einfach auf „Meine Daten“ und dann auf „Kommunikationseinstellungen“, wo die Einwilligungen zu sehen sind. 

Beschwerde bei der Bundesnetzagentur

Sollten euch ungewollte Werbeanrufe erreichen, könnt ihr bei der Bundesnetzagentur mit dem hier verlinkten Formular eine kostenlose Beschwerde einreichen. Eine solche Beschwerde greift, wenn das Mobilfunkunternehmen mit einer unterdrückten Rufnummer arbeitet oder keine Einwilligung für Telefonwerbung vorliegt. Ihr könnt jederzeit überprüfen, ob ihr eine solche Einwilligung erteilt habt und sie im Zweifelsfall widerrufen. Weiter oben im Artikel steht, wie das funktioniert.

Die Beschwerdedaten gliedern sich inhaltlich in vier Abschnitte:

  1. Angaben zu persönlichen Daten
  2. Angaben zu dem erhaltenen Anruf (Datum, Uhrzeit, gegebenenfalls angezeigte Rufnummer)
  3. Details zu Anrufer:in und Inhalt (Produkte oder Dienstleistungen, für die geworben wurde)
  4. Angaben zur Einwilligung über den Erhalt eines Werbeanrufs

Die Beschwerde kann über zwei verschiedene Wege bei der Bundesnetzagentur eingereicht werden. Du kannst die Anzeige entweder durch eine Online-Beschwerde oder durch ein Formular aufgeben. Letzteres kannst du herunterladen, füllst es dann händisch oder digital aus und schickst es per Brief, Telefax oder E-Mail an die Bundesnetzagentur. Diese überprüft die eingegangene Beschwerde und kann dann bei entsprechenden Rechtsverstößen Bußgelder gegen Anbieter verhängen.

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5 Ergänzungen

  1. Auch wenn Ihr Euch sehr viel Mühe gemacht habt, sehe ich das mit gemischten Gefühlen.
    Wenn dem Anbieter einfällt irgendeine DaSi einzuspielen oder irgendwelche Parameter ‚versehentlich‘ zurückzusetzen weise nach, das auf der Homepage abgestellt und nicht wieder aktiviert zu haben…

    Grundsätzlich:
    DSGVO-Anfrage an den Anbieter.
    In der Antwort sollte drin stehen, was für Einwilligungen genutzt werden.

    Die Einwilligung(en) widerufen.
    Bestätigung verlangen.
    Erledigt.

    Bei Verdacht, z.B. bei Callcenter-Anrufen etc., spätestens nach einem Jahr neue Anfrage – und dann ggfls. überrascht sein.

  2. Wenn Ihr fleissig sein wollt, nehmt mal die ganzen Reseller unter die Lupe.

    MobilcomDebitel ist z.B. ein ganz cleverer Laden.

    OnlineAbschluss, opt out für alles war angekreuzt. Erster Login in Mein MD unter „Meine Daten“: Einwilligung zur Angebotsinformationen: Erteilt!
    Auf Rückfrage: Sorry, Irrtum vom Amt.
    Tiefergehende Einstellungen ausser der pauschalen Einwilligung zu Angebotsinformationen sind nicht zu finden.
    Fairerweise, während der Vertragslaufzeit kam es zu keinem Kontakt seitens MD. Im Gensatz zum vorletzten Vertrag bei MD, ich wechsele häufig.

    Online Kündigung per klick und go, geht bei MD nicht. „Wir freuen uns, wenn Sie Ihren bestehenden mobilcom-debitel Vertrag telefonisch kündigen.“ Die MD Aquise ist hinlänglich bekannt!
    Unter Mein MD kann man nach langem Suchen die Kündigung „vormerken“ . Zur Vermeidung von Missbrauch solle man sich aber doch bitte telefonisch melden und die Kündigung bestätigen … ;-)

    Eine Mail an info@md.de mit der Kündigung hat letzthin gereicht, möchte nicht wissen wie viel Leute sich am Telefon belatschern lassen.

    Wie die DSGVO bei Fonic aussieht, kann ich demnächst mitteilen.

  3. Ich bin mir nicht sicher aber ich glaube die Telekom nennt ihre Werbeeinwillugung -Informationsdienst- oder was ich auch schon gehört habe diesen Satz -sie haben ja noch gar nicht unsere neuen Datenschutzbestimmung eingewilligt, wollen wir das mal eben machen- dabei handelt es sich in beiden Fällen um die Einwilligung für Werbung. Bin mir nicht sicher ob das so erlaubt is. Darüber haben sich auch mal Leute auf telekomhilft beschwert aber die Beiträge wurden leider mittlerweile gelöscht…. warum wird die BNA immer nur auf andere Anbieter aufmerksam? Weil die nicht so schlau sind sie Telekom?

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