Was vom Tage übrig blieb

Datenlecks, Verschwörungen und DIY-Waffen

Zoom ist in aller Munde, übermittelt aber heimlich Daten an Facebook. Rechtsextreme versuchen in der Krise neue Anhänger:innen zu gewinnen und teilen Anleitungen, wie man mit 3D-Druckern Waffen selber baut. Die besten Reste des Tages.

Home Office in Zeiten der Coronakrise
Bald ist das gute Wetter wohl vorbei. Wir fragen uns, wie es sich dann zuhause aushalten lässt.

Zoom iOS App Sends Data to Facebook Even if You Don’t Have a Facebook Account (Vice)
Die Videokonferenz-App Zoom, die sich unter den zum Home-Office-Verdammten einer nie da gewesenen Beliebtheit erfreut, reicht allerlei Nutzungsdaten an Facebook weiter. Der Fall ist dies offenbar selbst dann noch, wenn Nutzer:innen überhaupt kein Facebook-Konto haben. Nach einem Bericht von Vice geht die Betreiberfirma mit der Weitergabe alles andere als transparent um: In der Datenschutzerklärung der App werde diese mit keinem Wort erwähnt. Bereits vergangene Woche hatte die Electronic Frontier Foundation im Hinblick auf einige Funktionen von Zoom Bedenken geäußert.

Verschwörungstheorien, Propaganda, Chaos: Wie Rechtsextreme in der Coronakrise zündeln (Tagesspiegel)
Rechtsextreme versuchen offenbart, die Pandemie für ihre Zwecke zu nutzen. Dabei bemühen sie unter anderem Verschwörungsmythen, eine altbekannte Einstiegsdroge in den Radikalisierungsprozess, wie Maria Fiedler und Frank Jansen für den Berliner Tagesspiegel schreiben. Verbreitet werden die Propaganda-Botschaften über die sozialen Netzwerke sowie Messengerdienste, zum Teil in geschlossenen Chatgruppen. Der Extremismusforscherin Julia Ebner zufolge ist es in Krisensituationen leichter, Menschen von extremen Ideologien zu überzeugen. So helfe die gegenwärtige Situation den Rechten bei der Rekrutierung neuer Anhänger:innen.

Der Tod, der aus dem Drucker kommt (Welt)
3D-Drucker können wichtige medizinische Bauteile fertigen und so Leben retten. Doch sie können auch Waffen produzieren – und in rechtsextremen Telegram-Gruppen kursieren Videos, in denen genau erklärt wird, wie das geht. Für Täter, die alleine agieren und nicht in kriminelle Strukturen eingebunden sind, sind diese Bauanleitungen spannend – insbesondere wenn sie in Ländern mit einer so strengen Waffengesetzgebung kursieren, wie es in Deutschland der Fall ist. So hatte auch der Attentäter von Halle selbstgebaute Waffen dabei und teilte vor seiner Tat im Internet detaillierte Informationen über sein Arsenal. Die so hergestellten Waffen sind für Sicherheitsbehörden schwer nachverfolgbar, momentan auch oft noch unzuverlässig. Doch die Qualität und die Verfügbarkeit von 3D-Druckern schreitet rapide voran – das Wissen auch Rechtsextremisten.

Jeden Tag bleiben im Chat der Redaktion zahlreiche Links und Themen liegen. Doch die sind viel zu spannend, um sie nicht zu teilen. Deswegen gibt es jetzt die Rubrik „Was vom Tage übrig blieb“, in der die Redakteurinnen und Redakteure gemeinschaftlich solche Links kuratieren und sie unter der Woche um 18 Uhr samt einem aktuellen Ausblick aus unserem Büro veröffentlichen. Wir freuen uns über weitere spannende Links und kurze Beschreibungen der verlinkten Inhalte, die ihr unter dieser Sammlung ergänzen könnt.

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