Was vom Tage übrig blieb

COBOL, Corona und Computerreisen

COBOL-Kenntnisse sind immer noch ein Job-Garant, Reiseberichte von früher oft schwülstig und eine Community diskutiert dezentrale Corona-Tracing-App-Möglichkeiten. Die besten Reste des Tages.

KEIN Fernsehturm Berlin
Nur ein einsames Flugzeug stört (ok, nicht wirklich) den strahlend blauen Frühlingshimmel.

New Jersey Pleas for COBOL Coders for 40-Year-Old Mainframes Amid Coronavirus Crunch (Tom’s Hardware)
Der sprunghafte Anstieg der Corona-bedingten Arbeitslosigkeit droht in New Jersey die Computersysteme lahmzulegen, welche für die Verwaltung der Ansprüche notwendig sind. Eines der Probleme dabei: Sie laufen auf der archaischen Programmiersprache COBOL, für die es an kompetenten Programmierer:innen mangelt. Der US-Bundesstaat sucht nun händeringend nach IT-Expert:innen, die dem seit 40 Jahren eingesetzten System unter die Arme greifen können.

Corona-Falschmeldungen: Die 5G-Verschwörung (sueddeutsche.de)
Uns allen machen die aktuellen Einschränkungen zu schaffen und es wäre natürlich schön, einen Schuldigen zu haben. Aber 5G? Echt jetzt? Verschwörungsvideos wollen einen vermeintlichen Zusammenhang zwischen der Coronavirus-Pandemie und 5G-Technologie entdeckt haben. Und in Großbritannien wurden offenbar an mehreren Funkmasten Feuer gelegt. Als gäbe es nicht gerade genug andere Probleme…

Computer analysieren historische Reiseliteratur (Standard.at)
Wenn wir schon nicht selbst verreisen können, wollen wir wenigstens was darüber lesen. Bei der Österreichischen Nationalbibliothek analysiert ein Teams des Projekts „Travelogues“ derzeit deutschsprachige Reiseberichte von 1500 bis 1876. So sollen beispielsweise Repräsentationen des „Fremden“ erkannt werden. Ein Auszug aus dem Jahr 1810: „Berge und Thäler fliegen vorüber, immer neue Ansichten steigen aus dem Schooss des Meeres, und das ahnungsvolle Blau der Ferne durchzittern weiße Segel, gleich Geistern künftiger Genüsse.“

Decentralized Privacy-Preserving Proximity Tracing (GitHub)
Unterdessen scheint es in der Community derjenigen, die an einer datenschutzfreundlichen Corona-Tracking-App für Europa arbeiten, Uneinigkeit zu geben. Nachdem ein Team vergangene Woche eine Tracking-Technologie basierend auf Bluetooth vorgestellt hat, die Menschen benachrichtigen soll, wenn sie Kontakt mit Infizierten hatten, kommt jetzt von anderen Forscher:innen ein Update oder ein alternativer Vorschlag – was von beidem, ist derzeit etwas undurchsichtig. Sie sorgen sich darum, was einzelne Staaten mit Daten auf einem zentralen Server anstellen könnten und plädieren daher für eine dezentralisierte Variante des Infektions-Trackings. In Deutschland, wo eine solche App vom Robert-Koch-Institut herausgegeben werden soll, wäre dieses Problem weniger drängend als in, sagen wir, Ungarn. Aber auch hierzulande haben wir jetzt einen Vorgeschmack darauf bekommen, wie schnell einige Politiker:innen als sicher geglaubte Grundrechte einkassiert wollen, sobald es um den Infektionsschutz geht.

Behelfsmasken & Gesichtsschilde für medizinisches Personal und Personen aus Risikogruppen in Berlin (xHain)
Der xHain Hack- & Makespace stellt „Behelfsmasken & Gesichtsschilde für medizinisches Personal und Personen aus Risikogruppen in Berlin“ her. Dazu wurden detaillierte Anleitungen und ein Video zum Nähen von Masken veröffentlicht. Unter masken.berlin kann man sich informieren, wie man mithelfen kann.

Jeden Tag bleiben im Chat der Redaktion zahlreiche Links und Themen liegen. Doch die sind viel zu spannend, um sie nicht zu teilen. Deswegen gibt es jetzt die Rubrik „Was vom Tage übrig blieb“, in der die Redakteurinnen und Redakteure gemeinschaftlich solche Links kuratieren und sie unter der Woche um 18 Uhr samt einem aktuellen Ausblick aus unserem Büro veröffentlichen. Wir freuen uns über weitere spannende Links und kurze Beschreibungen der verlinkten Inhalte, die ihr unter dieser Sammlung ergänzen könnt.

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