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Freie Unterrichtsmaterialien für eine sichere Internetnutzung veröffentlicht

Digitale Bildung bedeutet nicht nur, Schulen mit moderner Technik auszustatten oder das Bedienen bestimmter Programme zu vermitteln. Viel wichtiger sei Grundwissen über den Wert und Schutz der eigenen Daten, sagt die Digitale Gesellschaft und stellt nun ihr Lehrmaterial frei zur Verfügung.

Kleinkind mit Tablet
Kinder können mit dem Tablet umgehen, bevor sie schreiben lernen. Doch wer bringt ihnen den Schutz ihrer Daten im Netz bei? (Symbolbild) Gemeinfrei-ähnlich freigegeben durch unsplash.com Kelly Sikkema

Kinder und Jugendliche lernen seit Jahrzehnten in der Schule, wie sich sicher im Straßenverkehr bewegen können, welche Regeln es gibt und wo die Gefahren lauern. Einen sicheren Umgang mit dem Internet zu beherrschen ist eben so wichtig und nimmt im Unterricht einen immer größeren Stellenwert ein.

Zum Umgang mit dem Internet stellt die Digitale Gesellschaft e.V. nun seit Anfang September freies Unterrichtsmaterial zur Verfügung. Das Material basiert auf Workshops, die unter dem Projektnamen „Sicher und bewusst im Netz“ in Jugendeinrichtungen und als Unterrichtseinheiten an einer Berliner Schule angeboten wurden.

Was ist Digitale Bildung?

Der von der Bundesregierung angekündigte DigitalPakt Schule soll durch die Ausstattung von Schulen mit modernerer Technik den Unterricht an die Lebenswelt der Schüler:innen und an die späteren Ansprüchen im Beruf anpassen. Doch Digitale Bildung bedeutet nicht nur die Digitalisierung der Bildung: Die Finanzierung offener und frei lizenzierter Unterrichtsmaterialien um Lernen mit digitalen Bildungsmedien soll zu einem zeitgemäßen und modernen Unterricht führen.

Doch das reicht der Digitalen Gesellschaft zufolge nicht für eine erfolgreiche digitale Bildung. Sie setzt sich unter Anderem für eine Verbesserung der Medienkompetenz ein, die auf dem Erlernen eines sicheren, selbstbewussten Umgangs mit dem Internet und auch der Aufklärung über technische Funktionsweisen basiert: „Bei „digitaler Bildung“ geht es nicht darum, Programme nutzen zu lernen, sondern darum, ein wenig zu verstehen, wie Daten im Netz weitergegeben werden“, sagt Elke Steven, die Geschäftsführerin der Digitalen Gesellschaft e.V., über das Ziel ihrer Arbeit.

So selbstverständlich Kinder und Jugendliche einerseits digitale Medien nutzten und mit der Technik umgingen, so wenig Verständnis hätten sie andererseits häufig für die im Hintergrund ablaufende Datenweitergabe. Weil Daten weitergegeben werden, indem sie kopiert und vervielfältigt werden, sei es notwendig, zu verstehen, was Datenspuren sind und was diese Spuren im Netz bedeuten.

Angebot an Schulen, Jugend- und Freizeiteinrichtungen

Obwohl viele Schulen trotz des Digitalpakts technisch eher schlecht ausgestattet sind, ist es laut der Digitalen Gesellschaft wichtig, dass in den Schulen im Alltag kompetent Fragen zum sicheren und bewussten Umgang mit dem Internet aufgegriffen werden. Doch darauf seien die meisten Lehrenden nicht vorbereitet: „Manchen fehlen selbst die Kenntnisse, Fragen aufzugreifen und Hintergrundwissen zu vermitteln“, so Steven weiter.

Seit August 2014 vermittelt die Digitale Gesellschaft e.V. außerhalb des Lehrplans Kindern und Jugendlichen in Workshops einen sicheren Umgang mit dem Internet. Sie sollen so zu bewussten Internet-Nutzer:innen werden. Das Projekt, das als Workshop für unterschiedliche Jugend- und Freizeiteinrichtungen begann, konnte 2018 an einer Grundschule im Stadtteil Wedding über längere Zeit als mehrteilige Unterrichtseinheit angeboten werden. Dafür wurde auf bereits vorhandenes und im Internet zugängliches Material zurückgegriffen und für den entsprechenden Kontext zusammengestellt. Nun ist es für Lehrende und Erziehende so aufbereitet, dass alle darauf zurückgreifen, es ergänzen und verändern können.

Die Zusammenstellung besteht aus Lehrvideos, Übungsmaterial und spielerischen Aufgaben. Die darin abgedeckten Themen reichen vom Unterschied zwischen Hard- und Software über Konzepte von Privatsphäre und Urheberrecht bis hin zu den Gefahren von Cyber-Mobbing und Fake News. Das Material steht unter der Creative Commons Lizenz CC BY-SA 4.0 zur Verfügung.

Frei verfügbares Material auch woanders

Die Digitale Gesellschaft e.V. ist nicht die einzige Organisation, die Unterrichtsmaterial zum Thema Datensicherheit und Umgang im Netz frei zur Verfügung stellt. Unter der Schirmherrschaft des BMI entstand beispielsweise der Onlinematerialpool „Digitale Schule trifft Bildung“. Auch dieses Material soll zu einem sicheren und souveränen Umgang von Schüler:innen mit der digitalen Welt beitragen. Wenn die Partner der Initiative allerdings Unternehmen wie Facebook und Huawei sind, sollten sich Lehrende fragen, welche Bildungsziele mit dem Material noch verfolgt werden.

2 Ergänzungen
  1. Weitere Quellen bzw. Hintergründe zum Thema Medienkompetenz und Lernmaterialien:

    Trojanisches Pferd „Digitale Bildung“
    Auf dem Weg zur Konditionierungsanstalt in einer Schule ohne Lehrer ?
    Ein Vortrag zu den Bestrebungen von Google, Apple, Microsoft, Bertelsmann und der Telekom, die Bildung in die Hand zu bekommen. Und warum fast keiner diese Unterwanderung bemerkt.
    Peter Hensinger, M.A., Vortrag bei der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Böblingen am 21. Juni 2017
    https://www.gew-bw.de/fileadmin/media/sonstige_downloads/bw/Kreise/Boeblingen/Info/GEW_BB_Digit_Bildung_170621.pdf

    Auf welche Schulen werden die Kleinen der „Bildungselite“ geschickt?
    Auf Waldorfschulen und private Schulen!

    Struwwelpeter 2.0 Medienmündigkeit und Waldorfpädagogik (für Lehrer)
    https://www.waldorfschule.de/fileadmin/downloads/Blickpunkte_Reader/Medienbroschuere_Struwwelpeter_2.0.pdf

    Struwwelpeter 2.1 Ein Leitfaden für Eltern durch den Medien-Dschungel
    https://www.waldorfschule.de/fileadmin/downloads/Blickpunkte_Reader/Stuwwelpeter_2.1_Eltern.pdf

    Hier finden Sie eine Übersicht über frei erhältliche Unterrichtsmaterialien zu allen Themen der Verbraucherbildung.
    Alle vorgestellten Materialien wurden von einem unabhängigen Expertenteam auf ihre Qualität für den Einsatz im Unterricht geprüft und bewertet.
    https://www.verbraucherbildung.de/suche/materialkompass

  2. Ähmmm… hallo Maria?

    Bitte diesen Esoteriker-Verschwörungstheoretiker-Schwachsinn vom Waldorf-Religioten Vorposter löschen.

    Da reicht schon ein Blick in die Referenzen des an erster Stelle verlinbkten PDFs:
    „Steigende „Burn-out“- Inzidenz durch technisch erzeugte magnetische und elektromagnetische Felder des Mobil- und Kommunikationsfunks, Warnke / Hensinger, umwelt – medizin – gesellschaft, 1-2013, Bremen“
    jiiiiaahh…. Burn-Out durch Strahlung…..

    Quelle für nahezu alles ist diese Seite hier:
    https://www.diagnose-funk.org/

    Naja und das Waldorf Idioten gerne Propaganda für ihre wirre antiwissenschaftliche Lehre machen ist ja allgemein bekannt ;-)

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