Linkschleuder

Gegen das Vergessen: Bürgerjournalisten bringen Arabischen Frühling ins Netz

Zivilisten filmen die Ereignisse um den Tahrir-Platz. Das Videomaterial kann zu einer objektiveren Darstellung der ägyptischen Revolution beitragen. All rights reserved Mosa’ab Elshamy

858 Stunden Videomaterial zur ägyptischen Revolution hat das Mosireen-Kollektiv veröffentlicht. Erschreckende, teils bisher nicht veröffentlichte, Bilder aus den Jahren 2011 bis 2013 zeigen den Protest der Zivilbevölkerung und die dagegen gerichtete staatliche Gewalt. Der Zusammenschluss von Bürgerjournalisten aus Kairo bespielt seit 2011 einen der bekanntesten ägyptischen Youtube-Kanäle. In der neuen Online-Datenbank stecken jahrelange Arbeit und Selbstorganisation. Die Sammlung kann frei weiterverwendet werden und soll in Zukunft noch wachsen.

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Für das Mosireen-Kollektiv ist ihre Arbeit ein Beitrag zur Erinnerung an die Proteste:

Während das Regime jede Ressource nutzt, um den öffentlichen Raum und die öffentliche Erinnerung zu zerschlagen, ist die Zeit gekommen, diese wieder auszugraben, uns zu erinnern und unsere Geschichte darzustellen. Die Proteste, die 2011 begannen, veränderten die Welt für immer und deren Bilder können einen noch ungeahnten Zweck in lokalen und internationalen Konflikten erfüllen. [Eigene Übersetzung]

Seitdem sich die internationale Aufmerksamkeit von Ägypten abgewandt hat, wurde es für die Oppositionellen zunehmend schwer, in der „Schlacht der Narrative“ mitzuwirken. Durch den Militärputsch 2013 und die Dominanz der Muslimbrüder verloren die Bürgerjournalisten ihre Präsenz in der Öffentlichkeit. Auch Präsident Abdel Fattah al-Sisi, der auf seine Wiederwahl Ende März hofft, arbeitet seit Langem an der Repression kritischer Stimmen. Der weiter wachsende Fundus an Videomaterial kämpft auch gegen das Vergessen an.

 

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