Der Spiegel berichtet, dass die Cyberattacke auf das Netzwerk des Deutschen Bundestages noch nicht abgewehrt ist. Auch nach vier Wochen ist es nicht gelungen, die schädliche Software zu bekämpfen.
Die Trojaner sind noch immer aktiv.
Eine SZ-Meldung bestätigt sogar, mit Bezugnahme auf ein als geheim eingestuftes Dokument, dass das Netzwerk des Bundestages nicht mehr zu retten ist. Tatsächlich scheint es so, dass die schädliche Software über mehrere Monate lang im Bundestagssystem umherspukte und so immer tiefer eindringen konnte und auch noch heute aktiv ist.
Das bedeutet, dass auch heute noch unbemerkt Daten aus dem Bundestag abfließen können. Passwörter, vertrauliche Dokumente, Gesetzentwürfe, all diese Unterlagen sind nicht mehr sicher. Feststeht, dass bereits Daten kopiert wurden. Mindestens fünf Rechner von Abgeordneten sind betroffen, darunter zwei Geräte der Linken und drei der CDU.
Der drohende Totalschaden führt möglicherweise zu einem kompletten Austausch von Software und Hardware, was Millionenbeträge verschlingen würde. Tatsächlich könnte sich eine eventuelle Neuanschaffung als Segen erweisen. So ergäbe sich die Möglichkeit darüber nachzudenken, doch noch großflächig auf Linux umzustellen. Es ließen sich so auch einige Euros sparen, die sonst für Lizenzgebühren an Microsoft gingen. Auch der Problematik der US-basierten Software (siehe NSA-Affäre) wäre man so aus dem Weg gegangen.
Erste Spuren, wer den Angriff initiiert haben könnte, weisen gen Osten. Eventuell könnte der russische Auslandsnachrichtendienst SWR dahinter stecken. Heute werden sich die Informations- und Kommunikationstechniken-Kommission (IuK-Kommission) und der Ältestenrat des Bundestages erneut mit dem Thema befassen.
