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31C3: Trackography – You never read alone

Beim 31. Chaos Communication Congress, auch 31C3, wurde ein neues Projekt von Tactical Tech gelauncht: Trackography.

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Trackography (Betonung auf der 2. Silbe) zeigt, welche Wege Nutzer_innen-Daten nehmen, wenn sie News-Websites lesen: Welche Länder (oder deren Geheimdienste), welche Server und welche Unternehmen wissen, für welche Nachrichten ich mich interessiere? Der geringste Teil dieser Server sind die von Berliner Zeitung, Washington Post oder Guardian.

Nutzer_innen können auf trackography.org auswählen, welche News sie lesen und dann auf einer Karte beobachten, wie sich ihre Informationen durch’s Netz bewegen.

Maria Xynou und Claudio Agosti haben das am Montag an einem aktuellen Beispiel vorgeführt:

Am Abend vorher hatten Laura Poitras und Jakob Applebaum ebenfalls beim 31C3 neue Snowden-Dokumente präsentiert, die gleichzeitig bei Spiegel Online veröffentlicht wurden: Inside the NSA’s War on Internet Security. Sie bestätigten damit, dass viele vielbenutzte Methoden zur Verschlüsselung im Internet von der NSA geknackt werden können. Als Maria am Montag fragte, wieviele den Spiegel-Artikel während des Talks angeklickt hatten, ohne den Anonymisierungsdienst Tor zu benutzen, hoben sich viele Hände.

Und Trackography führte vor, wem sie damit ihre Daten frei Haus geliefert hatten:

Ihre Daten – also Daten über ihren Browser, ihr Surf-Verhalten, den Rechner/das Smartphone oder Tablet, und verschiedenes anderes, das ausreicht, um Nutzer_innen jeweils persönlich zu identifizeren, das ist hinreichend nachgewiesen – werden im Fall von Spiegel Online von 37 anderen Instanzen aufgezeichnet. Sie wandern über die Niederlande, Großbritannien, Dänemark, Spanien und die USA.

Die verschiedenen gefundenen Tracker werden in einer Tabelle erkärt, die auflistet, welche spezifischen Probleme sie mitbringen: Dauer der Vorratsdatenspeicherung in dem Land, in dem sie sitzen; ob sie die Initiative ‘Do Not Track‘ unterstützen (oder nicht), ob Profilbildung mit den Daten stattfindet.

Zum Vergleich: Beim Guardian sind es 29, bei O Globo 36 unbeabsichtigte Verbindungen.

Trackography ist noch im Beta-Stadium, also noch nicht ganz fertig: Einiges fehlt noch, hier bspw. Infos über die Tracker plista, Admeta und Meetrics, aber für die anderen gibt es ausführliche Übersichten und dazu jeweils auch Erklärungen: was bedeutet Profiling, was ist Do Not Track, etc. Außerdem lassen sich zusätzliche Informationen über die Länder und die Firmen abrufen, die auf die Nutzer_innen-Daten zugreifen können.

Im Fall des Spiegel-Artikels fällt auf, dass die Daten auch in Spanien getrackt werden. In diesem Fall ist der Server i.ctnsnet.com in Spanien beheimatet ist. Wer möchte, kann bei Coookiepedia erfahren, dass nicht viel über ctsnet.com bekannt ist, außer dass es allgemein viele Cookies von dort gibt, aktuell 1445, die auf 662 verschiedenen Websites zu finden sind. Spiegel Online liefert also in diesem Fall die Daten seiner Leser_innen an einen Server in Spanien, der seinen Besitzer_innen die Möglichkeit bietet, viele Informationen über viel Menschen zusammenzuführen.

Die Grafik zum NSA-Krypto-Artikel bei Spiegel Online ist nicht online. Alles andere aber schon und so ist zu sehen, dass das Ergebnis für spiegel.de etwas anders ausfällt. Hier gibt es kein Twitter und Facebook, soweit wenig überraschend, denn die finden sich jeweils bei den Artikeln zum weiterverteilen. Aber warum die Daten statt in Spanien, wie bei der Spiegel-Hauptseite, jetzt in Italien vorbeikommen, müsste wohl Spiegel Online erklären:

Spiegel Online: Startseite
Spiegel Online: Startseite

Hier haben wir stattdessen auch andere Werbefirmen, etwa AppNexus, die alle Daten volle zwei Jahre auf Vorrat speichern.

An diesem Punkt startet gewöhnlich die Debatte darüber, wie Online-Journalismus sonst finanziert werden soll. In diesem Fall geht es nicht aber nicht (primär) darum, Nachrichtenseiten dafür zu kritisieren, keine anderen Finanzierungsmodelle zu haben.

Trackography hat News-Websites als Beispiel genommen, weil das Ziel des Projekts ist, normalen Userinnen und Usern deutlich zu machen, was Tracking tatsächlich bedeutet. In der Annahme, dass die meisten Menschen Nachrichten online lesen, geht es um News, aber natürlich hätte es auch um Online-Shops gehen können, oder Sport, oder oder..  Das Problem ist überall dasselbe. Tracking findet statt, damit das Modell ‘Daten gegen Informationen’ funktioniert. Wenn wir uns einig sind, dass es nicht erstrebenswert ist, dass irgendwo Profile von uns existieren, die wir nicht beeinflussen und nicht mal korrigieren können, wenn sie fehlerhaft sind, dann muss über das Internet neu nachgedacht werden. Spätestens seit wir wissen, dass die besten Kunden der Profilsammler die Geheimdienste sind.

Trackography zeigt nicht nur, welche News-Sites wie tracken, sondern erklärt auch die Systematik dahinter, wie die Daten aufbereitet wurden: Meet the Trackers.

Die Visualisierung zeigt nicht in Echtzeit, welche Wege die Daten nehmen. Für jedes Land, für das bei Trackography Daten vorliegen, wurde im Land von Freiwilligen Skripte ausgeführt – alles legal und mit öffentlich verfügbaren Informationen – um den Weg der Daten nachzuvollziehen. Es sind viel mehr Länder geworden, als anfangs geplant war, aber es fehlen auch noch viele.

track-world

Im Talk wird die Geschichte über Russland und die Ukraine erzählt, das Video steht unten. Das faszinierendste Beispiel aktuell: Syrien.

Wer Daten aus weiteren Ländern beisteuern kann, kann hier und hier weitere Informationen dazu finden, oder einfach eine Mail an trackmap@tacticaltech.org schicken.

Und schließlich gibt es natürlich auch viele Tips dazu, wie Tracking individuell reduziert werden kann: What can I do to prevent being tracked when reading the news online? mit den passenden Browser-Add-Ons dazu.

Ein paar Highlights aus der bisherigen Auswertung der Daten:

  • 90% alles Nachrichten-Websites weltweit routen ihre Daten über US-Infrastruktur
  • Die meisten Tracker finden sich bei
    • Wall Street Journall
    • Philippine Daily Inquirer
    • Kashmir Times
  • Libertad Digital, eine spanische News-Website, die für engagierten Journalismus steht, lässt 49 Firmen auf ihrer Seite tracken
  • Einige deutsche News-Websites routen ihre Daten über Indien, das derzeit überhaupt kein Datenschutzgesetz hat

Wie die Daten gesammelt und ausgewertet werden, steht hier: Trackography methodology.

Es gibt auch eine Aufzeichnung des Talks ohne Tracker und die Präsentation ist ebenfalls online.

Disclaimer: Ich habe von April 2012 – August 2014 bei Tactical Tech gearbeitet und war an den ersten Schritten von Trackography beteiligt.

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32 Kommentare
  1. Da kannst dir auch [url=https://www.mozilla.org/de/lightbeam/]Lightbeam[/url] als addon zu Firefox hinzufügen da weist du auch mit was für Dritt Seiten du verbunden bist.
    Sehr nettes addon.

  2. Ich weiss schon gar nicht mehr, wann ich zuletzt einen Browser ohne Adblock und Ghostery verwendet habe.

    Aber etwas Aufklärung schadet der Masse ja nie.

    1. Nimm noch die beiden Schnuckel RequestPoliciy (https://requestpolicycontinued.github.io/) und NoScript (https://noscript.net/) hinzu, erlaube JavaScript nur auf den Seiten, mit denen Du interagierst — Bank, Lieferanten, netpolitik.org –, erweitere Deine /etc/hosts um die in diesem Land üblichen Zecken wie

      127.0.0.1 2mdn.net
      127.0.0.1 adtech.de
      127.0.0.1 doubleclick.net
      127.0.0.1 adserv.quality-channel.de
      127.0.0.1 adsonar.com
      127.0.0.1 bluekai.com
      127.0.0.1 nuggad.net
      127.0.0.1 doubleclick.net
      127.0.0.1 googleadservices.com
      127.0.0.1 imrworldwide.com
      127.0.0.1 ivwbox.de
      127.0.0.1 mathtag.com
      127.0.0.1 moatads.com
      127.0.0.1 vgwort.de

      und aus die Maus mit diesem Krakenterror.

  3. „[…] wurde ein neues Projekt von Tactical Tech _gelauncht_ […]“ Ernsthaft? Das Wort „gestartet“ ist nicht mehr bekannt?
    Und muss das krampfhafte „Leser_innen“ sein?

    Trotzdem toller Artikel. (:

  4. die Seite ist nicht deutsch, die Macher sind keine Deutschen, das Wort „trackography“ ist nicht deutsch, wieso also nicht „gelauncht“? und ob „wurde ein neues Projekt gestartet“ nun eleganter klingt, ist doch eine sehr subjektive Geschmacksfrage.

    …und 2015 noch krampfhafte Einwände gegen „Leser_innen“? muss das sein?

    1. „Trackography“ ist zuallererst ein Name, dafür gibt es deshalb auch keine deutsche Entsprechung. Weshalb man aber in einem deutschen Text offenbar nach dem Zufallsprinzip Wörter durch englische Abwandlungen austauscht ist mir leider nicht ganz klar. „gelauncht“ ist weder Deutsch noch Englisch, sondern irgendwas dazwischen. Jedes Schulkind bekommt dafür den Rotstift, so sollte dann erst recht niemand schreiben, der vorhat das Geschriebene in einem Blog zu veröffentlichen.

      Was haben Einwände gegen falsch verstandene Gleichberechtigung mit der Jahreszahl zu tun? Das Generische Maskulinum wird von „Feministen“ vor allem deshalb kritisiert, weil es zwar durchaus deutlich macht, dass der Autor kein bestimmtes Geschlecht anspricht, der Leser aber unterbewusst trotzdem zumeist an eine männliche Person denkt. Was leider nicht verstanden wird ist, dass „(\*|_)?innen/i“ den selben Effekt hat. „Nutzer_innen“, „Nutzer*innen“ oder „NutzerInnen“ wird einfach als „Nutzerinnen“ gelesen, der Leser hat dann also eine weibliche Person im Kopf. Mit Gleichberechtigung hat das nichts zu tun, es kehrt die angebliche Diskriminierung nur um und macht den Text dabei schlechter lesbar.

      Nun ist es mir erst einmal egal, wenn jemand einen Krieg gegen die deutsche Sprache führt. Solche Texte haben es halt nur schwieriger von mir ernst genommen zu werden. Heuchelei ärgert mich aber. Diese „Änderungen“ als Gleichberechtigung zu bezeichnen schmälert die Leistung all der Menschen, die sich in der Vergangenheit und heute gegen tatsächliche Ungleichbehandlung von Frauen einsetzen. Und was noch viel schlimmer ist: Durch solche irrationalen „Kreuzzüge“ werden künstlich Fronten aufgebaut, wo eigentlich gar keine sein müssten und somit echte Verbesserungen verhindert.

  5. oh, anne roth ist wieder da. na da ist die linkspartei inzwischen ja fest etabliert bei netzpolitik.org. und das direkt mit ihrer radikalen fraktion. „toll“. schade, dass durch diesen einfluss eigentlich interessante nachrichten – haha, wortwitz – radikal verwaessert werden. markus, muss das sein?

      1. Nun ja. Das liegt wohl auch an der psychologischen „zweiten Ebene“ hinter der politischen Aktivität, die eher im Bereich „Links“ zu verorten ist: Links zu sein, bedeutet ständig zu hinterfragen, als mit dem Erreichten und Bewährten zufrieden zu sein. Ich will nicht sagen, dass das nur Linke können. Aber dort ist es eben einfach häufiger etabliert und trainiert. Weiter rechts beschäftigt man sich eher mit dem Gegebenen oder Vergangenem. Das ist auch wichtig und interessant. Aber bei die schnell wachsenden Dinge, sind eher die links eingestellten Menschen aktiv. Denn rechts bedeutet eben sich eher um Bekanntes, Berechenbares zu kümmern.

    1. Das hilft jetzt wahrscheinlich auch nicht, aber ich repräsentiere die Linkspartei in keiner Weise, ich bin auch gar kein Parteimitglied. Insofern also auch nicht Teil ihrer radikalen Fraktion, wer auch immer das sein soll.

  6. „Wenn wir uns einig sind, dass es nicht erstrebenswert ist, dass irgendwo Profile von uns existieren, die wir nicht beeinflussen und nicht mal korrigieren können, wenn sie fehlerhaft sind, dann muss über das Internet neu nachgedacht werden.“
    Die Erkenntnis ist schonmal gut, das Problem ist auch nicht erst seit gestern bekannt. Trotzdem sind die Lösungen bisher mehr als dürftig. Webseiten wollen/müssen nunmal Geld verdienen, kann man ihnen nicht verübeln. Direkte Bezahlung durch die Kunden ist problematisch, Spenden funktionieren auch nicht wirklich. Da bleibt nunmal nur noch die Methode, Kundendaten irgendwie zu Geld zu machen. Will damit sagen, auch wenn Trackography ein nettes Tool ist, letzendlich hilft alles nichts, solange es für das Grundproblem (Wie verdiene ich Geld im Internet) keine wirklichen Lösungen gibt. Und ich befürchte Lösungen wird es auch auf absehbare Zeit nicht geben.

    P.S.: Du hast die Profilsammlerinnen vergessen, nicht das die sich jetzt diskriminiert fühlen :-P

    1. Ghostery ist tatsächlich ein gutes ‚Gegenmittel‘, hat allerdings den kleinen Haken, dass es Evidon gehört, selbst eine Werbung vertreibende Firma. Evidon sagt von sich selbst, dass sie Werbung nur denen einspielen wollen, die auch Werbung haben wollen und dass sie deswegen sowas wie Ghostery betreiben. Klingt nicht schlecht, lässt sich aber auch schlecht nachprüfen.

      Ich persönlich finde den Privacy Badger von der EFF besser.

      Und im Text oben wird ja auch auf die Empfehlungen von Trackography verwiesen, die sich tatsächlich sehr hilfreich finde, weil übersichtlich dargestellt wird, welche Add-Ons es gibt und wofür oder -gegen sie nützlich sind. Der Link nochmal: https://myshadow.org/trackography-solutions

      Weiter unten in dem Text ist eine Tabelle, die auch die Unterschiede zwischen den diversen Add-Ons verdeutlicht.

      1. Sorry, Deine Antwort ist bei mir gerade erst beim Posten aufgetaucht. Sehe es ähnlich[1], nur freie Software ist in diesem Bereich wirklich „sicher“ da es keine weitere versteckte Motivation gibt. Wobei ich denke, dass es sowas auch schon gibt/auch noch bald kommen wird: Astroturfing-GPL Software ohne Audit, etc. …

        [1]https://netzpolitik.org/2015/31c3-trackography-you-never-read-alone/?replytocom=1686094#comment-1686095

  7. „Webseiten wollen/müssen nunmal Geld verdienen, kann man ihnen nicht verübeln. “

    Doch, das kann man, im Speziellen wenn „Webseiten“ dies MIT Hilfe der „Kunden“, aber OHNE deren Wissen, Aufklärung, Kontrolle und Legitimation „wollen/müssen“/tun. Es ist schon recht unlauter, eine Entlohnung für Dienste ohne direkten Auftraggeber zu einem direkten und verdeckten Problem für oftmals recht arglose Leser und Leserinnen umzugestalten.

    1. Ich meine den Grundgedanken überhaupt Geld zu verdienen. Über einzelne Methoden, wie es letzendlich umgesetzt wird, kannste natürlich geteilter Meinung sein. Es ist aber fraglich, ob und was sich ändern würde, wenn die Tracking Praktiken der Betreiber auch dem letzten Nutzer bekannt sein würden. Ich wäre mir nicht so sicher, ob die Mehrheit der Leser bereit wäre, wieder aktiv Geld für News-Portale (als Beispiel) auszugeben…

      1. daraus entsteht im Umkehrschluss absolut keine Legitimation für bestehende Tracking-Praktiken. dem Abnehmer indirekt die Verantwortung dafür zuzuschieben, dass der Produzent keinen Schindluder mit seinen Daten betreibt ist eigentlich relativ krank, interessanterweise jedoch bereits längst von allen als Konsens und Status Quo akzeptiert.

        wer direkt und offen Geld verdienen möchte, tut dies bereits häufig per paywall – unangenehm für den Leser, vom Modell her jedoch konventionell, einfach und fair. dass natürlich zusätzlich getrackt wird, zeigt nur wie tief sich die Praktik bereits eingegraben hat und als „normal“ verstanden wird. Verharmlosung und direkte oder indirekte Parteinahme für Produzenten und Unternehmer auf höchstmöglicher allgemeiner Basis („müssen ja irgendwie Geld verdienen“) zielen jedenfalls weit an der Problematik vorbei.

      2. Na dann hab ich ja Glück, dass ich den Umkehrschluss mit keinem Wort legitimiere oder irgendwem die Verantwortung zuschiebe…

        Eine für alle zufriedenstellende Lösung, wie Betreiber im Internet Geld verdienen können gibt es (leider) nicht. Das ist keine Legitimation für die Betreiber irgendwelchen Schindluder zu betreiben und es ist keine Legitimation für Nutzer, sich den Content illegal zu besorgen. Eine Änderung kann es nur geben, wenn beide Parteien mitspielen.

      3. „mitspielen“? wobei genau? wie gesagt, mit Platitüden, Euphemismen und Allgemeinplätzen kommt man bei diesem Thema nicht weiter. und wo war bislang von „illegal“ auch nur irgendwo die Rede? von welchem „illegalen content“ sprichst du hier eigentlich genau? es geht um die Nutzung einfacher Newsportale und Seiten aller und jeglicher Art, auf denen der Großteil der Nutzer ohne sein Wissen getrackt wird. das passiert auf so ziemlich jeder Website, sprich im gesamten Internet, ohne jeglichen Hinweis und Kontrolle für denjenigen, der seine Daten da lässt. und apropos „Geld verdienen“, fällt dir möglicherweise auf, wie flächendeckend das web mittlerweile mit Werbung vollgekleistert ist?
        was ist dein Punkt ausser einem scheinbar von Fakten losgelösten neutralisierenden und universalistischen „ja, aber da müssen sich beide mal an die Nase fassen und sich ganz ganz dolle anstrengen“. kannst du nicht einfach erstmal einsehen, dass Tracking per se scheisse ist, ohne dem Geschädigten dabei noch jedes mal eine Mitschuld („illegaler content“ „Grundproblem Geld verdienen“), an die Hacken zu heften, so als wäre er letztendlich irgendwie doch selbst Schuld an der Problematik? wiegt für Dich das „Grundproblem“ „Geld verdienen“ tatsächlich schwerer als zahlreiche „Grundprobleme“ wie Profiling, Privatsphäre, etc.? so kommt es nämlich in jedem einzelnen Deiner Posts rüber. deine Legitimierung beginnt übrigens genau an der Stelle, wo du beide Elemente gegeneinander aufwiegst. was du zusätzlich ignorierst, ist, dass das Internet nicht als Markt angelegt wurde, sondern als frei verfügbare Informationsquelle, bei der traditionell nur der Zugang zu bezahlen war. nach und nach greifen mittlerweile natürlich auch im Netz die üblichen und bekannten Marktstrukturen immer weiter um sich, aber ist das echt so erstrebenswert? und für wen bringt das eigentlich Verbesserungen und Vorteile? zusätzlich soll sich in Zukunft auch die Netzneutralität doch bitte dem Geld unterordnen, denn, so die neue Logik: „es kann doch nicht immer so weitergehen, dass alles für alle zu haben ist“. zumindest ich habe nicht danach gerufen und wehre mich dagegen, wenn an mich appeliert wird, doch bitte immer schön mit daran zu denken, dass kommerzielle Betreiber im Netz auch ausreichend Gewinn machen. dafür sollten diese je nach Interessenlage doch bitte eher selbst sorgen und zwar nicht mit zweifelhaften und halbkriminellen Methoden undercover, sondern durch direkte Ansage.

      4. Schon erstaunlich, welche wilden Vermutungen du glaubst in meine (so kurzen) Beiträge rein interpretieren zu können. Aber naja, wenns dir Spaß macht sehe ich das mal positiv ;-) Immerhin muss ich mir nicht mehr die Mühe machen, dir irgendwas zu verdeutlichen, du scheinst ja bereits alles über meine Meinung zu wissen.

  8. Ich würde Ghostery nicht um bedingt empfehlen. Nur freie Software (Motivation bei freier Software ist klar und nicht durch andere Dinge überlagert werden) kann im Privacy-Umfeld „sicher“ genutzt werden.

    Ghostery war mal (ist?) Evidon:
    http://www.evidon.com/analytics

    „Ghostery was acquired in January 2010 and is no longer open source. This is an old version of the extension. See http://www.ghostery.com/ for a current version.“
    https://github.com/jonpierce/ghostery

    Ich behaupte nicht das Ghostery irgendwas hinter dem Rücken des Users macht … man kann es nur leider nicht sehr einfach überprüfen. Daher würde ich andere tools empfehlen.

    Wer selber gucken/fragen will:
    https://www.ghostery.com/en/privacy-addon

  9. ist da jetz eigentlich so wirklich was neues an dem service? Klar die Visualisierung ist natürlich gut und finde ich auch immer sehr sinnvoll, aber trotzdem finde ich, dass auch der Artikel erwähnen sollte das die Infos bei weitem nichts neues sind. Schliesslich zeigt das besreits erwähnte Ghostery (disonnect/badger) ja auch bereits die tracking server an. Hier wird dann halt noch der server lokalisiert und das land auf einer Karte markiert, schön, sinnvoll für den Normalnutzer, aber jetz auch nicht soooo spannend. Ich will garnicht sagen dass in VIsualisierung kein MEhrwert steckt, ganz im >Gegenteil find ich das sehr sinnvoll und wichtig um nicht-nerds an diesen Themen zu interessieren, aber ich denke ein Artikel der darüber auf np.org berichtet sollte das auch ein wenig diferenzierter darstellen und vor allem auch über ghostery/disconnect/badger sprechen.

    1. Ich glaube es geht hier mehr darum, ein Bewusstsein zu schaffen das die Medien ein Teil des Problem sind. Sie informieren, aber sie betreiben auch ein recht undurchsichtiges Data-Mining ihrer Kunden. Weit vorne dabei ist z. B. die achso „kritische“ Gutenmenschen Zeitung die DIE ZEIT, aber auch SPON. Dadurch lassen sie Interessen und Meinungsbildungmuster erkennen. Es ist ein offenes Geheimnis, das Merkel und damals wohl auch Pofaller ähnliche Informationen zur Steuerung ihrer „Nicht“-Politik nutzen.

    2. Das Neue ist einerseits die Visualisierung, wie nichtmehr auch schon beschrieb. Wenn du mal versucht hast, Menschen zu erklären, wie Tracking funktioniert und was das mit ihrer ganz persönlichen alltäglichen Praxis im Netz zu tun hat, wird der Wert vielleicht deutlicher.

      Dazu kommt, dass von jedem Land aus Traceroutes zu den News-Websites ausgeführt wurden. Das ist ziemlich aufwändig und vermutlich für die meisten Menschen nicht eben mal selbst reproduzierbar.

      Die von dir genannten Add-Ons sind im weiter unten im Text genannten Link ausführlich beschrieben: „Und schließlich gibt es natürlich auch viele Tips dazu, wie Tracking individuell reduziert werden kann: What can I do to prevent being tracked when reading the news online? mit den passenden Browser-Add-Ons dazu.“

      Schließlich: ja, das richtet sich an ‚Normalnutzer‘, aber darin kann ich wirklich nichts Schlechtes erkennen und ich hoffe auch, dass viele davon netzpolitik.org lesen. Ein Blog allein für Expert_innen wird letztlich ja nicht so viel ändern.

  10. Der Text ist sehr informativ, jedoch an einigen Stellen sprachlich furchtbar verfasst.

    So gibt es im Deutschen für das Wort „gelauncht“ wesentlich bessere Alternativen wie „vorstellen“, „veröffentlichen“ oder „starten“.

    Auch das gequälte „Nutzer_innen“ bzw. die noch schlimmere Ausprägung „Nutzer_innen-Daten“ können jeweils elegant über die jeweiligen Pluralformen „Nutzer“ bzw. „Nutzerdaten“ beschrieben werden.

    Fazit:
    Die Autorin bedient sich, meiner Meinung nach, unnötigem „Denglish“ und „Geschlechter-Neologismen“, die den Lesefluss erheblich stören und Zweifel an Ihrer Sprachkompetenz bzw. -pflege aufkommen lassen. Ferner scheint die die Autorin eher imponieren, als informieren bzw. bei der Leserschaft der Genderanhänger anbiedern zu wollen.

    Ich bitte daher Netzpolitik.org, bei der Auswahl der Autoren, den Fokus nicht nur auf die Technik-, sondern auch auf die Sprachkompetenz zu legen. Der obige Text ist für mich klar ein Negativbeispiel journalistischer Qualität in Bezug auf die Sprache und Ausdruck.

    Der Autorin empfehle ich das Buch „Speak German“ bzw. „Das neue Handbuch des Journalismus und des Online-Journalismus“ von Wolf Schneider.

    1. Ich bitte daher Netzpolitik.org, bei der Auswahl der Autoren, den Fokus nicht nur auf die Technik-, sondern auch auf die Sprachkompetenz zu legen. Der obige Text ist für mich klar ein Negativbeispiel journalistischer Qualität in Bezug auf die Sprache und Ausdruck.

      Wir schreiben hier halt „gelauncht“. Aber wir haben auch andere Ansichten zum Internet als Wolf Schneider.

    2. Mein Gott Leute,
      Woher nehmt ihr so viel Zeit?
      Als unbedarfter Alltags-Nutzer habe ich auch so genug damit zu tun, durch die ganze Sache zu durchblicken. Derlei unproduktive Nebenkriegsschauplätze helfen da bestimmt nicht weiter.
      Und ihr wundert euch, dass sich außer ein paar Geeks kein Normalo für das Thema (und ähnliche) interessiert? Dann helft uns doch mal weiter, anstatt uns jedes Mal zu zwingen, uns durch ein 20faches Gebitche durchzuwühlen, um einen brauchbaren Tipp zu extrahieren?
      Und vielen Dank an Anne Roth, dass Du immer wieder auf die sachliche Ebene zurück führst!
      Mir geht es hier schließlich nicht um Parteizugehörigkeiten oder -vorlieben oder stilistischen Puritanismus sondern um Tracking (sofern ich noch auf dem richtigen Dampfer bin). Schade, dass das das eigentliche Thema zu diesem Zeitpunkt offenbar in Vergessenheit geraten ist (wie so oft in leider unwichtigen Diskussionen zu wichtigen Themen).
      Ich halte mich jetzt jedenfalls an die grau unterlegten Anne-Kästen und ignoriere das restliche Gegeifere. Macht’s gut.

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