Staatsstreich der Armee: Militär-Regierung sperrt Facebook in Thailand

Am Mittwoch wurde Facebook in Thailand vorübergehend vom Telekommunikationsministerium gesperrt. Die Blockade dauerte nur etwa 30 Minuten, dennoch erzeugte sie ein starkes Online-Echo und Proteste, vor allem auf Twitter.

Nach dem Putsch vergangene Woche hatte das Militär die Kontrolle über das Land übernommen. Einer der ersten Schritte war die Gleichschaltung der Rundfunk- und Printmedien, um die Verbreitung von Kritik am Putsch zu verhindern. Ein freier Austausch über soziale Medien war weiterhin möglich.

Offenbar wurde das jetzt zu einem Problem: Dem Informationsministerium zufolge gab es Aufrufe zu Protesten gegen die Militärjunta auf Facebook. Um diese Proteste zu verhindern, erfolgte die kurzzeitige Blockade. Es sind auch Kooperationsgespräche mit anderen sozialen Medien angedacht.

Die Facebookblockade, war sie auch noch so kurz, schlug relativ hohe Wellen auf Twitter und in Nachrichtenplattformen, so dass sich Richard Barrow, vor Ort in Thailand, zu einem interessanten Tweet veranlasst sah:

Hier klicken, um den Inhalt von Twitter anzuzeigen.
Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von Twitter.

Du möchtest mehr kritische Berichterstattung?

Unsere Arbeit bei netzpolitik.org wird fast ausschließlich durch freiwillige Spenden unserer Leserinnen und Leser finanziert. Das ermöglicht uns mit einer Redaktion von derzeit 15 Menschen viele wichtige Themen und Debatten einer digitalen Gesellschaft journalistisch zu bearbeiten. Mit Deiner Unterstützung können wir noch mehr aufklären, viel öfter investigativ recherchieren, mehr Hintergründe liefern - und noch stärker digitale Grundrechte verteidigen!

 

Unterstütze auch Du unsere Arbeit jetzt mit deiner Spende.

4 Ergänzungen

  1. Von Gleichschaltung zu reden ist schon ein starkes Stück, zeugt a) von wenig Geschichtsbewusstsein und b) von wenig Ortskenntnis. Die Bangkok Post die ich jeden Tag hier in Thailand bekomme ist zwar der „alten“ Regierung noch nie gewogen gewesen, veröffentlicht aber auch kritische Artikel und Kommentare. Selbst die Nation macht das. Barrow bezog sich übrigens auf seine Retweets, und er selbst hat seine Follower bei Expats und Touristen, das sagt als gar nichts über Thailand aus. Nach wie vor ist CNN und BBC nicht on Air, heute waren auch CNBC und Bllomberg weg, evtl aber wegen der Propaganda-Announcements der Junta (sogar die Thai Premier League musste deswegen verschoben werden). Übrigens behauptet die Junta nichts geblockt zu haben, und der MCIT-Sprecher ruderte zurück und sagte er seil falsch verstanden worden als er zitiert wurde, die Blockade sei angeordnet worden.

    1. Da es sich um aktuelles Geschehen handelt ist durchaus denkbar, dass sich die Quellenlage bereits wieder verändert hat. Auf welchem Kanal hat der Sprecher sich gegen das Zitat „We have blocked Facebook temporarily“ verwehrt?

      Der Tweet von Barrow sagt etwas darüber aus, wie in den sozialen Medien die Situation in Thailand wahrgenommen wird. Er ist ein Hinweis darauf, dass eine zeitweilige Unerreichbarkeit Facebooks durchaus große Aufmerksamkeit schaffen kann.

  2. Facebook ist für die Thais DAS Internet. Jeder ist ständig auf Facebook unterwegs. Wirklich jeder. Da ist es nicht verwunderlich, wenn ein Facebook-Block so hohe Wellen in Thailand schlägt und das Militär muss schon extrem große Ei.. haben, um so etwas durchzuziehen.

Wir freuen uns auf Deine Anmerkungen, Fragen, Korrekturen und inhaltlichen Ergänzungen zum Artikel. Unsere Regeln zur Veröffentlichung von Ergänzungen findest Du unter netzpolitik.org/kommentare. Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.