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Digitale Zivilcourage verurteilt: Wau Holland Stiftung sammelt Spenden für „PayPal 14“

Die "PayPal 14", zu 80.000$ Schadensersatz gegenüber PayPal verurteilt.

Die Wau Holland Stiftung sammelt auf ihrer Website Spenden für die vom US-Justizministerium verurteilten Demonstranten „PayPal 14“.

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Im Dezember 2010 sperrte PayPal das Konto der Wau Holland Stiftung, die für WikiLeaks Spenden sammelte. In einer Pressemitteilung zitiert die Stiftung aus einer Mail von PayPal, Grund für die Sperrung sei, dass sie „andere zu illegalen Handlungen ermutigt, begünstigt, unterstützt oder anweist […] weil Spenden an WikiLeaks weitergeleitet werden“.

Als Reaktion darauf protestierten weltweit Tausende mit friedlichen digitalen „Sitzblockaden“, also mit Distributed Denial of Service-Attacken, bis es zu einer Serverüberlastung auf der PayPal-Website kam. In der Pressemitteilung heißt es, für PayPal sei keine nachhaltige Schädigung entstanden. Dennoch wurden anschließend vierzehn der Demonstranten willkürlich angeklagt und schließlich im Dezember 2013 zum Schadensersatz in Höhe von 80.000 Dollar verurteilt.

Die Wau Holland Stiftung schreibt dazu:

Der Fall „PayPal 14“ ist ein Prüfstein für die digitalen Bürgerrechte, speziell für das Recht auf einen friedlichen Dissens im Informationszeitalter:

“Es gibt keinen Unterschied zwischen demokratischen Rechten im Internet und denen in der physischen Welt. Dies umfasst alle legitimen Formen von politischem Protest durch (digitale) direkte Aktion – egal ob es um Meinungsfreiheit, Petitionen, Boykotts oder Sitzblockaden geht. Es ist weder für die Gesellschaft noch für das Internet gut, wenn Firmen oder Regierungen solche Aktionen zu kriminellen oder sogar terroristischen Handlungen erklären.”, sagt Bernd Fix, Vorstandsmitglied der Wau Holland Stiftung.

Spenden kann man auf der Website der Wau Holland Stiftung. Bis jetzt (21. Mai, 14:15) sind ca 540 Dollar zusammengekommen.

Eine Randnotiz der Angelegenheit ist eine Mitteilung auf pastebin.com, in der die Differenz zwischen der Verurteilung der „Paypal 14“ und dem glamourösen Erfolg von Glenn Greenwald angeprangert wird. Beide sind auf ihre Weise für die Freiheit im Netz eingetreten, doch während der eine gerade durch die Welt reist und sein Buch signiert – am Sonntag übrigens in Berlin – müssen die anderen auf Spenden hoffen.

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5 Kommentare
  1. Das Thema schneidet ein Grundproblem im Internet an – Bezahlarten. Ich will auch im Internet so bezahlen können wie mit Bargeld. Ohne Zensur wie von Paypal und ähnlich anonym wie cash.

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