Überwachung

Ab jetzt in ausgewählten deutschen Kinos: Citizenfour – die Dokumentation über Edward Snowden

citizenfour-560Heute war in Berlin die Deutschlandpremiere von Citizenfour, der Dokumentation von Laura Poitras über Edward Snowden und den größten Überwachungsskandal in der Geschichte der Menschheit. Fast die Hälfte des rund zweistündigen Filmes dreht sich um die Woche in Hongkong, wo Poitras und Glenn Greenwald erstmals auf Edward Snowden trafen und die Kamera von Poitras lief mit. Alleine dafür lohnt sich der Film, das ist alles sehr authentisch und spannend. Und auch die beklemmende Atmosphäre gibt das Thema gut her. Unsere Empfehlung ist: Unbedingt ansehen. Wenn es einen Film gibt, den man dieses Jahr aus netzpolitischer Sicht im Kino gesehen haben sollte, dann ist es Citizenfour.


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Aber wie das immer so mit Dokumentarfilmen ist: Der Film läuft nicht in allen Kinos. Auf der Webseite gibt es einen Kinofinder. Hier ist der deutsche Trailer:

Zur Premiere hat mich SWR2 zu 1,5 Jahren Snowden-Enthüllungen interviewt: Die digitale Selbstverteidigung. Hier ist die MP3.

21 Kommentare
  1. Ich würde feiern wenn es den Film bei kinoX.to als Stream geben würde :D Das wäre so ein richtiger Stinkefinger in Richtung Bullen, Staatsanwaltschaft und GVU ^^ Aber hab schon geschaut, wird momentan leider nirgends als Stream anbieten. Aber hey – bei guten Filmen kann man ruhig mal ins Kino gehen. Mich hätte es nur gefreut wenn die Medien – oder auch Netzpolitik das mit der Premiere paar Tage vorher angekündigt hätte -.- Oder war es der Fall und ich hab was verpasst ?

    http://blog.fefe.de/?q=Snowden

    Wer gerne SACH – und FACHBÜCHER liest und sich somit weiter bildet, der erinnere ich nochmal an die Snowden Bücher:

    Luke Harding – Edward Snowden – Geschichte einer Weltaffäre
    http://ebook-land.us/viewtopic.php?f=106&t=13223&hilit=Snowden

    Marcel Rosenbach, Holger Stark – Der NSA-Komplex: Edward Snowden und der Weg in die totale Überwachung
    http://ebook-land.us/viewtopic.php?f=106&t=10445&hilit=Snowden

  2. Ich war gestern bei der Premiere in Berlin und muss sagen, ich war entsetzt – nein nicht vom Film sondern von Teilen des Publikums das nichts verstanden zu haben scheint. Da sitzen Menschen in „dem Film“ und machen mit dem Smartphon Bilder oder schreiben während des Films SMS und ein großer Teil lacht an Stellen, an denen es nun absolut überhaupt nichts zu lachen gab,
    In einigen Medien hatte ich nach dem Festival für Dokumentar– und Animationsfilme in Leiptzig gelesen, dass der Film Edward Snowden nicht so richtig nahe gekommen wäre – und ja das stimmt – und damit hat Laura Poitras den Gedanken von Snowden „das es um die Sache gehe und nicht um ihn“ mit einer unaufdringlichen Perfektion umgesetzt.

    Und wer die ganze Geschichte im vollem Umfang erfassen will, dem lege ich das Buch Globale Überwachung von Gleen Greenwald ans Herz http://www.amazon.de/gp/product/3426276356?*Version*=1&*entries*=0

    1. Dein Verständnis bzw. Deine Kritik finde ich vollkommen richtig und teile sie. Es zeigt, dass das System funktioniert… „die Menschen können und sollen ja ruhig Dokumentarfilme gucken, Bücher lesen und ins Kabarett gehen“ solange es der Unterhaltung dient, die Menschen ein bisschen lachen oder sich abreagieren usw. Hauptsache sie sind beschäftigt, und solange es keine Auswirkung auf ihr politisches und gesellschaftliches Handeln hat, ist alles gut und das System funktioniert!

      Verstehe nur nicht, warum Du dann einen Link von Amazon einstellst… Das Buch kann man auch in jeder Buchhandlung kaufen!

  3. @Klaus D. Ebert In Leipzig war es definitiv anders bei der eigentlichen Deutschland-Premiere :) , da gab es auch nach den standing ovations interessante Fragen. Möglicherweise, weil die Ansprache von Snowden an die Leipziger Montagsdemonstranten-Erben vorab so beeindruckend war.

  4. Komisch. Wie viele Deutschlandpremieren hatte dieser Film eigentlich. Ich war am Dienstag im Abaton in Hamburg. Da haben Poitras und der Produzent vor dem Film gesagt, sie freuen sich dass so viele Leute zur Deutschlandpremiere erschienen sind und dass es erst das zweite öffentliche Screening nach der Weltpremiere in New York ist.

  5. Was der Film schafft, ist die Hauptinformationen der Dokumente nochmal gebündelt zu präsentieren. Man bekommt auch einen anderen Eindruck von Snowden als in den etwas steifen Fernsehinterviews. Der Herr ist nämlich ein Styler und oft mit seinen Haaren beschäftigt.

    völlig subjektive Kritikpunkte:
    1. der Film hätte etwas straffer sein können
    2. die Texteinblendungen waren schwer lesbar.
    3. an einer Stelle kam jemand auf die Idee Untertitel schräg auf den Film zu projezieren – was schrecklich aussieht und keinen Sinn macht.
    4. warum wurden in der letzten Szene konspirativ Infos auf Zettel geschrieben, deren Inhalt dann doch gezeigt wurde?

  6. Sehr schade, wie ich feststellen musste, gibt es den Film nirgendswo hier in Meck Pomm zu sehen :/ Dabei hätte ich wirklich auch gerne die 20Eur für ne DVD oder CC lizensierten Download gegeben…

  7. ich wünschte mir das Leipziger Publikum an möglichst vielen Stellen der Republik
    Dann wäre in dr gesamten Republik das Potential für eine Friedliche Revolution 20 Jahre danach.
    Wo gibt es den Film im Raum Marburg-Giessen?

    Grüsse W. Schüffel

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