Überwachung

USA: Beamte lesen Facebook-Nachrichten von Einreisenden [UPDATE]

UPDATE: Wie wir soeben erfahren haben, hat sich die beschriebene Situation bereits vor drei Jahren ereignet. Der Artikel stellt also keine aktuelle Begebenheit dar. Er ist aus Erinnerungen der Autorin entstanden.

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Wer in die USA einreisen möchte muss anscheinend darauf achten, welche Details er vorab über Facebook kommuniziert. In dem konkreten Fall scheint einer jungen deutschen Frau die Einreise verweigert worden zu sein, da US-Beamte ihre persönlichen Nachricht bei Facebook gelesen haben und in diesen unliebsame Details gefunden haben.

Wie die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ berichtet wollte die 18-Jährige Jana nach ihrem Abitur als Au-Pair in die USA. Sie organisierte dabei alles selbst und fand eine Familie bei der sie wohnen konnte und die ihr ein kleines Taschengeld zahlte. Als Gegenleistung kümmerte sich die junge Frau um die Kinder der Familie. Die Kommunikation im Vorfeld der Reise fand dabei häufig über Facebook statt, wo sie sich mit dem Vater der Familie private Nachrichten schickte.

Nachdem die junge Frau in den USA gelandet war, wurde sie aber sehr schnell von Beamten der US-Einwanderungsbehörde abgeführt und zu den Gründen ihrer Einreise befragt. Sie antwortete wir zuvor mit dem Gastvater abgesprochen, dass sie Freunde ihrer Familie besuchen wolle. Die Beamten haben ihr aber nicht geglaubt – und sie hatten ihr Gründe:.

Schließlich legten die Beamten der verdutzten Jana einen Ausdruck der gesamte Facebook-Korrespondenz mit ihrem Gast-Vater vor. Ihr Vorwurf: Die junge Frau wolle illegal in den Staaten arbeiten. Die Behörden hatten Janas private Nachrichten im ­Sozialen Netzwerk Facebook ­offenbar über Wochen mitgelesen. Einreisen durfte Jana nicht. Der nächste Flieger brachte die 18-Jährige zurück nach Deutschland.

Sicherlich muss eingewandt werden, dass die 18-Jährige zu großem Teil selbst Schuld ist, dass sie nicht in die USA einreisen durfte. So scheint die Frau kein gültiges Visum für ihren Aufenthalt beantragt zu haben und war sich ihres illegalen Handelns durchaus bewusst, wie die abgesprochene Geschichte zeigt. Das generelle Verhalten der Beamten, die 18-Jährige nicht einreisen zu lassen, scheint also korrekt. Dennoch gibt aber die Art und Weise zu denken, zeigt sie doch auf, dass amerikanische Beamte anscheinend Zugriff auf sämtliche privaten Facebook-Nachrichten haben und deren Inhalt auch direkt gegen Personen verwenden.

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12 Kommentare
  1. Hallo,
    wurde überprüft, ob der Ausdruck tatsächlich durch die Beamten erfolgte oder ob möglicherweise jemand sie hat „hochgehen“ lassen?
    Gordon

  2. Wär schön wenn die WAZ dazu ne Quelle angeben würde.

    Die Beschreibung kollidiert massiv mit allen meinen Erfahrungen bei der Einreise in die USA. Vor den Beamten steht eine ganze Flugzeugladung Europäer und die wollen alle rein. Da hat nicht jeder Beamter nen Ordner mit Facebookausdrucken und ne Liste mit denen er den Namen abgleicht.

    Laut WAZ wollte Jana auch einen Englischkurs machen:
    „Jana war auf ­solche Fragen vorbereitet. Sie wolle Freunde ihrer Eltern besuchen und einen Englischkurs machen.“

    AFAIK gilt man da dann ab 16h/Woche als Student und bräuchte ein Studentenvisum. Klingt für mich als hätte sie sich eher da verplappert…

  3. Ein Bekannter wollte auch mal ein Visum um als Au Pair zu arbeiten, hat keins bekommen (warum, weiß ich nicht). Dachte er wär clever und wollte als Tourist einreisen, der wurde postwendend zurückgeschickt. Die Beamten haben ihm Ausdrucke seines zuerst abgelehnten Visumantrags gezeigt und angezweifelt, das er tatsächlich als Tourist rein will.
    Insofern kommt mir die Geschichte nicht so ganz sauber vor, wer weiß was davor geschehen ist.

    1. Nur zur Info;
      Die junge Frau heißt Aimee, genauso wie Ihre Großcousine von der sie Ihren Namen hat! Die Familien besuchen sich seit 70 Jahren. Es wurde ein Besuchervisum B1/B2 genehmigt. Der Rückflug war für Oktober geplant! Es ist und bleibt Urlaub! Wenn das die USA nicht glauben kann man dies bei der Visabeantragung sagen. Dort lagen alle Fakten auf dem Tisch.
      Gruß
      DS

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