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Remixer #15 Omid McDonald: „Horror-Geschichten über Klärung von Samples“

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In der Serie “Remixer/in” erzählen Menschen über ihre Erfahrungen und Einstellungen zum Thema Remix und Remix-Kultur. Dieses Mal: Omid McDonald.


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Omid McDonald ist Softwareentwickler und Unternehmer. Zur Zeit arbeitet er für Legitmix, einem Marktplatz für Kunstschaffende, die mit Samples arbeiten.

Was macht für Dich einen guten Remix aus?

Ein guter Remix oder Mashup haucht alten Songs neues Leben auf eine Weise ein, die Freude bereitet und überrascht.

Auf welche Weise verwendest Du selbst Werke Dritter?

Für einen Softwareentwickler ist es normal auf bestehender Software aufzubauen. Wie ein Remixer sampelt ein Entwickler bestehenden Code um damit etwas neues zu erschaffen.

Was hältst Du von der Idee, ein vergütetes Recht auf Remix einzuführen?

Als Softwareentwickler macht es für mich Sinn, auf einem originalen Song aufzubauen, den ein Konsument erworben hat. Auf diese Weise wird der Remixer für seinen kreativen Beitrag bezahlt und auch der ursprüngliche Künstler wird entlohnt, wenn jemand die Werke des Remixkünstlers genießt.

Was ist die Idee hinter legitmix.com? Was war Eure Motivation es zu gründen?

Mir kam die Idee für Legitmix als ein Jugendfreund, Booker Sim, mir über seine Probleme bei der Lizenzierung von Musik für eine Dokumentation erzählt hat, an der er jahrlang gearbeitet hatte. Er erklärte mir die Probleme des Lizenzierens von Samples und ich dachte, vielleicht gibt es eine technologische Lösung.

Abgesehen davon, hattest Du schon einmal rechtliche Probleme wegen künstlerischer oder musikalischer Praktiken? 

I habe Horror-Geschichten über die Klärung von Samples von hunderten Künstlern gehört. Das bestehende händischen System zur Lizenzklärung macht es so schwer, sample-basierte Musik legal zu veröffentlichen, dass die Mehrheit der Remixer ihre Arbeit kostenlos über das Internet verbreiten. Das erzeugt eine „Kostenloskultur“, die sowohl die Remixer als auch die Autoren der Originale um ihr Einkommen bringt.

Wie funktioniert legitmix.com und warum ist es notwendig?

Legitmix erlaubt einem Remixer Anweisungen zu erzeugen, die ein Konsument nutzen kann, um das Werk des Remixers auf Basis seiner eigenen Kopie der gesampelten Werke zu reproduzieren. Wenn der Konsument die Originaltracks nicht hat, machen wir es ihm einfach, diese von iTunes zu kaufen. Das erlaubt dem Remixer den Verkauf seines geistigen Eigentums und stellt sicher, dass auch der ursprüngliche Künstler vergütet wird.

Zum Abschluss, was ist Dein persönlicher Lieblingsremix?

Mir gefällt das Sleeper Mashup von Michael Jacksons „Remember the Time“ und „Breathe“ von Télépopmusik. Es kombinierte auf perfekte Weise zwei tolle Songs um etwas wunderschönes zu erschaffen.

Das ist ein Crosspost vom Blog der Initiative ‘Recht auf Remix‘, die in einer Petition um Unterstützung samt Link zum persönlichen Lieblingsremix bittet. Das englische Originalinterview führte Georg Fischer, Übersetzung von Leonhard Dobusch.

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2 Kommentare
  1. Ich finde es gut, dass das Thema Vergütung und damit letztendlich die Diskussion über
    fair use
    eine höhere Bedeutung in der Remix Debatte bekommt.

    Das Legitmixkonzept sieht erstmal interessant aus. Irgendwie habe ich noch nicht sehen können, wo man sehen kann welche tracks der jeweilige DJ verwendet, muss man sich dazu erst in das applefacegoobook-i-mperium einloggen?

    Und zu einem möglichen Vetorecht der Trackinhaber by wirklich üblen Verkorksungen habe ich auch noch nichts gefunden.

  2. Ich finde nur das Beispiel des Softwareentwicklers etwas komisch. Ich bin selbst seit rund 10 Jahren professioneller Software Entwickeler, aber ich war nur sehr selten versucht anderer Leute Code zu kopieren. Als ’normal‘ würde ich das nicht bezeichnen, aber das hängt vielleicht auch von der Art der Software ab.

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